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Möge der BB-8 mit Euch sein

17. Dezember 2015

Für „Star Wars“ brauchen wir eigentlich ein anderes Wort anstatt Hype. Denn alles im Vorfeld zu „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ überstieg das, was man normalerweise unter Hype versteht. Natürlich wurden die Erwartungen an diesen siebten Teil durch etliche Marketing-Strategien ordentlich angeheizt, aber was „Star Wars“ letztendlich ist, ist folgendes: Es ist etwas persönliches!!! Wir sind doch irgendwie alle mit „Star Wars“ aufgewachsen. Ob nun mit der alten Saga oder mit den Prequels (oder der Serie) – „Star Wars“ war immer irgendwie da und hat jeden von uns auf die ein oder andere Weise bewegt. Dazu kommt dann noch, dass die alte Saga durch das Versagen der Prequels noch einmal zusätzlich in unerreichbare Höhen gehoben wurde – für den echten Fan geht da nichts ran. Die Magie, die Fantasy, die Charaktere, die Geschichte Gut gegen Böse – all das ist unerreicht. Und all das schraubt die Erwartungen und die Hoffnungen ins Unermessliche.

So habe auch ich mit einer Mischung aus Angst und großer Vorfreude auf „Das Erwachen der Macht“ gewartet und mir folgendes Mantra immer und immer wieder eingeredet: „Wenn JJ Abrams halbwegs gute Star-Trek-Filme machen kann, obwohl er selber zugibt, dass er viel lieber Star Wars mag, dann kann das ja mit Episode 7 nur gut werden!“ Und trotzdem lauerte da irgendwo im Hinterkopf ein kleiner Jar Jar Binks, der versuchte, meinen Optimismus zu schmälern.

Doch das Warten ist endlich vorbei, ich habe „Das Erwachen der Macht“ mit erleben dürfen. Wir befinden uns immer noch in jener weit, weit entfernten Galaxie, knapp 30 Jahre nach dem Ewoks und Rebellen tapfer gegen das Imperium gekämpft haben und Luke Skywalker (Mark Hamill) mit Hilfe von Darth Vader den Imperator vernichtete. Doch in „Das Erwachen der Macht“ sind jetzt andere dran: Luke ist verschwunden und wird von dem Nachfolger des Imperiums, „The First Order“ gesucht. Mitten in diese Suche gerät die junge Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) und der „bekehrte“ Stormtrooper Finn (John Boyega), die beide mit Hilfe des Roboters BB-8, der wichtige Informationen in sich trägt, die Rebellen finden müssen. Unterstützt werden sie dabei von alten Bekannten in Form von Han Solo (Harrison Ford) und Chewbacca (Peter Mayhew).

Wie dieses Bild, so der Film!!!!

Tja… was soll ich jetzt, so um vier Uhr morgens dazu sagen??? Es war ein Traum! JJ Abrams enttäuscht nicht, sondern beweist, dass seine Strategie, das Alte mit dem Neuen zu vermischen, wunderbar aufgeht. „Das Erwachen der Macht“ fügt sich sehr schön an die alte Saga an und schon nachdem die Musik ertönt und der Erklärungstext in den Weiten des Alls verschwunden ist, ist man wieder drin in dieser Welt. Abrams geht dabei gleich in die Vollen und serviert uns genau die Art von Action und Abenteuer, die man erwartet hat. Der erste Flug im Millennium Falken ist ein Traum – wie eine wilde Achterbahn-Fahrt, von der man schon gar nicht mehr wusste, wie sehr man sie vermisst hat.

Gekonnt verneigt sich Abrams immer wieder vor den alten Filmen, versteckt nette kleine Easter-Eggs und gibt natürlich auch dem alten Hasen Ford einen würdigen Auftritt. Wenn der sagt: „Chewie, we’re home!“, dann sind wir es auch. Und es fühlt sich halt auch genau so an. Ich musste mich zwingen, mal zwischendurch Luft zu holen und meine Hände nicht so sehr in die Lehne zu krallen. „Das Erwachen der Macht“ erfüllt die Erwartungen, in dem es uns endlich mal wieder ein würdiges Abenteuer liefert… ein Abenteuer, das toll aussieht. Fernab vom CGI-Feuerwerk der Prequels überzeugt Abrams Galaxie mit dem Charme der Puppen, mit echter Kulisse und Settings, die einem zum Staunen bringen. Die Action wirkt dabei nie übertrieben, die Schlachten und Kämpfe nie zu hektisch oder chaotisch. Alles unterwirft sich der Geschichte und trägt diese immer weiter fort – bis man gespannt ist wie ein Bogen!!!

Dazu liefert die beiden Newcomer Daisy Ridley (die hier ja wirklich ihren ersten großen Film-Auftritt hat) und John Boyega (der zumindest in „Attack the Block“ schon mal Aliens jagen durfte) ein perfektes Team ab. Ridley überzeugt schon allein mit einem natürlichen Charme und liefert eine tolle Performance ab. Hier haben wir eine Heldin, mit der wir mitfiebern, von der wir mehr und mehr wissen wollen. Das Gleiche trifft auch für Boyega zu. Aber dennoch war es für mich Ridley, die ihm die Show stiehlt. Zusammen mit BB-8 und Harrison Ford. Zu Ford muss man nicht viel sagen, der funktioniert bestens, weil man das Gefühl hat, er musste nur die „alte Uniform“ anziehen und schon war Han Solo wieder da. Aber mit BB-8 gelingt Abrams ein echter Glücksgriff. Ich bin mir zwar sicher, dass viele ihn als zu albern, kitschig oder süß empfinden könnten, aber meinen Geschmack hat der kleine knuffige Roboter voll getroffen. Erstmals seit „Wall-E“ hat mich ein Roboter wieder so sehr gerührt.

Don’t be shy, little guy!

Aber ich sprach ja von hohen Erwartungen und Sehnsüchten am Anfang… und wenn man kleinlich sein möchte, könnte man auch ein bisschen an „Das Erwachen der Macht“ meckern. Zum Beispiel, dass sich der Film an vielen Stellen zu sehr nach einer leicht abgewandelten Kopie von „Star Wars – A New Hope“ anfühlt. Oder das Kylo Ren (Adam Driver) noch nicht so wirklich als Vader-Ersatz funktioniert. Oder vielleicht auch, dass nach dem fulminanten Start dem Film in der Mitte für eine kurze Zeit die Luft ausgeht. Doch wenn ich ehrlich bin, sind das alles Peanuts, Mini-Kleinigkeiten, die man abtun kann. Denn natürlich kann JJ unsere überhöhten Anforderungen nicht vollständig befriedigen, dafür ist dem echten „Star Wars“-Fan die alte Saga halt einfach zu heilig. Zumindest aber kommt „Das Erwachen der Macht“ dem verdammt, verdammt nahe.

Abrams Film bildet – wie seinerzeit „Krieg der Sterne“ – eine wunderbare Vorlage für die kommenden Filme. „Das Erwachen der Macht“ baut seine Charaktere umwerfend auf, schafft eine großartige Grundlage, erzählt mehrere neue und spannende Geschichten, die so extrem neugierig auf mehr machen, dass ich es kaum glauben kann, dass wir jetzt 2 Jahre warten müssen.

Unterm Strich ist „Das Erwachen der Macht“ perfekt. Nicht perfekt im Sinne der alten Saga, sondern perfekt in dem Sinn, dass es sich vor den Filmen würdig verneigt, aber auch etwas Neues schafft. Ein großer, großer Film, den ich mir sicherlich noch ein paar Mal anschauen werde!!!!

Wertung: 9,5 von 10 Punkten (die Macht ist wirklich erwacht, ich bin angefixt wie damals als kleiner Junge UND ICH WILL MEINEN BB-8!!!!!!)

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32 Kommentare leave one →
  1. 17. Dezember 2015 08:09

    Schnüff, da kommen einem ja fast die Tränen… ich will ins Kino!!!! 😀

    • donpozuelo permalink*
      17. Dezember 2015 08:58

      Ich wünsche dir, dass du ihn bald sehen kannst… und bin gespannt auf deine Meinung. Ich denke nämlich, dass der Film sicherlich gerade bei den Fans sehr zwiespältig aufgenommen werden könnte. Das, was ich als Peanuts bezeichne, könnte einem anderen so richtig auf den Sack gehen. Von daher… 😀

  2. 17. Dezember 2015 20:46

    BB-8 ist tatsächlich echt knuffig. Und ich war die ganze Zeit immer nur am Strichliste führen, wie viele Zitate auf die ganz alte Trilogie in jedweder Form in diesem Film verarbeitet wurden. Irgendwann hab ich aufgehört zu zählen… 😀

    • donpozuelo permalink*
      17. Dezember 2015 21:11

      Ging mir aber auch so… aber irgendwie fand ich das auch witzig. Klar haben sie hier extremenFan-Service betrieben, aber selbst Leute, die noch nie einen Star Wars Film gesehen hatten, hatten an diesem Teil ihren Spaß. Und dann stimmt doch auch irgendwie wieder alles…. finde ich.

      • 18. Dezember 2015 09:50

        Wir hatten bei uns tatsächlich jemand dabei, der nur einen der 6 bisherigen Filme gesehen hat (und dann auch noch Teil I) und somit von der ganz alten Trilogie nichts wusste. Dem hat der Film auch gefallen, wenngleich er meinte, das die Charaktere ja doch ziemlich offensichtlich und einseitig gezeichnet sind. (Was ja in den alten Filmen zu Beginn der Trilogie auch nicht wirklich anders war).
        JJ Abrams schafft hier den Spagat, den alten Fan mit seiner Zitierungswut zu beglücken und den neuen Fan aufgrund der Eingängigkeit anzufixen. Ziel erreicht würde ich sagen. 🙂

        • donpozuelo permalink*
          18. Dezember 2015 10:39

          Absolut. Eine Kollegin von mir hatte vorher noch nie auch nur einen Star-Wars-Film gesehen (soll es ja auch noch geben) und selbst sie war schwer begeistert. Mission accomplished, JJ Abrams! Auf jeden Fall.

  3. 18. Dezember 2015 11:25

    Na, das ist ja eine wahrlich überschwängliche Kritik 😛

    Ich habe den Film jetzt schon ein zweites Mal auf der großen Leinwand gesehen (PV und Donnerstagabend-Vorstellung mitsamt Einführung vom größten STAR WARS-Geek, den ich kenne, der mal einer meiner Dozenten war) und bin einfach von Glücksgefühlen übermannt. Am liebsten würde ich jeden weiteren Abend mit diesem Film im Kino verbringen.

    Allerdings sehe ich die von dir beschriebenen Peanuts dann doch noch etwas ärger. Mir wurde schon zu viel von der Originaltrilogie schlicht und ergreifend übernommen und in guter alter Blockbuster-Manier noch aufgebauscht (mir schwebt da eine gewisse Waffe der dunklen Seite vor) – die Heldenreise ist mittlerweile zu einem Plotstrang geworden, den man kaum noch ernst nehmen kann – usw.

    Aber Rey haut es dann voll raus und zumindest das Design von Kylo Ren gefällt mir ausgesprochen gut, auch wenn der Bösewicht an einen Darth Vader (und eigentlich nicht mal an Darth Maul) heranreicht. Das kann ja noch werden – und darin habe ich großes Vertrauen.

    • donpozuelo permalink*
      18. Dezember 2015 12:08

      Ich werde auch am Wochenende endlich noch ein zweites Mal ins Kino gehen 😀

      Wie gesagt, ich kann verstehen, dass du das mit meinen Peanuts ein bisschen ernster siehst, aber ich fand’s einfach auch okay… sie haben es ja zum Glück irgendwie noch hinbekommen, dass es auch was eigenes ist und eine gute Grundlage bietet, auf der sie dann hoffentlich im zweiten Teil noch ordentlich aufbauen können.

      Und ja, Rey ist nicht nur ein scene-stealer, sondern ein film-stealer. Sie ist echt das Herz und die Seele des Films. Daisy Ridley ist wirklich toll in der Rolle. Das kommt dem Film sehr zu gute – zusammen mit John Boyega funktioniert sie einfach nur perfekt!!!

  4. 20. Dezember 2015 20:54

    Tolles Review – starker Film! (Komme grade ganz frisch aus dem Kino, mal sehen, ob sich die Euphorie wieder legt, aber im Moment ziehe ich den Hut vor den Machern)

    • donpozuelo permalink*
      21. Dezember 2015 09:48

      Danke und ja!!! Die Euphorie wird schon halten. Ich habe ihn gestern endlich ein zweites Mal gesehen und fand ihn da auch immer noch super. Von daher… 😀

  5. 20. Dezember 2015 21:04

    Absolut gelungener Relaunch! Die Hauptdarsteller sind bezaubernd und bekommen genügend Raum, die Designs, Settings, Masken sind der Ur-Trilogie absolut würdig! Ich bin sehr begeistert und selbst die „Peanuts“ stehen dem Vergnügen nicht im Weg. Für mich war das vor allem, dass die Macht zu wenig mystisch rüberkam. Dass des Franchise sich quasi selbst zitiert, finde ich nicht so schlimm – bei Rocky nehmen wir es ja auch hin. 😉
    Ich bin ganz begeistert und werde bestimmt noch öfter sehen, wie die Macht erwacht!
    Ich wünschte, Peter Jackson hätte sich vor seinem Hobbit mit JJ Abrams unterhalten! 🙂

    • donpozuelo permalink*
      21. Dezember 2015 09:56

      Haha… ja, Peter Jackson hätte es mit dem Hobbit wirklich auch nicht so übertreiben sollen.

      Und ja, nach meiner zweiten Sichtung stimme ich dir in dem Punkt mit der Macht durchaus zu. Aber es stimmt schon, der Film ist einfach nur toll. Und ich sage ja immer noch, dass wir hier eine wundervolle Grundlage haben, auf der die nächsten Filme toll aufbauen können.

  6. 4. Januar 2016 00:55

    Oha, der ist mir ja so richtig entgangen (nicht der Film, der Beitrag) – das liegt wohl an meiner Internetabstinenz im Vorfeld des Films. Ich freu mich, dass du ihn auch so gut bewertest, wir sind uns ja meist einig. Ich fühlte mich bei Rey übrigens immer wieder an Nausicaä erinnert – speziell in den ersten Momenten.

    Und: Es dauert nicht mehr 2 Jahre, sondern 1,5!!! Hurra! In diesem Jahr bekommen wir sogar Trailer zu zwei Star Wars-Filmen! 🙂

    • donpozuelo permalink*
      4. Januar 2016 09:20

      Nur 1,5 Jahre… na, das klingt doch gut 😀

      Und ja, ein bisschen was von Nausciaä steckt vielleicht wirklich in Rey.

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