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Im All wird’s dunkel!

8. Mai 2013

Ich habe in diesen letzten Tagen zwei Sachen gelernt… naja, eigentlich nur eine (denn die andere war mir vorher schon so ein bisschen klar): 1) Es gibt zwei Arten von Menschen. Die einen mögen „Star Wars“ und die anderen „Star Trek“ (es soll noch zwei Arten von Menschen geben: Die einen die nichts von beidem mögen und die, die beides lieben). Das kannte ich schon, gehöre ich doch selber eher zu „Star Wars“-Fraktion. Punkt Nummer 2 war mir bis dahin aber selber neu: Angeblich sind die „Star Trek“-Filme mit einer geraden Nummer immer die besseren. Somit dürfte der Druck auf J.J.Abrams nach seinem „Star Trek“-Reboot ziemlich groß gewesen sein… vielleicht ist das auch der Grund, warum er auf die Zahl im Titel verzichtet und das Ganze einfach „Star Trek Into Darkness“ genannt hat (ein netter Touch, Zahlen im Titel sind ja auch irgendwie langweilig und nicht sonderlich kreativ).

Doch stimmt die These? Ist diese „Regel der geraden Zahl“ auch für den Neustart der Reihe zutreffend? Bevor wir das klären, kurz die obligatorische Inhaltsangabe, die den einen oder anderen möglicherweise an einen Agenten-Hit aus dem letzten Jahr erinnern dürfte: James Kirk (Chris Pine) hat verkackt und wird degradiert. Kirk hat Glück im Unglück und wird dank des Fürsprechens von seinem Mentor Admiral Pike (Bruce Greenwood) zur rechten Hand des Admirals und dürfte so theoretisch erst einmal weiter auf der Enterprise bleiben. Doch dann taucht der mysteriöse John Harrison (Benedict Cumberbatch) auf und verübt einen Anschlag auf die Führungskräfte der Sternenflotte. Angestachelt durch den Tod von Pike erkämpft sich Kirk bei Admiral Marcus (Peter Weller) die Enterprise zurück und begibt sich auf die Jagd nach Harrison, der früher selbst einmal Mitglied der Sternenflotte war. Doch Harrison birgt ein unglaubliches Geheimnis…

Ein gut gehütetes Geheimnis, das Abrams im Vorfeld natürlich nicht Preis geben wollte und es auch im Film erst relativ spät freigibt. Somit ist Cumberbatchs Rolle natürlich von vornherein die interessanteste des gesamten Films. Während alle anderen – besonders Chris Pine und Zachary Quinto als „Ying Yang“-Pärchen Kirk und Spock – ihre Figuren weiter festigen und teils auch nett ausbauen können, umgibt Harrison die ganze Zeit sein dunkles Geheimnis. Dazu kommt ein grandios spielender Cumberbatch, der dieser Rolle die nötige Präsenz verleiht. Dieser Harrison ist ein fieses, unheimliches und brillantes Arschloch… fast ein bisschen so wie Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“ (und irgendwie sieht das auch genauso aus, wenn Harrison in seinem Gefängnis aus Glas sitzt). Cumberbatch ist auf jeden Fall allein schon den Besuch im Kino wert.

Doch auch sonst fühlt sich „Star Trek Into Darkness“ ziemlich gut an. Gemäß dem Motto „Größer, schneller, besser“ gibt’s krassere Action, bessere Kämpfe und insgesamt eine wesentlich spannendere Story als noch im ersten Teil. Da der Film aber auch sehr viel „erdgebundener“ ist und viel stärker auf Themen wie Terrorismus, etc. anspielt, fühlt sich das Ganze manchmal gar nicht unbedingt wie Science-Fiction an. Doch genau dann saust im richtigen Augenblick wieder ein Raumschiff vorbei und alles ist gut.

J.J. Abrams holt alles raus, was er so gelernt hat… und hat sich nach diesem Film den Titel „Chief Master King of Lense Flare“ wirklich, wirklich verdient. Sonst, ich gebe es zu, hat es mich nie gestört, aber dieses Mal setzt Abrams dem Lense Flare wirklich die Krone auf. Da gibt es eine Szene in der Neuling Alice Eve eine (von recht wenigen) Szenen ganz für sich allein hat… und was macht Abrams: Er versteckt die Gute hinter dem wohl größten Lense Flare seiner Karriere. Damit, lieber J.J., solltest du echt sparsamer umgehen.

Man merkt „Star Trek Into Darkness“ jetzt noch viel mehr als seinem Vorgänger an, dass Abrams hier tätig war. Vielleicht ist das auch nur mein Gefühl, aber gerade was viele der eher ruhigeren Momente anging, fühlte ich mich teilweise stark an „LOST“ zurückerinnert… gerade was Musik und Kamera anging hatte ich häufiger ein kleines Dejavu. Aber Abrams zieht sein Ding konsequent durch, erzählt seine Geschichte spannend und temporeich, lässt genug Zeit für den einen oder anderen Witz. Ruhige Momente hat’s auch… und somit wird alles abgedeckt, um ein rundum guten Film zu kreieren.

Ich kann jetzt nicht von der Seite der Trekkies sprechen, aber für mich als Neu-Trekkie ist Abrams Reboot nach wie vor ein voller Erfolg. „Star Trek Into Darkness“ ist besser als sein Vorgänger, sorgt für ordentlich Krawumm und schickt den ganzen Franchise in eine gute Richtung, die hoffentlich auch neue und spannende Abenteuer hoffen lässt.

Wertung: 9 von 10 Punkten (ich bleibe zwar ein „Star Wars“-Mensch, aber immerhin bietet „Star Trek“ die besseren neuen Filme)

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31 Kommentare leave one →
  1. 8. Mai 2013 07:39

    Ich freu mich auf den Film. Ich bin ein Trekki, habe alle, wirklich alle Folgen der Enterprise, Next Generation und DS9 gesehen. Und natürlich alle Filme. Auf den ersten Neufilm war ich sehr gespannt, habe mich fast nicht rein getraut und war dann so positiv überrascht. Ich bin sicher, Into the Darkness wird auch gut.
    Und Star Wars kann ich mir immer und immer wieder angucken. Also die alten. Für mich ist das kein Gegensatz.

    • donpozuelo permalink*
      8. Mai 2013 12:10

      Oh, also es gibt sie tatsächlich… die Menschen, die sowohl „Star Wars“ als auch „Star Trek“ lieben. Gut zu wissen!!! 😉

      Zu „Into Darkness“: Der ist wirklich gut… wie gesagt, gefiel mir persönlich sogar sehr viel besser als noch der erste Film.

      • 8. Mai 2013 19:57

        Ach, ich bin auch so einer 😉
        Und freue mich sehr auf den Film. Aber: 3D oder nicht 3D?

        • donpozuelo permalink*
          9. Mai 2013 19:52

          Naja… 3D kann man sich, wenn ich ehrlich bin, sparen. Ganz zum Anfang gibt’s da ein paar nette Sachen, aber ansonsten hätte es eine normale 2D-Fassung auch getan. Also wenn du irgendwo was findest, wo sie den nur in 2D zeigen, dann spare das Geld!

  2. luzifel permalink
    9. Mai 2013 10:12

    Ich will diesen Film sehen. Jetzt noch mehr.

    Im Übrigen gehöre ich auch zu den Leuten, die eher Star Wars zugeneigt sind, aber auch jeden Scheiß bei Star Trek geguckt haben.

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2013 19:51

      Geguckt habe ich es hin und wieder auch… zumindest die alte Enterprise-Serie. Aber „Star Wars“ war dann irgendwann einfach präsenter für mich.

      Und: GEH DEN FILM GUCKEN!!! JETZT!!! SOFORT!!!

      • luzifel permalink
        14. Mai 2013 23:34

        ALTER! Was für ein geiler Streifen! Der erste Film bei dem ich sagen würde, dass die 3D-Brille und der Preisaufschlag sich wirklich gelohnt haben. Dazu geile Action und zumindest für mich unerwartete Wendungen und Spiegelungen zu den alten Filmen. Eine tolle Interpretation des Stoffes voller liebevoller Hinweise – Geil! 9,5 von 10 würde ich sagen..

        • donpozuelo permalink*
          15. Mai 2013 14:30

          😀 Freut mich, obwohl ich jetzt vom 3D nicht so sonderlich beeindruckt war. Es war schon nett und sah gut aus, der Film hätte mir aber auch in 2D vollkommen ausgereicht. Die Wendungen waren echt gut, nur die Anspielungen auf die alten Filme erkenne ich jetzt nicht, weil ich die Dinger einfach nie gesehen habe.

  3. 9. Mai 2013 10:39

    LENS FLARES! Oh ja, das war wirklich happig diesmal. Ansonsten: starkes Sequel, auch wenn ich ihn eher einen Tick unter dem Vorgänger sehe, den fand ich zwischen seiner space action und den ruhigeren und/oder spaßigen Charaktermomenten besser ausbalanciert. Ganz abgesehen davon, dass es da schon einen Film in der STAR TREK-Reihe gibt, der etwas sehr ähnliches nochmal um einiges besser erzählt 😉

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2013 19:50

      Das mit dem anderen Film der STAR TREK-Reihe kann ich nicht beurteilen. Ich weiß, dass es da was gibt 😉 aber gesehen habe ich da nie einen von. Deswegen kann ich nur von den Abrams-Filmen sprechen.

  4. 9. Mai 2013 11:29

    Sogar die selbe Punktzahl – ich bin begeistert! 🙂 Ich kann deine Kritik nur so unterstreichen. Ein klasse „Star Trek“ der neuen Generation. Hoffentlich geht es genau so weiter und hoffentlich ist nichts dran, dass J.J. beim 3. Teil nicht mehr Regie führen wird.

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2013 19:48

      Hab ich doch gesagt! Tja, das mit dem dritten Teil ist so eine Sache. Wer weiß, wie sehr J.J. mit „Star Wars“ beschäftigt sein wird. Wünschen würde ich mir aber auch den dritten Teil von J.J. Wahrscheinlich wird er, wenn er nicht mehr Regie führt, das Ganze als Produzent betreuen… und das wäre dann zumindest ein kleiner, wenn auch schwacher, Trost.

      • 9. Mai 2013 20:29

        Ja, die IMDb „spricht“ ja bereits von ihm als Produzent… mal sehen!

        • donpozuelo permalink*
          9. Mai 2013 20:46

          Ach echt??? Naja, war ja fast klar. So eine Gelegenheit wird sich Abrams ja nicht entgehen lassen. Immerhin ist es ja auch irgendwo sein Reboot-Baby.

  5. 9. Mai 2013 17:06

    😆 das meinst Du mit Lense Flair (ich dachte, das wäre eine seltsame Umschreibung für den wässrige blaue Augen CloseUp). Du meine Güte erzähl jetzt nicht das wäre ein gängiger (deutscher) Fachbegriff für visuelle Effekte. Ich glaube früher hieß das Mal Gegenlicht und oder Sonnenschimmer *lach*
    Ist mir nicht mal aufgefallen, aber ich habe gelesen, dass sich einige dran störten, warum auch immer.
    Ich muss sagen, ich kenne überhaupt keine entweder oder Leute. Okay welche, die lieber Star Trek mögen (bessere Ideologie, Waffen, Schiffe, nicht so märchenmäßig…), Star Wars aber nicht schlecht finden. Ist ja auch Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Und Du fühltest Dich an „Lost“ erinnert????

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2013 19:46

      „Sonnenschimmer“ könnte man auch sagen, aber neuzeitlich nennt man das dann doch eher „Lense Flare“ 😉

      Ja, das mit dem „LOST“ mag vielleicht nur mir so gehen, aber gerade bei den etwas emotionaleren Szenen fühlte ich mich bei manchen Sachen schon irgendwie an „LOST“ erinnert. Kann aber auch nur an mir liegen 😀

      • 9. Mai 2013 20:39

        Kannte ich bislang überhaupt nicht den Begriff. In den Bildbearbeitungsprogrammen heißt das Halo, Sonnenstrahlen oder auch Sterne und in den englischen Versionen kannte ich auch nur Halo. Gegenlichtreflexion hört sich natürlich nicht so fesch an. Wieder was dazugelernt 🙂
        Auf jeden Fall ist er tausend Mal besser als jeder der alten Star Trek Filme.

        • donpozuelo permalink*
          9. Mai 2013 20:48

          Ich kannte das vorher auch nicht. War mir vorher auch nie so aufgefallen, aber gerade Abrams soll das ja in seinen Filmen sehr zelebrieren. Hier ist es mir beim ersten Mal schon extrem aufgefallen. Aber bis auf die eine Szene mit Alice Eve störte es ja auch nicht…

          Wie gesagt, von den alten Star Trek-Filmen habe ich keinen einzigen gesehen… aber mich reizt da auch nichts mehr zu. Hab ja jetzt die Abrams-Filme 😉

  6. 10. Mai 2013 01:00

    In der Hauptrolle sind ganz klar J. J. Abrams fantastische tanzende Lens Flares zu sehen. Und die Nebenrollen wirken daneben alle etwas blass.

    • donpozuelo permalink*
      10. Mai 2013 10:09

      Willkommen!!! 😀

      Wer kann schon noch heller als die Lense Flares strahlen 😉

  7. 12. Mai 2013 18:27

    Kann ich so nur unterstützen, Benny war definitiv das Highlight des Films, aber auch sonst wars ein tolles Science Fiction Abenteuer.

    • donpozuelo permalink*
      12. Mai 2013 20:39

      😀 Ja, der Benny als Lecter war schon was!!!

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