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Eins mit der Macht

16. Dezember 2016

Als letztes Jahr „The Force Awakens“ kurz bevor stand, konnte ich kaum noch ruhig sitzen. Ich weiß noch, wie ich den ganzen Tag im Büro hibbelig darauf gewartet habe, dass sich diese blöde Uhr endlich mal entscheidet, mir den Feierabend zu verkünden, damit ich endlich „Star Wars“ gucken kann. Den Rest kennt man ja, ich war begeistert, ich war glücklich, „Star Wars“ war wieder da! Für Disney, die sich Lucasfilm unter den Nagel gerissen haben, war auch alles top. So top, dass die sich entschieden, „Star Wars“ müsse jetzt jedes Jahr kommen. Die Idee der Star Wars Anthologie war geboren. Und ich muss gestehen, ich war skeptisch. Ich hatte Angst vor Übersättigung; Zweifel, ob das überhaupt notwendig war. Reicht nicht eine tolle Trilogie, auf die man sich wirklich freut, anstatt es irgendwann vielleicht mal satt zu haben, den millionsten Star Wars im Kino zu gucken? Reicht natürlich nicht? Wer gibt sich schon mit einer Sache zufrieden, wenn es noch mehr davon geben kann? Also, Spinoffs, Spinoffs, Spinoffs. Den Anfang der Spinoff-Reihe, oder der Anthologie, macht jetzt „Rogue One: A Star Wars Story“ und erzählt uns das, was in „Krieg der Sterne“ anfangs im Lauftext stand, als ganzen Film:

Zitat Anfang: „Es herrscht Bürgerkrieg. Die Rebellen, deren Raumschiffe von einem geheimen Stützpunkt aus angreifen, haben ihren ersten Sieg gegen das böse galaktische Imperium errungen. Während der Schlacht ist es Spionen der Rebellen gelungen, Geheimpläne über die absolute Waffe des Imperiums in ihren Besitz zu bringen, den TODESSTERN, eine Raumstation, deren Feuerkraft ausreicht, um einen ganzen Planeten zu vernichten.“ Zitat Ende. Das war’s. Wir bekommen zu diesen kurzen Zeilen noch eine Heldin namens Jyn Erso (Felicity Jones) und los geht’s.

Ready to fight…

Und los geht’s erst einmal recht verhalten. Die Story von Jyn Erso muss erst einmal erzählt werden und das passiert ohne sonderlich große Überraschungen (das Wichtigste, die Sache mit Papa Mads Mikkelsen, wurde ja schon im Trailer verraten), aber hey… was soll’s? Oder? Auch eine Story ohne große Überraschungen kann immer noch unterhalten. Was ich zu Beginn wirklich toll fand, war das Planeten-Hopping. „The Force Awakens“ hatte das nicht so drauf, „Godzilla„-Regisseur Gareth Edwards macht das wesentlich besser. Wir besuchen alle möglichen Monde, Planeten und was es nicht sonst noch alles in dieser weit entfernten Galaxie gibt. Edwards präsentiert uns mit einer tollen Vielfalt an Welten, die alle einfach nur toll aussehen – einige ganz bezaubernd schön, andere dreckig und öde, aber allesamt liefern sie uns ein tolles Bild einer vielfältigen Galaxie.

Mit der Zeit kommt „Rogue One“ dann aber auch in allen anderen Dingen so richtig in Fahrt. Zuallererst muss man einfach erwähnen, wie clever immer wieder Verweise auf „Krieg der Sterne“ selbst eingepflegt werden – das ist Fan-Service vom Feinsten und gleichzeitig eine großartige Ankknüpfung an die Quasi-Fortsetzung zu „Rogue One“ (der wirklich so endet, das man direkt danach „Krieg der Sterne“ gucken kann). Ob nun Mon Mothma, der Rebellenstützpunkt Yavin IV oder halt tatsächlich Darth Vader selbst (der einfach nur grandios gruselig ist in diesem Film) – ich möchte wirklich fast sagen, dass Edwards es sogar ein wenig besser hinbekommen hat als J.J. Abrams, Fan-Service mit wirklich etwas Neuem zu verbinden.

Denn neben den ganzen Verweisen und Anspielungen ist „Rogue One“ halt wirklich eine neue Geschichte (auch wenn es jetzt wieder um den Todesstern geht), aber „Rogue One“ ist tatsächlich auch ein Film, der das „Krieg“ handfest zurück in „Krieg der Sterne“ packt. „Rogue One“ ist wirklich ein Kriegsfilm… Das fängt langsam an und endet in einer grandiosen Endschlacht, die – wie es sich für einen guten Star-Wars-Film gehört – sowohl im All als auch auf einem Planeten statt findet. Während die Weltraum-Schlacht mehr oder weniger „das Übliche“ ist, sieht die Schlacht auf dem Planeten Scarif einfach nur atemberaubend aus. Hier zeigt sich dann auch, dass der etwas langsamere Anfang durchaus notwendig war – wir lernen erst ein bisschen von der Rebellion kennen und gehen dann mit diesen Outlaws in den Kampf, der ihnen alles abverlangt.

This is… awesome!!!!!

„Rogue One“ ist kein typischer Star Wars Film. Hier hilft kein Jedi, hier hilft nur selten der Glauben an die Macht. „Rogue One“ fühlt sich gerade in seinem Kampfgeschehen sehr viel realistischer an, das Fantasy-Märchen-Gewand der Trilogie wird abgelegt, jetzt herrscht Krieg und nichts anderes. „Rogue One“ lässt einem da am Ende kaum noch Zeit zum Atem und fasziniert mit einer der besten Star-Wars-Schlacht aller Zeiten.

Ich hatte viel gelesen, dass die Charaktere blass wären, aber das empfand ich gar nicht so. Klar, sie waren jetzt nicht so krass tiefgründig ausgebaut, aber genug, dass ich mit ihnen mitfiebern konnte. Und für eine so große Truppe war das „Rogue One“-Team bestens besetzt mit guten Charakteren, die ihren Zweck für die Geschichte gut erfüllt haben. Es sticht jetzt zwar keiner groß heraus, aber gut… damit kann ich gut leben.

„Rogue One“ hat mich begeistert. Es ist einfach so. Ich musste mich erst ein wenig an den eher ungewöhnlichen „Realismus“ (ein starkes Wort für diesen Film, aber mir fällt gerade nichts besseres ein) gewöhnen. Ich habe zum Anfang hinter jeder Ecke doch noch etwas mehr von dem Star-Wars-Feeling erwartet, aber es kam nie so, wie ich es erwartet hätte. Es ist schwer das in Worte zu fassen, aber „Rogue One“ ist einfach mal ein etwas anderer Star Wars Film. Hat man das aber erst einmal verinnerlicht, ergötzt man sich an neuen Welten, tollen Charakteren und halt wahnsinnig gut inszenierten Schlachten.

Meine Vorfreude auf „Episode Acht“ wird trotzdem sehr viel größer sein, aber ich sehe immerhin dem „Han Solo“-Spinoff weniger skeptisch entgegen 😉 Aber ich bin letztendlich auch ein Fan und würde so oder so hinrennen 😉 Man verzeihe mir das…

Wertung: 9 von 10 Punkten (so kann es ruhig weiter gehen, aber auch nicht zu weit – ich will keine Marvel-Übersättigung bei Star Wars)

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