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Die Baby Yoda Show

4. Mai 2020

Der Untergang von „Star Wars“ wird ja schon seit Episode 8 lauthals beschrien. „Solo – A Star Wars Story“ wurde dann der erste richtige Flop für Disney und die Macht und bestätigte die Tot-Schreier noch mehr. Selbst jetzt noch, wo J.J. Abrams verzweifelt versucht hat, die neue Trilogie mit „The Rise of Skywalker“ zu einem halbwegs vernünftigen Ende zu bringen, wären viele wahrscheinlich gar nicht traurig, wenn es gar nichts mehr aus der weit, weit entfernten Galaxie geben würde. Aber Disney gibt so schnell nicht auf, deswegen wurden einfach mal ein paar Serien angekündigt… obwohl man sich fragen muss, wer eine Serie über Cassian Andor aus „Rogue One“ braucht und ob eine Obi-Wan-Serie mit Ewan McGregor mehr als nur Nostalgie sein wird. Eine Serie scheint aber universell die Gemüter ein wenig beruhigt zu haben: „The Mandalorian“… auch wenn man das Gefühl hat, es ist nur die Liebe zu Baby Yoda, die alle vereint.

Irgendwann zwischen Episode 6 und Episode 7, nach dem Untergang des Imperiums, streift der namenlose, mandalorianische Kopfgeldjäger (Pedro Pascal) durchs All. Als er für den geheimnisvollen Klienten (Werner Herzog) einen Auftrag annimmt, ändert sich aber alles. Denn das Ziel des Klienten ist eben Baby Yoda… und dieses kleine Wesen will der Mandalorianer nun beschützen, reist dafür quer durchs All und gerät immer wieder in Schwierigkeiten.

Als „Solo“ in die Kinos kam, erhoffte ich mir einen wirklichen Space-Western a la „Firefly“. Bekam ich leider nicht. Als ich die erste Folge von „The Mandalorian“ sah, dachte ich nur: „Perfekt!“ So sieht Western-Feeling in einer weit, weit entfernten Galaxy aus. Allein die erste Folge fühlt sich an, als würde man „Spiel mir das Lied vom Tod“, „The Good, The Bad, The Ugly“ und „The Wild Bunch“ gucken. Ob es die Musik ist, der stille Mandalorianer (dem theoretisch nur noch der Hut, der Poncho und die Zigarre fehlen würde, um Clint Eastwood zu sein) oder das Setting – Folge 1 war der Space-Western, den ich sehen wollte. Das Feeling war aufregend, es fühlte sich neu und doch vertraut an. Das war mal ein etwas anderes Star Wars…

… doch dann verschleppte sich das Ganze etwas. Statt wirklich eine Geschichte zu erzählen, wird „The Mandalorian“ zu einer Serie mit mal mehr, mal weniger starken Einzelfolgen, deren einziger roter Faden das süße Baby mit den riesigen Ohren ist. Eine zusammenhängende Story ist nicht vorhanden, sondern vielmehr fängt jede Folge so ein paar unterschiedliche Stimmungen auf. Folge 2 fühlt sich an wie ein billiger Side-Quest in einem Spiel, Folge 4 ist „Die Sieben Samurai“ in Kurzform, Folge 5 spielt auf Tatooine und ist einfach nur Fan-Service pur und Folge 6 ist dann eine nette Version von „Suicide Squad“. Alles in allem sind das so nette „Case of the Week“-Folgen, die keine wirkliche Story erzählen. Ich hatte mir da irgendwie ein bisschen mehr erhofft. Die Folgen selbst sind alle toll inszeniert und auch das oben schon benannte Western-Star-Wars-Feeling bleibt bestehen – aber ich hatte mir da einfach ein wenig mehr von erhofft.

Das größte Problem, was ich dabei hatte, ist leider die Tatsache, dass mir der von allen nur „Mando“ genannte Kopfgeldjäger ein wenig am Arsch vorbeiging. Es ist bewundernswert, dass Pedro Pascal den Helm brav aufbehält und damit in die Fußstapfen von Karl Urbans „Dredd“ tritt, aber so wirklich war mir dieser Typ ziemlich egal. Er ist halt stumm, präzise im Töten und passt auf Baby Yoda auf. Zu dem Mandalorianer habe ich keine wirkliche „Beziehung“ aufgebaut… zu Baby Yoda natürlich sofort und sehr viel mehr. Es ist halt wie mit einem süßen Welpen oder Katzenbaby: Man ist verzückt und gerät in diesen „Awwwww“-Wahn, wenn man es nur sieht.

Immerhin, das muss ich noch erwähnen, zieht die Serie in den letzten beiden Folgen mal ein wenig an und baut mit seinem Cliffhanger dann doch ordentlich Spannung auf – und die Hoffnung, dass Staffel 2 etwas mehr Story enthalten wird.

Wertung: 7 von 10 Punkten (netter Anfang mit sehr viel Luft nach oben)

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