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Grogu: A Star Wars Story

23. Dezember 2020

Jon Favreau hat „Star Wars“ gerettet… zusammen mit „The Clone Wars“ und „Rebels“-Schöpfer Dave Filoni. Ich glaube, diese Aussage kann man ruhig ohne schlechtes Gewissen treffen. „Star Wars“ unter Disney wurde vor allem wegen der sehr stark umstrittene Sequel-Trilogie verflucht (und wird es wahrscheinlich immer noch ein bisschen). Gerade Episode 8 gehört ja immer noch zum größten Streitpunkt, wodurch auch Episode 9 es nicht schaffen konnte, jeden zufrieden zu stellen. Man könnte meinen, „Star Wars“ wäre im Arsch, um es mal ganz auf Hochdeutsch zu sagen. Doch dann kam „The Mandalorian“. Staffel 1 lieferte einen tollen Western-Sci-Fi-Ansatz, ohne dass man dabei der totale Star-Wars-Nerd sein musste, um sich in dieser Welt wohlzufühlen. Schon für die zweite Staffel klang es aber anfangs so, als müsste man nun doch zum Nerd werden. Zahlreiche Namen wurden genannt, die man wohl nur kennen dürfte, wenn man die Animationsserien geguckt hat. Da hatte ich schon Angst, „The Mandalorian“ würde sich selbst im Wust an neuen bzw. bekannten Charakteren verlieren. Doch zum Glück war dem nicht so.

Diese Reise des Mandalorianers (Pedro Pascal) geht weiter. Er macht sich auf die Suche, um für das Kind a.k.a. Baby Yoda a.k.a. Grogu einen Jedi zu finden. Dabei reist er mal wieder von Planet zu Planet… und trifft alte Bekannte wie Cara Dune (Gina Carano) und neue Gesichter, die für uns aber gar nicht so neu sind: wie eben zum Beispiel Boba Fett (Temueara Morrison) oder Ahsoka Tano (Rosario Dawson) oder Bo-Katan (Katee Sackhoff) oder oder oder… Doch egal, wie weit Mando und das Kind reisen, die Überreste des Imperiums unter Moff Gideon (Giancarlo Esposito) sind ihm immer dicht auf den Fersen.

Ich habe in weiser Voraussicht auf Staffel 2 von „The Mandalorian“ wirklich vorher mit den Animationsserien angefangen. Gerade weil ich wusste, dass Charaktere wie Ahsoka und Bo-Katan auftauchen würden. Ich wollte einfach sicher gehen, dass ich „The Mandalorian“ voll und ganz genießen kann, weil ich eben davon ausging, man würde es jetzt zu nerdig machen. Aber, und hier muss man Filoni und Favreau einfach wirklich gratulieren, die Serie schafft es, diese „neuen“ Charaktere so einzuführen, dass man sie auch ohne Hintergrundwissen a) versteht, b) sie faszinierend genug findet (weil sie auch so spannende Geschichten liefern) und c) sie dem Mandalorianer der Serie nicht zu sehr das Scheinwerferlicht stehlen. Mando bleibt auch in Staffel 2 der Herr seiner Serie, die aber durch die ganzen Nebencharaktere extrem ausgebaut wird.

Gut finde ich da auch die Tatsache, dass Ahsoka Tano ihr eigenes Spin-Off kriegen wird. Ihre Geschichte hätte „The Mandalorian“ komplett umgekrempelt und zu was ganz anderem gemacht.

Aber mal abgesehen von den ganzen neuen Charakteren gefiel mir Staffel 2 allein deswegen auch schon so verdammt gut, weil man sich jetzt von dem episodischen Erzählen verabschiedet hat und eine kontinuierliche Geschichte erzählt. Die Suche nach einem Jedi, der das Kind unter seine Fittiche nehmen kann, prägt die ganze Staffel und treibt die Handlung gut voran. Es gibt keine unnötigen Füller-Folgen wie noch in Staffel 2 als ein Ei gesucht wurde (okay, es gibt eine unnötige, die sogar auch wieder was mit Eiern zu tun hat, aber ansonsten wird hier mit jeder einzelnen Folge die Handlung weiter ausgebaut). Dabei vermischen sich wieder so viele geniale Stile und Genres in dieser Staffel. Folge 5, in der uns auch Ahsoka vorgestellt wird, bleibt dabei mein Highlight: Dieser Mix aus „Yojimbo“ und „Für eine Handvoll Dollar“ ist so natürlich umgesetzt worden. Überhaupt ist die Inszenierung und vor allem die Action in dieser Staffel um einiges aufregender und kinoreifer. Gerade in punkto Action ist „The Mandalorian“ Staffel 2 einfach nur „wow“.

Die zweite Staffel liefert großartige Sets, aufregende Action-Sequenzen und tolle Charaktere und garniert das Ganze mit wunderbar vielen Theorien, die sich offenbaren. So erscheint es fast, als würde „The Mandalorian“ auch versuchen, Episode 9 und das unerwartete Auftauchen von Imperator Palpatine erklären zu wollen. Ich bin sehr gespannt, wie das gelöst wird.

Gleichzeitig muss ich aber gestehen, habe ich ein bisschen Angst, was Staffel 3 angeht… denn das Finale von Staffel 2 ist einfach nur unglaublich. Ich will hier nichts spoilern, aber da passieren so viele Dinge mit Grogu, mit Mando, mit allen anderen Charakteren, das ist der Wahnsinn… und ich frage mich wirklich ein wenig, wie das die dritte Staffel beeinflussen wird. Denn: so viel kann ich verraten, mit allem, was im Finale passiert, wird Staffel 3 nicht mehr einfach nur die Geschichte von Mando und dem Kind sein, sondern etwas sehr, sehr viel größeres. Noch kann ich mich aber nicht entscheiden, ob ich das gut oder schlecht finde.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Star Wars war schon lange nicht mehr so aufregend und spannend)

8 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    23. Dezember 2020 09:51

    Dazu kann ich nur sagen: Ja, genau!

    Großartig fand ich übrigens in Staffel 2, dass diverse Imperiale eine Sprechrolle hatten und ihre Weltsicht darlegen konnten. Sachen wie „Auf Alderan waren nur Terroristen“ oder „Freiheit ist Chaos – Ordnung fetzt“ oder „Ich habe auf dem Todesstern gedient“ Das fand ich richtig gut.

    The Mandalorian war großartig und auf Staffel 3 freue ich mich sehr. Die Mando-Story mit Grogu ist fertig erzählt, deswegen ist der neue Fokus richtig geil. Ich frage mich ob sie die Erwartungen erfüllen können, die sie selbst geweckt haben.

    • donpozuelo permalink*
      23. Dezember 2020 13:23

      Das finde ich halt interessant, wie sie jetzt weiter verfahren. Grogu haben sie uns immerhin 2 Staffeln als was Wichtiges vorgesetzt. Ihn jetzt zu verlieren, fände ich ehrlich gesagt, ziemlich blöd.

      Dennoch bin ich auch gespannt, wie es weitergeht. Mit den 3 zusätzlichen Serien 🙈

  2. 23. Dezember 2020 16:04

    Und alle Star Trek Fans schauen etwas neidisch zu Star Wars rüber…. :/

    • donpozuelo permalink*
      23. Dezember 2020 17:35

      😅 Ist es bei Star Trek so schlimm? Da wuseln doch auch gerade gefühlt zig Serien rum. Keine davon irgendwie gut?

      • luzifel permalink
        24. Dezember 2020 12:41

        Nein, keine ist gut.. Picard hat mich in Folge 1 verloren. Bei Discovery wurde Staffel langsam besser und Staffel 3 habe ich nur eine Folge gesehen. Die war nett und selbstironisch. Das war okay, aber nicht gut. Ich habe mal gehört, dass die Serien von Star Trek erst ab späteren Stafffeln was taugen. Die Geduld habe ich allerdings nicht.

        • donpozuelo permalink*
          25. Dezember 2020 07:01

          Ich war nie ein großer Trekkie. Discovery fand ich eigentlich nicht schlecht. Aber über Staffel 1 bin ich dennoch nie gekommen

      • 28. Dezember 2020 21:26

        Discovery hat immer mal wieder gute Ansätze, macht sich dann aber vieles wieder selbst kaputt, was auf Dauer echt frustrierend wird. Die beiden anderen habe ich wegen fehlendem Prime bisher nicht gesehen, aber auch da verheißen die Kritiken wenig gutes.

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