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Wer wird millionenschwer???

31. März 2009

„Slumdog Millionaire“ – der große Film der Oscar-Nacht. Nun durfte ich ihn endlich auch sehen. Erster Eindruck: klasse. Toller Film, der verdient mit so vielen Oscars überschüttet wurde.

Erzählt wird die Geschichte von Jamal Malik, der bei der indischen Version von „Wer wird Millionär“ mitspielt und dabei auch noch richtig fett abräumt. Da kommen in dem Moderator Fragen auf wie zum Beispiel: „Wie kann ein Slumkind alle Fragen wissen?“. Jamal wird verhaftet und des Betrugs beschuldigt. In seinem Geständnis erfährt der Polizist (und der Zuschauer), dass jede Antwort etwas mit Jamals Leben zu tun hat.

„Slumdog Millionaire“ ist ein Film für Freunde des nicht-linearen Films. In zahlreichen Rückblenden erzählt Jamal von seinem Leben mit seinem Bruder Salim und seiner großen Liebe Latika, wegen der er überhaupt erst in der Show mitmacht.

Die erste Hälfte des Films ist absolute Spitze. Es stimmt einfach alles: die Laiendarsteller sind top, die Bilder sind erschreckend realistisch und eindringlich (vor allem die Slums von Mumbai), der Soundtrack (von einem der besten Bollywood-Musikproduzenten gemacht) ist mitreißend und wohl den Kauf der CD wert. Die Geschichte zweier kleiner Jungen im Slum ist manchmal witzig, manchmal tragisch, aber immer fesselnd.

Der zweite Teil dagegen – Jamal ist älter und auf der Suche nach Latika – ist nicht ganz so mitreißend wie der erste Teil, aber Jamals Suche nach Latika ist immer noch spannend. Hinzu kommt dann wieder sein Bruder Salim, der für einen Mafiaboss arbeitet.

Wer bei „Slumdog Millionaire“ Bollywood-Kino erwartet, wird enttäuscht. Anders als in den Bollywood-Filmen zeigt der Film das Elend der Slums. „SM“ ist damit wesentlich realitätsnaher als Bollywood es jemals ist (aber auch nicht unbedingt sein will). Dennoch scheint es so, als wollte Danny Boyle unbedingt auch Bollywood in seinem Film haben. Und so – soviel kann ich an dieser Stelle verraten – wird im Abspann auch getanzt. (Leider, bei weitem nicht so gut, wie man es aus Bollywood-Filmen sonst gewohnt ist)

Wertung: 8 von 10 Punkten (spannender Film mit tollen Darstellern, tollen Bilder Indiens, viel Komik, viel Tragik und jeder Menge geiler Musik – fast so gut wie Bollywood selbst)

3 Kommentare leave one →
  1. 1. April 2009 18:28

    Im Großen und Ganzen kann ich dir nur zustimmen. Meiner Meinung nach kann auch die zweite Hälfte des Films die Spannung halten, vielleicht war eine Steigung auch nicht mehr möglich…

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