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Die Abenteuer von Sky-Guy und Snips

10. Februar 2021

„Star Wars“ hat mittlerweile echt ein Problem. Erst vor kurzem offenbarte Daisy Ridley in einem Interview, wie planlos es eigentlich wirklich hinter den Kulissen der Sequel-Trilogie zuging: Anfangs war schon noch geplant, dass sie mit Obi-Wan verwandt sein sollte, dann machte „Star Wars 8“ aus ihr einen Niemand, nur damit sie in „The Rise of Skywalker“ plötzlich zur Enkelin des Imperators wurde, den man irgendwie aus dem Hut zauberte, um das Ganze zu retten. Wie der Imperator zustande kam, wurde dann auch erst im Roman zum Film so halbgar erklärt: Er sei einfach ein Klon. Aha… okay… Wahnsinn. Mittlerweile habe ich echt das Gefühl, dass im Star-Wars-Universum alles, was man in den Filmen irgendwie versaut hat, durch Comics, Bücher oder neue Serien ausgebessert wird. Aber ich will die Filme sehen und sie auch so mögen. Ich will nicht noch tausend extra Bücher oder Comics lesen müssen.

Doch jetzt habe ich mich dazu breitschlagen lassen, etwas von diesem ganzen zusätzlichen Star-Wars-Lore aufzunehmen… nicht zuletzt auch deswegen, weil nach dem Ende von „The Mandalorian“ Staffel 1 plötzlich für Staffel 2 zig Charaktere aus „The Clone Wars“ angekündigt wurden. Das hat mich geärgert… jetzt wird aus dieser neuen Geschichte doch wieder etwas gemacht, das mit allem verbunden sein muss… und am Ende wahrscheinlich auch noch versucht, die Sequels weiter auszubauen (man könnte ja in „The Mandalorian“ erklären, wie es zum Aufstieg des Imperators und der Ersten Ordnung kam).

Naja… mal schauen. Auf jeden Fall habe ich mir dann mal doch „The Clone Wars“ vorgenommen. Und wurde da schon vor ein Problem gestellt: Wie guckt man das bitte eigentlich? Die Folgen, der insgesamt 7 Staffeln, wurden nicht immer in richtiger Reihenfolge veröffentlicht und selbst mit Disney+ ist da niemand auf die Idee gekommen, die Chronologie mal zu richten. Also musste mir das Internet helfen… und so fing ich dann mit Folge 16 aus Staffel 2 an, sprang zu Folge 16 von Staffel 1, guckte dann den Clone-Wars-Kino-Film, bevor es dann zur ersten Folge von Staffel 3 ging und und und… das war schon ein kleines Abenteuer an sich. Auch ein wenig nervig, aber es war ertragbar. Irgendwann, wenn man die Serie so guckt, legt sich das Ganze auch.

Auf jeden Fall war ich von Anfang an doch recht überrascht von der Serie. Und noch mehr überrascht, dass ich positiv überrascht gewesen bin. Als jemand, der mit den Star-Wars-Prequels nicht so wirklich warm geworden ist, war „The Clone Wars“ eine Geschichte, die mich sehr fasziniert hat. Angesiedelt zwischen Episode 2 und 3 erleben wir hier halt noch einen kämpferischen Anakin Skywalker, der mit seinem neuen Padawan Ahsoka Tano in den Klon-Kriegen kämpft.

Zuallererst will ich mal sagen, dass James Arnold Taylor, der Obi-Wan spricht, es verdammt gut versteht, mich in dem Glauben zu lassen, ich würde Ewan McGregor hören. Aber eben auch Skywalker ist toll inszeniert – auch wenn seine Beziehung zu Padme in der Serie fast in den Hintergrund gerät, die er kaum sieht. Dafür hat er eine neue Frau an seiner Seite: Die Einführung von Ahsoka als neuen Charakter ist der Serie wunderbar gelungen. Sie stiehlt den altbekannten Charakteren gekonnt die Show, ohne diese dabei irgendwie unwichtig wirken zu lassen.

Was mich aber an der Serie wirklich fasziniert hat, ist die Tatsache, dass es George Lucas und Dave Filoni schaffen, den Klonen ihre Geschichten zu geben. Klar, Captain Rex gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Star-Wars-Lore, aber er und seine Klon-Brüder werden in dieser Serie zu starken Charakteren mit aufregenden Geschichten – von Deserteuren bis hin zu defekten Klonen, die schon eine Vorahnung auf die Order 66 geben.

Abgesehen von ein paar langweiligen Geschichten (wenn R2D2 und C3PO für Padmes Party einkaufen gehen oder Jar Jar Binks irgendwelches Zeug macht), ist „The Clone Wars“ mit starken Stories bestückt, die meist immer in kleinen Trilogien zusammengefasst sind. Dabei erfüllt Dave Filoni die Welt von Star Wars mit vielen aufregenden Erzählungen und Welten. Was den Sequels fehlt, ist das, was „The Clone Wars“ unfassbar gut macht: Die weit, weit entfernte Galaxie mit den unterschiedlichsten, faszinierenden Planeten und Wesen zu bevölkern. Das ist toll… man entdeckt immer wieder etwas Neues. Und selbst bei dem, was wir schon kennen, fügt Filoni mit seinem Team etwas Neues dazu. Allein Coruscant mit seinen gefühlt tausend Ebenen – das ist beeindruckend.

Beeindruckend ist auch, dass „The Clone Wars“ wirklich Krieg behandelt. Wenn „Rogue One“ gerne als erster Kriegsfilm im Star-Wars-Universum bezeichnet wird, ist das nach „The Clone Wars“ fast schon albern. Denn was die Serienmacher hier teilweise für grandiose und aufregende Schlachten abliefern, ist unglaublich. Die Schlacht auf Umbara in Staffel 4 bleibt für mich eines der Highlights der Serie. Aber auch die Lichtschwert-Kämpfe sind stark.

Dazu füllt die Serie hier und da gekonnt ein paar Lücken auf, erzählt uns ein wenig mehr über die Ursprünge der Macht und erweist sich als sehr lehrreich, wenn man wirklich mal ein bisschen mehr über die Welt von Star Wars lernen möchte (ohne dabei alle Bücher lesen zu müssen).

„Star Wars: The Clone Wars“ ist eine beeindruckende Serie, die teilweise wirklich sehr erwachsen und auch düster mit einigen Themen umgeht. Die ganze Story rund um Darth Maul, die man vor „Solo: A Star Wars Story“ schon hätte kennen müssen, ist aufregend und so gut, dass es schon ärgerlich ist, dass wir das nicht in den Filmen gesehen haben. Aber gut, man kann ja nicht alles haben.

Die sieben Staffeln von „The Clone Wars“ kann ich als Star-Wars-Fan mit Abneigung für all den ganzen zusätzlichen Quatsch doch durchaus empfehlen – was mich halt, wie schon gesagt, selbst sehr überrascht hat.

Wertung: 8 von 10 Punkten (spannende Geschichten aus dem Star-Wars-Universum, die teilweise sehr viel kinoreifer sind als das, was wir so im Kino zu Gesicht bekommen haben)

8 Kommentare leave one →
  1. 10. Februar 2021 07:50

    Spannend, was du über den Krieg hinter den Kulissen der Filme schreibst. Das hatte ich so noch nicht gelesen. Die Serie klingt auch gut. Bin eh auf der Suche nach etwas, das ich mit den Kids schauen kann. Aber Disney+? Hmm mal sehen. Und dann noch nicht chronologisch? Was soll denn das? Ich glaube das ist mir zu viel Arbeit.

    • donpozuelo permalink*
      10. Februar 2021 08:57

      Ja, es klingt schon echt sehr absurd, was da hinter den Kulissen abgelaufen ist.

      Und ja, das mit der Chronologie nervt wirklich sehr. Dennoch eine coole Serie, die Star Wars wirklich sehr gut belebt.

      Ich bin mittlerweile ganz froh, Disney+ zu haben. Das wird ja jetzt ab Februar auch noch durch den „erwachseneren“ Zusatz Star erweitert. Da kommt dann auch Scrubs, Akte X und alles mögliche an Filmen und Serien hinzu. Nur originales Zeug haben sie nach wie vor nicht so viel…

      • luzifel permalink
        11. Februar 2021 20:39

        Die sind nicht chronologisch?! Kein Wunder, dass ich die Serie nicht verstanden habe.. Meine Fresse, ich dachte das liegt an mir.. Verdammte Axt, vielleicht gucke ich die dann doch noch irgendwann mal rein.

        Wenn du mit Clone Wars durch bist, guck mal bei Star Wars Rebels rein. Die hat mir sehr gefallen und schlägt in eine ähnliche Kerbe. Und nebenbei taucht irgendwann zwischendurch Vader auf und die Rebellen die das überleben, rennen nur noch schreiend um ihr Leben. Angemessen. Sehr angemessen. Und die Story von Maul wird da auch zu Ende erzählt.

        • donpozuelo permalink*
          12. Februar 2021 15:13

          Jupp. Es gibt im Netz ne Auflistung, wie du die Folgen gucken musst, damit sie chronologisch eigentlich Sinn ergeben. Ist echt sehr dumm und macht das Gucken etwas kompliziert, aber so hat man wenigstens alle Zusammenhänge.

          Und ja, an Rebels bin ich natürlich direkt dran 😁

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