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Unendliche Weiten ft. Beastie Boys

20. Juli 2016

Ich kenne mich ja wirklich überhaupt nicht gut mit „Star Trek“ aus (ich war immer ein Kind der Macht!), aber ich habe mir eines über die Filme-Reihe sagen lassen: Angeblich sind immer nur die Filme mit gerader Zahl im Titel die guten, die mit ungerader Zahl eher schlecht. Nun, wenn ich jetzt so auf meine bescheidenen Kritiken zu den beiden einzigen Filmen der „Star Trek“-Reihe schaue, dann scheint das tatsächlich zu stimmen: J.J.Abrams Reboot von 2009 fand ich so mittelprächtig, während ich „Star Trek Into Darkness“ ja wirklich sehr mochte (ja, trotz lense flares). Entweder weil J.J.Abrams ein cleveres Kerlchen ist oder weil er mit „The Force Awakens“ doch ein bisschen mehr zu tun hatte (oder beides), gab er die Regie für den dritten Teil der Reboot-Reihe: Ist ja immerhin eine ungerade Zahl, der Film kann also nicht so gut werden wie sein Vorgänger. Aber vielleicht hat der alte Zahlenmystiker Abrams (also dank „LOST“ müsste er sich ja mehr als gut auskennen) da noch ein bisschen weiter gedacht: Wenn man nämlich alle „Star Trek“-Filme – vom ersten an – mitzählt, dann ist der dritte Teil des Reboots gleichzeitig auch der dreizehnte Teil der gesamten Reihe. Also zweimal ungerade und dann noch die 13… schlechter können die Chancen für „Star Trek Beyond“ doch nun wirklich nicht stehen, oder?

Und so ungern ich an Zahlenmystik und so etwas glauben möchte, aber der Fluch der ungeraden Zahlen scheint sich auch mit „Beyond“ nicht großartig zu verändern. „Star Trek“-Neuling Justin Lin, der man der „Fast and Furious“ wieder ordentlich furios gemach hat, soll die Enterprise nun in neue, unbekannte Welten schicken… und hier treffen Kirk (Chris Pine) und sein Crew gleich auf den bösen Krall (Idris Elba), der die Enterprise auf einem unbekannten Planeten zum Abstürzen bringt, weil an Bord ein einzigartiger Artefakt lagert, den Kraal für seine bösen Pläne benötigt. Ohne Schiff muss die Crew nun nicht nur gegen Krall kämpfen, sondern auch einen Weg finden, sich und die Föderation zu retten.

Weg gegangen, Platz gefangen…

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so wirklich, wo ich bei „Star Trek Beyond“ eigentlich anfangen soll… ich kann nur noch einmal wiederholen, dass der Fluch der ungeraden Zahlen auch vor diesem Film nicht Halt gemacht hat. Und da gibt es so viel, was in diesem Film einfach nicht wirklich funktioniert hat. Vielleicht fangen wir beim Allgemeinen an: Der Film hat sich weniger wie ein Film angefühlt, sondern wie so eine dieser etwas uninspirierten Füll-Episoden, die eine lange Staffel so mit sich bringt. Die Geschichte ist platt, flach und bietet kaum große Abwechslung. Fremder Planet, Bruchlandung, ein bisschen kämpfen, ein bisschen verzweifeln, ganz schnell und spontan doch noch eine Lösung finden, ein bisschen Beastie Boys und fertig ist „Star Trek Beyond“. Mehr darf man leider wirklich nicht erwarten. Dem Ganzen fehlte einfach der Kick, eine wirkliche Bedrohung… aber die kann letztendlich auch nur existieren, wenn man mit den Charakteren mitfiebert.

Was Lin leider nie so wirklich hinbekommt, ist eben dieses Mitfiebern. Was meiner Meinung nach zwei Gründe hatte: 1) wir bekommen nie einen wirklichen emotionalen Bezug. Eine halbgare Vater-Problem-Geschichte für Kirk, die kaum tiefer beleuchtet wird (und das obwohl sich der Captain angeblich so verloren fühlt), eine bröckelnde Beziehung zwischen Spock (Zachary Quinto) und Uhura (Zoe Saldana), die darauf basiert, dass der alte Spock (Leonard Nimoy) gestorben ist. Aber ähnlich emotionsfremd wie Spock selbst behandelt Lin auch diese Geschichten. Aber vielleicht sollten wir Lin gar nicht die Schuld geben, sondern Drehbuchautor und Scotty-Darsteller Simon Pegg, der es irgendwie immer nur am Rande schafft, diese emotionalen Geschichten zu erzählen. Stattdessen reiht er einfach Ereignis an Ereignis, was uns zu Punkt 2 bringt… es besteht nie wirklich eine Gefahr. Unsere Helden geraten zwar immer wieder in scheinbar ausweglose Situationen, doch im letzten Moment hat jemand eine rettende Idee, der Zufall kommt ihnen zur Hilfe oder sie versuchen doch was Unmögliches und machen es möglich. Zwar alles irgendwie nett, aber irgendwann war es mir dann auch herzlich egal, weil ich genau wusste, in zwei Sekunden sagt eh irgendjemand wieder: „Okay, wir machen es doch so, wie ihr sagt!“ und oh Wunder, es funktioniert. Ein bisschen mehr Bedrohung, Verzweiflung, irgendwas hätte in Anbetracht dieses bösen Kralls ganz gut getan…

… obwohl Krall ja leider auch kein wirklich geiler Bösewicht war. In langweiligster Bond-Manier plaudert der stundenlang seinen Plan aus, schleppt dazu dann auch immer brav Uhura mit sich rum, damit sie auch ja alles mitbekommt. Krall ist von allen Bösewichten der Reboot-Reihe der blasseste, unspannendste und derjenige, den ich irgendwie am wenigstens verstanden habe… erst zum Schluss löst das Drehbuch das Ganze etwas auf, aber da ist es eigentlich schon zu spät.

Gut… aber Justin Lin kann doch wenigstens Action, oder nicht? Sagen wir mal, ja… die Action sieht nicht schlecht aus, wirklich tolle, heraus stechende Szenen liefert „Star Trek Beyond“ jetzt aber leider auch nicht. Vielleicht bin ich als Action-Fan wirklich schon so übersättigt, dass man mich nur noch schwer beeindrucken kann, aber das will ich nicht so ganz glauben, weil ich immer noch Spaß an guter Action haben kann. „Star Trek Beyond“ liefert aber auch nur eher Action-Durchschnitt… ein sehr wackelige Weltraum-Schlacht, ein bisschen Schießen, ein bisschen Martial-Arts… mehr nicht… da war Justin Lin in „Fast and Furious“ tausendmal besser.

„Star Trek Beyond“… ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Ich bin jetzt nun wirklich kein Trekkie, aber ich mochte, was Abrams mit dem Reboot erreicht hatte… nur mit diesem Teil verkommt das Ganze ein wenig zu etwas eintönigem Action-Gedöhns ohne Herz (und das obwohl die Gemeinschaft der Crew immer so hervorgehoben wird). Hoffen wir einfach mal, dass der Segen der geraden Zahlen den vierten Teil wieder besser werden lässt.

Wertung: 4 von 10 Punkten (allein für diese Beastie-Boys-Szene gehört Simon Pegg gehauen!!!)

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5 Kommentare leave one →
  1. 21. Juli 2016 08:50

    *grummel* 4 von 10 – ich muss ihn noch gucken, aber das kann gar nicht sein. OK ich bin ein hardcore Star Trek Fan und werde daher natürlich komplett neutral urteilen 😉
    Ich freu mich wie Bolle, auch wenn ich ihn vor Anfang August wahrscheinlich nicht gucken kann, aber ich hab schon jede Litfasssäule mit Poster fotografiert und freu mich wie ein Schneekönig.

    Star Wars ist gut aber ich bin und bleibe immer ein Trekkie 😉

    • donpozuelo permalink*
      21. Juli 2016 09:23

      Sorry… aber gut. Vielleicht wird er dir als echtem Trekkie ja wirklich besser gefallen. Wie fandest du denn die vorherigen Abrams-Filme?

    • donpozuelo permalink*
      21. Juli 2016 11:13

      Ist doch super… jedem seine Meinung 😀

Trackbacks

  1. Kritik: Star Trek Beyond – filmexe

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