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Xquisite und der magische Maik

3. Februar 2023

Ich habe Steven Soderbergh immer schon für einen der interessantesten Regisseure gehalten, der ja auch unglaublich viel herumexperimentiert, ganze Filme auch einfach mal selbst dreht und bei dem sich kaum mal was wiederholt. Er setzt immer darauf, neue Dinge auszuprobieren. Ein Film, vor dem ich mich immer etwas gesträubt habe, ist sein Stripper-Drama „MAGIC MIKE“. Jetzt, wo uns da schon der dritte Film ins Haus steht, wurde mir ans Herz gelegt, den Strippern doch mal eine Chance zu geben. Was ich getan habe… und einmal mehr hat mich Soderbergh überrascht.

Mike Lane (Channing Tatum) hat eigentlich große Pläne, will seine eigenen Möbel entwerfen… um aber an Geld zu kommen, arbeitet er zig verschiedene Jobs. Einer davon bringt ihm aber die meiste Kohle ein: Das Strippen im Xquisite unter der Führung von Dallas (Matthew McConaughey). Bei einem seiner anderen Jobs trifft Mike den jungen Adam (Alex Pettyfer). Die Beiden freunden sich an und Mike nimmt ihn eines Abends mit in den Strip-Club, wo Adam als „The Kid“ auch schon bald erste Erfolge feiert. Was seiner Schwester Brooke (Cody Horn) gar nicht passt… zumal Adam durch den Erfolg auch abzurutschen droht.

Dass das Ganze auf Channing Tatums eigener Karriere als Stripper basiert, muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden, oder? Deswegen kann ich gleich dazu übergehen, dass ich wirklich überrascht gewesen bin, dass dieser Film doch tiefgründiger ist als gedacht. Klar, es geht viel darum, halbnackte Männer tanzen zu sehen, aber es steckt schon auch noch mehr in „Magic Mike“. Im Vordergrund steht ein Mann mit großen Träumen, der alles dafür tut, um seine Pläne zu verwirklichen – das ist Mike. Es ist ein bisschen dieser urtypische „american dream“ – der hier auch immer wieder in Frage gestellt wird. Vor allem, wenn wir dann auch sehen, wie das schnelle Geld Leute runterbringen kann. Da haben wir dann Adam… der sich von dem Geld, den Frauen und leider auch den Drogen verführen lässt. Womit wir schlussendlich auch eine tragische Freundschaftsbeziehung im Mittelpunkt des Films haben, die mehr und mehr aus dem Ruder gerät. Mike ist gefasst, ist gut auf diese Welt vorbereitet; Adam dagegen nicht. Und der Film lotet dabei auch gut diese Untiefen der Schuldfrage aus. Ist es allein nur Adam, oder hätte Mike ihn besser vorbereiten müssen?

Wie gesagt, ich war nicht darauf vorbereitet, dass „Magic Mike“ wirklich immer wieder ins Dramatische kippt und eine Freundschaft auf die unterschiedlichsten Proben stellt. Da beweist sich ein Channing Tatum nicht nur als Schönling, sondern auch als guter Schauspieler. Aber gut, wegen der Schauspielerei sind wir ja nicht hier… wir wollen jetzt auch die muskelbepackten Schönlinge tanzen sehen. Da kommt es dem Film natürlich zugute, dass Tatum das schon mal gemacht hat… und meine Güte, der Junge kann sich bewegen. Die einzelnen Choreografien sind schon recht beeindruckend und die Herren liefern ordentlich ab.

Wir haben zwar einen großen Cast, zu dem dann auch noch Big Dick Richie (John Manganiello) gehört, Tarzan (Kevin Nash), Joanna (Olivia Munn) und und und… leider wird aus vielen der Nebenfiguren nicht wirklich viel gemacht. Mikes Stripperkollegen werden nicht wirklich näher beleuchtet. Seine komische Beziehung mit Joanna ist auch nie so richtig Thema, obwohl man auch daraus hätte mehr machen können. Im Fokus stehen halt wirklich Adam und Mike… und ein bisschen Matthew McConaughey. Der Mann ist King in diesem Film. Der hat eine Strahlkraft, die unglaublich ist. McConaughey geht einfach „all in“… und zieht hier auf seine ganz bestimmte Art und Weise sein Ding durch. McConaughey geht richtig auf in dieser Rolle als Stripper-Anführer und Frauen-Heißmacher.

„Magic Mike“ ist jetzt zwar kein Meisterwerk, aber am Ende doch ein Film, der so viel mehr ist als nur ein Film übers Strippen.

Wertung: 7 von 10 Punkten (weniger Gestrippe als gedacht 😀 )

Elora und ihr Gang

1. Februar 2023

Ich liebe „Willow“ von 1988. Was Ron Howard hier nach einer Idee von George Lucas geschaffen hat, ist ein wunderschöner Fantasy-Film, der bei mir natürlich auch ein bisschen nostalgisch verklärt betrachtet wird, weil ich das Ding als Kind rauf und runter geguckt habe. Aber „Willow“ hat ja auch alles, was es für spaßige Unterhaltung braucht: einen Underdog, an den niemand glaubt und der dann doch zum Helden wird. Einen Schwertkämpfer, der ein echter Rebell ist. Eine Prinzessin, die sich ihrer Mutter widersetzt und eine epische Reise mit tollen Action- und Kampf-Sequenzen. Als es hieß, man würde das Ganze jetzt als Serie fortsetzen, war ich echt skeptisch. Denn viele dieser Revivals taugen einfach nichts. Jetzt habe ich „WILLOW“ STAFFEL 1 gesehen und wurde in meiner Skepsis bestätigt.

Es sind Jahre vergangen, seit die böse Königin Bavmorda besiegt wurde. Mittlerweile ist ihre Tochter Sorsha (Joanne Whalley) Herrscherin. Ihre Tochter Kit (Ruby Cruz) soll demnächst mit dem Prinzen Graydon (Tony Revolori) vermählt werden, um die zwei Königreiche zu vereinen. Doch in der Nacht der Verlobungsfeier dringen unheimliche Wesen ins Schloss ein und entführen Kits Bruder, den Prinzen Airk (Dempsey Bryk). Um ihn zu befreien, macht sich Kit mit ihrer besten Freundin Jade (Erin Kellyman), Graydon und dem alten Kämpfer Boorman (Amar Chadha-Patel) auf den Weg… um Willow (Warwick Davis) zu finden, denn Willow weiß, wo Airk hingebracht wurde. Was die große Reise zum Problem macht, ist aber, dass Airks Geliebte Dove (Ellie Bamber) Kit und Co. gefolgt ist… und sich herausstellt, dass Dove in Wirklichkeit Elora Danan ist, die Willow nun auf ihre große Rolle im kommenden Kampf vorbereiten muss.

Auf dem Papier klingt die „Willow“-Serie erstmal gar nicht so schlecht. Aber nachdem ich die acht Episoden von Staffel 1 gesehen habe, muss ich leider sagen, dass die Umsetzung ziemlich miserabel ist. Das größte Problem besteht einfach darin, dass man Willow aus seiner eigenen Serie rausnehmen könnte und es würde nicht einmal groß auffallen. Im Film war Warwick Davis‘ sympathischer Zauberer-Anwärter im Mittelpunkt, jetzt darf er gerade mal eine Nebenrolle in seiner eigenen Serie spielen. Das tut einfach weh…

Es wird zwar gerade am Anfang der Versuch gestartet, ein bisschen auf die Nostalgie-Schiene zu kommen, aber das funktioniert nicht so richtig. Alte Sets werden nochmal wiederbelebt, aber letztendlich fehlt diesem Revival einfach der Willow-Faktor.

Was den alten Film super unterhaltsam gemacht hat, ist in der Serie nicht wirklich vorhanden. Und da weiß ich echt gar nicht, wo ich anfangen soll. Der Humor ist absoluter Kinderquatsch… es gibt zum Beispiel eine Folge, in der Kit und Willow von Trollen entführt werden. Nur sind diese Trolle auf einmal so merkwürdig anti-autoritäre Wesen, die auch noch mit normaler Stimme sprechen, was einfach nicht zu ihrem Look passt – oder zu der Tatsache, dass sie in ihren Minen hunderte von Sklaven arbeiten lassen. Die Action-Sequenzen sind alberne Musik-Videos. In einer Trainingssequenz beispielsweise wird schön zu moderner Pop-Musik in stylischen Kamera-Fahrten gekämpft, was irgendwie einfach nicht so richtig zusammenpasst. Das könnte ich aber theoretisch alles verschmerzen, immerhin gibt es eine Reise, wir haben ein paar nette Sets und auch ein paar schöne Landschaftsaufnahmen.

Das für mich größte Problem sind die absolut langweiligen Figuren, die keinerlei spannende Entwicklung mit sich bringen. Kit und Jade sind ein Paar, aber weil es Disney ist, wird sich da nicht getraut, das wirklich mal gut aufzubauen. Ein paar verstohlene Blicke müssen hier ausreichen, damit wir glauben sollen, dass die Beiden schwer in einander verliebt sind. Sorry, aber nein… funktioniert nicht. Dann lasst es ganz raus, wenn ihr es nicht ordentlich erzählen, sondern nur irgendwo einen Diversitätshaken in eurer Akte setzen wollt. Schade, da hätte man was draus machen können. Aber auch abseits davon wird es nicht besser. Elora ist erst verwirrt und kriegt nichts hin, aber im richtigen Augenblick kann sie dann auf einmal alles. Richtig skurril wird es dann, wenn auf einmal selbst Prinz Graydon seine Magie entdeckt – einfach weil man sonst storytechnisch nicht wüsste, wie man sich aus Lage XY befreien kann. Dazu kommt, dass mir die Figuren nicht hätten egaler sein können… weil abgesehen von Kit, die ihren Bruder retten will, hat keiner von denen so eine richtige Motivation, die ausgekostet wird. Klar, Jade geht wegen Kit. Elora wegen dem Prinzen, aber es fühlt sich alles sehr forciert an. Das ist keine Gefährtengruppe, die sich organisch findet… man will einfach eine große Gruppe aufzustellen… schafft man zwar auch, aber wie gesagt, die Darsteller haben kaum wirklich was, womit sie arbeiten können und wirken dadurch einfach auch sehr steif. Um Warwick Davis tut es mir aber einfach am meisten Leid. Der ist halt einfach da… mehr nicht.

„Willow“ ist für mich eines dieser Beispiele, wo die Idee vielleicht ganz gut erschien, aber die Umsetzung einfach miserabel ist. Mir waren die Charaktere egal, die Bedrohungen waren nie wirklich unheimlich oder beängstigend, der Humor war einfach nur merkwürdig (eine Rätseltür stellt denen irgendwann so Singsang-Fragen und als sie nicht schnell genug antworten, kommt die Nachfrage wiederholt wie bei einer Telefon-Ansage). Es hat sich nie nach einer epischen Reise angefühlt, sondern nach einem schnell hingerotzten Etwas, das gerne eine spannende Abenteuer-Geschichte sein wollte.

Wertung: 3 von 10 Punkten (habe mich schon lange nicht mehr so dabei gequält, acht Episoden zu schauen)

Mission: Impossible – Indian Style

30. Januar 2023

Okay, Hinweis: Wenn ihr die Möglichkeit habt, einen indischen Film mit Star-Besetzung im Kino zu gucken, gönnt euch dieses Erlebnis. Ich habe jetzt in einem dieser Special Event Screenings die Rückkehr von Bollywoods König Shah Rukh Khan gesehen und muss echt sagen: „WOW!!!!“ Das war echt ein Ereignis, nicht nur weil sein neuer Film „PATHAAN“ wirklich absolut fantastisch ist, sondern weil ich noch NIE erlebt habe, dass ein Publikum so sehr mitgeht. Da gab es Schreie und Szenen-Applaus bei jedem einzelnen Darsteller, da wurde jeder Kampf bejubelt, da ging es einfach richtig ab. Das Publikum wurde so von diesem Film mitgezogen, dass es einfach gleich doppelt so viel Spaß gemacht hat, das Ganze zu schauen. Aber das funktioniert eben auch nur, wenn der Film gut ist, was „Pathaan“ definitiv ist.

Ein pakistanischer General will sich an Indien rächen und beauftragt den Anführer der Söldnertruppe „Outfit X“, Jim (John Abraham) damit, Raktbeej zu stehlen. Was genau das ist, weiß niemand so richtig, aber es ist eine gefährliche Bedrohung. Die indische Geheimorganisation JOCR bekommt von der ganzen Sache zum Glück Wind und setzt ihren besten Agenten Pathaan (SRK) auf Jim an… doch die Mission ist alles andere als leicht, weswegen Pathaan sich in Spanien mit der Agentin Rubina (Deepika Padukone) zusammenschließt.

Ich sage es noch einmal: „WOW“. Dieser Film ist die Wucht in Tüten… und schon der vierte Teil eines Franchise. Es gibt nämlich das sogenannte YRF Spy Universe, das seit 2012 existiert und in dem Schauspieler Salman Khan den Agenten Tiger spielt. Mit „Pathaan“ wird nun eine neue Figur in dieses Universum eingeführt, weswegen es überhaupt kein Problem ist, wenn man die anderen drei Filme nicht gesehen hat (obwohl ich nach diesem Film die anderen unbedingt mal nachholen will).

Was Regisseur Siddharth Anand hier dann abliefert, ist eine Mischung aus „Mission: Impossible“, „James Bond“ und „Fast and Furious“… aber auf so eine gekonnte Art und Weise, das man sich diesem großartigen Over-the-Top-Spektakel einfach nur willenlos hingibt und es genießt. Das Ganze fängt mit einer Action-Sequenz an, die grandioser und absurder nicht inszeniert hätte sein können. Pathaan befreit sich aus den Fängen von Kidnappern – aber nur echt mit wehendem Haar, perfekten und stylishen Zeitlupen, irrsinnigen Explosionen und coolen Fights, die teilweise auch echt brutal sind.

Und so geht es einfach weiter. Mit jeder neuen Situation erwarten einen neue Stunts, die die Physik vernachlässigen wie „Fast and Furious“, dabei aber so spektakulär aussehen wie bei einem gewissen Tom Cruise und uns dabei einmal um die ganze Welt bringen wie bei Mr. Bond. In Dubai treffen Jim und Pathaan zum Beispiel zum ersten Mal aufeinander, prügeln sich erst auf einem fahrenden Jeep, prügeln sich dann an einem zwischen zwei Hubschraubern hängendem Seil, bevor sie auf einem Truck landen und sich hier – natürlich auch wieder mit tollen, ästhetischen Zeitlupen – die Seele aus dem Leib prügeln. Und auch das ist nur die zweite große Action-Sequenz im Film.

Was ich damit sagen will: „Pathaan“ ist Action non-stop! Absurd, aber mit so viel Liebe fürs Detail gemacht, so rasant inszeniert (auch wenn es viele Zeitlupen gibt) und einem eigenen Rhythmus folgend, so dass aus all diesen Prügeleien die wildesten Choreografien werden. Es macht einfach absolut Spaß, dieser Action beizuwohnen, weil sie technisch perfekt inszeniert ist… und das aber auch immer mit einem Augenzwinkern. Hier wissen alle ganz genau, wie bescheuert das alles ist und sie feiern es so richtig ab. Wodurch wir als Zuschauer es noch mehr abfeiern können.

Die Story selbst ist dabei irgendwann gar nicht mehr so wichtig. Wir haben einen Bond-artigen Schurken, der aufgehalten werden muss. Das reicht. Mehr muss auch nicht sein, denn neben der Optik haben wir ein Schauspiel-Trio zur Verfügung, die nur so vor Energie platzen. SRK ist nach ein paar Jahren Ruhepause wieder zurück und besser denn je. Der Mann ist 57 und hat ein Six-Pack plus 2, bei dem selbst man Marvel-Mukki-Star neidisch werden dürfte. Gleichzeitig bringt SRK einfach diesen Charme mit, dieser Mann weiß ganz genau, wie er mit der Kamera zu spielen hat, wie er welche Emotionen auszulösen hat. Der perfekte Held zum Mitfiebern und Anfeuern. John Abraham ist als Gegner aber nicht weniger eindrucksvoll. Er hat diese Nonchalance, die so ein guter Schurke braucht. Gleichzeitig bekommt er auch die dramatischste Hintergrundgeschichte, bei der man ihn in seiner Rolle sogar ein bisschen nachvollziehen kann in seinem ganzen Hass. Deepika Padukone ist dann nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern eine ordentliche femme fatale, die ebenso gut zuschlagen kann wie ihre männlichen Stars.

„Pathaan“ ist ein Blockbuster, der einfach nur Spaß machen möchte, der es aber auch schafft, in den emotionalen Momenten so richtig den Schlag in die Magengrube abzuliefern. Wirklich toller Film! Für mich jetzt schon eines der Action-Highlights des Jahres… in dem zwischendurch auch mal getanzt wird (aber nicht zu viel, nur eine Sequenz recht am Anfang und dann im Abspann – ansonsten kriegt man halt Action satt).

Wertung: 9 von 10 Punkten (ich hatte den Spaß meines Lebens, dank großartigem Publikum und großartigem Film)

DFST 16: Cruella (aber in gut)

28. Januar 2023

Mit „Dornröschen“ zelebrierte Disney das erste Mal so richtig seine Schurken. Wir hatten ja auch schon die böse Königin, die böse Stiefmutter, die rote Königin – aber die sind mir alle nicht so extrem im Gedächtnis geblieben wie Maleficent. Eine tolle Figur, der nur ein bisschen mehr Tiefgang gefehlt hätte, was aber natürlich auch kontraproduktiv gewesen wäre, wollte man bei Disney ja schließlich Auroras Geschichte erzählen und nicht die der bösen Hexe. Aber egal, Maleficent ist super. Zwei Jahre nach der gemeinen Maleficent bescherte uns das Maus-Haus die nächste, nicht weniger großartige Schurkin in „101 DALMATINER“, nämlich Cruella De Vil.

Dalmatiner Pongo lebt mit seinem Haustier, dem Musiker Roger, in einer bescheidenen kleinen Wohnung in London. Eines Tages lernen Pongo und Roger die Hundedame Perdita und Anita kennen – und es ist Liebe auf den ersten Blick. Roger und Anita kommen zusammen und Perdita und Pongo bescheren den Beiden 15 wundervolle Hundebabies. Auf die hat dann ausgerechnet Anitas alte Schulfreundin Cruella ein Auge geworfen und setzt ihre beiden Handlanger Horace und Jasper an, die Welpen zu stehlen. Pongo und Perdita müssen nun alles daransetzen, ihren Nachwuchs zu retten.

Auch „101 Dalmatiner“ war nie wirklich in meinem Disney-Repertoire, sprich: Ich habe auch diesen Film jetzt so richtig zum ersten Mal gesehen (und keine Sorge, diese Offenbarung wird noch häufiger bei anderen Filmen dieser Reihe kommen). Trotzdem muss ich auch hier direkt sagen, ich fand den herrlich schön. Das fängt schon mit dieser Sequenz an, in der Pongo aus dem Fenster heraus, Hunde und ihre Begleiter beobachtet und Tierhalter und Tier sich sehr, sehr ähnlich sind. Wie die Zeichner damals dieses Sprichwort „Wie das Herrchen, so das Tier“ eingefangen haben, ist charmant und witzig. Das Zusammentreffen von Anita und Roger ist dann genauso liebevoll inszeniert und macht echt Spaß. Die Figuren sind nicht so übertrieben kitschig geschrieben, die große Liebe ist hier süß umgesetzt und das Warten auf den Nachwuchs durch Pongo und Roger ein lustiges Klischee von nervösen werdenden Vätern.

Doch dann kommt der grünen Rauch qualmende Teufel in Person von Cruella und reißt den Film an sich. Cruella in ihrer ganzen Form, in ihrer ganzen Art ist ähnlich fantastisch wie Maleficent. Im Gegensatz zur bösen Hexe ist Cruella aber nicht so stoisch-ruhig, sondern wie ein extravaganter, eingebildeter Wirbelsturm, der an niemanden außer an sich selbst denkt. Cruella und Maleficent könnten echt Schwestern sein, die zwar gleich böse, aber komplett gegensätzlicher Natur sind. Wenn ich mir dann jetzt die Original-Cruella anschaue und mir dann ins Gedächtnis rufe, was man mit dieser Live-Action-Version und Emma Stone versuchen wollte, gruselt es mich regelrecht. Wie man seine eigene Kreation so fehlinterpretieren kann und dabei versucht, etwas „Nettes“ draus zu machen, ist noch einmal mehr Beweis dafür, warum der „Cruella“-Film wirklich einfach nichts taugt. Denn Disneys Original-Cruella ist wunderbar fies und hinterhältig. Ich mochte hier auch sehr die beiden tumben Handlanger Horace und Jasper, die eine interessante Erweiterung von Cruellas Boshaftigkeit sind.

Mit solchen spannenden Antagonisten ist der Befreiungsversuch dann natürlich auch um so spannender. Wenn hier per Gebell-Netzwerk Informationen verteilt werden, wenn sich die unterschiedlichen Hunde zusammentun, um Pongo und Perdi zu helfen, ist echt schön. Hier punktet Disney dann vor allem mit dem alten Hund Colonel und Spion-Kater Tabby, der dann auch die Entdeckung macht, dass Cruella an die hundert Hundewelpen zusammengesammelt hat.

„101 Dalmatiner“ ist eine süße, witzige Hetzjagd, bei der die Komik echt gut sitzt… und ich bin auch hier wieder froh, dass man es auf einen Song beschränkt, der dann aber – Cruella gewidmet – wirklich auch schön in die Handlung eingebunden wird. Die Jagd nach den Hunden ist toll – auch hier wieder dank einer herrlich fiesen Schurkin.

Wertung: 9 von 10 Punkten (nicht umsonst einer der Disney-Klassiker schlechthin)

Mathematik ist der Horror!

27. Januar 2023

Im Horror-Bereich wird es eigentlich auch immer schwieriger und schwieriger mit wirklichen Innovationen zu locken. Man hat einfach schon so viel gemacht… aber gut, das ist korrekt für so ziemlich jedes Genre. Von daher müssen Filmemacher sich mit dem Altbekannten mal ein wenig anders austoben. Regisseur und Autor Brendan Muldowney hat sich daran mal versucht, serviert uns ein altes Haus mitten im Nirgendwo (natürlich), einen unheimlichen Keller (was sonst?) und eine Familie, die durch etwas Düsteres ins Chaos gestoßen wird (anders ginge es ja auch gar nicht). Seine kleine Neuerung im Film „THE CELLAR“ ist dabei aber, dass das Ganze was mit Mathematik zu tun hat…

Keira Woods (Elisha Cuthbert) und ihr Mann Brian (Eoin Macken) ziehen mit ihren Kindern Steven (Dylan Fitzmaurice Brady) und Ellie (Abby Fitz) in ein altes Haus… eines Abends als die Eltern noch arbeiten müssen, fällt der Strom aus. Panisch ruft Ellie ihre Mutter an, die ihr sagt, sie müssen doch einfach nur in den Keller gehen und die Sicherung wieder reindrehen… nur Ellie hat panische Angst und so begleitet ihre Mutter sie am Telefon: Es seien schließlich nur zehn Stufen… die wollen sie gemeinsam herunterzählen. Das Problem ist nur: Ellie zählt nach 10 einfach weiter und weiter und verschwindet dann auf einmal. Keira muss nun nicht nur ihre Tochter wiederfinden, sondern auch hinter das Geheimnis des neuen alten Hauses kommen.

Brendan Muldowney verfilmt hier mit „The Cellar“ offensichtlich seinen Kurzfilm „Ten Steps“ – zumindest klingen die storytechnisch recht ähnlich. Nur muss das halt für den Spielfilm ausgeschmückt werden… und hier merkt man dann auch wieder die Probleme. Das Ausschmücken funktioniert leider nicht so. Gerade im letzten Drittel wird „The Cellar“ dann doch recht albern und generisch – und dabei fand ich die Grundidee super spannend.

Wie schon erwähnt basiert der Horror in „The Cellar“ auf alten mathematischen Forschungen der Vorbesitzer, die sich ein bisschen mit Alchemie ausprobieren wollten. Dafür sind dann überall im Haus Symbole und Formeln versteckt, die es zu entschlüsseln gilt. Diesen Ansatz hätte Muldowney meiner Meinung nach viel mehr auskosten sollen. Die Konzepte der Mathematik und Alchemie, die hier als Beschwörungsformeln a la „Evil Dead“ rezitiert werden, um zum Bösen hervorzustoßen, sind echt interessant… aber leider lässt Muldowney das gesamte Gewicht der Geschichte auf Elisha Cuthbert lasten. Zwischendurch wird ein Mathematik-Professor dazu geholt, dessen Rolle aber sehr kurz gehalten wird. Aber gerade er hätte als so eine Art mathematischer Ghostbuster wirklich gut funktionieren können. Das hat mich dann irgendwie doch geärgert.

Trotzdem ist „The Cellar“ auf einfache Art und Weise unterhaltsam. Den „Haunted House“-Aspekt inszeniert Muldowney ziemlich solide. Es werden hier und da ein paar jump scares eingebunden und die üblichen mysteriösen Dinge, die man halt schon zig mal gesehen hat, passieren… aber es macht irgendwie doch Spaß. Elisha Cuthbert wirft sich voll und ganz in die Rolle der besorgten Mutter. Schade ist halt nur, dass „The Cellar“ sie uns mehr in Montagen bei der Recherche zeigt, als das wir wirklich viel Aktion sehen (aber da hätte der Mathematiker ja wieder ins Spiel kommen können).

Ein bisschen absurd wird das Ganze dann – wie schon erwähnt – im letzten Drittel. Da sieht man dann auch mehr, was die Mathematik hier so angestellt hat. Das wirkt leider (auch wenn das Konzept echt cool ist) recht albern und wird ein wenig überstrapaziert. Interessanterweise hatte ich bei den letzten paar Bildern (die ich nicht spoilern will) ein paar Flashbacks an „His Dark Materials“. Aber auch der Schluss zeigt durchaus Potenzial, das nur leider nicht so richtig genutzt wird… und wenn Muldowney es doch gemacht hätte, wäre „The Cellar“ ein etwas spannenderer und interessanterer Film gewesen. So ist er einfach nur nett…

Wertung: 5 von 10 Punkten (Mathe ist schon gruselig, hätte hier aber noch gruseliger sein können)

Die Konjunktion der Sphären

25. Januar 2023

Netflix hat es mit seiner „The Witcher“-Reihe gerade nicht so leicht. Erst erzählte ein ehemaliger Autor, dass im Schreiberstab der Serie sehr viele Leute dabei seien, die sich über die Bücher und / oder die Spiele der Reihe lustig machen. Wenig später verkündete ausgerechnet Henry Cavill seinen Ausstieg nach Staffel 3 der Serie und soll nun durch Liam Hemsworth ersetzt werden (irgendwie hoffe ich da immer noch, dass sie Geralt sterben lassen und Hemsworth einfach als neuen Hexer einführen). Allgemein merke ich auch, dass die Serie selbst doch nicht so sehr gefeiert wird, wie ich dachte, denn ich mag sie schon sehr gerne… und das sage ich als jemand, der auch „The Witcher 3“ ausgiebig gezockt und der alle Bücher gelesen hat. Aber gut… trotzdem versucht man bei Netflix weiterhin an dieser Fantasy-Welt von Autor Andrzej Sapkowski festzuhalten. Erst gab es den wirklich guten Prequel-Film „Nightmare of the Wolf“, jetzt erscheint mit „THE WITCHER: BLOOD ORIGIN“ eine weitere Prequel-Serie, die aber ihre Wirkung verfehlt.

Etwa 1000 Jahre vor den Ereignissen der eigentlichen Geralt-Ciri-Saga gibt es auf dem Kontinent noch keine Menschen und Monster. Elfen sind die Herrscher über das Land, das sich in drei Königreiche aufteilt. Bei einem Coup durch den Magier Balor (Lenny Henry) werden diese in einem zusammengefasst. Prinzessin Merwyn (Mirren Mack) wird als Kaiserin verkündet (die jedoch unter der Balor um ihr Leben fürchten muss und deswegen schon bald ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt). Balor lässt derweil überall im Land schwarze Monolithen aufstellen, mit deren Hilfe er in eine andere Dimension eindringen will, um Ressourcen und vor allem die Chaos Magie (ob Marvel da wohl bald wegen der Rechte an die Tür klopft???) für sich zu gewinnen. Dieser neuen Macht stellt sich eine kleine Gruppe von Rebellen gegenüber, zu der unter anderem Eile (Sophia Brown), eine Musikerin, die einst eine große Kriegerin gewesen ist, Fjall (Laurence O’Fuarain), der einstige Liebhaber von Merwyn und Scian (Michelle Yeoh), die Lehrmeisterin von Eile, gehören.

Es sind insgesamt nur vier Folgen, auf die sich „Blood Origin“ stützen kann… und man merkt am Ende: Die Story ist ziemlich mau. Es soll eigentlich von der Konjunktion der Sphären erzählt werden, etwas, das die Gamer und Leseratten schon kennen. Das ist der Moment, an dem sowohl die Monster als auch die Menschen auf dem Kontinent landeten. Das ist auch der Zeitpunkt, zu dem die ersten Hexer auftauchten, um – mutiert durch die harte Kräuterprobe – gegen Monster zu kämpfen. Da wäre es ja erzählerisch vor allem spannend, wie das Zusammentreffen zwischen Menschen, Elfen und Monstern wirklich ablief. Doch genau wenn es zu diesem Augenblick kommt, ist „The Witcher: Blood Origin“ vorbei. Das Spannendste an diesem Prequel wird einfach ignoriert. Ja, wir sehen die Entstehung des ersten Hexers überhaupt, aber auch diese Geschichte wird ziemlich schnell abgefrühstückt. Man bekommt die Kräuterprobe nicht wirklich erklärt, auch nicht, wie die Idee des Hexers ausgebaut wird, gar nichts. Am Ende von „Blood Origin“ ist man nicht schlauer als vorher, was den Mythos der Hexer an sich angeht. Damit verspielt diese Serie dann einfach mal ihr gesamtes Potenzial.

Stattdessen müssen wir mit dürftiger Elfen-Politik klarkommen und einer Rebellengruppe, die halt mal einfach irgendwie zusammengewürfelt wird. Dabei scheint den Machern Repräsentation wichtiger gewesen zu sein als tatsächlich gut ausgearbeitete Charaktere. Auf der einen Seite ist das natürlich toll, wie vielschichtig „Blood Origin“ sein möchte, aber auf der anderen Seite passiert mit diesen ganzen Figuren nichts. Sie sind so langweilig und eindimensional geschrieben, dass man sie schneller vergisst, als das man „The Witcher: Blood Origin“ sagen kann. Eine Michelle Yeoh geht zum Beispiel komplett unter. Sie bekommt ein, zwei Kampfsequenzen, obwohl selbst die insgesamt unter Cavill besser ausgehen haben, weil sie in „Blood Origin“ auch teilweise echt fies zerschnitten sind. Mirren Mack fand ich als Merwyn ganz interessant und da hätte man – gerade in Zeiten von „Game of Thrones“ und „House of the Dragon“ – eine spannende Story über Intrigen und Verrat draus machen können… aber so richtig ist das ja auch nicht Sinn und Zweck von „Blood Origin“. Also schustert man eine merkwürdige Story rund um Sophia Browns Charakter, verfehlt aber auch hier, ihr wirklich eine tiefgründige Story zu geben.

Am Ende habe ich auch nicht verstanden, warum wir in vier Folgen eine Gruppe von sieben Leuten brauchen. Jeder von denen allein hätte erstmal seine Episode kriegen müssen, um sie halbwegs gut vorstellen zu können. Wie gesagt, Potenzial steckt in all diesen Charakteren, nur die Zeit fehlt. Und das merkt man dann an den Entwicklungen der Figuren und auch an der Story. Über das schreckliche CGI der paar Monster, die man sieht, und die unspektakulären Kampfsequenzen legen wir lieber schnell den Mantel des Schweigens.

„The Witcher: Blood Origin“ braucht kein Mensch. Das fühlt sich leider wirklich nur wie pure Geldmacherei an, mehr nicht. Dabei ist gerade diese Konjunktion der Sphären eine der faszinierendsten Geschichten aus dem Hexer-Universum. Nur eben nicht in dieser Serie.

Wertung: 3 von 10 Punkten (unnützes Prequel, das eigentlich auch sein Thema ein bisschen verfehlt)

Im Rausche Hollywoods

23. Januar 2023

Damien Chazelle ist für mich ein bisschen schwierig. „Whiplash“, sein Spielfilm-Debüt, fand ich wirklich unglaublich stark. Danach kam mit „La La Land“ ein Film, dessen Hype ich nie so ganz verstanden habe. Der Film hat seine Stärken (die gerade in der Chemie zwischen Ryan Gosling und Emma Stone liegen), aber so wirklich umgehauen und begeistert hat mich das Ganze schlussendlich nicht. Sein nächster Film war dann „Aufbruch zum Mond“, ein Film über Neil Armstrong, in dem mir die Person Armstrong aber viel zu kurz kam und Ryan Gosling auch sehr fehl am Platz wirkte. Deswegen gestehe ich, dass ich auf Chazelles neuen Film „BABYLON“ gar nicht so viel Bock hatte – zumal die Kritiken, die aus den USA kamen, auch nicht sonderlich positiv gestimmt waren. Ich hab mir den Film dennoch angeschaut und war hellauf begeistert.

Manny Torres (Diego Calva) kommt 1926 nach Hollywood und möchte am Film mitarbeiten. Durch einen glücklichen Zufall gerät er an Schauspiellegende Jack Conrad (Brad Pitt), der Manny ins Film-Business einführt. Gleichzeitig erstrahlt mit Nellie LaRoy (Margot Robbie) ein neuer Stern am Hollywood-Himmel. Die aufstrebende Schauspielerin lernte Manny kurz bei einer wilden Party kennen und verliebte sich direkt in sie… doch bevor er sich darauf einlassen kann, wird das alte Hollywood durch das Aufkommen des Tonfilms aufgewirbelt und bringt die Leben von Manny, Jack und Nellie ordentlich durcheinander.

Ich will nichts beschönigen, deswegen sage ich es gleich vorweg: „Babylon“ ist eigentlich nichts anderes als „Singing in the Rain“ von 1952. Oder „The Artist“ von 2011. Chazelle nimmt sich ein Stück Hollywood-Geschichte und zeigt uns, wie der Stummfilm von Tonfilm abgelöst wurde und wie sehr die Stars der alten Zeit damit zu kämpfen hatten, in dieser neuen Welt klarzukommen. Das funktioniert in „Babylon“ am besten anhand von Brad Pitts Jack Conrad, der hier zu einer wirklich tragischen Figur wird – ist er doch zu Beginn des Films sogar auf Innovationen aus und scheitert dann an genau diesen. Brad Pitt war nie besser als in dieser Rolle. Er ist wirklich absolut großartig, zeigt sein komödiantisches Talent, zeigt sich verletzlich. Seine Performance allein ist schon super.

Dazu kommt aber noch die ganze Manny-Story, die sich anfühlt wie ein Scorsese-Film. Man nehme Henry Hill aus „GoodFellas“ oder Sam Rothstein aus „Casino“ oder auch Jordan Belfort in „The Wolf of Wall Street“ – das ist Manny, der sich aus dem Dreck hocharbeitet. Diego Calvas steht hier neben den ganzen großen Namen des Business echt seinen Mann und muss sich nicht verstecken. Gerade durch Manny erleben wir alle Untiefen des Filmgeschäfts, sehen die schönen und die dreckigen Orte der Traumfabrik. Und mit Margot Robbie, die sich hier die Seele aus dem Leib spielt, haben wir dann die klassische Aufsteiger-Story.

Damien Chazelle verknüpft in „Babylon“ diese drei Schicksale mit einem historischen Hintergrund und präsentiert das, als wenn Baz Luhrmann zu viele Drogen genommen hätte. Allein die Eröffnungssequenz ist grandioser Overkill. Chazelle lässt uns eine Hollywood-Orgie in den schrillsten Farben, mit den wildesten Kamerafahrten und One-Takes erleben, in der sich alles dem Rhythmus der Musik ergibt. Das ist ein Einstieg, bei dem man mit schwitzigen Händen im Kino hockt und sich einfach nur willenlos diesem perfekt orchestrierten Chaos ergibt. Hier in diesen ersten dreißig Minuten wird sich dann wahrscheinlich auch schon das Publikum spalten… weil das ist schon ein gewagter Einstieg, der tatsächlich auch ein klein wenig plakativ wirkt, wenn man sich den Rest des Films dann anschaut.

Nach dieser Orgie geht nämlich die eigentliche Handlung erst los. Die Orgie ist quasi nur der Punkt, an dem die Schicksale unserer drei Protagonisten kurz zusammenlaufen und Schicksal / Zufall sie einander vorstellt. Danach zelebriert Chazelle dann das Filmemachen, und sowas liebe ich ja eh immer. Wenn er uns zeigt, wie Jack Conrad als großer Star epische Schlachtensequenzen dreht oder wie Nelly an einem Ort, wo sechs Filme gleichzeitig gedreht werden, klarkommen muss, atmet das diesen besonderen „Behind the scenes“-Flair. Später kommen dann die Probleme des Tonfilms dazu und hier zeigt sich dann, wie gekonnt Chazelle das in Szene setzt. Hier gibt es viel Slapstick, viel Comedy – durch Bilder, aber auch durch den Ton an sich. Wo ich auch direkt sagen muss: „Babylon“ ist ein wirklich audio-visuelles Erlebnis mit tollen Bildern und einem großartigen Sounddesign und Soundtrack. Gerade der Soundtrack, der Swing und Jazz mit modernen Mitteln verbindet, ist grandios… störend ist da nur dieses Liebesthema aus „La La Land“, das Komponist Justin Hurwitz hier einfach wiederverwertet und was mich jedes Mal ein bisschen aus der Story gerissen hat.

Davon aber mal abgesehen ist „Babylon“ wirklich ein Monster von einem Film, das wirklich alle Höhen und Tiefen seiner Charaktere auslotet. Was anfängt, als rasante Hollywood-Komödie wird im Verlauf des Films immer ernster und düsterer… vielleicht auch etwas zu pessimistisch, wenn man sich die einzelnen Schicksale so anschaut, aber es funktioniert in der Welt von Chazelle und es passt.

Darstellerisch ist „Babylon“ von vorne bis hinten großartig besetzt (Tobey Maguire liefert eine Performance ab, die nur recht kurz ist, aber definitiv im Gedächtnis bleibt). Visuell ist „Babylon“ ein Highlight, weil die Kameraarbeit, die Sets, die Kostüme – all das ist einfach nur der Hammer. Der Sound ist großartig, der Soundtrack spitze. Die 3 Stunden verfliegen wie Nichts und man hat auch gar keine Zeit, mal Luft zu schnappen, weil Chazelle wie ein Wirbelwind durch diese Ära fliegt. „Babylon“ ist ein beeindruckender Film über Film, über Hollywood, der Spaß macht, der bedrückt, der nachdenklich macht. Chazelle liefert endlich mal wieder so richtig ab.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Damien Chazelle liefert Kino fürs Kino übers Kino)

Random Sunday #101: The Dark Tower 1 – The Gunslinger

22. Januar 2023

The man in black fled across the desert, and the gunslinger followed“… mit diesem berühmten Satz fängt sie an: Rolands Reise zum Dunklen Turm und meine Reise mit Roland. Schließlich habe ich mir ja für 2023 vorgenommen, Stephen Kings großen Fantasy-Epos zu lesen (nicht etwa, weil „Midnight Mass“-Mastermind Mike Flanagan gerade stolz verkündet hat, dass er die Rechte für die Reihe hat und das Ganze gemeinsam mit amazon wohl schon bald verfilmen will – was nach dem furchtbaren Film mit Idris Elba und Matthew McConaughey dringend nötig ist), sondern weil „THE DARK TOWER“ schon lange an mir nagt.

In meiner frühesten Stephen-King-Phase habe ich ja wirklich alles von diesem Mann verschlungen, was ich in die Hände kriegen konnte. Irgendwann war da auch „The Dark Tower“ dran. Nur es kam das gleiche Problem auf, wie mit jeder noch nicht abgeschlossenen Fantasy-Reihe – ich blickte irgendwann nicht mehr durch. Ich weiß, dass ich bis Band 4 „Wizard and Glas“ gekommen bin (der erschien 1997), danach dauerte es aber bis 2003, bis endlich Band 5 „Wolves of Calla“ rauskam. Da war ich dann so verloren, dass ich aufgab. Das nagt seither an mir… und die Flanagan-Ankündigung hat mir nun nur noch einmal vor Augen geführt, dass da noch etwas auf mich wartet – quasi mein „ka“, meine Bestimmung (als eingesessener King-Fan).

Lange Rede, kurzer Sinn: Jetzt geht’s los – mit Band 1 „THE GUNSLINGER“, in dem wir diesen Revolvermann Roland kennenlernen, den letzten seiner Art, der nicht nur den Mann in Schwarz verfolgt, sondern auch sein eigentliches Ziel, den Dunklen Turm zu erreichen.

Band 1 ist genau das, was es für den Start einer großen Reise braucht. Bestehend aus 5 Kapiteln, die King vor der eigentlichen Veröffentlichung als Kurzgeschichten rausgebracht hatte, erfahren wir ein bisschen mehr von diesem Revolvermann und vor allem von dieser Welt namens „Mid-World“, die einer post-apokalyptischen Western-Welt gleicht (ein bisschen wie „Mad Max“, nur ohne die Autos). Doch diese Welt ist irgendwie auch etwas komisch, weil sie mit unserer in bestimmten Punkten verbunden zu sein scheint, so wird etwa gerne der Beatles-Song „Hey, Jude“ gesungen oder es tauchen auf einmal irgendwo alte U-Bahn-Netze auf… oder ein tatsächlicher Junge namens Jake Chambers taucht, nachdem er in seiner (unserer) Welt umgebracht wurde (durch den Mann in Schwarz) in Mid-World auf und begleitet Roland.

Was King in den ersten fünf Kurzgeschichten schafft, ist schon mal ein gutes World-Building, das wirklich Lust auf mehr macht. „The Gunslinger“ erzählt uns dabei von den Merkwürdigkeiten dieser Welt und von den Abenteuern, die Roland und Jake gemeinsam bestehen müssen. Das ist alles noch recht simpel gehalten: In der Stadt Tull richtet Roland ein Massaker an, als religiöse Fanatiker sich auf ihn stürzen. Durch ein dämonisches Orakel wird Roland prophezeit, dass er drei Wegbereiter finden muss (was dann auf Band 2 „The Drawing of the Three“ hindeutet). Anschließend gibt es eine „Indiana Jones und der Tempel des Todes“-Sequenz, bei der Roland und Jake durch ein unterirdisches Schienensystem reisen und gegen Mutanten kämpfen, bevor es zu einem Zusammentreffen mit dem Mann in Schwarz kommt.

Band 1 ist recht standard-mäßig, wie ein Road-Movie. Unser Revolvermann bewegt sich von A nach B, muss seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Fertig. King nutzt diese Zeit, um hier und da mal ein bisschen in die Vergangenheit von Roland zu tauchen, in der wir die Traditionen der Gunslinger kennenlernen und von Gilead erfahren, dem Ort, an dem Roland aufgewachsen ist. Allerdings macht Stephen King im ersten Teil seiner Saga gekonnt nur ein paar Andeutungen, was Roland angeht, was seine Welt angeht und vor allem, was den Dunklen Turm und den Mann in Schwarz angeht. Aber es reicht aus, um tatsächlich angefixt zu sein, um nach mehr zu lechzen.

Roland als Figur wird für mich in diesem ersten Band schon spannend genug aufgebaut, dass ich mehr von ihm wissen will. Auch der ganze Ritus rund um die heranwachsenden Revolvermänner und was es mit dieser Gesellschaft von Gilead auf sich hat, fand ich faszinierend. Wie King hier Western und mittelalterliches Rittertum vermischt macht, ist wirklich mal was anderes.

Viel mehr gibt es dann aber zum ersten Band auch nicht zu sagen. Der Junge Jake ist jetzt kein so sonderlich stark ausgebauter Charakter, der Mann in Schwarz in ein schönes Mysterium, das – auch wenn es am Ende ein paar Fragen beantwortet – ein Mysterium bleibt und mit jeder beantworteten Frage nur noch mehr Fragen aufwirft. Aber wie gesagt, genau richtig, um Lust auf mehr zu machen.

„The Gunslinger“ ist ein netter Happen, ein guter Köder, der mir eine große Welt, ein großes Abenteuer und ein großes Geheimnis (der Dunkle Turm) verspricht… und es dabei schafft, mich fast vergessen zu lassen, diese ganze Reise von Roland wirklich zu hinterfragen. „Jag‘ den Mann in Schwarz, Roland. Finde den Dunklen Turm!“ Warum das sein muss, ist mir erstmal egal, aber ich will mit dir den Turm bezwingen, koste es, was es wolle.

Der Spinnenmörder von Maschhad

20. Januar 2023

True Crime ist schon seit einiger Zeit ein Dauerbrenner, und ich muss gestehen, so ganz habe ich diese Faszination nie verstanden. Aber zig Serien (wie zuletzt ja auch „Dahmer“ auf Netflix), zig Doku-Serien (die vor allem das TV-Abendprogramm regelrecht beherrschen) als auch Podcasts und Zeitschriften zelebrieren das Interesse der Menschen an dem „unscheinbaren Menschen von nebenan“, der auf einmal zur Bestie wird. Für alle True-Crime-Fans gibt es jetzt tatsächlich auch mal wieder einen guten Film im Kino mit einem besonders absurd wirkenden Twist: „HOLY SPIDER“.

Der Film erzählt die Geschichte von Saeed Hanaei, der im Iran in der heiligen Stadt Maschhad vom August 2000 bis July 2001 16 Frauen, vorwiegend Junkies und Prostituierte ermordet hat. Weil er sie zu sich nach Hause lockte und dort tötete, nannte man ihn den Spinnenmörder. Angeblich wollte der Veteran des Iran-Irak-Krieges die Stadt säubern… und wurde dafür sogar von einigen Menschen gefeiert. „Holy Spider“ erzählt nun seine Geschichte aus der Sicht der Journalistin Arezoo Rahimi (Zar Amir Ebrahimi), die in Maschhad Nachforschungen anstellt, um den Spinnenmörder dingfest zu machen.

Saeed Hanaeis Geschichte wurde schon 2020 im iranischen Film „Killer Spider“ erzählt, doch über die Landesgrenzen hinaus kam der Film nicht. „Holy Spider“ ist da ein größeres Projekt und wird wohl für Dänemark auch an den Start bei den Oscars gehen (Regisseur Ali Abbasi ist Iraner, der in Dänemark lebt). Seine Premiere feierte der Film in Cannes 2022 und Ebrahimi wurde dort als Beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Ali Abbasi erzählt in „Holy Spider“ erstmal alles eigentlich recht nach Schema F. Wir haben unsere Ermittlerin und wir haben unseren Täter. Wir erfahren viel von diesem vermeintlichen Monster, das im „normalen“ Leben ein Familienvater und Ehemann ist. Abbasi zeigt uns einen Mann, der trotz seines guten Lebens verzweifelt wirkt. Er wünscht sich, dass er im Krieg gestorben wäre und dass er mehr für sein Land hätte tun können. Doch schon hier verfehlt „Holy Spider“ den Moment, mehr in die Psyche dieses Mannes einzutauchen. Was treibt ihn wirklich an? Woher kommt diese Wut, warum der Glaube, seine Stadt reinigen zu müssen? Es ist zwar letztendlich sehr offensichtlich, allein wegen des Handlungsortes, verallgemeinert aber auch ein wenig diesen religiösen „Wahn“. Der Kontrast zwischen Killer und Normalo hätte „Holy Spider“ in meinen Augen etwas besser ausarbeiten können.

Dabei hätte man natürlich auch gut die Rolle von Ebrahimi ausnutzen können, um mehr über ihn zu erfahren. Doch Abbasi erzählt mit seiner taffen Journalistin auch noch eine andere Rolle – nämlich die der Frauen im Iran und von deren Unterdrückung in so ziemlich allen Lebenslagen. Direkt am Anfang will man Rahimi ihr Hotelzimmer verweigern, weil sie allein reist. Erst als sie ihren Journalisten-Ausweis zückt, gewährt man ihr ein Zimmer. Sie wird immer wieder angefeindet, belästigt und nicht für ernst genommen. Dadurch bekommt „Holy Spider“ auch noch eine zweite Ebene, auf der der Film dann auch noch mehr das Setting ausnutzt. Allerdings geht Abbasi auch hier wieder relativ plakativ vor, ohne in die Tiefe zu gehen.

„Holy Spider“ ist trotz des Nörgelns hier und da ein wirklich spannender Thriller. Das Ganze lebt von der düsteren Atmosphäre, dem Hin und Her zwischen Jägerin und Gejagtem und deren unterschiedlichen Welten. Es ist irgendwie eine Wohltat mal wieder einen halbwegs guten Serienkiller-Thriller im Kino gesehen zu haben, der tatsächlich eine stringente Story zu erzählen weiß. Dass man hier und da hätte in die Tiefe gehen müssen, bleibt aber trotzdem. Gerade in den Charakterzeichnungen hätte „Holy Spider“ ruhig noch etwas intensiver sein können… und das gerade Spannende, nämlich der Prozess gegen Saeed, hätte viel mehr ausgebaut werden müssen. Dann hätte Abbasi mehr als nur einen Serienkiller thematisiert… aber gut, das waren jetzt viele Konjunktive… trotzdem ist ein „Holy Spider“ ein guter Film.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ein Thriller, der allen Klischees folgt, aber trotzdem die Spannung halten kann)

Rachenengel in Blau

18. Januar 2023

Der Däne Nicolas Winding Refn ist für mich der Inbegriff von „style over substance“… was aber sehr oft eigentlich negativ konnotiert ist, ist bei Refn oder NWR, wie er sich mittlerweile gerne selbst nennt, zu einer Kunstform geworden, die unglaublich gut funktioniert. Dabei fing das doch eher etwas später an, wenn ich so an „Bronson“ denke, das hält sich „style“ und „substance“ noch die Waage. Aber spätestens mit „Drive“ ging es dann schon los, wurde in „Only God Forgives“ auf die Spitze getrieben, bevor es dann in „The Neon Demon“ seinen Höhepunkt fand. Doch seit diesem Film hat sich NWR in den Serienbereich zurückgezogen, machte er für Amazon die Serie „Too Old To Die Young“ mit Miles Teller (die ich immer noch nicht gesehen habe) und ist jetzt auf Netflix mit „COPENHAGEN COWBOY“ zu sehen, einer Serie, die mich von Sekunde Eins absolut in ihren Bann gezogen hat (bei der ich aber auch jeden verstehen kann, der sagt: „Sebastian, was war das denn für ein Mist?“).

Miu (Angela Bundalovic) landet bei Rosella (Dragana Milutinovic), die mit ihrem Sohn in Dänemark einen Mädchenhändler-Ring betreibt. Doch Rosella will Miu für sich allein, weil sie sich sicher ist, dass Miu ein Glücksbringer ist, der ihr zur Schwangerschaft verhelfen kann. So gerät Miu zum ersten Mal in die Machenschaften der Unterwelt. Von dem Mädchenhändler-Ring kommt sie später zu Mutter Hulda (Li li Zhang), die sie darum bittet, ihr zu helfen. Der Gangster Chiang (Jason Hendil-Forssell) hat Huldas Tochter, um aber an die heranzukommen, muss Miu noch tiefer in die Unterwelt herabsteigen… und macht dabei Niklas (Andreas Lykke Jorgensen) auf sich aufmerksam, Spross einer reichen und sehr merkwürdigen Familie.

„Copenhagen Cowboy“ ist alles: Gangster-Epos, Martial-Arts-Actioner, Märchen mit Fantasy-Elementen, vielleicht auch Science-Fiction und definitiv Drama über unterschiedliche Menschen, die durch die Machenschaften der kriminellen Unterwelt Kopenhagens in einen Strudel von Gewalt und Trauer geraten. „Copenhagen Cowboy“ widersetzt sich eigentlich jedweder Genre-Bezeichnung. Für mich ist die Serie ein wilder Ritt gewesen, der mich hypnotisch in seinen Bann gezogen hat. Das war, als hätte Haruki Murakami ne Menge LSD geschmissen, eine Geschichte über eine junge Frau mit besonderen Fähigkeiten geschrieben und es anschließend von David Lynch in bester „Twin Peaks“-Manier verfilmen lassen.

Die Serie hat diesen merkwürdigen magischen Realismus, den man von Murakami kennt. Es gibt in „Copenhagen Cowboy“ Elemente, die lassen sich rational nicht erklären… und geben dem Gesehenen eine ganz besondere Aura. Das betrifft vor allem Miu selbst. NWR liebt ja diese stoischen Hauptfiguren, die kaum ein Wort sagen, meist nur lässig durch die Gegend gucken und dann machen, was sie machen müssen. Miu ist das in Perfektion.

Angela Bundalovic wirkt auf den ersten Blick sehr unscheinbar, ein bisschen jungenhaft, sehr verschlossen und unsicher, aber gleichzeitig auch sehr gestärkt und unerschrocken – auch wenn sie zum Beispiel beim Mädchenhändlerring sieht, was da alles passiert. Bundalovic macht aus Miu ein perfektes Mysterium in Blau – es gab nie eine Person, die cooler und lässiger in einem blauen Trainingsanzug ausgesehen hat. Gerade weil Bundalovic diese Miu so stoisch spielt, bleibt sie uns die ganze Zeit ein Geheimnis. Man merkt, das da mehr hinter dieser Fassade steckt – irgendwelche Fähigkeiten scheint sie zu haben, aber was sie ist – Engel, Teufel, Hexe, Glücksbringer – kann man nie so genau sagen. Sie scheint alles davon zu sein… und hat ein ganz besonderes Ziel vor Augen. Aber was das ist, deutet NWR nur sehr wage an.

Dabei schafft er es aber, in jeder Episode ein paar neue Sachen zu offenbaren bzw. anzudeuten, sodass man am Ende so angefixt ist und unbedingt mehr erfahren will. Erzählerisch steckt er seine Miu in eine Welt voller Mysterien und Merkwürdigkeiten, die sich nie so richtig erklären lassen (es steckt wirklich viel „Twin Peaks“ in diesem Kopenhagen von Refn). Erzählerisch hat mich das alles sehr mitgenommen…

… optisch und auditiv wird „Copenhagen Cowboy“ aber auch zu einem echten Erlebnis. NWR perfektioniert in dieser Serie den 360-Grad-One-Take. Die Kamera dreht sich im Kreis und die Handlung spielt sich drumherum perfekt orchestriert von ihm ab. Er schwelgt hier in langsamen Kamera-Bewegungen und in perfekt symmetrischen Bildern. Er zeigt hier wieder mal seine Liebe für Neon-Farben. Jede Bewegung, jeder Schnitt, jedes Bild ist perfekt inszeniert… dazu ein reißender Synthie-Soundtrack, der ordentlich durch die Lautsprecher dröhnt und merkwürdige Soundeffekte, die das Magische der Serie nochmal unterstreichen. So grunzt der Liebhaber von Rosella zum Beispiel die ganze Zeit wie ein Schwein… oder bei einem sehr coole Kampf ertönt bei jedem Zusammenstoß der Fäuste ein anderer Ton, mal mechanisch, mal organisch, aber immer sehr merkwürdig.

„Copenhagen Cowboy“ ist ein Kunstwerk, bei dem NWR alles, was ihn ausmacht, darbietet… und mit Sicherheit das Publikum spalten wird. Ich habe mir sagen lassen, dass diese Serie zugänglicher sei als seine Amazon-Serie, die ich jetzt aber auch unbedingt sehen will.

Wenn ich an „Copenhagen Cowboy“ eine Sache zu bemängeln hätte, dann ist es die Tatsache, dass das Ganze mit einem fiesen, richtig, richtig fiesen Cliffhanger endet… und es im Augenblick überhaupt nicht absehbar ist, ob Netflix da eine zweite Staffel produzieren wird.

Wertung: 9 von 10 Punkten (sehr speziell, sehr Nicolas Winding Refn, aber wenn man sich drauf einlässt, sehr hypnotisch)