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Schreien für Kappa Kappa Tau

26. August 2016

„Glee“ habe ich nie gesehen. Zu viel Gesinge, ich kann ja nicht so gut mit Musicals. „American Horror Story“ habe ich dagegen gesehen… auch wenn ich immer nie so ganz glauben konnte, dass diese Serie wirklich von den gleichen Machern wie „Glee“ stammte. Obwohl ich gestehen muss, dass ich nach der furchtbaren zweiten Staffel, die ja einer wirklich hervorragenden ersten Staffel folgte, ausgestiegen bin. Ich wollte zwar immer wieder mal einsteigen, zumal die unterschiedlichen neuen Horror-Szenarien ja ziemlich cool klangen, aber so richtig dazu überwinden konnte ich mich nie. Der Versuch, mich wieder „American Horror Story“ anzunähern, wurde mir nun noch erschwert. Denn Brad Falchuk und Ryan Murphy haben eine dritte Serie ausgekocht… eine, die scheinbar die guten Dinge der vorherigen beiden vereint: nämlich den Humor aus „Glee“ ohne die Musikeinlagen (zumindest habe ich mir sagen lassen, dass „Glee“ auch witzig gewesen sein soll) und die Horror-Geschichten aus „American Horror Story“ ohne allerdings dabei zu ernst zu sein. Die Rede ist von „Scream Queens“.

Grace (Skyler Samuels) fängt ihr Studium an der Wallace University an und versucht hier, in die prestigeträchtige Schwesternschaft von Kappa Kappa Tau aufgenommen zu werden. Denn hier war auch einst ihre schon längst verstorbene Mutter und Grace erhofft sich so, mehr über sie zu erfahren. Und zum Glück für Grace und Hester (Lea Michele) und Zayday (Keke Palmer) hat Dekan Munch (Jamie Lee Curtis) gerade verordnen lassen, dass die Schwesternschaften jeden Anwärter aufnehmen müssen. Für Chanel Oberlin (Emma Roberts), Präsidentin von Kappa Kappa Tau der reinste Horror. Nur hört der Horror hier nicht auf, denn ein Serienkiller hat die Damen von Kappa Kappa Tau im Visier: der Red Devil Killer tarnt sich als das Maskottchen der Uni und geht so seinem blutigen Treiben nach… um hinter seine Identität zu kommen, müssen Grace, Chanel und der Rest von Kappa Kappa Tau auch ein mysteriösen Mord von vor zwanzig Jahren auflösen, der ebenfalls im Haus von Kappa Kappa Tau stattfand.

Kreisch, kreisch, kreisch…

Nachdem ich ja gerade erst „Scream – Die Serie“ gesehen hatte, war ich ganz gut im neu aufkommenden Teenie-Horror-Serien-Modus, weswegen „Scream Queens“ ja nicht nur vom Namen her ganz gut passte. Doch musste ich meine Erwartungshaltung komplett umstellen, weswegen es bei mir so zwei Folgen dauerte, bevor ich „Scream Queens“ wirklich zu schätzen wusste. Denn „Scream“ war ja eine Horror-Serie, die sehr ernst war. Klar, gab es ein paar Möglichkeiten für Witze, ein bisschen Humor gehört ja zum Horror als Erholungspause irgendwie mit dazu. Aber „Scream Queens“ ist ja wirklich eine Serie, die sich überhaupt nicht Ernst nimmt. Ich weiß, das sagt man immer so, aber „Scream Queens“ ist für mich das beste Beispiel dafür, dass es auch mal mehr als nur zutreffen kann.

Falchuk und Murphy spielen mit der klassischen Klischee-Rolle der Scream Queen, die ja mittlerweile die Hübscheste in einer Gruppe von Teenagern ist, die nichts anderes tut als Sex zu haben und danach eigentlich gleich stirbt. Natürlich muss sie vorher noch vorm Killer wegrennen und kreischen – sonst würde sie ihrem Namen nicht gerecht werden. Und so ist es letztendlich in „Scream Queens“ auch. Wir haben diese Schwesternschaft der Reichen und Schönen unter der Leitung der egozentrischen Chanel, die ihre Minions auch nur Chanel nennt und mit Nummern versieht. Wenn der Killer kommt, kreischen die auch nur und haben die schwachsinnigsten Ideen, um sich zu schützen. Aber schwachsinnig soll jetzt keineswegs bedeuten, dass die Serie einfach nur komplett und grotesk albern wäre. Nein, im Gegenteil: vielmehr spielt „Scream Queens“ so clever mit den Horror-Klischees und den Klischees über reiche, schöne, dumme Menschen, dass es einfach nur ein Fest ist, dieser Schwesternschaft in ihrem verzweifelten Kampf ums Überleben zu zusehen.

Und wie es sich für so ein Murder-Mystery gehört, lassen Falchuk und Murphy die Zuschauer gekonnt im Dunkeln. Hier ist es dann wirklich ein bisschen wie in der „Scream“-Serie: Man baut so seine Vermutungen auf und rätselt mit den Chanels und allen fröhlich mit. Nur im Gegensatz zu anderen „ernsteren“ Serien ist die Detektiv-Arbeit dieser Damen mehr als nur fragwürdig… und mit so einem guten Humor versehen, dass man sich eigentlich nur über die Absurditäten totlachen kann.

Aber die Story von „Scream Queens“ würde nicht so gut funktionieren, wenn es nicht die hervorragenden Darsteller geben würde. Allen voran eine absolut umwerfende Emma Roberts, die als Chanel Oberlin das perfekte Miststück überhaupt spielt. Sie denkt, die Welt dreht sich nur um sie, sie sei unantastbar und einzigartig. Sie lebt ihre Präsidentschaft aus wie eine Diktatorin und schlägt unerbittlich zu, wenn ihr Status in Gefahr ist. Roberts ist einfach der Hammer. Die perfekte Bitch, wenn man es mal neudeutsch ausdrücken will – die Hochnäsigkeit in Person, die grandios gut die Naivität derer widerspiegelt, die denken, die Welt würde allein ihnen gehören. Allein schon wegen Emma Roberts lohnt sich diese Serie!!!

Golfende Deppen

Aber dann haben wir da ja auch noch ein wunderbare Jamie Lee Curtis, die sichtlich Spaß daran hat, als Dekan ein bisschen für Stunk zu sorgen. „Little Miss Sunshine“ Abigail Breslin verdummt herrlich als Chanel #5, Nick Jonas streift seinen Boyband-Status gekonnt ab und Glen Powell spielt mit Chad Radwell den Präsidenten der Dickie Dollar Scholars und ist der beste dümmste Junge überhaupt, der alles vögelt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist und ähnlich wie Chanel Oberlin eine Weltanschauung hat, bei der man gar nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Doch zum Glück entscheidet sich bei „Scream Queens“ alles sehr schnell fürs Lachen. Die Serie ist wirklich ein echtes Gag-Feuerwerk, bei dem einfach alles stimmt. Die Darsteller sind grandios und mehr als nur überzeugend, die Story ist spannend (vor allem, weil man eigentlich eher wissen will, mit welchen absurden Ideen die Damen von Kappa als nächstes zu Werke gehen) und die Klischees werden clever ausgenutzt, um die Charaktere dennoch interessant genug zu gestalten. Ähnlich wie „AHS“ soll auch „Scream Queens“ eine Anthologie-Serie werden – mit dem Unterschied, dass die Charaktere die gleichen bleiben sollen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wenn Falchuk und Murphy dieses Niveau an Humor halten können, wird auch Staffel 2 ein Fest.

Wertung: 9 von 10 Punkten (total irre und irre komisch… mit einer herausragenden Emma Roberts)

Der furzende Peniskompass

24. August 2016

Louis CK hat einmal bei Jon Stewart sehr schön zusammengefasst, warum Fürze witzig sind. Punkt 1 – sie kommen aus unserem Hintern. Punkt 2 – sie riechen merkwürdig. Punkt 3 – sie machen ein lustiges Trompetengeräusch. Allein wegen Punkt 3 möchte ich ihm schon recht geben und auch wegen dem weisen, weisen Spruch, den CK dieser (intelligenten) Ausführung folgen lässt: „Man muss nicht clever sein, um über Fürze zu lachen, aber man wäre schön dumm, wenn man es nicht tun würde!“ Und Fürze – gerade in Filmen – werden ja immer gerne verwendet, um für eine gewisse Komik zu sorgen, denn Fürze sind witzig. Natürlich nicht immer – vor allem, wenn sie irgendwie falsch angewendet werden, aber in vielen, vielen Fällen können Film-Fürze sehr witzig sein. Wie ich jetzt auf dieses tolle Thema komme? Nun, durch einen nicht weniger tollen Film, bei dem es sehr viel um Fürze geht: „Swiss Army Man“ – ein Film, der quasi schon vor seinem Erscheinen für Furore sorgte, weil es viel um Fürze geht. Genauer gesagt, um einen Daniel Radcliffe, der eine Leiche spielt, der ständig und auf sehr geräuschvolle Weise die Gase entweichen.

„Swiss Army Man“ erzählt die Geschichte des auf einer einsamen Insel gestrandeten Hank (Paul Dano). Eines Tages, Hank will sich eigentlich gerade von seinem Leid erlösen, wird ein Körper an den Strand von Hanks Insel gespült – nur leider ist der Mann schon längst tot…. und leidet unter starkem Gasaustritt. So extrem, dass Hank ihn als Jetski verwenden kann, um von seiner Insel an einen anderen, aber nicht weniger einsamen Ort zu gelangen. Manny (Radcliffe), wie Hanks neuer, toter Gefährte heißt, erweist sich schon bald als wahres Schweizer Taschermesser von einer Leiche. Er fängt nicht nur irgendwann an, mit Hank zu reden, sondern ist auch in vielen anderen Dingen nützlich – unter anderem halt auch als Peniskompass.

Sitzen nen Typ und ne Leiche im Wald…

Die Regisseure und Drehbuchautoren Daniel Scheinert und Daniel Kwan haben mit „Swiss Army Man“ den Film mit der vielleicht skurrilsten Prämisse gedreht. Eine Leiche als Allzweckgerät – warum auch nicht? Allein schon die Idee klingt gut genug, hätte aber auch unter den falschen Regisseuren zur Vollkatastrophe werden können. Aber die Daniels wuppen das Ding – und das auf eine Art und Weise, die ich nie für möglich gehalten hätte. Klar, auf der einen Seite ist „Swiss Army Man“ eine absolut herrliche, wunderschön absurde Komödie, die halt unter anderem von sehr viel Furz-Witz lebt. Wirklich… ich weiß gar nicht, wie ich das schreiben soll, ohne wie ein komplettes Kind zu klingen, aber das war teilweise schon echt sehr, sehr lustig. Fürze in allen Tonlagen, Fürze im Takt des Wanderns, Fürze, Fürze, Fürze…

Bevor ihr jetzt aber denkt, Fürze wären wirklich das einzig Komische an „Swiss Army Man“ – ich kann euch beruhigen, der Film hat noch mehr und noch andere Lacher zu bieten. Da wäre halt unter anderem Radcliffe als Multifunktionsgerät, Radcliffe als steife Leiche, die auf ruppige Art und Weise durch die Wildnis geschleppt wird, da wäre ein verzweifelnder Dano, bei dem wir irgendwann schon gar nicht mehr wissen, ob er einfach nur verrückt ist oder ob die Leiche nicht vielleicht doch redet. „Swiss Army Man“ hat viele herrlich chaotische Momente, die von der Situationskomik leben und von diesem wunderbaren Duo Dano-Radcliffe, die Verrückter und Leiche grandios verkörpern.

Aber… „Swiss Army Man“ kann nicht nur lustig. Ich muss zugeben, ich war sehr erstaunt über die wirklich zarten und sanften Momente des Films. Ich meine, wer hätte es für möglich gehalten, dass ein Film mit einer furzenden Leiche als Hauptrolle mich mit existenziellen Fragen zu Leben, Liebe und Mensch-Sein konfrontieren würde? Unsere Daniel-Regisseure handhaben auch diese Situationen mit viel Liebe und so vergisst man auch zwischendurch gerne mal, dass Mr. Radcliffe ja eigentlich immer noch eine tote Leiche ist. Aber wenn die beiden sich über das Leben unterhalten und dabei Hank mit dem seinen (und seinen verschiedenen Entscheidungen) konfrontieren, dann kann man schon mal über das ein oder andere intensiv nachdenken.

Ziemlich beste Freunde

Und, wie ich es bereits erwähnt habe, funktioniert dieser skurrile Mix aus Komödie und Drama halt auch nur, weil die beiden Daniels hinter der Kamera sich voll auf ihre merkwürdige Geschichte einlassen… und weil der eine Daniel vor der Kamera wirklich umwerfend ist. Als Leiche, als furzende Leiche, als furzende Leiche mit einem Peniskompass. Zusammen mit Dano liefern die sich einen schönen Schlagabtausch, werden zu besten Freunden, bringen uns zum Nachdenken und zum Grübeln und lassen diese eine Leiche zu einem wunderbaren Freunde werden.

Großes Plus (und die perfekte Untermalung) ist auch der Soundtrack, bei dem teilweise einfach  nur das Gesumme, Geblubbere, das Was-auch-immer-Paul-Dano-da-von-sich-gibt als Loop gespielt wird und zu einem interessanten a cappella Soundtrack, der wirklich gut zum Film passt.

„Swiss Army Man“ ist ein merkwürdiger kleiner Film, aber ein toller merkwürdiger kleiner Film, den man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte. Ich hatte jetzt das Vergnügen beim Fantasy Filmfest, regulär soll der bei uns hier am 13. Oktober in die Kinos kommen.

Wertung: 8 von 10 Punkten (eine furzende Leiche kann also sowohl lustig als auch philosophisch sein – wer hätte es gedacht?)

Ich wollte, ich wäre ein Falke

22. August 2016

Also wenn man mich fragen würde, was für ein Tier ich sein möchte, dann wäre ich wohl gerne ein Falke oder ein Habicht oder halt irgendeine Art von Raubvogel. Das würde das Überleben sichern und ich könnte endlich fliegen. Jupp, ich glaube, Falke wäre ein gutes Tier für mich (und das hat fast rein gar nichts damit zu tun, dass der Millennium Falken ebenfalls nach einem Falken benannt worden ist😉 ). Wie ich jetzt ausgerechnet darauf komme, mir ein Tier auszudenken, das ich gerne wäre? Nun, ich habe endlich, endlich, endlich „The Lobster“ gesehen – ein Film, der einen zwangsläufig dahingehend zum Nachdenken anregt, was für ein Tier man gerne sein würde.

Denn die Welt, in die uns „The Lobster“ entführt, ist eine Welt, in der jeder Single, der nach einer bestimmten Zeit keinen Partner gefunden hat, in ein Tier seiner Wahl verwandelt wird. David (Colin Farrell) wurde vor kurzem von seiner Frau verlassen und zieht deswegen mit seinem Bruder (der schon ein Hund geworden ist) in das Hotel, in dem alle Singles versammelt werden, um einen neuen Partner zu finden. Die Hotelmanagerin (Olivia Colman) veranstaltet hier aber nicht nur „Parties“, damit Pärchen eine Gemeinsamkeit finden, die sie zu einem guten Pärchen machen könnte – nein, gemeinsam mit ihren Singles geht sie auch im Wald auf die Jagd nach Singles, die dem Hotel entflohen sind (um ihr Single-Leben ausleben zu können). Hier trifft David dann auch auf eine Frau (Rachel Weisz), in die er sich verlieben könnte.

Noch ohne Hummer…

„The Lobster“, „The Lobster“, „The Lobster“… wie viel hatte ich schon von dem Film gehört, der erst nicht ins Kino kommen sollte, dann doch in einige kleine Kinos kam und bei dem sich dann viele beschwerten, dass das wieder mal typisch sei: so viel Blockbuster-Müll kommt ins Kino, aber die kleinen, feinen Perlen haben einfach keine Chance. Aber gut, „The Lobster“ ist nun auch wieder sehr spezielles Kino, vor allem wenn man bedenkt, wer der Mann hinter diesem ungewöhnlichen Film ist: Yorgos Lanthimos, der Grieche, der uns schon in „Dogtooth“ weismachen konnte, dass Katzen furchtbar gefährlich sind.

Jetzt kommt Lanthimos also mit der Frage, was wären wir gerne für ein Tier und (viel wichtiger) was macht wirklich eine gute Beziehung aus? Sind es die Unterschiede oder die Gemeinsamkeiten? Kann man Menschen in einem recht sterilen Umfeld zusammenbringen, umgeben von merkwürdigen Regelungen, die jeden einzelnen Schritt des Kennenlernens kontrollieren? Oder brauchen wir doch die Freiheit, uns selbst entscheiden zu können? „The Lobster“ ist ein Film, der all diese Fragen stellt… und der wahrscheinlich in einer Welt des Online-Datings, Tinder und Co. eine ähnliche Relevanz hat wie Spike Jonzes „Her“. Nur „The Lobster“ stellt die Frage nach dem Finden der Liebe in einen noch krasseren Kontrast – nämlich die strengen Regeln des Hotels und die nicht weniger strengen Regeln der Singles im Wald, die dem Hotel entkommen sind. Und je mehr wir von jeder Seite zu sehen bekommen, desto skurriler und absurder wird Davids Suche nach Liebe… denn all diese Menschen, die er trifft, sind durch irgendwelche „Gesetze“ so sehr manipuliert, dass sie gar nicht mehr klar denken können.

Yorgos Lanthimos‘ „The Lobster“ ist ein merkwürdiger Film, ein sehenswert merkwürdiger Film, bei dem man nie so wirklich weiß, ob man weinen oder lachen soll. Die Welt von „The Lobster“ ist von Gestalten bewohnt, die unmenschlicher nicht sein können. Die reden so gestelzt, so unmenschlich… wie Roboter fast. Das ist etwas, was den Film auf den ersten Blick echt ein bisschen verwirrend wirken lässt, aber in einer Welt in der Liebe aufgezwungen wird, passt es irgendwie. Und Lanthimos konfrontiert uns mit sehr interessanten Gestalten, die so komplett surreal wirken, die sich so komplett nicht verhalten, wie normale Menschen sich verhalten sollten.

„The Lobster“ ist ein merkwürdiger Film, der von seinem Zuschauer auch so einiges abverlangt, denn Yorgos Lanthimos ist kein Mann, der groß Erkärungen abliefert… aber im Fall dieses Krustentiers von einem Film ist das auch nicht notwendig, denn dieser Film und vor allem diese „Menschen“ strahlen eine unheimliche Faszination aus. Diese ganze Welt in der sie ihre neue Liebe finden sollen, strahlt eine unheimliche Faszination aus… eine Faszination, die ehrlich gesagt, nur schwer in Worte zu fassen ist. Es wirkt wie absurdes Theater, der fast schon herablassende Blick eines Regisseurs auf eine Gesellschaft, die in Sachen Liebe nur noch auf Oberflächlichkeiten schaut und sich merkwürdig verstellen, ohne ihren wahren Gefühlen zu vertrauen. Und dann am Ende haut uns Lanthimos noch so schön einen drauf… aber das war irgendwie perfekt für diesen Film.

Ich kann gut verstehen, wenn Leute diesen sehr sterilen, überzeichneten Film nicht mögen. Kann ich wirklich – die letzten dreißig Minuten waren selbst für mich etwas zu langgestreckt und anstrengend. Aber gerade der starke Anfang und ein wirklich umwerfender Colin Farrell, der diese beiden Welten durchleben muss, haben „The Lobster“ schon zu einem Erlebnis gemacht… das ist vielleicht mit Abstand die verrückteste und merkwürdigste Liebesgeschichte, die mir je untergekommen ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten (und ich bleibe beim Falken!)

Blogparade: 10 Songs zum Aufdrehen

21. August 2016

Eine weitere Blogparade, ein weiterer Aufruf der Königin aller Blogparaden: Zuletzt wollte sie von uns wissen, wen wir vom Fleck weg heiraten würden. Jetzt sucht sie scheinbar die perfekte Party-Playlist, weswegen die heutige Blogparade ganz dem Grönemeyer’schen Motto „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“ untersteht. Und ganz ehrlich, was ich bei so vielen anderen schon alles gesehen bzw. gehört habe, würde wirklich für eine ziemlich coole Musik-Sammlung sorgen.

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Da will ich dann nun auch meinen Teil zu beisteuern… rock on!!!!😀

House of the Rising Sun – The Animals

Die Geschichte zu diesem Song ist schnell erzählt: Das war immer einer der Songs, den mein Vater auf seinen Geburtstagen mit der Gitarre gespielt hat… und irgendwie ist der einfach bei mir hängen geblieben. Als Scorsese ihn dann auch noch in „Casino“ verwendet hat, wusste ich, dass ich diesen Song nie wieder loswerden würde – und es ja auch gar nicht will. Halt ein Song, der tatsächlich auch irgendwie mein Leben geprägt hat😉

Bohemian Rhapsody – Queen

Ich hab doch das mit dem Autofahren und der Musik erwähnt… und Queen wird in bester „Wayne’s World“-Manier mitgesungen – lautstark. Ist auch nach wie vor mein Go-To-Song, wenn wir mal wieder Karaoke singen gehen. Da kann jeder einfach sofort mitmachen.

Lonely Boy – The Black Keys

Ich gestehe, ich habe „The Black Keys“ erst vor ein, zwei Jahren für mich entdeckt – und die Jungs kann man ja eigentlich auch nur gut laut hören. Aber „Lonely Boy“ ist da so richtig perfekt zu.

Are You Gonna Be My Girl – Jet

Noch so ein Autofahr-Klassiker von mir, der einfach sofort gleich noch ein bisschen lauter aufgedreht wird.

Don’t You (Forget About Me) – Simple Minds

Der „Breakfast Club“ lässt grüßen!

American Girl – Tom Petty

Scrubs“ lässt grüßen😉

Knights of Cydonia – Muse

Ich hatte letztens endlich mal das Vergnügen, „Muse“ live zu sehen und mit „Knights of Cydonia“ verabschiedeten sich die Jungs dann nach zwei Stunden. So sehr ich alles andere von „Muse“ auch liebe, aber nichts geht für mich über diesen Song: schön laut aufdrehen und ab geht die Post!!! (Übrigens bin ich damals auf den Song so richtig aufmerksam geworden, als er mal in einem Trailer zu „300“ die Bilder so richtig perfekt untermalte)

Five to One – The Doors

Großer Doors-Fan hier… und eigentlich gehören die auch nur ordentlich laut gehört!

Take on Me – Aha

Ich liebe 80er Jahre Mukke. Meine erste Liste für diese Blogparade bestand auch fast nur aus 80ern.😉

Don’t Stop Believing – Journey

„Scrubs“ lässt wieder grüßen – und Karaoke auch!

Das war’s… und ich hätte auch keine Probleme gehabt, wenn die Blogparade 20 Songs gefordert hätte – zumal sich ja in der richtigen Stimmung so ziemlich alles perfekt aufdrehen lässt. Aber gut, das waren meine Songs zum Aufdrehen… bis zum 08. September habt ihr noch Zeit, der singenden Lehrerin bei der epischsten und besten Playlist aller Zeiten zu helfen😀

Groovy again!!!

19. August 2016

Es gibt ja Schauspieler, die verbindet man sofort mit einer ganz bestimmten Rolle… und egal, wie viel sie machen, sie werden diese eine Rolle ihr Leben lang mit sich herum tragen. Ein Daniel Radcliffe wird halt immer Harry Potter sein, Bruce Willis immer John McClane, Elijah Wood Frodo, Gillian Anderson Scully… und so weiter und so fort. Die Liste ließe sich wahrscheinlich bis in alle Ewigkeiten fortführen. Und diese Schauspieler haben ja durchaus noch mehr zu bieten und zeigen das ja auch immer wieder… aber es gibt für mich echt einen Schauspieler, der hat sich irgendwie auch keine große Mühe gemacht, die eine Rolle, die er wirklich zur Perfektion gebracht hat, von sich zu legen. Das ist Bruce Campbell und das ist seine Rolle als Ash in „The Evil Dead“. Jedes Mal, wenn ich Campbell in irgendwas anderem sehe (wie etwa „Spider-Man“ oder „Burn Notice“ oder all diesen kleinen Horror-B-Movies, in denen er mitgemacht hat), sehe ich einfach nur Ash…

Und irgendwie finde ich es schon ziemlich cool, dass jetzt – 23 Jahre nach „Armee der Finsternis“ – Bruce Campbell wieder die Chance bekommt, Ash zu spielen. In der Serie „Ash vs Evil Dead“ treibt Ash antriebslos durchs Leben… bis er eines Tages „aus Versehen“ aus dem Buch der Toten liest und somit die Dämonen seiner Vergangenheit wortwörtlich wieder zum Leben erweckt. Als um ihn herum wieder Besessene auftauchen, die ihn umbringen wollen, muss der gute Ash einmal mehr zur Kettensäge und zur Schrotflinte greifen. Gemeinsam mit dem jungen Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo) trifft Ash gegen die Evil Dead an.

Nur echt mit Kettensäge…

Ich bin ja ohnehin ein großer Fan der Reihe, die Sam Raimi gemeinsam mit dem unvergleichlichen Bruce Campbell gestartet hat… und da Ash so sehr mit Bruce Campbell verbunden ist wie Campbell mit Ash, war ich mehr als nur begeistert, dass es diese Serienfortsetzung geben würde. Es gab ja immer wieder mal Gerüchte, ob Raimi nicht selbst noch einen richtigen Nachfolger für „Armee der Finsternis“ drehen würde… aber dann kam ja das durchaus sehenswerte „Evil Dead“-Remake und irgendwie wurde es dann wieder still um Ash, das Necronomicon und das beste Groovy aller Zeiten. Bis jetzt halt… und was soll ich sagen??? Ich war wirklich begeistert von den ersten zehn Folgen der Serie. Allein wenn man den Serien-Piloten schaut, der ja sogar noch von Sam Raimi selbst inszeniert wurde, fühlt es sich so an, als wäre man nach langer Zeit zurückgekehrt und nicht viel hätte sich verändert.

Bruce Campbell hat sich gefühlt kaum verändert. Okay, er ist vielleicht ein bisschen sehr viel stämmiger / fülliger geworden als noch vor 23 Jahren, aber wer ist das nicht? Und trotzdem ist er von Sekunde 1 an sofort wieder Ash: die dummen Sprüche, die noch dümmeren Anmach-Sprüche, das Grinsen, die Haare, der Wagen, die Kettensäge, die Schrotflinte… Campbell hat nicht verlernt, Ash zu sein und es macht einfach so viel Spaß, ihm beim Zerkloppen und Zersägen von Untoten zu zusehen. Campbell ist das Herzstück dieser Serie und dieses Herz schlägt kräftiger denn je… aber auch die Neuzugänge wie Ray Santiago und Dana DeLorenzo sind super (selbst Lucy „Xena“ Lawless ist passend besetzt). Und so haben wir ein ziemlich cooles Team… für eine Serie, die es perfekt schafft, den Geist und das Feeling der alten Reihe einzufangen. Besser könnte Fan-Service nicht sein…

Was natürlich bei der schwebenden Geister-Kamera anfängt und bei den besonders blutigen Zerstückelungssequenzen aufhört. „Ash vs Evil Dead“ ist – wie seine filmischen Vorgänger – ein echtes Blutbad. Hier wird von allem Gebrauch gemacht, womit man Lebende wie Untote zu Hackfleisch verarbeiten kann. Hier wird die Hälfte des Budgets für Kunstblut verballert… doch bei all den wilden Gewalteskapaden bleibt „Ash vs Evil Dead“ seiner Vorlage treu: so extrem die Gewalt auch ist, sieht sie doch immer sehr theatralisch, sehr überspielt und überspitzt und dadurch einfach auch sehr zum Lachen aus. Es geht nicht darum, alles superrealistisch wirken zu lassen (gut, dann hätte diese Serie wahrscheinlich auch nie eine Freigabe fürs Fernsehen bekommen), es soll „Spaß“ machen. Es soll Unterhaltung sein, die Art von Unterhaltung, die man erwartet, wenn man die Filme liebt: Es soll einfach herrlich absurd, abgedreht und auch ein bisschen schwachsinnig sein. Eine Vorgabe, an die sich die Macher halten und somit Sam Raimis Erbe sehr viel würdiger fortsetzen als es das sehr ernste Remake je gemacht hat. Aber gut, die Serie hat halt auch einfach Bruce Cambpell und der ist in dieser Rolle einfach perfekt und witzig.

Von mir aus kann Staffel 2 gerne kommen (und sie kommt ja auch), „Ash vs Evil Dead“ macht Spaß… allerdings hoffe ich auch, dass sie das Ganze nicht zu lang ausbreiten. Denn so sehr ich auch Spaß an Bruce Campbell und seinen verrückten Aktionen hatte, bleibt die Story (wie auch bei den Filmen) etwas flach. Hauptsache, Monster kaputt hacken! In den ersten zehn Folgen a dreißig Minuten hat’s mich jetzt noch nicht sonderlich gestört, weil einfach der Nostalgie-Faktor alles andere ausgeblendet hat, aber in Staffel 2 darf’s ruhig ein bisschen mehr sein.

Wertung: 8 von 10 Punkten (groovy, groovy, groovy, Ash is back und hat nichts von seinem Charme verloren)

Die guten Bösen

17. August 2016

DC hat’s im Moment echt nicht leicht… die leiden wirklich schwer darunter, dass Marvel mit seinen Avengers und seinen zig Phasen einen Erfolg nach dem anderen einfahren und dabei sowohl vom Publikum als auch von den Kritikern geliebt werden. Sowas hätte DC sicher auch gern… doch das neue DC Extended Universe (kurz: DCEU) kommt nicht so richtig in Gang. „Man of Steel“ (der erste Film des DCEU) bekam viel Kritik und vom Nachfolger „Batman v Superman“ brauchen wir ja wohl gar nicht erst reden. Und einige hatten DC schon abgeschrieben, bis sie auf einmal mit einer ziemlich geilen Idee daherkamen, die vielversprechender nicht hätte sein können: DC hat schon mit die geilsten Schurken in der Comic-Superhelden-Welt, warum nicht einfach alle zusammen in einen Film packen? Gesagt, getan… und herzlich willkommen zum „Suicide Squad“.

Hier werden die Bösen zum Guten gezwungen, um Schlimmeres zu vermeiden. Die knallharte Amanda Waller (Viola Davis) packt Schurken wie Deadshot (Will Smith), Harley Quinn (Margot Robbie), Captain Boomerang (Jai Courtney) und Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje ) – um nur einige zu nennen – in ein Team, das „Suicide Squad“, um das noch Bösere zu bekämpfen.

Who’s baaaad???

Nun werden die meisten wahrscheinlich schon mitbekommen haben, dass auch „Suicide Squad“ – ganz in der Tradition der bisherigen DCEU-Filme – nicht gerade mit Liebe überschüttet wird. Dazu lesen wir dann noch, dass es zig Schnittfassungen gab, dass zig Szenen mit Jared Leto, der hier nach Heath Ledger das erste Mal wieder den Joker auf die Leinwand bringt, einfach nicht verwendet wurden und dass DC mit „Suicide Squad“ zeigt, dass sie im großen Kampf gegen Marvel einfach nicht mithalten können. Aber ist „Suicide Squad“ wirklich so ein miserabler Film? Nein! Ich hatte meinen Spaß… auch wenn ich zugeben muss, dass David Ayers Film einer mit vielen Fehlern ist… und vielen vertanen Chancen. Und ja, auch wenn ich jetzt wahrscheinlich einfach viele dieser Fehler aufzählen werde, behaltet bis zum Schluss bitte im Hinterkopf, dass ich dennoch Spaß an „Suicide Squad“ hatte (was ich dann auch noch erklären werde).

Problem Nummer Eins an „Suicide Squad“ ist schlicht und einfach die Tatsache, dass Ayer diese Bösen nie wirklich richtig böse sein lässt. Wir bekommen zwar von jedem (und das auch ziemlich gut) die wichtigsten Hintergrund-Infos, aber danach verlieren sich die meisten aus dem Squad in der großen Masse. Zehn Charaktere laufend interessant zu halten, ist halt wirklich eine schwere Aufgabe… und da fällt es Ayer dann doch schwer, die Charaktere stark zu halten – und eben böse. Es gibt zwar noch die ein oder anderen fiesen Kommentare, aber so richtig fies werden die Mitglieder des Squads nicht.

Womit wir bei Problem Nummer Zwei wären… die Handlung an sich. Wie schon erwähnt, ist der Anfang echt stark (eben dann, wenn alle noch die Bösen sein dürfen). Danach verliert sich „Suicide Squad“ so ein bisschen in belangloser Action, einem furchtbar CGI-lastigen Finale und einem Verbund an Anithelden, die angeblich irgendwie, irgendwann in diesem Gekloppe zu einer Art Familie wurden. Wann diese Wandlung aber eintrifft, kann ich euch nicht sagen, weil Ayer es mir auch nicht wirklich sagen konnte.

Problem Nummer Drei geht dann auch mit der eher schwachen Handlung einher… denn wie schon in seinem Vorgänger „Herz aus Stahl“ bringt Ayer diese Gemeinschaft nicht wirklich konsequent zusammen. Es gibt so viele Mitglieder des Suicide Squads, aber letztendlich hätten drei vollkommen ausgereicht. So viele interessante Charaktere, wie zum Beispiel die geheimnisvolle Katana oder eben Killer Croc, gehen in der Masse einfach unter… und das haben sie nicht verdient.

Problem Vier war dann einfach der tatsächliche Schurke des Films… ohne irgendwas verraten zu wollen, aber das war einfach nur öde. Anders kann man es nicht sagen. Da gab’s keine große Story zu, keine wirklichen Beweggründe… halt einfach nur ein Schurke, der böse ist, damit er Böses tut, um dann von den „Guten“ besiegt zu werden. Laaaangweilig!!!!

Problem Nummer Fünf – und das war wirklich hart – ist für mich der Soundtrack. Die Trailer mit „Bohemian Rhapsody“ und „Ballroom Blitz“ waren super… aber was wir dann im fertigen Film bekommen, strapaziert einen schon ganz schön. Ayer ist da ein bisschen wie Till Schweiger: haut einfach Songs irgendwo in diesen Film, ohne das sie wirklich passen oder die Stimmung gerade untermalen. Hauptsache, sie sind cool. Manchmal hatte ich das Gefühl, Ayer fühlte sich von James Gunn und dessen Soundtrack zu „Guardians of the Galaxy“ beeinflusst… aber während Gunn die Musik sinnvoll einsetzt, nervt Ayer irgendwann einfach nur – und das trotz einer wirklich coolen Musikauswahl.

Also streng betrachtet ist „Suicide Squad“ schon ein schwieriger Film… mit vielen Fehlern. Aber nicht ganz so streng betrachet macht dieser verdammte Film auch ein bisschen Spaß.

Der Wilhelm und die Margot…

Fangen wir mal bei Will Smith an – der Typ war einfach umwerfend als Deadshot. Lockerflockig, der gute alte Will eben. Ohne Sohnemann im Anhang und mit der Tatsache, einfach mal wieder ein bisschen mehr der Action-Star zu sein, verkörpert er Deadshot wirklich gut. Margot Robbie – endlich haben wir mal eine Harley Quinn auf der Leinwand. Und ja, Robbie macht ihre Sache verdammt gut – vielleicht ist sie manchmal ein bisschen over-the-top, aber hey, es ist Harley (und das sie die ganze Zeit in knappen Hotpants rumrennt, tut auch keinem weh – also mir nicht). Und jetzt haltet euch bitte fest: der Mann, der für viele sowohl „Die Hard“ als auch „Terminator“ kaputt gemacht hat, ist großartig. Ja, Jai Courtney kann doch was… sein Captain Boomerang ist einfach nur eine geile Type. Und so könnte man bei den Darstellern ewig weitermachen… die Charaktere sind toll und nach „Suicide Squad“ wünscht man sich irgendwie, man könnte zu jedem ein Spin-Off bekommen.

Vor allem aber auch vom Joker, den Leto wirklich gut abgibt. Auch wenn er nicht viel im Film zu sehen ist, mochte ich seinen Joker… und ihn und Harley Quinn… und überhaupt.

Dazu muss ich einfach sagen, dass „Suicide Squad“ sich ziemlich clever in das (noch) kleine Gewirr von Verweisen innerhalb des DCEU gekonnt einbringt. Ayer verarbeitet alles, um auf die Vorgänger hinzuweisen (Batsy ist wieder einmal da und Batfleck ist wieder einmal toll) und auf die „JLA“ hinzuweisen.

„Suicide Squad“ ist also wirklich weit davon entfernt, ein perfekter Film zu sein. Er lag auch ein wenig hinter meinen Erwartungen zurück, aber es war trotzdem ein unterhaltsamer Film, der durch viele gute und starke Darstellungen lebte. Ein bisschen mehr Mut zum Böse-Sein hätte dem Film vielleicht doch besser getan… aber hey, vielleicht ja im zweiten Teil😉

Wertung: 7 von 10 Punkten (trotz vieler, vieler Fehler der bisher unterhaltsamste DCEU-Film)

Turtle-Power

15. August 2016

Der letzte Turtles-Film kam nicht wirklich gut an… und das ist wahrscheinlich noch eine absolute Untertreibung. Lag es an Michael Bay, lag es an diesen merkwürdig aussehenden Turtles, lag es daran, dass der Film einfach die Geschichte von „The Amazing Spider-Man“ kopierte? Wahrscheinlich irgendwie an allem ein bisschen… zumal auch die Frage im Raum stand, warum das überhaupt noch sein musste? Hatten wir nicht schon genug Superhelden? Musste wirklich noch ein weiteres Kinder-Franchise aus dem Regal geholt und entstaubt werden? Die Antworten in Bay’scher Form: „Nein“ zur ersten Frage, „Ja“ zur zweiten. Also kam 2014 „Teenage Mutant Ninja Turtles“ und jetzt kommt „Teenage Mutant Ninja Turtles 2: Out of the Shadows“.

Darin entkommt Shredder (Brian Tee) aus dem Knast, verbündet sich mit Krang (Brad Garrett), der ihn wiederum auf die Jagd nach drei Teilen einer Maschine schickt, die es Krang ermöglicht, seinen Technodrom auf der Erde aufzubauen und sie zu unterjochen. Um Shredder zu helfen, gibt er ihm geheimnisvolles Ooze, woraus der sich zwei neue Mutanten basteln kann: nämlich Rocksteady (Sheamus) und Bebop (Gary Anthony Williams). Der Ooze entlockt der DNA nämlich die jedem Menschen innewohnende Tier-DNA und lässt die beiden so mutieren. Um das alles zu stoppen, brauchen wir natürlich die Turtles Leonardo (Pete Ploszek), Donatello (Jeremy Howard), Michaelangelo (Noel Fisher) und Raphael (Alan Ritchson). Gemeinsam mit der taffen Reporterin April, dem Cop und Wüterich Casey Jones (Stephen Amell) und Sidekick-Komiker Vern (Will Arnett) wird fleißig die Welt gerettet.

Schildkröten-Hackfressen…

Das Wichtigste gleich vorweg… trotz gewissem Fan-Service ist „TMNT 2“ jetzt nicht wirklich besser geworden. Ich würde sagen, die Filme halten sich beide so ein wenig die Waage, wobei diese Waage wahrscheinlich ein winzig, winzig kleines bisschen mehr zu Gunsten vom zweiten Teil steht. Story-technisch ist alles beim Alten… und damit meine ich wirklich: es ist alles beim Alten. Letztendlich haben Autor Josh Appelbaum sein altes Skript zum ersten Teil genommen und einfach nur ein paar neue Charaktere dazwischen gequetscht, die auch nicht großartig intensiv eingeführt werden. Nicht einmal Krang, was zumindest für wahre Neueinsteiger ein bisschen kompliziert sein könnte.

Aber bevor ich jetzt ernsthaft einen Turtles-Film und das Wort „kompliziert“ in Verbindung zueinander bringe, mache ich schnell weiter. Denn so wirklich tragisch ist das ja in „Out of the Shadows“ alles gar nicht. Wen kümmern schon diese neuen Charaktere, wenn sie eh kaum von großer Bedeutung sind? Krang taucht ein paar Mal auf und bekommt am Ende das exakt gleiche, alberne Finale wie einst Shredder im ersten Teil: ein bisschen Transformers-Overkill und dann ist es alles schneller vorbei, als man „Cowabunga“ rufen kann. Selbst Shredder birgt jetzt keine große Gefahr… wozu auch, wenn er doch seine Schergen hat. Und immerhin schafft der Film es mit Rocksteady und Bebop nicht nur Fan-Lieblinge halbwegs würdig auf die Leinwand zu bringen… nein, sie machen tatsächlich auch noch irgendwie Spaß. Auch wenn sie komplett dämlich sind, Furzwitze reißen und Blödsinn reden… aber hey, mein jüngeres Ich hätte daran seinen Spaß gehabt. Mehr noch als beim ersten Teil…

Noch mehr Hackfressen…

„Spaß“ ist dabei ein gutes Stichwort… denn auch wenn die neuen Charaktere zu kurz kommen (und man sich Casey Jones leider komplett hätte sparen können), so haben Produzent Bay, Regisseur Dave Green und Drehbuchautor Appelbaum wenigstens eine Sache im zweiten Teil besser hinbekommen – und das ist tatsächlich der Spaß. „TMNT: Out of the Shadows“ hat sehr viel mehr Humor als sein Vorgänger. Dummen Humor, aber mehr davon… und wenn man sich darauf einlassen kann, ist es sogar möglich mit diesem Film Spaß zu haben. Und letztendlich ist es doch genau das, worum es bei den Turtles geht.

Wenn man jetzt noch eine halbwegs vernünftige Story, eine etwas „tiefgründigere“ Charakterzeichnung und etwas coolere Action-Sequenzen hätte, dann könnte irgendwann mal einer dieser Filme tatsächlich wirklich gut sein. So ist „TMNT 2“ keine große Verbesserung zum ersten Teil, aber jetzt auch keine Verschlechterung. Es ist halt nett… nicht mehr und nicht weniger.

Wertung: 5 von 10 Punkten (mal gucken, wie lange das mit den Turtles noch anhält…)

Flucht nach Azra

12. August 2016

Früher ist es mir echt schwer gefallen, mich für eine bestimmte Serie zu entscheiden. Denn früher hatte ich immer das Gefühl, ich würde es einer Serie schuldig sein, mehr als nur ein oder zwei Folgen zu schauen. Schließlich könnte sich da ja noch richtig was entwickeln und am Ende verpasse ich eine total tolle Serie, von der dann alle reden und ich nicht mitreden kann. Ich weiß, irgendwie ein alberner Grund, aber so war das… mittlerweile jedoch bin auch ich da etwas härter mit mir und Serien geworden. Immerhin gibt es eine unglaubliche Fülle an Serien, die alle von irgend jemandem gesehen werden wollen und meine Zeit ist mir mittlerweile zu kostbar, als sie mit langweiligen Serien zu verbringen („Wayward Pines“ ist da jetzt mal eine kleine Ausnahme). Für gewöhnlich schaue ich jetzt wirklich nur noch Folge 1 einer Serie und entweder da ist was, das mich in seinen Bann zieht, mich neugierig macht oder mich begeistert, oder ich gehe über zur nächsten.

Bei „Into the Badlands“ hatte ich schon nur wegen des Trailers eigentlich arge Bedenken. Der konnte mich nicht so recht überzeugen, zumal mir der Trailer irgendwie zu glatt und sauber dafür aussah, dass es sich hierbei um eine weitere Postapokalypse in Serienformat handelte. Als wenn wir davon nicht schon genug hätten… aber aus lauter Langweile und auch, weil die Serie – sollte sie mir gefallen – in der ersten Staffel nur sechs schnell schaubare Folgen hatte, wagte ich mich dann doch an „Into the Badlands“.

Darin ist mal wieder die Menschheit den Bach heruntergegangen. Kriege, die schon lange vergessen sind, haben das Land zerstört, bis sich sieben Menschen zusammenfanden, sieben Zonen gründeten und als Barone für Ordnung in den sogenannten Badlands sorgten. So ein Baron braucht aber auch immer gut funktionierende Kämpfer, die ihm treu ergeben sind. Sunny (Daniel Wu) ist so ein Kämpfer, auch Clipper genannt. Und er ist der Beste… auf einer Streife für seinen Baron stößt er auf den Jungen M.K. (Aramis Knight). Den will die Witwe (Emily Beecham) für sich haben… denn M.K. besitzt eine dunkle Gabe, die ihn zu einer gefährlichen Waffe macht. Sunny nimmt sich des Jungen an, gerät dabei aber in einen Gewissenskonflikt und will am Ende nur raus aus den Badlands, um dem Krieg der Barone zu entgehen und ins geheimnisvolle Azra zu gelangen.

Bitte einer nach dem anderen…

Tja, die Tatsache, dass ich jetzt so viele Worte zu dieser Serie verliere, sollte wohl klar machen, dass ich die sechs Folgen durchgehalten habe… denn wider Erwarten hat mich die erste Folge dann doch sehr fasziniert. Da wäre zum einen die Story, die mich doch irgendwie gepackt hat… zwar ist die in Sektoren aufgeteilte postapokalyptische Welt schon seit „Tribute von Panem“ nichts Neues mehr, aber diese Badlands gefielen mir trotzdem. Vielleicht weil es so eine Art Western-Welt mit Autos ist… oder weil einfach durch M.K. Und seine merkwürdige Begabung ein für mich sehr interessanter Fantasy-Aspekt dazu kam, den ich so nicht erwartet hätte. Möglicherweise (und ich lehne mich da jetzt mal aus dem Fenster) waren es auch die herrlichen Intrigen, die mich in einer Zeit ohne „Game of Thrones“ fasziniert haben. Wenn Baron gegen Baron kämpft, Bündnisse hinter den Rücken derjenigen gemacht werden, zu denen man eigentlich loyal sein sollte und schockierende „Beziehungen“ das Leben in den Badlands nur noch komplizierter machen. Es ist eine Mischung aus all dem, was mich dann doch an „Into the Badlands“ gefesselt hat.

Die Geschichte verspricht, gerade auch mit dem Cliffhanger im Finale der ersten Staffel, noch durchaus gutes Potenzial und könnte tatsächlich in der zweiten Staffel noch stärker ausgebaut werden. Für die ersten sechs Folgen hat mir das Setting und die Handlung aber schon einmal extrem gut gefallen.

Echte Schwertarbeit wird in Zukunft wieder gefragt sein

Dazu kommt eine weitere Sache, mit der ich nicht so gerechnet hätte: „Into the Badlands“ liefert möglicherweise die am schönsten choreografierten Kampfsequenzen, die ich seit langem gesehen habe. Allein schon in der erster Folge gibt es einen umwerfend inszenierten Fight im Regen. Was die Stunt-Choregrafen hier auf die Beine gestellt haben, ist wirklich sehenswert. In einer Mischung aus knallhartem Schwertkampf vermischt mit der Theatralik von „Tiger & Dragon“ schweben, springen, fliegen die Kontrahenten hier grazil durch die Luft, um ihre tödlichen Schwerthiebe oder Schläge auszuführen. Schnelle Schnitte, dann wieder Zeitlupen und eine Kamera, die immer dicht am Geschehen ist, machen aus diesen Kämpfen eine wahre Augenweide. Und wenn man sich mit der Thematik nicht so anfreunden kann, so sollte der geneigte Action-Fan doch für die Kämpfe bleiben. Denn die sind jedes Mal absolut großartig.

Dazu kommt noch eine Riege an wirklich guten, passenden Darstellern – wobei hier vor allem die Barone und ihre Entourage wirklich großartig besetzt sind. Daniel Wu dagegen bleibt als Held der Serie ein bisschen blass und auch von Aramis Knight erwarte ich in der zweiten Staffel durchaus noch mehr. Aber das Potenzial ist da… und „Into the Badlands“ könnte wirklich cool werden.

Wertung: 7 von 10 Punkten (coole Fights und interessante Story… ich bleibe erst einmal dabei)

Blogparade: Die zehn schlechtesten Remakes

11. August 2016

Damit ich nicht schon wieder die nächste Blogparade verpasse, muss ich jetzt mal meine Woche ein bisschen durcheinander werfen und mal an einem Donnerstag was veröffentlichen…. also nur, falls sich jemand wundert😉

Wir leben ja wirklich im Zeitalter der Remakes und Reboots. Eine unchristliche Welt, in der alles, was irgendwann mal gut oder auch weniger gut war, noch einmal wiederverwertet werden muss. Natürlich nicht des Geldes wegen, sondern um die Geschichte ja vielleicht doch ein bisschen anders oder aus einer anderen Perspektive zu erzählen. Schön finde ich dann auch immer, wenn es heißt, wir konzentrieren uns mehr auf die Buch-Vorlage als auf den Film, den wir hier eigentlich nur remaken. Es scheint kein Ende zu nehmen und irgendwann scheint man auch keine Skrupel mehr zu haben… so wird es demnächst ein Remake von „Ben Hur“ geben und ich warte nur noch darauf, wann sie den nächsten wirklich großen Klassiker für „eine neue Generation“ auffrischen werden.

Grund genug, dass Ma-Go eine Blogparade ins Leben gerufen hat, die da nach den schlechtesten Remakes Ausschau hält – und nachdem ich schon die Parade zu den besten Remakes verpennt habe, will ich doch wenigstens bei den schlechtesten mitmachen. Dabei habe ich jetzt aber wirklich nur Filme genommen, bei denen ich auch tatsächlich Original UND Remake kenne – immerhin gibt es auch genügend Remakes, bei denen ich das Orginal nie gesehen habe (wie zum Beispiel „Das Ding aus einer anderen Welt“)… also nicht wundern, wenn einige sehr offensichtliche Beispiele bei mir jetzt vielleicht nicht auftauchen.

Planet der Affen

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  • Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist das einzig Positive, was ich über Tim Burtons Remake von „Planet der Affen“ sagen kann, dass die Kostüme wirklich umwerfend gut aussehen. Alles andere an diesem Film hat mich immer so dermaßen gelangweilt, dass es schon ein bisschen wehgetan hat. Deswegen war ich dann damals auch dem Planet-der-Affen-Reboot sehr skeptisch gegenüber, das mich dann aber zum Glück doch eines besseren belehren konnte. Nur Burtons Affen werden mir immer ein Dorn im Auge sein.

Carrie

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  • Ich mag Brian De Palmas „Carrie“ wirklich sehr. Was Kimberly Peirce jedoch daraus macht, ist öde. Und dabei ist „öde“ noch nett formuliert. So richtig will die Geschichte mit Chloe Grace Moretz nie ins Rollen kommen, was vielleicht auch einfach daran liegt, dass Moretz einfach viel zu hübsch ist, um als gemobbtes hässliches Entlein zu funktionieren. Das hat bei Sissy Spacek im Original wesentlich besser und glaubhafter gewirkt. Außerdem setzt das Remake viel zu sehr auf Carries außergewöhnliche Fähigkeiten… und nimmt damit auch noch zusätzlich die Spannung vor dem großen Finale!

King Kong

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  • Nach „Herr der Ringe“ und noch vor „Der Hobbit“ hatte ich ja großes Vertrauen in Peter Jackson… und als er dann auch noch in gefühlt jedem zweiten Interview erzählte, wie sehr ihn der alte King Kong geprägt hat, wie sehr der Film in ihm die Faszination Film angefeuert hat, dachte ich noch: Wenn der Mann ein „King Kong“-Remake macht, kann das ja nur gut werden. Leider konnte ich am Ende mit Jacksons Kong-Version so absolut gar nichts anfangen: Das war zwar nettes CGI-Effekte-Feuerwerk, aber irgendwie zu überladen. Dennoch bin ich gespannt auf „Kong: Skull Island“.

Oldboy

  • Ich habe mich ja lange nicht an diesen Film getraut, weil ich den Original-Oldboy so sehr mag. Doch irgendwann war die Neugier zu groß und ich habe einen Blick riskiert, den ich sofort wieder bereut habe: Das US-Remake ist wirklich unheimlich langweilig. Da fehlt so ziemlich all das, was das Original großartig gemacht hat. Und nachdem Spike Lee ja immer wieder betonte, dass er sich mehr an den Comic gehalten hat, habe ich mir den mal durchgelesen… und muss ja sogar sagen, dass Park-chan Wook mit seinem Film ja sogar den Manga besser gemacht hat. Denn selbst der ist wirklich nicht besonders gut.

Conan

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  • Wer mich kennt, weiß, dass ich „Conan, der Barbar“ mit Arnold Schwarzenegger sehr liebe. Das ist der erste richtige Fantasy-Action-Film gewesen, den ich je gesehen (und auch der erste Film, in dem es eine richtige Sex-Szene gab, sofern man das Sex-Szene nennen kann, was Schwarzenegger da macht). Auf jeden Fall habe ich mir irgendwann mal im Fernsehen, das Markus-Nispel-Remake mit Jason Momoa angeguckt… auch wenn das ja nicht so richtig ein Remake ist, da sich Nispel ja auch mehr an den Texten von Robert E. Howard orientiert. Egal, wie man es jedoch dreht und wendet, dieser neue „Conan“ war einfach nur furchtbar.

Kampf der Titanen

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  • Ich mag ja das Original einfach schon wegen der tollen Stop-Motion-Arbeit von Ray Harryhausen. Der alte Kampf der Titanen ist ein toller Abenteuer-Film, der einen fasziniert. Das CGI-Remake hätte dann irgendwie auch von Michael Bay sein können… nur wären dann wahrscheinlich mehr Monster explodiert. Alles in allem ist das auch mal wieder ein schöner Beweis dafür, dass Old-School manchmal doch die Zeit überdauern kann.

Straw Dogs

  • Ich weiß noch, als ich Sam Peckinpahs „Straw Dogs“ das erste Mal gesehen habe. Da wusste ich nicht einmal, was mich da verstörendes erwartet… und seitdem habe ich vor kleinen, gemütlichen, englischen Dörfern auch immer ein bisschen Angst. Das Remake habe ich irgendwann mal eher zufällig gesehen und gehört für mich zu diesen neumodernen Fassungen von alten Klassikern, die wirklich nicht sein müssen.

Sag Niemals Nie

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  • Sag niemals nie“ ist der inoffizielle Bond-Film, der nicht zur Bond-Reihe gehörte und dennoch mit dem Original-Bond, Sean Connery, aufwarten konnte. Das Remake zu „Feuerball“ hatte eigentlich gute Voraussetzungen, um gut zu sein: Original-Bond, Max von Sydow als Blofeld, Klaus Maria Brandauer als Largo und Kim Basinger als Bond-Girl. Zwar alles nette Namen – nur so wirklich funktionieren will dieser Film. Vielleicht war Connery einfach wirklich schon zu alt für den Scheiß, aber das ist ein Bond, den man gerne übergehen kann.

Karate Kid

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  • Dazu muss man eigentlich wirklich nicht mehr sagen, oder? Der eine ist ein Kultfilm, der einfach nur Spaß macht (egal, wie viele Merkwürdigkeiten ihn zusammenhalten), der andere ist ein furchtbarer Will-Smith-Sohnemann-Film, der einfach nur nervt, in dem es nicht einmal um Karate, sondern um Kung-Fu geht und den selbst ein Jackie Chan nicht wirklich retten kann.

RoboCop

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  • Uff… aus coolem Film werde billiges Action-Gedöhns. Das scheint das Konzept hinter dem „RoboCop“-Remake gewesen zu sein. Das war eine Nummer, die ich gerne schnell wieder vergessen möchte. Joel Kinnaman kann wohl auch nur glücklich darüber sein, dass er nicht zu sehr mit diesem Film in Verbindung gebracht wird.

So, das waren so meine schlechten Remakes. Es werden aber sicherlich nicht die letzten schlechten Remakes bleiben… und so dürfen wir dann weiterhin sehr „gespannt“ sein, was da noch auf uns zukommen wird.

Schön das Licht anlassen!

10. August 2016

Es gibt ja eine Menge Horror-Filme, die auf Kurzfilmen basieren… und bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass dieses Konzept einfach nicht gut funktioniert. Doch dann habe ich mal ein bisschen recherchiert und bin dann doch wieder auf Beispiele gestoßen, wo es gut war, dass aus dem Kurzfilm ein Langfilm wurde. Bekannte (gute) Beispiele wären da „Evil Dead“, „Babadook“, „Saw“, „Trick ‚ Treat“, „Rare Exports“, etc. Es gibt aber leider auch sehr viele Beispiele, warum ein atmosphärisch dichter Kurzfilm nicht immer zum Langfilm taugt. Das war ein Problem, das ich mit „Mama“ hatte oder zuletzt mit dem türkischen „Baskin“… und jetzt gesellt sich mit „Lights Out“ ein weiterer Titel auf die Liste der Filme, die besser ein Kurzfilm geblieben wären.

„Lights Out“ des Schweden David Sandberg ist ein grandioser Kurzfilm. In knapp 3 Minuten erleben wir hier, wie eine Frau sich vor einem merkwürdigen Monster versteckt, dass sich nur zeigt, wenn das Licht aus ist. Der Film hat mich damals, als ich ihn das erste Mal sah, wirklich halb zu Tode erschreckt. „Lights Out“ ist als Kurzfilm unheimlich effektiv, enorm gruselig und spannend inszeniert. Die Langfilm-Variante, die Regisseur Sandberg nun dank Produzent James Wan ermöglicht wurde, lässt all das vermissen… weil nun natürlich noch irgendeine Geschichte rund um das Wesen in der Dunkelheit erzählt werden muss.

Rebecca (Teresa Palmer) ist schon vor langer Zeit bei ihrer depressiven Mutter Sophie (Maria Bello) ausgezogen… doch jetzt muss sie sich wieder ihrer Mutter stellen, denn nach dem Tod ihres Stiefvaters erzählt ihr Bruder Martin (Gabriel Bateman), dass ihre Mutter mit irgendwas in ihrem Schrank redet… und Nachts kann Martin schon nicht mehr schlafen, weil irgendetwas im Dunkeln lauert. Becca stellt daraufhin Nachforschungen an und entdeckt, dass das Wesen in der Dunkelheit Diana heißt und eng mit der traurigen Vergangenheit ihrer Mutter zusammenhängt.

Mein Gesichtsausdruck während des Films…

„Lights Out“ als Langfilm ist langweilig, vorhersehbar und leider Gottes mit einem furchtbaren Drehbuch versehen, bei dessen Dialogen man sich manchmal einfach nur die Ohren zuhalten möchte. Die Geschichte ist wirklich einfach nur lausig, die Hintergrundgeschichte zu dem Wesen in der Dunkelheit so abgelutscht und einfallslos – das ist so das Horror-Story-101, wie man es nicht mehr machen sollte… zumal jeder, der einfach nur aufmerksam den Trailer anschaut, die komplette Story schon erahnen kann, was auch nie ein gutes Zeichen für eine gelungene Geschichte ist.

Aber gut, es war ja abzusehen, dass die Story nicht so berauschend werden würde, funktioniert denn wenigstens der Horror? Leider auch nur bedingt! Was für einen Kurzfilm gut funktioniert hat, hat in der Langfilm-Fassung ziemlich schnell ausgesorgt. Zwar gelingt es Sandberg schon noch hier und da für gute Jump Scares zu sorgen, aber so richtig atmosphärisch gruselig wird die Dunkelheit in „Lights Out“ dann nie. Immerhin wirkt das Monster in der Dunkelheit immer noch gruselig genug und sieht tatsächlich ziemlich unheimlich aus, wenn da nur so die Augen leuchten, wenn man es da im Dunkeln hocken sieht – immerhin etwas, das an „Lights Out“ funktioniert.

Wo es dann noch viel mehr hakt, ist bei den Darstellern. Maria Bello macht da noch die beste Figur, als von Depressionen und anderen Dingen geplagte Mutter, die verzweifelt versucht, ihr Leben zu ordnen. Teresa Palmer dagegen versucht gar nicht groß, irgendwas zu machen – Hauptsache, die Haare sitzen perfekt, der Lidschatten um die Augen ist schön schwarz. Ihre Becca hätte mich wirklich nicht weniger interessieren können. Sie hat für mich weder als Heldin noch als Scream Queen wirklich funktioniert, weil ich es ihre Rolle einfach nie abgekauft habe. Selbst wenn Palmer verängstigt irgendwo durch einen Keller läuft oder im Dunkeln tapfer ihre kleine Taschenlampe nach vorne hält, hat sie mich nie so wirklich überzeugt, dass sie auch tatsächlich Angst hat. Und auch ihr Bruder, gespielt von Gabriel Bateman, war nicht sehr überzeugend und dazu noch mit etwas merkwürdigen Dialogen gestraft, die ihn weniger wie einen kleinen Jungen, sondern einen alten Soldaten wirken ließen, der tapfer seinen Truppen Mut zu spricht, kurz bevor es in den Kampf geht. Der einzige, den ich wirklich mochte, war Alexander DiPersia, der Beccas Freund Bret spielte. Der versucht die ganze Zeit verzweifelt, Becca vollständig für sich zu gewinne und wird von ihr immer ein bisschen abgeblockt – etwas, das ich zu gut kenne und deswegen vielleicht sehr viel Verständnis für den armen Bret aufbringen konnte😉

Insgesamt war mir „Lights Out“ einfach zu brav, zu unspektakulär. Außer ein paar netten Jump Scares kommt nicht so wirklich Horror-Stimmung auf, und wenn welche aufkommen würde, wird sie gleich wieder durch die öde Hintergrund-Geschichte vergrault. Alles in allem doch ein eher abschreckendes Beispiel dafür, dass Kurzfilme manchmal doch lieber Kurzfilme bleiben sollten.

Wertung: 4 von 10 Punkten (nach dem Kurzfilm hatte ich Angst im Dunkeln, nach dem Langfilm eher Angst vor Teresa Palmer)

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