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Tee zum Nicht-Geburtstag

20. Juli 2018

Ich frische mein Unwissen in Sachen alter Disney-Film im Moment ein wenig auf… und es fällt mir dann doch immer wieder sehr krass auf, wie hart die wirklich alten Klassiker des Mäuse-Studios doch sind. Ich finde, man merkt schon einen enormen Unterschied zwischen den einzelnen Filmen. Gerade in den Anfängen schien Disney ja nicht davor zurück zu schrecken, seine kindlichen Zuschauer wirklich komplett in Schockstarre zu versetzen und mit harten Momenten zu konfrontieren. Zuletzt hatte ich mich ja „Dumbo“ geschockt – mit der harten Strafe für seine Mutter oder den unheimlichen betrunkenen Visionen des kleinen Elefanten. Den Vogel hat Disney aber doch wirklich mit dem 13. Abend füllenden Film: „Alice im Wunderland“. Wow, so viel Verrücktheit in knapp 80 Minuten hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Zur Story muss ich ja eigentlich nicht allzu viel sagen, oder? Kleines Mädchen namens Alice (wer hätte es gedacht?) verfolgt ein Kaninchen in Eile und gelangt so ins Wunderland. Während sie den Hasen dort sucht, trifft sie auf allerlei sehr merkwürdige Gestalten: sie lernt die Grinzekatze kennen (die eigentlich Tigerkatze genannt wird), sie macht bei der Nicht-Geburtstagsfeier des verrückten Hutmachers und des Märzhasen mit, sie stößt auf rauchende Raupen und reimende Zwillinge und schließlich auf die böse Herzkönigin. Ach ja, und zwischendurch nimmt das kleine Mädchen die ganze Zeit irgendwelche Substanzen zu sich, futtert kleine, bunte Plätzchen, trinkt komisches Zeug, isst Pilze – womit dann „Alice im Wunderland“ einen kleinen Junkie zur Heldin im vielleicht verrücktesten Trip macht (lange, lange vor „Fear and Loathing in Las Vegas“).

So kocht man keinen Tee (und auch keine Maus)

Als verrückten Trip kann man „Alice im Wunderland“ wohl auch am besten beschreiben. Dieser Film ist so gar nicht, was man sich normalerweise unter einem Disney-Film vorstellt. Und genau das macht ihn so wunderbar. Das ist echt noch Disney in einer experimentierfreudigen Zeit. Das ist Disney auf einem herrlich verrückten Niveau… und Disney eigentlich eher so als absurder Episoden-Film, der wirklich nur die Kapitel eines Buches abarbeitet und seine kleine Heldin Alice von einem verrückten Abenteuer zum nächsten schickt. Der einzige rote Faden in diesem Film ist ein weißer – nämlich das weiße Kaninchen, dem Alice immer tiefer in den Wahnsinn folgt, ohne zu wissen, was sie erwartet, ohne zu wissen, was am Ende kommt.

Alice ist einfach nur neugierig – und dabei als Heldin dieses Abenteuers so schön nachvollziehbar. Wer würde nicht durch geheimnisvolle Türen schlüpfen, wenn dahinter so ein Wunderland wartet. „Alice im Wunderland“ ist so wunderbar abseits von den üblichen Märchengeschichten, die Disney auch schon davor und später noch erzählen wird. Die Tragik bei Alice liegt nicht in einem direkten Verlust, sondern vielmehr im Wunderland selbst, dass die kleine Alice fasziniert und gleichzeitig überfordert. Dass ihr aber auch zeigt, dass nicht alles immer nur nach ihrem eigenen Kopf gehen kann. Das Wunderland ist eine Welt voller Metaphern, eine Welt voller verrückter Wesen und Bilder, das man sich gar nicht daran satt sehen kann.

Gleichzeitig steckt in „Alice im Wunderland“ auch viel Horror, den Disney zwar in hübschen Bildern verpackt, die aber dennoch ordentlich schocken. Ich meine, nehmen wir nur mal die Geschichte von den Austern, die vom fiesen Walroß gefressen. Selbst jetzt in meinem „hohen“ Alter fand ich das ganz schön hart. Am Ende ist das Wunderland auch eine Land des Fressen und Gefressen werden – auch wenn es manchmal nur an den Verstand geht, der in Gefahr ist. Genau so das sonderbare Nicht-Geburtstagsfest des Hutmachers und des Märzhasen… super-gruselig und super-witzig zu gleich. Ein Kreislauf aus Tee-Trinken, den man nie bekommt (und dann noch diese arme kleine Maus, die gequält). Oder die fiesen Blumen, deren schöne Oberfläche nicht ihre Bosheit verbergen kann. Das ist alles erschreckend, aber auch erschreckend ehrlich – und in seiner Verrücktheit einfach ein tolles Erlebnis.

„Alice im Wunderland“ ist ein großartiger Film, eben weil er so herrlich verrückt ist und die Logik in allem so gekonnt über Bord wirft. Ein wirklich toller Film, der noch lange nachwirkt und den ich mir ab jetzt öfter anschauen werde.

Wertung: 10 von 10 Punkten (Disneys Nicht-Geburtstagsfilm ist wunderbar gaga)

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Sengoku Batman

18. Juli 2018

Das DCEU hat nach wie vor seine großen Schwierigkeiten, auch nur ansatzweise an die Erfolge des MCU anzuknüpfen. „Justice League“ war eine mittlere Katastrophe und nur „Wonder Woman“ stach bisher wirklich positiv aus der kleinen Gruppe von Superhelden-Filme der Marke DC hervor. Ganz anders sieht es da für Batman und Co. im Animationsbereich aus. Da können sich die Filme ja meistens doch sehen lassen und vor allem scheint sich DC hier auch mehr zu trauen. Als ich vor einiger Zeit einen Trailer zu „Batman Ninja“ sah, dachte ich: „Wow, wie cool ist das denn?“ Tja, leider klingt das nur auf dem Papier wirklich cool, denn der fertige Film kann den Erwartungen nicht so ganz standhalten – zumindest meinen nicht.

Batman macht mal wieder Dinge, die ein Fledermaus-Mann eben machen muss: Im Arkham Asylum kämpft er gegen Gorilla Grood, der dabei ist, eine Zeitmaschine einzusetzen. Was ihm auch gelingt… und so landet Batman auf einmal im feudalen Japan. Hier muss er feststellen, dass er nicht alleine in der Vergangenheit angekommen ist. Joker, Two-Face, Poison Ivy und noch einige andere Gestalten haben es sich im alten Japan gemütlich gemacht und mit Hilfe der Energie-Kapseln aus Groods Maschine angefangen, ihre eigenen Imperien aufzubauen. Doch zum Glück ist auch Batman nicht alleine in der Vergangenheit gelandet und so hat er bald Hilfe im Kampf gegen die Schurken – zumal es da auch noch einen Clan von Ninjas gibt, die einer alten Prophezeiung folgen, nach der Batman ihr großer Anführer wird.

Fledermaus zu Pferde

Ach, „Batman Ninja“… warum hättest du nicht cooler sein können? Ich meine, Batman als Ninja im feudalen Japan. Das klingt eigentlich nach einer Idee, auf die man schon viel früher hätte kommen müssen. Aber gut, besser spät als nie – nur dann am Ende scheitert es für mich doch an der Umsetzung. Oder besser gesagt: es scheitert für mich an der Story. Die Umsetzung ist nämlich phänomenal!

Takashi Okazaki erschuf einst den „Afro Samurai“ und war bei „Batman Ninja“ für das Charakter Design verantwortlich – und verdammt noch eins, das ist ihm gelungen. Batman als Anime-Figur im alten Japan sieht einfach nur verdammt cool aus. Sämtliche japanischen Looks der Figuren sehen verdammt (und ja, ich benutze es jetzt zum dritten Mal) genial aus. Anders kann man es nicht beschreiben. „Batman Ninja“ hat seinen ganz eigenen Look, ein wenig bunt, ein wenig schräg, aber bestens auf die Charaktere abgepasst. Allein der Joker ist eine Wucht und passt wunderbar in diese Zeit.

Zum Glück wird in „Batman Ninja“ jetzt aber auch nicht der typische Anime-Look verwendet. Zumal auch zwischendurch recht unterschiedliche Stile vermischt werden: da gibt es eine kurze Passage, die wirklich aussieht, als wäre sie mit dem Pinsel gezeichnet; dann gibt es wieder diese typischen „Afro Samurai“ Szene, in denen alles auf Tempo getrimmt ist. „Batman Ninja“ ist optisch gesehen ein absolutes Fest und packt den Batman in ein Szenario, das wirklich Spaß macht.

Das Blöde daran ist nur, dass es nicht so wirklich genutzt wird. Ich hätte gerne so eine Art „Last Samurai“-Szenario gehabt: Batman in Samurai-Rüstung, Batman als Ninja in geheimen Missionen, Batman als Ronin im Kampf gegen andere Gegner. Leider will „Batman Ninja“ ein bisschen abgedrehter sein – ein bisschen mehr Mecha-Anime! Jupp, ihr habt richtig gelesen. Letztendlich könnt ihr den subtilen Ansatz, der sich bei „Batman Ninja“ anbietet, in die Tonne treten. Denn statt Schwertkämpfen und Ninja-Action bekommen wir riesige Roboter (!), die sich kaputt kloppen.

Damit versaut sich der Film bei mir dann leider auch alles. Wozu dieses perfekte feudale Setting, dieser perfekte Look – nur um dann alles in großer Robo-Action versinken zu lassen? Das fühlt sich einfach wie eine absolut verspielte Chance an. Ganz ehrlich, ich würde mir wünschen, irgendjemand kehrt irgendwann zu der Idee von Batman als Ninja in Japan zurück und macht daraus eine Anime-Serie. Die dann ohne Roboter-Mist auskommt.

Die Roboter machen „Batman Ninja“ nämlich ziemlich schnell kaputt und öde. Und das ärgert mich so – warum nur??? Es sah alles so gut aus und dann das. Verdammt, verdammt, verdammt. So ein schön aussehender Film und dann diese langweilige Story. „Batman Ninja“ hätte eigentlich das beste Batman-Film-Erlebnis überhaupt sein sollen, weil Batman und Ninja halt einfach wirklich perfekt zusammen passt. Ach Mann… ich ärger mich!

Wertung: 5 von 10 Punkten (der Look ist Hammer, der Ansatz der Idee auch, die Umsetzung mit Riesen-Robotern passt dann leider gar nicht)

Das Tor zur Wahrheit

16. Juli 2018

Zwei Serien, die mehr oder weniger die gleiche Geschichte erzählen – welche davon guckt man dann eigentlich? Von „Fullmetal Alchemist“ habe ich schon vor einiger Zeit die erste Serie geguckt, bis ich dann irgendwann mal mitbekam, dass es noch eine zweite Serie gibt: „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“. Das war aber keineswegs eine Fortsetzung der ersten Serie, sondern noch mal ein Neuanfang, eine neue Interpretation… und ein Wagnis, das meine Neugierde erweckte. Ich habe mich insgeheim immer gefragt, wo denn der Unterschied sein mag. Gut, ich hatte schon gelesen, dass „Brotherhood“ viel dichter am Manga sein sollte, aber lohnt sich deswegen (zumal ich die Comics nie gelesen habe) trotzdem ein Blick? Es hat jetzt drei Jahre gedauert, doch endlich habe ich mich dazu durchgerungen, mir „Brotherhood“ anzuschauen.

Die Story ist erst einmal die Alte: Die Brüder Edward und Alphonse Elric sind auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Weil sie mit Alchemie versuchten, ihre Mutter von den Toten auferstehen zu lassen, verlor Edward seinen rechten Arm und ein Bein und sein Bruder Al sogar seinen ganzen Körper. Nur seine Seele ist noch übrig, die Ed an eine schwere alte Rüstung gebunden hat. Auf der Suche nach dem Stein der Weisen wird Ed zu einem staatlich anerkannten Alchemisten, um seine Forschung voranzutreiben. Dabei deckt er schon bald eine Verschwörung auf: Das Militär und die Regierung wird von so genannten Homunkuli unterwandert, künstlichen Wesen mit enormen Kräften, die von einer unbekannten Macht gesteuert werden – und Ed und Al erfahren auch, welche Opfer für einen Stein der Weisen gebracht werden müssen.

Alchemie 2.0

Die erste Serie zu „Fullmetal Alchemist“ hatte das Problem, dass der Manga noch nicht abgeschlossen war, als die Serie produziert wurde. Dementsprechend wurde nur ein Teil der Comics verfilmt und den Rest „erfand“ man dann quasi dazu – halt ein wenig wie „Game of Thrones“ das jetzt gerade macht. Ich bin ein großer Fan der ersten Serie, gerade diese Mischung aus Cyberpunk und Mittealter und dann am Ende noch diese verschiedenen Dimensionen waren schon echt ziemlich cool.

„Brotherhood“ und „FMA 1“ (wie ich es jetzt mal nennen will) beginnen sehr gleich. Die ersten 13, 14 Folgen kennt man theoretisch schon, was jemandem, der die alte Serie kennt, etwas Sitzfleisch und vor allem Geduld abverlangt. Erst danach spürt man dann langsam, dass hier doch einiges anders ist. Ganz klar im Vordergrund steht die Story. „FMA 1“ war mit seiner Thule-Organisation und den unterirdischen Stadt und dem ganzen Dimensionssprung (der ja dann auch für ein recht offenes Ende der Serie sorgte) sehr viel fantastischer, wenn man das über eine Serien-Welt, in der Alchemie an der Tagesordnung ist, so sagen kann. „Brotherhood“ fühlt sich da ein bisschen geerdet an, weil es am Ende viel „politischer“ ist. Es geht um die Verschwörung innerhalb der Regierung, es kommt zu einem riesigen Bürgerkrieg und zu zahlreichen Intrigen innerhalb des Staates. Das lässt die Serie gleich mal ein wenig erwachsener wirken – auch wenn es immer noch furchteinflößende Homunkuli gibt.

Man merkt „Brotherhood“ einfach an, dass es eine stabile und ausgearbeitete Grundlage gab, ein Ziel, auf das unerbittlich zugearbeitet wird. Das war leider das Problem von „FMA 1“, das fing gut an, suchte dann mitten drin einen neuen Weg, der dann erst zum Ende so richtig gefunden wurde. Dieses Problem hat „Brotherhood“ einfach nicht, sondern baut schön die Geschichte mit all ihren Verschwörungen sauber auf. Gleichzeitig ist das auch ein wenig das Problem von „Brotherhood“… es fühlt sich etwas gestreckt an. Ich bin mir sicher, diesen Bürgerkrieg und all das, was dazu gehört, hätte man sicherlich auch schneller erzählen können. Und ja, ein bisschen hat mir der Fantasy-Aspekt von „FMA 1“ auch gefehlt. Die Geschichte der Homunkuli wird aber stärker ausgebaut und gerade auch die von Ed und Al. Immerhin stehen die beiden Brüder auch hier im Zentrum und das Ganze wird im Gegensatz zu „FMA 1“ noch persönlicher.

Allerdings muss ich sagen, war ich dann ein wenig enttäuscht vom Finale. Nach dem langen Aufbau war das dann doch schnell vorbei und der große Kampf ist ziemlich schnell vorbei. Was schade ist, hatte ich doch gerade in dem Zusammenhang mehr erwartet. Immerhin ist „Brotherhood“ wirklich abgeschlossen, während „FMA 1“ ja sehr offen endete und eigentlich noch von seinen Zuschauern verlangte, noch einen Film als Epilog zu schauen (den ich aber nie gesehen habe).

Was ist also das große Fazit für beide Serien: „FMA 1“ hat mir insgesamt dann doch ein wenig besser gefallen, „Brotherhood“ ist dafür aber ausgereifter und runder. Jetzt werde ich mir irgendwann noch diesen Live-Action-Film dazu anschauen.

Wertung: 8 von 10 Punkten

Die Hard 2.0

13. Juli 2018

Stirb Langsam“ ist Kult – soviel steht wohl fest (obwohl ich schändlicherweise immer noch Freunde habe, die diesen Film nicht gesehen haben. Ich weiß, ich weiß, da bin ich meiner Verpflichtung als Filmbotschafter nicht wirklich gut nachgekommen.) Und ich muss sagen, ich habe immer wieder Angst vor dem Moment, an dem jemand in Hollywood auf die Idee kommt: „Mensch, die Kids von heute kennen doch bestimmt gar nicht mehr John McClane. Das müssen wir dringend ändern! It’s remake time!!!“ Davor habe ich wirklich Angst. Das wäre schon wirklich ein Affront, eine absolute Sünde. Weit davon entfernt scheinen wir aber mittlerweile nicht mehr zu sein, denn niemand geringeres als Dwayne Johnson und „We’re the Millers“-Regisseur Rawson Marshall Thurber wagen den ersten Schritt und bedienen sich in ihrem Action-Film „Skyscraper“ maßlos an dem alten Klassiker.

Der ehemalige FBI-Agent Will Sawyer (Johnson) soll für den Architekten Zhao Long Ji (Chin Han) die Sicherheit der „Pearl“ überprüfen. Die „Pearl“ ist ein riesiger Wolkenkratzer in Hongkong mit eigener Energie-Versorgung, einem mehrere Stockwerke hohem Park innerhalb des Gebäudes – kurz gesagt, es ist eine Kleinstadt im Inneren eines Wolkenkratzers. Sawyer bestätigt dem „Pearl“ die beste Sicherheit – ein großer Fehler, denn kaum ist das alles geklärt, überfallen Terroristen das Hochhaus, stecken ein Stockwerk in Brand und halten somit auch Wills Familie (Neve Campbell spielt seine Frau) fest. Der einstige FBI-Agent macht sich auf, den Turm in Hongkong zu erzwingen.

Klebeband hilft immer!!!

„Skyscraper“ ist kein guter Film, aber er ist auch kein schlechter Film. Es ist ein Dwayne-Johnson-Film. Der Typ will unterhalten, spielt gerne den Helden und rettet am Ende den Tag. „Skyscraper“ ist Popcorn-Kino der Art „Hirn aus und Spaß haben“! Logik darf und sollte man dringend draußen lassen, denn ansonsten gerät man in diesem Film arg ins Straucheln. Wie zur Hölle hat dieser heroische Sprung vom Kran ins Hochhaus jemals funktionieren können? Wie kommt dieser Muskelberg innerhalb von wenigen Augenblicken durch dieses Hochhaus? Was zur Hölle tut dieser mächtige Rock, als er irgendwann „eine Brücke stablisiert“ (Wirklich eine Frage, die ich mir nach wie vor stelle)? Wieso ist Duct Tape nur so effektiv? Ganz ehrlich, wenn Tom Cruise für „Mission: Impossible 4“ Tape gehabt hätte, wäre er den Burj Khalifa in Nullkommanichts hochgeklettert.

Kurz gesagt: „Skyscraper“ macht keinen Sinn – in all seinen Action-Sequenzen, aber wenn ein Will Sawyer selbst einmal sagt: „Das ist einfach nur bescheuert!“, dann hat man wenigstens die Gewissheit, dass Johnson und Thurber diesen Film nicht zu ernst nehmen. Und das rettet ihn zum Glück und macht ihn ganz unterhaltsam – auf eine dumme, unterhaltende Art und Weise.

Wenn man dann eben auch noch ein Fan von „Stirb Langsam“ ist, kann man sich die Zeit zusätzlich noch damit vertreiben, die gefühlt tausenden Verweise auf John McTiernans Klassiker zu finden. Vom Sprung aus dem Fenster (McClane benutzte einen Schlauch, Sawyer nimmt einfach Seil), vom Cop-Sidekick (der im Original viel cooler ist) und dem anfänglichen Verdacht, McClane würde zu den Terroristen gehören (das passiert Sawyer auch) bis hin zu abstürzenden Hubschraubern und Tresoren in einem Hochhaus, die dringend geknackt werden müssen: Es ist alles da. „Skyscraper“ ist zum Glück trotzdem kein Remake, wir könnten uns wohlwollend auf den Begriff Hommage einigen. Das wäre noch okay. Immerhin steckt ja auch noch ein bisschen „Flammendes Inferno“ mit dabei.

„Skyscraper“ möchte einfach ein bisschen altes Katastrophen-Kino und Action-Film mit einander verbinden. Innovativ ist der Film dabei kein Stück, aber auf seine komplett überzogene Art und Weise unterhaltsam. Dwayne Johnson spielt den sympathischen Held – so wie immer und wird zum Superman, der links und rechts die Feinde wegkloppt und am Ende noch einen coolen Spruch auf den Lippen hat. Mit diesem Film wandelt er wirklich auch ein wenig auf den Spuren eines Schwarzeneggers – Muskelprotz-Action pur.

Ich habe es ja schon mehrfach gesagt: „Skyscraper“ ist unterhaltsam – auf eine Gaga-Weise. Der Film nimmt sich nicht ernst, also sollte man ihn wirklich auch nicht ernst nehmen. Dann kann man wirklich Spaß damit haben. Große Spannung kommt aber einfach nicht auf. Als ob Super-Johnson wirklich fehlbar wäre…

Wertung: 6 von 10 Punkten (dieses Hochhaus mag zwar größer sein, aber ich bleibe dann doch lieber beim Nakatomi Tower)

Das erste Reinemachen

11. Juli 2018

Prequels… ich weiß nie so richtig, ob ich davon nun ein Fan sein soll oder nicht. „Star Wars“ hat mir gezeigt, dass ich besser kein Fan sein sollte. Das „Planet der Affen“-Prequel-Reboot-Sequel-Was-auch-immer-Ding hat wiederum gezeigt, dass sowas mit einer guten Idee wirklich funktionieren kann. Am Ende ist es aber trotzdem ein Schritt, der in vielen Fällen nicht unbedingt notwendig ist. Wenn die Filme gut ausgebaut sind, weiß man genug über die Vorgeschichte und kann seine Fantasie ein wenig spielen lassen. Dann braucht es kein Prequel. Aber Hollywood gibt ja bekanntlich einen feuchten Dreck, was wir brauchen und was nicht. Deswegen MUSS auch jeder wichtige Film irgendwann ein Prequel bekommen – und gerade Horror-Filme sind prädestiniert dafür, uns die Vorgeschichte von XY zu zeigen. Ob wir nun wollen oder nicht. Aber wie gesagt, manchmal kann eine Vorgeschichte ja auch interessant sein… vorausgesetzt, man macht es gut. James DeMonaco hat sich selbst eigentlich eine gute Vorlage gegeben, aber sie nicht so ganz zur Vollendung geführt. Nach den ersten drei „Purge“-Filmen kommt jetzt mit „The First Purge“ die allererste Purge-Nacht.

In den USA herrscht Chaos… und die Regierung hat Schwierigkeiten, diesem Chaos Herr zu werden. Aus diesen Wirren steigt eine neue politische Partei hervor – die New Founding Fathers of America. Die kommen, dank der Psychologin Dr. May Updale (Marisa Tomei), auf die Idee, den wütenden Menschen eine Chance zu geben, ihrer Wut freien Lauf zu lassen. Für 12 Stunden… denn angestaute Wut muss abgebaut werden, dann geht es den Menschen sofort besser. Als Testort wird Staten Island auserkoren und die NFFA bietet den Anwohner sogar Geld, wenn sie bei dieser ersten Purge mitmachen. Ein cleverer Schachzug, leben dort doch hauptsächlich die Armen New Yorks. Trotz Protesten findet die erste Purge-Nacht statt… und die junge Nya (Lex Scott Davis) versucht mit ihrem Bruder Isaiah (Joivan Wade) und ihrem Ex-Freund und Obergangster von Staten Island Dmitri (Y’lan Noel) diese erste Nacht zu überleben.

Alles hat einen Anfang…

Ich mag die „Purge“-Filme, vor allem eben wegen diesem Gedanken-Experiment: Was würde es wirklich bringen, wenn man den Menschen gestatten würde, einmal im Jahr für 12 Stunden alles machen zu können, um jedweden Stress und Frust einfach abzubauen? Wie viel kaputtes Tier würde aus einem selbst herauskommen, wenn man diese Chance hätte? Eine gute Frage für einen Film. Natürlich sind die „Purge“-Filme Horror-Filme, dementsprechend eskaliert hier alles immer sehr heftigt (an dieser Stelle denkt euch bitte alle selbst das „Anchorman“-Meme „That escalated quickly!“). Jeder Teil wurde noch härter, noch blutiger und brutaler.

Teil 4 macht da keine Ausnahme und bleibt der Reihe treu. Nach anfänglichem Zögern wird auch hier bald gemetzelt, was das Zeug hält. Allerdings – und dafür bin ich James DeMonaco echt sehr, sehr dankbar – versteckt er einen kleinen Twist in dieser ersten Purge, damit wir nicht sofort den Glauben an die Menschheit verlieren. Und dennoch hätte ich mir mehr von diesem Film gewünscht – eben gerade weil er das Prequel ist. Letztendlich erzählt uns „The First Purge“ wirklich gar nichts neues, was wir nicht schon kannten. Am Ende ist er einfach nur ein weiterer Purge-Film, der nach der typischen Säuberungsformel vorgeht: kleine Gruppe versucht diesen Alptraum zu überleben. Als Film so an sich ist das „unterhaltsam“ und auch spannend, aber als „Purge“-Prequel hat mir das einfach nicht gereicht.

Ich hätte mir ein wenig mehr von Dr. May Updales vermeintlicher Forschung gewünscht. Ich hätte gerne mehr vom Aufstieg der NFFA erfahren. Das Problem ist dabei nur, dann wäre das halt kein „Purge“-Film mehr gewesen. Es wäre ein Polit-Thriller geworden, in dem eine verworrene Ideologie auf Basis der Wissenschaft ihren Weg in die Köpfe der Menschen findet. Sicherlich wäre das ein interessanterer Film geworden, wenn DeMonaco mit seinen ersten drei Filmen nicht schon die Horror-Schiene eingeschlagen hätte. „The First Purge“ hätte wirklich ein wenig tiefer in die Ursprünge dieser Nacht eintauchen können. Dem Ganzen ein bisschen mehr Hand und Fuß geben können – mit ein wenig Bullshit-Wissenschaft. Warum auch nicht? Sicherlich hätte man auch das irgendwie Horror-mäßig mit fiesen Experimenten vorab untermauern können. Wäre dann halt kein typischer Purge-Film gewesen, aber warum auch nicht?

So wird halt brav die Purge-Formel eingehalten und nicht viel neu gemacht. Ich muss gestehen, die Geschichte von Nya und ihrem Bruder fand ich noch spannend – gerade weil sie gegen das Purgen ist und er es doch versuchen will. Wer mir aber sehr auf den Keks ging, war Gangster Dmitri, der im Film mehr und mehr zu Rambo und Superman in einer Person wird, große Sprüche klopft und alles niedermäht, was sich ihm in den Weg stellt. Frank Grillo war in Teil 2 wenigstens noch wirklich kampferprobt. Dmitri ist einfach nur von 0 auf 100 Superheld!

„The First Purge“ macht nichts neu, was wünschenswert gewesen wäre (gerade für eine Vorgeschichte). „The First Purge“ macht aber auch nichts wirklich falsch – in seinem eigenen Purge-Universum. Es ist halt alles wie immer. Und am Ende wirklich nur was für Fans der Reihe.

Wertung: 6 von 10 Punkten (unterhaltsam auf seine Weise, aber schon eine verpasste Chance, das Purgen ein wenig mit eigener „Mythologie“ zu untermauern)

Operation Cobalt

9. Juli 2018

Mein bester Freund nervt mich seit Wochen und Monaten mal wieder damit, dass ich unbedingt eine ganz bestimmte Serie gucken soll. Und gut, ich wehre mich komischerweise immer wacker gegen seine Vorschläge, nur um sie am Ende doch anzunehmen und dann auch tatsächlich toll zu finden (so verdanke ich ihm „Bojack Horseman“, „Buffy“ und „Angel“ und meine wiederentdeckte Liebe zu „The Walking Dead“). „The Walking Dead“ ist dabei ein gutes Stichwort: Besagter Freund ist irgendwann ein wenig von Rick Grimes und Co. abgewichen. Er hat’s immer noch geguckt, aber seine Begeisterung war ein wenig dahin. Dafür hatte er die Spin-Off-Prequel-Serie aber mehr und mehr in sein Herz geschlossen – und liegt mir jetzt seit Wochen und Monaten damit im Ohr, ich müsse doch unbedingt „Fear The Walking Dead“ gucken. Die Serie sei mittlerweile viel besser als die Mutter-Serie und die aktuelle vierte Staffel wäre einfach nur der Hammer und mal was ganz Neues. Ich habe mir das brav angehört, aber immerhin wieder gesagt: „Ich glaube eher nicht. Es gibt so viele andere Serien. Bla bla bla…“ Was mich jetzt letztendlich umgestimmt hat, der Serie doch eine Chance zu geben, ist die nicht enden wollende Euphorie seinerseits über die vierte Staffel. Und da Staffel 1 von FTWD ja nur sechs Folgen hat (ganz im Sinne von „The Walking Dead“ Staffel 1) habe ich es mal geguckt.

Der Ausbruch eines unbekannten Virus trifft die Bewohner von Los Angeles vollkommen unerwartet. Keiner weiß, woher das Virus kommt. Sicher ist nur, es scheint die Toten wieder zu beleben. Doch anfangs will das niemand so richtig wahr haben. In den Wirren der anfangenden Zombie-Apokalypse versucht die kleine Patchwork-Familie von Madison Clark (Kim Dickens) mit dieser Situation klar zu kommen. Ihr Sohn Nick (Frank Dillane), ein Heroin-Süchtiger, hat den ersten Kontakt mit den Untoten, doch zu dem Zeitpunkt will ihm noch keiner so richtig glauben. Weder seine Mutter noch Schwester Alicia (Alycia Debnam-Carey) noch Madisons Verlobter Travis (Cliff Curtis). Doch irgendwann nimmt die Epidemie Übermaß – und das Militär schreitet ein.

Gruppenfoto – ohne Untote

Es ist wie mit jedem Prequel, oder? Die berühmte Frage, ob man so dringend erzählen muss, wie alles angefangen hat. Gut, Rick lag in „The Walking Dead“ ja ziemlich lange im Koma und hat nicht mitbekommen, wie die Welt den Bach runter ging. Aber muss man da jetzt noch eine Serie draus machen? Ich muss gestehen, ich bin nach Staffel 1 von „Fear The Walking Dead“ noch ein wenig unschlüssig. Immerhin kann „Fear“ dem ganzen Zombie-Ausbruchsszenario nicht wirklich etwas Neues hinzufügen, was wir nicht letztendlich schon tausend Mal in anderen Filmen oder Serien gesehen haben. Das Militär ist überfordert, die Menschen flüchten in Panik. Es werden Quarantäne-Zonen eingerichtet, die vermeintlich sicher sind, nur damit sie sich irgendwann als doch nicht so sicher erweisen und überrannt werden. Erzählerisch behandelt „Fear The Walking Dead“ all diese Dinge recht konventionell und ohne so wirklich was Neues dazu zu erfinden. In der Welt von „The Walking Dead“ ist das eine nette Randnotiz, aber jetzt auch nichts, was man sich nicht so hätte herleiten können.

Ihr merkt, so ganz hat es scheinbar doch nicht mit mir und „Fear The Walking Dead“ geklappt… aber auch wenn ich die Story jetzt nicht super aufregend fand, war es doch irgendwie auch interessant zu sehen. Es ist halt einfach mal ein anderer Blickwinkel und mit Madisons kleiner Familie ist eine interessante Gruppe aus unterschiedlichen Charakteren in diesem Chaos gefangen. Doch ich muss auch ehrlich sagen, dass mich außer Madison und Nick die anderen Charaktere nicht so wirklich interessiert haben. Madison und Nick sind noch am stärksten ausgebaut – Madison, weil sich halt alles einfach von Anfang an um sie dreht und wir erleben, wie ihre kleine, vermeintlich heile Welt so langsam zerfällt; Nick, weil er einfach ein Junkie ist und gleichzeitig auch ein gerissenes Schlitzohr, der irgendwie versucht, sein Ding durchzuziehen. Alle anderen sind schmückendes Beiwerk. Nur noch interessant sind der am Ende eingeführte undurchsichtige Strand (Colman Domingo), der zumindest vermuten lässt, dass er ein cooler Charakter werden könnte und Daniel Salazar (Ruben Blades), der sich schon mal als Foltermeister unter Beweis stellt und sicherlich noch für Ärger sorgen wird.

Alles in allem bin ich von „Fear The Walking Dead“ noch nicht so ganz überzeugt. Die ersten sechs Folgen, die erste Staffel war nett, aber mehr auch noch nicht. Ich weiß nicht, ob ich bei so einem Prequel noch mehr hätte sehen wollen, wie die Regierung reagiert, wie vielleicht die Wissenschaft reagiert. Vielleicht hätte man das Ganze mal komplett anders aufziehen können als nur wieder eine Familie in den Vordergrund zu rücken. Wie gesagt, das war alles nicht schlecht und liefert ein paar kleine neue Ansätze im „Walking Dead“-Universum, so richtig umgehauen hat es mich aber noch nicht.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Walking Dead Origins fängt langsam an)

Der Wagen vom Chef

6. Juli 2018

Manchmal wünschte ich, ich würde nicht so eine innerliche Verpflichtung zu meinem Blog und natürlich zu euch, meinen treuen Lesern haben. Denn dann würde es mir wahrscheinlich leichter fallen, zuhause einfach mal einen Film auszumachen, der mir einfach nur auf den Keks geht. Doch nach knapp 10 Jahren des Bloggens schaltet sich in dem Moment, an dem ein normaler Mensch einfach ausschalten würde, ein Schalter bei mir um… ich fange an, die Dinge, die mich stören, noch weiter zu analysieren. Ich fange schon an mir zu überlegen, was ich alles an diesem Film zerreißen möchte – und schaue gefühlt nur noch halb richtig hin, während ich in Gedanken schon die Liste für den kommenden Verriss schreibe. Und wenn ich ehrlich sein soll: Es macht ja auch Spaß, dann und wann mal einen Verriss zu schreiben. Immer nur gute Filme vorzustellen, ist doch langweilig 😀

Also zum Wohle des Blogs, zur Freude (hoffentlich) von euch – kommt jetzt die Warnung: Lasst die Finger von dem Film „The Lady in the Car with Glasses and a Gun“. Ich weiß, der Titel klingt verdammt cool und war eigentlich auch das, was mich zu diesem französischen Film in allererster Linie gezogen hat. Doch leider ist der Titel auch schon fast das Einzige, was an diesem Film cool ist – zumal der Titel eine kleine Lüge ist: es gibt die Lady, es gibt das Auto und auch die Brille, nur auf die Waffe müssen wir verdammt lange warten müssen. Aber ich greife voraus.

Die junge Sekretärin Dany (Freya Mavor) soll über Nacht bei ihrem Chef ein wichtiges Projekt beenden, während er mit seiner Frau auf eine Party geht. Pflichtbewusst erfüllt Dany ihre Aufgabe, nur um am nächsten Tag eine neue zu bekommen. Chef und Frau (Benjamin Biolay und Stacy Martin) wollen in den Urlaub und Dany soll sie zum Flughafen fahren. Anschließend soll sie dann bitte den Wagen, einen schicken Thunderbird, zurückfahren. Statt jedoch nach Paris zu fahren, will Dany ans Meer und „entführt“ den Wagen vom Chef. Und dann wird es merkwürdig… mehr und mehr Leute auf ihrer Fahrt zum Meer behaupten, sie schon einmal gesehen zu haben, was eigentlich unmöglich ist. Nur es hört da einfach nicht auf.

 

„The Lady in the Car with Glasses and a Gun“ versucht ganz verzweifelt auf Mystery zu machen. Allerdings tut sich Regisseur Joann Sfar extrem schwer damit, diese Mystery-Geschichte auch nur ansatzweise aufzubauen. Es kommen halt einfach nur ständig irgendwelche Leute, die Dany anquatschen, die ist irgendwann genervt, faucht die Leute an und fährt quasi weiter zur nächsten Person, die sie solche Sachen fragt. Das nervt nicht nur Dany, sondern nervte auch mich extrem schnell. Sfar baut hier kein Geheimnis auf, es ist einfach nur merkwürdig – und wird nur noch merkwürdiger, als Dany in einer Tankstelle angegriffen wird und keiner bemerkt was. Dabei saßen gerade noch gefühlt 10 Leute da rum, aber keiner bemerkt es, dass da auf einmal noch eine andere Person auftaucht, einen junge Frau überfällt und wieder abhaut.

Wie gesagt, „The Lady in the Car with Glasses and a Gun“ möchte gerne super mysteriös sein, klatscht aber einfach nur eine Abfolge von sonderbaren Situationen aneinander, ohne diese clever miteinander zu verbinden. Ganz zu schweigen von der nicht minder absurden Episode mit einem Typen namens Georges (Elio Germano), die gefühlt auch nur dazu da war, um ein bisschen Sex in den Film zu bringen. Es macht einfach nichts an dieser Geschichte einen Sinn. Beim Gucken hatte ich echt das Gefühl, Sfar hatte einfach nur irgendwann diesen coolen Titel im Kopf und hat verzweifelt versucht, daraus einen Film zu machen. „The Lady in the Car with Glasses and a Gun“ wäre besser gewesen, wenn sie wirklich einfach nur durch Frankreich gewesen wäre und einfach so ein paar Leute getroffen hätte. Diese Mystery-Sache, in der dann irgendwann auch noch eine Leiche auftaucht, macht keinen Sinn und wird nur noch bescheuerter, wenn man die Auflösung serviert bekommt, bei der man dann wirklich einfach nur mit dem Kopf schütteln kann. Einfach nur dumm.

Das Einzige, was der Film kann, ist tatsächlich gut aussehen. Das liegt zum einen an dem tollen Auto und zum anderen liegt das an Freya Mavor. Von der konnte Joann Sfar und sein Kamera-Mann Manuel Dacosse offensichtlich nicht die Augen lassen. Denn gerade zu Beginn des Films ist diese Kamera schon teilweise sehr unangenehm voyeuristisch. Mavor ist wirklich eine sehr attraktive Frau, aber wir starren ihr ständig nur auf die langen Beine, auf den Hinter und in den Ausschnitt. Wer diese Dany ist, die sie da spielt, interessiert hier nach fünf Minuten scheinbar niemanden mehr. Womit die Probleme dann weitergehen: Wenn man sich wenigstens für diese junge Frau interessieren würde, würde man sich ja vielleicht noch wundern. Aber sie ist langweilig ohne Ende – ihre plötzlichen Selbstgespräche machen keinen Sinn, ihr ganzes Verhalten macht keinen Sinn, dieser Film macht einfach keinen Sinn. Sfar hat kein Gespür für seine Hauptdarstellerin, kein Gespür für seine Geschichte – alles was er hat, ist ein schönes Auto, eine schöne Frau und einen schönen Titel. Leider macht das keinen guten Film.

Wertung: 3 von 10 Punkten (eine Schlaftablette von einem Film, der so gerne cool und kultig sein wollte und nichts davon hinbekommt)

Chat mit einem Unbekannten

4. Juli 2018

Ist Kristen Stewart eigentlich mehr als nur Bella aus „Twilight“? Eine Frage, die ich mir noch nie so richtig beantworten konnte. Ich kenne sie ja nur aus diesem einen Film, den ich tatsächlich auch gesehen habe und all den Trailern zu den anderen Vampir-Filmen, die ich gesehen habe (also die Trailer, aber nicht die Filme). Dann war sie irgendwann ein verschlafenes und langweiliges Schneewittchen und das war’s für mich mit Madame Stewart. Letztens habe ich sie dann noch in „American Ultra“ gesehen, aber auch das war nicht wirklich so nennenswert. In meinen Augen steht Stewart da als Schauspielerin also nicht sonderlich hoch im Kurs… doch ich höre natürlich, dass auch sie immer wieder in tollen Filmen mitgespielt haben soll. Filme, die ich nicht gesehen habe. Deswegen und weil ich letztens darüber bei Miss Booleana darüber gelesen habe, bin ich beim „Personal Shopper“ mit Stewart in der Hauptrolle gelandet.

Unter der Führung des „Die Wolken von Sils Maria“-Regisseurs Olivier Assayas, der Stewart ja mehrere Auszeichnungen bescherte, wird die einstige Vampir-Liebhaberin zu einem Personal Shopper. Als Maureen kauft sie für das Starlet Kyra (Nora Waldstätten) Klamotten, Schmuck und sonstiges. Dafür reist sie immer wieder zwischen Paris und London hin und her. Gleichzeitig muss sie aber auch den Tod ihres Bruders Lewis verarbeiten. Der starb sehr jung an einem Herzinfarkt, doch Maureen ist noch nicht bereit, sich von ihm zu verabschieden. Denn die beiden glauben fest daran, dass es nach dem Tod noch weiter geht und so wartet Maureen auf ein Zeichen ihres Bruders… und schon bald bekommt sie auch eins. Als sich dann auch noch ein Unbekannter per Telefon-Nachrichten bei ihr meldet, fragt sich Maureen, ob das möglicherweise ihr Bruder sein könnte.

DEN Pulli hat sie sich allein gekauft.

„Personal Shopper“ entführt uns in eine recht skurrile Welt. Ich finde allein die Tatsache, dass jemand als Personal Shopper für einen Star seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, wahnsinnig interessant. Leider ist die Beziehung zwischen Shopper und Star für diesen Film nicht sonderlich wichtig – und auch das Shoppen selbst, ist dann eher unspektakulär. Aber gut, ich bin auch froh, dass es nicht mehr Gewicht hatte, denn wer will schon einen Film, der den Titel „Personal Shopper“ zu ernst nimmt?

Stattdessen verbindet Assayas das eher unspektakuläre Leben einer jungen Frau in Trauer und Einsamkeit mit einer interessanten Frage: Gibt es etwas nach dem Tod? Sprechen die Geister mit uns? Bleiben die Seelen irgendwie bei uns? Das Schöne an „Personal Shopper“ ist, dass der Film jetzt dadurch kein wirklicher Horror-Film wird. Es bleibt trotz einiger „gruseliger“ Szenen doch mehr ein Drama um eine junge Frau. Eine junge Frau, die ihren Platz nicht wirklich gefunden hat. Die ihrem Bruder nachtrauert und die scheinbar nur so dahin treibt. Eine Frau, die dann natürlich auf diesen unbekannten Jemand sehr schnell anspringt – trotz anfänglicher Bedenken.

Hier kommen wir aber zu einem Punkt, bei dem ich ein wenig zwiegespalten bin. Auf der einen Seite ist das ein interessanter Aspekt im Film, gerade, weil man es automatisch irgendwie mit Maureens Bruder verbindet und dann doch nie so wirklich weiß, wer es dann eigentlich ist. Auf der anderen Seite hat es mich tierisch genervt, gefühlt die Hälfte der Zeit Kristen Stewart dabei zu zusehen, wie sie Nachrichten schreibt, Nachrichten liest, Nachrichten ignoriert, ihr Telefon ausschaltet, ihr Telefon wieder anschaltet, auf Nachrichten wartet. Das war wirklich nicht meins, zumal sie die Frage nach dem unbekannten Chatter nie wirklich weiter verfolgt

Doch das ist der einzige Punkt, an dem ich bei „Personal Shopper“ meckern würde. Ansonsten ist es ein ziemlich spannender Film mit einer – und Achtung, jetzt kommt’s – einer großartigen Kristen Stewart, die diesen Film ganz allein auf ihren Schultern trägt. Denn letztendlich hängen wir an ihr wie Geister. Wir beobachten sie beim Schreiben, beim Lesen, beim Shoppen, beim schlimme Dinge entdecken – und Stewart verleiht dieser Maureen die nötige Tiefe, um mit ihr auch ein wenig mitleiden zu können.

Eine Sache habe ich jetzt verschwiegen… auch wenn „Personal Shopper“ mehr ein Drama ist, so hat der Film doch auch ein paar Grusel-Elemente, die tatsächlich ziemlich gut platziert sind und effektiv genutzt werden (es ist jetzt kein „Hereditary“, aber gerade, weil man es in diesem Film so manchmal gar nicht erwartet, sind die kleinen, aber fein platzierten Szenen extrem gut). Horror funktioniert also auch in der Welt von „Personal Shopper“. Ein Film, der dann am Ende noch mit einer wunderbaren letzten Szene ein wenig vom Hocker haut. Es ist eine äußerst interessante und spannende Schlussnote, die Assayas setzt. Ein letzter furchtbar faszinierender Gedanke, der noch lange in den Abspann hinein nachwirkt und zum Denken anregt – und dem ganzen Film clever eine kleine neue Note gibt. Hut ab dafür!!!

Wertung: 8 von 10 Punkten (cleveres und intensives kleines Indie-Drama mit einer schönen Note Horror und einer umwerfenden Stewart)

Der Höllenvater

2. Juli 2018

Ich habe mich vor nicht allzu langer Zeit schwer durch Herman Melvilles „Moby-Dick“ gequält – eine nicht gerade dünne Ausgabe. Aber offensichtlich scheint die indonesische Taschenbuchausgabe ziemlich gekürzt zu sein. Vielleicht haben sie da einfach all die Sachen über Ausgucke, Harpunen und die unterschiedlichen Walfang-Arten rausgelassen und sind einfach gleich zum spannenden Teil übergegangen. Wieso ich über die indonesische Ausgabe von Melvilles Klassiker rede? Sie spielt eine nicht unwichtige Rolle im Film „Headshot“ mit „The Raid“-Star Iko Uwais. Da liest nämlich jemand eine verdächtig dünne Ausgabe von Moby-Dick. Und das ist mir sofort aufgefallen… aber gut, „Headshot“ ist jetzt kein Wal-Film, sondern knallharte Martial-Arts-Action mit Literatur-Anleihen.

Der gefährliche Gangster-Boss Lee (Sunny Pang) bricht aus dem Gefängnis aus. Zwei Monate später wird am Strand ein junger Mann mit einer Kopfschusswunde (Iko Uwais) angespült, der sich aber an nichts mehr erinnern kann. Die junge Ärztin Ailin (Chelsea Islan), die eben auch großer Moby-Dick-Fan ist, nennt ihren Patienten daraufhin einfach Ishmael (und ich habe wirklich den ganzen Film darauf gewartet, dass er einmal sagt: „Nennt mich Ishmael“ – aber, Spoiler, er tut es nicht). Ishmael versucht nun also sein Gedächtnis zurück zu erlangen und muss bald feststellen, dass er auf irgendeine Art und Weise mit Lee verbunden ist. Der entführt nämlich kurzer Hand Ailin und so muss Ishmael hinterher… zum Glück hat er dabei nicht vergessen, dass er ziemlich krasse Kampf-Moves drauf hat.

„Headshot“ ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Die Story ist absolut Banane. Und ja, ich weiß, bei einem Martial-Arts-Film bei der Story zu meckern, ist fast so, als würde man sich beschweren, dass ein Beat-Em-Up-Videospiel keine gute Story hat. Aber es gibt einfach auch mal genügend Beweise für Martial-Arts-Kampf-Filme, die neben tollen Kampf-Szenen auch mit einer guten und spannenden Story glänzen. Iko Uwais hat ja selbst schon in einem mitgespielt – „The Raid“ war toll. Spannend und einfach nur grandios anzuschauen.

Das größte Problem hat „Headshot“ einfach tatsächlich damit, dass die beiden Regisseure Kimo Stambeol und Timo Tjahjanto, der auch das Drehbuch geschrieben hat, auch noch eine unglaublich tiefgründige Geschichte erzählen wollen. Eine Geschichte, die sehr stark an „Unleashed“ mit Jet Li erinnert. Nur hatte Luc Besson da eine bessere, ergreifendere Geschichte geschrieben, in der Jet Li seine Kampfkunst unter Beweis stellen konnte und bei der einem auch die Schicksale der Charaktere ans Herz gingen. „Headshot“ möchte das auch gerne, bemüht sich aber nicht im Geringsten darum, diese Geschichte auszubauen. Allein, wie billig Ailin und Ishmael zusammengeworfen werden… so funktioniert das nicht. Auch später, als Ishmael wieder alles aus seiner Vergangenheit erfährt, kommt der Film nicht über ein paar Oberflächlichkeiten hinweg. Die Geschichte hätte man besser ausbauen können, weil sie tatsächlich ziemlich spannend sein könnte. Aber am Ende geht es „Headshot“ nur darum, eine Rahmenhandlung für Kämpfe zu liefern. Die ist dann aber so platt, dass man sich bei einer Laufzeit von 2 Stunden ziemlich schnell langweilt.

Immerhin entschädigt „Headshot“ zwischendurch mit ein paar sehenswerten Kampfeinlagen, bei denen man aber auch immer wieder ein wenig mit dem Kopf schütteln muss. Ja, es ist ein Martial Arts Film. Und ja, die sollen sich schön brav mit Händen und Füßen die Schädel kaputt hauen. Aber in diesem Film müssen sie – schlimmer als Storm Trooper – erst einmal wild mit ihren Maschinengewehren und Pistolen auf kürzeste Distanz immer und immer wieder ihr Ziel verfehlen. Das wird in diesem Film irgendwann echt nervig, weil es so verdammt, verdammt albern wirkt. Sie schießen und schießen und würden nicht einmal einen Elefanten treffen, wenn die Mündung direkt an dessen Haut wäre (und nein, ich befürworte nicht das Töten von Elefanten, mir fiel nur jetzt gerade kein besseres Beispiel ein).

Aber gut, wenn alle Kugeln irgendwann sinnlos verballert sind, geht das Gekloppe los und hier darf Iko Uwais dann endlich zeigen, was er drauf hat. Das sieht grandios fies aus, beinhaltet fiese Knochenbrüche und ist wunderbar in Szene gesetzt – sprich: es gibt gar nicht so viele wilde Schnitte, sodass man sich ganz auf das Kampf-Spektakel einlassen kann.

„Headshot“ ist ein guter Kampf-Film, der einfach viel zu lange mit seiner Story langweilt, die nie richtig zum Tragen kommt. Dann lieber nur 90 Minuten und einfach schönes Gekloppe. Würde mir auch schon reichen.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Kloppe gut, Story nicht)

Eine schrecklich korrupte Familie

29. Juni 2018

Okay, vielleicht setze ich mich jetzt total in die Nesseln mit dieser Frage, aber gibt es noch gute und vor allem aktuelle Sitcoms? Ich rede jetzt nicht von welchen, die immer noch laufen. Ich frage mich tatsächlich in letzter Zeit: Werden noch Sitcoms produziert? Ist das in diesem Serien-Kosmos, der mehr und mehr von Netflix, amazon und Co. beherrscht wird, überhaupt noch ein Konzept, das die Macher interessiert? Ich gucke ja wirklich gerne Sitcoms, weil sie so perfekt zum Frühstück oder mal kurz vorm zu Bett gehen immer noch gut funktionieren. Doch irgendwie kommt es mir so vor, als würde ich nur „altes“ Zeug schauen und nicht mehr wirklich was Neues (in diesem Sinne bitte ich euch auch inständig mir einfach so ein paar gute Sitcom-Vorschläge zu geben, ich brauche mal wieder was ganz neues). Nachdem ich bei Netflix erst vor kurzem mal wieder einmal komplett „Friends“ geguckt habe, wollte ich was für mich Neues… und bin so zu einer Serie gekommen, die ich irgendwann vor Ewigkeiten mal geschaut hatte, mich aber nicht mehr so richtig an sie erinnern konnte – außer, dass ich damit durchaus meinen Spaß hatte: „Arrested Development“.

Willkommen bei der Familie Bluth, einst reich und schillernd, geht auf einer Firmen-Party auf einmal alles den Bach runter. Vater George Sr. (Jeffrey Tambor) wird wegen Korruption und allerlei anderem Kram eingesperrt und hinterlässt eine ratlose Familie, die gar nicht weiß, wie sie mit der Situation umgehen soll. Zum Glück gibt es da aber noch Michael (Jason Bateman), der die Familie zusammenhalten und die Firma seines Vaters retten will. Was nie wirklich einfach ist, nicht bei der Firma und erst recht nicht bei der Familie: da wäre Mama Lucille (Jessica Walter), manipulativ und materialistisch wie es nur geht. Doch auch Michaels Schwester Lindsey (Portia de Rossi), die auch nur ans Geld denkt und starke Probleme mit ihrem Ehemann Tobias Fünke (David Cross) hat. Bruder Gob (Will Arnett) macht eigentlich auch nie was, hält sich aber für den Größten – ob nun als Zauberer oder als „Macher“ in der Firma. Mamas Liebling Buster (Tony Hale) hängt einfach zuhause rum und hat eine sehr ungesunde Beziehung zu seiner Mutter. Keine guten Vorbilder für Michaels eigenen Sohn George Michael (Michael Cera) und dessen Kusine Maeby (Alia Shawkat), in die George Michael zu allem Überfluss auch noch schwer verliebt ist.

Hier lacht bald keiner mehr

Uff… das war viel, aber „Arrested Development“ hat ja auch einen riesigen Cast – und damit habe ich jetzt nur die Hauptcharaktere abgefrühstückt, die für die von Fox produzierten ersten drei Staffeln vor der Kamera standen. Und ich will jetzt auch erst einmal nur über die Staffel 1, 2 und 3 reden. Was dann bei Netflix passiert, darüber reden wir an anderer Stelle.

Wie gesagt, ich hatte die ersten vier Staffeln vor Ewigkeiten eigentlich schon mal gesehen… jetzt also noch einmal eine Auffrischung. Und was soll ich sagen? „Arrested Development“ ist großartig. Allein schon Ron Howard als Erzähler ist mit seiner lakonisch-ironische Kommentation der Ereignisse ein Highlight. Überhaupt finde ich diesen recht ungezwungenen Mockumentary-Stil der Serie ganz cool. Das ist jetzt nicht so wie bei „Modern Family“ immer wieder durch Interviews unterbrochen. Vielmehr dürfen wir uns das Chaos Familie Bluth in seiner ganzen Rohheit anschauen – nur süffisant kommentiert von Ron Howard.

Letztendlich sind es bei dieser Sitcom, wie auch bei jeder anderen gut funktionierenden Sitcom, aber die Darsteller und die Charaktere, die sie verkörpern. „Arrested Development“ liefert eine wunderbar schräge, total verrückte Ansammlung von Menschen, unter denen wirklich nur Batemans Michael noch halbwegs als normal zu bezeichnen ist. Aber gerade deswegen macht das alles so viel Spaß. Tobias Fünke ist vielleicht mein Fan-Favorit… als never-nude, der sich nackt machen kann und Jeans-Shorts trägt, der sich als Schauspieler versucht und seine unterdrückte Homosexualität nicht wahrhaben kann. Aber auch Will Arnett als Gob ist cool (wobei ich bei seiner Stimme jetzt immer auch ein wenig „Bojack Horseman“ vor Augen habe) oder Tony Hale als Buster, der irgendwann noch seine Hand verliert und die Wahrheit über seinen (wahren) Vater herausfindet.

Diese Serie macht Spaß, weil sie nie vorhersehbar ist. In Staffel 3, als auf einmal Charlize Theron als Michaels neue Freundin auftaucht, wird’s wunderbar gaga. Oder wenn sich Tobias in Staffel 2 der Blue Man Group anschließen will – nur um festzustellen, dass es nicht um „traurige“ Männer geht. Oder Maebe, die sich einen Job als Film-Produzentin erschwindelt – ohne es je wirklich gewollt zu haben. Dazu kommen merkwürdige Irak-Deals und was nicht alles.

In seinen ersten drei Staffeln feuert „Arrested Development“ wirklich aus allen Rohren und trifft immer genau ins Schwarze. Scheinbar ohne Probleme balancieren die Macher diese vielen, unglaublich verschiedenen Charaktere aus, ohne das einer zu kurz kommt.

Die ersten drei Staffeln sind wirklich perfekt. Es gibt eine Episode, die überflüssig wirkt, es gibt einen inneren Fluss der Handlung, durch den sich alles so anfühlt, als würde man wirklich eine ewig lange Dokumentation sehen, statt einfach nur aneinander gereihte Einzelepisoden. Das ist wirklich großartige Unterhaltung.

Ich bin jetzt mal gespannt, wie es unter Netflix weitergeht – mit dem Re-Cut der vierten Staffel und der ganz neuen fünften.

Wertung: 10 von 10 Punkten (drei Staffeln beste Unterhaltung mit einer großartig schrägen TV-Familie)