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TGIF XVII: Godzilla 2000

17. Mai 2019

Willkommen in einer neuen Ära von Godzilla. Mit „Godzilla vs. Destoroyah“ endete die Heisei-Phase und sollte eigentlich erst einmal wieder für eine Pause für das Monster bedeuten. Doch dann kamen die Amerikaner unter der Führung von Roland Emmerich und brachten eine US-Version von Godzilla in die Kinos. Diesen Film habe ich nur noch schwach in Erinnerung – und werde ich ihn vielleicht irgendwann mal nachholen. Jetzt geht es erst einmal um die Godzilla-Filme unter Toho. Ein Jahr nach Emmerichs Godzilla wurde das Original wiederbelebt und die relativ kurze Millennium-Phase begann. Den Start macht Godzilla Nr. 23: „Godzilla 2000: Millennium“.

Das Godzilla Prediction Network arbeitet unerlässlich daran, die Bewegungen des Monster vorherzusagen, um so die Schäden möglichst gering zu halten. Der Gründer von GPN, Yuji Shinoda (Takehiro Murata), glaubt nämlich, dass Godzilla ein Bestandteil der Erde ist. Dem widerspricht das CCI, die Crisis Control Intelligence. Die wollen Godzilla auf jeden Fall tot sehen. Um das zu erreichen, suchen sie nach einem Material, um das Wesen zu töten. Dabei stoßen sie auf dem Meeresgrund auf ein merkwürdiges Objekt, das sich später als UFO herausstellt, das seit Millionen von Jahren auf der Erde gelegen hat. Nun wurde es wieder aktiviert… und leider will es die Vernichtung der Erde.

„Godzilla 2000: Millennium“ ist eine Katastrophe. Anders kann man es nicht sagen. Der Film ist von vorne bis hinten überhaupt nicht wirklich durchdacht. Man merkt diesem Film förmlich an, dass er nur eine schnelle Reaktion auf den Emmerich-Film gewesen sein muss. „Godzilla 2000“ pfeift komplett auf jegliche Art von Kontinuität… es wird weder wirklich auf das Original eingegangen noch auf irgendeinen anderen Film der Reihe. Dieser Film steht einfach für sich. Und ist dabei leider wirklich langweilig ohne Ende.

Die ganze UFO-Story ist ein Graus. Dieses UFO wird durch Licht betrieben, deswegen lag es still auf dem Meeresgrund… und dann kommen die Menschen, holen es an die Erdoberfläche und es fängt wieder an. Dann sind die Wesen, die das Ding steuern, in der Lage, sich in jedes Netzwerk einzuloggen… um irgendwas damit zu machen. Am Ende kriegen wir, ähnlich wie bei „The Abyss“ oder jedem anderen Science-Fiction-Film, so eine Montage von all den schlimmen Dingen, die die Menschheit getan hat und deswegen halten es die Aliens für nötig uns zu vernichten. Um sich dann noch ein bisschen mehr an Emmerich zu rächen, hängt das UFO auch gerne über riesigen Wolkenkratzern und zerstört die dann – ganz wie in „Independence Day“ eben… später sammelt es aber auch noch die DNA von Godzilla und wird erst zu einem komischen Tentakel-Monster und dann zu einem anderen Viech, das wiederum ist nicht schlecht vom Design, nur leider kommt es viel zu spät und ist dann nicht sonderlich spektakulär im Kampf.

Das UFO ist übelstes CGI-Gedöhns, das einfach keinen Spaß macht. Selbst der große Kampf zwischen dem Alien und Godzilla ist so langsam und uninspiriert in Szene gesetzt, dass man nur müde gähnen kann. Ganz ehrlich, dann doch lieber den Emmerich-Godzilla. Da sind wenigstens ordentlich Sachen kaputt gegangen. „Godzilla 2000“ hängt sich an seiner blöden UFO-Story auf und gibt so schon zum Start der neuen Phase keine besonders guten Signale für die Zukunft des Franchises.

Einzig und allein das neue Design unserer Atom-Echse ist ganz cool. Der Körper ist allgemein ein wenig schlanker (ist das jetzt Godzilla-Body-Shaming???), das Maul sieht mit seinen Reißzähnen sehr viel gefährlicher aus und der Rückenkamm ist spitzer und sieht bedrohlicher aus.

Leider war es das dann auch schon. Die menschlichen Charaktere sind vollkommen egal. Die Action ist öde und langweilig. Die neue Bedrohung, dieses furchtbare CGI-UFO, ist einfach nur peinlich. So richtig steckt keine Story hinter diesem Film. Und das können die Macher dann nicht einmal mit ordentlichen Zerstörungsorgien überdecken. Die Millennium-Phase legt keinen guten Start hin.

Wertung: 3 von 10 Punkten (dieser Film ist eine Katastrophe… nur das neue Godzilla-Design ist ganz nett)

Liebeskummer auf Hawaii

15. Mai 2019

Ich muss mal wieder zu einem leidigen Thema kommen, dass mich doch nie wirklich loslässt. Warum versauen sich deutscher Verleiher ihre eigenen Filme mit furchtbaren Titeln für den deutsch-sprachigen Raum? Seit ich zuhause liege und Schmerzen leide (ja, ich reite das Thema aus, um euer Mitleid zu erhaschen 😉), bin ich eher auf dem Trip, mir RomComs anzuschauen. „Notting Hill“ hat den Anfang gemacht… und dann habe ich mich auf „Forgetting Sarah Marshall“ gestürzt. Dieser Film leidet unter dem Furchtbaren-Deutschen-Filmtitel-Syndrom… und muss sich bei uns mit „Nie wieder Sex mit der Ex“ herumschlagen. Ganz ehrlich, der Titel klingt scheiße. Dieser Titel suggeriert so „American Pie“-Niveau, wo es am Ende nur um Sex geht. „Forgetting Sarah Marshall“ hat einen etwas schöneren Klang… und das zurecht, denn hinter diesem Titel steckt tatsächlich auch ein verdammt guter Film.

Komponist Peter (Jason Segel) ist seit fünf Jahren mit der erfolgreichen Serien-Darstellerin Sarah Marshall (Kristen Bell) zusammen. Doch dann, eines Tages, macht sie Schluss mit ihm und stürzt Peter in ein tiefes Loch der Verzweiflung. Nach ein paar Monaten auf der Suche nach sich selbst – vorwiegend zwischen den Beinen anderer Frauen (ja, es geht trotzdem auch  noch um Sex, aber eben nicht so „American Pie“-mäßig) – entscheidet Peter sich dafür, dass er Abstand braucht und macht Urlaub auf Hawaii. Blöd nur, dass er in seinem Hotel auf Sarah stößt… und ihren neuen Freund, den extravaganten Sänger Aldous Snow (keine Verwandtschaft zu Jon Snow: Russell Brand). Gut aber, dass die Empfangschefin Rachel (Mila Kunis) Peter auf andere Gedanken bringen kann.

Noch während er mit „How I Met Your Mother“ auf der Erfolgswelle schwamm, widmete sich Jason Segel dem Schreiben und verfasste das Drehbuch zu dieser kleinen, feinen Komödie. Dabei merkt man gerade am Ende seine Liebe für die Muppets (deren großes Kino-Comeback ja auch dank Segel ziemlich gut lief), denn Komponist Peter schreibt an einem Puppen-Musical zu Dracula – aber das nur so nebenbei. Das ist ein schöner Abschiedsgag am Ende des Films und eine schöne Metapher für die „Leiden“ des Peters.

Vielmehr ist „Forgetting Sarah Marshall“ (ich werde den doofen deutschen Titel nicht wieder erwähnen) ein Film über Liebeskummer und den harten Versuch, über die Ex hinweg zukommen… vor allem, wenn sie einem jeden Tag im Bikini vor die Nase läuft und ihre große neue Liebe präsentiert. Klar, auch dieser Film ist nicht frei von den üblichen Klischees, aber Segel hat ein vielfältiges Drehbuch geschrieben mit sehr vielen witzigen Charakteren, die alle irgendwie versuchen, ihr Leben und ihr Liebesleben in den Griff zu bekommen. Es macht Spaß, ihnen bei diesem Kampf zu zuschauen. Dabei drückt Segel auch nie auf die Tränendrüse oder wird zu kitschig. Er hält ein gutes Niveau, das weit über bloßen Thematik des deutschen Titels schwebt.

Segel selbst spielt eigentlich nur seinen Marshall Eriksen aus HIMYM, aber der passt, weil die Rolle auch einfach zu diesem riesigen Bären passt, der sich wie ein Elefant (oder in diesem Fall Bär) im Porzellanladen bewegt, aber doch so viel Charme versprüht, dass man ihn einfach mögen muss. Mila Kunis ist ein schöner Kristen Bell-Ersatz, die aber selbst eine Ex spielt, der man schon ein paar Monate hinterher trauern kann… vor allem, wenn wir in kurzen Flashbacks ihre schönen Momente sehen (oder auch die Momente, die zeigen, wie sehr sie Peter doch an ihrer Leine hatte). Russell Brand spielt sich – so gefühlt nach allem, was ich über ihn gehört habe – selbst. Aber ist dabei witzig. Selbst der ganze Nebencast ist super – Jonah Hill, Paul Rudd und und und…

„Forgetting Sarah Marshall“ ist ein schöner Film über Liebe und Schmerz, der sich nicht zu ernst nimmt, aber auch nie zu kitschig wird… sondern einfach nur herzerweichend schön ist. Segel hat ein gutes Tempo, guten Humor und das spürt man in jeder Szene.

Wertung: 9 von 10 Punkten (schöne RomCom mit Muppet-Musical-Einlage)

Der Buchhändler und der Film-Star

13. Mai 2019

Krank zuhause zu liegen, war ja eigentlich immer so ein geheimer Traum von mir (nur halt eher krank in dem Sinne, dass es nicht so super krank ist und man zuhause einfach mal ein bisschen entspannen kann). Nur lasse ich mich nie wirklich gerne krankschreiben und power da lieber so irgendwie durch. Doch mein toller (nicht toller) Bandscheibenvorfall und der wundervoll (nicht wundervoll) eingeklemmte Nerv, der meinen Schmerzpegel schön oben hält, ist krank zuhause liegen, nicht wirklich das, was ich mir vorgestellt habe. Wenn man sich vor Schmerzen hier hin und dorthin kugelt, kommt man nicht so wirklich dazu, sich durch all die Filme zu kämpfen, die man sich noch vorgenommen hat. Aber hier und da klappt es natürlich trotzdem mal… und so habe ich mir endlich einen weiteren RomCom-Klassiker vorgeknöpft… denn meine Devise ist gerade: leichte, seichte Unterhaltung ist bei wenig Konzentrationsvermögen genau das Richtige. So bin ich dann mit Julia Roberts und Hugh Grant endlich mal nach „Notting  Hill“ gegangen.

William Thacker (Grant) betreibt in dem Londoner Szene-Viertel Notting Hill einen Reisebuchladen. Irgendwan, wie es das Glück (oder in diesem Fall Drehbuchautor Richard Curtis) so will, trifft er dort auf die berühmte Schauspielerin Anna Scott (Roberts). Eins führt zum anderen und die beiden werden ein Paar. Natürlich ist das nicht so einfach, weil sie ein Star ist und er nicht und weil dann noch ihr Freund (Alec Baldwin) aus den Staaten auftaucht. Das Typische halt, aber am Ende ist sie einfach nur ein Mädchen, das vor einem Jungen steht und ihn darum bittet, sie zu lieben… hach, Schmacht!!!!

Ich habe zwei wichtige Fragen vorweg: Was zur Hölle ist ein Reisebuchladen? Gibt es sowas wirklich? Ich kenne die Reisebuch-Abteilung in jedem gut sortierten Buchladen, aber ein komplettes Geschäft, dass sich nur vom Verkauf solcher Bücher über Wasser hält??? Hollywood eben, die wollen uns auch wirklich alles vorgaukeln. Zumal außer Anna im ganzen Film niemals jemals ein zahlender Kunde zu sehen ist. Nur einmal ein verwirrter Kunde, der nicht so ganz versteht, was dieser Laden eigentlich soll. Dieser Kunde war dann wohl stellvertretend für mich.

Zweite Frage: Was ist die Faszination an Hugh Grant??? Julia Roberts kann ich verstehen. Die strahlt was Charmantes aus. Wenn sie mit ihren großen Augen guckt und ihr riesiges Lächeln entfaltet, ist das schon irgendwie genau das, was so eine RomCom braucht. Aber Hugh Grant??? Der stottert sich da was zusammen und ist ungeschickter als Bambi auf Drogen. Auch hier greift wieder der Hollywood-Zauber: So wie der sich anstellt, könnte der doch im Leben keine Frau von sich begeistern. Na gut, na gut… ist jetzt vielleicht so ein bisschen harsch. Er ist ja irgendwie ein liebenswerter Trottel… eine Rolle, die für ihn perfekt passt.

Deswegen muss ich auch sagen, dass ich mit „Notting Hill“ wirklich viel Spaß hatte. Der Film ist natürlich nichts herausragendes. Jedes Klischee einer RomCom wird gekonnt mitgenommen. Erst ist es die große Liebe, dann das große Aus und dann finden sie sich nach einer rasanten Jagd doch wieder und alles ist gut. Wir haben mit mit Rhys Ifans einen tollen Sidekick-Schmarotzer, mit Williams durchgeknallter Familie viele bunte Charaktere, die Leben in die Bude bringen… und dank dem England-Setting und Richard Curtis am Drehbuch schönen trockenen britischen Humor. Dazu kommt, dass Roberts und Grant einfach gut miteinander funktionieren… und man schon sehr dafür ist, dass diese Beiden zusammenkommen.

„Notting Hill“ ist ein schöner Film zum Abschalten, aber trotzdem… das Ding mit Reisebuchladen fasziniert mich doch sehr. Nur vielleicht ein bisschen zu viel Boyzone oder allgemein so 90er Schnulzschmalz 😊

Wertung: 8 von 10 Punkten (schöne RomCom, tolle Darsteller und eben eine Reisebuchladen)

TGIF XVI: Wandelnder Welt-Untergang

10. Mai 2019

Als DC damals Schwierigkeiten hatte, Comics zu verkaufen, kam einer der Autoren auf eine geniale Idee: Was ist, wenn wir den stärksten Mann der Erde töten? Unglaublich, Superman ist doch der Held der Erde. Wie kann dieser Typ einfach sterben? Ein genialer Schachzug, der die Welt der Comics gleichzeitig für immer veränderte. Mit „Death of Superman“ wurde ein großer Superheld einfach mal getötet… und die Verkaufszahlen gingen natürlich nach oben. Dieses „Ereignis“ will man sich ja nicht entgehen lassen. Natürlich wissen wir mittlerweile alle, dass Superman nicht wirklich starb, aber die Idee zündete… und mehr Helden konnten mal kurz „sterben“. Eine ähnliche Idee hatte auch das japanische Studio Toho, als „Godzilla vs. SpaceGodzilla“ (zu Recht) ein Flop an den Kinokassen wurde. Der folgende Film wurde damit promotet, dass man nun Godzilla töten würde… und das zog die Massen ins Kino.

In „Godzilla vs. Destoroyah“ wird Godzilla zum wandelnden Welt-Untergang. Sein Körper gleicht einem riesigen Kernkraftwerk, das kurz vor der Explosion steht. Und diese Explosion könnte die ganze Erde in den Untergang stürzen. Diese Aussage über Godzilla stammt übrigens von Kenichi Yamame (Yasufumi Hayashi), dem Enkelsohn von Dr. Yamame aus dem originale Godzilla von 1954. Gleichzeitig entdeckt ein anderer Wissenschaftler, dass durch den Einsatz des Oxygen-Destroyers damals kleine Urzeit-Wesen mutierten. Die tauchen nun auf, erst klein und viele, später schließen sie sich zu einem Supermonster namens Destoroyah zusammen. Die Menschheit braucht nun einen Plan, um beide Monster  zu eliminieren, ohne dabei selbst draufzugehen… und da kommt dann ein erwachsener Baby-Godzilla ins Spiel.

Mit „Godzilla vs. Destoroyah“ endet die zweite Phase der Godzilla-Filme, die sogenannte Heisei-Phase. Und die endet mit einem ordentlichen Knall und gleichzeitig einer schönen Hommage an den ersten „Godzilla“. Die ganzen Verweise zum Oxygen-Destroyer, Dr. Yamame und dem selbstlosen Opfer von Dr. Serizawa, der den ersten Godzilla tötete. Godzilla Nummer 22 schließt so sehr schön den Bogen zu den Anfängen der Echse und liefert mal eine halbwegs spannende Geschichte, in der es mal wirklich wieder um was geht. Dieses Mal können die Menschen nicht einfach darauf hoffen, dass Godzilla ihnen hilft. Dieses Mal ist Godzilla die Bedrohung wieder selbst.

Mit Destoroyah findet die Heisei-Phase auch einen würdigen Endgegner. Meine Güte, das Vieh sieht großartig aus. Die kleinen Dinger sind so halbe Xenomorph-Ripoffs, später wenn die alle zum großen Destoroyah verschmelzen, gibt’s das Übermonster schlechthin. Und das sorgt dann dafür, dass die Hälfte des Films einfach nur Sachen kaputt gehen, Sachen in die Luft fliegen und Godzilla gleich hinterher. Die Action in „Godzilla vs. Destoroyah“ macht Spaß und sieht einfach nur toll aus.

Tatsächlich gelingt es diesem Monster dann auch, das „Versprechen“ von Toho Studios einzuhalten. Godzilla stirbt – natürlich erst nachdem Destoroyah vernichtet wurde. Doch hier kommt jetzt der „Superman“-Cheat von Godzilla. Wir erinnern uns doch noch alle an Baby Godzilla aus den vorangegangenen Filmen. Tja, Baby Godzilla ist wieder da. Nur ist Baby Godzilla kein Baby mehr, sondern ausgewachsen. Mini-Godzilla wird aber von Destoroyah getötet, weswegen Godzilla erst so wütend wird. Doch Godzilla verleiht seinem Sprößling seine Lebensenergie und am Ende steht eine neue Riesenechse da und röhrt ihren berühmten Schrei. Das nimmt dem emotionalen Moment von Godzillas Tod einiges an Kraft. Womit wir mal wieder sehen, dass Mini-Godzilla alles kaputt macht.

Aber dennoch ist „Godzilla vs. Destoroyah“ ein sehenswerter Film, der sich würdevoll von seinem großen Monster verabschiedet.

Wertung: 8 von 10 Punkten (coole Monster-Fights, emotionale Story… ein schöner Abschied von der Riesenechse – wenn auch nur auf Zeit)

Auf Wiedersehen, Sonnensystem!

8. Mai 2019

Was ist eigentlich mit Roland Emmerich los? Seit der nicht wirklich gelungenen (und das ist jetzt nett ausgedrückt) Fortsetzung zu „Independence Day“ ist es irgendwie ruhig um den Welten-Zerstörer geworden. Dabei sollte sich Herr Emmerich jetzt so langsam warm anziehen… und am besten nicht auf Netflix vorbeischauen. Denn da läuft nämlich seit kurzem ein Film, der Emmerich vor Neid erblassen lassen wird. Ich verwette meine linke Pobacke darauf, dass Emmerich nur zu gerne einen Film wie „The Wandering Earth“ gedreht hätte. Denn dieser Film hat einfach alles, was einen guten alten Emmerich-Film früher ausgemacht hat – nur das Ganze mal tausend gerechnet. (und ja, die linke Pobacke verwette ich im Moment sehr gerne, weil das der Ort ist, von wo aus meinen Schmerzen am meisten ausstrahlen – nur damit ihr weiterhin Up-to-date seid, was meine Plagen angeht).

Die Sonne bedroht mal wieder die Menschheit, aber in der Form, dass sie sich ausbreitet. Berechnungen sagen voraus, dass sie sich bis hinter den Mars ausbreiten wird. Was natürlich eine arge Bedrohung für unseren geliebten kleinen Planeten Erde ist. Doch ein Hoch auf die Wissenschaft, denn die hat einen Plan. Natürlich sollten wir versuchen, die Menschheit in ein anderes Sternensystem schaffen. Aber nicht etwa mit einem riesigen Raumschiff… nein, den Titel „The Wandering Earth“ dürft ihr schon wortwörtlich nehmen: Riesige Turbinen werden über der Erde verteilt, die Menschen in unterirdische Superstädte gepackt und so soll dann die Erde selbst als Vehikel durch das Weltall dienen. Als die Erde jedoch nach zig Jahren am Jupiter ankommt, droht die Kollision. Jetzt müssen die Erdbwohner einen Plan schmieden, um sich zu retten.

Okay, dieser Film ist genau so gaga wie er klingt, aber wisst ihr was? Er macht genau so viel Spaß. Basierend auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Liu Cixin schickt Regisseur Frant Gwo seine Helden in den Kampf um das Überleben. Das ist dann Science-Fiction gemischt mit Katastrophenfilm a la Emmerich. Ganz besonders erinnert „The Wandering Earth“ an „The Day After Tomorrow“. Riesige Tsunamis haben die Welt überflutet und die Entfernung zur Erde hat alles gefrieren lassen – und so tingelt eine kleine Gruppe über die gefrorene Oberfläche, um Dinge zu tun. Mit viel Logik darf man hier wirklich nicht kommen, aber wie gesagt, es ist unterhaltsam.

Wenn wir aber schon mal bei Erinnerungen sind, gibt es auch einige „Wall-E“-Verweise, vor allem die künstliche Intelligenz in der Raumstation, die der Erde vorausfliegt, erinnert zu Teilen an Hal-900 aus Kubricks „2001“, aber eben auch an Otto, den Schiffscomputer aus „Wall-E“. Leider hat Moss, wie das Ding heißt, nicht das Zeug wirklich interessant zu sein. Was schade ist, wäre noch eine coole weitere Ebene im Film gewesen.

Wir bekommen eine bunte Truppe von Charakteren, von denen uns aber letztendlich nur das Bruder-Schwester-Gespann Liu Qui (Qu Chuxiao) und Han Duoduo (Zhao Jinmai). Die beiden bekommen wenigstens eine rührende Familiengeschichte mit ihrem Ziehvater auf der Erde und Liu Quis richtigem Vater auf einer Raumstation im nahen Orbit der Erde. Alle anderen Charaktere sind so austauschbar wie fast immer in solchen Filmen.

Zum Glück sieht „The Wandering Earth“ aber ziemlich phänomenal aus. Die riesigen Turbinen allein sind schon der Hammer. Aber wenn die Erde dann vom Jupiter angezogen wird und wir am Horizont plötzlich diesen riesigen Gas-Wirbelsturm sehen, ist das schon verdammt episch. Optisch ist „The Wandering Earth“ ein absoluter Hingucker, den ich nur zu gerne im Kino gesehen hätte.

Emotional greift „The Wandering Earth“ nicht so (da könnte Frant Gwo dann doch ein bisschen was von Emmerich lernen, der das irgendwie immer ganz gut geschafft hat), aber alles andere haut schon ordentlich rein. Ich bin mal gespannt, ob es einen zweiten Teil geben wird. Schließlich ist die Reise der wandernden Erde noch lange nicht vorbei.

Wertung: 7 von 10 Punkten (die Erde als Raumschiff… warum nicht?)

 

Das Ende der Marvel-Ära

6. Mai 2019

Es ist nun endlich soweit: „Avengers: Endgame“ läuft in den Kinos und bricht schon alle Rekorde. Könnte es sein, dass dieser Film endlich „Avatar“ vom Thron des erfolgreichsten Films aller Zeiten stürzen wird? Gut vorstellbar, denn wie man so schön auf Neudeutsch sagt: „The hype is real!“ Die Zeit nach „Infinity War“ war ja voll von Theorien und Mutmaßungen, wie das Fingerschnippen von Thanos wieder rückgängig gemacht wird und wer am Ende nun wirklich sterben und wer leben wird. Der Hype war überall und die Erwartungen an „Endgame“ waren enorm. Ich muss gestehen, durch all die Theorien hatte ich das Gefühl, ich wüsste schon sehr genau, wie der Film verlaufen würde… und dennoch wurde ich mehr als nur positiv überrascht, denn „Endgame“ hat einige Asse im Ärmel.

Wenige Wochen nach Thanos‘ Tat tun sich die übrig gebliebenen Avengers zusammen und stellen sich dem Titan ein letztes Mal. Sie bekommen, was sie wollten und dennoch fühlt sich dieser Sieg nicht an wie einer: Denn das Schnippen wurde dadurch nicht rückgängig gemacht. Fünf Jahre später taucht Ant-Man (Paul Rudd) aus der Quantendimension wieder auf (da wurde er ja in „Ant-Man and the Wasp“ zurückgelassen), lernt von den Ereignissen des Infinity Wars und präsentiert den Avengers rund um Tony Stark (Robert Downey Jr.), Steve Rogers (Chris Evans) und Co. eine Möglichkeit, wie man alles wieder richten könnte: Die Quantendimension macht das Zeitreisen möglich. Schnell ist der Entschluss gefasst, die Infinity Steine sollen aus verschiedenen Zeiten eingesammelt werden, um die Verwehten wieder zurückzuholen. Doch das Reisen durch die Zeit birgt Gefahren und schnell wird auch ein Thanos auf die Avengers und ihren Plan aufmerksam.

Okay, okay, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Es passiert in drei Stunden „Endgame“ einfach so unglaublich viel. Ich will hier jetzt aber nicht einfach alles, Revue passieren lassen, sondern irgendwie versuchen, meine Gefühle zu ordnen.

Für mich ist „Endgame“ der perfekte Abschluss für das MCU. Ich meine, es gibt nicht einmal eine Post-Credit-Scene. Dieser Film ist wie das perfekte Finale für eine Serie, die 11 Jahre lang lief. Alles, was danach kommt, wird mit Sicherheit nicht mehr an das herankommen, was vorher war. Deswegen ist „Endgame“ ein guter Abschluss.

Es ist aber auch ein guter Abschluss, weil dieser Film sich voll und ganz auf unsere Ur-Avengers konzentriert. Es geht vorwiegend um Iron Man, Thor, Captain America, Black Widow, Hawkeye und Hulk. Dabei stehen natürlich die drei großen Helden noch mehr im Vordergrund, aber sie sind ja schließlich auch die alten Hasen des MCUs. Und was soll ich sagen? Ich fand es toll, was die Russos aus diesen Charakteren in diesem Film gemacht haben. Die erste Stunde bieten sie uns sehr schöne Charakter-Momente, die zeigen, wie diese Helden mit dem Geschehen umgehen.

Was dann folgt, liefert wahrscheinlich mehr Plotholes als jeder andere MCU-Film, aber hey… welcher Zeitreise-Film hat nicht seine Logikfehler? Daran will ich mich auch nicht aufhalten. Vielmehr fand ich diesen Zeitreise-Heist extrem witzig. Das Team wird aufgeteilt und der Film entführt uns zu verschiedenen Momenten innerhalb des MCUs, bei denen Fans die Knie weich werden. Es ist unglaublich, wie gut „Endgame“ es schafft mit gefühlt 3 Anspielungen pro Sekunde auf die Vergangenheit des MCUs zu verweisen, ohne dabei zu einer bloßen Marvel-Clip-Show zu werden. Die Verweise gehen gekonnt in die Handlung mit über und sorgen für einige unglaublich schöne Momente – gerade bei Thor und Tony. Und es gibt auch sehr traurige Momente… die ich jetzt an dieser Stelle natürlich niemandem spoilen möchte. Wow, da zeigt sich dann doch, wie gut Kevin Feige alle Fäden in den Händen hält.

Am Ende gibt es den Marvel-Kampf der Superlative. Die große Schlacht von „Endgame“ ist wortwörtlich ein Marvel-Wimmelbild. In jeder einzelnen Einstellung kann man zig Marvel-Charaktere finden… doch am Ende wird auch diese Schlacht auf den Kampf unserer drei Ur-Avengers reduziert: Thor, Iron Man und Captain America.

„Avengers: Endgame“ wird dem Hype gerecht und er wird dem Marvel Cinematic Universe gerecht. In einer unterhaltsamen Mischung aus Anspielungen, Comedy, Emotionen und Action bekommt man alles, wofür Marvel steht. Es ist ein Film, der sich würdevoll verabschiedet und der sich vor allem auch wirklich wie das Ende anfühlt.

Ich bin gespannt, ob sich das MCU nach diesem Film noch sehr lange halten kann.

Wertung: 10 von 10 Punkten („Endgame“ ist endgeil 😉 )

Random Sunday #14: Rewatching Iron Man

5. Mai 2019

Nachdem ich vier Tage im Krankenhaus verbringen musste (ein Erlebnis, das ich wirklich niemandem wünsche, denn Krankenhaus-Aufenthalte sind Mist), die Diagnose Bandscheiben-Vorfall bekam und schließlich mit einem Sortiment an Schmerzmitteln wieder nach Hause geschickt wurde, wurde es Zeit, sich mit Netflix und amazon Prime die schmerzfreie Zeit zu vertreiben. Und ich sage euch, dank den furchtbar, furchtbar vielen Schmerzmitteln, die ich legal in mich reinschmeißen darf, geht das mittlerweile wieder ganz gut.

Ich habe das Stand-Up-Comedy-Programm für mich entdeckt. Empfehlen kann ich euch da Sebastian Maniscalco, Louis CK, einen Franzosen namens Gad Elmaleh, Jerry Seinfeld, Ricky Gervais, Chris Rock und natürlich Dave Chapelle. Nicht klar gekommen bin ich auf ein Stand-Up-Event von Eddie Murphy aus den 70er Jahren oder so, das einfach mal mit seiner extremen Homophobie anfängt. Gruselig! Nicht witzig fand ich auch Kevin James (einfach, weil es abseits von „King of Queens“ doch nicht besonders gut war) und Kevin Hart (der hat ja mehr Netflix-Specials als Netflix-Serien hat… unglaublich).

Aber gut, die Überschrift verrät es ja schon. Ich will nicht über Stand-Up-Comedians sprechen, sondern darüber, dass ich im Nachklang von „Avengers: Endgame“ auf Netflix noch einmal den allerersten „Iron Man“ mit Robert Downey Jr. geguckt habe. Immerhin ist „Endgame“ ein wunderschöner Abschluss dessen, was damals unter der Regie von Jon Favreau gestartet wurde.

Dabei ist es schon fast surreal, wie sehr man doch den Einfluss der Familienfreundlichkeit von Disney spürt. „Iron Man“ lief noch unter dem Vertrieb von Paramount Pictures… also noch lange bevor Disney bei Marvel seine Finger im Spiel hatte. Deswegen ist Tony Stark einfach auch mal so ein herrliches arrogantes Arschloch, dass beim Verführen von Frauen selbst James Bond Konkurrenz machen würde. Ich meine, der Typ schläft mit einer wütenden Journalistin, die am nächsten Tag von Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) dann nach Hause geschickt wird. Er hat in seinem Privat-Jet eine Pole-Dance-Stange, damit die Stewardessen da für ihn tanzen dürfen. Ich glaube, alle Menschen, die „Friends“ und Co. Sexismus vorwerfen, sollten definitiv nicht noch einmal „Iron Man“ gucken. Sonst explodiert ihnen der Kopf.

Es ist aber interessant, wie sich das Bild dieses Charakters unter Disney verändert hat – und das ist ja irgendwo auch eine gute Sache. Immerhin hat Tony Stark somit einen spannenden Wandel vollzogen: vom Macho-Playboy, der gerne mal seine Sorgen in Alkohol ertränkt hin zu dem Helden, der er dann letztendlich in „Endgame“ ist.

„Iron Man“ von 2008 ist noch eine ganz andere Art von Marvel-Film, als das, was wir später so bekommen. Wohlgemerkt bezieht sich das aber nur auf die Tonalität. Denn „Iron Man“ spricht schon mehr ein erwachseneres Publikum an, während Marvel unter Disney dann doch sehr viel breiter und eben auch kinderfreundlicher denkt. Aber die Anfänge sahen eben noch ganz anders aus.

Dennoch bleibe ich irgendwie auch bei meinem Urteil von 2009: Ich mag Robert Downey Jr., weil er diesem Macho Tony Stark doch irgendwie auch eine zerbrechliche und menschliche Seite abgewinnen kann. Ich mag seine Beziehung zu Pepper Potts, ich mag vor allem die erste Hälfte – auch wenn ich mich nach wie vor frage, wie die Terroristen nicht checken können, was er da baut? Haben die sich nur auf die Überwachungskamera verlassen? Geht man da nicht jeden Abend in die Zelle und kontrolliert alles ordentlich? Naja… witzigerweise hat schon der erste MCU-Film das Problem, dass sich durch fast alle Filme zieht: Der Bösewicht – in diesem Fall Jeff Bridges – ist nicht so der Hammer. Vielmehr ist es Verschwendung eines tollen Schauspielers in einer langweiligen Rolle.

Alles in allem hätte ich wirklich nie gedacht, dass aus diesem Film so etwas werden würde wie das MCU. „Iron Man“ ist nett, aber mehr auch nicht. Es ist schon erstaunlich, was Kevin Feige aus diesen ganzen Filmen gemacht hat… und, ich sage es noch einmal, es ist unglaublich, wie gut sich das am Ende in „Endgame“ wiederfindet.

Eine Pause (muss leider sein)

29. April 2019

So… heute mal eine doppelte Premiere. Dies ist nicht nur mein erster Artikel, den ich über die App schreibe (die benutze ich ja sonst nur zum Liken und Kommentieren)… dies ist auch meine erste Bloggerzwangspause.

Ich weiß, ich weiß… eine absolute Tragödie. Da feiere ich zehnjähriges Jubiläum und leiste mir dann gleich solche Sachen. Aber wie gesagt, es muss leider sein…

Denn ich schreibe euch aus dem Krankenhaus, wo ich mit fiesen Rückenschmerzen und Verdacht auf einen Bandscheiben-Vorfall liege und darauf warte, dass man mir die Schmerzen nimmt.

Somit kann ich euch heute leider nicht sagen, wie mega super duper toll ich „Avengers: Endgame“ fand. Und ich fand ihn wirklich toll… es ist ein großartiges Finale und ein toller Marvelfilm, der sich würdig vor 11 Jahren MCU verneigt.

Gleichzeitig müssen auch die aufregenden Abenteuer von Godzilla zumindest für diese Woche eine Pause einlegen. Ich bin halt nur normaler Kassenpatient und von daher steht mir leider kein Blu-ray-Player zu, auf dem ich „Godzilla vs. Destroyer“(Ich glaube, man schreibt ihn leicht anders… Aber naja) schauen könnte.

Sobald ich aber wieder zuhause bin, geht alles wieder seinen gewohnten Gang… dann toben die Avengers und Godzilla hier durch. Bis dahin nutze ich das faule Rumliegen, dass auch nur dann und wann von höllischen Schmerzen unterbrochen wird, und schaue Netflix durch.

In diesem Sinne: Ihr seid mich noch lange nicht los. I’ll be back.

Euer Don

TGIF XV: Projekt T

26. April 2019

Mein fünfzehnter Godzilla-Film ist in Wirklichkeit schon Godzillas 21. Film! Allerdings ist das auch ein bisschen der Anfang vom Ende für die zweite Phase der Godzilla-Reihe. Die Heisei-Periode kommt zu einem baldigen Finale. „Godzilla vs. Spacegodzilla“ ist der vorletzte Film… und ganz ehrlich, es ist gut, dass man sich nach diesem Film schon mal langsam darauf freuen kann, dass wieder etwas Neues mit der atomaren Riesenechse versucht wird. Denn mit Godzilla Nummer 21 kommen wir mal wieder an einen Punkt in Godzillas Geschichte, an dem sich die Drehbuchautoren wieder irgendwelchen Quatsch aus dem Hintern ziehen mussten, um die „Geschichte“ noch weiterzuerzählen.

Irgendwie sind mit Biollante (dem einzigen Monster aus Phase Heisei, das ich nicht gesehen habe) und Mothra Zellen von Godzilla ins All gelangt, wodurch sich dort – wie auch immer – eine neue Version des Monsters geformt hat: Spacegodzilla! Spacegodzilla sieht fast so aus wie Godzilla – nur eben ein bisschen fieser und er hat zwei komische Kristalle auf den Schultern, durch die er Energie von anderen Kristallen saugt. Spacegodzilla kommt natürlich zur Erde, wo man aber hofft, ihn besiegen zu können. Da gibt es zum einen Projekt T, das T steht für Telepathie. Dank Gedankenkontrolle will das Medium Miki Saegusa (Megumi Odaka), Godzilla steuern. Zum anderen gibt es nach wie vor die G-Force aus „Godzilla vs. Mechagodzilla II“, die einen neuen Roboter geschaffen haben. Der sieht jetzt zwar nicht mehr aus wie die Riesenechse, soll aber trotzdem was bringen.

Ja, Spacegodzilla also… was soll man dazu noch sagen? Es ist furchtbar, aber immer noch besser als Kakerlaken-Aliens und Affen-Außerirdische oder was man uns zu Beginn der Reihe so alles andrehen wollte. Dennoch: Spacegodzilla ist so doof, wie es sich anhört. Das Monster selbst ist auch nicht sonderlich aufregend. Wie gesagt, es ist Godzilla nur jetzt mit den Ambitionen, die Erde in eine Art Festung der Einsamkeit aus „Superman“ zu verwandeln. Dafür tauchen dann plötzlich überall Kristalle auf und das war’s. Zugegeben, das sieht ein bisschen spacig-abgefahren aus, aber mehr auch nicht. Spacegodzilla, und ich wiederhole mich da gerne, ist doof.

Auch der ganze Kampf zwischen Spacegodzilla, Godzilla und dem neuen Roboter der G-Force ist nur bedingt spektakulär. Man hätte einfach mehr aus Spacegodzilla machen können. Ich meine, letztendlich sind sie ja quasi verwandt. Aus dieser Verwandtschaft hätte sich doch vielleicht ein bisschen was ergeben können. Da hat die Heisei-Phase nun wirklich ein Alien und macht nichts daraus. Schade, Chance verpasst.

Dazu gibt’s eine langweilige Story über Telepathie, einen Godzilla-Veteran, der seinen gefallenen Freund rächen will und sogar Yakuza tauchen erstmals auf, die Medium entführen, um so die Kontrolle über Godzilla zu erlangen. Da wäre doch mal eine geile Story für Godzilla: Die Mafia benutzt die Echse für ihre eigenen Zwecke! Wäre auf jeden Fall was Neues.

Und warum, warum quetschen sie jetzt schon zum zweiten Mal Baby Godzilla in einen Film? Wer will denn Baby Godzilla? Das hat doch bei „Son of Godzilla“ schon nicht wirklich funktionieren wollen. Warum probieren sie weiterhin, uns mit der Mini-Version von Godzilla zu beeindrucken??? Gut, immerhin sieht er besser aus als sein Vorgänger aus dem Jahr 1967 und dürfte sich mit Sicherheit gut als Plüschtier machen, aber „Godzilla vs. Spacegodzilla“ ist nun auch nicht gerade ein Kinderfilm. Das kleine Ding nervt irgendwie einfach nur rum und als Motivation für Godzilla funktioniert es einfach nicht für mich. Vor allem muss man sich ja mal folgendes überlegen: Spacegodzilla sperrt Mini-Godzilla in eine Art Kristal-Gefängnis und haut ab. Daraufhin wird Godzilla wütend und läuft hinterher… lässt Klein-Godzilla aber einfach zurück. Wir lernen aber später, dass Godzillas Atom-Atem-Strahl (wie auch immer man das nennt) die Kristalle locker zerstören kann. Godzilla ist also nicht einmal wirklich ein guter Vater. Baby Godzilla… du bist zwar niedlich, aber du störst.

Abgesehen von meiner Abneigung zur Baby-Echse, bleibt Film Nr. 21 ohne wirklich nennenswerte Ereignisse hinter mir…

Wertung: 4 von 10 Punkten (so spacig ist Spacegodzilla gar nicht)

Der Fischmutant

24. April 2019

Was ist eigentlich aus Kevin Costner geworden? Gefühlt das letzte, woran ich mich von ihm erinnern kann, ist seine Rolle als Vater von Superman in „Man of Steel“. Seit neuestem wird er mir dann doch wieder bei Netflix vorgeschlagen… was aber vielleicht daran liegen könnte, dass ich mir letztens „Waterworld“ angeschaut habe. Ein Film, den ich nie so wirklich bewusst gesehen habe. Das erste Mal habe ich den Film mit 13 Jahren gesehen – ohne auch nur ein Wort zu verstehen. Damals war ich gerade zwei Wochen in England in so einer Sprachschule, bei der man bei Gasteltern untergebracht wurde. Die schauten mit mir und einem weiteren Sprachschul-Mitbewohner eines Abends „Waterworld“. Wie gesagt, damals war mein Englisch nicht gerade gut und ich verstand kein Wort. Zum Glück ist „Waterworld“ jetzt aber auch die Art von Film, die man verstehen kann, ohne etwas verstehen zu können. Damals fand ich den Film großartig, nach erneuter Sichtung fällt mein Urteil weniger begeistert aus.

Irgendwann in der Zukunft gibt es kein Festland mehr auf der Erde. Die Polkappen schmolzen vor Jahren und ein einziger riesiger Ozean erstreckt sich über den Planeten. Die Menschen, die hier leben, haben sich – so gut es geht – an die Gegebenheiten angepasst. Der Mariner (Kevin Costner) sogar besser als andere: Er ist ein Mutant, er hat Kiemen und Schwimmhäute, bewegt sich blitzschnell im Wasser und atmet unter Wasser. Mit seinem Boot befährt er einsam und allein die Meere. Bis er eines Tages in einer Menschensiedlung auf Helen (Jeanne Tripplehorn) und die kleine Enola (Tina Majorino) trifft. Die werden von den fiesen Smokers gejagt. Deren Anführer Deacon (Dennis Hopper) glaubt, dass das merkwürdige Tattoo auf Enolas Rücken in Wirklichkeit eine Karte ist… eine Karte zum Dryland, Festland! Widerwillig nimmt sich der Mariner der beiden Frauen an und gerät damit natürlich ins Visier der Smokers.

Mir war gar nicht so bewusst, was für ein Riesenflop „Waterworld“ damals gewesen ist. Zu seiner Entstehungszeit in den 90er Jahren war er der teuerste Film der Geschichte. Mittlerweile rangiert er nur noch auf Platz 11. Aber ob man den Film nun mag oder nicht, man sieht ihm seine Kosten tatsächlich an. Die Aufbauten sehen grandios aus… und Dreharbeiten auf dem Meer sind sicherlich auch nicht gerade die leichtesten – und logistisch wahrscheinlich ein absoluter Alptraum. Witzig finde ich die Tatsache, dass wohl sogar Budget dafür drauf ging, Costners Haare digital nachwachsen zu lassen, da sein Haarausfall zu sehr zu sehen war. Aber gut, ich schweife ab.

„Waterworld“ bedient sich dem Lone-Gunmen-Prinzip und ist eigentlich der einzige (?) Wasser-Western überhaupt. Ein Wasser-Western, der sich zudem stark an „Mad Max“ und „Mad Max 2“ orientiert – nur eben mit dem Unterschied, dass die Wüste durch Wasser ausgetauscht wurde. Ein cooles Konzept, aber – wenn ich ehrlich bin – stinkend langweilig umgesetzt. Ich will den Director’s Cut über 3 Stunden, den es nur in den USA gibt, gar nicht erst sehen. Denn dafür, dass die Story super simpel ist, wird sie ewig in die Länge gezogen – ohne das wirklich viel passiert. Eigentlich müsste der Director’s Cut den Film kürzen, dann wäre es nicht schlecht. Schließlich ist die Idee wirklich verdammt cool…

Die Action ist ja durchaus unterhaltsam, aber die Charakter-Momente wollen nie so wirklich funktionieren. Da gibt es zum Beispiel eine Szene, in der „Sons of Anarchy“-Darsteller Kim Coates versucht, Stress zu machen und Enola zu kaufen. Die ist einfach viel zu lang und zu langweilig. Dazu kommt, dass Kevin Costner scheinbar zu sehr in der Rolle des ewig genervten Einzelgängers aufgeht. Er wirkt in jeder Szene angenervt, so als wollte er uns sagen, dass er auf diesen Film keinen Bock hat. Auch verzweifelt man – ähnlich wie Helen – daran, mal hinter die Fassade des Mariners zu schauen. Am Ende war er mir komplett egal. Ich wusste ja eh nichts über ihn, warum sollte ich mich also um ihn fürchten oder mich für ihn freuen oder sonst irgendwas mit ihm verbinden. Damit ist dann die Identifikationsfigur des Films zunichte gemacht worden. Da kann dann der Film noch so toll aussehen, es will einfach nicht funken.

Wertung: 5 von 10 Punkten (verdammt coole Idee, aber verdammt langweilig umgesetzt)