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Nicht schuldig!

30. September 2016

Ich bin, ehrlich gesagt, so wütend, dass ich nicht einmal Zeit mit einer langen Einleitung verschwenden will. Denn das, was die zweite Staffel von „Broadchurch“ mit den einfachen Worten „Nicht schuldig!“ gemacht hat, war einfach nur komplett unnötig – womit dann leider auch die zweite Staffel wirklich komplett überflüssig war und das tolle Erlebnis der ersten Staffel in ein schlechtes Licht rückt. Die erste Staffel habe ich innerhalb von zwei Tagen geguckt, weil ich es einfach nicht abwarten konnte, was als nächstes passiert. Für die zweite Staffel habe ich dann so knapp zwei Wochen gebraucht, weil ich zwischendurch einfach aufhören wollte. Natürlich hat mich die Neugier dann doch irgendwie daran gehindert, aber sie wurde nicht belohnt. Staffel 2 von „Broadchurch“ ist ein kleines, eigentlich mittelschweres Martyrium für jeden, der die erste Staffel mochte – einfach weil sie a) nicht mal ansatzweise die gleiche Spannung aufbaut, b) sich wie ein schlechter Witz anfühlt und c) unnötig gewesen.

Fassen wir mal kurz (und spoilerfrei) zusammen, was passierte: Am Ende der ersten Staffel fassen Miller (Olivia Colman) und Hardy (David Tennant) den Mörder von Danny Latimer. Zu erfahren, wer dieser Mörder war, wie er zu den Menschen im beschaulichen Broadchurch steht und warum er den Jungen umgebracht hat, war der Hammer. Ich hatte mit so einem krassen Schlag nicht gerechnet und war am Ende wirklich platt… und bekam dann auch schon die ersten Zweifel, ob eine zweite Staffel sich lohnen würde. Die fängt nun mit dem Prozess gegen jenen Mörder an, der dann mal eben auf unschuldig plädiert, obwohl wir ja eigentlich alle wissen, dass er es getan hat. Nun leiert sich eine komplette Staffel dieser merkwürdige Prozess auf, indem sich die Verteidigung einen Schlagabtausch mit den Anklägern liefert. Und damit noch ein bisschen mehr Würze in dieses Szenario kommt, decken Miller und Hardy mal eben noch einen Fall aus Hardys Vergangenheit auf.

Die tolle erste Staffel wird hier zu Grabe getragen…

Am meisten gestört hat mich an dieser Staffel wirklich die gesamte Prozess-Handlung – inklusive der Hintergrundgeschichte mit der Anwältin, die die Latimers vertritt… und ihrem Zwist mit der Verteidigung. Da hat man dann letztendlich zwei ältere Damen, die sich anfeinden, irgendwie aber auch Respekt voreinander haben. Charlotte Rampling in der Rolle der Anklägerin fand ich ein bisschen sehr langweilig, zumal ihre ganze Geschichte auch sehr lieblos erzählt wurde. Marianne Jean-Baptiste als Verteidigerin fand ich anfangs echt cool, weil die Frau echt Haare auf den Zähnen hatte, aber auch ihre Geschichte (mit einem Sohn im Knast) wurde nicht stark genug ausgebaut. Da habe ich mich schon gefragt, ob die Macher nicht so recht wussten, wie sie nun mit diesen beiden Charakteren verfahren sollen – und dann wählen sie den Mittelweg, der keinem viel gebracht hat.

Dazu kommt dann diese hanebüchene Prozess-Story, in der die wildesten Vermutungen zu vermeintlichen Beweisen aufgebauscht werden… und gerade, wenn man die erste Staffel gesehen hat, fragt man sich, warum man das jetzt alles noch aus einem anderen Blickwinkel betrachten soll. Vielleicht hätte man die zweite Staffel zuerst gucken müssen, dann hätte das (ohne Vorwissen) vielleicht funktioniert. Wiederum würde man sich so die erste Staffel kaputt machen – also auch nicht gut. Am besten ist, die zweite Staffel gar nicht gucken. Der Prozess ist einfach nur albern, mir fällt gar nichts besseres dazu ein. Das war irgendwie komplett albern – Miller und Hardy hätten eine Affäre gehabt und solche Sachen werden dann da rausgekloppt. Die ganze Zeit guckt man sich das an und denkt sich nur: „Was haben die lieben Autoren da nur geraucht?“ Da wäre ein komplett neuer Fall tausendmal besser gewesen… oder halt Hardys alter Fall (der leider auch so zwischengestreut wird und auch nicht wirklich viel zur Spannung beiträgt).

Immerhin haben wir in Staffel 2 immer noch David Tennant und Olivia Colman, die auch in dieser grausigen Story eine gute Performance abgeben. Olivia Colman hat mir in der zweiten Staffel in so manchen Szenen fast noch besser gefallen als in der ersten Staffel (hey, ein Pluspunkt für Staffel 2), weil sie natürlich dieses Mal eine noch viel größere Last mit sich herumschleppen muss und sie hier viel stärker zwischen die Fronten gerät. Und Colman spielt das wirklich gut. Dahingegen fand ich Tennant nicht ganz so stark, was aber auch daran lag, dass mir seine Story mit dem aufgewärmten Fall nicht so wirklich gefallen hat.

Ich muss sagen, ich finde es extrem krass, was für einen Fall „Broadchurch“ hier erlebt – von einer großartigen ersten zu einer dürftigen zweiten Staffel. Oder ging es da nur mir so??? Würde mich echt mal interessieren, wie Kenner der Serie das gesehen haben. Mich hat das wirklich schockiert… bleibt wohl nur die Frage: Dritte Staffel – ja oder nein? Sie kommt ja auf jeden Fall und soll angeblich einen neuen Fall thematisieren. Ich würde definitiv in die erste Folge mal reinschnuppern, aber nach dieser Staffel wird mir selbst das sehr schwer fallen.

Wertung: 3 von 10 Punkten (gute Schauspieler veröden in einer unnötigen Weiterführung einer grandiosen ersten Staffel)

Das Lied der Selkie

28. September 2016

Seit gefühlten Ewigkeiten versuche ich nun schon, meinen Beitrag zu Tomm Moores „Song of the Sea“ zu schreiben und seit gefühlten Ewigkeiten will mir nicht einfallen, wie ich anfangen soll – weswegen ich halt wieder damit anfange, wie schwer es ist, eine gelungene Einleitung zu schreiben. Erst wollte ich darüber schreiben, wie sehr ich als Kind alte Sagen und Legenden verschlungen habe. Nur wirklich viel hängen geblieben ist davon nichts mehr. Dann wollte ich ganz schwärmerisch über den Animationsfilm als Kunstform sprechen, die in den richtigen Händen einfach nur magisch sein kann. Aber das war mir dann auf der einen Seite fast schon zu theatralisch, auf der anderen Seite nicht zauberhaft genug. Deswegen fasele ich jetzt hier so einen Kram, der als Einleitung reichen muss… denn letztendlich ist „Song of the Sea“ ein Film, der keine Einleitung braucht. Letztendlich ist „Song of the Sea“ auch ein Film, der keine großen Worte braucht. Nur den Hinweis: SCHAUT EUCH DIESEN FILM EINFACH AN!

Ich bin ja schon ein großer Fan von „The Secret of Kells“, der mir damals von dem sich heute leider im Blogger-Ruhestand befindlichen maloney vorgestellt wurde. „The Secret of Kells“ ist schon ein einzigartiger, traumhafter Film, der mit einer unglaublich schönen Bildsprache, einer bezaubernden Geschichte und tollen Charakteren daher kommt. Da fragt man sich natürlich schon ein bisschen zu recht, wie viel Druck auf einem Tomm Moore da wohl gelastet haben muss, „Kells“ einen weiteren Film folgen zu lassen.

Aber was soll ich sagen? Wenn „The Secret of Kells“ von mir schon zehn Punkte bekommen hat, müsste „Song of the Sea“ eigentlich 12 Punkte von mir bekommen (ja, Spoiler, ich liebe diesen Film!!!). Darin erzählt Moore die Geschichte des Jungen Ben und dessen jüngerer Schwester Saoirse. Nach dem die Mutter nach der Geburt von Saoirse verschwindet, wachsen die Geschwister nur mit ihrem Vater Conor auf der kleinen Leuchtturminsel mitten im Meer auf. Weil Saoirse mit sechs Jahren immer noch nicht spricht, meint die Oma plötzlich, beide Kinder müssen in die Stadt. Was keine gute Idee ist, denn Ben muss lernen, dass seine Schwester eine Selkie ist – ein magisches Wesen, das sich in eine Robbe verwandeln kann. Und als Selkie kann nur Saoirse den anderen magischen Wesen helfen, dem Fluch der Göttin Macha zu entkommen. Doch dafür braucht Saoirse nicht nur ihr Robben-Fell, sondern muss auch das Lied der Selkie erlernen.

Stillleben mit Füchsen

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll??? Es ist einmal mehr unglaublich, wie viel Liebe und Liebe zum Detail in den einzelnen Bildern steckt. Es ist, als würde man ein verzaubertes Bilderbuch aufschlagen und die Bilder würden anfangen, von selbst eine Geschichte zu erzählen. „Song of the Sea“ hat einen ähnlichen Stil wie „Secret of Kells“, aber irgendwie haben es Moore und sein Team geschafft, noch eine Schippe drauf zu legen. Der Film liefert ein unglaublich tolles Farbspiel ab, selbst ohne Worte gibt jedes einzelne Bild perfekt die momentane Stimmung wieder. Die einzelnen Motive sind unglaublich detailliert – man könnte jede Sekunde auf Pause drücken und sich dann immer noch nicht genug satt sehen.

Aber Optik allein reicht natürlich nicht aus. Nur muss man sich bei „Song of the Sea“ keine Sorge machen. Auch die Geschichte der beiden Kinder ist umwerfend. Moore geht sehr liebevoll mit seinen beiden Protagonisten um, lässt sie Höhen und Tiefen gefühlvoll und sacht durchleben. Zu jeder Sekunde fühlen und fiebern wir mit diesen beiden Kindern mit. Man versteht den verletzten Stolz des jungen Ben, der seine Schwester für das Verschwinden (den Tod) seiner Mutter verantwortlich macht und man kann nicht umhin, diese kleine, zauberhafte Saoirse einfach nur zu lieben, die die vollkommene Unschuld in Person ist. Diese Beiden führen uns dann durch diesen Film und eine Welt voller Fabelwesen, voller faszinierender und interessanter Charaktere, von denen man noch so viel mehr eigentlich wissen möchte.

Irgendwann kam für mich in diesem Film der Zeitpunkt, da wollte ich, dass der Film nie aufhört. Ich wollte weiter in dieser faszinierenden Welt bleiben, weiter dem wunderbaren Soundtrack lauschen, der die Bilder so sanft umhüllt wie das Meer die kleine Insel mit dem Leuchtturm. Ich wollte weiter bei diesen Charakteren bleiben und mehr über sie wissen – die guten wie die weniger guten. Zumal Moore hier keinen wirklichen Bösewicht hat, denn selbst die vermeintlich böse Macha hat ihre Gründe, warum sie ist, wie sie ist.

Alles an „Song of the Sea“ ist einfach nur traumhaft. Moore beweist sich hier noch viel mehr als grandioser Geschichtenerzähler. „Song of the Sea“ erzählt auf manchmal sehr traurige, aber dann doch auch immer sehr positive Art und Weise, dass Loslassen nicht immer etwas Schlimmes bedeuten muss. Selbst in der tiefsten Trauer in diesem Film schwingt noch so viel Harmonie mit, dass man weiß, dass die Tränen gut sind, befreiend sind – sowohl für unsere „Helden“ als auch für uns selbsst. „Song of the Sea“ ist ein Traum von einem Film… mehr muss man dazu eigentlich wirklich nicht sagen.

Wertung: 10 von 10 Punkten (plus halt zwei Extrapunkte fürs Einfach-nur-perfekt-sein)

Igor und Victor

26. September 2016

Viktor Frankenstein hatte es in letzter Zeit auch nicht besonders leicht. Da bietet er sich nun eigentlich schon immer noch perfekt als Figur für Film und Fernsehen an, doch leider wird man ihm gerade beim Film nicht immer so gerecht. Im Fernsehen – zuletzt in „Penny Dreadful“ – schon noch, aber der Film war zu Frankenstein und seinem Monster nicht nett. Ich erinnere mich nur dumpf an dieses merkwürdige Etwas namens „I, Frankenstein“, bei dem es mir schon beim Trailer kalt den Rücken herunterlief. Frankenstein (oder war es sein Monster???) als Fantasy-Action-Held??? Uff… ich weiß ja nicht. Doch es gab ja noch einen vermeintlichen Hoffnungsschimmer, als vor nicht allzu langer Zeit „Victor Frankenstein“ mit James McAvoy und Daniel Radcliffe in die Kinos kam.

„Victor Frankenstein“ verzichtet auf Fantasy-Kram und will die Geschichte mal aus einem ganz anderen Blickwinkel erzählen – nämlich aus der Sicht von Frankensteins treuem Diener Igor, hier gespielt von Radcliffe. Frankenstein (McAvoy) findet den Buckeligen in einem Zirkus, befreit ihn von seinem Buckel, zieht ihm ordentliche Kleider an und macht einen richtigen Menschen aus ihm, der ihm helfen soll, seine Experimente durchzuführen (die dann später zum bekannten Monster führen werden). Doch Frankensteins Leichenfledderei bleibt nicht unbemerkt und schon bald ist ihm Polizeiinspektor Roderick Turpin (Andrew Scott) auf den Fersen, während Igor zunehmend Gefallen am Leben als normalem Mensch findet – unter anderem Dank der jungen Lorelei (Jessica Brown Findlay).

Ich hab dir doch gesagt, ich kenne keinen Harry Potter

Regisseur Paul McGuigan hat so wunderbare Filme gedreht wie „Lucky Number Slevin“ und den, wie ich finde, unterschätzten X-Men-Abklatsch „Push“ (wobei Abklatsch jetzt auch viel zu hart klingt). Der gute Mann kann also eigentlich was… und wollte wohl mit „Victor Frankenstein“ den angestaubten Mythos ähnlich frisch beleben wie einst Guy Ritchie „Sherlock Holmes“. Der Film versetzt uns in ein England des Steampunk, in dem ein Victor Frankenstein die Forschung schon extrem vorangebracht hat, ohne dabei zu einem verschrumpelten alten und langweiligen Professor zu werden. Vielmehr wird er uns gleich in der ersten Szene, in der er Igor befreit, als echter Haudegen vorgestellt, der sein Wissen über die Anatomie des Menschen ähnlich präzise für den Kampf einsetzen kann wie Sherlock Holmes seine merkwürdigen Zeitlupen-Voraussagen.

Allerdings verschwindet dieses Element dann auch recht schnell wieder, da es ja eher um Igor geht. Und der darf dann diese neue wunderbare und erschreckende Welt für sich entdecken. Mit all ihren Höhen und Tiefen. So richtig hat man bei „Victor Frankenstein“ das Gefühl, dass die Macher nicht so recht wussten, was sie jetzt eigentlich machen wollen: Komödie, Action, Drama… oder doch noch ein bisschen Horror? Die ganze Geschichte fühlt sich unausgeglichen, springt immer wieder von einer Sache zur nächsten. Die ganze Jagd der Polizei nach Frankenstein kommt nur schwer in Gang; Igors Liebesgeschichte fühlt sich auch arg erzwungen an und die verschiedenen neuen Kreationen des Frankenstein fügen dem Ganzen so gewollt einen Horror-Faktor hinzu, der gar nicht unbedingt notgetan hätte.

Ich finde die Idee, die Geschichte aus der Sicht von Igor zu erzählen, eigentlich ziemlich spannend, nur hätte man sich dann wirklich darauf konzentrieren müssen. Was McGuigan jetzt macht, ist halt der Versuch, alles zu bedienen… und daran scheitert das Ganze dann leider auch.

Woran es nicht scheitert, ist die wunderbare Chemie zwischen McAvoy und Radcliffe. Ich meine, McAvoy könnte einen Sack Kartoffeln spielen und wäre immer noch unheimlich charismatisch, faszinierend und interessant. Ich mag den Mann einfach. Und als Heißsporn Frankenstein funktioniert er auch bestens – auch im Einklang mit Radcliffe, der hier ebenfalls sehr gut ist… und gefühlt alles betrachtet wie ein Kleinkind, das zum ersten Mal die große Welt zu sehen bekommt. Wenn man diesen beiden jetzt noch eine wirklich gute Story auf den Leib geschneidert hätte, hätte dieser Film ein absoluter Traum werden können. So sind die Darsteller und das Setting zwar ziemlich cool, aber dieser Mix aus Drama, Action und Horror will nie so richtig Funken schlagen.

Wertung: 5 von 10 Punkten (warten wir also weiter auf einen vernünftigen modernen Kino-Frankenstein)

Blogparade: My 100 greatest films of the 21st century… so far

25. September 2016

Da hat Miss Mooleana mir aber ein richtiges dickes Ei ins Nest gelegt. Ihre neue (jetzt schon etwas ältere) Blogparade forderte uns dazu auf, die bisher 100 besten Filme des 21. Jarhunderts aufzulisten. Puh… und ich grusele mich doch schon davor, am Ende des Jahres meine Top 10 des Jahres zu erstellen. Und jetzt 100 Filme aus 16 Jahren – von Platz 100 bis zur absoluten Nummer 1? Ihr könnt euch vorstellen, dass ich viele grübelnde Nachmittage, Tage und Nächte verbracht, Listen aufgeschrieben, Listen wieder durchgestrichen…

Panik pur…

Es hat wirklich verdammt gedauert. Dass gefühlt alle anderen schon gefühlte drei Monate vor mir fertig waren, half da auch nicht wirklich. Aber lange Rede, kurzer Sinn: ich habe es geschafft. Zumindest habe ich jetzt eine Liste, die ich einfach veröffentlichen werde, bevor ich sie noch dreimal überarbeite.

91

100 – Silent Hill (2006)

99 – 10 Cloverfield Lane (2016)

98 – Young Adult (2011)

97 – Fast 5 (2011)

96 – Crazy Stupid Love (2011)

95 – Martha Marcy May Marlene (2011)

94 – Rubber (2010)

93 – The Artist (2011)

92 – The Tracey Fragments (2007)

91 – Where The Wild Things Are (2009)

81

90 – Moulin Rogue (2001)

89 – Munich (2005)

88 – The Dark Knight (2008)

87 – Melancholia (2011)

86 – Spider-Man 2 (2004)

85 – No Country for Old Men (2007)

84 – The Congress (2013)

83 – Apocalypto (2006)

82 – Rush (2013)

81 – Whiplash (2014)

80-71

80 – Unbreakable (2000)

79 – 500 Days of Summer (2009)

78 – Detention (2011)

77 – 28 Days Later (2002)

76 – Monsters (2010)

75 – Shame (2011)

74 – Wall-E (2008)

73 – Zoolander (2001)

72 – Little Miss Sunshine (2006)

71 – Take This Waltz (2011)

61

70 – Zeiten des Aufruhrs (2008)

69 – Minority Report (2002)

68 – Irreversible (2002)

67 – Cabin in the Woods (2011)

66 – We Need To Talk About Kevin (2011)

65 – Bronson (2008)

64 – Nightcrawler (2014)

63 – Inception (2010)

62 – The Perks Of Being A Wallflower (2012)

61 – Sin City (2005)

51

60 – Dogville (2003)

59 – Brügge sehen… und sterben (2008)

58 – Her (2013)

57 – Alles steht Kopf (2015)

56 – Dogtooth (2009)

55 – Prisoners (2013)

54 – Coraline (2009)

53 – 127 Hours (2010)

52 – Snowpiercer (2013)

51 – The Conjuring 2 (2016)

41

50 – Dredd (2012)

49 – Der Gott des Gemetzels (2011)

48 – Gone Baby Gone (2007)

47 – Guardians of the Galaxy (2014)

46 – Die fabelhafte Welt der Amelie (2001)

45 – The Invitation (2015)

44 – Under The Skin (2013)

43 – So Finster Die Nacht (2008)

42 – To The Wonder (2012)

41 – Wie der Wind sich hebt (2013)

31

40 – Mr. Nobody (2009)

39 – Juno (2007)

38 – Pans Labyrinth (2006)

37 – Eternal Sunshine Of The Spotless Mind (2004)

36 – City of God (2002)

35 – Tiger & Dragon (2000)

34 – Saw (2004)

33 – Paprika (2006)

32 – Me And Earl And The Dying Girl (2015)

31 – Star Wars: The Force Awakens (2015)

21

30 – Garden State (2004)

29 – Kung Fu Hustle (2004)

28 – Eastern Promises (2007)

27 – Chihiros Reise ins Zauberland (2001)

26 – Gravity (2013)

25 – Almost Famous (2000)

24 – A Girl Walks Home Alone At Night (2014)

23 – Holy Motors (2012)

22 – Mad Max: Fury Road (2015)

21 – The Fountain (2006)

11

20 – Mulholland Drive (2001)

19 – I Saw The Devil (2010)

18 – The Royal Tenenbaums (2001)

17 – Requiem For A Dream (2000)

16 – Enemy (2013)

15 – Donnie Darko (2001)

14 – Interstellar (2014)

13 – Short Term 12 (2013)

12 – Ex Machina (2015)

11 – Children Of Men (2006)

1

10 – Drive (2011)

9 – Only Lovers Left Alive (2013)

8 – Scott Pilgrim Vs. The World (2010)

7 – Lost In Translation (2003)

6 – Frost / Nixon (2008)

5 – Oldboy (2003)

4 – The Raid (2011)

3 – Vanilla Sky (2001)

2 – Song Of The Sea (2014)

1 – The Fall (2006)

So… es ist bei mir also „The Fall“ geworden und ich liebe diesen Film wirklich abgöttisch. „Song of the Sea“ habe ich erst vor kurzem gesehen (Kritik folgt), aber war sofort verliebt. Und ja, an „Vanilla Sky“ kann ich mich nie satt sehen.

Wer ganz, ganz schnell ist, der kann noch bis zum 30.09. bei dieser Blogparade mitmachen. Viel Spaß dabei… und danke an Miss Booleana für diese schweißtreibende Aktion😉

Wer tötete Danny Latimer?

23. September 2016

Ich bin ja wirklich kein sonderlich großer Krimi-Fan. Vor allem kein Fan von Krimi-Serien. „The Fall“ mit Gillian Anderson und Jamie Dornan war jetzt seit langem mal wieder etwas, das in die Richtung geht. Aber ansonsten scheue ich mich vor dieser Flut an Krimi-Serien – egal, ob nun all die CSIs, Law and Orders und was es nicht alles für Quatsch aus den USA gibt, bei dem ich mich immer noch verwundert frage, warum diese Serien überhaupt noch existieren oder die ganzen Krimi-Serien aus Skandinavien, die ja scheinbar an all die Fans der Bücher gehen (zu denen meine Mutter auch zählt, die unzählige dieser „Nord-Krimis“ im Regal zu stehen hat). Bei all dem Gefasel über Dinge, die ich nicht schaue, erstaunt es mich dann immer wieder, wenn ich doch mal eine Krimi-Serie finde, von der ich nicht genug bekomme. Und nach „The Fall“ kommt mein zweiter Serien-Liebling natürlich auch von der Insel, die seit neuestem nur noch unter dem Hashtag Brexit zu finden ist. Die Rede ist von „Broadchurch“.

Darin geht es um das, was schon im Titel steht: Der Junge Danny Latimer wird tot am Fuß eines steilen Kliffs in der Nähe des kleinen, beschaulichen, englischen Dörfchens Broadchurch gefunden. Ziemlich schnell kann die Polizei jedoch Selbstmord oder einen Unfall ausschließen… und sucht nun verzweifelt den Mörder in dieser kleinen Gemeinschaft. Polizistin Ellie Miller (Olivia Colman) und ihr Vorgesetzter Alec Hardy (David Tennant) ermitteln.

Ermittelnde Ermittlern ermitteln

Die wichtigste Frage ist bei einer klassischen Krimi-Serie natürlich immer: „Wer ist der Mörder?“ Und dieser Frage geht „Broadchurch“ auch von Minute Eins aus gekonnt nach. Wir haben unsere Leiche und im großen Finale erfahren wir dann, wer der Mörder ist. Doch wie in so vielen Dingen ist der Weg zum Ziel das Interessante an dieser Sache… und den Weg, den „Broadchurch“ beschreitet, ist unglaublich spannend. Auf der einen Seite geht es natürlich darum, uns als Zuschauer mit allen Menschen vertraut zu machen, damit wir miträtseln können, wer vielleicht der Täter ist. Manchmal liefert „Broadchurch“ dafür sehr offensichtliche Verdächtige, bewahrt aber die wahre Identität gekonnt bis zum Schluss. Trotzdem ist allein schon dieses Rätsel-Raten einfach nur großartig. Denn schließlich haben wir es hier auch noch mit einer kleinen Gemeinde zu tun, in der gefühlt jeder jeden kennt, jeder mit jedem befreundet ist… und doch jeder der Täter sein könnte. Eine Tatsache, die das Finden von Verdächtigen nicht leicht macht.

Gleichzeitig ist das auch der andere Grund, warum der Weg zum Mörder in „Broadchurch“ so spannend ist. Neben dem whodunit, das ja jeden guten Krimi vorantreibt, hat die Serie noch den sehr menschlichen Faktor. Wie geht diese Gemeinde mit dieser ungewöhnlichen Situation um? Und gerade hier entfaltet „Broadchurch“ seine eigentliche Faszination, denn es sind die menschlichen Geschichten, die immer wieder extrem schocken.

Gut, ich muss auch zugeben, dass die Serie bei einigen Charakteren sehr krasse Hintergrundgeschichten erfindet, die natürlich die Dramatik der ganzen Situation enorm in die Höhe treiben, aber auch immer ein bisschen zu erzwungen drastisch wirken (wenn man jetzt mal ein kleines bisschen meckern möchte). Trotzdem nutzen die Macher sie gut, um die Stimmung in dem Dorf aufzuputschen. Da werden dann erst die Medien zu bösartigen, wilden Monstern, die wiederum die normalen Menschen dazu bringen, durchzudrehen. Halt das übliche Prozedere, wenn es darum geht, Schlagzeilen zu machen und die Wut und Trauer der Menschen auszukosten. Mehr und mehr wird aus diesem beschaulichen kleinen Dorf Broadchurch ein unheimlicher Ort… was zu Beginn noch beschaulich wirkte, wird mehr und mehr ein Ort voller Menschen mit Geheimnissen.

Aber das ist natürlich auch noch nicht alles… denn neben Whodunit und menschlichem Verfall (klingt ein bisschen zu hart, aber ich belasse es jetzt dabei) lebt „Broadchurch“ von seinen Darstellern, die alle wirklich perfekt besetzt sind und dieses Auf und Ab aus Trauer, Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit wunderbar darstellen – hierbei besonders natürlich die Darsteller der Latimer-Familie, die halt wirklich alle Emotionen durchlaufen.

Am interessantesten ist jedoch unser Ermittler-Pärchen Olivia Colman und David Tennant. Er stammt nicht aus dem Dorf, sie lebt dort schon immer. Eine perfekte Konstellation, die den Machern und auch den Darstellern viel Raum bietet. Es ist unglaublich faszinierend, Colman dabei zu zusehen, wie sie mehr und mehr ihren Glauben an ihre eigenen Leute verliert. Anfangs nimmt sie sie noch alle in Schutz, am Ende weiß sie selbst nicht mehr, was sie denken soll. Colman ist unglaublich gut und liefert Tennant ein starken Gegenpol. Der spielt den gequälten Pessimisten, der einst einen Fall nicht aufklären konnte und nun alles daran setzt, jetzt alles richtig zu machen. Er ist der, der von außen auf dieses Dorf blickt und alle zu seinen Verdächtigen macht. Die Chemie zwischen Colman und Tennant ist, was „Broadchurch“ so gut macht. Die beiden funktionieren bestens mit einander…

Das Finale haut einen dann komplett aus den Socken und katapultiert „Broadchurch“ definitiv zu den sehr empfehlenswerten Serien. Staffel 1 habe ich innerhalb von zwei Tagen durchgeguckt und war begeistert. Bleibt für mich nur die Frage, ob Staffel 2 dem folgen kann.

Wertung: 9 von 10 Punkten (mal wieder der Beweis, dass britische Serien wirklich großartig sind)

Das letzte Saubermachen?

21. September 2016

Es ist schon beeindruckend, wie wenig die „Purge“-Reihe bisher gekostet hat und wie viel jeder einzelne Film am Ende eingespielt hat. Der erste Film, der ja noch mehr Home-Invasion-Thriller als alles andere war, kostete knapp drei Millionen Dollar und spielte (wenn man Wikipedia als Quelle jetzt mal vertrauen darf, was man ja eigentlich nie tun sollte) rund 90 Millionen Dollar weltweit ein. Teil 2, der dann tatsächlich das nächtliche Morden, das von der Regierung für 12 Stunden gestattet ist, auf den Straßen der Stadt zeigte, stand seinem Vorgänger in Nichts nach: Neun Millionen Dollar Ausgaben, knapp 111 Millionen Einnahmen. Man möchte also fast meinen, dass die Zuschauer mehr als nur ihren Spaß daran hatten, möglicherweise ihre mörderischen Gelüste auf der Leinwand ausgelebt zu sehen. Weswegen es natürlich niemanden verwundert, dass es einen dritten Teil geben musste, der auch nur knapp 10 Millionen Dollar gekostet hat und im Moment weltweit schon rund 105 Millionen Dollar eingefahren hat. Damit dürfte ja wohl eigentlich klar sein, dass „Purge 3: Election Year“ nicht wirklich das letzte Saubermachen gewesen sein wird.

Eigentlich muss man zur Handlung nicht wirklich viel sagen – außer vielleicht, dass der dritte Teil jetzt sehr politisch geworden ist. Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell) überlebte als junges Mädchen die Purge an ihrer Familie und setzt seit dem alles daran, der Mordnacht ein Ende zu bereiten. Da sie in der kommenden Wahl durchaus Chancen auf die Präsidentschaft hat, muss sie sich in der kommenden Purge-Nacht natürlich besonders beschützen. Wozu sie einen alten Bekannten aus Teil 2 als Sicherheitschef engagiert hat: Leo Barnes (Frank Grillo) ist wieder da. Und als die Senatorin hintergangen wird, muss er sie um jeden Preis beschützen. Doch zum Glück ist er nicht allein, denn ein Untergrund gegen die Purge eilt ihr zur Hilfe.

Spazierengehen war doch keine gute Idee

Man kann ja von der „Purge“-Reihe halten, was man will. Die Prämisse ist wirklich reichlich merkwürdig, zumal sie nie so richtig erklärt wurde. Und eigentlich hatte ich ja insgeheim gehofft, dass Teil 3 eine Art Prequel sein würde, in dem erklärt wird, warum man es irgendwann für sinnvoll hielt, das Töten mal eben für 12 Stunden legal zu erklären. Aber gut, vielleicht kommt das ja noch in Teil 4 – denn immerhin scheint die Purge im Jahr 2040 endlich ein Ende zu finden. Der erste Film spielt aber 2022… man hat für zukünftige Filme also immer noch einen Zeitrahmen von 18 Jahren, in dem man so einigen Schwachsinn anstellen kann.

Doch wenn wir mal ehrlich sind, ging es in „Purge“ nie um irgendwelche Erklärungen oder eine tiefgründige Geschichte. Es ging nur darum, zu zeigen: Ja, Menschen könnten, wenn man sie „frei“ lässt, mal eben ein bisschen durchdrehen. „Purge 3“ geht nun sogar so weit, dass Touristen aus der ganzen Welt zur Purge-Nacht kommen. Purge-Tourismus… könnte man sicherlich in kommenden Teilen auch noch genauer unter die Lupe nehmen.

Ich muss jedoch sagen, dass ich nach diesen drei Teilen eigentlich wirklich, wirklich genug vom Purgen habe. Teil 3 ist ein netter Abschluss. Man darf und sollte keine besonderen Erweiterungen erwarten. „Purge 3“ ist eigentlich wie sein Vorgänger: es wird zersäbelt, zerkleinert und zerballert, was gerade so da ist. Wieder einmal streift eine Gruppe Menschen durch die Horden mordshungriger Menschen und versucht am Leben zu bleiben. Wenn das alles so geblieben wäre, okay… aber was dann doch extrem nervt, ist dieses ganze Politikum: die Purge bevorzugt die Reichen und soll dafür sorgen, dass die Armen draufgehen. Und vielleicht wollten sich die Macher auch in ihrem eigenen Land für eine Seite stark machen, ich weiß es nicht: aber alle Armen und Verletzten, alle Opfer dieser Purge sind Afroamerikaner. Ich lasse das jetzt einfach mal unkommentiert so da stehen.

„Purge 3“ versucht so also eine größere Geschichte zu erzählen, die aber irgendwie komplett zur Nebensache gerät, weil sie so voller Logiklöcher steckt, die aber jetzt zu Spoilern führen würden, weswegen ich nicht weiter aushole.

Der Film ist und bleibt trotz diesem Versuch, die Story etwas auszubauen, genau das, was seine Vorgänger schon waren: ein brutaler Thriller mit sehr oberflächlichen Charakteren, die einen kaum bewegen. Frank Grillo rockt das Ding mal wieder „Punisher“-Style und geht als kaum kaputtbarer Rambo durch diesen Film. Elizabeth Mitchell, die ich ja eigentlich seit „LOST“ wirklich sehr mag, ist nerviges Mitbringsel, das mehr „Damsel in Nöten“ ist als irgendwas anderes. Und gerade aus ihrer Rolle hätte man echt mehr machen können – wollte aber wahrscheinlich die saubere Politikerin nicht „beschmutzen“. Alle anderen Nebencharaktere sind so austauschbar wie eh und je… sie sind halt Purge-Futter und mehr nicht. Nur letztendlich ist die „Purge“-Reihe für starke Charaktere auch einfach nicht gemacht. Hauptsache, es geht blutig zur Sache.

Wertung: 6 von 10 Punkten (mal schauen, wie oft wir im Kino noch purgen werden)

WiedergeBourne

19. September 2016

Jason Bourne galt mal als große Revolution fürs Action-Kino und fürs Agenten-Kino und wurde kurz sogar als gefährliche Bedrohung für Mr. Bond gehandelt, da ein Jason Bourne tatkräftiger, schlagkräftiger, glaubhafter und rasanter wirkte als der alte Agent mit der Lizenz zum Töten. Matt Damon rannte, kämpfte und MacGyver-te sich durch drei Filme – und das, obwohl er nicht einmal wusste, wer er überhaupt ist. Drei Filme, eine tote Freundin und ein paar tote Gegner später wusste er das dann aber zum Glück wieder und verschwand „zufrieden“ im Untergrund. Weil die Welt aber wohl scheinbar nicht bereit war für ein Abtreten von Bourne hinterließ sein Vermächtnis, aber scheinbar mochte nicht einmal Matt Damons Bourne Jeremy Renner in dieser „Fortsetzung“, weswegen jetzt Matt Damon in „Jason Bourne“ als Jason Bourne zurückkehrt – obwohl er ja mal groß verkündete, er wolle keinen vierten Bourne drehen.

Wir leben im Zeitalter des Edward Snwoden, wir wissen, dass wir beschattet und belauscht werden – das Vertrauen in die Geheimdienste ist so niedrig wie noch nie. Und jetzt wird das CIA „Opfer“ einer Cyberattacke, bei der wichtige und vor allem geheime Akten gestohlen werden: Akten, die zeigen, dass die CIA mit dem neuen Projekt „Iron Hand“ User-Profile einer lukrativen und stark wachsenden Social-Media-Seite namens Deep Dream ausspionieren will. Und weil Ex-CIA-Agentin Nicky Parsons (Julia Stiles) hinter der Attacke steckt, taucht Jason Bourne (Matt Damon) wieder auf – um ihr zu helfen und einmal mehr etwas über seine Vergangenheit herauszufinden (ja, er weiß immer noch nicht genug und dieses Mal will er mehr über seinen Vater wissen). Die CIA schickt ihre Cyber-Spezialistin Heather Lee (Alicia Vikander) auf die Jagd nach Bourne und Nicky.

Julia Stiles gibt’s auch noch…

Tja, Bourne ist also wieder da… und muss sich wohl die Frage gefallen lassen, ob ihn und seine wackeligen Kameraeinstellungen heute noch jemand braucht. Immerhin ist das alte Team wieder vereint: Hauptdarsteller Matt Damon und Regisseur Paul Greengrass – was man dem Film schon anmerkt: Hier ist alles so, wie man sich einen Bourne vorstellt, mit ein paar Hängern.

„Jason Bourne“ tut sich irgendwie arg schwer, Politthriller und Action-Kino gut miteinander zu verbinden. Ich hatte das Gefühl, hier wird noch mehr in Konferenzräumen oder in den Überwachungszentralen der CIA geschwafelt, geredet und diskutiert. Die Geschichte um das Ausnutzen von Social-Media-Profilen gerät dabei irgendwie leider in den Hintergrund… und das obwohl das viel interessanter ist als Bourne Daddy-Issues. Ich meine, wir haben drei Filme lang mitverfolgt, wie er seiner eigenen Vergangenheit hinterhergejagt ist – mir hätte das ausgereicht, wenn es in „Jason Bourne“ nur um dieses CIA-Social-Media-Nummer gegangen wäre. Das hätte dann auch ein bisschen was aktuelles, zeitgenössisches in den Film gebracht – ist ja leider nur mehr als glaubhaft, dass irgendwer unsere Profile für was auch immer missbraucht.

Nur das hätte „Jason Bourne“ gut getan, vor allem hätte man dann vielleicht auch besser einen Weg gefunden, Bourne als eine Art Schattenagenten in ein neues Franchise-Zeitalter zu führen, in dem er versucht, allgemein die Machenschaften der Geheimdienste auf seine Weise aufzuklären… so zieht sich „Jason Bourne“ extrem in die Länge und fühlt sich halt tatsächlich einfach nach Teil 4 von etwas an, was man nun schon wirklich drei Mal gesehen hat.

Zumal unser Agent selbst nicht mehr so kreativ ist, wie wir ihn noch aus den Vorgängern kennen. Bourne ist zwar noch schlagfertig, aber kommt in „Jason Bourne“ noch lange nicht in so gefährliche Situationen wie früher, aus denen er sich dann mit einfachen Mitteln auf verdammt clevere Art und Weise befreit. Die Action-Sequenzen im Film sind zwar immer noch recht sehenswert (und selbst an die wackeligen Kamera-Bilder gewöhnt man sich hier nach einiger Zeit wieder), aber sie sind bei weitem nicht mehr so aufregend oder spektakulär wie noch in den Vorgängern. Allein die Verfolgungsjagd durch Las Vegas ist in Zeiten von „Fast and Furious“ ein bisschen öde. Nett, aber auch ein bisschen öde.

Sie hat auch kein Bock auf Bourne

Vielleicht ist Matt Damon zu alt für den Scheiß geworden oder er hatte nicht so wirklich Lust, sich auf zu viele Sachen einzulassen, aber irgendwie wirkt er als Jason Bourne ein bisschen müde. Natürlich hat er ordentlich vorher gepumpt, was er uns eindrucksvoll als Kämpfer bei illegalen Box-Kämpfen mit freiem Oberkörper zeigt. Aber ansonsten ist sein Bourne einfach nicht mehr so richtig der Gleiche wie früher.

„Jason Bourne“ hat zwar noch alle Versatzstücke, die für einen guten Bourne-Film nötig sind, aber sie wollen sich nicht so richtig aneinander fügen. Es wird einfach noch mehr geredet, die eigentlich wirklich interessante Story wird wegen einer weiteren blöden Suche nach der Vergangenheit vernachlässigt, selbst eine Alicia Vikander und ein Vincent Cassel wirken etwas blass, die Action ist reduziert worden und auch ein Matt Damon hat Ermüdungserscheinungen. „Jason Bourne“ ist zwar ein solider Film, der einen irgendwie daran erinnert, man könne ja noch einmal die richtige Trilogie schauen. „Jason Bourne“ ist aber auch ein Film, bei dem man hofft, dass das jetzt wirklich das Letzte war, was wir von Bourne gesehen haben.

Wertung: 6 von 10 Punkten (sie hätten Bourne ruhen lassen sollen)

Rette JFK!

16. September 2016

Ich kann Stephen-King-Verfilmungen nicht mehr trauen. Dachte ich zumindest, nachdem ich „Under the Dome“ gesehen hatte. Beziehungsweise lag mein Misstrauen eher bei King selbst. Denn das Buch, auf die Serie basierte, habe ich sehr gemocht. Das war für mich nach langer King-Abstinenz mal wieder ein Roman von ihm… umso schöner fand ich es ja, dass sie daraus eine Serie machen wollten, statt nur einem Film. Blöd nur, dass die Serie so ziemlich großer, großer Schrott war. Ich habe die erste Staffel mit Mühe und Not durchgehalten, aber danach dann einfach aufgegeben (obwohl mich immer noch interessieren würde, wie sehr sie das Ende des Romans verändert haben… aber lieber sterbe ich dumm, als mir die restlichen beiden Staffeln anzutun). Die schlechte Serie hielt mich aber nicht davon ab, mein wieder aufkeimende Begeisterung für Mr. King im Keim ersticken zu lassen… und so schnappte ich mir das nächste Buch, von dem ich im Vorfeld schon wusste, dass es ebenfalls als Serie verfilmt werden würde: „11.22.63“, oder wie es bei uns auch heißt: „Der Anschlag“ (was irgendwie ein selten dämlicher Titel ist, würde doch „Das Attentat“ wesentlich mehr Sinn machen).

In „11.22.63“ reist der Lehrer Jake Epping (in der Serie gespielt von James Franco) durch ein merkwürdiges Portal im Diner seines alten Freundes Al (Chris Cooper) ins Jahr 1960. Al schickt ihn dorthin, in der Hoffnung Jake könne so das Attentat auf John F. Kennedy durch Lee Harvey Oswald (Daniel Webber) verhindern und so die Geschichte der Welt umschreiben. In der Zeit bis zum 23. November 1963 soll Jake aber Oswald beschatten, um heraus zu finden, ob der wirklich alleine gehandelt hat – wenn ja, soll Jake Oswald töten und so JFK retten. Ganz so einfach ist das Ganze dann natürlich nicht, denn die Vergangenheit hat etwas dagegen, verändert zu werden und wehrt sich mit allen Mitteln… und Jake lernt die bezaubernde Bibliothekarin Sadie (Sarah Gadon) kennen und verliebt sich in sie.

Old school Spionage

Vielleicht liegt es daran, dass J.J. Abrams als Produzent an „11.22.63“ beteiligt war oder die Tatsache, dass Stephen King aus dieser Verfilmung scheinbar größtenteils rausgehalten hat, aber ich mochte die Serie sehr. Ich mochte das Buch, aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich mochte die Serie noch ein wenig lieber… denn der Serie gelingt es, die etwas langatmigen Passagen des Buches zu vermeiden, indem sie einfach etwas dazu erfinden. Und ich kann kaum glauben, dass ich sowas mal freiwillig sagen würde, aber das Dazu-Dichten zur eigentlichen Geschichte war Gold wert. Denn statt Jake ganz allein in der Vergangenheit bei seinen Beschattungen zu lassen (wie es im Buch der Fall ist), bekommt er in der Serie Hilfe von dem jungen Bill (George MacKay).

Statt sich also allein auf James Franco als Erzähler in eintönigen Spionage-Szenen zu verlassen, bekommt er einen Partner, der ihn auf Trab hält, der ein bisschen mehr Spielraum für Dialoge und vor allem für Probleme liefert, wodurch man der Geschichte viel mehr Schwung verleiht und es einfach fürs Schauen sehr viel interessanter gestaltet. Bill war eine gute Erfindung für die Serie, er hält Jake auf Trab und ist mit George MacKay auch wirklich gut besetzt.

Ansonsten hält sich „11.22.63“ sehr an seine Vorlage und liefert beste Unterhaltung ab… genau wie im Buch auch wird das komische Zeitloch, dass all das hier ermöglicht, nie so wirklich erwähnt. Wir dürfen auch nicht hinterfragen, warum sonst keiner aus dem Jahr 1960 aus Versehen mal da rein läuft und in unserer Gegenwart auftaucht. Manche Sachen muss man einfach hinnehmen. Im Fall von „11.22.63“ kann man das auch bestens machen, denn letztendlich ist das Zeitreise-Loch ein kurzer Abschnitt… einmal in der Vergangenheit ist die Serie fast schon „Kostüm“-Drama / Spionage-Thriller. Alles an dieser Serie atmet 60er Jahre Feeling. Die Autos, die Kostüme, die Musik – wenn da nicht dieser komische Typ wäre, der viel zu viel weiß.

Ein süßes Pärchen

James Franco ist das Herz dieser Serie! Man kann viel über ihn reden – das er ein komischer Kauz ist, das er schon lange nichts mehr wirklich Tolles gemacht hat. Aber dann sollte man Leuten diese Serie zeigen: Franco ist schon verdammt gut und trägt die schwere Last der gesamten Geschichte auf seinen Schultern. Aber… und das darf man auch nicht vergessen (auch wenn ich es noch nicht einmal erwähnt habe): „11.22.63“ ist auch eine sehr rührende und dramatische Liebesgeschichte und mit Sarah Gadon ist ein passender Gegenpart zu Franco gefunden. Nun muss ich ja gestehen, dass ich Gadon ohnehin schon zauberhaft finde, aber wenn die Frau lächelt (gerade auch in dieser Serie) könnte ich einfach nur dahin schmelzen. Und die Chemie zwischen Franco und ihr stimmt einfach… so sehr, dass ich aus unerfindlichen Gründen am sehr dramatischen Ende (obwohl ich wusste, was mich erwartet), Rotz und Wasser geheult habe. Es war schön, es war traurig, es war gut!

„11.22.63“ ist das, was Kings Roman verdient hat. Die Mini-Serie macht in meinen Augen die Roman-Vorlage eben durch den Zusatz von Bill sehr viel besser, ist aber auch ein tolles „period piece“, in dem gekonnt Spannung aufgebaut wird, ohne die vielen verschiedenen Charaktere dabei zu vernachlässigen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (so kann und sollte man King verfilmen!)

Schwarzfahrer-Zombies

14. September 2016

Prequels… ich glaube, es hat einen Grund, warum Prequels eigentlich immer erst NACH dem Original geguckt werden müssen. So macht man sich dann nämlich nicht das Original kaputt und merkt dann auch gleich mal, wie unnötig solche Prequels sind (die Star-Wars-Prequels sind da immer noch das beste Beispiel für). Doch das diesjährige Fantasy Filmfest hat es ja mal so hinbekommen, das ich mir Prequel und Original in der chronologischen Reihenfolge anschauen konnte – um halt einfach zu merken, wie unnötig so ein Prequel doch in den meisten Fällen ist. Das Prequel „Seoul Station“ von Yeon Sang-ho bestätigt das. Der Film kommt wirklich nur schwer in die Gänge und funktioniert als richtiges Prequel auch nicht wirklich, da wir kaum mehr erfahren. UND: Der Film hatte mir echt Sorgen gemacht, als ich dann zu Yeon Sang-hos ersten Realfilm „Train to Busan“ ging.

Darin will der viel zu beschäftigte Geschäftsmann und Vater Seok-Woo (Gong Yoo) mit seiner Tochter Soo-An (Kim Soo-Ahn) nach Busan fahren, damit die Kleine zur Mutter kann. Doch im Zug nach Busan wird plötzlich verkündet, dass es in den Städten zu merkwürdigen Ausbrüchen gekommen ist, Menschen verändern sich auf einmal und greifen andere Menschen an. Diese Infizierten sorgen für absolutes Chaos… doch Seok-Woo und seine Mitreisenden sind keineswegs sicher im Zug nach Busan… denn ein Infizierter hat sich ebenfalls an Bord geschlichen und verbreitet nun dieses Zombie-Virus im ganzen Zug.

So was kommt vom Schwarzfahren…

Was war ich doch erleichtert, als sich „Train to Busan“ zu einem absolut perfekten und unterhaltsamen Zombie-Film entpuppte. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich meine Zweifel wegen „Seoul Station“ schon vergessen… und fragte mich gleichzeitig, wie diese beiden Filme von ein und demselben Regisseur stammen können. All das, was Yeon Sang-ho in „Seoul Station“ vermissen ließ, bringt er in „Train to Busan“ zur vollen Blüte: der Film glänzt durch starke Charaktere, eine spannende Story und großartige Zombie-Action. Und das Einzige, was „Seoul Station“ und „Train to Busan“ letztendlich verbindet, ist ein Obdachloser, der sich heimlich in den Zug schleicht und, wenn er dann gefunden wird, vor sich hinbrabbelt: „Sie sind alle tot!“, was dann auf die Ereignisse aus den U-Bahnstationen verweist. Mehr nicht… das Prequel ist somit wirklich mehr als nur überflüssig.

Widmen wir uns daher lieber dem wirklich großartigen „Train to Busan“… umwerfend. Yeon Sang-ho zeigt hier, dass er diesen Film und die Idee dahinter perfekt verstanden hat. Aus der Prämisse „Zombies on a train“ macht er genau das (anders als jener langweilige „Howl“, der „Werwolves on a train“ so ziemlich versaut hat): Der Film lässt uns die meiste Zeit mit den Charakteren in dieser Enge eines Zuges. Man fühlt sich manchmal schon ein bisschen an „Snowpiercer“ erinnert, wenn die Passagiere sich hier von Abteil zu Abteil kämpfen müssen. Nur halt noch ein bisschen intensiver, denn dies ist ein normaler Zug: eng und vollgestopft. Bricht hier Panik aus, ist das Chaos groß. Wenn dann noch wütende, hungrige und vor allem schnelle Zombies durch die Gänge schießen, kriegt man es schon mit der Angst zu tun. Zumal Yeon Sang-ho seinen Zombies eine kleine Neuerung verpasst: Im Dunkeln können die nichts sehen und orientieren sich nur nach dem, was sie hören. Das erinnert nicht nur an die komischen Zombie-ähnlichen Viecher aus dem Spiel „Last of Us“, sondern sorgt auch für unheimlich spannende, nervenzerfetzende Momente im Film, wenn sich unsere Helden heimlich still und leise an den Zombies vorbei schleichen wollen. Da wird die Enge des Zuges dann so richtig unerträglich.

Neben der wirklich guten und gruseligen Zombies punktet „Train to Busan“ dann aber auch die grandiosen Charaktere bzw. ihre Darsteller. Hauptdarsteller Gong Yoo überzeugt als überforderter Vater, der mit seinen Aufgaben wächst und sich zu einem besseren Menschen verändert, der dem Chaos tapfer entgegentritt. Derjenige, der aber während der Vorführung am meisten Szenenapplaus bekam und zurecht gefeiert wurde, war Mitfahrer Sang-Hwa (Ma Dong-Seok), der mit seiner schwangeren Frau unterwegs ist. Der Typ war witzig, schnippisch und zynisch, aber konnte die Sachen auch anpacken, wenn es drauf ankam. Und das sind letztendlich nur zwei Beispiele aus „Train to Busan“, wie gekonnt Yeon Sang-ho seine Charaktere aufbaut, ihnen unterschiedliche Entwicklungen gibt und die Dynamik der Charaktere ausnutzt. So baut er auch geschickt Konflikte unter den Fahrgästen auf, die neben der Zombie-Apokalypse noch für zusätzlich Zündstoff sorgen und man sich nur denkt: „Mein Gott, ihr habt doch wirklich besseres zu tun, als euch gegeneinander aufzuhetzen!“

Was soll man also noch sagen: „Train to Busan“ ist wirklich ein grandioser Zombie-Film, der Spaß macht, extrem spannend ist, mit starken Charakteren aufwartet und dann auch noch perfekt mit der Prämisse „Zombies on a train“ spielt, dass ich an diesem Film wirklich nichts auszusetzen habe… außer natürlich das Prequel!

Wertung: 9 von 10 Punkten (Schwarzfahrer-Zombies sind aber auch echt die Schlimmsten)

Zombies aus der U-Bahn

12. September 2016

Das Zombie-Genre hat es echt schwer, den geneigten Fan noch mit irgendwas zu überraschen. Zumindest geht es mir so, dass ich mittlerweile echt eine absolute Übersättigung an Zombie-Zeug habe. Gut, mit „The Walking Dead“ habe ich jetzt wieder angefangen, aber irgendwie sind da die Zombies eh in den Hintergrund geraten (und Menschen wie Negan sind sowieso viel interessanter). In Filmen haben sie auch schon so gut wie alles mit den Viechern durch – mittlerweile verlieben die sich auch, aber überwiegend haben sie immer noch voll Bock auf Hirn und Menschenfleisch. Sie sind mal schnell, mal langsam und oft erfahren wir erst gar nicht, woher sie eigentlich kommen. Der Zombie, unser alter Fleischfresser, ist gefühlt überall, weswegen ich mittlerweile lieber Abstand von denen nehme.

Allerdings würde ich das jetzt nicht alles schreiben, wenn nicht ein dickes, fettes „Aber“ kommen würde… das kommt jetzt, schließlich konnte ich mir ein Zombie-Double-Feature nicht entgehen lassen. Und schuld daran ist „King of Pigs“, jenes ziemlich harte Zeichentrick-Mobbing-Drama des koreanischen Regisseurs Yeon Sang-ho, das sowohl durch seinen sehr außergewöhnlichen Zeichenstil in Erinnerung bleibt als auch durch die Geschichte. Und eben jener Yeon Sang-ho meinte, er müsste auch mal was mit Zombies machen… so entstanden dann gleich zwei Filme: „Train to Busan“ und „Seoul Station“. Letzter ist das animierte Prequel zu Yeons erstem Live-Action-Film „Train to Busan“, den ich aber extra besprechen werde und jetzt der Chronologie halber einfach mal mit „Seoul Station“ weitermache.

Darin taucht ein Obdachloser mit Bisswunden an der U-Bahnstation „Seoul Station“ auf, stirbt, wacht als fiese Fleisch fressende Leiche wieder auf und verbreitet so die Zombie-Plage, in der eine junge Frau um ihr Überleben kämpft, während auf der anderen Seite der Stadt ihr Vater und ihr Freund versuchen, sie zu finden. Nur leider werden die Zombies immer mehr und mehr und die Chancen aufs Überleben immer weniger und weniger.

Er musste zu lange auf seinen Zug warten…

Wie schon in der Einleitung erwähnt, ist es im Zombie-Bereich schwer, noch mit was wirklich Aufregendem zu punkten… und so verliert sich „Seoul Station“ dann auch ein bisschen darin, den ganzen Zombie-Kram so lange wie möglich von der Leinwand zu halten. Erst beobachten wir eine kleine Ewigkeit, wie ein Freund von Patient 0 versucht, Hilfe für seinen verletzten Kumpanen zu finden und als Obdachloser immer müde davon geschickt wird. Statt krasser Zombie-Action gibt’s erst einmal ein bisschen Kritik daran, dass die Ärmsten der Armen sowieso die ersten sind, die draufgehen, weil sie für einen Großteil ihrer Umgebung einfach unsichtbar sind und der Rest sie verzweifelt versucht, zu ignorieren. Eine wichtige Botschaft, die aber unsäglich schwer gemacht wird, durch das ewige Gejaule und Gekeuche von unserem tapferen Helfer, der wie ein kleines Mädchen schreit und flucht und schimpft.

Wenn die Zombie-Abenteuer dann beginnen, peppt Yeon Sang-Ho das altbekannte Fressen-und-Gefressen-Werden damit auf, uns zwei parallel verlaufenden Geschichten zu erzählen. Geschichte Nr. 1 wird stärker ausgebaut und verfolgt die „Abenteuer“ der jungen Frau und ihre Mühen, sich am Leben zu halten. Geschichte Nr. 2 zeigt uns Papa und Freund. Beide Geschichten sind nett, aber mehr auch nicht. Immerhin sehr clever ist ein kleiner Twist kurz vorm Ende des Films, der überraschend kommt, aber die Geschichte auch nicht groß aufwertet.

Die Zombie-Action ist cool gemacht, aber im Gegensatz zu „King of Pigs“ hat mich bei „Seoul Station“ Yeon Sang-hos recht eigenwilliger Zeichenstil extrem gestört. Vor allem die sehr affenartigen Laufbewegungen wirkten so komplett unecht, die ganzen Animationen haben mich immer wieder aus dem eigentlichen Erleben dieses Films gerissen. Während ich die etwas hässlichen, fast schon grotesk aussehenden Figuren in „King of Pigs“ irgendwie noch mochte, weil sie auch ein bisschen zur Geschichte passten, hat mich das in „Seoul Station“ alles irgendwie gestört. Wie gesagt, die Bewegungen waren fast schon ein wenig surreal. Dazu dann noch diese nuschelnde, ständig heulende Sprecherin… und irgendwann habe ich einfach nur gehofft, der Film ist bald vorbei.

Als Prequel zu „Train to Busan“ irgendwie auch überflüssig, wird doch auch in „Seoul Station“ nicht wirklich gesagt, was es nun mit den Zombies genau auf sich hat. Alles in allem ein Film, der okay war, den ich aber auch nicht noch einmal sehen muss.

Wertung: 5 von 10 Punkten (möglicherweise bräuchte dieses Prequel noch ein Prequel)