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Ultra Violence a la Korea

9. April 2021

Mit diesem Begriff bezeichnet Alex in „A Clockwork Orange“ seine Art der Gewalt – sie ist halt einfach ultra. Sie kommt in Schüben und unerwartet und ist dabei extrem brutal. „Ultra Violence“ passt aber auch gut zum koreanischen Action-Film „THE VILLAINESS“ von Jung Byung-gil, den ich nach Ewigkeiten auf meiner Watchlist endlich mal geschaut habe.

Die schon seit ihrer Kindheit als Killerin trainierte Sook-hee (Kim Ok-bin) wird von der Polizei festgenommen, nachdem sie im Alleingang eine komplette Gangsterbande eliminiert hat. Davon mehr als nur schwer beeindruckt, wird sie vom Geheimdienst rekrutiert und weiter ausgebildet. Anfangs macht sie das zwar nur widerwillig, aber Sook-hee ist schwanger und man verspricht ihr, sie nach 10 Jahren aus dem Dienst zu entlassen. Also lässt sie sich drauf ein. Hartes Training und eine plastische Chirurgie, um ihr Aussehen zu verändern später wird aus Sook-hee die Schläferin Chae Yeon-soo, die auf Abruf für ihre Chefin morden soll. Ihr Nachbar Lee Jong-sang (Shin Ha-kyun) interessiert sich sehr für die junge Frau und die beiden verlieben sich. Was Sook-hee aber nicht weiß: Lee Jong-sang gehört zum Geheimdienst. Doch das ist alles egal, denn mit einem Auftrag wird Sook-hee von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Allein die ersten zehn Minuten von „The Villainess“ sind schon grandios. Action pur – und das auch noch in Ego-Shooter-Perspektive aus Sook-hees Sicht. Zehn Minuten lang dürfen wir bei ihrer Ultra Violence mit dabei sein, wie sie sich einfach nur durch Horden von Kerlen metzelt. Die Kamera ist immer mitten im Geschehen, alles geht unglaublich schnell. Alles sieht unglaublich stylish aus. Mein erster Gedanke war einfach nur: „Wow!“ und danach: „Wenn das so weitergeht, wird dieser Film großartig!“ Was Regisseur Jung Byung-gil und vor allem sein Kamera-Mann Park Jung-hun hier als Eröffnung abliefern, zieht einem förmlich die Schuhe aus. Das ist handgemachte Action, das sind geile Schnetzeleien – und das alles rasant inszeniert.

Leider verliert sich „The Villainess“ danach in einer zu kompliziert erzählten Geschichte, die eigentlich gar nicht so kompliziert ist. Nur weil es ständig Zeitsprünge gibt und man sich bei jeder Rückblende erst mal orientieren muss, wird es halt alles etwas anstrengender. Was echt schade ist, die Story wird unnötig verschachtelt… möglicherweise um ein wenig zu vertuschen, dass sie dann doch so gesehen nichts großartiges Neues zu bieten hat. Es ist ein bisschen „Nikita“, es ist ein bisschen „Red Sparrow“ (nur ohne den Sex), es ist ein bisschen was von jedem x-beliebigen Agenten-Thriller – gewürzt mit einer sehr persönlichen Story, die aber Haken schlägt wie ein Hase, der gejagt wird. „The Villainess“ verlangt eure ganze Aufmerksamkeit, wird ihr aber nie so wirklich gerecht. Auch die Liebesgeschichte wirkt einfach nur müde rangeklatscht… da hätte man mehr draus machen können.

Aber gut, mal abgesehen von der komischen Erzählweise einer relativ klassischen Agenten-Story punktet „The Villainess“ durch seine Action und die wirklich großartige Kim Ok-bin. Dass sie sich im Kampfsport auskennt (laut Wiki hat sie da einiges auf dem Kasten – und wir vertrauen Wiki doch immer blind), merkt man. Sie spielt ihre Rolle wirklich gut und glänzt einfach in den ultra-brutalen Kampfsequenzen, die aber auch ein Fest sind. Was hier an Action geboten wird, macht wirklich Spaß. Das, was man in den ersten zehn Minuten gesehen hat, zieht sich action-technisch durch den ganzen Film.  Das Blöde ist nur, dass die Action wegen der Story, die sich im Mittelteil des Films ganz schön zieht, etwas zu kurz kommen. „The Villainess“ hätte einfach so eine halbe Stunde kürzer sein können. In diesem Fall muss ich es mal wirklich so plump sagen: „Weniger labern, mehr Action“ wäre einfach perfekt gewesen. Action kann Jung Byung-gil. Action kann auch Kim Ok-bin. Die perfekte Mischung… nur halt mit zu viel kompliziert gemachter Story.

Wertung: 7 von 10 Punkten (allein wegen der ersten zehn Minuten und wegen dem Endfight lohnt sich ein Blick)

Der Whisperer-Krieg

7. April 2021

Ich glaube, so lange habe ich noch nie gewartet, um die Kritik für eine Staffel von „The Walking Dead“ zu schreiben. Wenn ich bedenke, dass die im Oktober 2019 begann und wir jetzt April 2021 haben, ist das schon verrückt. Allerdings auch nicht so verrückt, wenn man mal überlegt, dass wir seit über einem Jahr in einer Pandemie stecken, die übliche Mid-Season hatten, dann sieben Monate (aufgrund besagter Pandemie) auf die finale, 16. Folge warten mussten und es dann auf einmal noch hieß, es würde noch sechs weitere Folgen geben. Ich hatte nach Folge 16 schon im Oktober 2020 überlegt, die Kritik zu schreiben – aber wenn die Extra-Episoden zur Staffel zählen würden, konnte ich ja nicht einfach eine Kritik schreiben. Also wartete ich wieder brav (nur dieses Mal hatte sich das Warten so überhaupt nicht gelohnt… schon mal vorweg: abgesehen von zwei Episoden sind die Extra-Folgen der letzte Rotz gewesen)… und jetzt kann ich endlich mal sagen, wie ich Staffel 10 von „THE WALKING DEAD“ fand, die vorletzte dieser Serie.

Nachdem die Anführerin der Whisperers Alpha (Samantha Morton) ihre grausige Mauer mit den Köpfen von Gemeindemitgliedern gezogen hat, ist das Leben von Daryl (Norman Reedus), Michonne (Danai Gurira) und Co. etwas besser geworden. Die Whisperers sind immer noch eine Gefahr, aber man hat sich nun auf sie vorbereitet. In den Monaten seit dem Finale von Staffel 9 wurde viel trainiert… die Ruhe vor dem Sturm ist mehr als nur trügerisch. Besonders Carol (Melissa McBride) will sich endlich an Alpha rächen – und so eskaliert es dann auch schon bald und der Krieg gegen die Whisperers fordert zahlreiche Opfer.

Staffel 10 hat etwas geschafft, was ich nicht unbedingt für möglich gehalten hätte: Sie hat den Krieg gegen die Whisperers aus den Comics so enorm verbessert, dass die dagegen echt abstinken. Showrunnerin Angela Kang nimmt die wichtigsten Versatzstücke aus Robert Kirkmans Vorlage und macht sie besser: Alpha bekommt eine Art Vorgeschichte, die ihrem Charakter echt nochmal eine Menge Tiefgang beschert. Selbst Beta wird unter Kang nicht einfach nur eine riesige Kampfmaschine, sondern nachvollziehbar (und bekommt allgemein auch einen besseren Handlungsbogen als in den Comics). Neuzugang Thora Birch als dazu gedichtete Whisperer-Kriegerin Gamma passt wunderbar in die Story, um uns als Zuschauer auch das Leben dieser Horde etwas näher zu bringen. Bei Kirkman waren das alles einfach nur blinde Verehrer Alphas, die Serie lotet auch die Untiefen dieser „bedingungslosen“ Loyalität wunderschön aus. Die ganze Negan-bei-den-Whisperers-Nummer ist auch in der Serie stärker ausgearbeitet als es Kirkman für nötig gehalten hat (auch wenn ich eine angedeutete Sex-Szene zwischen Negan und Alpha nun wirklich nicht gebraucht habe).

Die Serie schafft es wirklich, diesen Konflikt gegen Alpha, Beta und deren Whisperers spannend und packend zu erzählen. Auch was in unseren Gemeinden passiert, ist wirklich sehr stark – am spannendsten ist gerade in der ersten Hälfte alles rund um Siddiq (Avi Nash) und seinen neuen besten Buddy Dante (Juan Javier Cardenas), wo sich wirklich mal wieder zeigte, wie gut Angela Kang mit diesen Charakteren umgehen kann. Leider funktioniert das nicht überall… gerade Melissa McBride als Carol ging mir ab der zweiten Hälfte der Staffel mehr und mehr auf den Keks (auch wenn ich alles zwischen ihr und Negan echt gut fand). Aber mal abgesehen davon hat auch Staffel 10 echt viel Spaß gemacht. Die Action war super, die Charakter-Momente waren stark und vor allem der Abschied von Michonne wurde – ähnlich wie die Rick-Folge in Staffel 9 – wirklich gut gemacht (bleibt nur die Hoffnung, dass wir diese Beiden in der elften Staffel irgendwie nochmal in der Serie sehen).

Eigentlich war auch Staffel 10 wirklich ein Fest und ein Zeugnis dafür, wie gut Angela Kang das Ruder nach dem vorherigen Showrunner Scott Gimple und dem Ausstieg von Andrew Lincoln als Rick und dem Tod von Carl und dem Ausscheiden von Lauren Cohan als Maggie herumgerissen hatte. Doch dann kamen diese Extra-Episoden…

… die wurden unter Corona-Bedingungen und -Auflagen gedreht, weswegen jede Folge sich nur um zwei, drei Charaktere dreht. Eigentlich nicht schlimm. Sowas kann „The Walking Dead“ auch. Aber es fing schon mit der lahmen Wiedereinführung von Maggie an, in der man uns fünf Minuten mal erzählt, wo sie bisher war. Danach bekommt Daryl eine Liebschaft in Rückblenden, die Princess-Folge beim Commonwealth war echt einfach nur Verarsche. In der zweiten Folge mit Carol und Daryl geht’s um Taschenmesser, eine Ratte und Suppe. Alles absolut langweilig und lahm erzählt. Nur die Folge mit Gabriel (Seth Gilliam) und Aaron (Ross Marquand) fand ich stark – und die letzte Folge mit Negan (Jeffrey Dean Morgan) sogar richtig gut und bei der zeigte sich dann auch wieder, dass die Serie die Comics sogar noch besser machen kann. Der „Here’s Negan“-Comic ist langweilig, unnötig und erzählt nichts, was man nicht vorher schon wusste. Die Folge bekämpft dieses Problem mit einer interessanten Erzählstruktur und einfach dem unglaublichen Charisma eines Jeffrey Dean Morgan, der hier mit seiner Frau Hilarie Burton wirklich ordentlich was abliefert.

Doch leider beschmutzen die sechs Extra-Episoden das gute Bild der zehnten Staffel – weil sie sich als vollkommen unnötig erweisen und einfach keine guten Charakter-Geschichten erzählen. Dennoch muss ich sie mit in die Wertung mit reinnehmen…

Wertung: 8 von 10 Punkten (bei einem Rewatch sollte man die Extra-Folgen einfach rauslassen)

Verteidiger des Erdenreichs

5. April 2021

Videospiel-Verfilmungen haben es echt nicht leicht. Wenn die Spiele an sich story-getrieben sind, wird es schon mal schwer. Denn als Spieler erlebe ich die Story selbst, während ich sie beim Zugucken nicht selbst beeinflussen kann. Man nimmt mir die Kontrolle und macht mich wirklich nur zu einem Zuschauer. Wenn man dann so reine Action-Spiele hat, wird es schwer, dem Ganzen eine sinnige Geschichte zu geben. Deswegen funktioniert sowas wie „Need for Speed“ oder „Doom“ auch einfach nicht. Es ist schwer, da wirklich einen Punkt zu finden, der alles gut miteinander verknüpft. Doch jetzt bin ich dank eines Freundes zu einem Film gekommen, der eigentlich hätte perfekt sein können: weil seine Vorlage eine erstaunlich interessante Geschichte liefert, aber auch gute Action. Doch leider ist es Paul WS Anderson in seinem „MORTAL KOMBAT“ nicht ganz so gelungen, das wirklich rüberzubringen.

Die Erde ist in Gefahr. Der Imperator von Outworld will endlich die Erde für sich haben. Um das jedoch irgendwie zu verhindern, wird seit Jahrhunderten das Mortal Kombat durchgeführt… ein Wettkampf, bei dem die besten Kämpfer gegeneinander antreten, um das Schicksal des Erdenreichs zu entscheiden. Neun Mal hat der Imperator unter der Führung von Shang Tsung (Cary-Hiroyuki Tagawa) schon gewonnen, ein Sieg noch und die Erde gehört dem Imperator. Das kann Lord Raiden (Christopher Lambert), Gott des Donners (und nein, nicht Thor) und Beschützer des Erdenreichs, natürlich nicht zulassen. Deswegen holt er sich drei fähige Kämpfer von der Erde: Liu Kang (Robin Shou), der den Tod seines Bruders durch Shang Tsung rächen will; Johnny Cage (Linden Ashby), ein Schauspieler, der allen zeigen will, dass er wirklich so kämpfen kann wie in seinen Filmen und Sonya Blade (Bridgette Wilson), die den Mörder ihres Partners verfolgt.

Ich habe „Mortal Kombat“ nie gespielt, war jetzt aber im Nachhinein sehr überrascht, dass das Ganze für ein Beat ‘Em Up Spiel doch eine recht ausgeklügelte Hintergrundgeschichte hatte, die sich wirklich sehr dafür anbietet, das Ganze mal in einen Film zu packen. Demnächst kommt ja irgendwann auch das Reboot / Remake unter Produzent James Wan in die (Heim)Kinos, da musste ich einfach mal gucken, was Paul WS Anderson in seinem ersten großen Film vor „Resident Evil“ und „Event Horizon“ daraus gemacht hat.

Dabei geht es mir ein bisschen wie damals mit „Warcraft“ – ich kenne mich mit den Spielen so überhaupt nicht aus, weswegen ich da jetzt mal etwas unvoreingenommener rangehen kann. Und auch wenn der Film nicht perfekt ist, macht er doch Spaß. Dabei hat er natürlich das Problem der Story: Die Mythologie erscheint so viel mächtiger zu sein als der Murks, den man uns da im Film zeigt. Aber hätte man sich mehr auf das gestürzt, wäre das Mortal Kombat an sich zu kurz gekommen. Schwierige Nummer, aber dennoch hätte ich mir gewünscht, man hätte uns ein bisschen mehr von diesen Welten gezeigt. Stattdessen haben wir einen Christopher Lambert mit furchtbarem Batman-Tenor, der uns einfach alles erzählt und das war’s.

Auch die Backstories der drei Helden wird ziemlich schnell durchgewunken. Ich verstehe, dass man wahrscheinlich möglichst viele Fan-Favoriten in den Film einbauen wollte, aber auch das wirkt hier sehr übereilt. Innerhalb von zehn Minuten klatscht uns Anderson die einzelnen Hintergründe hin. Aber gut, es reicht zwar vollkommen für die Story des Films aus, hätte aber auch wieder cooler erzählt werden.

Wo der Film dann aber doch punkten kann, ist bei den Sets und den Kämpfen. Die Sets liefern einem wirklich das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Die Kämpfe finden auf unterschiedlichen Arenen statt und so hat man immer mal wieder einen neuen Hintergrund, vor dem sich gekloppt wird. Diese Klopperei selbst macht dann tatsächlich auch mehr Spaß, als ich es erwartet hätte. Zwar wirken die CGI-Effekte heute mehr als nur billig, aber man kann noch gut drüber weg sehen und sich ein bisschen daran amüsieren. Den eigentlichen Kämpfen schadet das Ganze aber nicht. Die sind abwechslungsreich… wenn auch ein bisschen lahm und sehr familienfreundlich. Bei einem Spiel wie „Mortal Kombat“ braucht es da schon wirklich ordentliche Action (ein Gareth Evans und sein „The Raid“-Team hätten mal so einen Film machen sollen).

Nichtsdestotrotz ist „Mortal Kombat“ ein unterhaltsamer und vor allem kurzweiliger Film, der nicht alles perfekt macht, aber so als Videospiel-Adaption das mit dem Kloppen ganz gut hinbekommt. Gleichzeitig ist es ein Film, der durchaus ein Remake mit besseren Choreografien, mehr Gewalt und cooleren Effekten verdient hätte (ich bin mal sehr gespannt).

Wertung: 7 von 10 Punkten (nettes Fantasy-Gekloppe)

Das Spiel ums Leben

2. April 2021

Escape Rooms sind schon der Shit. Vor der Pandemie war ich recht regelmäßig hier in Berlin in einigen, die wirklich auch viel Spaß gemacht haben und die gerade den Gamer in mir immer wieder in helle Aufregung versetzt haben. Schließlich fühlt sich das Ganze ein wenig an, als würde ich ein Point-and-Click-Adventure in echt spielen: Nimm Objekt, benutze Objekt mit Gummi-Ente. Wenn mich „Monkey Island“ eins gelehrt hat, dann wie ich in einem Escape Room auch noch die dümmste Variante finde, um irgendwas miteinander zu kombinieren. Doch Escape Rooms sind ja erstmal nicht mehr. Online-Escape-Room ist irgendwie nicht so toll (habe letztens einen gemacht, der war zwar ganz nett, aber einfach nicht das Gleiche). Dann spiele ich lieber die „The Room“-Rätsel-Spiele, die wirklich gut sind und dazu noch eine spannende Story erzählen. Aber auch in Filmen sind Escape Rooms mittlerweile angekommen. Wenn man es so nimmt, war ja schon „Cube“ Escape Room in Film-Form. Letztes Jahr habe ich diesen furchtbar langweiligen „Follow Me“ Influencer-Horror-Quatsch gesehen… jetzt habe ich mir mal „ESCAPE ROOM“ auf Netflix gegönnt, der 2019 in die Kinos kam.

Zoey (Taylor Russell), eine in sich gekehrte Physik-Studentin, Ben (Logan Miller), ein erfolgloser Supermarkt-Lagerarbeiter; Amanda (Deborah Ann Wolf), ein Irakkriegsveteranin; Mike (Tyler Labine), ein Lastwagenfahrer; Jason (Jay Ellis), ein erfolgreicher Geschäftsmann und Danny (Nik Dodani), ein Escape-Room-Experte treffen sich bei einem hoch exklusiven Escape-Room-Spiel. Dieses Spiel soll sich angeblich so realistisch anfühlen wie nichts, was sie zuvor erlebt haben. Und tatsächlich erweisen sich die ersten paar Räume nicht nur als sehr realistisch, sondern auch als wirklich tödliche Fallen… und schon bald rätseln die Teilnehmer nicht nur um ihr Leben, sondern auch, warum ausgerechnet sie ausgewählt wurden. Denn auch wenn sie alle sehr verschieden sind, verbindet sie eine Gemeinsamkeit.

Adam Robitel schickt uns zu Beginn in ein wirklich unterhaltsames Escape-Room-Szenario, das in vielerlei Hinsicht punkten kann. Die einzelnen Räume sind sehr cool gestaltet und inszeniert: die Hütte im Winter war cool, die auf dem Kopf stehende Bar hatte auch was, der sich drehende Drogenraum war sehr trippy und und und… Robitel geht in dem Konzept eines Escape Rooms in „Escape Room“ wirklich auf. Dazu liefert uns auch als Zuschauer so ein bisschen die Möglichkeit, mitzurätseln. Zumindest müssen halt einfach verschiedene Objekte gefunden und kombiniert werden. Auch da tobt sich der Film schön aus und liefert in jedem Raum spezifische und interessante Varianten an. Dazu kommt dann der Spannungsaufbau, wenn unsere Protagonisten um ihr Leben kämpfen müssen und jeder Fehler den Tod bedeuten könnte.

Gerade in seinen Anfängen hat mir „Escape Room“ wirklich Spaß gemacht. Das war so ein bisschen wie „Now You See Me“: schnelle, gute Action, damit ja nicht zu lange über irgendwas nachdenkt. Was dazu sehr gut beigetragen hat, waren die Schauspieler, die in meinen Augen wirklich gut miteinander harmoniert haben und ihre einzelnen Rollen schön ausgebaut haben. Die waren eine gute Mischung aus allen möglichen Charakteren, die gezwungen sind, zusammenzuarbeiten. Ich gebe allerdings gerne zu, dass ich mir bei denen etwas mehr Zwiespalt gewünscht hätte. Die sind erstaunlich schnell alle auf einem Nenner und nicht, wie sonst so üblich, auf das Prinzip „Jeder ist sich selbst der Nächste“ fixiert. Escape Rooms sorgen halt doch einfach für eine gute Gruppendynamik. Zwar liefert der Film natürlich auch hier und da kleinere Reibereien, aber davon hätte es von mir aus echt gerne noch ein wenig mehr geben können.

Wo mich der Film dann ein bisschen kaltgelassen hat, war bei der dann recht 08/15-Auflösung, die mich nicht sonderlich beeindrucken konnte. Die Auflösung ist so eine typische Offenbarung, die mir in diesem Fall aber ein bisschen den Film kaputt gemacht hat… nicht zuletzt auch deswegen, weil dieser ganze Film kein gutes Ende liefert, sondern so penetrant und frech auf seinen zweiten Teil verweist, dass „Escape Room“ an sich nur wie das große Intro für die Fortsetzung wirkt. Die soll ja mit „Escape Room 2“ auch tatsächlich 2022 in die Kinos kommen… aber wie gesagt, ich hätte mir eher gewünscht, „Escape Room“ hätte sich in sich geschlossener angefühlt. So baut das Ganze direkt einen Cliffhanger ein, bei dem ich mich schon fast gezwungen fühle, mich auf Teil 2 „freuen“ zu müssen, um endlich die volle Story zu erfahren. Irgendwie ein blöder Move…

… trotzdem ist „Escape Room“ so in seiner Action und in seinem Spannungsaufbau an sich ein unterhaltsamer Film, den man sich mal geben kann. Letztendlich hängt jetzt für mich aber alles so ein bisschen an Teil 2, wie das alles zusammenhängend wirkt.

Wertung: 6 von 10 Punkten (unterhaltsame Eröffnungssequenz für Teil 2)

Eine Familie, die Mauer und ein Mord

31. März 2021

Ron Howards „Arrested Development“ ist für mich eine dieser wunderbar komischen Serien, die vor allem durch das unglaublich tolle Ensemble vor der Kamera so fantastisch funktioniert. Die absurde Geschichte der absurden Familie Bluth ist in den ersten drei Staffeln der Serie einfach nur Gold. Ich habe die Serie jetzt noch einmal komplett von Anfang bis Ende geschaut, einfach weil ich mal wieder diesen Kick Chaos brauchte. Und weil ich mich mal an die vierte und fünfte Staffel wagen wollte. Denn leider hatte „ARRESTED DEVELOPMENT“ das gleiche Problem wie viele andere tolle Serien: zu wenig Leute wussten sie zu würdigen, zu wenig Leute guckten sie daraufhin und so wurde sie frühzeitig abgesägt. Das Gute an den ersten drei Staffeln ist aber, dass die Geschichte in sich eigentlich geschlossen ist… und man es auch einfach dabei hätte belassen können. Aber Netflix kaufte das Ganze dann auf und gab der Serie noch eine Chance. So entstand dann Staffel 4 (mit dem Zusatz „Fateful Consequences“) und Staffel 5, die dann sogar erst fünf Jahre nach Staffel 4 erschien. Jetzt habe ich mir den „Spaß“ also mal angeschaut… und bin echt entsetzt.

Die Story ist genau so wirr wie die beiden neuen Staffeln. Irgendwie wollen die Bluth‘ ihre Konkurrenz ausstechen. George Bluth (Jeffrey Tambor) will eine Grenzmauer bauen, was aber gar nicht so leicht ist. Gob Bluth (Will Arnett) gerät immer mehr in Konflikt mit dem Magier Tony Wonder (Ben Stiller), was dann irgendwie zu einer homoerotischen Beziehung führt, aber irgendwie auch nicht. George Michael (Michael Cera) entwickelt eine App namens Fake Block, das als virtuelles Holzblock-Instrument dienen soll. Allerdings glauben alle, es wäre eine neue coole Software, die einen sicherer durchs Internet kommen lässt. Seine Kusine Maybe (Alia Shawkat) will nach dem Ende ihrer Karriere als Film-Produzentin bei Fake Block mit einsteigen… gleichzeitig daten George Michael und sein Vater (Jason Bateman) die gleiche Frau… und am Ende von Staffel 4 stirbt Konkurrentin Lucille 2 (Liza Minnelli). Die Auflösung dieses Falls ist dann Hauptteil der Handlung von Staffel 5.

Ich habe die beiden Staffeln vor nicht allzu langer Zeit erst geguckt und kann mich schon jetzt kaum noch an irgendwas erinnern. Was nicht besonders für die neuen Staffeln spricht. Die fand ich auch wirklich extrem langweilig. Staffel 4 leidet darunter, dass die Familie an sich nie richtig zusammen ist. Jede Episode dreht sich eigentlich immer um eine einzelne Figur… dadurch gibt es jedes Mal erstmal einen neuen, gefühlt ewig langen Rückblick und es überschneiden sich ständig Geschichten, nur dass sich eben hier und da die Perspektive ändert. Ein an und für sich interessanter Ansatz, der aber bei dieser Serie leider nicht so wirklich funktioniert. Die müssen als Ensemble agieren. Einzeln sind die alle längst nicht so lustig wie in der großen Gruppe.

Leider geht mit Staffel 4 und dann besonders in Staffel 5 auch absolut der Witz verloren. Die vierte Staffel hat noch ein paar amüsante Momente, die einen zumindest zum Schmunzeln bringen können. Staffel 5 stagniert aber extrem. Da habe ich mich dann am Ende einfach nur der Vollständigkeit halber durchgequält. Aber die Witze funktionierten nie richtig. Das Timing war komplett fehl am Platz und die Geschichte mit der Gerichtsverhandlung war auch einfach nur Banane. Da hilft dann nicht einmal mehr der „Nostalgie“-Faktor.

„Arrested Development“ hat das einfach nicht verdient. Staffel 4 und 5 sind wirklich einfach nur eine Farce. Man hat das Gefühl, hier wurde mit aller Verzweiflung daran gearbeitet, das Ganze am Leben zu halten, aber es fehlte einfach die richtige Idee.

Somit geht eine wirklich kreative und vor allem witzige Serie ziemlich sang- und klanglos den Bach runter. Womit wir wieder bei dem Thema sind, dass manche Revivals von Serie einfach nie hätten stattfinden sollen (und ja, ich gucke in deine Richtung, Akte X).

Wertung: 3 von 10 Punkten (leider sehr langweilige und auch unlustige Auflage einer wirklich vorher fantastischen Serie)

Gretel allein im Wald

29. März 2021

Oz Perkins ist mit Horror aufgewachsen. Man könnte sogar hochtrabend sagen, Oz Perkins hat den Horror im Blut. Denn Oz Perkins‘ Papa ist niemand Geringeres als Mr. Norman Bates, Anthony Perkins, selbst. Oz hat sogar in der ersten Fortsetzung von Hitchcocks „Psycho“ die junge Version von Norman Bates gespielt. Als Regisseur hat Oz Perkins dann auch direkt zu Horror gefunden. Sein „I am the pretty thing that lives in this house“ steht auch schon seit ewigen Zeiten auf meiner Watchlist. Nur dazu gekommen bin ich noch nicht. Dafür habe ich jetzt endlich mal seine Version des Grimm’schen Märchens „Hänsel und Gretel“ gesehen. Als der Trailer rauskam, war ich ziemlich angetan. Sein „GRETEL AND HANSEL“ sah ziemlich stylisch aus… doch dann kam Corona und ich musste bis jetzt warten, um den Film endlich mal zu schauen.

Die junge Gretel (Sophia Lilis) will nach dem Tod ihres Vaters eigentlich ihre Mutter unterstützen, doch die Arbeit als Magd bei einem ekligen, schmierigen Typen entpuppt sich schnell als etwas ganz anderes. Gretel läuft davon und wird von ihrer Mutter daraufhin als Nichtsnutz beschimpft und mit dem Tod bedroht. Daraufhin schnappt sich das junge Mädchen ihren Bruder Hansel (Sam Leaky) und haut ab. Nach einer kleinen Odyssee durch einen düsteren Wald treffen sie auf das Haus von Holda (Alice Krige). Nach anfänglichen Sorgen lässt sich Gretel darauf ein, Holda im Haushalt zu helfen und von ihr zu lernen. Doch so ganz geheuer ist es sowohl Gretel als auch Hansel in dem Haus dennoch nicht.

Was man „Hansel and Gretel“ direkt mal zugutehalten muss, ist die Tatsache, dass der Film wirklich sehr stylisch aussieht. Gerade in der ersten Hälfte findet Perkins so unglaublich aufregende Bilder, die – gepaart mit der Musik von Robin Coudert – einem einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen. Das Ganze hat mich ein wenig an Panos Cosmatos erinnert. Gerade sein „Beyond the black Rainbow“ hatte auch sehr aufregende und äußerst stylische Bilder.

Leider hat Perkins ein Problem und das nennt sich ganz Neudeutsch „style over substance“. Die großartigen Bilder vom Anfang verblassen nach und nach mit der Ankunft im vermeintlichen Hexenhaus. Damit geht leider auch irgendwann die bedrohliche Atmosphäre flöten. Das Schlimme daran ist, ich kann es nicht einmal richtig in Worte fassen, woran es liegt. Ich glaube, Perkins versucht zu sehr, uns als Zuschauer über die wahre Identität von Holda in die Irre zu führen… und schiebt zusätzlich noch die Lehre von Gretel bei Holda mit ein. Dadurch sollen wir uns halt immer wieder fragen, ob Holda vielleicht doch nicht die Hexe ist, sondern doch jemand anderes.

Dieses vermeintliche Verwirrspiel funktioniert nicht wirklich… anstatt den Horror mehr aufzubauen, verbaut sich Perkins seine Geschichte damit. Da kann auch eine wirklich toll aufspielende Sophia Lillis nichts ausrichten. Aber Lillis in Kombination mit der herrlich unheimlichen Alice Krige bleiben dennoch ein weiteres Highlight des Films. Kriges Make-Up als Holda ist mega-creepy. Leider verliert Perkins auch Hansel sehr aus den Augen. Der Fokus auf Gretel wäre ja gut gewesen, wenn man mehr aus ihr gemacht hätte. So wie die Story jetzt ist, hätte man aber Hansel als Gegengewicht gut gebrauchen können. Er wird leider sehr vom Film vernachlässigt. Statt auch ihm eine etwas angepasste neue Story zu geben, bleibt bei ihm alles relativ Märchengetreu.

Das größte Problem hatte ich dann auch mit dem Ende des Films. Hier hatte das Gefühl, dass Drehbuchautor Rob Hayes nicht so wirklich wusste, wie er all das beenden soll… und so lässt er gefühlt alles stehen und liegen, was er im Film aufgebaut hat und doktert da irgendwie das klassische Märchen-Ende mit einem leichten Twist ein, der aber zu viele weitere Fragen über Gretel aufwirft.

„Gretel and Hansel“ fängt als stylischer Film, verfängt sich dann aber in seiner eigenen Neuinterpretation und weiß am Ende nicht mehr so richtig, wie das alles funktionieren soll. Schade…

Wertung: 6 von 10 Punkten (optisch ein schöner (Alb-)Traum, erzählerisch sehr holperig)

Random Sunday #51: 2001 – A Space Odyssey

28. März 2021

Ich liebe Stanley Kubricks „2001 – A Space Odyssey“, doch aus irgendeinem Grund habe ich bislang noch nie die Buchvorlage dazu gelesen. Irgendwann stieß ich mal beim Stöbern auf Arthur C. Clarkes Buch und dachte ich mir: „Okay, jetzt oder nie!“ Immerhin könnte mir das Buch ja ein paar mehr Antworten liefern als Kubrick. Ich weiß, ich weiß, sowas muss nicht immer funktionieren. Man nehme nur das Beispiel von Denis Villeneuves „Enemy“ und der Vorlage von José Saramago: „Der Doppelgänger“. Nach dem Buch war ich auch nicht viel schlauer als vorher, was den Film angeht – zumal Villeneuve sich doch sehr viele (sehr gute) Freiheiten herausnimmt und aus der Vorlage etwas Eigenes macht. Bei „2001“ hatte ich die gleichen Befürchtungen – wurde aber sehr positiv überrascht.

Die Story dürfte wohl jedem irgendwie bekannt sein: In der Steinzeit sorgt ein mysteriöser Monolith dafür, dass den ersten Menschen die Idee kommt, Werkzeuge zu benutzen und somit die Entwicklung der Menschheit anzukurbeln. Millionen Jahre später – die Menschheit ist so weit entwickelt, dass sie sogar schon den Mond besiedelt hat – wird auf unserem Trabanten ein weiterer Monolith gefunden. Dieser wiederum schickt die Menschheit auf eine lange Reise Richtung Saturn. Dafür wird extra das Raumschiff Discovery gebaut, auf dem die Astronauten Dave Bowman und Frank Poole gemeinsam mit der künstlichen Intelligenz HAL-9000 den langen Weg auf sich nehmen.

Arthur C. Clarke ist ein wahnsinnig faszinierender Autor. „2001“ ist neben „Rendezvous with Rama“ erst mein zweiter Roman von Clarke, aber das reicht schon aus. Man merkt Clarke sofort an, dass er wirklich etwas von der Materie versteht, über die er da schreibt. Wenn Clarke allein die Mondoberfläche beschreibt oder uns ein Bild von Jupiter und seinen zig Monden gibt, hat man das Gefühl, einen wissenschaftlichen Text zu lesen. Die Fakten, die Clarke gekonnt in seine Fiktion webt, sorgen dafür, dass die Geschichte eine starke Glaubwürdigkeit ausstrahlt. Clarkes Detail-Verliebtheit belastet dabei aber beim Lesen auch nicht…

… ich muss da ein wenig an „The Martian“ von Andy Weir denken, der teilweise so sehr in technische Details ging, dass es einfach zu viel für mich war. Auch da schwang diese absolute Glaubwürdigkeit mit, aber im Gegensatz zu Clarke hatte ich bei Weir wirklich das Gefühl, ich bräuchte jetzt noch ein Physik-Studium, um alles zu verstehen. Clarke schafft das, ohne das ich mich beim Lesen dumm fühle. Er zeichnet wundervolle Bilder vom All, von der Discovery und den Planeten, die das Raumschiff aufsucht. Bis zu einem gewissen Grad fühlt sich „2001“ gar nicht so „zukunftsfantastisch“ an.

Erst im letzten Drittel, wenn Bowman endlich am Saturn ankommt und dort das Gegenstück des Monolithen auf dem Mond findet, schraubt Clarke das Fantastische an. Bis zu diesem Zeitpunkt ist übrigens Kubricks Verfilmung wirklich erstaunlich werkgetreu. Doch wenn Clarke Bowman durch das Stargate schickt (ja, es gab das Stargate schon lange vor Roland Emmerich!), muss selbst Kubrick passen. Ein Filmemacher heute hätte eher die Möglichkeiten, Clarkes Vision heute auf die Leinwand zu bannen, aber damals war da für Kubrick Feierabend.

Deswegen kann ich auch allen Fans des Films nur das Buch ans Herz legen. Denn tatsächlich erklärt uns Clarke ein wenig mehr über den Monolithen und die Wesenheiten, die dahinter stecken. Bowmans Reise durch das Sternentor führt uns an einen unglaublichen Ort, der wiederum auch sehr davon lebt, dass Clarke jedes einzelne Detail so genau beschreibt, dass die Bilder im Kopf des Lesers mit jedem noch so kleinen Merkmal gefüllt werden. Als ich zu diesem Teil kam, habe ich einfach nur mit offenem Mund weitergelesen.

„2001 – A Space Odyssey“ ist wirklich ein Traum von einem Science-Fiction-Roman, der sowohl das Science als auch das Fiction bis zum Bersten ausfüllt. So muss Science-Fiction sein. Toller Roman!!!

Das Herz des Ozeans

26. März 2021

1997 war ich 14 Jahre alt… und hatte gerade etliche Bücher zum Untergang der Titanic gelesen. Als der Film von James Cameron verkündet wurde, wollte ich den natürlich unbedingt sehen. Gemeinsam mit meiner Mama (!) bin ich also daraufhin ins Kino, um mir dieses 3-Stunden-Epos anzuschauen. Als 14-Jähriger pubertierender Junge war das aber gar nicht so einfach, diesen Film irgendwie zu genießen. Diese Liebesgeschichte ging mir auf den Keks, die im Saal schniefenden und heulenden Frauen (meine Mutter nicht ausgeschlossen) gingen mir noch mehr auf den Keks. Erst als der Untergang dann irgendwann begann, war auch endlich mein Interesse geweckt. Doch so richtig bin ich nie warm geworden mit Camerons „TITANIC“.

Klar, ich fand es unglaublich faszinierend, was da alles am Set entstanden ist. Das Set ist einfach nur unglaublich. Die Tatsache, dass Cameron gefühlt die halbe Titanic an einem Ort nachbauen ließ, nur um sie dann versinken zu lassen, war absurd, größenwahnsinnig und genial. Diese Detailverliebtheit merkt man dem Film einfach an… und gerade mein 14-jähriges Ich, das einen Plan der Titanic über seinem Schreibtisch hängen hatte, war davon wirklich schwer begeistert. Aber von dem ganzen Rest eben nicht.

Es hat jetzt 23 Jahre gedauert, bis ich es mal gewagt habe, mir „Titanic“ noch einmal anzuschauen… in der Hoffnung, dass mein pubertierendes Ich damals vor 23 Jahren einfach noch nicht in der Lage war, auch den romantischen Teil des Films zu würdigen. Immerhin ist meine Leidenschaft für RomComs ja auch jetzt erst so richtig aufgeblüht. Mit meiner erweiterten Reifung würde doch sicherlich auch die Romanze zwischen dem armen Jack (Leonardo DiCaprio) und der reichen Rose (Kate Winslet) in mir mehr hervorbringen, oder???

Leider Pustekuchen. Und darüber bin ich selbst mehr als nur erstaunt. Ich bin mit einer gewissen Vorfreude und Neugier an „Titanic“ herangegangen. Quasi so, als würde ich ihn das erste Mal gucken, weil ich das eigentliche erste Mal irgendwie nicht so richtig zählen wollte. Aber auch jetzt mit 37 Jahren muss ich meinem 14-jährigen Ich leider recht geben. Auch jetzt finde ich „Titanic“ immer noch sehr schwierig zu verarbeiten.

Die ganze erste Hälfte war irgendwie sehr ermüdend. Es gelingt Cameron gut, die großen Klassenunterschiede auf der Titanic darzustellen… und allein hier muss man schon diese unglaubliche Liebe fürs Detail loben. Diese Sets sind einfach nur unglaublich. Allein dieser hölzerne Treppenaufgang ist der Wahnsinn. Cameron lässt die Titanic wirklich wieder zu altem Glanz auferstehen und das ließ auch mich dieses Mal wieder einfach nur staunen. Doch die Geschichte von Jack und Rose fand ich auch jetzt wieder ziemlich langweilig.

Selbst für mich, der ich nun wirklich nur zu gerne mal einen Abend mit einer RomCom auf dem Fernseher verbringe, war dieser ganze Kram so extrem überzeichnet und vor allem so extrem kitschig. DiCaprio und Winslet haben eine tolle Chemie, aber selbst das schützt ihre Liebesgeschichte nicht davor, so absolut und extrem gekünstelt zu wirken. Dieses Romeo-und-Julia-Stück auf der Titanic wirkt sehr überhastet und sehr holprig. Es ist keine Vollkatastrophe, aber als Liebesgeschichte fand ich es zu flach. Immerhin funktioniert Billy Zane als Oberschurke wunderbar und Kathy Bates liefert eine sehr sympathische Performance. Mehr kann ich zu dem Teil aber nicht sagen.

Irgendwann nach anderthalb Stunden von diesem „Drama“ kommt dann der Eisberg und ein anderes Drama beginnt. Cameron ergeht sich auf voyeuristische Art und Weise im Leid und Elend der Passagiere und bringt sein riesiges Schiff zum Sinken. Das Ganze hat schon etwas Dokumentarisches und wirkt wie ein Zusatz zur ersten Geschichte. Thematisch wird alles auf einmal Horror pur. Jeder Schnitt, jede Kamera-Bewegung bringt uns neues Elend, neues Leid… nur bleibt nie Zeit, da wirklich mitzufühlen. Der Untergang geht voran, die Story bleibt aber auf der Strecke. Camerons Detailverliebtheit kostet ihn (in meinen Augen) den Film. Ich habe fast das Gefühl, „Titanic“ hätte ein Zwei-Regisseure-Film werden sollen: einer, der die Geschichte erzählt und der andere (Cameron), der den Untergang inszeniert. Im zweiten Teil seines Epos verliert Cameron vor lauter Untergang seine Charaktere aus den Augen. Und sie werden mir auch so komplett egal… sie werden in all dem Bombast zu Nichtigkeiten. Sie sind Camerons Versuch, die Tatsache zu retuschieren, dass er einfach nur von diesem Untergang fasziniert war, aber halt mehr als nur das liefern musste, um seinen Film zu rechtfertigen.

Technisch, visuell und von den Effekten her ist „Titanic“ das Meisterwerk, als das er gehandelt wurde. Erzählerisch ist der Film für mich leider eine ziemliche Gurke. Die Darsteller sind toll, versteht mich nicht falsch, aber das Drehbuch ist es nicht. Es wirkt schon fast wie ein Vorbote für „Avatar“, ein Film, der unter ähnlichem zu leiden hat: Tolle Effekte, laue Story.

Für mich war der zweite Besuch an Bord der Titanic genau so ergiebig wie der erste vor ewigen Jahren. Aber gut… so ist das halt manchmal.

Wertung: 5 von 10 Punkten (technisch hui, erzählerisch meh…)

Der Jedi und die Ghost

24. März 2021

The Mandalorian“ ist schuld, dass ich hier angekommen bin. Eigentlich war ich nie so wirklich heiß darauf, mir diese ganzen zusätzlichen Star-Wars-Trickserien anzuschauen. Doch dann begann mein Interesse an „The Mandalorian“ zu steigen… und auf einmal wurden dann Namen wie Bo-Katan, Ahsoka Tano, Großadmiral Thrawn und und und genannt. Da wusste ich: Der Perfektionist in mir würde mehr über all das wissen müssen, um Spaß an Mando und Grogu haben zu können. Also fing ich, bevor „The Mandalorian“ Staffel 2 startete, mit „Star Wars: The Clone Wars“ an… und war schwer begeistert davon, was diese Serie mir gab. Da war natürlich klar, dass ich mir „Star Wars: Rebels“ auch anschauen muss. Schließlich ist das ja auch erst die Serie, in der dieser Thrawn auftaucht, von dem Ahsoka in „The Mandalorian“ sprach. Ich war also im Star-Wars-Teufelskreis gefangen und wagte mich an „STAR WARS REBELS“.

Wir befinden uns mal wieder in einer weit, weit entfernten Galaxie. Etwa vierzehn Jahre nach den Ereignissen von „Star Wars: Die Rache der Sith“ sind die meisten Jedi durch Order 66 getötet worden, das Galaktische Imperium breitet sich weiter und immer weiter aus. Doch es gibt Widerstand… besonders hervorzuheben ist die Besatzung der Ghost unter Hera Syndulla: da hätten wir den Jedi Kanan, der Order 66 überlebte, die Mandalorianerin Sabine Wren, den grummeligen Zeb und den aufmüpfigen Androiden Chopper. Auf dem Planeten Lothal will die Ghost-Crew eigentlich nur einen kleinen Schlag gegen das Imperium ausführen und bekommt unerwarteten Zuwachs: den jungen Ezra Bridgers. Schnell stellt sich heraus, dass Ezra Potenzial hat, ein Jedi zu werden… und so wird Ezra nicht nur der Schüler von Kanan, sondern Teil der Crew und stellt sich mit den Rebellen gegen das Imperium.

Mir wurde immer gesagt, dass sich „Rebels“ ein wenig anfühlen würde wie „Firefly“… und ja, es stimmt irgendwie. Wir haben eine bunt gemischte Crew, die auf verschiedenen Planeten verschiedene Jobs durchführt und dabei immer auf der Hut sein muss, um nicht von der vorherrschenden Macht gefangengenommen zu werden. Das funktionierte bei Joss Whedon, das funktioniert jetzt auch ganz gut bei Dave Filoni.

Womit wir dann zu dem Punkt kommen, weswegen mir „Rebels“ ein winzig kleines bisschen besser gefallen hat als „Clone Wars“. „Rebels“ bietet in sich einfach eine in sich geschlossene Geschichte. „Clone Wars“ hangelte sich mehr von Schlacht zu Schlacht – wirklich gebunden war ich da nie so richtig an die Charaktere, auch wenn gerade Ahsoka natürlich ein wichtiger Bestandteil von all dem gewesen ist. „Rebels“ bietet mir da persönlich dennoch mehr: Wir begleiten Ezra Bridger bei seinem Weg, ein Jedi und ein Rebel zu werden. Er ist unser Drehpunkt, alles geht von ihm aus. Dabei lernen wir aber nicht nur ihn, sondern seine gesamte Crew kennen. So sehr sich dann von Episode zu Episode auch die Handlung an sich ändert, bleiben diese Komponenten doch immer die gleichen… und bietet einfach bessere Bezugspunkte.

Da schadet es natürlich nicht, dass wir eine wirklich tolle Truppe hier haben, von denen jeder auch seine eigenen Geschichten bekommt. Sabine muss mit ihrer mandalorianischen Herkunft klar kommen (und das Dark Saber spielt dabei eine wichtige Rolle), Kanan wird mit seiner Jedi-Vergangenheit durch Ezra immer wieder konfrontiert. Hera muss die Truppe zusammenhalten und leidet dabei unter dem Verlust ihrer Familie. Selbst Zeb, der grummelige Muskelmann der Crew, hat eine bewegende Vergangenheit. So haben wir starke Charaktere mit spannenden Geschichten, denen die Serie genug Platz einräumt. Dadurch gibt es auch immer wieder starke emotionale Momente in dieser Serie, bevor man dann wieder zum großen Kampf gegen das Imperium vorgeht.

Ich mochte das wirklich sehr… ich hatte rundum meinen Spaß. Allerdings ist das auch ein wenig mit „Trauer“ verbunden. Zum einen fand ich’s schade, dass diese Inquisitoren von Vader irgendwann einfach fallengelassen wurden (ich kannte die bis dato nur aus dem Spiel „Fallen Order“, fand sie aber sehr faszinierend und hätte gerne mehr von ihnen erfahren). Auch die Tatsache, dass es auf einmal eine Art Portal-System in Raum und Zeit gibt, durch das man in die Vergangenheit reisen kann, fand ich nicht so dolle… vor allem weil ich Angst habe, sie könnten den Kram noch weiter benutzen, um irgendwie Sachen gerade zu rücken. Und am Ende war ich von dem recht offenen Ende etwas enttäuscht. Das Finale ist gewaltig und spannend, aber es bleiben doch noch sehr viele Fragen unbeantwortet… die dann wahrscheinlich im „Mandalorian“-Spin-Off zu Ahsoka Tano aufgeklärt werden könnten.

Immerhin wissen wir durch Staffel 2 von Mando, dass Thrawn wieder irgendwo da draußen sein muss. Und mit Thrawn haben wir dank „Rebels“ (und eigentlich dank Timpothy Zahn, dessen Thrawn-Trilogie ich tatsächlich mal lesen werde) einen wirklich faszinierenden Star-Wars-Schurken, der eine wunderbar unheimliche Präsenz hatte. Von dem gerne dann bei „Ahsoka“ mehr.

Insgesamt bin ich aber von „Rebels“ schon sehr begeistert. Die Serie ist ein bisschen mehr charakterorientiert, liefert dennoch tolle Schlachten und Kämpfe (Maul trifft endlich wieder auf Obi-Wan wird ein Highlight bleiben), spannende Einblicke in die Macht und ist ein schöner Zusatz zu den Filmen.

Wertung: 8 von 10 Punkten (ganz andere Qualitäten als „Clone Wars“, aber das ist auch genau richtig so)

Justice League – Neues Modell. Originalteile

22. März 2021

Es ist endlich, endlich soweit. Seit 2017 Joss Whedon mit seiner komischen Version von „Justice League“ Fans enttäuschte und seit kurz danach bekannt wurde, dass Zack Snyders Version irgendwo doch noch existieren könnte, bettelten Fans um den Snyder-Cut. Unter #ReleaseTheSnyderCut wurde riesige Fan-Kampagnen gestartet und irgendwann dachte sich jemand bei Warner: „Okay, was soll’s? Machen wir das Ding halt.“ Zack Snyder bekam an die 70 Millionen Dollar, um sein ohnehin schon gedrehtes Material neu zu schneiden, die Effekte anzupassen (husthustSteppenwolfhusthust), neue Musik zu finden und ein paar kleinere Nachdrehs machen zu können. Am Ende wurde daraus ein vier Stunden „Monster“ von einem Film… aber ist das „ZACK SNYDER’S JUSTICE LEAGUE“ jetzt wirklich besser als die Joss Whedon Version von 2017, die ja trotz allem immer noch als Kanon im DC-Universum gilt (während Snyders Cut nur so eine Art Elseworld-Story ist)?

Die Story ist eigentlich die Gleiche: Superman (Henry Cavill) ist tot… und mit seinem letzten Atemzug aktiviert sich eine der mysteriösen Mother-Boxen, die wiederum Steppenwolf das Zeichen gibt, dass die Erde reif für seine Eroberung ist. Der kommt also auf die Erde, um alle drei Boxen zu vereinen und die Erde für seinen Herrn Darkseid einzunehmen. Doch er hat die Rechnung nicht mit Batman (Ben Affleck) gemacht. Der sucht gemeinsam mit Wonder Woman (Gal Gadot) ein Team aus Superhelden zusammen… und vereint so Aquaman (Jason Momoa), The Flash (Ezra Miller) und Cyborg (Ray Fisher) zur Justice League, die gegen Steppenwolf und seine Schergen vorgehen sollen. Doch auch die kommen an ihre Grenzen und brauchen dringend Superman zurück.

Ich habe als Überschrift einfach mal den deutschen Titel von „Fast and Furious 4“ geklaut, weil es einfach irgendwie auch passt. Wir bekommen mit dem Snyder-Cut oder „Zack Snyder’s Justice League“ wirklich ein neues Modell mit den Originalteilen. Das Ganze fühlt sich schon wie ein neuer Film an. Die Grundzüge der Story sind die gleichen, aber Snyders Ausschmückungen sorgen schon dafür, dass die Handlung einfach viel nachvollziehbarer und schlüssiger ist. Allein dafür lohnt sich der Snyder-Cut also wirklich, Steppenwolfs Motivation macht endlich mehr Sinn, Darkseid – der in wenigen Szenen neu eingeführt wird – funktioniert großartig als Big Bad (und lässt uns weinend daran denken, dass es einen zweiten und dritten Teil wohl nie geben wird)… der gesamte Kampf der Justice League und die Motivation dahinter fügt sich jetzt einfach schlüssiger zusammen. Ich hatte kurz davor nochmal den alten Film gesehen und viele Dinge „passieren“ einfach so und wirken dadurch extrem fehl am Platz. Durch Snyders Zusätze entsteht endlich mal eine Geschichte.

Auch die Justice League Mitglieder selbst funktionieren zum größten Teil sehr viel besser. Wonder Woman wirkt wesentlich cooler, bleibt aber auch einfach sie selbst. Batman ist nicht mehr so der merkwürdige Sprücheklopfer, der er noch bei Whedon gewesen ist und selbst Aquaman, der ein paar mehr Zusatzszenen bekommt, wirkt jetzt nicht mehr so wie ein Oneliner zitierender Sidecharacter. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir mittlerweile den „Aquaman“-Film hatten und Arthur besser kennen. Aber selbst ohne den Film erfährt man sehr viel mehr über den Mann, der mit Fischen reden kann… was ihn dreidimensionaler macht, als er es bei Whedon war. Wenn ich nach wie vor nicht zwingend gebraucht hätte, ist der Flash. Ezra Miller ist so über-geeky und nervös und was nicht noch alles… ich glaube, ich bin da auch immer noch ein bisschen voreingenommen, weil ich Grant Gustin als Flash einfach so viel lieber mag 😀

Wem der Snyder-Cut am so richtig gut tut, ist Cyborg. Zack Snyder hat es früher in Interviews immer wieder betont, dass Cyborg das Herzstück sei. Ich weiß nicht, ob ich auch nach diesem Film zwingend so bezeichnen würde, aber sein Charakter ist wesentlich stärker ausgebaut und man spürt viel mehr seinen Schmerz und was allgemein hinter diesem Charakter steckt.

Und weil die Charaktere in sich jetzt greifbarer sind, funktioniert auch das Team wesentlich besser gemeinsam… zumal Snyder sie auch viel natürlicher zu einem Team wachsen lässt. Wenn später noch Superman dazu stößt, fühlt sich das nicht wie Cheaten an, sondern wie eine dynamische Entwicklung, die im Kampf gegen Steppenwolf wichtig ist und an der auch alle aus der Justice League teilhaben.

Abgesehen von den besseren Charakter-Momenten und der logischeren Story funktioniert auch die Action in so ziemlich allen Sequenzen einfach mal so viel besser. Action kann der gute Snyder halt einfach und die ist hier teils echt atemberaubend (auch wenn die typischen Snyder-Zeitlupen manchmal etwas zuuuuu lang geraten sind). Dazu kommt der bessere Look, der ganze Film wirkt wesentlich düsterer – was durch den tollen Soundtrack auch noch wirklich gut untermalt wird.

Dennoch muss ich einfach sagen, dass selbst jetzt, mit allen Verbesserungen, die Geschichte einfach nicht für 4 Stunden ausgelegt ist. Gerade in den ersten zwei Stunden hangelt sich das Ganze von einer Erklärbär-Szene zur nächsten und erschlägt einen förmlich mit ausführlichsten Expositionen. Ich glaube, wenn man den Snyder-Cut jetzt noch mal straffen würde, könnte man auch locker auf dreieinhalb oder sogar drei Stunden kommen und dann wäre der Film an sich wirklich perfekt. So erschlägt einen einfach diese Laufzeit, der leider einfach etwas der Stoff fehlt, um das wirklich alles zu füllen. Gleichzeitig merkt man dem Film auch an, dass ihm die ganzen Solo-Filme vor dem großen Team-Up fehlen, die vieles an den Erklärungen hätten überflüssig machen können.

Alles in allem hat auch „Zack Snyder’s Justice League“ sehr mit sich selbst und der Fülle an Information zu kämpfen. Die neuen Alptraum-Sequenzen von Batman sind nett und Jared Leto ist hier als Joker toll, aber das Ganze fühlt sich einfach hinten rangeklatscht und irgendwie etwas lieblos in den Film integriert.

Auch wenn das Ganze echt viel Sitzfleisch erfordert und das nicht immer unbedingt rechtfertigen kann, ist der Film dennoch irgendwo auch ein voller Erfolg – für Snyder, der seine eigene Vision zeigen kann, für die Fans, deren Nörgeln sich doch bezahlt gemacht hat und für die Justice League, die dadurch einfach den besseren Film bekommt, der ihr auch zustand.

Wertung: 7 von 10 Punkten (nicht perfekt, aber wesentlich runder als die Kino-Version)