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Ohne Strom

20. Februar 2017

Dinge, die ich bisher durch Filme und Serien über die Post-Apokalypse gelernt habe: Vertraue wirklich niemandem! Sobald alle Regeln nicht mehr existieren, wird selbst dein bester Freund zu deinem größten Feind und bringt dich wegen einer Flasche um. Von daher ist das „Akte X“-Motto „Vertraue niemandem!“ für die Zeit nach dem Untergang der Zivilisation äußerst hilfreich. Weiterhin gelernt habe ich, dass ich dringend Botaniker werden sollte. Es hat Matt Damon auf dem Mars geholfen und es wird mit Sicherheit auch auf der Erde irgendwie von Nutzen sein (vorausgesetzt, es gibt noch was, wo man Sachen anpflanzen kann). Doch das Wichtigste, was ich aus all dem bisher gelernt habe, ist: Ich werde es vielleicht ein, zwei Wochen überleben und danach einfach sterben – wahrscheinlich umgebracht von einem furchtbaren Menschen. Aber vielleicht gucke ich gerade deswegen so gerne diese post-apokalyptischen Sachen: Vielleicht lerne ich ja noch eine Sache, die mein Überleben sichern kann. Weswegen ich dem kanadischen Film „Into the Forest“ auch eine Chance geben musste. Man lernt ja schließlich nie aus.

Irgendwann in einer nicht all zu weit entfernten Zukunft fällt der Strom aus. Die Schwestern Nell (Ellen Page) und Eva (Evan Rachel Wood) leben mit ihrem Vater (Callum Keith Rennie) etliche Kilometer von der nächst größeren Stadt entfernt in einem schönen Haus mitten im Wald. Als der Strom ausfällt, sind sie zuerst alle noch guter Dinge… doch die Zeit vergeht, der Strom bleibt weg. Durch einen unschönen Unfall stirbt dann auch noch der Vater und lässt seine beiden Töchter ganz allein auf sich gestellt im Wald zurück. Mitten in der Wildnis, ungeschützt und angreifbar.

Juno in den Bäumen

Ich sage es gleich vorweg, ich habe keine neuen Überlebenstipps durch „Into the Forest“ erhalten – schade! Dafür habe ich einen Film bekommen, der mich sehr zwiegespalten zurück lässt. Auf der emotionalen Seite ist „Into the Forest“ ein wirklich bewegendes Kammer-Stück. Regisseurin Patricia Rozema verzichtet weitestgehend auf große Momente, sondern lässt sich und ihre Geschichte ganz von den beiden Schwestern lenken. „Into the Forest“ begeistert nicht durch große Schauwerte (wenn man jetzt vielleicht mal von dem wunderschönen Haus im Wald absehen möchte) oder irgendwelche Exzesse. Es gibt so ein, zwei etwas unschöne, brutale Spitzen, aber ansonsten konzentriert sich Rozema stark auf die Charakterentwicklung von Nell und Eva.

Mit Ellen Page und Evan Rachel Wood hat sie dazu auch zwei großartige Darstellerinnen, die wirklich eine tolle Leistung abliefern. Besonders Page hat mir extrem gut gefallen, weil sie von der Story einfach auch ein bisschen mehr gefordert wird. Sie durchlebt ein paar mehr emotionale Höhen und Tiefen, während Wood die erste Hälfte des Films eigentlich kaum so richtig zur Geltung kommt. Ihre Eva ist für Nell so gesehen eigentlich wie ein Klotz am Bein, aber beide Schwestern brauchen sich dann doch irgendwie. Wie gesagt, darstellerisch wirklich verdammt gut.

Die Geschichte allerdings hat ein wenig sehr damit zu kämpfen. Als Buch (und der Film basiert auf einem Roman) kann ich mir das noch vorstellen, weil viel über die Gedankenebene der Charaktere durchgespielt werden kann. Der Film leidet dann letztendlich doch ein wenig an… ich nennen es jetzt einmal vorsichtig „Aktionsarmut“. Es passiert einfach nicht wirklich. Wie schon gesagt, es gibt so zwei Spitzen, wo es mal ein bisschen heftiger wird, aber ansonsten bleibt „Into the Forest“ sehr, sehr ruhig. Ein bisschen zu ruhig.

Und hier komme ich dann zu dem zweiten Punkt, der mich halt sehr gestört hat… und das ist die logische Seite. Die Seite, die sich die ganze Zeit gefragt hat, warum diese Mädels so rein gar nichts unternehmen. Der Film erzählt uns, dass die beiden Schwestern rund 15 Monate nach dem Stromausfall immer noch leben. Aber die machen dafür nichts! Sie haben kaum Vorräte – und erst zum Ende des Films kommt es ihnen in den Sinn, mal eins der wilden Schweine im Wald zu jagen. Sie pflanzen auch nichts an (Botanik ist halt wirklich wichtig) und sammeln auch erst nach so drei Monaten die ersten Beeren im Wald. Sie machen keine Inventur, sie sichern nicht ihr Haus, sie machen keine Pläne, sie machen gar nichts. Sie lungern einfach nur in dem Haus rum und warten… auf irgendwas. So wie die das machen, hätten die keinen Monat überleben dürfen, und dann ekelt sich Nell am Ende, wenn sie Hundefutter essen muss. Normalerweise hätte sie das gierig verschlingen müssen.

Das hat mich echt geärgert. Als Drama funktioniert „Into the Forest“ dank seiner beiden großartigen Hauptdarstellerinnen eigentlich ziemlich gut, ist nur zu lang. Als Endzeit-Film ist „Into the Forest“ leider ziemlich unbefriedigend und unspektakulär.

Wertung: 5 von 10 Punkten (es steckt so viel mehr in dieser Geschichte, was einfach nicht genutzt wird)

Ruheloser Ruhestand

17. Februar 2017

Es wurmt mich wirklich sehr, dass ich „John Wick“ nicht so viel abgewinnen kann. Wirklich. Ich wollte den ersten Teil mit Keanu Reeves wirklich mögen. Allein die Tatsache, dass ein Typ, der gerade seine Frau verloren hat, so ausrastet, weil ihm das letzte Geschenk seiner Frau (das kleine, süße Hündchen Daisy) UND auch noch sein Auto genommen werden, ist verdammt cool. Ich hatte damals ein wenig die Hoffnung, das Ganze würde werden wie Clive Owens „Shoot ‚Em Up“: wilde, total verrückte Schießereien, ein eiskalter, cooler Typ, der Leute auch mal mit Mohrrüben umbringt und fertig ist das Ganze. Es braucht ja nicht immer eine tolle, ausufernde Geschichte, es darf auch einfach nur mal Action satt sein. Aber wie gesagt, mit „John Wick“ konnte ich trotzdem nicht viel anfangen. Irgendwann fand ich diese ganze Hetzjagd merkwürdigerweise dann doch zu übertrieben. Es war wie ein cooles Video-Spiel mit tollen Choreografien, die mir auf Dauer aber ein wenig zu langweilig wurden. Aber zum Glück bin ich ja kein Maßstab, weswegen jetzt das zweite Kapitel der John-Wick-Saga ansteht.

John Wick (Keanu Reeves) ist gerade wieder zuhause angekommen, nachdem er jetzt auch noch seinen Wagen zurück erobert hat und schon wartet eine neue Überraschung auf ihn: Santino D’Antonio (Riccardo Scamarcio), der eine alte Schuld bei John einlösen will. Der soll für ihn seine Schwester Gianna (Claudia Gerini) umbringen, damit er, Santino, ihren Platz an der Spitze des „High Table“ (so etwas wie der Hohe Rat des organisierten Verbrechens) einnehmen kann. Widerwillig lässt sich John darauf ein und steckt mal wieder in großen Schwierigkeiten.

Neo ist jetzt doch Agent Smith

So ein alter Auftragskiller wird wohl nie seinen Ruhestand genießen können. Was ich tatsächlich ziemlich cool finde, ist dabei die Tatsache, dass „John Wick: Chapter 2“ wirklich direkt an den ersten Teil anschließt, da die letzten Ungereimtheiten beseitigt und Wick dann sofort ins nächste tödliche Abenteuer jagt. Ich warte nur noch darauf, dass er irgendwann sagt: „Ich bin zu alt für diesen Scheiß!“

Aber ich weiche vom Thema ab: Wie hat mir der zweite Teil denn nun gefallen? Und ich muss zu meiner Freude sagen, dass er mir ein bisschen besser gefallen hat als der erste. Nicht viel, aber ein bisschen. Wirklich cool fand ich, dass das John-Wick-Universum ein wenig erweitert wurde. Wir erfahren ein wenig mehr aus seiner Vergangenheit – wenn auch nur wirklich sehr, sehr wenig, aber es ist genug, um Interesse zu erwecken. Es wäre sogar genug, um ein John-Wick-Prequel zu rechtfertigen, das vielleicht sogar mal eine richtig coole Story zu bieten hätte. Was man darin dann auch erzählen könnte, wäre die Geschichte dieser neutralen Hotels. Wie schon im ersten Teil nächtigt Wick auch wieder im Continental… und das scheint eine ganze Kette zu sein, die weltweit Verbrechern Schutz und mehr bietet. Auch das ist ein interessanter Aspekt, der neugierig auf mehr macht. Gleichzeitig reicht diese Neugier aber auch schon aus, damit man (in diesem besonderen Fall: ich) mehr am Ball bleibt. Das zweite John-Wick-Kapitel füttert uns ein bisschen mehr und offenbart uns diese riesige Welt voller Assassinen und böser Menschen, die für Geld so ziemlich alles tun.

„John Wick: Chapter 2“ macht es weiterhin wie ein Video-Spiel: Nimm die Sachen aus dem ersten Teil und verbessere und vergrößere sie!“ Brav gemacht. Und der Video-Spielcharakter bleibt dann auch vor allem bei den Action-Sequenzen bestehen. Hier merkt man dann auch gleich wieder, dass Regisseur Chad Stahelski selber mal Stuntman war: die Choreografien sind der Hammer. Reeves Gun-Fu ist der Shit, wenn ich das mal so Neudeutsch formulieren darf. Die Action ist rasant und großartig inszeniert – und vor allem: ohne Wackelkamera (ja, ich schaue dich an, Resident Evil 6). Stahelski will, dass man all die coolen Moves ohne Probleme erkennt, er will zeigen, was seine Leute vor der Kamera so drauf haben und schwelgt in den brutalen Kämpfen. Auch hier übertrumpft sich Stahelski noch einmal selbst, liefert noch größere Kämpfe ab als im ersten Teil.

Doch irgendwann setzte für mich die Übersättigung ein. Nach zwei Stunden Kampfgekeuche, nach zwei Stunden perfekter Headshots, nach zwei Stunden perfekter Action ist dann auch irgendwann die Luft raus. Ich wollte einfach nicht mehr sehen, aber es geht immer noch weiter und immer noch weiter. Ich hatte das Gefühl, Stahelski will mich in Action ertränken. Er lässt kaum Atempausen. Er will uns und Keanu Reeves auf dem letzten Loch pfeifen sehen. Ganz ehrlich, ich fand’s ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach etwas anstrengend. Ein bisschen weniger wäre mehr gewesen. Man wird einfach zu sehr überschüttet mit guten Fights, das man keinen davon richtig zu würdigen weiß.

Keanu Reeves ist als Überheld, der nur in den Ruhestand möchte, hier bestens aufgehoben. Seine Gegner sind herrlich fies, während er herrlich stoisch ist. Tatsächlich sehr cool ist der Auftritt von Lawrence Fishburne, der sicherlich bald zu wilden Fan-Theorien führen wird, dass John Wick in Wirklichkeit in der Matrix spielt. Wie sonst könnte der Mann so gekonnt durch die Horden von Gegnern gehen? 😉

„John Wick: Chapter 2“ macht viel und manchmal halt ein wenig zu viel. Trotzdem ist es ein toller Action-Film geworden… sind wir mal gespannt auf Kapitel 3!

Wertung: 7 von 10 Punkten (Keanu Reeves haut mal wieder alle kaputt)

Horkrux-Jagd

15. Februar 2017

Harry Potter ist also Schuld. Schuld an dem Trend, den letzten Film einer Reihe mal eben zu zweiteilen. Warum? Ich meine vom ersten Teil bis jetzt waren die Filme ja schon immer ordentliche Mammut-Projekte mit einer irrsinnigen Laufzeit (ja, ich beschwere mich bis zum Schluss über die Laufzeit). Natürlich ist das für Fans der Bücher sicherlich toll, ist dadurch ja genug Platz im Film für viele Handlungsstränge der Bücher (und selbst dann werden die Leseratten sich beschweren, dass das ein oder andere Detail nicht genug Erwähnung findet). Aber trotzdem… bisher hat doch ein Film vollkommen ausgereicht. Aber hey, sie waren die ersten (waren sie das wirklich? Ich habe Google jetzt mal nicht bemüht, also verzeiht, falls ich was falsches sage), die es ausprobiert haben… und somit auch die ersten, die gezeigt haben, dass so eine Zweiteilung echt Quatsch ist. Wie bei so ziemlich jeder Trennung des Finales ist Teil 1 etwas „lahmer“, man spart sich die großen Dinge für den zweiten Teil auf. So ist es dann auch mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1“.

Das Ende naht. Lord Voldemort (Ralph Fiennes) ist im Vormarsch und bedroht so ziemlich jeden, der auf Harrys (Daniel Radcliffes) Seite steht. Der wiederum betrauert immer noch den Tod von Dumbledore, schmiedet aber gleichzeitig auch Pläne, um gegen Voldemort vorzugehen. Denn wie wir in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ gelernt haben, kann Voldemort getötet werden – wenn man die sieben Horkruxe zerstört. Die enthalten nämlich Teile der Seele von Tim Riddle… und ein Horkrux hängt ausgerechnet um den Hals von Dolores Umbridge (Imelda Staunton).

Zum Finale gibt’s richtig viel Potter…

Wie schon gesagt, irgendwie merkt man dem ersten Teil der Heiligtümer schon ein wenig an, dass extrem an aufregenden Sachen gespart wurde. In der zweiten Hälfte hängen Harry und Hermine (Emma Watson) nur in irgendeinem Wald rum, zelten im wohl coolsten und geräumigsten Zauberzelt der Welt und grübeln. Nicht so berauschen, vor allem, wenn man bedenkt, dass die erste Hälfte sehr vielversprechend war. Von dem Versuch, Harry in Sicherheit zu bringen und dem Kampf gegen Voldemorts Schergen bis hin zur Infiltration des Ministeriums für Zauberei hatte „Die Heiligtümer des Todes – Teil 1“ echt was zu bieten. Regisseur David Yates hat sich, was das angeht, eigentlich ziemlich gut eingegroovt und weiß, was die Potter-Fans brauchen. Die Effekte sind toll, die Kämpfe werden sehr viel spektakulärer und ja, das Zaubern an sich wirkt viel „natürlicher“.

Danach ebbt die Action ein wenig ab und macht Platz für viel, viel Hintergrund-Geschichte. Wir erfahren ein bisschen was zu Dumbledores Hintergrund, hören das erste Mal den Namen Gellert Grindelwald, der ein enger Freund von Dumbledore war und weiß, wo sich eines der Heiligtümer des Todes befindet. Oh ja, wir erfahren auch, was die Heiligtümer des Todes sind – als Zeichentrick. Eine interessante Geschichte… aber es ist nur ein kleiner Appetit-Happen von vielen. Auf Dumbledores Geschichte wird auch nicht groß weiter eingegangen. Ich habe mich ja bisher immer beschwert, dass ich zu wenig von den Hintergrundgeschichten mitbekommen habe, aber selbst dieser erste Teil des Finales kann das nicht wirklich ausgleichen. Man erfährt zwar endlich sehr viel mehr als sonst, aber so wirklich viel ist es dann leider auch wieder nicht (zumal man Voldemort jetzt ja seit dem ersten Teil als Big Bad aufgebaut hat)

Auch darstellerisch sticht in „Die Heiligtümer des Todes – Teil 1“ jetzt niemand besonders hervor. Vielleicht noch Rupert Grint, der unter dem Einfluss des Horkrux zu einem grimmigen, eifersüchtigen Ron Weasley wird, aber das war’s dann auch schon. Daniel Radcliffe ist halt Daniel Radcliffe, bei Emma Watson ist es genau das Gleiche. Die Beziehung zwischen ihr und Harry wird noch einmal ein wenig weiter ausgebaut, aber auch nicht wirklich so stark, dass es irgendetwas ändern würde. Harry Potter ist in Hermines Friendzone gefangen. Aber hey, dafür hat er ja Ginny, die ihm hier sogar die Schuhe zubinden und ehrwürdig vor ihm auf die Knie geht. Wenn das keine gute potenzielle Hausfrau ist, dann weiß ich auch nicht 😉 (Sorry, aber die Szene war wirklich äußerst skurril und merkwürdig und komplett sinnfrei).

Naja, „Heiligtümer des Todes“ hat als Prototyp für die Zweiteilung eines Finales mehr oder weniger alle Fehler so einer Zweiteilung enthalten. Es kommt zu kaum wirklich erwähnenswerten Entwicklungen, es wird noch einmal versucht, mehr auf die Charaktere zu gehen, es wird noch einmal ein wenig mehr zu Hintergrund-Geschichte erwähnt… und es wird tunlichst darauf geachtet, nicht zu viel große Action zu bieten, damit man auch noch was für einen riesigen finalen Knall im zweiten Teil hat. Ich hoffe einfach nur, dass Teil 2 dann auch wirklich ein zufriedenstellendes Ende liefert. Da will ich dann wirklich ein episches Aufeinandertreffen zwischen Voldemort und Harry, den Kampf um Leben und Tod. Mal schauen, was kommen wird.

Wertung: 6,5 von 10 Punkten (der lange Prolog zum Finale)

Darkness! No parents!

13. Februar 2017

Kommen wir mal wieder zur altbekannten Frage, wer den wohl bitte der beste Batman aller Zeiten ist. Als ich vor einiger Zeit über die 90er Jahre Trickfilm-Serie sprach, habe ich die Nummer 1 ja an Kevin Conroy vergeben und verschob damit Michael Keaton auf Platz 2. Ganz vergessen in dieser Diskussion hatte ich dann aber tatsächlich Will Arnett, der ja einen wirklich wunderbaren Batman in „The LEGO Movie“ gegeben hat. Weswegen er sich eigentlich Platz 3 verdient, denn sein Fledermaus-Mann war verdammt cool. Die furchteinflößende Stimme, das ungemein große Selbstbewusstsein – dazu kommt natürlich noch das viele, viele Geld, die coolen Gadgets, das Ninja-gleiche Fortbewegen und die Tatsache, dass dieser Batman so verdammt cool ist, dass er sogar seinen eigenen Theme-Song komponiert und eingesungen hat, in dem er über seine schwere Kindheit singt. Der Batman aus „The LEGO Movie“ war schon ein Highlight des Films, weswegen es wohl niemanden gewundert hat, dass der jetzt seinen eigenen Film bekommt (den er wahrscheinlich auch selbst geschrieben und gedreht hat).

In „The LEGO Batman Movie“ kämpft Batman (Arnett) mal wieder gegen den Joker (Zach Galifianakis), der mal wieder versucht, Gotham City zu zerstören. Natürlich vereitelt Batman diesen Plan und verletzt dabei auch gleich noch die Gefühle des Jokers, weil er ihm nicht eingestehen will, dass die beiden Erzfeinde sind. Mit gebrochenem Herzen schmiedet der Joker einen fiesen Plan, um sich an Batman zu rächen. Der Einzelgänger muss darauf hin erkennen, dass er alleine nicht gegen den Joker angehen kann… und lässt sich widerwillig von Robin (Michael Cera), Butler Alfred (Ralph Fiennes) und Barbara Gordon (Rosario Dawson) helfen.

Dieses Auto ist zu groß für die zwei…

„The LEGO Batman Movie“ ist großartig unterhaltsam. Vor allem, wenn man Batman-Fan ist, denn dann entpuppt sich dieser Film als ein riesiges Easter-Egg für die gesamte Batman-Geschichte. Der Film verweist sowohl auf die Comics als auch auf die TV-Serien und Filme. Da wird der Joker zum Beispiel auf seinen vereitelten Plan mit den zwei Schiffen angesprochen (man erinnere sich dabei an „The Dark Knight“), da taucht das Hai-abweisende Spray wieder auf, da werden die merkwürdigsten Schurken ausgepackt, die es irgendwann wirklich mal gab (nur sind sie mittlerweile so absurd, dass sie perfekt als Parodie herhalten können). „The LEGO Batman Movie“ wälzt sich gerade zu in der knapp 80 Jahren Batman-Historie. Allein das macht diesen Film schon so verdammt sehenswert (vorausgesetzt, man kann auch wirklich alle Comic-, TV- und Film-Verweise identifizieren).

Dazu kommt der LEGO-Look, der förmlich dazu einlädt, ein bisschen durchzudrehen. Zwar explodiert die Leinwand nicht ganz so extrem wie in „The LEGO Movie“, aber auch „The LEGO Batman Movie“ ist eigentlich non-stop visueller Spaß. Wie schon sein Vorgänger unterwerfen sich die Macher unter Regisseur Chris McKay den Regeln des LEGO-Universums und lassen so richtig die Sau raus. Denn mit LEGO kann man einfach alles machen. Die Animationen sehen einmal mehr großartig aus, aber „The LEGO Movie“ hat ja vorgemacht, wie alles wie LEGO-Stop-Motion aussehen kann und es am Ende doch gar nicht ist.

Wenn ich dann doch etwas zu bemängeln hätte, dann ist es die Story an sich. Neben den vielen Batman-Verweisen und den sonst noch so üblichen popkulturellen Anspielungen dreht sich in „The LEGO Batman Movie“ alles um das einsame Leben des Batman, der so sehr in seiner eigenen Welt lebt, dass er nicht zulassen kann, jemanden an sich heran zu lassen. Jetzt ist er natürlich ein gebrandmarktes Kind, was das Ganze sehr viel verständlicher macht. Trotzdem fand ich die Geschichte mit der Zeit ein wenig öde und vorhersehbar. Es hatte eigentlich so ein wenig Disney-Charakter: Finde zu dir selbst, finde deine Familie und werde dann am Ende glücklich damit. An und für sich ja nichts verwerfliches – nur irgendwie hatte ich mir da ein wenig mehr von erhofft. Das ständige Hin und Her – „Ich habe keine Freunde, ich brauche keine Freunde, oh vielleicht brauch ich doch Freunde, aber nein, ich verlasse sie jetzt doch wieder, nur damit sie mir dann doch fehlen!“ – war für mich am Ende ein wenig zu nervig und langweilig und zog sich ganz schön in die Länge. Da hätte ich mir dann doch gewünscht, dass die Macher ein bisschen wilder und chaotischer mit der Geschichte umgehen.

Aber gut, auch das ist wieder Meckern auf hohem Niveau, ich weiß. Denn der Film macht trotzdem Spaß, mir nicht so sehr wie der originale LEGO-Film, aber als Batman-Fan habe ich „The LEGO Batman Movie“ schon sehr gefeiert. Will Arnett ist definitiv im Augenblick der coolere Batman (sorry, Ben Affleck)!

Wertung: 8 von 10 Punkten (kommt chaotisch betrachtet nicht ganz ans LEGO Movie ran, ist aber ein Fest für Batman-Fans)

Random Sunday #5: Monkey Island

12. Februar 2017

Ein kleiner Ausflug in meine die Kindheit: Wir hatten erst sehr, sehr spät überhaupt einen Computer im Haus. Mein Vater kaufte meinem älteren Bruder und mir wirklich erst so Anfang der 90er so ein riesiges Monster, wobei es ihm vor allem darum ging, das wir mit dem Ding was lernen. Haben wir auch gemacht… zocken lieben gelernt habe ich damit vor allem 😉 Und meine erste große Liebe hieß „Monkey Island“.

Es gab damals so eine Zeitschrift, der eine Komplett-Version eines Spieles beilag. Die Zeitschrift selbst bestand dann zum größten Teil auch nur aus der Komplettlösung zu dem Spiel. Ich habe leider vergessen, wie das Ding hieß, aber das war meine erste Quelle für Spiele. Hauptsächlich halt alte Spiele wie „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ oder „Day of the Tentacle“ (das ich immer noch für eines der besten Spiele überhaupt halte) oder eben „Monkey Island“ und „Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge“.

Wir spielen den jungen Piraten Guybrush Threepwood, der im ersten Teil Pirat werden möchte und dafür drei Aufgaben erledigen muss: er muss ein guter Schatzsucher werden, den Schwertmeister besiegen und etwas aus dem Haus des Gouverneurs stehlen. Dabei verliebt er sich aber unsterblich in den Gouverneur, der eine bezaubernde Dame namens Elaine ist. Doch kaum ist Guybrush ein vollfertiger Pirat, entführt der fiese Geister-Pirat LeChuck Elaine. Guybrush braucht also eine Crew und ein Schiff, um LeChuck bis nach Monkey Island zu verfolgen.

Das beste Kampfsystem aller Zeiten

Oh mein Gott, was habe ich „Monkey Island“ geliebt. Man bedenke, ich war zu dem Zeitpunkt, als ich „Monkey Island“ das erste Mal gespielt habe, eine komplette Gaming-Jungfrau. Ich wusste gar nichts. Ich war aufgeregt, wie nichts gutes, weswegen ich richtig aufgeregt war, als es plötzlich hieß, ich müsste Schwertmeister werden.

Ich hatte wirklich Angst, ich würde das nicht hinbekommen. Hatte Angst, ständig sterben zu müssen, nur um dann wieder von vorne anzufangen. Und dann habe ich meine erste Stunde bei meinem Lehrer und der erzählt mir, dass die große Kunst des Schwertkampfes in der Beleidigung liegt. Ich soll also möglichst viele Beleidigungen lernen, um später den Schwertmeister zu bekämpfen. Erst wollte ich das gar nicht so recht glauben, das war doch total absurd. Aber absurd ist nun mal ein großer Teil von „Monkey Island“ und das ist auch gut so… und so lernte ich, Piraten so richtig ordentlich zu beleidigen und es machte einfach nur Spaß. Die Schwertkämpfe sind immer noch ein großes Highlight der gesamten „Monkey Island“-Reihe… auch wenn es im zweiten Teil komplett fehlt, was echt verdammt, verdammt schade ist. Das wurde dann ja erst im dritten Teil „The Curse of Monkey Island“ wieder gut gemacht, wo sich die Antworten auf die Beleidigungen auch noch reimen mussten. Oh Mann, wie gerne hätte ich mal wieder ein Spiel mit solchen Kampfeinlagen 😉

„Monkey Island“ bestand ja nicht nur aus den Schwertkämpfen, „Monkey Island“ ist so vieles, was einfach nur verdammt viel Spaß gemacht hat: das waren natürlich die Charaktere, das war natürlich das Setting, das war die Musik. Das waren aber auch die verrückten, herrlich absurden Dialoge und die abgefahrenen Rätsel (für die ich dann – ich gestehe es – manchmal doch in die beiliegende Komplett-Lösung schielen musste). Aber ganz ehrlich, ich weiß nicht, wann Lachen und Frustration so perfekt in einem Spiel zusammengewirkt haben. Ich meine, wer kommt schon auf die Idee, dass er in „Monkey Island 2“ den Affen aus einer Bar klauen muss, um ihn dann als Hebel zu verwenden, um eine Pumpe zu bedienen? Oder in welchem Spiel wird die Geduld des Spielers mit tausend blöden Antworten so auf die Probe gestellt? Wenn ich allein daran denke, wie lange man den Gebrauchtwaren-Händler im ersten Monkey Island überreden muss, um an ein Schiff zu kommen.

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Eine wichtige Sache, die mich die komplette „Monkey Island“-Reihe gelehrt hat, ist: „Nimm alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Probiere alles aus und denke so abstrakt und verrückt wie nur möglich!“ Was ja allein schon damit entlohnt wurde, dass Guybrush einige Kombinationsmethoden auf frech-ironische Weise kommentierte.

Ich kann bei dieser Reihe tatsächlich gar nicht sagen, welcher Teil mir am besten gefallen hat. Ich weiß, es gibt mehr als drei, aber ich habe nur die ersten drei gespielt. Die tatsächliche Trilogie verrückter Piraten-Abenteuer, die ich um Nichts in der Welt missen möchte. Die ich jedes Jahr wieder spiele (auch wenn ich mittlerweile blind weiß, wie ich welche Rätsel zu lösen habe). „Monkey Island“ ist perfekte Unterhaltung, ein Spiel, bei dem man den Tod nicht fürchten muss, bei dem man frech sein darf und einfach alles mal ausprobieren kann. Und wenn man mal jemanden kurz ablenken will, reicht ein einfaches: „Hinter dir! Ein dreiköpfiger Affe!“. Was will man eigentlich mehr?

Who you gonna call?

10. Februar 2017

Ich war letztens echt ein wenig erschrocken. Da saß ich nun mit einem guten Freund zusammen und wollte den guten, alten „Ghostbusters“ mal wieder schauen. Doch dieses „mal wieder“ brachte dann erstaunliches und für mich auch absurdes zutage: Denn als mich besagter Freund fragte, wann ich denn das letzte Mal „Ghostbusters“ gesehen hätte, lautete meine Antwort: „So vor ungefähr 20 Jahren! Oh mein Gott, bin ich wirklich schon so alt, dass ich sagen kann, etwas vor 20 Jahren gesehen zu haben! Oh mein Gott, ich werde alt, ich werde alt, ich werde alt!“ Gut, für den dramatischen Effekt habe ich dieses Zitat jetzt unnötig aufgebauscht, denn ich habe wirklich kein Problem mit dem Älter-Werden. Trotzdem ist „vor 20 Jahren“ schon eine krasse Zahl. Es ist nicht „letztes Jahr“ oder „vor kurzem“, sondern schon ganze zwei Dekaden her. 20 Jahre, alter Schwede. Aber gut, wollen wir jetzt nicht länger über mein Alter sprechen, sondern lieber über die „Ghostbusters“.

Die da wären Peter Venkman (Bill Murray), Ray Stantz (Dan Akroyd), Egon Spengler (Harold Ramis) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson): Erst verlacht gelangen die Ghosbusters schnell zu Ruhm, als sich die Vorfälle mit Geistern und anderen „untoten“ Kreaturen in New York häufen. Was die Herrschaften dabei nicht bedenken, ist, dass dies das Vorzeichen für ein viel größeres Übel ist… und dabei hat die junge Dana (Sigourney Weaver) das Kommen von Zuul schon lange vorausgesehen.

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Die „Ghostbusters“ waren früher großer Kult für mich, wobei das eigentlich fast mehr an der Trickfilm-Serie lag, die ich wirklich wahnsinnig gerne geguckt habe. An den „Ghostbusters“-Film hatte ich kaum noch wirklich Erinnerungen – außer natürlich an den Marshmallow-Mann, der ja von den Ghosbusters nicht mehr wegzudenken ist. Von daher war dieses erneute Erlebnis mit den Geisterjägern auch ein wenig die Frage, ob die „Ghostbusters“ die Zeit gut überdauert haben – immerhin ist der Film ja auch schon stolze 33 Jahre alt.

Und was soll ich sagen: Die „Ghostbusters“ haben bestanden. Es ist nach wie vor ein toller Film, ein Film, der mich nach wie vor zum Lachen bringen kann, ein Film, der einfach so viele Sachen zu bieten hat. Zuallererst muss man die Darsteller erwähnen. „Ghostbusters“ wäre nichts ohne diese großartigen Darsteller. Bill Murray ist einfach nur großartig. Ein sympathisch-charmantes Arschloch, ein Schürzenjäger, der nichts unversucht lässt, um bei den Damen anzukommen. Murray hat so eine nonchalante Art an sich, er ist halt einfach Bill Murray. Und in Venkman kann er das gut ausleben. Es macht Spaß, ihm zu zu sehen. Er ist ein kleiner Zyniker, der gut zum stets begeisterten Dan Akroyd passt. Ein ungleiches Paar, aber sie passen wie Arsch auf Eimer. Akroyd strahlt von sich aus einfach so eine Gemütlichkeit aus, der perfekte Kumpel. Wenn der mir sagt, ich soll die Strahlen nicht kreuzen, dann mache ich das ihm zuliebe auch.

Harold Ramis liefert als Egon die nötige Seriosität für das Geisterjagen, hier haben wir den Mann der Fakten, der sich selbst im größten Chaos von nichts ablenken lässt. Einzig und allein Ernie Hudson als Neuanwärter bei den Ghostbusters kam mir ein wenig zu kurz. „Alien“-Lady Sigourney Weaver darf hier mal aus ihrer Action-Rolle austreten, ein bisschen heiße Damsel-in-distress spielen und scheint trotzdem ihren Spaß zu haben. Der ganze Cast von „Ghostbusters“ reicht schon als Grund aus, um sich diesen Film noch einmal anzuschauen. Mit so einer Besetzung kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Dazu stimmt dann einfach das von Ramis und Akroyd geschriebene Skript: im Schnelldurchlauf wird hier der amerikanische Traum gelebt. Vom geächteten Pseudo-Wissenschaftler zum geachteten Experten. Mit der nötigen Prise Humor, mit einer witzigen 80er Jahre „Trainingsmontage“, die hier den Aufstieg der Jäger zeigt und mit immer noch vorzeigbaren Effekten überzeugt dann auch der Rest des Films. Na klar sieht man den Effekten an, dass sie alt sind – gerade Zuuls kleine Monster-Kätzchen sehen nicht wirklich gut aus, wenn sie sich bewegen, aber das verbucht man unter „Nostalgie“ und kann immer noch gut damit leben. Der Marshmallow-Mann macht am Ende eh alles wieder wett.

Die zweite Sichtung nach gut zwanzig Jahren ist also ein voller Erfolg gewesen. Die „Ghostbusters“ machen immer noch Spaß: was gute Darsteller doch alles ausmachen können. Und das ist es dann wahrscheinlich auch: Der Film ruht sich nicht darauf aus, einfach nur Spektakel zu sein, sondern liefert vor allem gute, starke, nachvollziehbare Charaktere, die den Humor nicht nur in kleinen Sketchen servieren, sondern den guten Ton den gesamten Film über halten können.

Wertung: 10 von 10 Punkten (ein Klassiker, auf den ich definitiv nicht noch einmal 20 Jahre warten will)

P.S.: Wie ist die allgemeine Meinung zum „Reboot“? Habe ich aus Angst vor Enttäuschung bislang noch nicht gesehen. Kann man den gucken? Würde mich echt mal interessieren.

Advanced Potion-Making

8. Februar 2017

Draco Malfoy ist für mich ein „Harry Potter“-Charakter, mit dem ich bisher noch nicht sonderlich viel anfangen konnte. Er ist halt ein blonder böser Bub mit schlimmen Eltern. Schon seit dem ersten Teil, als ich das erste Mal diesen Draco sah, dachte ich nur, dass J.K. Rowling wirklich ein Fan von „Karate Kid“ gewesen sein muss. Denn Draco ist einfach mal der Johnny Lawrence des Potter-Universums. Was ein bisschen schade ist, denn ich hatte das Gefühl, da hätte man ruhig mehr draus machen können. Ich mag Tom Felton in der Rolle sehr, den grimmigen Blick eines Troublemakers hat er ja wirklich perfekt drauf. Und vielleicht ist es ein bisschen die Solidarität zum blonden Mann, aber seit Anbeginn der Reihe hatte ich immer gehofft, man würde ein bisschen mehr mit Draco Malfoy machen.

Jetzt kommt dann auf einmal der sechste Teil der Potter-Reihe: „Harry Potter und der Halbblutprinz“. Und Draco Malfoy ist endlich mal ein richtiger böser Junge. Denn er hat sich Voldemort verschrieben – irgendjemand muss ja scheinbar den guten Namen Malfoy in der Gunst des Dunklen Zauberers aufrechterhalten. Natürlich bekommt Harry (Daniel Radcliffe) das mit, nur glaubt ihm erst einmal niemand. Und das ist nicht das einzige Problem: Zum einen gehen die Triebe in Hogwarts um und das ewige „Wer mit wem?“ sorgt für Spannungen. Zum anderen gehen wir Voldemorts Vergangenheit als Tom Riddle mehr auf den Grund und lernen von den mysteriösen Horkruxen.

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„Harry Potter und der Halbblutprinz“ ist ein etwas merkwürdiger Vertreter der Potter-Reihe, wenn ich das mal so frei sagen darf. Der Film scheint alles auf einmal sein zu wollen: passende Fortsetzung zu „Der Orden des Phönix“, Schulkomödie, Drama und Horror-Film zugleich. Dass mit der passenden Fortsetzung haut ja noch ganz gut hin, aber den Teil mit der Schulkomödie fand ich dann ein bisschen anstrengend. Wo zur Hölle kommt Rons (Rupert Grints) plötzliche Popularität her? Warum dreht sich in der ersten Hälfte dieses Film alles nur noch um die Gefühle unseres geliebten Zauberer-Trios? Damit habe ich ja an sich überhaupt kein Problem, nur wirkt das Ganze etwas aus der Luft gegriffen.

Dass Hermine (Emma Watson) irgendwann irgendwie mit Ron anbändeln wird, war ja schon durch die Reihe immer wieder mal leicht angedeutet worden. Und ja, es ist ja auch niedlich, nur hätte ich die Geschichte mit Lavender und Liebestränken, etc. nicht gebraucht. Lückenfüller. Auch interessant, dass Ginny Weasley (Bonnie Wright) nach „Die Kammer des Schreckens“ auf einmal doch wieder mehr in den Vordergrund rückt. Mal abgesehen davon, dass ich es lobenswert finde, dass Rowling Harry nicht mit Hermine verkuppelt, ist auch diese Geschichte ein bisschen arg erzwungen. So richtig natürlich wirken diese Paarungen alle nicht – aber gerade die Harry-Ginny-Beziehung… naja, da hätte man nach dem zweiten Teil gleich etwas besser einsteigen können. Immerhin hat er ihr das Leben gerettet.

Zwischen der großen Liebe an Hogwarts wird’s dann aber zum Glück doch noch ein wenig interessant… sehr viel interessanter. Voldemorts Vergangenheit wird offengelegt – zu einem gewissen Teil. Die Einführung der Horkruxe hätte man sicherlich auch schon früher machen können, aber gut, ich gehe mal stark davon aus, dass die uns im Finale sehr beschäftigen werden.

Spannend bleibt natürlich auch die Frage, was mit Severus Snape (Alan Rickman) nun tatsächlich ist. Er ist also der Halbblutprinz, derjenige, dem Harrys Buch „Advanced Potion-Making“ gehörte. Aber was bedeutet all das? „Der Halbblutprinz“ hinterlässt uns mit vielen spannenden Fragen, die das große Finale der Reihe dann hoffentlich ausführlich beantworten wird.

Gleichzeitig nehmen wir dann aber auch Abschied von Dumbledore (Michael Gambon), der durch den Verrat (?) von Snape ums Leben kommt. Ein wirklich tragischer Moment, der mich komischerweise sehr an Rickmans Abgang in „Stirb Langsam“ erinnert hat: das Fallen von großer Höhe, die Zeitlupe. Jetzt hätte Snape nur noch im weißen Unterhemd am Fenster stehen müssen 😉

Man merkt dem Film schon an, dass hier was Großes vorbereitet wird. Der Film ist wie ein großes, letztes Reinemachen, ein letztes Aufstellen der Figuren, bevor der nächste Zug gemacht wird. Da wurden jetzt die Liebschaften geklärt, da wurden die Verräter „gebrandmarkt“, die Geheimnisse noch mal ein wenig geheimnisvoller – und doch ist „Der Halbblutprinz“ irgendwie auch schnell wieder vergessen. Ich bin jetzt mal gespannt auf dieses zweigeteilte Finale.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Lebwohl, Dumbledore, du warst eine tolle Vater- / Mentoren-Rolle!)

Du sollst nicht töten!

6. Februar 2017

Mel Gibson… er ist wieder da! Beziehungsweise war er ja nie wirklich weg. Nur hat man irgendwie versucht, ihn zu ignorieren, diesen alten wütenden Gartenzwerg, der früher mal cool war und sich dann dämliche Äußerungen und andere weniger schöne Sachen erlaubte. Doch wie schon bei Tom Cruise muss ich auch bei Mel Gibson sagen: Den Regisseur und Schauspieler Mel Gibson mag ich sehr. Immerhin hat der Schauspieler Mel Gibson uns tolle Filme geliefert und der Regisseur Gibson eigentlich auch (wenn man mal von dem Jesus-Torture-Porn absieht). Zehn Jahre nach „Apocalypto“ hat sich Mel Gibson wieder auf den Regie-Stuhl gesetzt – sein neuester Film: ein Kriegsdrama basierend auf einer wahren Begebenheit: „Hacksaw Ridge“.

Desmond Doss (Andrew Garfield) ist streng religiös, doch als der zweite Weltkrieg auch das Leben der Amerikaner einnimmt, will Doss sich ebenfalls für sein Land stark machen. Er meldet sich bei der Armee und gerät hier in seinen ersten großen Kampf: Denn Doss will dem sechsten Gebot „Du sollst nicht töten!“ folgen und deswegen keine Waffe in die Hand nehmen. Als man ihn nach langer Zeit doch als Feld-Sanitäter in die Schlacht von Okinawa schickt, glaubt niemand daran, dass dieser unbewaffnete Soldat lange überleben wird. Doch Doss überrascht alle und rettet mehr als 70 Kameraden in der Schlacht das Leben.

Spider-Man hat umgesattelt

Ich muss gestehen, dass ich nur zögerlich in „Hacksaw Ridge“ gegangen bin. Nicht etwa wegen Mel Gibson, sondern natürlich wegen dem Thema: Erstens bin ich jetzt nicht so ein großer „Fan“ von Kriegsfilmen (Ausnahmen bestätigen die Regel) und zweitens hatte ich echt Bedenken, wie das ganze Thema Religion in dem Film von Mel Gibson gehandhabt wird. Zu sagen, man will in den Krieg, aber keine Waffen tragen, weil es so in der Bibel steht, könnte zu einem über-religiösen Film führen. Ich hatte echt die Sorge, dass ein Andrew Garfield den halben Film lang Bibel-Zitate von sich gibt, ständig über die Unergründlichkeit von Gottes Wegen redet und sich blindlings ins Getümmel stürzt. Zum Glück waren all meine Bedenken am Ende unbegründet. „Hacksaw Ridge“ nimmt sich mit dem Thema Religion sehr stark zurück… und lässt trotzdem genug davon in die Geschichte einfließen, sodass wir Doss‘ Beweggründe mehr als nur verstehen, sondern tatsächlich nachvollziehen können. Dafür lässt sich Gibson dann auch die komplette erste Hälfte des Films Zeit für… und ich bin froh, dass er es so gemacht hat.

Die erste Hälfte von „Hacksaw Ridge“ ist ein wunderbar berührendes Drama, das für sich allein schon einen Film wert gewesen wäre – und dennoch bekommt man nicht das Gefühl, irgendwas zu verpassen. Ich war wirklich erstaunt, wie lange Gibson sich auf Doss‘ Hintergrundgeschichte einlässt. Statt ihn einfach nur in bester „Full Metal Jacket“-Manier durch die Ausbildung und hier auftretende Probleme laufen zu lassen, erzählt er uns seine Familien-Geschichte und seine Beziehung zu der jungen Krankenschwester Dorothy. Das alles mag sich nach viel anhören, vielleicht sogar nach Dingen, die ein anderer Regisseur weggelassen hätte. Aber wie Doss mit seiner Familie umgeht, wie er mit Dorothy umgeht, wie er sich selbst in seinem „normalen“ Leben gibt, sind alles wichtige Versatzstücke der Geschichte, die wir brauchen, um all seine kommenden Aktionen besser zu verstehen. Und so erzählt Gibson vorab schon eine bewegende, rührende Geschichte über einen Mann, der für seine Ideale einsteht, der an seinen Prinzipien und Werten festhalten will – egal, was alle anderen um ihn herum ihm sagen.

Spidey geht auch noch fremd…

Was der ruhigen Geschichte dann folgt, ist die Heldengeschichte des Desmond Doss, die Gibson dann auch entsprechend bombastisch umsetzt. Die erste Schlacht ist unglaublich. Mit einer beängstigenden Brutalität wirft uns Gibson in dieses so sinnlos erscheinende Gefecht. Hier wird „Hacksaw Ridge“ dann echt unangenehm, weil Gibson wirklich nichts auslässt. Man könnte sich über zu viel Brutalität, zu viele platzende Köpfe, Gedärme und verlorene Gliedmaßen streiten, man könnte aber auch sagen, dass Gibson das mit der Genauigkeit wirklich sehr, sehr ernst genommen hat. Allein diese Bilder bleiben lange im Kopf… meine Güte, bin ich froh, dass ich mir so furchtbares Zeug aus der Sicherheit des Kinos anschauen kann. So etwas selbst mit zu erleben, will ich mir gar nicht vorstellen.

Doch dann kommt da die Geschichte von Desmond Doss dazu… und hätte Gibson sich nicht die Zeit gelassen, uns diesen Charakter näher zu bringen, hätte ich diesen Film gehasst. Natürlich schwebt hier am Ende sehr viel Pathos mit. Natürlich wirkt es absurd, dass dieser Mann alleine immer wieder ins Getümmel stürzt, um Leute zu retten, aber nach allem, was man an diesem Punkt über Doss weiß, kann man das verstehen. Zum Glück überreizt Gibson die Geschichte dann auch nicht, auch wenn er sich hier und da in ein paar etwas zu absurden Momenten verliert.

Insgesamt aber bin ich mehr als nur positiv von „Hacksaw Ridge“ überrascht. Andrew Garfield ist wirklich einfach nur wunderbar (neben Casey Affleck jetzt ein weiterer Oscar-Kandidat, dem ich die Trophäe mehr gönne als Ryan Gosling), Hugo Weaving ist super, auch Teresa Palmer spielt zuckersüß. Vince Vaughn und Sam Worthington als Doss‘ Vorgesetzte sind auch wunderbar besetzt. Der Film lebt wirklich von seinen großartigen Darstellern und einem Regisseur, der den Mut hat, sich Zeit zu lassen, der den Mut hat, diesen Krieg als dreckiges Gefecht darzustellen. „Hacksaw Ridge“ ist einfach ein unglaublich packender Film.

Wertung: 9 von 10 Punkten (ein bemerkenswerter Film über einen bemerkenswerten Mann)

Hinter der Mauer

3. Februar 2017

Zhang Yimou hat so wunderbare Filme wie „Hero“, „Der Fluch der goldenen Blume“ oder „House of Flying Daggers“ gemacht (oder halt auch dieses eine Coen-Brüder-Remake, das bei ihm „A Woman, A Gun and A Noodle Shop“ hieß – ein Film, der bei uns leider ein wenig zu wenig Anerkennung gefunden hat). Zhang Yimou ist also ein Mann, der episches Kino auf die Leinwand zaubert, mit Farben, Kostümen und Massen an Darstellern begeistert. Allein die oben drei genannten Filme waren für mich Grund genug, seinem neuesten Film eine Chance zu geben: „The Great Wall“.

Darin begleiten wir den Söldner William (Matt Damon) in Kaiserreich China. Gemeinsam mit seinem spanischen Gefährten Tovar („Narcos“-Spezialist Pedro Pascal) sucht er nach Schwarzpulver. Diese Suche führt ihn jedoch an die Große Mauer, auf der Kommandantin Lin Mae (Tian Jing) mit ihren Soldaten das Kaiserreich vor etwas wahrhaft Schrecklichem beschützen. Was das ist, werden William und Tovar schnell genug lernen: Kaum angekommen greifen unheimliche Wesen die Mauer auch schon an.

Robin Hood auf Reisen

Hollywood kann sich der Macht von China nicht mehr entziehen. Zu viele große Blockbuster verdanken ihr filmisches Überleben den chinesischen Zuschauern, von denen es ja so zwei, drei mehr als bei uns gibt. Sie waren es, die schon „Pacific Rim“ den Arsch retteten, sie sind der Grund, warum in „Independence Day 2“ und Co. mehr und mehr chinesische Darsteller mitspielen (man schaue sich jüngst auch Filme wie „Rogue One“ oder „xXx 3“ an) und sie sind dann mit Sicherheit auch der Grund, warum ein Matt Damon zu diesem Film nicht „Nein“ sagen konnte. Während die Darsteller fast alle aus China stammen, wurde das Drehbuch von Amerikanern geschrieben: da hätten wir „World War Z“-Autor Max Brooks, Epen-Kenner Edward Zwick und Action-Experte Tony Gilroy (um nur ein paar zu nennen), die alle fleißig an dieser Geschichte gearbeitet haben.

Und ja, ihr merkt es vielleicht schon selbst: Wenn gefühlt ein halbes Dutzend Leute an einem Drehbuch schreiben, dann wird es etwas merkwürdig. Das ist dann leider auch bei „The Great Wall“ so. Die Story um merkwürdige Monster-Viecher, die alle 60 Jahre aus ihren Löchern kriechen, um ihre Königin zu füttern, ist wirklich nur schwer zu schlucken. Ganz zum Anfang wird uns noch in einem kurzen Text erzählt, dass es viele Legenden gibt, warum die Große Mauer gebaut worden ist. Nur ganz ehrlich, ein bisschen mehr hätte es dann ruhig sein können. Einfach nur Viecher, die dann stupide gegen die Wand rennen, ist nach gut anderthalb Stunden wenig aufregend.

Aber gut, wenn der Westen asiatische Fantasy-Geschichten erzählen will, klappt das halt nicht immer so gut (haben wir ja auch ein wenig an „47 Ronin“ gesehen). Immerhin ist mit Zhang Yimou ein großer, visueller Regisseur da, bei dem man Bombast erwarten kann. Nun ja, im Fall von „The Great Wall“ ist das relativ zu betrachten. Der meiste „Bombast“ bezieht sich auf riesige Wellen von CGI-Viechern, die nicht besonders gut aussehen. Wo man den Yimou-Faktor dann aber doch merkt, ist bei den chinesischen Soldaten: die rhythmisch besten Kriegstrommler geben einen Gänsehaut erzeugenden Beat für die Schlacht vor. Die einzelnen Truppen-Gattungen sind farblich von einander getrennt: da gibt es die Bungee-Jumping-Garde in Blau (die vielleicht merkwürdigste und dümmste Abteilung, die von der Mauer springt, um Viecher kaputt zu hauen), da gibt es Rot, Grün… alles ist da. Und sieht auch alles toll aus. Wie auch die mit Sicherheit nutzlosen, aber wunderschönen Waffen und Rüstungen, die für einen Fantasy-Film nicht besser hätten aussehen können.

Die Schlachten sind dann auch ziemlich cool anzuschauen, wenn man über die Theatralik (ich weise erneut auf die Bungee-Jumper hin), die gekonnten, aber auch etwas zu häufig eingesetzten Zeitlupen hinweg sehen. Da wird ordentlich gemetzelt und gemeuchelt. Und dann wird noch ein bisschen mehr gemeuchelt und gemetzelt. Mehr gibt’s dann an der Großen Mauer in „The Great Wall“ auch nicht zu tun.

Ein Matt Damon wirkt bei Zeiten etwas fehl am Platz und manchmal hat man das Gefühl, eine gewisse Hilflosigkeit in seinen Augen erkennen zu können. Ob das jetzt zu seiner Rolle gehört oder echt ist, darf sich jeder selbst aussuchen. Wesentlich unterhaltsamer war da schon der zum Sidekick verdonnerte Pedro Pascal, der mir wirklich gut gefallen hat.

„The Great Wall“ ist ein „nettes“ Fantasy-Spektakel. Muss man eigentlich nicht gesehen haben, aber irgendwie hat es mich dann doch ganz gut unterhalten. Zum Ende hin wird es alles noch ein bisschen verrückter, absurder und was nicht sonst alles, aber ich hatte irgendwie meinen Spaß. Und was man ja auch mal dazu sagen muss: Das 3D war tatsächlich mal wieder gutes 3D!

Wertung: 6 von 10 Punkten (nicht ganz der Bombast, den ein Yimou sonst hervorbringt, aber unterhaltsam)

Dumbledores Armee

1. Februar 2017

Es beginnt… vorbei ist die Zeit der sanften und seichten Kinderunterhaltung. Harry Potter ist erwachsen geworden. Es ist so gekommen, wie ich es mir gedacht habe. Immerhin ist der Tod eines Zauberschülers nichts, was man einfach so unter den Tisch kehren kann. Der Tod von Cedric in „Der Feuerkelch“ ist wahrhaftig ein Wendepunkt für die ganze Potter-Reihe, wie es scheint. Voldemort ist da, die Karten wurden neu gemischt, ein Sturm kommt auf und es wird ernst. Der Babyspeck ist nicht nur bei Daniel Radcliffe endgültig weg, sondern auch bei den Filmen selbst… und so geht es dann auch in „Harry Potter und der Orden des Phönix“ weiter.

Das Zauberministerium will die kommende Bedrohung durch Voldemort (Ralph Fiennes) vertuschen und schenkt Harrys Aussagen keinen Glauben. Schlimmer noch: es wird eine Mitarbeiterin des Ministeriums zur neuen Lehrerin in „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ ernannt, die diktatorisch durchgreift, Regeln fürs Zusammenleben aufstellt und Harry, Hermine (Emma Watson), Ron (Rupert Grint) und deren Freunde in den Untergrund zwingt, wo Harry sie auf den Kampf gegen Voldemort vorbereitet. Ach ja… und diese Dame heißt Dolores Umbridge (Imelda Staunton).

Zu viele süße Katzen… sie kann nur der Teufel sein.

Regisseur David Yates übernimmt die Arbeit hinter der Kamera für die Harry-Potter-Reihe, was sicherlich eine mutige Entscheidung war, hatte er bis dahin doch nur Fernseh-Erfahrung. Und dann gleich ein Riesen-Franchise, das er dann aber auch bis zum Ende begleiten wird. Was ich Yates schon mal hoch anrechne, ist die Tatsache, dass er den voll „kürzesten“ Potter-Film gedreht hat (bisher)… und siehe da, es funktioniert auch so (und ja, ich höre jetzt auch gleich wieder auf, über Laufzeiten zu reden).

„Der Orden des Phönix“ ist eine gute Fortsetzung zu „Der Feuerkelch“, weil das Erbe des Cedric Diggory weiterlebt. Hier knüpft endlich alles aneinander an. Die ersten drei Teile waren ja schon recht eigenständig, jetzt verzahnen sich die Filme langsam mehr und mehr mit einander. Das große Böse ist jetzt greifbarer, die Verschwörungen im Zauberministerium tiefgreifender als gedacht und die Geschichte wirkt allgemein einfach etwas packender.

Doch letztendlich wird „Der Orden des Phönix“ durch eine großartige, hassenswerte Frau dominiert: Imelda Staunton. Eine süße, kleine Dame im rosa Kostüm, die viele süße Kätzchen in ihrem Büro hängen hat und dennoch der Teufel in Person ist. Stück für Stück formt sie Hogwarts nach ihren Vorstellungen und wird zum Zauberdiktator, ohne auch nur einmal ihr nettes Lächeln verschwinden zu lassen. Hier haben wir ein Monster, das wirklich furchterregend ist… und irgendwie sogar einem Voldemort die Show stiehlt. Was dann auch wieder mein Kritik-Punkt wäre. Die Voldemort-Geschichte lässt weiterhin ein wenig auf sich warten. Zwar gibt es ein packendes Zauberfinale zwischen Gut und Böse (das mich irgendwie schon extrem an den Kampf zwischen Obi-Wan und Vader aus „Star Wars“ erinnert hat), aber noch hält sich ein Voldemort zurück.

Ich hoffe wirklich langsam, dass dieser Sturm in den nächsten Filmen endlich mal ein bisschen heftiger wird. Immerhin bin ich jetzt schon bei Film Nummer 5 angekommen und Voldemort hält sich immer noch bedeckt. Aber gut, irgendwie passt es ja trotzdem ganz gut zusammen. Immerhin wird seine Präsenz durch die Aktionen anderer deutlicher. Das ganze Potter-Universum bereitet sich mehr und mehr auf ihn vor. Und „Der Orden des Phönix“ zeigt uns die Auswirkungen des Erwachens des Dunklen Zauberers… und wir erfahren auch, dass Harry eng mit ihm verbunden ist, dass nur einer von den beiden am Ende überleben kann. Der Kampf hat nun wohl wirklich begonnen… „Winter is coming“ Potter-style!

Zu den Darstellern muss man ja eigentlich nichts Neues sagen. Imelda Staunton war super. Den rosa-roten Zauber-Hitler hat sie wirklich perfekt drauf und sticht alle anderen fast komplett aus. Radcliffe wächst mehr und mehr mit seiner Rolle. Emma Watson und Rupert Grint sind in diesem fünften Teil leider nur etwas mehr als Stichwortgeber für Radcliffe, aber hey… die Reihe gehört ja auch dem Potter. Ich fand’s tatsächlich mal interessant, Dumbledore (Michael Gambon) und auch Snape (Alan Rickman) ein bisschen mehr in Aktion zu sehen, da ich die beiden wirklich sehr mag und gerne ein bisschen mehr von ihnen sehen würde.

Alles in allem eine gute Weiterführung der Potter-Reihe, die Hoffnungen auf mehr „Feuer“ in den nächsten Filmen macht.

Wertung: 8 von 10 Punkten (diese Umbridge ist schon ein gutes Monster für die Potter-Reihe)