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Blumen und Zombies

15. April 2016

Ich hätte es ja wirklich nicht für möglich gehalten, dass ich „The Walking Dead“ noch einmal eine Chance geben würde. Nachdem ich ja die Comics wie ein Wilder verschlungen hatte (und es auch immer noch tue), fiel mir die Serie vor allem in der dritten Staffel echt schwer. Gerade weil die Geschichte rund um den Governor so extrem umgeschrieben wurde und mich gerade viele der Charakter-Entwicklungen echt genervt hatten… „The Walking Dead“ war mit Staffel 3 eigentlich gestorben. Ich war mir sicher, ich würde nie wieder auch nur eine Folge der Serie gucken – egal, wie gut man sie mir auch anpreisen würde. Aber wie hieß es schon bei Mr. Bond? „Sag niemals nie!“ und so habe ich mich tatsächlich von einem Freund breit reden lassen, dem ich vertraue… auch wenn er lange reden und viel Überzeugungsarbeit leisten musste, bevor ich mich tatsächlich dazu überwinden konnte, mich an die vierte Staffel der Zombie-Saga zu setzen.

Aber, wie ihr es wahrscheinlich schon richtig vermutet habt, kommt jetzt tatsächlich der Artikel, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich ihn schreiben würde. Willkommen bei „The Walking Dead“ Staffel 4, in der wir Rick Grimes (Andrew Lincoln) und seine Gruppe nach den Ereignissen mit dem Governor wiederfinden. Ein Teil der Gemeinde aus Woodbury lebt nun friedlich mit den Leuten aus dem Gefängnis… und alles scheint friedlich zu sein. Doch erst plagt ein tödliches Grippe-Virus die Überlebenden und dann taucht der Governor (David Morrissey) wieder auf…

Bereit zum Kampf…

Ich wurde vorgewarnt, dass die vierte Staffel nicht unbedingt stark beginnt und somit war ich gut vorbereitet… auf etwa vier Folgen, die in mir eigentlich die gleichen Gefühle regten wie damals die dritte Staffel. Diese Grippe-Episoden kommen nicht in den Comics vor und das merkt man ihnen leider auch sehr stark an. Sie wirken wie Füller, die die Staffel eigentlich gar nicht nötig hat. Statt fulminant zu starten, gibt’s… naja, das Übliche halt. Staffel Vier beginnt unspektakulär… und genau das haben wir wieder mein Problem mit der Serie und den Änderungen, die gemacht worden sind: Warum man eine so starke Grundlage so drastisch verändern muss, verstehe ich bis heute nicht so ganz. Und wenn man schon was verändert, dann doch wenigstens so, dass es wirklich gut funktioniert. Bis auf Carol (Melissa McBride) und Fan-Liebling Daryl (Norman Reedus) haben die Neuerungen nie wirklich für mich funktioniert… und so zieht sich auch die Grippe-Epidemie viel zu sehr und bietet nichts, was wir nicht schon gesehen hätten.

Aber irgendwie schafft man auch diese Folgen und dann taucht der Governor plötzlich wieder auf und der Comic-Fan in mir „freut“ sich auf den großen Knall. Wenn der Governor in den Comics das Gefängnis stürmt, geht da ordentlich die Post ab. Nur blöde, dass sich die Serie ja viele Freiheiten nimmt und da man ja schon so sehr abgewichen ist von der ganzen Woodbury-Story langweilt man uns mit zwei Rückblenden-Folgen ein wenig. Der Governor findet also neue Leute, die ihm dann auch noch sofort bedingungslos in den Kampf folgen. Das in nur zwei Folgen erklärt, fand ich ein bisschen mehr als nur fragwürdig und sorgte dann letztendlich auch dafür, dass ich den großen Kampf ums Gefängnis nicht so gut fand. Auch hier wäre man sauberer gefahren, wenn man sich mehr an die Comics gehalten hätte.

Irgendwann hat man aber auch das überstanden… und dann fängt die vierte Staffel tatsächlich an interessant zu werden. Denn jetzt schreiben sie nicht einfach nur die Comic-Handlung um, sondern erweitern sie gekonnt. In den Comics dreht sich nach der Gefängnisschlacht alles nur um Rick und Carl (Chandler Riggs), die von ihren Leuten getrennt werden. Auch in der Serie ist das ein wichtiger Bestandteil, doch gleichzeitig werden uns auch noch die „Irrwege“ der anderen Charaktere gezeigt, die sich irgendwann aber alle in Richtung des geheimnisvollen Terminus bewegen… ein Ort, der Sicherheit verspricht.

Diese ganzen Charakter-Folgen waren echt stark und boten den Machern genug Zeit, die einzelnen Darsteller auch mal losgelöst von der Gruppe agieren zu lassen. Die Figuren können sich so ein bisschen mehr entwickeln (gerade Carol beginnt hier ihre Metamorphose und wird vor unglaubliche Entscheidungen gestellt), mit wieder anderen kann man ein bisschen mehr in die Tiefe gehen (die Flashbacks zu Michonne waren ziemlich cool und auch die Daryl-Folge, in der man ein bisschen mehr über ihn erfährt, haben der Figur echt gut getan) und überhaupt wird das ganze Gefüge mal angenehm durcheinander gewürfelt. Das war für die Staffel und für die Serie an sich echt gut, bot es doch einfach eine gute Möglichkeit, um ein bisschen mehr Schwung reinzubringen.

Und schlussendlich gibt’s ein grandioses Finale, das einen geschockt und gespannt zurücklässt. Was so viel bedeuten soll, wie: Ich werde tatsächlich weiterschauen…

Wertung: 7 von 10 Punkten (ein holperiger Start wird auf einmal doch noch zu einer richtig guten Staffel)

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7 Kommentare leave one →
  1. 15. April 2016 08:15

    …und Staffel 5 ist dann wirklich ein richtiges Pfund!

    • donpozuelo permalink*
      15. April 2016 09:33

      Jupp… habe ich schon gesehen. Kritik gibt’s dann nächste Woche Freitag 😉

  2. 15. April 2016 08:50

    Ich kenne ja die Comics nicht, aber fand die vierte Staffel schon recht famos und die fünfte ebenso. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      15. April 2016 09:34

      Ich kann die Comics nur empfehlen. Gefallen mir immer noch einen Funken besser als die Serie… die aber mittlerweile auch echt gut geworden ist.

  3. 16. April 2016 19:05

    Stimme vollkommen zu. Nach der dritten Staffel war ich mit der Geduld schon ziemlich am Ende (konnte den Governor so gar nicht interessant finden), aber die Trailer hatten einen richtig düsteren Touch versprochen. Gut, der blieb dann vorerst aus und der blöde Messias-Komplex vom Gov wurde immer unerträglicher, weshalb ich die erste halbe Staffel damals in der Luft zerissen hatte. Aber dann… dann kamen die Solofolgen. Da haben sich so ziemlich die besten Charaktermomente eingefunden, die die Serie je hatte. Da haben sich die Macher ordentlich reingekniet. Fand ich ganz schön, nur bei Carol etwas zu hart und abgeklärt. (Liegt vllt. daran, dass sie zu meinen Favoriten zählt…). Glücklicherweise macht Staffel fünf später nicht mehr den selben Fehler wie S3 & 4 1/2: Zu lange an einem Ort wird irgendwann anstrengend zu gucken. Wird später etwas eleganter gelöst. Jedenfalls, das hat die Staffel doch deutlich nach oben reißen können und ich fand wieder den Grund, warum ich das so gerne gucke…

    • donpozuelo permalink*
      17. April 2016 22:27

      Ja, den Governor mochte ich auch wirklich nicht… und ich war auch echt froh, als seine Story-Line dann endlich wirklich vorbei war. Das hatte nicht den gleichen Knall wie in den Comics, aber es war erlösend… und die Solo-Folgen danach einfach nur spitze. Überhaupt fand ich sehr schön, dass sich die Macher halt nach dem Midseason-Finale wieder ein bisschen auf die guten alten TWD-Werte zurückbesonnen haben…

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