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Introvertierter Puppen-Fotograf

1. April 2019

Es klingt immer wieder wie eine Floskel: „Die besten Geschichten schreibt das wahre Leben! So unglaublich, dass es nur wahr sein kann!“ Blablabla… Wenn man nach dieser Logik gehen würde, sollten wir ab jetzt nur noch Filme haben, die auf wahren Begebenheiten basieren. Doch solche „Biopics“ sind nicht immer das, was man gerne sehen will. Schließlich soll Kino ja auch immer noch eine Form von Eskapismus bieten… immer nur die harten und krassen Geschichten sehen, die das Leben schreibt, würde auf Dauer wahrscheinlich zu heftig sein. Und dennoch sind natürlich auch die Filme, die auf wahren Begebenheiten basieren, sehenswert… vor allem, weil sie uns zeigen, was uns die wahren fiktionalen Filme schon lange erzählen: Die wahren Helden dieser Welt brauchen nicht zwingend ein Cape. Im Fall von „Willkommen in Marwen“ reichen schon ein paar Puppen und ein Fotoapparat.

Mark Hogencamp (Steve Carell) wurde von dummen Nazis in einer Kneipe halb tot geprügelt, weil er ihnen betrunken gestand, dass er gerne Frauenschuhe trägt. Mark entkommt nur knapp dem Tod, hat aber die meisten seiner Erinnerungen verloren und leidet psychisch stark unter dem Vorfall. Um irgendwie mit seinem Trauma zurechtzukommen, entflieht er in eine Fantasie-Welt: In seinem Garten baut er ein kleines belgisches Dorf nach, dass er Marwen nennt. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs stürzt hier der Fliegerpilot Cap’n Hogie (Steve Carell als animierte Puppe) ab… und gerät in die Fänge von fiesen (und dummen) Nazis. Zur Hilfe eilen ihm die Frauen von Marwen (die im wahren Leben Frauen sind, die Mark auf die eine oder andere Weise mit seinen Problemen geholfen haben): seine russische Hausfrau Anna (Gwendoline Christie) ist mit dabei, aber auch Carlala (Eiza González), die in der Bar arbeitet, in der auch Mark hin und wieder sauber macht. Als seine neue Nachbarin Nicol (Leslie Mann) einzieht, verliebt sich der introvertierte Mark in sie…

„Willkommen in Marwen“ ist ein sehr gelungener Mix aus Animationsfilm und Real-Film-Drama. Dabei ist der Film bei weitem nicht perfekt, aber trotzdem sehr sehenswert. In der „realen“ Welt brilliert ein umwerfend gut aufspielender Steve Carell, der in dieser Rolle einmal mehr beweisen kann, dass er nicht nur lustig sein muss, um gut zu sein. Ich meine, klar, dass hat er auch schon in Filmen wie „Foxcatcher“ gezeigt, aber „Willkommen in Marwen“ ist noch einmal eine ordentliche Steigerung für ihn. Carell trägt den Film mit all seinen emotionalen Höhen und Tiefen.

Was leider ein bisschen zu kurz kommt, sind die anderen Darsteller – hier wird der Film etwas dünn. Die Verbindungen der Frauen zu Marks Fantasien werden relativ schnell abgefrühstückt, so dass die Damen, die eigentlich das Wichtigste in Marks Leben sind, so gar nicht wirklich zur Geltung kommen… in der „realen“ Welt des Films wohlgemerkt. Dadurch funktioniert auch die kleine Liebesgeschichte zwischen Mark und Nicol nie so ganz. Da wird dann noch ihr Ex-Freund mit ins Spiel gebracht, den man sich aber für den Film komplett hätte sparen können.

„Willkommen in Marwen“ hat aber eine große Stärke, die die Schwächen der „Real-Story“ wieder wettmacht – und das ist der animierte Teil. Via Motion-Capture / Performance-Capture spielen sich die Schauspieler in der animierten Version alle selbst, was dann natürlich gut die Verbindung zur „Realität“ von Mark Hogencamp wiederspiegelt. Während die „Realität“ das Drama um Marks brutalen Überfall zeigt, ist die „Fantasie“ so eine Art Tarantino-eske Gewalt-Fantasie a la „Inglorious Basterds“. Cap’n Hogie ist hier auf die Hilfe der Frauen angewiesen, die ihr Dorf und den Cap mit aller Waffengewalt verteidigen. Das ist brutal und brutal-witzig, wenn die animierten Figuren wieder in die Realität wechseln und wir sehen, dass da doch noch nur eine Puppe in zwei Hälften geteilt wurde. Die Animationen sind überzeugen, die Geschichte, die hier erzählt wird, spannend und action-geladen. Vielleicht zu sehr… denn so wirkt dieser Mix etwas unausgeglichen, das Animierte zu sehr Tarantino, die Real-Verfilmung zu sehr nach… wer auch immer etwas zu stereotype Dramen mit noch dramatischeren Reden und viel Herz schreibt. Denn ja: Auch wenn man an diesem Film sicherlich einiges aussetzen kann, er geht doch ans Herz!

Wertung: 7 von 10 Punkten (animiertes Tarantino-Action-Abenteuer trifft auf Drama – und das basiert alles auf echten Begebenheiten)

TGIF XI: Wieder wütend!!!

29. März 2019

Neun Jahre lang schlummerte Godzilla den sanften Schlaf atomar verseuchter Monster und erholte sich von seiner ersten wilden Kino-Phase voller Monster, Aliens und merkwürdigen Gottheiten. Sein Abschied im Jahr 1975 von der Bildfläche war ja mit „Terror of Mechagodzilla“ genau richtig: Der Film war mies, den Leuten hinter der Kamera fiel offensichtlich wirklich nichts Neues mehr ein – es war also der perfekte Zeitpunkt, um das Monster wirklich einmal ruhen zu lassen. Doch 1984 hatte die Riesenechse genug geschlafen – und kehrte in „The Return of Godzilla“ (dt.: „Godzilla – Die Rückkehr des Monsters“) zurück. Aber ganz, ganz anders, als man sie noch in aus den letzten Filmen in Erinnerung hatte.

Ein Fischerboot gerät in der Nähe einer Vulkan-Insel in Seenot. Tage später findet der Reporter Goro Maki (Ken Tanaka) das Schiff… doch fast alle Besatzungsmitglieder sind tot. Eine riesige See-Laus hat sie ausgesaugt. Nur ein Seemann ist noch am Leben und erzählt von einem riesigen Monster, das aus dem Vulkan gestiegen ist. Der Seemann identifiziert das Monster später als Godzilla, doch die Regierung will eine Panik vermeiden und hält das Ganze geheim. Dann wird jedoch ein russisches Atom-U-Boot angegriffen… und sofort beschuldigt Russland die USA – um eine Eskalation und einen möglichen Krieg zu verhindern, offenbart die japanische Regierung dann doch die Existenz von Godzilla. Jetzt muss ein Plan her, das Monster zu besiegen. Die USA und Russland wollen es mit Atomsprengkörpern vernichten, doch ein Professor hat eine andere Lösung…

„The Return of Godzilla“ ist als direkte Fortsetzung zum Original-Godzilla gedacht. Hier wird quasi die Geschichte des Monsters noch einmal neu geschrieben. Vergessen sind erst einmal die wilden UFO-Stories, die verrückten Unterwasser-Völker und was nicht sonst noch alles, die Welt von Godzilla bevölkerte. „The Return of Godzilla“ will wieder etwas greifbarer sein, nicht ganz so gaga. Deswegen ist Godzilla in diesem Film auch wieder eine Echse, die gar nicht daran denkt, nett zu den Menschen zu sein. Stattdessen ist zu wütend und zerstörungsfreudig.

Was wirklich erfrischend ist, wenn ich ehrlich sein darf. „The Return of Godzilla“ fühlt sich wirklich wieder ein bisschen an wie das Original. Hier geht es nicht mehr nur um das Monster, viel interessanter ist das politische Hin und Her. Der Kalte Krieg wird hier voll ausgelebt, die Russen hassen die Amerikaner und umgekehrt und Atomwaffen sind für so ziemlich alles die Lösung. Und wenn wir die friedliebenden Japaner nicht hätten, würde die Welt in „The Return of Godzilla“ in einem gewaltigen Atomschlag vernichtet werden. Wie schon im Original wird im nunmehr 16. Film der Reihe eine deutliche Botschaft gesprochen: Atomwaffen können und werden nie eine Lösung sein. Diplomatie sollte nicht auf hitzigen Debatten basieren, sondern auf Fakten. Japan kommt in diesem Film richtig gut weg, aber hey… die Botschaft stimmt.

Es ist einfach mal schön, dass die Geschichte eines Godzilla-Films auch mal wieder wichtig ist – und dass sich darin dann auch zeigt, dass der Mensch das viel schlimmere Monster sein kann als die atomare Riesenechse. Dennoch ist „The Return of Godzilla“ auch ein Kaiju-Monster-Film… und deswegen macht das Riesenmonster auch wieder so einiges kaputt. Das sieht mittlerweile alles schon sehr viel besser aus als noch in den Vorgänger-Filmen. Zerstörung ist spektakulär in Szene gesetzt und endlich wird auch ein bisschen mehr mit der Größe des Monsters gespielt. Man sieht in diesem Film wirklich mal gut die Relationen in Nahaufnahmen. Das lässt Godzilla wirklich mächtig wirken.

Beinahe-Atom-Krieg, Riesenmonster, eine Supergeheim-Waffe und ein gut in Szene gesetztes Monster – die Reboot-Fortsetzung kann sich wirklich sehen lassen!

Wertung: 8 von 10 Punkten (eine viel bessere Fortsetzung als die eigentliche Fortsetzung)

Maschinengewehr-Extravaganza

27. März 2019

Es ist immer wieder bewundernswert, was Sylvester Stallone aus der Figur John Rambo gemacht hat. Wenn man sich an den ersten Film zurück erinnert, ist das ja sogar noch ein tiefgreifendes Drama über Kriegstraumata und den alleingelassenen Soldaten, der wie ein ungebrauchtes Werkzeug vergessen wird. Das ging noch richtig ans Herz, war zwar auch Action, aber eben auch was zum Nachdenken. Danach ging es doch irgendwie mit dem Tiefgang bergab. John Rambo wurde einfach zur Killer-Maschine, die man einschaltete, wenn man sie brauchte und wartete einfach ab, bis sich nichts mehr bewegt. „Rambo 2“ und „Rambo 3“ sind guilty pleasure, der dritte Teil sogar noch sehr viel mehr als Teil 2. Lange habe ich jetzt darauf gewartet, mir endlich „John Rambo“, den vierten Teil, anzuschauen. Jetzt habe ich endlich gesehen – und muss ja gestehen, dass der jetzt meine neue Nummer 2 dieser Reihe ist, denn „John Rambo“ ist einfach mal verdammt unterhaltsamer Hirn-Aus-Kram.

John Rambo (Stallone) hat sich – mal wieder – von der Welt zurückgezogen und verdingt sich als Schlangenfänger in Thailand. Eines Tages wird er von einer Missionarsgruppe (darunter auch „Dexters“ Frau Julie Benz) angesprochen, er möge sie doch mit seinem Boot nach Burma bringen, wo sie medizinische Hilfe leisten wollen. Macht der gute John auch… und bereut das schnell. Denn fiese Militärs entführen die Amerikaner und töten das ganze Dorf. Mit einer Gruppe von Söldnern (darunter einstiger Zwerg und jetziger Saints of Killers Graham McTavish) macht sich John Rambo auf den Weg, um die Missionare zu befreien.

Was soll ich noch groß sagen? Irgendwie hat Stallone ein Händchen dafür, seine alten Kult-Charaktere gekonnt wieder zum Leben zu erwecken. Mit „Rocky Balboa“ hat er sich ja seinerzeit selbst übertroffen – und irgendwie gelingt ihm das auch mit „John Rambo“. Natürlich darf man beide Filme nicht auf eine Stufe stellen. „Rocky Balboa“ war wirklich einfach ein großartiger Film, der seine Charaktere noch besser ausarbeiten konnte und der einfach einen wunderschönen und vor allem würdigen Abschluss für die Reihe geliefert hat. „John Rambo“ ist – wie schon erwähnt – einfach nur Hirn-Aus-Kino. Aber auf perfekte Art und Weise.

Über die Story müssen wir uns seit Teil 2 ja nicht großartig unterhalten – und das trifft auch auf den vierten Teil zu. Rambo kriegt seine Mission und los geht’s. Wer braucht schon mehr? In einer ekligen Intro-Szene etabliert Stallone die Grausamkeiten des burmesischen Militärs und macht deutlich, dass diese Leute es nicht anders verdient haben, als von John Rambo kaputt gemacht zu werden. In diesem Film herrscht noch schönstes Schwarz-Weiß-Denken. Wir wissen genau, wer böse ist und wer gut. Mehr braucht es da nicht. Charaktere sind in diesem Film auch nicht sonderlich wichtig, waren sie ja aber seit Teil 2 auch nicht wirklich. John Rambo ist einfach immer noch schwer gebeutelt und muss immer erst ein wenig angeschubst werden, bevor er loslegt. Doch wenn er dann mal loslegt, dann aber ordentlich – und noch nie hat er so ordentlich losgelegt wie in diesem Film.

Dieser Film ist in seinen Action-Sequenzen soooooooooo komplett übertrieben brutal, dass ich einfach nur die ganze Zeit laut gelacht habe. Schön ist aber, dass die Evolution des Rambo-Messers auch im vierten Teil noch weiter voran getrieben wird. In diesem Film schmiedet er sich sogar ein halbes Schwert (nur um es dann gar nicht so oft zu benutzen wie erhofft, aber ein paar Köpfe hackt er damit schon ab). „John Rambo“ ist blutig, blutig, blutig. Rambo reißt Leuten mal eben mit der Hand die Kehlen raus (okay, er macht es nur einmal, aber das ist schon krass genug), er sprengt Leute in die Luft und durchlöchert sie mit Pfeil und Bogen. Alles immer zack zack und äußerst präzise. Trotzdem ist Rambo in „John Rambo“ weniger aktiv als in seinen anderen Filmen, aber gut, so ein Sylvester Stallone wird halt auch nicht jünger. Deswegen verbringt er die letzten 15 Minuten einfach hinter einem aufgebockten Maschinengewehr und zerfetzt damit alles, was ihm in die Quere kommt. Das Ganze inszeniert Stallone dann blutig, blutig und nochmal blutig. Da fliegen die Gliedmaßen und Körper nur so durch die Luft. Da spritzt das Kunst- und CGI-Blut nur so durch die Gegend. Da steht Rambo wie eine Eins und mäht alles nieder. Ich habe herrlich gelacht über so viel Unsinn.

Ganz klar, dieser Film ist dumm wie Stulle, aber dabei unterhaltsam wie sonst was. Jetzt bin ich echt gespannt, wie Stallone das mit dem fünften Teil noch toppen will.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Rambo-Opa kämpft zwar nicht mehr so viel, tötet aber dreihundert Mal so viel wie früher)

Verliebte Drachen

25. März 2019

Kaum zu glauben, aber auf den ersten Blick bin ich mit meinen Animationsfilmen für dieses Jahr erst einmal durch. „The LEGO Movie 2“ habe ich gesehen und Ralphs Ausflug ins Internet auch. Von Disney erwarte ich dieses Jahr nicht wirklich was. „Frozen 2“ wird mit Sicherheit ein Riesenerfolg, aber schon der erste Teil war einfach nicht mein Fall. Von daher steht „Frozen 2“ nicht wirklich auf meiner Liste. Das Gleiche trifft auch für Pixar zu. Und jetzt muss ich ein Geständnis machen, das einige hier schockieren könnte. Ich kenne die „Toy Story“-Filme nicht wirklich, weswegen „Toy Story 4“ auch bei mir keine Priorität hat. Ich habe den ersten Film noch im Kino gesehen (ja, hier schreibt ein alter Mann), das war’s dann auch schon. Daher war mir nach „LEGO 2“ und „Ralph 2“ nur noch ein Animationsfilm wichtig… und das ist „Drachenzähmen leicht gemacht 3“.

Hicks (Jay Baruchel) und sein Drache Ohnezahn sind weiterhin (Achtung Wortspiel) Vorreiter, wenn es um Drachenreiten geht. (Danke, danke!) Gemeinsam mit ihren Freunden retten sie andere Drachen und sorgen dafür, dass ihr kleines beschauliches Berk mittlerweile ziemlich überfüllt ist. Da auf einmal fällt Hicks die alte Legende ein, von der sein Vater mal sprach (komisch, dass ihm das erst jetzt einfällt, aber okay…): Es gibt eine geheime Welt, in der die Drachen friedlich leben können. Da soll es nun auch hingehen… doch das Problem ist, dass der gefährliche Drachenjäger Grimmel es auf Ohnezahn abgesehen hat – und als Köder verwendet er eine weiße Nachtschatten-Dame, die Ohnezahn den Kopf verdreht.

Ich bin ja wirklich ein Fan der „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe, muss aber doch gestehen, dass mich Teil 3, der ja (möglicherweise, vielleicht, wahrscheinlich) den Abschluss der Reihe bildet, nicht so wirklich vom Hocker gehauen hat. Es ist immer noch ein toller Film, der auch sehr unterhaltsam ist, aber so richtig hat er mich jetzt einfach nicht getroffen. Ich hatte hier und da mal was von einem hoch emotionalen Abschluss der Reihe gelesen – also entweder ich bin wirklich ein Roboter mit einem kalten Motor, wo eigentlich ein Herz sein sollte oder ich habe die großen Emotionen verpasst. Selbst zum Ende des Films, wenn es dann tatsächlich emotional sein sollte, war jetzt nicht so berauschend.

Die Geschichte war nett, aber ich mochte zum Beispiel diesen Grimmel so überhaupt nicht. Der fühlt sich auch mehr wie ein Gegner an, den man schon im zweiten Teil ein bisschen hätte aufbauen können. Wo kommt auf einmal so ein gefährlicher Drachenjäger? Klar, das Konzept kennen wir schon aus Teil 2 der Reihe mit dem fiesen Drago… aber tatsächlich wäre es cool gewesen, diesen Grimmel früher schon ausgebaut gesehen zu haben. So ein bisschen wie ein Vader der „Drachenzähmen“-Reihe. So war er halt ein recht blasser Schurke mit Skorpion-Drachen.

Und wie gesagt, auch die ganze Lösung mit der geheimen Welt… hach… ich weiß auch nicht. Es wäre verdammt cool gewesen, wenn man das über die Filme verteilt schon hier und da immer mal wieder eingestreut hätte. Aber gut, klar… jetzt kann man so klugscheißen, wer hätte wahrscheinlich damals geahnt, dass sie mehr Drachen-Filme machen werden. Aber so fühlt sich Teil 3 einfach an, als wäre das ein Film, den man geiler hätte aufbauen können. Auf der anderen Seite reden wir hier ja auch immer noch über einen Kinderfilm… und dafür ist der ganz niedlich – auch wenn ich da das Ende ein bisschen komisch finde. Ohne jetzt zu viel zu spoilern: Ich hätte mir dieses etwas herangeklatschte Ende mit dem HUSTHUSTWIEDERSEHENHUSTHUST irgendwie anders gewünscht – einfach dass das mehr das richtige Ende mit mehr Potenzial gewesen wäre.

Wirklich süß war aber die ganze Story mit Ohnezahn und seiner Drachen-Dame. Da hat sich dann auch wieder gezeigt, dass man nicht viele Worte braucht, um verdammt witzig zu sein.

Versteht mich jetzt bitte nicht falsch: „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ ist ein niedlicher Film, der ein netter Abschluss für die Reihe ist, der unterhaltsam und spaßig ist – und der (möglicherweise, vielleicht, wahrscheinlich) einfach meinen hohen Erwartungen an diesen Teil nicht gerecht werden konnte.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ich bin mal gespannt, ob das wirklich das Letzte war, was wir von den Drachen im Kino gesehen haben)

 

TGIF X: Seepferdchen-Alarm

22. März 2019

Mein Godzilla-Jubiläum ist da und das auch noch mit einem Film, der das Ende der ersten großen Godzilla-Ära bedeutet. Lange bevor das MCU anfing mit seinen Phasen, hatte Godzilla das schon. Die erste Phase verlief von 1954 bis 1975 und wird die Showa-Phase genannt. Die umfasst die ersten fünfzehn Filme – angefangen beim Original-Godzilla von 54 bis zum Film, den ich euch heute vorstellen werde: „Terror of Mechagodzilla“. Damit endet nicht nur eine Ära, nein, damit verabschiedet sich auch Original-Godzilla-Regisseur Ishiro Honda von seinem Monster. Also gleich ein doppelter Abschluss. Aber natürlich ist der für Godzilla nur symbolisch, denn es folgen ja noch jede Menge andere Filme. Bleiben wir jedoch erst einmal bei „Terror of Mechagodzilla“, der direkten Fortsetzung zu „Godzilla vs. Mechagodzilla“.

Nachdem unser aller Lieblingsmonster es geschafft hat, Mechagodzilla zu besiegen, scheint alles erst einmal ruhig zu sein. Auf der Suche nach Trümmerteilen des Robo-Godzillas wird das Such-U-Boot von einem riesigen Seepferd ähnlichen Ungeheuer angegriffen: Die Gozilla-Reihe heißt damit Titanosaurus willkommen. Dieses Monster führt Interpol auf die Spur eines verrückten Wissenschaftlers, der schon vor Jahren von diesem Monster gesprochen hat. Angeblich ist dieser gute Mann aber schon lange tot… aber eben nur angeblich. Er erfreut sich des Lebens und arbeitet mit fiesen Aliens zusammen, die einen zweiten Mechagodzilla bauen, um mit dessen Hilfe endlich die Erde zu unterjochen und Godzilla zu besiegen.

Ganz ehrlich, ich bin froh, dass die Showa-Phase jetzt vorbei ist und ich hoffe einfach mal sehr stark, dass es in der nächsten auch mit weniger Aliens geht. Wenn ich Alien-Invasion sehen will, dann bleibe ich doch lieber bei „Akte X“. Diese ganzen Plots sind immer einfach nur furchtbar öde, weil sie auch nie wirklich mal ausgebaut werden. Es ist einfach nur böser Alien-Anführer hier, Menschen da… und am Ende können wir alle froh sein, dass wir ein friedfertiges Übermonster haben, das uns Menschen hilft.

„Terror of Mechagodzilla“ ist da leider nicht anders. Was aber noch erschwerend dazu kommt, ist die Tatsache, dass dieser Film im Vergleich zu seinem Vorgänger in allen Belangen ziemlich langweilig ist. „Mechagodzilla“ war von seinen Monster-Kämpfen echt verdammt unterhaltsam… „Terror of Mechagodzilla“ ist nicht einmal das. Das Seepferdchen-Monster war furchtbar unspektakulär. Wenn das Ding auf einmal anfängt, mit seinem Schwanz Wind zu fächeln, ist das nicht so aufregend.

Was ich „Terror of Mechagodzilla“ dann doch wieder zugutehalten muss, klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber im Monster-Film-Kontext nicht so sehr: Endlich finden die Kämpfe mal wieder in bewohnten Gegenden statt, sprich: Die Monster zerstören und zertrampeln endlich auch mal wieder Häuser. In letzter Zeit war alles immer auf riesigen freien Flächen. „Terror of Mechagodzilla“ führt die Monster wieder zurück in die Stadt und wir dürfen dabei zusehen, wie mühsam gebastelte Papp-Hochhäuser zertrampelt werden.

Aber wie gesagt, es ist trotzdem irgendwie nicht das Gleiche gewesen. Selbst Mechagodzilla fand ich hier nicht so cool wie noch in seinem Debütfilm. Irgendwie hat da einfach was gefehlt. Im ersten Teil war zumindest noch die Verwechslungsstory, hier ist er einfach da und fertig. Dazu kommt halt die wirklich öde Story mit den Aliens, die man nun wirklich immer und immer wieder schon genau so gesehen hat. Und ja, ich weiß, es klingt blöd, einem Monster-Film mehr Story abzuverlangen, aber das ist einfach nur faules Drehbuchschreiben.

Das dürften dann vielleicht auch alles Gründe sein, warum „Terror of Mechagodzilla“ an den japanischen Kinokassen nicht gut ankam und Toho das Monster-Kostüm erst einmal in den Schrank verbannte… für ganze 9 Jahre, bis dann mit „Return of Godzilla“ ein Neustart versucht wurde.

Alles in allem ist „Terror of Mechagodzilla“ eine schwache Fortsetzung für ein eigentlich ziemlich cooles Monster, denn Mechagodzilla ist schon verdammt cool. Dieser Film war aber selbst in seinen Monster-Kämpfen langweilig und damit verliert der Film dann auch seine letzte Daseinsberechtigung.

Wertung: 3 von 10 Punkten (Godzilla ruht sich jetzt erstmal aus… und startet dann hoffentlich gut neu durch)

Liam Neeson ist Mr. Plow

20. März 2019

Könnt ihr euch noch an Mr. Plow erinnern? Das war Staffel 4 Episode 9 von den „Simpsons“, damals zu einer Zeit, als die Simpsons noch gut waren, wie man mir so sagt. Von den aktuellen Sachen habe ich leider so gut wie gar nichts mehr gesehen, deswegen kann ich nicht wirklich mit sprechen. Aber wir kommen vom Thema ab: Mr. Plow. Homer kauft sich einen Schneepflug und befreit erfolgreich die Straßen vom Schnee. Dafür bekommt er sogar eine Auszeichnung vom Bürgermeister und was nicht alles. Und an genau diese Episode musste ich die ganze Zeit bei Liam Neesons neuestem Ausflug ins Action-Genre denken, denn „Hard Powder“ ist ein bisschen die Liam-Neeson-Version von Homers Mr. Plow.

In dem kleinen Örtchen Kehoe sorgt Nels Coxman (Neeson) dafür, dass die Straßen befahrbar sind. Mit seinem Schneepflug ist er ständig unterwegs, um den Schnee wegzuräumen. Er ist gerade deswegen ein angesehenes Mitglied der kleinen Gemeinden und wird sogar zum Mann des Jahres der Stadt ausgezeichnet. Doch dann stirbt sein Sohn auf einmal an einer Überdosis Heroin… Coxmans Leben zerbricht und er steht kurz vorm Selbstmord. Dann jedoch erfährt er, dass sein Sohn von Viking (Tom Bateman) getötet wurde, seines Zeichens Drogenbaron der Gegend. Wutentbrannt macht sich Coxman nun daran, seinen Sohn zu retten… und geht dabei natürlich über Leichen.

„Hard Powder“ ist wirklich Simpsons „Mr. Plow“ trifft auf „96 Hours – Taken“. Regisseur Hans Petter Moland führt hier beim Remake seines eigenen Films Regie und hätte sich mit Liam Neeson eigentlich keinen Besseren aussuchen können. Denn wie gesagt, seit „Taken“ spielt Neeson ja gefühlt nichts anderes mehr. Jeder Schauspieler, der sich für die Rolle als Liam Neesons Film-Kind anmeldet, sollte mittlerweile wissen, dass das nicht gut ausgehen kann. Das ist so ein bisschen wie mit Sean Bean: Der Filmtod ist schon vorprogrammiert. Aber egal… Hauptsache, Liam Neeson darf einmal mehr seine besonderen Fähigkeiten zur Schau stellen. Und hey, irgendwie steht ihm diese Rolle einfach. Ich kaufe ihm sofort ab, dass er der nette Nachbar von nebenan ist, der dir auch mal hilft, wenn dein Wagen nicht anspringen will… und der dich im Notfall halt auch einfach mal umbringt, wenn du seine Familie bedrohst. Das ist halt der Zauber des Liam Neesons, das ist tatsächlich seine besondere Fähigkeit.

Abgesehen von Neeson hatte ich aber so meine lieben Probleme mit „Hard Powder“. Zum einen ist das einfach mal der langsamste Action-Film aller Zeiten. Wie die Bewohner des verschneiten Örtchens Kehoe schleicht auch der Film in aller Gemütlichkeit seinem Finale entgegen. Da wird lieber einmal mehr die schöne Landschaft in Szene gesetzt als das es so richtig zur Sache geht. Versteht mich nicht falsch, das ist nicht verkehrt, aber für so einen Action-Film dann irgendwann doch arg entschleunigt. Zwar sind die Gewalt-Ausbrüche, wenn sie dann kommen, ordentlich und gut in Szene gesetzt, aber dazwischen wird erst einmal eine ruhigere Kugel geschoben. Bloß nicht hetzen, lautet hier die Devise.

Zum anderen hat „Hard Powder“ einen etwas eigenwilligen Humor, den ich manchmal sehr mochte und manchmal auch nicht. Das Abhaken der Opfer und Coxmans interessante Entsorgungsvariante waren schon sehr witzig. Wen ich etwas merkwürdig fand, war Tom Bateman, der eine etwas seltsame Version von einem Schurken gespielt hat – irgendwo angesiedelt zwischen Parodie und Wahnsinn. Bateman macht seine Rolle gut, es ist vielmehr die Rolle, die ich nie so richtig greifen konnte. Und dann gab’s da noch diese ewig langen „Family Guy“-Witze, die bei mir nur selten punkten: Gerade zu Beginn, als Coxman seinen Sohn identifizieren soll, braucht ein Mitarbeiter im Leichenschauhaus mal gut und gerne 9 Minuten, um den Leichnam auf die richtige Höhe zu stellen. Das ist dann vielleicht der trockene skandinavische Humor, aber manchmal war der mir in diesem Film etwas zu merkwürdig.

Ich hatte immer ein bisschen das Gefühl, dass Regisseur Molland bei seinem Remake nicht so ganz wusste, ob er eher einen komischen Rache-Film machen möchte oder einen ernsthaften. Für mich schwankt dieser Film ein bisschen zu sehr in seiner Tonalität… ich habe jetzt leider keinen Vergleich zum Original, aber das Remake hat mich jetzt nicht so vom Hocker gehauen.

Wertung: 5 von 10 Punkten (ordentliche Action, ordentlicher Liam Neeson, alles etwas zu langsam)

 

Zerstörte Zerstörerin

18. März 2019

Es ist immer irgendwie etwas schwierig einen Film zu beurteilen, der im Vorfeld mehr oder weniger nur dadurch beworben wird, wie krass abgefuckt Darsteller XY darin aussieht. Heftigster Fall von sowas ist so gefühlt jeder Film mit Christian Bale. Zuletzt mit „Vice“ in vollgefutterter Version und ganz schlimm war es ja zu „The Machinist“ in ausgehungerter Version. Ich kann mich an nichts mehr von diesem Film erinnern – außer daran, wie schlimm Bale darin aussieht. Viel mehr kann man dazu auch nicht sagen. Aktuell habe ich dieses Problem mit Karyn Kusamas neuestem Film „Destroyer“. Egal, wo man hinschaut, überall liest man nur, wie heftig Nicole Kidman da aussieht. Wie heruntergekommen und fertig, bla bla bla… gefühlt spricht niemand über den Film an sich, sondern nur über die Darstellerin und ihren „Mut zur Hässlichkeit“. Dass „Destroyer“ aber auch mehr kann als nur eine „hässliche“ Nicole Kidman geht dabei fast unter.

Polizistin Erin Bell (Kidman) wird zu einem Mordfall herbeigezogen. Das Opfer ist der Polizei unbekannt, vom Mörder fehlt jede Spur. Doch Erin meint zu wissen, wer der Mörder ist. Ab jetzt verfolgen wir sie dabei, wie sie versucht, den Mord aufzudecken und decken dabei auch ihre Vergangenheit auf. Vor Jahren war sie zusammen mit ihrem Partner Chris (Sebastian Stan) undercover in der Gang von Silas (Toby Kebbell). Bei einem Banküberfall ging aber irgendwas schief, was Erins Leben nachhaltig beeinflusst hat… und weswegen sie jetzt immer noch verzweifelt versucht, Silas ausfindig zu machen.

Mir ging es bei „Destroyer“ weniger um Nicole Kidman, sondern vielmehr um die Frau hinter der Kamera: Karyn Kusama. Die hat sich 2015 mit dem unglaublich guten Thriller „The Invitation“ einfach in mein Herz gefilmt. Das ist ein wahnsinnig toller Film, den ich nach wie vor nur jedem wärmstens empfehlen kann. Dieser Film fängt so gut Paranoia und Unwohlsein ein – grandios. Unbedingt nachholen, wenn ihr den noch nicht gesehen habt. Deswegen war für mich halt auch klar, dass ich unbedingt „Destroyer“ schauen muss, denn Kusama hat zumindest mit „The Invitation“ bewiesen, dass sie ein Händchen für gute Filme hat.

Ohne Frage, „Destroyer“ ist ein guter Film… der nur leider etwas zu langatmig geworden ist. Die Geschichte, die Kusama uns erzählt, ist super spannend. Erins Gegenwart und Vergangenheit werden immer wieder gekonnt ins Spiel gebracht und so baut sich langsam ein Bild von den Geschehnissen ab, die deutlich machen, warum Erin so verzweifelt auf der Suche nach Silas ist. Auf der einen Seite ist „Destroyer“ klassischer Detektiv-Film, bei dem brav einem Hinweis nach dem anderen nachgegangen wird. Auf der anderen Seite ist es auch eine sehr persönliche Geschichte über Verlust und Leid. Erins Ermittlungen sind spannend in Szene gesetzt, doch dann stolpert Kusama manchmal über ihre eigene Erzählweise.

Ein Beispiel nur: Erin sucht in der Gegenwart einen Informanten, den sie aus ihrer Undercover-Zeit kennt. Sie bekommt einen Hinweis, wo der sich aufhält. Direkt danach kommt es zu einer Rückblende, in der ein merkwürdiger Silas eben diesen Informanten mehr oder weniger dazu zwingt, Russisch Roulette zu spielen. Das Problem an dieser eigentlich sehr tragischen Szene ist die Tatsache, dass wir als Zuschauer schon längst wissen, dass der Typ überlebt. Erin soll ihn ja in der Gegenwart treffen. Dennoch spielt Kusama diese Szene in aller Ruhe aus… klar, wir erleben die Panik der Gang-Mitglieder, wir leiden mit dem Informanten und wir wundern uns über diesen merkwürdig-impulsiven und manipulativen Silas, aber dennoch ist so ein bisschen das Feuer aus der Szene raus. Und ähnliche Beispiele ziehen sich durch den ganzen Film, der dadurch an vielen Stellen einfach künstlich gestreckt wirkt.

Zwischendurch kommt noch eine in meinen Augen eher überflüssige Story mit Erins Tochter Shelby (Jade Pettyjohn), die jedes Mal den eigentlichen Film unterbricht und einen aus der Story haut. Als ob Erin Bell nicht durch ihre eigene Vergangenheit genug gestraft ist und wir sie schon als menschliches Wrack kennenlernen, versucht Kusama mit dieser Nebenhandlung noch einmal einen drauf zu packen. Wäre irgendwie nicht nötig gewesen. Mir hätte die ganze Ermittlungsstory vollkommen gereicht. Denn die ist wirklich spannend, liefert gute Action und tolle Darsteller.

Natürlich ist Kidman da allen um Weiten voraus. Sie spielt sich wirklich die Seele aus dem Leib und es hilft natürlich, sie so zerrüttet und kaputt zu sehen. Sebastian Stan macht sich als Nicht-Superheld ebenfalls ziemlich gut und Toby Kebbell meistert einfach mal den merkwürdigen Psychopathen.

„Destroyer“ ist ein guter Film, der einfach mal eine halbe Stunde oder so zu lang ist. Das zieht einen so ein bisschen raus, schmälert aber nicht die tollen Darsteller-Leistungen. Kusamas Rückblenden-Gangster-Drama ist sehenswert, fordert aber etwas Sitzfleisch.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Kidman ist in Bestform, Kusama nicht so ganz)

TGIF IX: Robo-Doppelgänger

15. März 2019

Außerirdische scheinen das Ding für die Godzilla-Reihe zu sein. Immer wieder kommen irgendwo aus dem All irgendwelche Wesen, die die Erde zerstören wollen. Ich hoffe, es kommt irgendwann nochmal ein Film, in dem Godzilla sich auf eine Rakete schwingt und die Aliens auf ihrem Heimatplaneten besucht. Für diese Film-Reihe wäre das auch nicht einmal zu abwegig, die haben schon verrückteren Kram aus ihrem Godzilla-Hut gezogen. Es darf also niemanden wundern, dass es auch in Godzilla Nummer 14 wieder einmal um böse Außerirdische geht, die versuchen wollen, die Erde zu erobern. Dieses Mal kommen sie aber nicht mit Gigan oder King Ghidorah. Nein, dieses Mal haben sie einen Robo-Doppelgänger von Godzilla namens Mechagodzilla… und darf ich gleich zu Beginn sagen, dass  mir „South Park“ dieses Monster schon jetzt ein bisschen durch Halloween-Folge kaputt gemacht hat, in der Barbara Streisand zu einer Art Mechagodzilla wird… aber das nur am Rande.

In „Godzilla vs. Mechagodzilla“ hat eine Priesterin eine Vision von einem Monster, dass eine Stadt zerstört. Das daraufhin nicht allzu große Panik ausbricht, liegt wohl daran, dass dieses Film-Japan mittlerweile Monster gewöhnt ist. Doch die Prophezeiung einer uralten Kultur kann der Vision der Priesterin etwas mehr Ausdruckskraft verleihen: „Wenn ein schwarzer Berg in den Wolken erscheint, wird ein Monster kommen und die Welt zerstören, aber wenn der rote Mond unter- und die Sonne im Westen aufgeht, werden zwei Monster kommen und die Menschheit retten!“ Und wie es sich für so eine Vorhersage gehört, wird sie auch wahr… Mechagodzilla taucht auf, aber zum Glück erscheint auch Godzilla und nimmt den Kampf auf. Ihm zur Hilfe eilt dann später auch noch das Monster King Caesar.

Vor „Godzilla 14“ muss ich mich tatsächlich verneigen, denn dieser Film hat es geschafft, mich an der Nase herumzuführen (auch wenn ich es natürlich hätte besser wissen müssen). Anders als seine Vorgänger liefert „Godzilla vs. Mechagodzilla“ schon nach knapp 20 Minuten einen ersten Monsterkampf: Godzilla vs. Anguirus. Und da war ich erst einmal etwas platt und verwirrt. In Teil 2 der Godzilla-Reihe haben diese beiden sich ja wirklich nichts geschenkt, aber seitdem sind die doch WG-Genossen auf Monster Island. Ausgerechnet diese Zwei hauen sich aber in „Godzilla vs. Mechagodzilla“ zu Brei. Doch Anguirus verletzt Godzilla und darunter blitzt Metall… der fiese Doppelgänger hat seinen ersten Auftritt, der echte Godzilla taucht auf und die beiden kloppen sich. Doch kurz war ich tatsächlich verwirrt, warum Godzilla auf einmal wieder böse geworden ist… ich Dummerchen.

Danach ist dann aber erst einmal Feierabend. Stattdessen bekommen wir wieder hochtalentierte Schauspieler, die in einer tiefgründigen Geschichte versuchen, Aliens und „Indiana Jones“ zu balancieren. Vielleicht hätte man George Lucas und Steven Spielberg vor „Indiana Jones 4“ Teil 14 von Godzilla zeigen sollen, damit sie wissen, dass das nicht funktioniert. Regisseur Jun Fukuda gibt sich zwar echt Mühe, den üblichen Alien-Kram mit der „Schatzsuche“ aufzuwerten, aber es will ihm einfach nicht gelingen. Und so wartet man auch diesen Mist fleißig ab, um endlich ordentliches Monster-Gekloppe zu bekommen.

Das ist dann wieder mal ziemlich unterhaltsam… auch wenn ich diesen Flohzirkus King Caesar echt verdammt peinlich fand. Der sieht einfach nur scheiße aus… aber immerhin nicht ganz so scheiße wie der Flohzirkus King Kong, gegen den Godzilla in Teil 3 kämpfte. Caesar hätten sie sich echt sparen können… immerhin hat Godzilla ja genügend coole neue Fähigkeiten… wie etwa die, sich durch Blitze elektrisch aufladen zu können, um dann später zu einem Elektro-Magneten zu werden. Jupp… das passiert hier wirklich.

Abgesehen von neuen Super-Godzilla-Fähigkeiten ist der Kampf aber auch so sehr unterhaltsam. Vor allem weil Transformer-Godzilla ordentlich austeilt. Mechagodzilla ist ein cooler Gegner und ich bin sehr gespannt, schließlich taucht er schon im nächsten Teil wieder auf. Offensichtlich muss auch das damalige Publikum Gefallen an ihm gefunden haben.

„Godzilla vs. Mechagodzilla“ beeindruckt durch einen aufregenden Monster-Fight und den Bemühungen, die Alien-Story ein bisschen aufzupeppen. Gelingt zwar nicht so ganz, ist aber auch irgendwie unterhaltsam. Man muss diese „Kreativität“ irgendwie schon loben… ich bin schon jetzt gespannt, was man mir noch so auftischen wird 😊

Wertung: 7 von 10 Punkten (Robo-Godzilla ist cool… ich hoffe, den werden sie ins neue MonsterVerse irgendwann auch mal einführen)

Die (heimliche) Nummer 1

13. März 2019

Ich wünschte mir manchmal, ich wäre im wahren Leben so risikofreudig wie mit meiner Filmauswahl. Ich weiß, ich weiß, das ist ein blöder Vergleich, aber es ist ja nun mal so. Allgemein gehe ich lieber drei Mal auf Nummer Sicher, aber im Kino traue ich mich dann auch schon mal was… was habe ich schon groß zu verlieren – außer meinem Geld und meiner kostbaren Zeit??? #FirstWorldProblems Und jetzt muss ich auch zugeben, dass ich selbst im Kino mehr auf Nummer Sicher gehe, aber dann und wann wage ich doch mal was (was mich bis jetzt trotzdem noch nicht dazu gebracht hat, mich mal in eine Sneak-Preview zu trauen). Obwohl ich jetzt mit „Vice“ ja auch ein zu großes Risiko eingegangen bin, ist ja schließlich ein Adam-McKay-Film, da kann man auch nichts falsch machen. Also gut, damit habe ich mich selbst als großen Risiko-Kino-Freund widerlegt und höre jetzt einfach auf damit.

Mit „Vice“ erzählt uns McKay die Geschichte des einstigen Vize-Präsidenten Dick Cheney (Christian Bale), der sich – angetrieben durch seine Frau Lynne (Amy Adams) – durch die Ränke der Republikaner arbeitet, erst als Assistent von Donald Rumpsfeld (Steve Carell), dann als Verteidigungsminister unter Präsident George W. Bush sr., bevor er dann später für dessen Sohn (Sam Rockwell) zum Vizepräsidenten wurde.

Adam McKay erzählt uns auf ziemlich ironische Art und Weise, wie ein einzelner Mann über die Jahre hinweg die Politik beeinflusste, wie ein einziger Mann sich über einen unwissenden Präsidenten hinwegsetzte und die traurige Gunst der Stunde des 11. Septembers 2001 ausnutzte, um einen Krieg vom Zaun zu brechen. McKay macht  das ähnlich wie schon bei „The Big Short“ auf sehr unterhaltsame, wenn auch  einseitige Weise. Natürlich bauscht er Dick Cheney hier auch gewissermaßen zu einem Helden auf, der sich ja eigentlich nur die Dummheit der anderen zunutze machte, um seine eigenen Wege zu gehen. Wenn man sich mit der Politik der Zeit auskennt, könnte man sicherlich am Ende ein paar mehr Fragen haben, aber das ist ja auch gut so. Am Ende schafft McKay mit „Vice“ eine Sache, die er schon mit „The Big Short“ geschafft hat: Er macht auf unterhaltsame Weise neugierig.

Man sieht diese unglaublichen Menschen, die Unglaubliches machen und möchte es eigentlich in die Welt der Fantasie versetzen. Doch es ist die Wahrheit – für einen lustigen Film natürlich spannend verkürzt und kompakt erzählt. Aber das macht McKay aus: Er beweist auch hier wieder sein Gespür für Komik, sein Gespür für Timing, sein Gespür dafür, den Zuschauer nicht zu sehr zu über-, aber auch nicht zu unterfordern.

Dazu hat McKay einfach mal wieder eine perfekte Besetzung gefunden. Christian Bale ist als Christian Bale gerade mal noch in den ersten paar Minuten des Films zu erkennen. Danach wird er dank Oscar prämierter Masken und seiner verrückten Method-Actor-Methode, sich den Cheney-Bauch anzufressen, wirklich zu einem anderen Menschen. Amy Adams, Steve Carell (ein McKay-Veteran, der für mich immer Brick Tamland sein wird) und Sam Rockwell sind ebenfalls einfach nur echt verdammt sehenswert – vor allem Rockwell verleiht Bush jr. eine echt komödienhafte Debilität, die einen ganz schön bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

Alles in allem ist „Vice“ jetzt sicherlich kein gemütlicher Sonntagabendfilm, aber es ist mal wieder ein schön überspitztes Beispiel dafür, wie viel Macht doch manchmal einige Personen haben, von denen man es gar nicht vermutet hätte.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Politik-Stunde der unterhaltsamen Stunde, die aber auch ein wenig wachrüttelt)

Marvels Super-Saiyajin

11. März 2019

Ich lese gerade die Dragon Ball Mangas… und bin erstaunt, wie viel ich NICHT über diese Reihe wusste. Klar, ich hatte mal hier und da eine Folge im Fernsehen gesehen, aber das war’s eigentlich auch  schon. Zumal die sich da ja eh nur Folge um Folge anbrüllen, bevor es dann nach 10 Folgen oder so endlich mal zu einem (!) Schlag kommt. Ich wusste nicht, dass Son-Goku ein Außerirdischer ist, der gar nichts von seiner wahren Vergangenheit weiß und dass selbst Gott in diesen Mangas nur ein Außerirdischer ist. Wie komme ich jetzt auf den ganzen „Dragon Ball“-Kram? Nun ja, weil sich Marvels 21. Film „Captain Marvel“ ein bisschen wie eine schlechte Version von „Dragon Ball“ anfühlt.

Die Kree-Kriegerin Vers (Brie Larson) ist Mitglied der Kampfeinheit von Yon-Rogg (Jude Law). Bei einem Einsatz gegen die Skrulls, eine feindliche Alien-Rasse von Formwandlern wird Vers gefangengenommen… aber warum??? Die Skrulls versuchen verzweifelt, etwas in Vers‘ Erinnerungen zu finden. Vers kann sich befreien und versucht den Skrulls zuvor zu kommen… in dem sie dorthin fliegt, wo ihre bruchstückhaften Erinnerungen sie hin führen: Auf die Erde. Dort landet sie zur Zeit der 90er Jahre, trifft auf einen „jungen“ S.H.I.E.L.D.-Agenten namens Nick Fury (ein digital verjüngter Samuel L. Jackson) und versucht mit ihm, die Geheimnisse ihrer Vergangenheit zu enthüllen und die Invasion der Skrulls zu stoppen.

Es gibt leider nicht sonderlich viel positives über „Captain Marvel“ zu sagen… und das tut mir auch ein bisschen in der Seele weh. Ich glaube, seit „Iron Man 2“ habe ich keinen derart langweiligen Marvel-Film mehr gesehen. Aber dazu komme ich gleich… fangen wir kurz mit den positiven Sachen an: 1) Der Film beginnt mit einer wunderschönen Hommage an der verstorbenen Stan Lee. 2) Ich fand’s schön, dass die Origin-Story-Formel mal durch die Amnesie-Geschichte etwas aufgepeppt wurde. Wir erleben unsere Heldin nicht erst als „Normalo“, sondern schon als fast fertige Kämpferin, die sich nach und nach daran erinnert, was mit ihr geschah.

Doch genau in dieser Vorangehensweise liegt das größte Problem von „Captain Marvel“… und ich kann wirklich nicht glauben, dass ich den Spruch von gefühlt Tausenden von Marvel-Nörglern an dieser Stelle selbst bringen muss: Captain Marvel ist einfach zu stark. Und das Problem des Films ist, dass sie es von Anfang an ist. Diese Heldin durchläuft nie so wirklich die Heldenreise. Sie kann zu früh schon fast alles und später wird sie dann einfach wirklich zu einem Super-Saiyajin und ist noch krasser als zuvor. Eine Kollegin auf Arbeit beschrieb es noch passender: Sie hat keine Schwächen! Captain Marvel ist einfach wirklich unantastbar. Mein bester Freund beschrieb sie nach dem Film als eine Heldin, die wie Superman ist nur ohne die Kryptonit-Schwäche. Und leider, leider stimmt das alles. Sie ist zu stark, sie ist zu mächtig und irgendwie prallt alles nach kurzer Zeit bei ihr ab. Anders als ihre bisherigen Kollegen im MCU braucht Captain Marvel nie wirklich  lange zweifeln und wir als Zuschauer müssen uns um sie auch nie wirklich große Sorgen machen, denn sie bekämpft auch mal eben alleine eine Überzahl an Gegner ohne auch nur einen einzigen Kratzer abzubekommen.

Apropos Kratzer: „Captain Marvel“ ist auch ein bisschen wie „Solo – A Star Wars Story„. Es dichtet Dinge zu bekannten Sachen dazu, die wir nun als den Ursprung aller Dinge nehmen müssen. Ich war immer von Nick Furys Narbe fasziniert und der Frage, wie er wohl sein Auge verloren hat. „Captain Marvel“ liefert nun eine Antwort… aber eine, die ich lieber nicht bekommen hätte. Da war das Geschehen in meinem Kopf viel spannender. Und als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, bekommen wir auch eine Antwort auf die nie gestellte Frage, warum die „Avengers“ nun eigentlich „Avengers“ heißen… das war alles irgendwie nicht nötig.

Dazu kommt einfach auch noch, dass die Witze in diesem Film irgendwie nie so richtig funktionieren wollen. Jeder One-Liner, der Brie  Larson über die Lippen kommt, wirkt extrem erzwungen und leider auch deplatziert. Selbst die Action-Sequenzen sind nur „nett“ – vor allem zum Ende wird es dann richtig schlimm, wenn eine echt schlechte CGI-Captain-Marvel durch die Lüfte saust. Da ging dann das ganze Budget doch eher dafür drauf, dass Samuel L. Jackson jünger aussieht.

Die flache Story schadet dann auch einfach mal den Darstellern. Ich mag Brie Larson und ich mag sie auch in der Rolle, aber sie kommt nie so wirklich zum Zug sich mal verausgaben zu können. Das Gleiche gilt für Jude Law, der ziemlich gelangweilt durch den Film stapft und auf Inspiration wartet.

Dieser Film wirkt nicht richtig durchdacht. Am Ende hätte ich es lieber gehabt, sie hätten „Captain Marvel“ zum ersten Mal in „Avengers: Endgame“ eingeführt. So wie DC es damals mit Wonder Woman in „Batman v Superman“ gemacht hat… und danach hätte man Captain Marvel dann einen ordentlichen Film bescheren können. So ist „Captain Marvel“ ziemlich belanglos… eine schnelle Einführung einer Heldin, die in ihrem eigenen Film gar nicht so richtig zur Geltung kommt.

Wertung: 5 von 10 Punkten (da hätte ich von Marvel doch was Besseres erwartet – gerade mit den Voraussetzungen und den Darstellern)