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Kristall-Aliens aus einer anderen Dimension

31. Juli 2019

Ich bin Indiana-Jones-Fan der ersten Stunde. Kaum hatte ich damals in jungen Jahren den ersten Film gesehen, war ich gepackt. Mein persönlicher Favorit bleibt zwar nach wie vor „Der letzte Kreuzzug“, weil der einfach wirklich in allen Dingen perfekt ist, aber ich gucke nach wie vor gerne alle Filme. Alle Filme beinhaltete bislang aber nur die ersten drei. Schließlich sitzt die Enttäuschung von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ noch sehr tief. Meine Güte, was habe ich mich damals gefreut, als es hieß, George Lucas und Steven Spielberg würden gemeinsam mit Harrison Ford in der Hauptrolle noch einmal einen Indiana-Jones-Film drehen. Doch dann im Kino kam die Katastrophe… und seitdem habe ich den vierten Teil gemieden. Jetzt jedoch ist die Zeit gekommen… mich diesem Monster noch einmal zu stellen. Könnte ja sein, dass ich den Film falsch in Erinnerung habe. Es sind schließlich elf Jahre vergangen…

Ende der 50er Jahre: Indiana Jones (Harrison Ford) gerät an die üble KGB-Agentin Irina Spalko (Cate Blanchett). Wegen der Begegnung mit ihr und ihren Schergen bezichtigt man Indy, ein Doppelagent zu sein. Er verliert seine Professur und entscheidet sich daraufhin, die Stadt zu verlassen. Am Bahnhof lernt er jedoch Marlon-Brando-Möchtegern Mutt Williams (Shia LaBeouf) kennen, der ihm erzählt, dass ein alter Bekannter von ihnen, Professor Oxley (John Hurt), in Gefahr ist. Der suchte nach einem Kristallschädel… und so macht sich Indy nun mit Mutt auf die Suche nach dem Schädel und Oxley. Dabei stoßen die beiden einmal mehr auf die Russen und auch auf Indys einstige Flamme Marion Karen Allen.

Eine positive Sache muss ich vorweg sagen… die erste Stunde hat mich wider Erwarten doch noch recht gut unterhalten. Das hatte ich schon gar nicht mehr so in Erinnerung. Ja, ich kann sogar mit Indy, dem Kühlschrank und der Atomexplosion leben, denn ein bisschen albern und abgedreht waren die Indy-Filme ja schon immer. Schließlich schwebte er einst mit einem Schlauchboot sicher durch die Lüfte. Warum also nicht ein Kühlschrank? Abgesehen von Shia LaBeouf, der wirklich von Anfang an nur nervig ist, war auch die Peru-Nummer in dem Gefängnis und später auf dem Friedhof noch interessant… da wirkt „Indy 4“ auch noch ein bisschen wie ein alter Indiana-Jones-Film. Doch nach knapp einer Stunde beginnt dann das Grauen.

Alles ab dem Urwald ist dann doch einfach zu viel des Guten. Der Degenkampf mit Van-Damme-Spagat zwischen zwei Autos ist noch grenzwertig. Schlimm wird es, wenn Shia LaBeouf plötzlich mit Äffchen Dschungelbuch spielt. Grausiger geht trotzdem noch… dieses Mal in Form von Menschen fressenden Riesenameisen. Später überwinden wir dann drei Wasserfälle direkt hintereinander und überleben den Angriff gefährlicher Ureinwohner. Der endgültige Todesstoß ist dann aber doch wirklich die ganze Erich-von-Däniken-Alien-Nummer. Das war und ist gruselig und einfach nur schlecht. Um es so ein bisschen wie Indiana Jones wirken zu lassen, suchen wir natürlich El Dorado, nur um dann am Ende zu erfahren, dass die Ureinwohner unter Schatz eben auch Wissen verstehen. Natürlich… dann doch lieber die Bundeslade oder den heiligen Gral.

Ich ärgerte mich damals und ich ärgere mich jetzt noch: Warum hat man nicht einen der gefühlt hundert Romane verfilmt, die das Indy-Universum wirklich mit tollen Geschichten bereichert haben? Warum musste es merkwürdige Aliens in einer langweiligen Story sein? Warum nur???

Harrison Ford liefert zwar noch eine gute Leistung ab, obwohl ich mich echt frage, wie das wohl sein wird, wenn wirklich noch „Indiana Jones 5“ 2021 in die Kinos kommen soll. Womit es der Film aber zusätzlich verkackt, sind alle anderen Charaktere. Shia LaBeoufs Mutt ist einfach nur langweilig. Die ganze Vater-Sohn-Geschichte kommt auch nicht so wirklich zum Tragen. Karen Allens Rückkehr ist zwar schön, aber sie bleibt einfach zu sehr im Hintergrund, als das man damit wirklich was anfangen kann. Cate Blanchett als KGB-Witzfigur funktioniert für mich überhaupt nicht. Das ist einfach nur eine Katastrophe.

Alles in allem hat mich die Erinnerung doch nicht getäuscht. Der Anfang ist noch ganz okay, aber danach wird es schnell ziemlich schlimm. Da fehlt der Geist von Indy, da fehlt das Abenteuer-Feeling, da fehlt einfach alles. Ist es denn wirklich so schwer, einen guten Abenteuer-Film auf die Leinwand zu bringen? „Tomb Raider“ ist letztens erst daran gescheitert… vielleicht wird es ja noch was mit einem „Uncharted“-Film, der es besser macht. Indy hat dieses Mal aber auf jeden Fall versagt.

Wertung: 4 von 10 Punkten (der schwächste Indy-Film und ein Schlag ins Gesicht der Fans…)

Pika Pika

29. Juli 2019

Meine Pokemon-Zeit ist eigentlich schon lange vorbei. Dabei weiß ich noch, dass ich mich lange dagegen gewehrt habe, überhaupt irgendwas mit diesen Taschenmonstern anzufangen. Zu einer Zeit, in der die Viecher einfach überall waren, war das schon eine kleine Meisterleistung… lange gehalten hat meine kleine Rebellion jedoch nicht. Ich glaube, meine erste Version für den Gameboy war die Gelbe Edition, in der man direkt mit Pikachu durch die Gegend läuft… und meine Güte, was war ich gefesselt von diesem Spiel! Ich konnte nicht genug bekommen und musste sie einfach alle haben. Doch auch das war eine Phase, die irgendwann ihr Ende fand… bis ich den ersten Trailer zu „Detective Pikachu“ sah. Sofort kamen die guten alten Erinnerungen wieder auf – plus, der Film sah vielversprechend aus. Jetzt habe ich ihn endlich gesehen… meine Begeisterung für Pokemon konnte er (zum Glück) nicht wiederbeleben.

Tim Goodman (Justice Smith) wird nach Ryme City gerufen. Sein Vater Harry ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ryme City ist eine riesige Stadt der Moderne, in der Pokemon und Menschen friedlich koexistieren. Das ist zumindest die Vision, die ihr Gründer Howard Clifford (Bill Nighy) einst hatte. Dessen Forschungslabor war jedoch Bestandteil von Harrys Ermittlungen. Das erfährt Tim, als er mit Hilfe der jungen Reporterin Lucy (Kathryn Newton) Nachforschungen anstellt… und mit der Hilfe von Pikachu (Ryan Reynolds), dem Pokemon seines Vaters, das Tim komischerweise verstehen kann.

„Detective Pikachu“ ist ein Film, der definitiv an ein jüngeres Publikum gerichtet ist (oh Wunder!!!). Das spiegelt sich vor allem in der vermeintlichen Kriminalstory wieder. Statt wirklich Rätsel zu lösen, kehrt der Film einfach alle zehn Minuten zum Ort von Harrys Unfall zurück… und jedes Mal bekommen wir durch irgendeine tolle Technologie ein kleines bisschen mehr zu sehen, bis sich dann alles endlich zu einem großen Bild zusammenfügt. So wirklich viel Detektiv steckt also leider nicht in „Detective Pikachu“, aber gut… es soll jetzt halt auch kein knallharter Thriller sein, sondern eben ein unterhaltsamer Kinderfilm. Von daher passen die „Ermittlungen“. Es verläuft schnell und bleibt interessant, ohne mit zu vielen Erklärungen zu nerven.

Die Charaktere sind dabei recht austauschbar, auch wenn sich Justice Smith alle Mühe gibt, seinem doch etwas eindimensionalen Tim mehr Tiefe zu verleihen. Immerhin kennt sich Smith ja damit aus, gegen „Monster“ zu spielen. Wir kennen ihn als den IT-Fritzen aus „Jurassic World 2“, jetzt darf er andere Wesen jagen. Und ja, die Taschenmonster machen in diesem Film schon sehr viel Spaß. Zu meiner großen Freude konzentriert sich „Detective Pikachu“ noch ein wenig mehr auf die Monster der alten Generation… so kannte ich dann wenigstens auch noch die meisten von ihnen. Aber natürlich ist das zum Glück alles keine Pflicht, die Viecher in und auswendig zu kennen.

Regisseur Rob Letterman muss man es zudem zu gute halten, dass er es wirklich gut schafft, die Pokemon natürlich in den Film zu integrieren. Sie sind da, sie machen ihr Ding als wäre es das normalste auf der Welt. Wir werden jetzt auch nicht überflutet mit Monstern, sondern bekommen alles in guten Dosen.

Großer Pluspunkt des Films ist natürlich das Titel gebende Pikachu. Also erst einmal möchte ich festhalten, wie unglaublich knuffig das ist. So wunderbar flauschig und niedlich und awwwwwww… Die Animationen sind wirklich gut in diesem Film. Wie schon gesagt, die Pokemon wirken sehr natürlich, aber gerade bei ihrem Titelhelden haben sich die Macher echt verdammt viel Mühe gegeben… und sie haben Ryan Reynolds als Sprecher. Das macht’s dann… Deadpool spricht Pikachu, ist Koffeinsüchtig und nicht abgeneigt, mal den ein oder anderen Witz zu reißen.

„Detective Pikachu“ ist kurzweilige Unterhaltung, die sehr von Ryan Reynolds Pikachu lebt.

Wertung: 6 von 10 Punkten (niedlich, nett, Pika Pika)

TGIF XXVII: Mechagodzilla-City

26. Juli 2019

Film Nummer 31 der Toho-Godzillas, meine persönliche Nummer 27. Nach dem Ende der glorreichen Live-Action-Filme mit „Shin Godzilla“ quäle ich mich jetzt gerade durch Tohos Anime-Version von „Godzilla“. Dabei liegt die Betonung auf „quäle“. Mit dem 30. Film der Reihe „Planet of the Monsters“ lieferte das Studio einen viel versprechenden Anfang für die Netflix-Trilogie, auch wenn es nur wenig Action gab. Die Idee hinter dem Film war aber schon sehr interessant, weswegen ich große Hoffnungen in Teil 2 hatte: „Godzilla 2: City on the Edge of Battle“. Leider ist dieses Mittelstück ein ziemliches Schnarchfest… und einer der unspektakulärsten Godzilla-Filme aller Zeiten.

Nachdem Haruo und sein Team Godzilla im ersten Teil besiegen konnten, werden sie von einem 300 Meter großen Monster überrascht: Das ist der originale Godzilla, der zehntausende Jahre geschlummert hat und nun erwacht ist. Haruos Vorgesetzte wollen die Erde verlassen, doch der junge Commander setzt sich durch. Wenn man den kleinen Godzilla besiegen konnte, muss das auch bei dem großen funktionieren. Zumal Haruo und sein Team auf Menschen gestoßen sind, die in dieser Umgebung überlebt haben: Der Stamm der Houtua lebt unterirdisch und betet eine Gottheit an (die, mal so ganz nebenbei, ganz schwer auf Mothra hindeutet). Interessanterweise ist es aber der eigentlich im ersten Teil kurz erwähnte (weil schnell zerstörte) Mechagodzilla, der helfen soll. Sein intelligentes Nano-Metall hat auf der Erde eine riesige Stadt gebaut, mit deren Hilfe die technisch versierten Außerirdischen (ihr erinnert euch bestimmt noch an die) einen Weg finden wollen, um den Riesen-Godzilla zu töten.

„City on the Edge of Battle“ ist zum Einschlafen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin bei der Hälfte weggepennt und musste dann am nächsten Tag noch einmal zehn Minuten zurück gehen, um das Verpasste aufzuholen. Problem: Wirklich viel verpasst hatte ich nicht. Von den 100 Minuten, die Teil 2 lang ist, gehen wirklich ohne Mist 80 Minuten für merkwürdiges Nano-Metall-Gelabere der Aliens drauf. 80 Minuten lang in denen wirklich nichts von Bedeutung passiert, in denen der Film mehr als nur gemächlich vor sich hinplätschert. Wir bekommen ein bisschen was vom Stamm der Houtuas zu sehen, aber warum und wieso die all die Jahre überlebt haben, wird nicht so ganz deutlich. Dennoch: Die Vorfreude auf Mothra steigt (und wird dann hoffentlich in Teil 3 belohnt).

Schlimmer ist aber dieser ganze Mechagodzilla-City-Kram. Toll… da hat sich nun also eine intelligente Stadt entwickelt, die aber in der ganzen Zeit nicht wirklich was gegen die Monster gemacht hat, sondern nur brav gewartet hat, bis seine Schöpfer wiederkommen. Ich meine, das es einen Mechagodzilla gab, wird im ersten Teil mal in einer kleinen Sequenz erwähnt. Einmal kurz nicht aufgepasst und man hätte das auch verpassen können. Und jetzt auf einmal wird das wieder wichtig. Wäre für mich ja okay gewesen, wenn ich dann wenigstens einen Kampf Mechagodzilla vs. Godzilla zu sehen bekommen hätte. Deren erster Kampf 1974 war ja schon cool… aber für den Anime war’s das mit Mechagodzilla. Der spielt jetzt lieber Stadt… und statt Action bekommen wir halt über eine Stunde langweilige Erklärungen von Charakteren, die mir auch in Teil 2 nicht egaler sein könnten.

Ich meine, es gibt einen Kuss zwischen Haruo und Yuko… ist mir aber ehrlich gesagt ziemlich egal. Die Charaktere haben weiterhin kein wirkliches Eigenleben, keine Tiefe, kein Nichts. Und da soll es mich jetzt noch interessieren, ob die sich lieben oder ob die sich stundenlang unterhalten??? Äh, nein… „City on the Edge of Battle“ langweilt einen förmlich zu Tode, weil einfach nichts passiert – und dennoch bleibe ich dabei, dass die Idee hinter diesen Animes schon ziemlich cool ist. Blöd ist nur, dass der Riesengodzilla in diesem Film zu kleinsten Nebenfigur wird. Gefühlt sehen wir ihn 3 Minuten. Und wirklich in Action nur selten… überhaupt ist das große Finale dann laut und knallig, aber wenig spektakulär.

Bleibt nach wie vor nur die Hoffnung, dass nach diesem Schnarchfest Teil 3 mehr zu bieten hat. Immerhin wird uns Ghidorah angeteasert und eben auch Mothra… das könnte dann vielleicht wieder was werden.

Wertung: 2 von 10 Punkten (Gähnzilla schläft bei seinem eigenen Film ein)

 

Alte Liebe rostet nicht!

24. Juli 2019

Seth Rogen ist für mich nicht unbedingt der RomCom-Typ. Tatsächlich mehr der Kiffer-Komödien-Typ… oder eben auch der Typ hinter „Preacher“. Und vor allem der Typ mit dem vielleicht merkwürdigsten Lachen aller Zeiten. Aber definitiv nicht so wirklich der Typ für eine romantische Komödie, wirkt er doch immer eher wie der lustige Side-Kick für den Typen in einer romantischen Komödie. Und nachdem ich jetzt gefühlt 3000 Mal „Typ“ geschrieben habe, sollte vielleicht auch klar sein, dass ich Seth Rogen nicht so ganz greifen kann. Er ist dieser rundliche, bärtige, lustige Typ… mittlerweile muss ich gestehen, dass ich ihn als Produzenten eher zu schätzen weiß (siehe den Verweis zu „Preacher“). Jetzt möchte mich Seth Rogen (ja, mich ganz allein 😛 ) davon überzeugen, dass er das Zeug dafür hat, der leading man in einer RomCom zu sein. Ein long shot, wie der Amerikaner sagen würde… und deswegen heißt sein Film auch passend „Long Shot“.

Fred Flarsky (Rogen) ist ein Journalist mit Überzeugung… und weil er die mit Eifer vertritt, kündigt er seinen Job, als der Medien-Mogul Parker Wembley (Andy Serkis) die Zeitung kauft, für die er schreibt. Sein bester Freund Lance (O’Shea Jackson) versucht ihn aufzumuntern und nimmt ihn zu einer Party mit… dort trifft Fred seine alte Jugendliebe Charlotte (Charlize Theron) wieder. Die ist gerade dabei, sich auf die Kandidatur für das Amt des Präsidenten vorzubereiten und stellt Fred als Redenschreiber ein. Natürlich kommt es, wie es kommen muss… und es funkt zwischen den Beiden.

Tja… da haben wir das Ding also nun… „Long Shot“… ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht so wirklich, was ich schreiben soll. Der Film war nett… aber gerade mich als eingeschworenen RomCom-Liebhaber hat das Ganze nie so richtig abgeholt. Dabei ist die Geschichte an sich ja ganz charmant… gerade weil es auch mal ein eher untypisches Leinwand-Pärchen ist. Wir reden hier immerhin von Charlize Theron, die sich in Seth Rogen verliebt. Nicht unbedingt das klassische Pärchen… und Regisseur Jonathan Levine versucht sich auch daran, diese Gegensätze auszuspielen. Hier und da gelingt ihm das auch, aber so richtig wollte bei mir der Funke einfach nicht überspringen.

Vielleicht war es auch dieser etwas merkwürdige politische Unterton, den eine Komödie mit einer Politikerin in der Hauptrolle nun einmal mit sich bringt. So ganz hat das nie gepasst… vor allem diese idealistische Vorstellung von Fred und die Realität, der sich Charlotte tagtäglich stellen muss. Da streiten sie sich dann, weil sie Kompromisse eingehen muss, um etwas zu erreichen und er ist trotzdem aufgebracht und wütend, weil sie ihre Ideale verkauft hat. „Yeah, willkommen in der Politik, lieber Fred. Das geht da schneller als du denkst… und dabei bist du doch angeblich so ein kluges Köpfchen!“ Das hat nicht immer so gut gepasst, dennoch liefert der Film auch in diesem Bezug hier und da gute Dialoge und eine interessante Sichtweise auf die Werte und Prinzipien ihrer Charaktere… nur das das eben für das RomCom-Genre ein bisschen sehr weich gespült wird.

Charlize Theron und Seth Rogen haben eine gute Chemie, dafür dass sie dieses ungewöhnliche Pärchen spielen. Und irgendwie passen sie für diesen Film ganz gut zusammen. „Dank“ Seth Rogen darf der Humor unterhalb der Gürtellinie natürlich auch nicht fehlen, aber zum Glück hält sich der in Grenzen. Und trotzdem… ach, so ganz kann ich es nicht greifen, aber so richtig abgeholt hat mich das alles dennoch nicht. Es war nett, aber mehr auch nicht. Irgendwie auch schade, dass Andy Serkis es auch nie wirklich schafft, mal nur sich vor der Kamera zu zeigen, sondern immer in irgendeiner Maskerade versteckt ist. Bob Odenkirk als Präsident war witzig… und ich war am Ende sehr froh, dass sich der Film nicht auf die „Orange Man bad“-Schiene begibt.

Alles in allem ein netter Film, aber es ist auch nicht so schlimm, wenn man ihn verpasst.

Wertung: 6 von 10 Punkten (plätschert nett vor sich hin… mehr auch nicht)

Zerstörerische Selbstfindung

22. Juli 2019

Es kommen immer mal wieder Filme in mein Leben, die zum richtigen Zeitpunkt bei mir den richtigen Nerv treffen. Das sind so Filme, bei denen ich mir manchmal denke, dass sie zu einem ungünstigeren Zeitpunkt nicht so in meiner Gunst gestanden hätten. Vielleicht, und das ist jetzt mal ganz esoterisch gedacht, ist das filmisches Schicksal. Oder es ist einfach nur emotionaler Kram, den man in seinem aktuellen Leben mit sich rumschleppt, sich unterbewusst genau den Film heraussucht, der gerade dazu passt und schon fängt man an, schicksalshafte Umstände zu sehen. Wie auch immer, ich hatte letztens wieder so ein Erlebnis mit einem Film, der eigentlich gar nicht so besonders ist, aber mich dennoch irgendwie genau an der richtigen Stelle getroffen hat. Die Rede ist von „Demolition“ mit Jake Gyllenhaal.

Davis Mitchell (Gyllenhaal) ist ein erfolgreicher Investmentbanker, der mit einem Schlag alles verliert. Bei einem Autounfall stirbt seine Frau Julia (Heather Lind)… doch so wirklich trauern kann Davis nicht. Da regt ihn schon mehr der kaputte Süßigkeiten-Automat im Krankenhaus auf, weswegen er der Firma lange Beschwerde-Briefe schreibt, in denen er mehr über sein eigenes Leben schreibt als über den Automaten. Durch die Briefe wird ihm bewusst, dass er seine Frau eigentlich nie wirklich geliebt hat, dass sein Leben irgendwie stumpf und sinnlos ist… und das er nicht weiter weiß. Überraschenderweise meldet sich jemand von der Automaten-Firma: Karen (Naomi Watts), in der Davis schnell eine Art Seelenverwandte findet, ist sie doch auch unzufrieden mit dem was in ihrem Leben passiert. Durch sie und vor allem ihren Sohn Chris (Judah Lewis) findet Davis bald eine Lösung: Dinge kaputt machen…

Eins gleich vorweg: „Demolition“ ist keine RomCom. Der Film kratzt zwar an einigen Stellen hart an diesem Genre (allein das Wort „Seelenverwandte“ lässt ja schon arg darauf schließen), aber dennoch geht es nie darum, dass Davis und Karen zusammenkommen. „Demolition“ ist Davis‘ Film, sein Weg zur Selbstfindung, sein Weg, um seine wirklichen Gefühle zu erkunden – auch wenn das nur durch die Zerstörung von Dingen und u.a. seinem Haus geht.

Dabei muss ich gestehen, dass „Demolition“ jetzt nicht sonderlich viel neu macht. Im Gegenteil, „Dallas Buyers Club“-Regisseur Jean-Marc Vallée kratzt viele Klischees an: Davis‘ Schwiegereltern, die ihn nicht mögen; Karens Beziehungsprobleme; Chris‘ eigene Selbstfindungsprobleme. In jedem dieser Dinge steckt eigentlich genügend Stoff für eigene Filme, aber leider kann all das nur kurz angerissen werden. Es sind schließlich nur Weg-Markierungen auf Davis‘ Selbstfindung… und dennoch sind sie passend platziert. Wie gesagt, es geht in diesem Film hauptsächlich um Davis. Die Probleme der anderen zwingen ihn dazu, zu reflektieren. In einem seiner Briefe schreibt Davis, dass er das erste Mal klar sieht, dass seine Augen offen sind und er anders wahrnimmt als sonst. Das schreckliche Ereignis, der Tod seiner Frau, hat ihn quasi wachgerüttelt, aus seinem Trott gebracht und jetzt muss er sich erst einmal wieder in dieser für ihn scheinbar neuen Welt zurechtfinden. Dieser Weg der Trauerbewältigung war für den Film schon irgendwie sehr passend.

Wodurch „Demolition“ all diese Elemente mit einer starken Glaubwürdigkeit tragen kann, ist durch die Darsteller. Allen voran natürlich der großartige Jake Gyllenhaal, der echt viel Spaß bei diesem Dreh gehabt haben muss – also wegen all der Dinge, die er die ganze Zeit kaputt hauen darf. Davon aber mal abgesehen, liefert „Demolition“ Gyllenhaal die Möglichkeit, die ganze Bandbreite seines Könnens auszuspielen – von depressiven, eingeknickten Davis zum erleuchteten neuen Mann, der auch mal einfach mitten auf der Straße tanzen kann und sich nicht darum schert, was andere denken. Gyllenhaal passt großartig in die Rolle des Davis und schafft es so, mit Hilfe der wunderbaren Nebendarsteller, aus „Demolition“ ein interessantes Stück Selbstfindungskino zu machen. Ich habe zwar nie „Eat Pray Love“ gesehen, aber vielleicht ist das mit „Demolition“ gleichzusetzen – nur das das die Art Selbstfindungsfilm ist, die sich doch eher an ein männliches Publikum richtet: Selbstfindung durch das Zerstören von Dingen 😉

Wertung: 8 von 10 Punkten (starker Gyllenhaal, starker Cast, starker Soundtrack und viel Zerstörung führen zu einem interessanten Selbstfindungstrip)

TGIF XXVI: Weltenzerstörer

19. Juli 2019

Nach meinen Ausflügen in eine Welt der etwas anderen Godzillas und Zillas komme ich nun wieder zur natürlichen Reihenfolge der Toho-Filme zurück. Mit „Shin Godzilla“ verabschiedete das Studio sich ja mehr oder weniger von der Kinoleinwand mit seinem Kultmonster. Vertraglich sind sie nämlich an Hollywood gebunden, erst wieder einen Original-Godzilla nach 2021 zu liefern. Damit „Godzilla: King of the Monsters“ und nächstes Jahr dann auch „Godzilla vs. Kong“ für sich stehen können. Doch Toho hat ein kleines Schlupfloch gefunden und produziert trotzdem weiterhin Filme rund um das atomar verseuchte Riesenwesen. Nur jetzt halt animiert… und sogar angelegt als Trilogie. Den Anfang macht dabei „Godzilla: Planet of the Monsters“ (übrigens der 30. Toho-Godzilla-Film!!!!)

Für den Inhalt muss ich dieses Mal etwas weiter ausholen… Im 20. Jahrhundert tauchen auf der Erde immer mehr Monster auf und verwüsten zunehmend die Städte der Menschen. Doch kein Monster ist so schlimm wie Godzilla. Wie es sich für Toho gehört, tauchen zu diesem Zeitpunkt auf einmal Außerirdische auf – ein religiöses Alien-Volk und eines, das auf Technik baut. Leider können auf die nicht weiterhelfen. Stattdessen wird der Planet von Menschen und Aliens ver- und Godzilla überlassen. Gemeinsam machen sich die Überlebenden auf den Weg zu einem anderen Planeten. Der erweist sich nach ewiger Reise aber doch als nicht bewohnbar… und  nach 22 Jahren beschließen die Menschen, wieder zur Erde zurückzukehren. Auf der sind aber mehr als 10.000 Jahre vergangen… und schnell müssen die Weltall-Reisenden feststellen, dass sich ihre alte Heimat stark verändert hat… und Godzilla immer noch dort auf sie lauert.

Die Idee von „Planet of the Monsters“ finde ich mega-cool. Tatsächlich macht Regisseur Kobun Shizuno mit seinem Co-Regisseur Hiroyuki Seshita mal etwas ganz Neues mit unserem Lieblingsmonster. Er lässt es wirklich zum König der Monster und vor allem zum König der Erde werden. Ich muss zwar gestehen, dass ich mir fast gewünscht hätte, das Aufkommen der Monster nicht nur in einer kurzen Montage, sondern als ganzen Film zu sehen… aber hey, das wäre ja dann wieder irgendwie das Gleiche gewesen. So wird „Planet of the Monsters“ eine interessante Sci-Fi-Story, die Grenzen auslotet, die sich im Real-Film-Bereich vielleicht nicht so einfach hätten umsetzen lassen können.

Leider ist unsere neue Erde dann erst einmal nicht soooo sonderlich sehenswert. Alles ist hier in grau und grau gehalten. Der Planet heißt jetzt zwar irgendwie „Planet of the Monsters“, aber auch das täuscht ein wenig. Neben Godzilla lernen wir erstmal nur so merkwürdige Drachenwesen kennen, die nicht sonderlich spektakulär sind. Dafür aber ist immer das wichtigste Monster in animierten Stil ziemlich gut gelungen. Der animierte Godzilla ist schon ein ordentliches Monster… und Shizuno und Seshita inszenieren den Kaiju wirklich gekonnt. Wenn Godzilla da aus den Nebelschwaden stapft und sich wie ein Berg vor einem auftürmt, sieht das schon furchteinflößend aus.

Wo es allerdings so richtig hapert, ist bei den Menschen und Aliens. Im ersten Teil der Trilogie zeichnet sich nur der junge Captain Haruo Sakaki heraus, der einen Groll gegen Godzilla hegt, der seine Eltern umgebracht hat. Haruo ist ein Haudegen, der alles tun will, um das Monster zu vernichten. Das ist aber auch schon alles. Es gibt noch viele andere Charaktere, die einem aber nie wirklich näher gebracht werden und so schnell in Vergessenheit geraten. Ich hoffe, dass sich das im Verlauf dieser Trilogie noch ändern wird. Die Story rund um die Menschen muss auf jeden Fall noch stärker werden… allerdings verspricht da ja schon die Post-Credit-Scene des Films zumindest ein bisschen mehr.

Insgesamt hat mich das Konzept hinter „Godzilla: Planet of the Monsters“ schon sehr überzeugt, die Umsetzung war dann teilweise noch etwas holperig. Der Animationsstil ist klassisch Anime, die Action ist manchmal etwas wirr und nicht unbedingt so aufregend wie sie hätte sein können. Da ist noch ein bisschen Luft nach oben… was hoffentlich in Teil 2 dann zu sehen sein wird.

Wertung: 6 von 10 Punkten (der animierte Godzilla lieferte wirklich spannende neue Ansätze, die nicht voll genutzt werden)

Beatles-Blackout

17. Juli 2019

Anfang des Jahres habe ich mir eine Gitarre gekauft, meine allererste Gitarre. Ziel ist es, das Ding zum Ende des Jahres zumindest so gut zu beherrschen, dass ich „Hous of the Rising Sun“ von The Animals drauf spielen kann. Dann kam jedoch mein „toller“ Bandscheibenvorfall dazwischen… und die gute Helena (jede Gitarre braucht einen Namen, habe ich von B.B. King gelernt, der seine Lucille nannte) verstaubte traurig im Schlafzimmer vor sich hin. Mittlerweile geht es mir wieder etwas besser und ich übe wieder fleißig. Wer weiß, vom Blogger zum Singer-Songwriter… Geschichten, wie sie das Leben schreibt 😉 Um eine nicht weniger absurde Geschichte geht es auch im neuesten Film von Danny Boyle: „Yesterday“.

Während auf der gesamten Erde für 12 Sekunden der Strom ausfällt, wird der erfolglose Singer-Songwriter Jack Malik (Himesh Patel) von einem Bus angefahren. Er verliert zwei Zähne, die Welt verliert sehr viel mehr. Wie Jack nach seinem Krankenhausaufenthalt erschreckend feststellen muss, kennt niemand die Beatles. Es ist, als hätte die Band niemals existiert… nur Jack kann sich an sie und ihre Songs erinnern. Daraufhin fasst der Sänger einen Plan: Er nimmt die Songs der Beatles auf und verkauft sie als seine eigenen. Seine Managerin Ellie (Lily James) hilft ihm… und schon bald wird Jack zur Berühmtheit, nicht zuletzt dank seines neuen Mentors Ed Sheeran (Ed Sheeran) und seiner neuen eiskalten Managerin Debra (Kate McKinnon).

Stellt dir vor, du wachst auf und keiner kennt die Pilzköpfe. Das ist die Prämisse von Danny Boyles „Yesterday“. Warum dieser Vorfall passiert, erfahren wir nie. Es ist einfach so. Alles andere bleibt fast gleich… Jack findet immer mehr Sachen heraus, die in dieser neuen Realität fehlen. Doch nichts ist so schwer wiegend wie das fehlen der 4 Jungs aus Liverpool. Danny Boyle macht daraus eine locker-leichte Musik-Komödie… und punktet vor allem durch die Musik (d’uh) und seine Darsteller. Alles andere bewegt sich in Recht vorhersehbaren Bahnen… „Yesterday“ liefert jetzt keine großen Twists und Turns und ich habe hier und da gelesen, dass der Film wegen seiner „einfachen“ Story kritisiert wurde. Aber ganz ehrlich, was will man da noch groß mehr sehen? Wahrscheinlich ist hier einfach das Problem, dass ein Danny Boyle Regie geführt hat. Da erscheint es vielleicht etwas verwerflich, dass der einen „einfachen“ Film abliefert…

… der aber, wie gesagt, funktioniert für das, was er sein möchte. Die Musik ist ganz klar der Star des Films, die vom anderen Star des Films, Himesh Patel, auf umwerfend gute Art und Weise gesungen wird. Patel ist sowieso ein Highlight des Films. Es ist schön zu sehen, wie sich sein Jack wandelt… vom verzweifelten Sänger, zum Pop-Phänomen hin zum zweifelnden Star, dessen schlechtes Gewissen, für etwas gefeiert zu werden, was gar nicht von ihm stammt, ganz schön an ihm nagt. An seiner Seite ist die wie schon in „Baby Driver“ bezaubernde Lily James, die einfach nur Zucker ist. So… ganz professionell, ich weiß, aber es ist so. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Jack gelingt Boyle aber nicht ganz so gut, weil sie sich nicht so richtig organisch ergibt. Sie himmelt ihn Ewigkeiten an, er kriegt nie was mit und dann auf einmal doch… ist zwar irgendwie ein Klassiker, aber so ganz rund läuft die Romantik in diesem Film nicht. Ist aber auch egal, Lily James verzeihe ich alles. 😉

Wem ich dagegen hier nichts verzeihe, ist Ed Sheeran. Denn irgendwie ist „Yesterday“ auch ein erschreckend schlechter Ed-Sheeran-Film. Der Junge kann gut singen, aber er kann einfach nicht schauspielern. Es tut echt weh, ihn hier zu sehen, wie er verzweifelt versucht, seine Sätze möglichst natürlich rüberzubringen. Dafür, dass „Yesterday“ eigentlich Jacks Film sein sollte, ist Ed Sheeran zu oft zu sehen. Und wer sich schon über seinen Gastauftritt in „Game Of Thrones“ beschwert hat, der wird bei „Yesterday“ so richtig kotzen.

Aber mal abgesehen von Ed Sheeran ist „Yesterday“ eine locker-leichte und vor allem süße Komödie über die Beatles und deren Musik (warum es allerdings keiner der lebenden Beatles in den Film geschafft hat, es dafür aber einen schlechten „Cameo“ eines verstorbenen Pilzkopfs gibt, kann ich nicht nachvollziehen).

Wertung: 7 von 10 Punkten (tolle Musik, ein tolles Leinwandpärchen mit Lily James und Himesh Patel und zu viel Ed Sheeran für meinen Geschmack)

Mamas Partykeller

15. Juli 2019

Wenn Schauspieler mal gegen ihre üblichen Rollen spielen dürfen, ist das immer ein interessantes Experiment. Kann ein Komiker auch ernste Rollen (Steve Carell zum Beispiel kann das ganz gut)? Kann jemand aus ernsten Dramen auch Action (Liam Neeson hat auf jeden Fall einige Fähigkeiten)? Kann jemand, der sonst nie böse ist, auch mal das Böse personifizieren? In diesem Beispiel erwähne ich mittlerweile gerne Julia Roberts in „Mirror Mirror“ (ein nach wie vor unterschätzter Film!!!). Roberts hat da sichtlich Spaß daran, die böse Königin zu spielen und es ist ein Fest, ihr dabei zu zusehen. Jetzt versucht sich eine neue „Liebe“ an einer bösen Rolle. In „Ma“ wird Octavia Spencer für ein paar Teenager sehr gefährlich.

Maggie (Diana Silvers) zieht mit ihrer Mutter Erica (Juliette Lewis) in deren Heimatstadt. Hier findet Maggie zum Glück schnell Anschluss – bei Andy (Corey Fogelmanis), Haley (McKaley Miller) und deren Freunden. Als die Truppe vor einem Laden Sue Ann (Octavia Spencer) ansprechen, damit diese ihnen Alkohol kauft, ahnen die Freunde noch nicht, was sie damit auslösen. Sue Ann lädt sie ein, bei sich im Keller zu feiern und freundet sich mehr und mehr mit den Teenagern an… doch verfolgt Sue Ann, die von allen nur liebevoll „Ma“ genannt wird, dunkle Pläne.

„Ma“ ist auf dem Papier ein interessantes Projekt. Das Ganze wurde von Horror-Experte und Experimentier-Freund Jason Blum produziert. Regie führt „The Help“-Regisseur Tate Taylor, der Octavia Spencer zu ihrem Oscar verholfen hat mit ihrer Rolle in „The Help“… und jetzt lässt er sie in einem Horror-Film gegen ihre übliche Besetzung antreten. Klingt gut, doch die Realität sieht leider ganz, ganz anders aus.

Dieser Film ist stinkend langweilig… es sei denn, man hat noch nie in seinem Leben einen Horror-Film gesehen. Die Geschichte ist von Anfang so extrem vorhersehbar, dass es schon bald einfach keinen Spaß mehr macht. Zumal Taylor nicht einmal groß mit unseren Erwartungen spielt, sondern alles viel mehr genauso ablaufen lässt, wie man es erwartet.

Alles fängt als Teenie-Gedöhns an. Die saufen, nehmen Drogen und feiern. Es wird ein bisschen geflirtet, ein bisschen gelästert und es wird die Freiheit in Mamas Partykeller genossen. Irgendwann werden dann Mas „Übergriffe“ übler: „leichtes Stalking“ und Nerven wird zur Qual für die Kids, aber am Ende ist Party bei Ma doch am besten. Warum Ma das alles macht? In kleinen Rückblenden erfahren wir es so nach gefühlten fünf Minuten… und naja, diese „Auflösung“ ist etwas schwierig. Schwierig in dem Sinne, da ich mich frage, ob das, was Ma da anrichtet auch nur in irgendeinem Vergleich zu dem steht, was man ihr angetan hat. Ohne Frage ist das auch schlimm gewesen, aber das… naja, muss jeder für sich selbst beurteilen.

Der Film plätschert aber eher so vor sich hin. Man merkt dabei einfach auch, dass Tate Taylor nicht wirklich im Horror-Genre zuhause ist und so werden einfach nur brav alle üblichen Klischees abgespult. Zum Ende gibt es dann leichte Gewaltexzesse, die den Film dann aber leider auch nicht mehr retten.

Von den Darstellern muss man auch nicht großartig reden. Da bleibt kaum jemand im Gedächtnis. Die Teenager sind die typischen Teenager und austauschbar wie eh und je. Selbst eine Juliette Lewis oder ein Luke Evans, die als die Eltern der Teenager auftauchen, wirken ziemlich blass. Doch kommen wir zur Grand Dame von „Ma“: Octavia Spencer in einigen Szenen zu sehen, wenn sie versucht, auf jugendlich zu machen, hat schon Fremd-Schäm-Charakter. Sie gibt sich Mühe, ihre innere Kathy Bates als Annie Wilkes in „Misery“ zu finden, aber es gelingt ihr nicht. Spencer kann die Rolle nicht wirklich mit Leben füllen und ihr auch nicht diesen Wahnsinn schenken, den sie bräuchte. So ist selbst Ma in ihrem eigenen Film einfach nur öde. Und an ihr hängt der ganze Film… und fällt dann leider auch mit ihr.

Wertung: 2 von 10 Punkten (öde, langweilig und uninspiriert – man sollte Ma in ihren Keller sperren und nicht mehr rauslassen)

Random Sunday #16: Hellblade – Senua’s Sacrifice

14. Juli 2019

Ich bin ein „Leicht“-Spieler! Ich gebe es hier und jetzt offen zu. Ich spiele auch wegen der Story. Ich will nicht die Frustration haben, ständig draufzugehen (einer von vielen Gründen, warum ich wohl nie „Dark Souls“ spielen werde). Versteht mich nicht falsch, ich fange immer auf „Normal“ an, aber wenn ich merke, ich bin mit dem Schwierigkeitsgrad überfordert, flitze ich ganz schnell in die Optionen und ändere die. Warum ich das jetzt erzähle? Weil ich endlich, endlich, endlich mal dazu gekommen bin, „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ zu spielen… und da breitet sich auf dem Körper von Senua eine schwarze Krankheit aus – jedes Mal, wenn man von Gegnern besiegt wird. Erreicht das Ganze den Kopf ist Ende Gelände. Da ich das nicht wollte, sondern auch was vom Spiel haben wollte, ging ich auf „Leicht“. Was ausreichend war, denn „Hellblade“ ist auch ohne den Schwierigkeitsgrad eine Herausforderung…

Die junge Kriegerin Senua reist nach Helheim, um dort die Göttin des Todes Hela dazu zu bringen, ihren Geliebten Dillion wieder zum Leben zu erwecken. Der wurde beim Angriff von Nordmännern auf Senuas Stamm getötet. Senua selbst ist aber keine gewöhnliche Kriegerin. Sie galt in ihrem Dorf als „verflucht“. Schon ihre Mutter hörte Stimmen und auch ihre Tochter wird von denen heimgesucht. Mit ihrer Reise durch Helheim versucht Senua nicht nur Dillion zu retten, sondern muss sich auch ihren eigenen Dämonen stellen…

„Hellblade“ empfiehlt zu Beginn des Spiels, man solle das Ganze doch bitte mit Kopfhörern spielen, um den Surround Sound voll auszunutzen. Habe ich gemacht… und es hat mich beinah selbst verrückt gemacht. Vier Psychologen haben den Spielemachern von Ninja Theory nämlich dabei geholfen, Senuas Fluch spielerisch einzufangen. Und meine Güte, das gelingt ihnen so gut, dass dieses Spiel eine der nervenaufreibendsten Spieleerfahrungen gewesen ist, die ich je hatte.

Es fängt schon damit an, dass man die Stimmen in Senuas Kopf ständig hört. Die schreien wild durcheinander, sind konstant am Plappern und lassen einem kaum Zeit, mal in Ruhe selbst nachdenken zu können. Hin und wieder sind sie im Kampf zwar hilfreich, weil sie einem Anweisungen geben… aber ansonsten sind sie eine Katastrophe. Jeden Zweifel, den Senua hat, sprechen die Furien in ihrem Kopf laut aus. So wird man ständig runtergemacht, man würde dies oder das nicht schaffen; man solle doch lieber gleich aufgeben. Diese konstante Beschallung allein ist schon anstrengend, aber was Ninja Theory dann noch liefert, sind einige der gruseligsten Erlebnisse, die ich je in einem Spiel hatte. Man spürt zu jeder Zeit Senuas Angst und sie wird zur eigenen Angst, wenn man sich wundert und fragt, was wohl als nächstes kommen wird.

Wie gesagt, „Hellblade“ ist auch ein sehr metaphorisches Spiel. Prüfungen, die Senua beispielsweise durchlaufen muss, um ein Schwert von Odin zu bekommen, sind am Ende Bewältigungsversuche ihrer eigenen Vergangenheit. Über die Zeit entschlüsselt man, wie mit Senua umgegangen wurde. Ihr Fluch machte sie zur Außenseiterin, zum Sündenbock, zu einem ungeliebten Wesen, das weggesperrt gehörte. In dieser Dunkelheit und Einsamkeit entfaltete sich ihr „Fluch“… und wir als Spieler müssen das noch einmal mit ihr durchleben.

Es gibt ein Level, in dem man sich nur nach dem Klang orientieren muss, weil man sonst kaum was sehen kann… doch in dieser Dunkelheit lauern merkwürdige Monster. In einem anderen Level wird man von einem Monster in der Dunkelheit verfolgt und muss sich mühsam von einem kleinen Lichtfleck zum nächsten bewegen. Wir müssen uns immer wieder auch auf die Suche nach merkwürdigen Runen machen, die Senua Tore öffnen lassen. In einem anderen Level springen wir von einer kaputten in eine heile Welt und jagen dabei immer wieder Dillions Geist. So zerrüttet wie Senua durch ihren vermeintlichen Fluch ist, so zerrüttet und anstrengend sind auch die Level. Dabei trifft man hier und da auch immer wieder auf Gegner, die im Schwertkampf besiegt werden müssen… aber am Ende war das nie so wirklich das Anstrengendste (zumal ich ja auch auf „Leicht“ gespielt habe). Vielmehr ist es alles andere… die Level-Designs sind fordernd, Senuas Wahnvorstellungen gruseln einen manchmal echt halb zu Tode und das Sounddesign ist einfach mal unheimlich-großartig.

„Hellblade: Senua’s Sacrifice“ ist ein kleines, aber feines Spiel. Man hat es sehr schnell durch, was aber auch daran liegt, dass man den Controller einfach nicht weglegen kann. Ja, das Spiel war körperlich und geistig schon echt anstrengend, aber man will auch einfach wissen, wie es weitergeht. Man ist irgendwann so involviert in Senua, das man ihr einfach helfen will… sie ein Stück weiterbringen will, um Dillion doch noch zu retten.

Dieses Spiel fordert seinen Spieler extrem, gibt aber auch so unglaublich viel zurück. Zumal ich hier auch mehr über nordische Sagen gelernt habe als zum Beispiel zuletzt bei „God of War“. Unbedingte Spieleempfehlung (und unbedingt mit Kopfhörern, damit ihr die Stimmen im Kopf auch perfekt spüren könnt).

TGIF XXV: Rolands Echse

12. Juli 2019

Habt ihr wirklich gedacht, nur weil ich endlich „Godzilla 2: King of the Monsters“ gesehen habe, wäre das Abenteuer Kaiju hier schon vorbei? Pustekuchen… immerhin habe ich noch vier Filme übrig. Es wartet ja nach wie vor die animierte Netflix-Trilogie auf mich… und tja, heute widmen wir uns einem Schandfleck in Godzillas Filmografie, der selbst einige der schlechteren Filme der Reihe noch gut aussehen lässt. Wie die Überschrift schon vermuten lässt, geht es mir heute um „Godzilla“ von Roland Emmerich.

Durch die Atombombentests der Franzosen im Pazifischen Ozean mutiert eine Echse zu einem riesigen Monster. Dieses Monster stampft nun fröhlich Richtung New York, um hier eine Menge Eier zu legen. Nick Tatopoulos (Matthew Broderick) studierte in Tschernobyl mutierte Regenwürmer und wird deswegen vom Militär als Experte hinzugezogen. Doch auch der französische Geheimagent Philippe (Jean Reno) versucht, Godzilla unschädlich zu machen.

Mit „Godzilla vs. Destoroyah“ endete 1995 die Heisei-Periode. Diese Pause nutzte Hollywood aus, um Toho (wie auch immer) davon zu überzeugen, es wäre eine gute Idee, eine US-Version von Godzilla auf die Leinwand zu bringen. Roland Emmerich sollte das drehen, weil er zu dem Zeitpunkt ja eigentlich der Großmeister in Sachen „Städtezerstörung“ war. Sein „Independence Day“ hatte das eindeutig klargemacht. Leider ist Rolands Echse eine absolute Katastrophe… das geht dann soweit, dass Toho nur ein Jahr später mit „Godzilla 2000“ das Monster wieder aufleben ließ – zwar nicht besonders gut, aber mit mehr Herz als Emmerich. In „Godzilla: Final Wars“ rächen sich die Japaner dann ja endgültig und lassen den originalen Godzilla gegen Zilla antreten. Der putzt das Viech dann in fünf Minuten von der Erdoberfläche. Der Name Zilla für Emmerichs Echse stammt daher, weil Toho so enttäuscht war und meinte, Emmerich hätte das „God“ aus „Godzilla“ genommen.

Was leider nur zu wahr ist… Godzilla ist in diesem Film wirklich nicht mehr als ein mutiertes Monster. Es hat in diesem Sinne keine Seele und ist einfach nur eine Fressmaschine, die nichts anderes vorhat, als sich fortzupflanzen. Godzilla steht in diesem Film für nichts… und interessanterweise ist Godzilla in Emmerichs Version nicht einmal ansatzweise so zerstörerische wie sonst. Das Tier nimmt brav die Straßen von New York statt sich einfach durch die Gebäude zu boxen. Da ist das Militär dümmer und macht sehr viel mehr kaputt.

Das neue Design sieht einfach nur scheiße aus und ist wirklich nicht schön anzusehen. CGI halt. Computer-Effekte können einen schwitzenden Mann in einem 100kg Anzug eben nicht ersetzen. Dazu kommen dann irgendwann noch die Baby-Godzillas… und seit „Son of Godzilla“ wissen wir nun wirklich, dass Jungtiere noch nie gut für dieses Franchise waren.

Große Zerstörungen können wir hier also nicht erwarten… und dazu versteckt Emmerich die meiste Zeit seines 2-Stunden-Films sein Monster in der Kanalisation (!!!) von New York. Sprich, wir werden dazu gezwungen, uns mit den langweiligen Charakteren auseinander zu setzen… und die wissen alle nicht, ob sie in einem seriösen Film sind oder doch eher in einer Komödie. Matthew Broderick passt einfach mal überhaupt nicht in den Film und wird auch irgendwie nie gefordert, zu schauspielern. Der rennt einfach nur durch die Gegend und liefert seine Sätze ziemlich müde und ausdruckslos ab. Wie alle anderen auch… aber am schlimmsten trifft es Jean Reno. Was bitte ist passiert, dass er DIESE Rolle angenommen hat? Unglaublich öde, was der Franzose da von sich gibt… aber gut, was ich noch viel weniger als das glauben kann, ist die Tatsache, dass Led Zeppelin ausgerechnet für diesen Film zugestimmt haben, ihren großartigen Song „Kashmir“ durch Puff Daddy verhunzen zu lassen.

Emmerichs „Godzilla“ ist leider Gottes 2 Stunden Langeweile pur. Er verhunzt das Monster selbst, er verhunzt den Spaß an Kaiju-Zerstörungen und quält uns mit billigen und schlechten Witzen und Schauspielern, die sichtlich keine Lust haben. Gut, dass die geplante Trilogie (!) schnell wieder verbannt wurde und sich Toho danach erst einmal wieder selbst um Japans Riesenechse kümmerte.

Wertung: 2 von 10 Punkten (Emmerich tötet Godzilla… und alle Fans weinen)

P.S.: Als der Film damals in die Kinos kam, war ich 15 – und war schwer begeistert. Schon erstaunlich, wie sich der Geschmack in 21 Jahren ändern kann 😀