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Koma-Komiker

25. Juli 2018

Wie sicher der ein oder andere weiß, bin ich romantischen Komödien nicht abgeneigt. Ich hatte ja vor kurzem so eine kleine Phase, in der ich mir ein paar gute (und auch weniger gute) Vertreter dieses Genres angeschaut habe. Aber es war auch wirklich nur eine kleine Phase, sind sich die Vertreter dann doch recht ähnlich (und okay… ich wollte jetzt auch nicht den Ruf bekommen, nur noch sowas hier zu rezensieren). Doch dann und wann kommt dann doch dieser ein oder andere Film vorbei, der mal genauer unter die Lupe genommen werden will. „The Big Sick“ wurde mir dann irgendwann mal von amazon prime empfohlen und da habe ich – dank Hören-Sagen, dass der Film wirklich gut sein soll – mir das Ganze mal angeschaut.

Der aufstrebende Stand-Up-Komiker Kumail Nanjiani (eben dieser Kumail Nanjiani) widersetzt sich nicht nur mit seinem Berufswunsch den Wünschen seiner streng traditionsbewussten pakistanischen Eltern. Er will auch nicht in eine von seinen Eltern arrangierte Ehe einwilligen, obwohl die ihm jedes Wochenende eine neue Dame aus Pakistan vorstellen. Stattdessen verliebt sich Kumail in Emily (Zoe Kazan) und beginnt eine Beziehung mit ihr – ohne seinen Eltern davon zu erzählen oder ihr von den Heiratsbestrebungen seiner Eltern zu sagen. Es kommt, wie es kommen muss: Sie findet die zig Steckbriefe der Frauen, es kommt zum Streit und zur Trennung. Wochen später erfährt Kumail, dass Emily wegen einer Lungeninfektion im Koma liegt. Im Krankenhaus lernt er dann ihre Eltern kennen: Beth (Holly Hunter) und Terry (Ray Romano), die nicht nur selbst Probleme haben, sondern natürlich auch nicht Kumail sehen wollen. Doch der bleibt hart – und so müssen sich alle irgendwie mit einander arrangieren.

Humor ist wichtiger als Aussehen

„The Big Sick“ ist ja mal so gar nicht die Art von romantischer Komödie, die ich erwartet hatte – und das sage ich mit einem zufriedenen, breiten Grinsen auf den Lippen. Klar, der Anfang ist sehr typisch nach dem Motto: „Junge trifft Mädchen, Junge und Mädchen verlieben sich!“ inklusive einem großen Problem und einem dramatischen Ende. Was für andere Filme gefühlt 80 Prozent der Handlung ausmacht, ist bei „The Big Sick“ wirklich gerade einmal die erste Hälfte des Films. Danach geht es vielmehr darum, wie Kumail sich Emilys Eltern annähert und darüber mehr zu sich selbst findet und auch einen Weg, seinen eigenen Mann zu stehen. Ab da ist „The Big Sick“ eine etwas verkehrte Coming-Of-Age-Story, in der verschiedene Kulturen, unterschiedliche Ansichten und Meinungen aufeinander treffen. „The Big Sick“ ist da auch ein wenig das amüsante Aufeinander-Treffen der Kulturen.

Was man sich bei diesem Film dann auch immer ein wenig vor Augen halten muss, ist die Tatsache, dass er auf wahren Begebenheiten beruht – und vielleicht gerade deswegen so gekonnt die Schwierigkeiten einer typischen romantischen Komödie gekonnt umschiffen kann. Diesen Film als romantische Komödie zu bezeichnen, wird ihm eigentlich auch nicht wirklich gerecht. Denn „The Big Sick“ geht nicht nur der Frage nach der Liebe zwischen Mann und Frau nach, sondern auch der Liebe zur Familie, zur eigenen Herkunft und und und…

Dabei lebt der Film von seinem super sympathischen Hauptdarsteller Nanjiani. Ich glaube, das ist mein erster Film mit ihm in einer Rolle, aber ich fand ihn von Anfang an super (und nein, das lag nicht nur daran, dass er das „Akte X“-Theme als Handyklingelton hatte). Ich mag seinen Humor und gerade auch wie er diesen Humor in diese doch sehr tragische Geschichte einbaut. Er trägt diesen Film gekonnt auf seinen schmächtigen Schultern und hält dabei immer wieder super die Balance zwischen Tragödie und Komödie. Und das ist das Spannende an sich: Diesen Film hätte man auch wirklich als absolut tragischen Film erzählen können – und er wäre auch packend gewesen. Es kommt halt nur auf die Perspektive an, Kumail ging es bei seiner eigenen Geschichte aber nicht darum, einfach auf die Tränendrüse zu drücken. Er will von sich erzählen, von seinem Werde-Gang als Mensch – und das gelingt ihm großartig.

Selbst ein Ray Romano, den ich nur aus seiner Sitcom kenne, ist in „The Big Sick“ gut aufgehoben und zeigt von sich eine Seite, die ich zumindest noch nicht kannte. Das mal nur so nebenbei.

„The Big Sick“ ist ein bisschen Bollywood (auch wenn Nanjiani Pakistani ist) nur ohne Singen, es ist Tragödie, Komödie und Culture-Clash-Film in einem. Eine ungewöhnliche Mischung, die aber wunderbar funktioniert – und eine spannende Geschichte von zwei Menschen erzählt, die ohne Kitsch, aber sehr authentisch erzählt wird.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Komiker macht auf ernst – und trifft voll ins Schwarze)

Los Muertos

23. Juli 2018

Ich kann auch nicht aufhören. Das ist eigentlich das Schlimme daran. Ich habe mal zusammen mit einem sehr guten Freund die komplette „Wayward Pines“-Trilogie gelesen, einfach nur, weil wir uns auf die gleichnamige Serie von M. Night Shyamalan vorbereiten wollten. Es war eine ziemliche Katastrophe. Was Crouch da in drei Bücher packt, hätte ein fähigerer Autor in ein Buch gepackt. Aber vielleicht war Crouch auch einfach nur clever, immerhin hatte er mit mir und meinem Kumpel schon zwei Dumme gefunden, die alle drei Bücher gekauft hatten. Wenn man uns gefragt hat, warum wir uns den Mist angetan haben, war die Antwort stets: „Naja, wir wollten wissen, wie es zu Ende geht… und naja, irgendwie ist die Idee ja ganz cool… blablabla….“ Ein wenig ergeht es mir jetzt mit „Fear the Walking Dead“. Ich kann nicht aufhören. Staffel 1 war gerade mal so okay. Viele Dinge haben mir gefehlt und eigentlich denke ich mir immer wieder, es gibt tausend andere Serien, die ich lieber gucken würde. Aber ich kann nicht aufhören. Ich habe ein wenig Potenzial gesehen und gucke erst einmal weiter… so lande ich dann heute bei der zweiten Staffel von „Fear the Walking Dead“.

Madison (Kim Dickens) und Travis (Cliff Curtis) sind mit Victor Strand (Colman Domingo) und ihrer kleinen Truppe auf einer Jacht unterwegs Richtung Mexiko. Schon die Fahrt übers offene Meer erweist sich als kleines Abenteuer, gibt es da doch verrückte Inselbewohner (die wenigstens eine coole Folge abgeben) und komische Piraten (die ziemlich nervig waren). Anschließend geht es in Mexiko aufs Land auf eine Farm (TWD Staffel 2 lässt grüßen), bevor die Gruppe dann aufgespalten wird: Travis und sein nerviger Sohn Chris (Lorenzo James Henrie) ziehen alleine los, Madison ist mit Strand und Alicia (Alycia Debnam-Carey) in einem Hotel voller Untoter und Nick (Frank Dillane) findet eine Kolonie, in der er nicht nur die taffe Luciana (Danay Garcia) trifft, sondern auf viele Los Muertos und Drogenkartelle, die jetzt mit Wasser handeln.

Der Moment, ab dem Staffel 2 interessant wird

Ich sag es frei raus: Die erste Hälfte von Staffel 2 war nett. Nicht mehr und nicht weniger. Victor Strand erweist sich hier als bester Neuzugang der Serie, der knallhart sein Ding durchzieht und sich kaum einen Dreck darum schert, was die anderen sagen: sein Boot, seine Regeln. Cooler Typ. Ansonsten kann man von der ersten Hälfte nicht sonderlich viel berichten. Ich dachte noch, dass dieses „Alle-auf-einem-Boot“-Kammerspiel irgendwie ja ganz witzig sein könnte, aber in der Gruppe selbst gibt es jetzt nicht so viele Reibereien, weil sich ja schon alle kennen. Deswegen kommen von außen welche hinzu… die Insel-Folge war wirklich cool, die Episoden mit den Piraten waren selten dämlich und hatten sich, obwohl es nur so zwei, drei waren, extrem lang angefühlt. Das war furchtbar hinkonstruiert und albern dargestellt.

Zum Glück war das schnell vorbei und dann kam diese Farm, die doch in so ziemlich allen Belangen extrem stark an Hershels Farm-Story aus TWD Staffel 2 erinnert hat – inklusive der Auflösung, was die Herrin der Farm so in ihrem Keller hat. Das sind die ersten sieben von 15 Folgen, die sich ein wenig ziehen… und in denen ich mich schon gefragt habe, ob ich nicht doch lieber aufhören sollte. Aber dann macht „Fear the Walking Dead“ etwas, dass die Mutter-Serie mal kurz ausprobiert, aber nie wirklich voll und ganz durchgezogen hat: Die Gruppe wird gespalten und alle drei Parteien: Travis und Chris, Madison und Co. und Nick bekommen ihre eigenen Geschichten. Die allesamt dann doch sehr viel spannender sind als gedacht, zumal die Macher hier und da innerhalb der Folgen auch ein wenig mit der Chronologie spielen, uns das Ende zum Anfang liefern und dann erzählen, wie es dazu kam und solche Sachen. Das macht das Ganze dann doch wieder interessant.

In diesen einzelnen Geschichten baut Frank Dillane sich noch mehr zu meinem Serien-Favoriten auf, zumal seine Story in Staffel 2 auch am interessantesten ist. Wenigstens wird hier mit dem Wasser verkaufenden Drogenkartell ein wenig gezeigt, wie andere die Situation ausnutzen. Es gibt zwar immer noch nichts von den Regierungen oder dem Militär, aber hey… Staffel 3 vielleicht 😀 Auf jeden Fall gefielen mir die Nick-Episoden allesamt richtig gut (zumal er – chronologisch gesehen – der erste ist, der sich mit Zombie-Blut einschmiert und er sowieso ein bisschen loco ist).

Madisons Hotel-Story war okay… und die Travis-Story war auch so lala… bis zu dem Punkt, an dem man Sohnemann Chris so richtig stark zu hassen anfängt und Travis ihn an eine Gruppe junger Männer verliert. Die Auflösung der Geschichte in der vorletzten Folge zeigt nicht nur Travis als absolutes Tier, sondern ist vielleicht auch die brutalste Folge, die ich je im „Walking Dead“-Universum gesehen habe. Meine Fresse, da haben sich die Macher echt gedacht: „Okay, komm, wir brauchen jetzt was, worüber die Leute so reden können!“ Mission accomplished!!! Au weia… das war hart und meine Güte, was sie damit aus Travis machen, ist schon ziemlich krass.

„Fear the Walking Dead“ bleibt auch in Staffel 2 eher durchwachsen, zeigt aber gerade zum Ende hin, dass sie spannender erzählen können, als es die Mutter-Serie jemals konnte. Somit kann ich dann auch jetzt noch nicht mit der Serie aufhören, denn sie zeigt noch ein bisschen mehr Potenzial (und immerhin ging es bei „Fringe“ damals auch erst so richtig mit dem Ende von Staffel 2 los – meine Go-to-Serie, wenn es um das Thema Geduld geht). Außerdem wird mir ja immer wieder gesagt, dass Staffel 3 richtig, richtig gut sein soll. Also schauen wir mal…

Wertung: 7 von 10 Punkten (erste Hälfte lahmt, zweite Hälfte überzeugt – die Serie sucht nach wie vor ein wenig ihren eigenen Weg)

Tee zum Nicht-Geburtstag

20. Juli 2018

Ich frische mein Unwissen in Sachen alter Disney-Film im Moment ein wenig auf… und es fällt mir dann doch immer wieder sehr krass auf, wie hart die wirklich alten Klassiker des Mäuse-Studios doch sind. Ich finde, man merkt schon einen enormen Unterschied zwischen den einzelnen Filmen. Gerade in den Anfängen schien Disney ja nicht davor zurück zu schrecken, seine kindlichen Zuschauer wirklich komplett in Schockstarre zu versetzen und mit harten Momenten zu konfrontieren. Zuletzt hatte ich mich ja „Dumbo“ geschockt – mit der harten Strafe für seine Mutter oder den unheimlichen betrunkenen Visionen des kleinen Elefanten. Den Vogel hat Disney aber doch wirklich mit dem 13. Abend füllenden Film: „Alice im Wunderland“. Wow, so viel Verrücktheit in knapp 80 Minuten hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Zur Story muss ich ja eigentlich nicht allzu viel sagen, oder? Kleines Mädchen namens Alice (wer hätte es gedacht?) verfolgt ein Kaninchen in Eile und gelangt so ins Wunderland. Während sie den Hasen dort sucht, trifft sie auf allerlei sehr merkwürdige Gestalten: sie lernt die Grinzekatze kennen (die eigentlich Tigerkatze genannt wird), sie macht bei der Nicht-Geburtstagsfeier des verrückten Hutmachers und des Märzhasen mit, sie stößt auf rauchende Raupen und reimende Zwillinge und schließlich auf die böse Herzkönigin. Ach ja, und zwischendurch nimmt das kleine Mädchen die ganze Zeit irgendwelche Substanzen zu sich, futtert kleine, bunte Plätzchen, trinkt komisches Zeug, isst Pilze – womit dann „Alice im Wunderland“ einen kleinen Junkie zur Heldin im vielleicht verrücktesten Trip macht (lange, lange vor „Fear and Loathing in Las Vegas“).

So kocht man keinen Tee (und auch keine Maus)

Als verrückten Trip kann man „Alice im Wunderland“ wohl auch am besten beschreiben. Dieser Film ist so gar nicht, was man sich normalerweise unter einem Disney-Film vorstellt. Und genau das macht ihn so wunderbar. Das ist echt noch Disney in einer experimentierfreudigen Zeit. Das ist Disney auf einem herrlich verrückten Niveau… und Disney eigentlich eher so als absurder Episoden-Film, der wirklich nur die Kapitel eines Buches abarbeitet und seine kleine Heldin Alice von einem verrückten Abenteuer zum nächsten schickt. Der einzige rote Faden in diesem Film ist ein weißer – nämlich das weiße Kaninchen, dem Alice immer tiefer in den Wahnsinn folgt, ohne zu wissen, was sie erwartet, ohne zu wissen, was am Ende kommt.

Alice ist einfach nur neugierig – und dabei als Heldin dieses Abenteuers so schön nachvollziehbar. Wer würde nicht durch geheimnisvolle Türen schlüpfen, wenn dahinter so ein Wunderland wartet. „Alice im Wunderland“ ist so wunderbar abseits von den üblichen Märchengeschichten, die Disney auch schon davor und später noch erzählen wird. Die Tragik bei Alice liegt nicht in einem direkten Verlust, sondern vielmehr im Wunderland selbst, dass die kleine Alice fasziniert und gleichzeitig überfordert. Dass ihr aber auch zeigt, dass nicht alles immer nur nach ihrem eigenen Kopf gehen kann. Das Wunderland ist eine Welt voller Metaphern, eine Welt voller verrückter Wesen und Bilder, das man sich gar nicht daran satt sehen kann.

Gleichzeitig steckt in „Alice im Wunderland“ auch viel Horror, den Disney zwar in hübschen Bildern verpackt, die aber dennoch ordentlich schocken. Ich meine, nehmen wir nur mal die Geschichte von den Austern, die vom fiesen Walroß gefressen. Selbst jetzt in meinem „hohen“ Alter fand ich das ganz schön hart. Am Ende ist das Wunderland auch eine Land des Fressen und Gefressen werden – auch wenn es manchmal nur an den Verstand geht, der in Gefahr ist. Genau so das sonderbare Nicht-Geburtstagsfest des Hutmachers und des Märzhasen… super-gruselig und super-witzig zu gleich. Ein Kreislauf aus Tee-Trinken, den man nie bekommt (und dann noch diese arme kleine Maus, die gequält). Oder die fiesen Blumen, deren schöne Oberfläche nicht ihre Bosheit verbergen kann. Das ist alles erschreckend, aber auch erschreckend ehrlich – und in seiner Verrücktheit einfach ein tolles Erlebnis.

„Alice im Wunderland“ ist ein großartiger Film, eben weil er so herrlich verrückt ist und die Logik in allem so gekonnt über Bord wirft. Ein wirklich toller Film, der noch lange nachwirkt und den ich mir ab jetzt öfter anschauen werde.

Wertung: 10 von 10 Punkten (Disneys Nicht-Geburtstagsfilm ist wunderbar gaga)

Sengoku Batman

18. Juli 2018

Das DCEU hat nach wie vor seine großen Schwierigkeiten, auch nur ansatzweise an die Erfolge des MCU anzuknüpfen. „Justice League“ war eine mittlere Katastrophe und nur „Wonder Woman“ stach bisher wirklich positiv aus der kleinen Gruppe von Superhelden-Filme der Marke DC hervor. Ganz anders sieht es da für Batman und Co. im Animationsbereich aus. Da können sich die Filme ja meistens doch sehen lassen und vor allem scheint sich DC hier auch mehr zu trauen. Als ich vor einiger Zeit einen Trailer zu „Batman Ninja“ sah, dachte ich: „Wow, wie cool ist das denn?“ Tja, leider klingt das nur auf dem Papier wirklich cool, denn der fertige Film kann den Erwartungen nicht so ganz standhalten – zumindest meinen nicht.

Batman macht mal wieder Dinge, die ein Fledermaus-Mann eben machen muss: Im Arkham Asylum kämpft er gegen Gorilla Grood, der dabei ist, eine Zeitmaschine einzusetzen. Was ihm auch gelingt… und so landet Batman auf einmal im feudalen Japan. Hier muss er feststellen, dass er nicht alleine in der Vergangenheit angekommen ist. Joker, Two-Face, Poison Ivy und noch einige andere Gestalten haben es sich im alten Japan gemütlich gemacht und mit Hilfe der Energie-Kapseln aus Groods Maschine angefangen, ihre eigenen Imperien aufzubauen. Doch zum Glück ist auch Batman nicht alleine in der Vergangenheit gelandet und so hat er bald Hilfe im Kampf gegen die Schurken – zumal es da auch noch einen Clan von Ninjas gibt, die einer alten Prophezeiung folgen, nach der Batman ihr großer Anführer wird.

Fledermaus zu Pferde

Ach, „Batman Ninja“… warum hättest du nicht cooler sein können? Ich meine, Batman als Ninja im feudalen Japan. Das klingt eigentlich nach einer Idee, auf die man schon viel früher hätte kommen müssen. Aber gut, besser spät als nie – nur dann am Ende scheitert es für mich doch an der Umsetzung. Oder besser gesagt: es scheitert für mich an der Story. Die Umsetzung ist nämlich phänomenal!

Takashi Okazaki erschuf einst den „Afro Samurai“ und war bei „Batman Ninja“ für das Charakter Design verantwortlich – und verdammt noch eins, das ist ihm gelungen. Batman als Anime-Figur im alten Japan sieht einfach nur verdammt cool aus. Sämtliche japanischen Looks der Figuren sehen verdammt (und ja, ich benutze es jetzt zum dritten Mal) genial aus. Anders kann man es nicht beschreiben. „Batman Ninja“ hat seinen ganz eigenen Look, ein wenig bunt, ein wenig schräg, aber bestens auf die Charaktere abgepasst. Allein der Joker ist eine Wucht und passt wunderbar in diese Zeit.

Zum Glück wird in „Batman Ninja“ jetzt aber auch nicht der typische Anime-Look verwendet. Zumal auch zwischendurch recht unterschiedliche Stile vermischt werden: da gibt es eine kurze Passage, die wirklich aussieht, als wäre sie mit dem Pinsel gezeichnet; dann gibt es wieder diese typischen „Afro Samurai“ Szene, in denen alles auf Tempo getrimmt ist. „Batman Ninja“ ist optisch gesehen ein absolutes Fest und packt den Batman in ein Szenario, das wirklich Spaß macht.

Das Blöde daran ist nur, dass es nicht so wirklich genutzt wird. Ich hätte gerne so eine Art „Last Samurai“-Szenario gehabt: Batman in Samurai-Rüstung, Batman als Ninja in geheimen Missionen, Batman als Ronin im Kampf gegen andere Gegner. Leider will „Batman Ninja“ ein bisschen abgedrehter sein – ein bisschen mehr Mecha-Anime! Jupp, ihr habt richtig gelesen. Letztendlich könnt ihr den subtilen Ansatz, der sich bei „Batman Ninja“ anbietet, in die Tonne treten. Denn statt Schwertkämpfen und Ninja-Action bekommen wir riesige Roboter (!), die sich kaputt kloppen.

Damit versaut sich der Film bei mir dann leider auch alles. Wozu dieses perfekte feudale Setting, dieser perfekte Look – nur um dann alles in großer Robo-Action versinken zu lassen? Das fühlt sich einfach wie eine absolut verspielte Chance an. Ganz ehrlich, ich würde mir wünschen, irgendjemand kehrt irgendwann zu der Idee von Batman als Ninja in Japan zurück und macht daraus eine Anime-Serie. Die dann ohne Roboter-Mist auskommt.

Die Roboter machen „Batman Ninja“ nämlich ziemlich schnell kaputt und öde. Und das ärgert mich so – warum nur??? Es sah alles so gut aus und dann das. Verdammt, verdammt, verdammt. So ein schön aussehender Film und dann diese langweilige Story. „Batman Ninja“ hätte eigentlich das beste Batman-Film-Erlebnis überhaupt sein sollen, weil Batman und Ninja halt einfach wirklich perfekt zusammen passt. Ach Mann… ich ärger mich!

Wertung: 5 von 10 Punkten (der Look ist Hammer, der Ansatz der Idee auch, die Umsetzung mit Riesen-Robotern passt dann leider gar nicht)

Das Tor zur Wahrheit

16. Juli 2018

Zwei Serien, die mehr oder weniger die gleiche Geschichte erzählen – welche davon guckt man dann eigentlich? Von „Fullmetal Alchemist“ habe ich schon vor einiger Zeit die erste Serie geguckt, bis ich dann irgendwann mal mitbekam, dass es noch eine zweite Serie gibt: „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“. Das war aber keineswegs eine Fortsetzung der ersten Serie, sondern noch mal ein Neuanfang, eine neue Interpretation… und ein Wagnis, das meine Neugierde erweckte. Ich habe mich insgeheim immer gefragt, wo denn der Unterschied sein mag. Gut, ich hatte schon gelesen, dass „Brotherhood“ viel dichter am Manga sein sollte, aber lohnt sich deswegen (zumal ich die Comics nie gelesen habe) trotzdem ein Blick? Es hat jetzt drei Jahre gedauert, doch endlich habe ich mich dazu durchgerungen, mir „Brotherhood“ anzuschauen.

Die Story ist erst einmal die Alte: Die Brüder Edward und Alphonse Elric sind auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Weil sie mit Alchemie versuchten, ihre Mutter von den Toten auferstehen zu lassen, verlor Edward seinen rechten Arm und ein Bein und sein Bruder Al sogar seinen ganzen Körper. Nur seine Seele ist noch übrig, die Ed an eine schwere alte Rüstung gebunden hat. Auf der Suche nach dem Stein der Weisen wird Ed zu einem staatlich anerkannten Alchemisten, um seine Forschung voranzutreiben. Dabei deckt er schon bald eine Verschwörung auf: Das Militär und die Regierung wird von so genannten Homunkuli unterwandert, künstlichen Wesen mit enormen Kräften, die von einer unbekannten Macht gesteuert werden – und Ed und Al erfahren auch, welche Opfer für einen Stein der Weisen gebracht werden müssen.

Alchemie 2.0

Die erste Serie zu „Fullmetal Alchemist“ hatte das Problem, dass der Manga noch nicht abgeschlossen war, als die Serie produziert wurde. Dementsprechend wurde nur ein Teil der Comics verfilmt und den Rest „erfand“ man dann quasi dazu – halt ein wenig wie „Game of Thrones“ das jetzt gerade macht. Ich bin ein großer Fan der ersten Serie, gerade diese Mischung aus Cyberpunk und Mittealter und dann am Ende noch diese verschiedenen Dimensionen waren schon echt ziemlich cool.

„Brotherhood“ und „FMA 1“ (wie ich es jetzt mal nennen will) beginnen sehr gleich. Die ersten 13, 14 Folgen kennt man theoretisch schon, was jemandem, der die alte Serie kennt, etwas Sitzfleisch und vor allem Geduld abverlangt. Erst danach spürt man dann langsam, dass hier doch einiges anders ist. Ganz klar im Vordergrund steht die Story. „FMA 1“ war mit seiner Thule-Organisation und den unterirdischen Stadt und dem ganzen Dimensionssprung (der ja dann auch für ein recht offenes Ende der Serie sorgte) sehr viel fantastischer, wenn man das über eine Serien-Welt, in der Alchemie an der Tagesordnung ist, so sagen kann. „Brotherhood“ fühlt sich da ein bisschen geerdet an, weil es am Ende viel „politischer“ ist. Es geht um die Verschwörung innerhalb der Regierung, es kommt zu einem riesigen Bürgerkrieg und zu zahlreichen Intrigen innerhalb des Staates. Das lässt die Serie gleich mal ein wenig erwachsener wirken – auch wenn es immer noch furchteinflößende Homunkuli gibt.

Man merkt „Brotherhood“ einfach an, dass es eine stabile und ausgearbeitete Grundlage gab, ein Ziel, auf das unerbittlich zugearbeitet wird. Das war leider das Problem von „FMA 1“, das fing gut an, suchte dann mitten drin einen neuen Weg, der dann erst zum Ende so richtig gefunden wurde. Dieses Problem hat „Brotherhood“ einfach nicht, sondern baut schön die Geschichte mit all ihren Verschwörungen sauber auf. Gleichzeitig ist das auch ein wenig das Problem von „Brotherhood“… es fühlt sich etwas gestreckt an. Ich bin mir sicher, diesen Bürgerkrieg und all das, was dazu gehört, hätte man sicherlich auch schneller erzählen können. Und ja, ein bisschen hat mir der Fantasy-Aspekt von „FMA 1“ auch gefehlt. Die Geschichte der Homunkuli wird aber stärker ausgebaut und gerade auch die von Ed und Al. Immerhin stehen die beiden Brüder auch hier im Zentrum und das Ganze wird im Gegensatz zu „FMA 1“ noch persönlicher.

Allerdings muss ich sagen, war ich dann ein wenig enttäuscht vom Finale. Nach dem langen Aufbau war das dann doch schnell vorbei und der große Kampf ist ziemlich schnell vorbei. Was schade ist, hatte ich doch gerade in dem Zusammenhang mehr erwartet. Immerhin ist „Brotherhood“ wirklich abgeschlossen, während „FMA 1“ ja sehr offen endete und eigentlich noch von seinen Zuschauern verlangte, noch einen Film als Epilog zu schauen (den ich aber nie gesehen habe).

Was ist also das große Fazit für beide Serien: „FMA 1“ hat mir insgesamt dann doch ein wenig besser gefallen, „Brotherhood“ ist dafür aber ausgereifter und runder. Jetzt werde ich mir irgendwann noch diesen Live-Action-Film dazu anschauen.

Wertung: 8 von 10 Punkten

Die Hard 2.0

13. Juli 2018

Stirb Langsam“ ist Kult – soviel steht wohl fest (obwohl ich schändlicherweise immer noch Freunde habe, die diesen Film nicht gesehen haben. Ich weiß, ich weiß, da bin ich meiner Verpflichtung als Filmbotschafter nicht wirklich gut nachgekommen.) Und ich muss sagen, ich habe immer wieder Angst vor dem Moment, an dem jemand in Hollywood auf die Idee kommt: „Mensch, die Kids von heute kennen doch bestimmt gar nicht mehr John McClane. Das müssen wir dringend ändern! It’s remake time!!!“ Davor habe ich wirklich Angst. Das wäre schon wirklich ein Affront, eine absolute Sünde. Weit davon entfernt scheinen wir aber mittlerweile nicht mehr zu sein, denn niemand geringeres als Dwayne Johnson und „We’re the Millers“-Regisseur Rawson Marshall Thurber wagen den ersten Schritt und bedienen sich in ihrem Action-Film „Skyscraper“ maßlos an dem alten Klassiker.

Der ehemalige FBI-Agent Will Sawyer (Johnson) soll für den Architekten Zhao Long Ji (Chin Han) die Sicherheit der „Pearl“ überprüfen. Die „Pearl“ ist ein riesiger Wolkenkratzer in Hongkong mit eigener Energie-Versorgung, einem mehrere Stockwerke hohem Park innerhalb des Gebäudes – kurz gesagt, es ist eine Kleinstadt im Inneren eines Wolkenkratzers. Sawyer bestätigt dem „Pearl“ die beste Sicherheit – ein großer Fehler, denn kaum ist das alles geklärt, überfallen Terroristen das Hochhaus, stecken ein Stockwerk in Brand und halten somit auch Wills Familie (Neve Campbell spielt seine Frau) fest. Der einstige FBI-Agent macht sich auf, den Turm in Hongkong zu erzwingen.

Klebeband hilft immer!!!

„Skyscraper“ ist kein guter Film, aber er ist auch kein schlechter Film. Es ist ein Dwayne-Johnson-Film. Der Typ will unterhalten, spielt gerne den Helden und rettet am Ende den Tag. „Skyscraper“ ist Popcorn-Kino der Art „Hirn aus und Spaß haben“! Logik darf und sollte man dringend draußen lassen, denn ansonsten gerät man in diesem Film arg ins Straucheln. Wie zur Hölle hat dieser heroische Sprung vom Kran ins Hochhaus jemals funktionieren können? Wie kommt dieser Muskelberg innerhalb von wenigen Augenblicken durch dieses Hochhaus? Was zur Hölle tut dieser mächtige Rock, als er irgendwann „eine Brücke stablisiert“ (Wirklich eine Frage, die ich mir nach wie vor stelle)? Wieso ist Duct Tape nur so effektiv? Ganz ehrlich, wenn Tom Cruise für „Mission: Impossible 4“ Tape gehabt hätte, wäre er den Burj Khalifa in Nullkommanichts hochgeklettert.

Kurz gesagt: „Skyscraper“ macht keinen Sinn – in all seinen Action-Sequenzen, aber wenn ein Will Sawyer selbst einmal sagt: „Das ist einfach nur bescheuert!“, dann hat man wenigstens die Gewissheit, dass Johnson und Thurber diesen Film nicht zu ernst nehmen. Und das rettet ihn zum Glück und macht ihn ganz unterhaltsam – auf eine dumme, unterhaltende Art und Weise.

Wenn man dann eben auch noch ein Fan von „Stirb Langsam“ ist, kann man sich die Zeit zusätzlich noch damit vertreiben, die gefühlt tausenden Verweise auf John McTiernans Klassiker zu finden. Vom Sprung aus dem Fenster (McClane benutzte einen Schlauch, Sawyer nimmt einfach Seil), vom Cop-Sidekick (der im Original viel cooler ist) und dem anfänglichen Verdacht, McClane würde zu den Terroristen gehören (das passiert Sawyer auch) bis hin zu abstürzenden Hubschraubern und Tresoren in einem Hochhaus, die dringend geknackt werden müssen: Es ist alles da. „Skyscraper“ ist zum Glück trotzdem kein Remake, wir könnten uns wohlwollend auf den Begriff Hommage einigen. Das wäre noch okay. Immerhin steckt ja auch noch ein bisschen „Flammendes Inferno“ mit dabei.

„Skyscraper“ möchte einfach ein bisschen altes Katastrophen-Kino und Action-Film mit einander verbinden. Innovativ ist der Film dabei kein Stück, aber auf seine komplett überzogene Art und Weise unterhaltsam. Dwayne Johnson spielt den sympathischen Held – so wie immer und wird zum Superman, der links und rechts die Feinde wegkloppt und am Ende noch einen coolen Spruch auf den Lippen hat. Mit diesem Film wandelt er wirklich auch ein wenig auf den Spuren eines Schwarzeneggers – Muskelprotz-Action pur.

Ich habe es ja schon mehrfach gesagt: „Skyscraper“ ist unterhaltsam – auf eine Gaga-Weise. Der Film nimmt sich nicht ernst, also sollte man ihn wirklich auch nicht ernst nehmen. Dann kann man wirklich Spaß damit haben. Große Spannung kommt aber einfach nicht auf. Als ob Super-Johnson wirklich fehlbar wäre…

Wertung: 6 von 10 Punkten (dieses Hochhaus mag zwar größer sein, aber ich bleibe dann doch lieber beim Nakatomi Tower)

Das erste Reinemachen

11. Juli 2018

Prequels… ich weiß nie so richtig, ob ich davon nun ein Fan sein soll oder nicht. „Star Wars“ hat mir gezeigt, dass ich besser kein Fan sein sollte. Das „Planet der Affen“-Prequel-Reboot-Sequel-Was-auch-immer-Ding hat wiederum gezeigt, dass sowas mit einer guten Idee wirklich funktionieren kann. Am Ende ist es aber trotzdem ein Schritt, der in vielen Fällen nicht unbedingt notwendig ist. Wenn die Filme gut ausgebaut sind, weiß man genug über die Vorgeschichte und kann seine Fantasie ein wenig spielen lassen. Dann braucht es kein Prequel. Aber Hollywood gibt ja bekanntlich einen feuchten Dreck, was wir brauchen und was nicht. Deswegen MUSS auch jeder wichtige Film irgendwann ein Prequel bekommen – und gerade Horror-Filme sind prädestiniert dafür, uns die Vorgeschichte von XY zu zeigen. Ob wir nun wollen oder nicht. Aber wie gesagt, manchmal kann eine Vorgeschichte ja auch interessant sein… vorausgesetzt, man macht es gut. James DeMonaco hat sich selbst eigentlich eine gute Vorlage gegeben, aber sie nicht so ganz zur Vollendung geführt. Nach den ersten drei „Purge“-Filmen kommt jetzt mit „The First Purge“ die allererste Purge-Nacht.

In den USA herrscht Chaos… und die Regierung hat Schwierigkeiten, diesem Chaos Herr zu werden. Aus diesen Wirren steigt eine neue politische Partei hervor – die New Founding Fathers of America. Die kommen, dank der Psychologin Dr. May Updale (Marisa Tomei), auf die Idee, den wütenden Menschen eine Chance zu geben, ihrer Wut freien Lauf zu lassen. Für 12 Stunden… denn angestaute Wut muss abgebaut werden, dann geht es den Menschen sofort besser. Als Testort wird Staten Island auserkoren und die NFFA bietet den Anwohner sogar Geld, wenn sie bei dieser ersten Purge mitmachen. Ein cleverer Schachzug, leben dort doch hauptsächlich die Armen New Yorks. Trotz Protesten findet die erste Purge-Nacht statt… und die junge Nya (Lex Scott Davis) versucht mit ihrem Bruder Isaiah (Joivan Wade) und ihrem Ex-Freund und Obergangster von Staten Island Dmitri (Y’lan Noel) diese erste Nacht zu überleben.

Alles hat einen Anfang…

Ich mag die „Purge“-Filme, vor allem eben wegen diesem Gedanken-Experiment: Was würde es wirklich bringen, wenn man den Menschen gestatten würde, einmal im Jahr für 12 Stunden alles machen zu können, um jedweden Stress und Frust einfach abzubauen? Wie viel kaputtes Tier würde aus einem selbst herauskommen, wenn man diese Chance hätte? Eine gute Frage für einen Film. Natürlich sind die „Purge“-Filme Horror-Filme, dementsprechend eskaliert hier alles immer sehr heftigt (an dieser Stelle denkt euch bitte alle selbst das „Anchorman“-Meme „That escalated quickly!“). Jeder Teil wurde noch härter, noch blutiger und brutaler.

Teil 4 macht da keine Ausnahme und bleibt der Reihe treu. Nach anfänglichem Zögern wird auch hier bald gemetzelt, was das Zeug hält. Allerdings – und dafür bin ich James DeMonaco echt sehr, sehr dankbar – versteckt er einen kleinen Twist in dieser ersten Purge, damit wir nicht sofort den Glauben an die Menschheit verlieren. Und dennoch hätte ich mir mehr von diesem Film gewünscht – eben gerade weil er das Prequel ist. Letztendlich erzählt uns „The First Purge“ wirklich gar nichts neues, was wir nicht schon kannten. Am Ende ist er einfach nur ein weiterer Purge-Film, der nach der typischen Säuberungsformel vorgeht: kleine Gruppe versucht diesen Alptraum zu überleben. Als Film so an sich ist das „unterhaltsam“ und auch spannend, aber als „Purge“-Prequel hat mir das einfach nicht gereicht.

Ich hätte mir ein wenig mehr von Dr. May Updales vermeintlicher Forschung gewünscht. Ich hätte gerne mehr vom Aufstieg der NFFA erfahren. Das Problem ist dabei nur, dann wäre das halt kein „Purge“-Film mehr gewesen. Es wäre ein Polit-Thriller geworden, in dem eine verworrene Ideologie auf Basis der Wissenschaft ihren Weg in die Köpfe der Menschen findet. Sicherlich wäre das ein interessanterer Film geworden, wenn DeMonaco mit seinen ersten drei Filmen nicht schon die Horror-Schiene eingeschlagen hätte. „The First Purge“ hätte wirklich ein wenig tiefer in die Ursprünge dieser Nacht eintauchen können. Dem Ganzen ein bisschen mehr Hand und Fuß geben können – mit ein wenig Bullshit-Wissenschaft. Warum auch nicht? Sicherlich hätte man auch das irgendwie Horror-mäßig mit fiesen Experimenten vorab untermauern können. Wäre dann halt kein typischer Purge-Film gewesen, aber warum auch nicht?

So wird halt brav die Purge-Formel eingehalten und nicht viel neu gemacht. Ich muss gestehen, die Geschichte von Nya und ihrem Bruder fand ich noch spannend – gerade weil sie gegen das Purgen ist und er es doch versuchen will. Wer mir aber sehr auf den Keks ging, war Gangster Dmitri, der im Film mehr und mehr zu Rambo und Superman in einer Person wird, große Sprüche klopft und alles niedermäht, was sich ihm in den Weg stellt. Frank Grillo war in Teil 2 wenigstens noch wirklich kampferprobt. Dmitri ist einfach nur von 0 auf 100 Superheld!

„The First Purge“ macht nichts neu, was wünschenswert gewesen wäre (gerade für eine Vorgeschichte). „The First Purge“ macht aber auch nichts wirklich falsch – in seinem eigenen Purge-Universum. Es ist halt alles wie immer. Und am Ende wirklich nur was für Fans der Reihe.

Wertung: 6 von 10 Punkten (unterhaltsam auf seine Weise, aber schon eine verpasste Chance, das Purgen ein wenig mit eigener „Mythologie“ zu untermauern)

Operation Cobalt

9. Juli 2018

Mein bester Freund nervt mich seit Wochen und Monaten mal wieder damit, dass ich unbedingt eine ganz bestimmte Serie gucken soll. Und gut, ich wehre mich komischerweise immer wacker gegen seine Vorschläge, nur um sie am Ende doch anzunehmen und dann auch tatsächlich toll zu finden (so verdanke ich ihm „Bojack Horseman“, „Buffy“ und „Angel“ und meine wiederentdeckte Liebe zu „The Walking Dead“). „The Walking Dead“ ist dabei ein gutes Stichwort: Besagter Freund ist irgendwann ein wenig von Rick Grimes und Co. abgewichen. Er hat’s immer noch geguckt, aber seine Begeisterung war ein wenig dahin. Dafür hatte er die Spin-Off-Prequel-Serie aber mehr und mehr in sein Herz geschlossen – und liegt mir jetzt seit Wochen und Monaten damit im Ohr, ich müsse doch unbedingt „Fear The Walking Dead“ gucken. Die Serie sei mittlerweile viel besser als die Mutter-Serie und die aktuelle vierte Staffel wäre einfach nur der Hammer und mal was ganz Neues. Ich habe mir das brav angehört, aber immerhin wieder gesagt: „Ich glaube eher nicht. Es gibt so viele andere Serien. Bla bla bla…“ Was mich jetzt letztendlich umgestimmt hat, der Serie doch eine Chance zu geben, ist die nicht enden wollende Euphorie seinerseits über die vierte Staffel. Und da Staffel 1 von FTWD ja nur sechs Folgen hat (ganz im Sinne von „The Walking Dead“ Staffel 1) habe ich es mal geguckt.

Der Ausbruch eines unbekannten Virus trifft die Bewohner von Los Angeles vollkommen unerwartet. Keiner weiß, woher das Virus kommt. Sicher ist nur, es scheint die Toten wieder zu beleben. Doch anfangs will das niemand so richtig wahr haben. In den Wirren der anfangenden Zombie-Apokalypse versucht die kleine Patchwork-Familie von Madison Clark (Kim Dickens) mit dieser Situation klar zu kommen. Ihr Sohn Nick (Frank Dillane), ein Heroin-Süchtiger, hat den ersten Kontakt mit den Untoten, doch zu dem Zeitpunkt will ihm noch keiner so richtig glauben. Weder seine Mutter noch Schwester Alicia (Alycia Debnam-Carey) noch Madisons Verlobter Travis (Cliff Curtis). Doch irgendwann nimmt die Epidemie Übermaß – und das Militär schreitet ein.

Gruppenfoto – ohne Untote

Es ist wie mit jedem Prequel, oder? Die berühmte Frage, ob man so dringend erzählen muss, wie alles angefangen hat. Gut, Rick lag in „The Walking Dead“ ja ziemlich lange im Koma und hat nicht mitbekommen, wie die Welt den Bach runter ging. Aber muss man da jetzt noch eine Serie draus machen? Ich muss gestehen, ich bin nach Staffel 1 von „Fear The Walking Dead“ noch ein wenig unschlüssig. Immerhin kann „Fear“ dem ganzen Zombie-Ausbruchsszenario nicht wirklich etwas Neues hinzufügen, was wir nicht letztendlich schon tausend Mal in anderen Filmen oder Serien gesehen haben. Das Militär ist überfordert, die Menschen flüchten in Panik. Es werden Quarantäne-Zonen eingerichtet, die vermeintlich sicher sind, nur damit sie sich irgendwann als doch nicht so sicher erweisen und überrannt werden. Erzählerisch behandelt „Fear The Walking Dead“ all diese Dinge recht konventionell und ohne so wirklich was Neues dazu zu erfinden. In der Welt von „The Walking Dead“ ist das eine nette Randnotiz, aber jetzt auch nichts, was man sich nicht so hätte herleiten können.

Ihr merkt, so ganz hat es scheinbar doch nicht mit mir und „Fear The Walking Dead“ geklappt… aber auch wenn ich die Story jetzt nicht super aufregend fand, war es doch irgendwie auch interessant zu sehen. Es ist halt einfach mal ein anderer Blickwinkel und mit Madisons kleiner Familie ist eine interessante Gruppe aus unterschiedlichen Charakteren in diesem Chaos gefangen. Doch ich muss auch ehrlich sagen, dass mich außer Madison und Nick die anderen Charaktere nicht so wirklich interessiert haben. Madison und Nick sind noch am stärksten ausgebaut – Madison, weil sich halt alles einfach von Anfang an um sie dreht und wir erleben, wie ihre kleine, vermeintlich heile Welt so langsam zerfällt; Nick, weil er einfach ein Junkie ist und gleichzeitig auch ein gerissenes Schlitzohr, der irgendwie versucht, sein Ding durchzuziehen. Alle anderen sind schmückendes Beiwerk. Nur noch interessant sind der am Ende eingeführte undurchsichtige Strand (Colman Domingo), der zumindest vermuten lässt, dass er ein cooler Charakter werden könnte und Daniel Salazar (Ruben Blades), der sich schon mal als Foltermeister unter Beweis stellt und sicherlich noch für Ärger sorgen wird.

Alles in allem bin ich von „Fear The Walking Dead“ noch nicht so ganz überzeugt. Die ersten sechs Folgen, die erste Staffel war nett, aber mehr auch noch nicht. Ich weiß nicht, ob ich bei so einem Prequel noch mehr hätte sehen wollen, wie die Regierung reagiert, wie vielleicht die Wissenschaft reagiert. Vielleicht hätte man das Ganze mal komplett anders aufziehen können als nur wieder eine Familie in den Vordergrund zu rücken. Wie gesagt, das war alles nicht schlecht und liefert ein paar kleine neue Ansätze im „Walking Dead“-Universum, so richtig umgehauen hat es mich aber noch nicht.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Walking Dead Origins fängt langsam an)

Der Wagen vom Chef

6. Juli 2018

Manchmal wünschte ich, ich würde nicht so eine innerliche Verpflichtung zu meinem Blog und natürlich zu euch, meinen treuen Lesern haben. Denn dann würde es mir wahrscheinlich leichter fallen, zuhause einfach mal einen Film auszumachen, der mir einfach nur auf den Keks geht. Doch nach knapp 10 Jahren des Bloggens schaltet sich in dem Moment, an dem ein normaler Mensch einfach ausschalten würde, ein Schalter bei mir um… ich fange an, die Dinge, die mich stören, noch weiter zu analysieren. Ich fange schon an mir zu überlegen, was ich alles an diesem Film zerreißen möchte – und schaue gefühlt nur noch halb richtig hin, während ich in Gedanken schon die Liste für den kommenden Verriss schreibe. Und wenn ich ehrlich sein soll: Es macht ja auch Spaß, dann und wann mal einen Verriss zu schreiben. Immer nur gute Filme vorzustellen, ist doch langweilig 😀

Also zum Wohle des Blogs, zur Freude (hoffentlich) von euch – kommt jetzt die Warnung: Lasst die Finger von dem Film „The Lady in the Car with Glasses and a Gun“. Ich weiß, der Titel klingt verdammt cool und war eigentlich auch das, was mich zu diesem französischen Film in allererster Linie gezogen hat. Doch leider ist der Titel auch schon fast das Einzige, was an diesem Film cool ist – zumal der Titel eine kleine Lüge ist: es gibt die Lady, es gibt das Auto und auch die Brille, nur auf die Waffe müssen wir verdammt lange warten müssen. Aber ich greife voraus.

Die junge Sekretärin Dany (Freya Mavor) soll über Nacht bei ihrem Chef ein wichtiges Projekt beenden, während er mit seiner Frau auf eine Party geht. Pflichtbewusst erfüllt Dany ihre Aufgabe, nur um am nächsten Tag eine neue zu bekommen. Chef und Frau (Benjamin Biolay und Stacy Martin) wollen in den Urlaub und Dany soll sie zum Flughafen fahren. Anschließend soll sie dann bitte den Wagen, einen schicken Thunderbird, zurückfahren. Statt jedoch nach Paris zu fahren, will Dany ans Meer und „entführt“ den Wagen vom Chef. Und dann wird es merkwürdig… mehr und mehr Leute auf ihrer Fahrt zum Meer behaupten, sie schon einmal gesehen zu haben, was eigentlich unmöglich ist. Nur es hört da einfach nicht auf.

 

„The Lady in the Car with Glasses and a Gun“ versucht ganz verzweifelt auf Mystery zu machen. Allerdings tut sich Regisseur Joann Sfar extrem schwer damit, diese Mystery-Geschichte auch nur ansatzweise aufzubauen. Es kommen halt einfach nur ständig irgendwelche Leute, die Dany anquatschen, die ist irgendwann genervt, faucht die Leute an und fährt quasi weiter zur nächsten Person, die sie solche Sachen fragt. Das nervt nicht nur Dany, sondern nervte auch mich extrem schnell. Sfar baut hier kein Geheimnis auf, es ist einfach nur merkwürdig – und wird nur noch merkwürdiger, als Dany in einer Tankstelle angegriffen wird und keiner bemerkt was. Dabei saßen gerade noch gefühlt 10 Leute da rum, aber keiner bemerkt es, dass da auf einmal noch eine andere Person auftaucht, einen junge Frau überfällt und wieder abhaut.

Wie gesagt, „The Lady in the Car with Glasses and a Gun“ möchte gerne super mysteriös sein, klatscht aber einfach nur eine Abfolge von sonderbaren Situationen aneinander, ohne diese clever miteinander zu verbinden. Ganz zu schweigen von der nicht minder absurden Episode mit einem Typen namens Georges (Elio Germano), die gefühlt auch nur dazu da war, um ein bisschen Sex in den Film zu bringen. Es macht einfach nichts an dieser Geschichte einen Sinn. Beim Gucken hatte ich echt das Gefühl, Sfar hatte einfach nur irgendwann diesen coolen Titel im Kopf und hat verzweifelt versucht, daraus einen Film zu machen. „The Lady in the Car with Glasses and a Gun“ wäre besser gewesen, wenn sie wirklich einfach nur durch Frankreich gewesen wäre und einfach so ein paar Leute getroffen hätte. Diese Mystery-Sache, in der dann irgendwann auch noch eine Leiche auftaucht, macht keinen Sinn und wird nur noch bescheuerter, wenn man die Auflösung serviert bekommt, bei der man dann wirklich einfach nur mit dem Kopf schütteln kann. Einfach nur dumm.

Das Einzige, was der Film kann, ist tatsächlich gut aussehen. Das liegt zum einen an dem tollen Auto und zum anderen liegt das an Freya Mavor. Von der konnte Joann Sfar und sein Kamera-Mann Manuel Dacosse offensichtlich nicht die Augen lassen. Denn gerade zu Beginn des Films ist diese Kamera schon teilweise sehr unangenehm voyeuristisch. Mavor ist wirklich eine sehr attraktive Frau, aber wir starren ihr ständig nur auf die langen Beine, auf den Hinter und in den Ausschnitt. Wer diese Dany ist, die sie da spielt, interessiert hier nach fünf Minuten scheinbar niemanden mehr. Womit die Probleme dann weitergehen: Wenn man sich wenigstens für diese junge Frau interessieren würde, würde man sich ja vielleicht noch wundern. Aber sie ist langweilig ohne Ende – ihre plötzlichen Selbstgespräche machen keinen Sinn, ihr ganzes Verhalten macht keinen Sinn, dieser Film macht einfach keinen Sinn. Sfar hat kein Gespür für seine Hauptdarstellerin, kein Gespür für seine Geschichte – alles was er hat, ist ein schönes Auto, eine schöne Frau und einen schönen Titel. Leider macht das keinen guten Film.

Wertung: 3 von 10 Punkten (eine Schlaftablette von einem Film, der so gerne cool und kultig sein wollte und nichts davon hinbekommt)

Chat mit einem Unbekannten

4. Juli 2018

Ist Kristen Stewart eigentlich mehr als nur Bella aus „Twilight“? Eine Frage, die ich mir noch nie so richtig beantworten konnte. Ich kenne sie ja nur aus diesem einen Film, den ich tatsächlich auch gesehen habe und all den Trailern zu den anderen Vampir-Filmen, die ich gesehen habe (also die Trailer, aber nicht die Filme). Dann war sie irgendwann ein verschlafenes und langweiliges Schneewittchen und das war’s für mich mit Madame Stewart. Letztens habe ich sie dann noch in „American Ultra“ gesehen, aber auch das war nicht wirklich so nennenswert. In meinen Augen steht Stewart da als Schauspielerin also nicht sonderlich hoch im Kurs… doch ich höre natürlich, dass auch sie immer wieder in tollen Filmen mitgespielt haben soll. Filme, die ich nicht gesehen habe. Deswegen und weil ich letztens darüber bei Miss Booleana darüber gelesen habe, bin ich beim „Personal Shopper“ mit Stewart in der Hauptrolle gelandet.

Unter der Führung des „Die Wolken von Sils Maria“-Regisseurs Olivier Assayas, der Stewart ja mehrere Auszeichnungen bescherte, wird die einstige Vampir-Liebhaberin zu einem Personal Shopper. Als Maureen kauft sie für das Starlet Kyra (Nora Waldstätten) Klamotten, Schmuck und sonstiges. Dafür reist sie immer wieder zwischen Paris und London hin und her. Gleichzeitig muss sie aber auch den Tod ihres Bruders Lewis verarbeiten. Der starb sehr jung an einem Herzinfarkt, doch Maureen ist noch nicht bereit, sich von ihm zu verabschieden. Denn die beiden glauben fest daran, dass es nach dem Tod noch weiter geht und so wartet Maureen auf ein Zeichen ihres Bruders… und schon bald bekommt sie auch eins. Als sich dann auch noch ein Unbekannter per Telefon-Nachrichten bei ihr meldet, fragt sich Maureen, ob das möglicherweise ihr Bruder sein könnte.

DEN Pulli hat sie sich allein gekauft.

„Personal Shopper“ entführt uns in eine recht skurrile Welt. Ich finde allein die Tatsache, dass jemand als Personal Shopper für einen Star seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, wahnsinnig interessant. Leider ist die Beziehung zwischen Shopper und Star für diesen Film nicht sonderlich wichtig – und auch das Shoppen selbst, ist dann eher unspektakulär. Aber gut, ich bin auch froh, dass es nicht mehr Gewicht hatte, denn wer will schon einen Film, der den Titel „Personal Shopper“ zu ernst nimmt?

Stattdessen verbindet Assayas das eher unspektakuläre Leben einer jungen Frau in Trauer und Einsamkeit mit einer interessanten Frage: Gibt es etwas nach dem Tod? Sprechen die Geister mit uns? Bleiben die Seelen irgendwie bei uns? Das Schöne an „Personal Shopper“ ist, dass der Film jetzt dadurch kein wirklicher Horror-Film wird. Es bleibt trotz einiger „gruseliger“ Szenen doch mehr ein Drama um eine junge Frau. Eine junge Frau, die ihren Platz nicht wirklich gefunden hat. Die ihrem Bruder nachtrauert und die scheinbar nur so dahin treibt. Eine Frau, die dann natürlich auf diesen unbekannten Jemand sehr schnell anspringt – trotz anfänglicher Bedenken.

Hier kommen wir aber zu einem Punkt, bei dem ich ein wenig zwiegespalten bin. Auf der einen Seite ist das ein interessanter Aspekt im Film, gerade, weil man es automatisch irgendwie mit Maureens Bruder verbindet und dann doch nie so wirklich weiß, wer es dann eigentlich ist. Auf der anderen Seite hat es mich tierisch genervt, gefühlt die Hälfte der Zeit Kristen Stewart dabei zu zusehen, wie sie Nachrichten schreibt, Nachrichten liest, Nachrichten ignoriert, ihr Telefon ausschaltet, ihr Telefon wieder anschaltet, auf Nachrichten wartet. Das war wirklich nicht meins, zumal sie die Frage nach dem unbekannten Chatter nie wirklich weiter verfolgt

Doch das ist der einzige Punkt, an dem ich bei „Personal Shopper“ meckern würde. Ansonsten ist es ein ziemlich spannender Film mit einer – und Achtung, jetzt kommt’s – einer großartigen Kristen Stewart, die diesen Film ganz allein auf ihren Schultern trägt. Denn letztendlich hängen wir an ihr wie Geister. Wir beobachten sie beim Schreiben, beim Lesen, beim Shoppen, beim schlimme Dinge entdecken – und Stewart verleiht dieser Maureen die nötige Tiefe, um mit ihr auch ein wenig mitleiden zu können.

Eine Sache habe ich jetzt verschwiegen… auch wenn „Personal Shopper“ mehr ein Drama ist, so hat der Film doch auch ein paar Grusel-Elemente, die tatsächlich ziemlich gut platziert sind und effektiv genutzt werden (es ist jetzt kein „Hereditary“, aber gerade, weil man es in diesem Film so manchmal gar nicht erwartet, sind die kleinen, aber fein platzierten Szenen extrem gut). Horror funktioniert also auch in der Welt von „Personal Shopper“. Ein Film, der dann am Ende noch mit einer wunderbaren letzten Szene ein wenig vom Hocker haut. Es ist eine äußerst interessante und spannende Schlussnote, die Assayas setzt. Ein letzter furchtbar faszinierender Gedanke, der noch lange in den Abspann hinein nachwirkt und zum Denken anregt – und dem ganzen Film clever eine kleine neue Note gibt. Hut ab dafür!!!

Wertung: 8 von 10 Punkten (cleveres und intensives kleines Indie-Drama mit einer schönen Note Horror und einer umwerfenden Stewart)