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Random Sunday #55: Die Wand

30. Mai 2021

Ich sammle überall ungelesene Bücher… ich habe erst vor kurzem mit Erschrecken feststellen müssen, wie viele Bücher allein auf meinem Kindle noch darauf warten, gelesen zu werden. Unglaublich, als würde ich nur Kindle lesen… dabei schwankt das bei mir immer sehr, welches Medium ich zum Lesen verwende. Mal habe ich lange Bücher-Phasen, dann wieder Kindle-Phasen. Ich will mich nie auf eins festlegen, dazu habe ich es zu gerne, dass sich die Bücher in meinem Regal stapeln (aber definitiv muss ich bald mal die Liste auf dem Kindle ein wenig abarbeiten). Unter diesem Stapel gibt es auch einen mit Büchern, die mir meine Mama gegeben hat. Mit dabei ist ein Roman, der da schon verdammt, verdammt lange liegt… „DIE WAND“ von Marlen Haushofer.

Eine Frau reist mit ihrer Cousine und deren Ehemann zu einer Jagdhütte im Gebirge. Hier wollen sie ein paar ruhige Tage verbringen. Eines Abends verabschieden sich Cousine und Ehemann, um im Dorf noch in die Gaststätte zu gehen. Als unsere Protagonistin am nächsten Morgen aufwacht, fehlt von ihren beiden Begleitern jede Spur. Sie macht sich auf den Weg ins Dorf und wird dabei von einer unsichtbaren Wand gestoppt. Während auf der anderen Seite der Wand scheinbar alles Leben vernichtet wurde, muss die Frau nun allein klarkommen…

Die Prämisse klingt schon mal sehr spannend, wer jetzt aber ein Science-Fiction-Roman erwartet, wird wohl enttäuscht. Stattdessen liefert uns Haushofer eine ruhige Schilderung des ungewohnten Alltags ihrer Protagonistin. Die namenlose Frau versucht mit all ihren Mitteln, ihre Situation zu begreifen und vor allem zu meistern. Was ich dabei am interessantesten fand, war die Tatsache, dass ihr selbst die Frage nach der Herkunft der Wand mehr und mehr egal wird. Zu Beginn beschäftigt sie die unheimliche Wand und das Ereignis, das ihr Erscheinen in der Welt ausgelöst hat sehr, doch irgendwann gerät das in den Hintergrund. Die Wand ist nun mal ein Fakt. Daran kann sie nichts ändern. Es erinnerte mich an „The Walking Dead“ (von allen Dingen, an die es mich erinnern könnte): Da schert sich auch niemand mehr darum, dass es das Zombie-Virus gibt. Sie können eh nichts dagegen machen.

Anders als bei TWD ist „Die Wand“ jetzt aber kein Action-Spektakel, sondern eben der ruhige Bericht einer Frau, die froh ist, dass sie einen Hund hat, eine Katze und später sogar eine Kuh und einen Stier. Ich muss an dieser Stelle aber auch gestehen, dass mir diese Berichterstattung zuweilen einfach viel zu viel war: Kuh-Melken, Erdäpfel und Bohnen pflanzen, Stroh beschaffen, Holz hacken, Gegend erkunden… Haushofer nimmt sich sehr viel Zeit, das eintönige Leben der Frau in (zu vielen) Details aufzuschlüsseln. Ich war am Ende einfach ein bisschen genervt von weiteren Gedanken über Stroh, die Kuh oder das Essen. Mir war das Ganze ein wenig zu langatmig…

Ich glaube, ich bin da zu sehr beeinflusst durch andere Sachen. Ich hätte mir lieber noch ein paar mehr Versuche gewünscht, der Wand zu entkommen (auch wenn sie ja irgendwann einsieht, dass ein Entkommen ihr auch nichts bringen würde, aber diese Einsicht ist zu Beginn ja noch nicht da… und da denkt sie ja sogar noch darüber nach, sie unten durch zu buddeln). Auch die Begegnung mit dem einzigen Menschen (und ja, Spoiler) kommt erst am Ende und ist dann innerhalb von zwei Seiten wieder vorbei. Natürlich begegnet ihr hier ein Tod bringendes Monster, dennoch hätte ich mir von dieser Begegnung etwas mehr gewünscht.

„Die Wand“ ist eine sehr entschleunigte Erzählung, in der wir den Reflektionen der Frau folgen… wie sie langsam erkennt, was für ein eigenartiges Leben sie doch früher führte, was ihr damals wichtig erschien, schert sie hinter der Wand kein bisschen mehr. Sie kommt von der Moderne zurück ins Natürliche und erkennt, dass vieles von dem, was wir meinen, wir bräuchten es, nutzlos ist. Haushofer macht das sehr gut… dieser Blick zurück auf das alte Leben hält dem Leser selbst ein wenig den Spiegel vor. Das ist die große Stärke des Romans, der mich aber, wie schon gesagt, etwas Anstrengung gekostet hat… weil er dann doch zu oft ins Eintönige verfällt.

Zu Besuch bei Oma und Opa mit Shyamalan

28. Mai 2021

M. Night Shyamalan war mal der Shit schlechthin. Mit seinem ersten großen Spielfilm „The Sixth Sense“ begeisterte er Fans und Kritiker und löste eine Diskussion los, bei der die Angeber gerne meinen: „Oh, ich habe das schon gleich zu Beginn gewusst!“. Danach folgte „Unbreakable“, den ich immer noch für hart unterschätzt und vielleicht sogar für Shyamalans besten Film halte. Doch schon da war der Hype Shyamalan ein bisschen vorbei, hatte ich das Gefühl. Als drittes kam „Signs“ mit Kornkreisen und Mel Gibson, den ich auch noch mag… doch danach geht es für mich steil bergab. „The Village“ scheitert an seiner bescheuerten Auflösung, „Lady in the Water“ war einfach nur grausig insgesamt, „The Happening“ war auf absurde Weise lustiger als er hätte sein dürfen und „The Last Airbender“ hat einfach nur wehgetan – besonders mir als Fan der Serie. Danach habe ich wirklich aufgehört, mir Shyamalan-Filme anzuschauen. Erst „Split“ hat mich wieder ins Kino gelockt… dabei habe ich dann den einen Film unterschlagen, den offensichtlich alle sehr von Shyamalan mochten: „THE VISIT“. Schon damals las ich, dass das wieder der gute alte M. Night sein sollte, den man so lange vermisst hat. Aber ich war skeptisch… deswegen hat es so lange gedauert, bis ich mich an diesen Film gewagt habe.

Die geschiedene Mutter Loretta (Agatha Harkness… äh, ich meine natürlich Kathryn Hahn) will mit ihrem neuen Freund eine Kreuzfahrt machen. Deswegen schickt sie ihre Kinder Becca (Olivia DeJonge) und Tyler (Ed Oxenbould) zu ihren Eltern. Zu denen hat sie nach einem Ereignis, über das sie nicht reden möchte, seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr gehabt. Deswegen sind Becca und Tyler auch ein bisschen aufgeregt, Pop Pop (Peter McRobbie) und Nana (Deanna Dunagan) kennenzulernen. Die herangehende Filmemacherin Becca will das Ganze mit der Kamera einfangen… doch irgendwie sind Pop Pop und Nana komisch. Und zwar besonders nachts.

Ich hatte schon ganz vergessen, dass „The Visit“ ja quasi ein Found-Footage-Film ist und ich bin nicht unbedingt ein Fan dieser Art von Filmen. Zum Glück erspart uns Shyamalan zu viel Wackelkamera. Schließlich ist Becca eine Filmemacherin mit Niveau. Das fand ich schon mal nicht schlecht. Auch der anfängliche Spannungsaufbau in „The Visit“ hat mir gefallen. Der ganze Filme wirkt anfangs wie eine amüsante Familienkomödie, in der es zum Aufeinandertreffen der Generationen kommt. Die Jugend gegen das Alter. Doch schon hier hatte ich ein Problem mit dem Film: Die Kids.

Ich will nichts an Olivia DeJonges oder Ed Oxenboulds Performance schlecht reden. Die zwei Jungdarsteller sind wirklich gut. Mein Problem liegt eher darin, wie sie geschrieben worden sind. Die wirken beiden als wären sie keine Teenager, sondern schon deutlich älter. Gerade Tyler ging mir dabei auch besonders auf den Keks, wenn er seine krassen Freestyle-Rap-Lyrics über die Hoes und Bitches zum Besten gibt. Sorry, aber wer schreibt denn so Kinder? Selbst die Kids bei Abrams „Super 8“ oder die aus „Stranger Things“ sind immer noch sehr viel natürlich Kinder, als Tyler und Becca. Becca wirkt auf ihre Art viel zu abgeklärt, viel zu erfahren. Und Tyler nervt halt einfach nur. Da hätte ich mir dann doch lieber Kinder gewünscht, die ein bisschen mehr als Kinder greifbarer sind…

Wer dagegen wundervoll creepy ist, ist Deanna Dunagan als Nana. Brrr… von Anfang an umgibt die etwas unheimliches. Man kann es nie so richtig greifen, aber hinter ihrem freundlichen Lächeln schlummert die ganze Zeit etwas gruseliges. Wenn man sie dann später nachts nackt durchs Haus laufen sieht oder hört, wie sie, wie ein Tier an der Wand oder der Tür kratzt, ist Gänsehaut vorprogrammiert. Hier zeigt sich dann, dass Shyamalan eine schön unheimliche Atmosphäre aufbauen kann. Das ist so der Punkt, wo das Ganze dann wirklich auch interessant wurde.

Enttäuscht hat mich „The Visit“ dann aber leider wieder mit der Auflösung. Zum einen fand ich sie fast einen Zacken zu extrem (man hätte es sicherlich auch „sanfter“ auflösen können und hätte trotzdem den gleichen Effekt gehabt), zum anderen wird das Ganze am Ende auch einfach etwas plump. Das wirkt ein bisschen, als hätte Shyamalan unter dem Zwang gestanden, seiner Geschichte unbedingt wieder einen krassen Twist am Ende geben zu müssen. Auch Lorettas Reaktion, als sie ahnt, was da passiert, kommt – für das Ausmaß der ganzen Sache – ziemlich verzögert. Hier hätte Shyamalan ruhig auch etwas mehr Gas geben können.

Alles in allem fand ich „The Visit“ nett, aber mehr leider auch nicht. Die große Rückkehr zum großartigen Storytelling eines M. Night Shyamalans ist das jetzt nicht gewesen, aber ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Wertung: 5 von 10 Punkten (nett, mehr aber auch nicht)

Die Frauen hinter der Werbung

26. Mai 2021

Es war anfangs ein etwas schweres Unterfangen. „MAD MEN“ Staffel 1 wollte sich mir anfangs nicht so richtig erschließen. Es wirkte alle recht belanglos, sehr oberflächlich. Doch irgendwann entdeckte ich zwei Dinge: 1) ich darf die Serie nicht bingen und 2) die Frauen hinter der Werbeagentur Sterling Cooper sind so viel faszinierender als die Männer. Ich frage mich, ob das gewollt ist oder nicht. Während Don Draper und Co. recht klar zur Schau gestellt sind und eindeutig in Schubladen zu packen sind, sind es die Frauen – Peggy, Joan und Betty – die Staffel 1 sehr interessant gemacht haben. Und deswegen war ich dann auch gewillt, Staffel 2 eine Chance zu geben. Und was soll ich sagen? So langsam werde ich zum Mad Men… bleibe aber auch in Staffel 2 dabei: Die Frauen hinter der Werbung sind um einiges interessanter – was man in Staffel 2 auch deutlicher noch hervorhebt.

Der größte Schock ist wohl immer noch Peggys (Elisabeth Moss) Schwangerschaft. Am Ende von Staffel 1 bringt sie das Kind zur Welt, das sie Pete (Vincent Kartheiser) zu „verdanken“ hat. Dennoch hält sie das nicht von ihrer Karriere ab. Das Kind wird bei der Mutter abgeladen und Peggy bemüht sich weiter, ihre Position unter den männlichen Copywritern auszubauen. Bei den Drapers kriselt es gefährlich: Betty (January Jones) erfährt nun sicher von einer Affäre ihres Mannes und schmeißt Don (Jon Hamm) daraufhin aus dem Haus. Der begibt sich auf „Sinnsuche“ – und es werden wieder ein paar Geheimnisse aus der Vergangenheit Drapers offenbart. Außerdem sorgt dann auch noch die Kubakrise für Panik.

Staffel 2 von „Mad Men“ ist wirklich eine enorme Steigerung zur ersten. Was vielleicht auch einfach daran liegt, dass man diesen Wust an Charakteren etwas besser überblicken kann. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl, dass die Macher sich nun doch mehr um einzelne Schicksale bemühen und nicht mehr so breit gefächert erzählen. Das Draper’sche Drama nimmt natürlich einen Hauptteil ein… und hier ist wieder dieser Punkt. Don habe ich in diesem Augenblick nie bemitleidet. Mein Mitgefühl galt immer eher der armen Betty, die an dieser Situation unterzugehen scheint. Staffel 1 hat uns ja gezeigt, wie man geschiedene Frauen in den 60er Jahren gesehen hat – Betty war selbst eine von denen, die der neuen Nachbarin Helen das Leben nicht einfach machte. Betty jetzt selbst in dieser Situation zu sehen, ist verdammt hart…

Ich fand’s gut, dass „Mad Men“ in Staffel 2 gerade Dons Leben umkrempelt. Wenn er als vermeintlicher Held dieser Serie funktionieren soll, kann halt nicht einfach alles so laufen, wie er das gerne hätte. Allerdings fand ich die Kalifornien-Episoden mit Don auf Sinnsuche ein bisschen öde, aber sie gibt uns auch wieder einen netten, wenn auch kurzen Einblick in die ganze Dick-Whitman-wird-Don-Draper-Nummer.

Neben all dem wird es bei Sterling Cooper auch viel interessanter. Ich habe es ja schon bei Staffel 1 gesagt: Aber ich finde die Figur der Peggy Olsen einfach nur super. Elisabeth Moss ist wunderbar in dieser Rolle. Wie die sich durch diesen Haufen an Kerlen kämpft und jetzt auch noch in Staffel 2 gegen ihre Mutter und ihre Schwester ankämpfen muss. Der Neuzugang Colin Hanks als Pfarrer Gill erschwert ihr Gemüt noch mehr… und wenn sie am Ende Pete gesteht, dass sie sein Kind geboren und weggegeben hat, ist einer der heftigsten Momente, den ich bislang bei „Mad Men“ erlebt habe.

Womit ich dann – nachdem ich ihn in meiner Kritik zu Staffel 1 ignoriert habe – kurz noch zu Vincent Kartheiser kommen will. Ich kannte ihn bislang nur als Connor bei „Angel“, jetzt hier in „Mad Men“ ist er noch besser. In Staffel 1 fand ich ihn einfach nur widerlich und unangenehm – was zeigt, wie gut er diesen Pete spielt, der so gerne und ganz verzweifelt zu den Großen gehören möchte. Staffel 2 stellt ihn vor neue Herausforderung und es ist am Ende extrem makaber, dass er mit seiner Trudy (Alison Brie) nicht schwanger werden kann und seine kurze Affäre mit Peggy ihn sein Kind kostet. Ich bin gespannt, was daraus noch gemacht wird.

„Mad Men“ Staffel 2 konzentriert sich jetzt stärker auf die Dramen hinter den Damen und Herren der glitzernden Werbe-Welt… und das sorgt dann auch bei mir dafür, dass ich dem Bingen jetzt doch nicht mehr ganz so abgeneigt bin. Zwischen den einzelnen Episoden liegt in Staffel 2 mehr Kontinuität, wodurch die Spannung einfach besser gehalten wird.

Wertung: 8 von 10 Punkten (packender und emotionaler als Staffel 1)

Viva Zombie Vegas

24. Mai 2021

Zack Snyder hat, so kann man es ohne großen Widerspruch sagen, einen grandiosen Start ins Jahr 2021 hingelegt. Seit „Justice League“ von 2017 war es ja recht still um den Regisseur geworden. Was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass er seine Tochter verloren hatte. Doch so langsam kehrt Snyder zurück und das hat mit voller Wucht. Erst erfüllte er sich und allen Fans da draußen den sehnlichen Wunsch nach dem Snyder-Cut von „Justice League“. Jetzt darf er endlich ein Projekt veröffentlichen, das schon 2007 das erste Mal angekündigt wurde und seitdem in der Produktionshölle schmorrte: „ARMY OF THE DEAD“. Dieser neue Zombie-Film von Snyder kommt allerdings mit noch viel größeren Ambitionen daher als seine neue Version von „Justice League“. Aus „Army of the Dead“ soll ein ganzes Franchise werden. Ein Prequel-Film (unter der Regie von Matthias Schweighöfer namens „Army of Thieves“) ist bereits bestätigt… ebenso wie eine Animationsserie. Doch taugt „Army of the Dead“ zum Franchise? Wir wissen immerhin was mit Filmen passiert, die so großspurig daherkommen (husthustTheMummyhusthust).

Las Vegas wird von einer Horde Zombies überrannt. Das Einzige, was man tun kann: Die gesamte Stadt einzäunen und fertig. Doch die Regierung will ganz auf Nummer Sicher gehen und in einem Tag die Stadt mit einer Atombombe dem Erdboden gleichmachen. In dieser Zeit will der schmierige Casino-Besitzer Bly Tanaka (Hiroyuki Sanada spielt nach Scorpion nun einen Fiesling) noch an 200 Millionen Dollar kommen, die in der von Zombies überfluteten Stadt auf mutige Retter warten (klingt ein bisschen wie der Plot von „Peninsula“, nur mit weniger Geld). Tanaka heuert dafür den ehemaligen Söldner Scott (Dave Bautista) an, der schon während des Zombie-Ausbruchs in der Stadt gewesen ist. Scott stellt ein Team zusammen (in dem unter anderem auch der schon erwähnte Matthias Schweighöfer einen deutschen Safe-Knacker spielt) und geht in die Stadt… doch die Zombies sind ganz anders als übliche Zombies.

„Army of the Dead“ geht schon famos los. Das Intro erinnert an Snyders „Watchmen“-Anfang und erzählt in sich geschlossen schon die Geschichte eines eigenen Films: Wie nämlich die Zombie-Apokalypse ausbricht, wie Scott und sein Team darin eine hohe Persönlichkeit in bester „Escape from New York“-Manier retten. Das funktioniert alles in nur wenigen Minuten und stellt uns dabei gleichzeitig auch mal eben unsere wichtigsten Charaktere vor, ohne dass es irgendwelcher Worte bedarf. Damit legt Snyder schon mal gut vor. Danach allerdings erlebt der Film einen leichten Hänger, was bei einer insgesamten Länge von über zwei Stunden aber natürlich irgendwo auch normal ist, aber in diesem Fall ein klein wenig nervt. Der fulminante Start wird erstmal durch eine lange Charakter-Vorstellung abgelöst, in der Scott sein Team zusammenfügt. Das ist irgendwo okay, zieht sich aber ein bisschen. Am Ende dauert es knapp 50 Minuten, bis der tatsächliche Film überhaupt losgeht und die Truppe von Scott in Las Vegas einmarschiert. Dieser lange Vorlauf hätte nicht zwingend sein müssen, da Snyder den Charakteren im Gefecht und in Vegas genügend Zeit gibt, sich – jeder auf seine Weise – zu etablieren.

Die Charaktere sind dabei echt gut und bunt gemischt. Bautista funktioniert echt gut als Anführer, bekommt sogar eine echt tragische Familiengeschichte auf den bulligen Leib geschrieben, die in ihren emotionalen Momenten wahnsinnig gut rüberkommt. Überhaupt haben mir die kleinen, gefühlvollen Momente in diesem Film echt verdammt gut gefallen… und die gibt es auf beiden Seiten (Mensch und Zombie). Aber kurz zurück zu den Charakteren: Matthias Schweighöfer nervt mal nicht, sondern ist als ängstlicher Safe-Knacker echt gut (ich frage mich nur, wie sein Charakter im Prequel sein wird, da sollte er sich doch eigentlich mit Zombies schon auskennen und in diesem Film ist er da noch echt sehr schreckhaft). „Sons of Anarchy“-Star Theo Rossi hat eine witzige kleine Nebenrolle und auch „Fear The Walking Dead“-Star Garret Dillahunt ist mit dabei und ist wunderbar undurchsichtig. Der gesamte Cast passt wunderbar zusammen. Die Damen, allen voran Ana  de la Reguera und Ella Purnell, sind herrlich badass und Comedian Tig Notaro gibt dem Ganzen immer mal wieder einen sympathisch-zynischen Unterton. „Army of the Dead“ liefert wirklich ein klasse Team vor der Kamera ab (die übrigens von Snyder selbst gehalten wurde 😀 )

Die Zombies sind aber auch sehr erwähnenswert, denn die sind nicht unbedingt wie normale Zombie. Was auch mal erfrischend anders, wenn auch nichts Neues ist. Aber selbst bei denen gibt es starke emotionale Momente (die – leichter Spoiler – ein wenig an „I am Legend“ erinnern). Selbst die Zombies werden richtige Charaktere, werden nachvollziehbare Tötungsmaschinen und haben eine interessante Hintergrundgeschichte, die im Anfang des Films angedeutet, aber aus der später nicht mehr gemacht wird. Da könnten das Prequel und / oder die Serie das Ganze etwas weiter ausbauen. Auf jeden Fall ist es sehr unterhaltsam, was Snyder aus diesen Zombies macht… die haben eine richtige Hierarchie, die haben sogar Zombie-Pferde, auf denen sie reiten können und Zombie-Tiger.

Die Action, die „Army of the Dead“ dann mit diesen Zombies und dem Team verbindet, ist herrlich over-the-top, schön brutal und abwechslungsreich. Es gibt eine tolle Szene mit „schlafenden“ Zombies, die dann aber natürlich irgendwann wach werden und in der sich dann der Cast, Kamera-Mann Snyder und die Blutfontänen so richtig austoben.

Abgesehen von ein paar Längen gerade am Anfang entwickelt „Army of the Dead“ einen richtig guten Sog. Die Story ist nicht das Gelbe vom Ei, funktioniert für das, was sie sein soll aber gut. Die Action und der Cast sind unschlagbar gut. Das ist mal ein Zombie-Film, der wirklich Spaß macht. Ein riesiger Blockbuster mit der richtigen Mischung an Gore, Emotionen und guten Figuren. Daraus darf von mir aus gerne mehr werden. Der Film lässt sich da ja auch alle Möglichkeiten offen.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Zack Snyder is back – und das mit einem mehr als nur unterhaltsamen Knall)

Die schlimmste Familie aller Zeiten?

21. Mai 2021

Phil Lord und Chris Miller scheinen mir schon zwei sehr kreative Köpfe zu sein, die es immer wieder schaffen, herrlich verrücktes Zeug abzuliefern. Egal ob nun als Autoren (wie Lord bei „Into the Spiderverse“), als Regie-Duo (wie bei „21 Jump Street“ oder „The LEGO Movie“) oder als Produzenten… wie jetzt beim neu auf Netflix erschienen Animationsabenteuer „THE MITCHELLS VS. THE MACHINES“… ein Film, der dazu auch noch von einem Mann gedreht wurde, der sich in der Serie „Gravity Falls“ kreativ austoben durfte: Mike Rianda. Dazu kommt der leicht verrückte Over-the-Top-Stil, den schon „Into the Spiderverse“ perfektioniert hat und fertig ist ein Familien-Animationsabenteuer über eine schrecklich nette Familie in Zeiten der Roboter-Apokalypse.

Katie (Abbi Jackson) will endlich an die Uni in Kalifornien, wo sie weiterhin an ihrer Karriere als Filmemacherin arbeiten will. Die hat sie bislang mit der Hilfe ihres kleinen, Dinos liebenden Bruders Aaron (Mike Rianda) und dem etwas ulkigen Hund der Familie, Monchi, gedreht. Leider hat ihr Vater Rick (Danny McBride) nicht so viel Verständnis für die Wünsche seiner Tochter, sehr zur Verzweiflung von Mama Linda (Maya Rudolph), die sich doch so sehr wünscht, das Vater und Tochter wieder näher zueinander finden. Ein letzter Roadtrip nach Kalifornien soll das kitten… wäre da nicht der Aufstieg der Maschinen unter der Führung der gemeinen virtuellen Assistentin PAL (Olivia Colman), die alle Menschen ins All jagen will. Doch zum Glück sind da noch die Mitchells, die nun als Familie zusammenarbeiten und die Welt retten müssen.

Gerade der Anfang von „The Mitchells vs. the Machines“ hat mir echt Hoffnung gemacht. Katies Filme sind herrlich verrücktes Zeug und alles, was sich um sie dreht, wird in wunderbar schrillen Farben, mit verrückten Filtern und irrsinnigen Schnitten auf uns geballert, das man schon Angst haben muss, von der Farbgewalt des Films erschlagen zu werden. Aber dieser ganze noch sehr familiäre Anfang ist für mich so das Herzstück des Films. Die unterschiedlichen Familienmitglieder werden auf wunderbare quirlige Art und Weise eingeführt und vorgestellt. Die wirken alle so herrlich chaotisch, verrückt, aber auch liebevoll und das macht irgendwie einfach nur Spaß.

Leider (und das ist ein „Leider“-Meckern auf sehr hohem Niveau) fällt der Film danach von seinen vor allem visuell aufregenden Ideen etwas ab und wird „normaler“. Wenn die Robo-Apokalypse ausbricht, fährt Mike Rianda ein paar Gänge runter und liefert uns ein amüsantes, aber nicht mehr so aufregendes Abenteuer, wie der Anfang es verspricht. Das ist dann ein klassisches „Familie muss Differenzen überwinden, um ihr Ziel zu erreichen“-Szenario, das süß und familienfreundlich umgesetzt wird. Ein paar gute Lacher sind auch da drin (vor allem die Tatsache, dass die Roboter nicht mehr funktionieren, weil sie nicht sagen können, ob Hund Monchi nun ein Hund, ein Schwein oder ein Laib Brot ist. Das macht alles Spaß und ich habe auch wirklich viel gelacht, aber das große Highlight ist der Film am Ende doch nicht… was gerade in Anbetracht der Tatsache, wie kreativ und verrückt das Ganze anfängt, einfach ein kleines bisschen schade ist.

Auch was die Story angeht, hätte ich mir ein bisschen mehr Innovation gewünscht als einfach nur Evil-Robot-Queen, die aber immerhin wunderbar von Olivia Colman gesprochen wird. Dennoch verfällt hier „The Mitchells vs. the Machines“ in ein paar übliche Klischees… die Kinder natürlich so Null stören werden… und mich eigentlich auch nicht zu sehr. Ich bin nur trotzdem etwas enttäuscht, dass der Film nicht noch schriller gewesen ist 😀

Wie gesagt, das ist Meckern auf hohem Niveau… denn auch so ist „The Mitchells…“ ein schneller und vor allem unterhaltsamer Film, der mit seiner Botschaft nach mehr Verständnis für einander zum Glück nie zu kitschig wird und es dabei schafft, zumindest ein kleines bisschen gesellschaftskritisch zu sein – gerade wenn es um Anerkennung aus sozialen Medien und unsere fast schon bedingungslose Hingabe zu allem Elektrischen geht.

Deswegen: „The Mitchells vs. the Machines“ ist kurzweiliges und amüsantes Familienkino, das in meinen Augen gerne diesen wilden Stil des Anfangs hätte halten können.

Wertung: 7 von 10 Punkten (herrlich wilder Anfang, ab da recht normal, aber immer noch sehr liebenswert)

Konkurrenzkampf mit Mama

19. Mai 2021

Ich habe einen sehr guten Freund, mit dem ich gemütlich romantische Komödien und Serien gucken kann. Weil er aber mit Horror-Filmen nicht klarkommt, gucke ich die dann mit seiner Freundin. So ist ein interessantes Gespann entstanden, wo wir uns auf unsere „Männerabende“ freuen, bei denen wir dann RomComs oder ähnliches gucken. Es ist schon eine verrückte Welt, in der wir leben. Mit eben diesem Freund habe ich vor einiger Zeit auch angefangen, „SEX EDUCATION“ zu schauen. Staffel 1 haben wir schon schwer gefeiert, da haben wir uns natürlich – wie es sich für männliche Männer gehört – tierisch gefreut, als Staffel 2 verkündet wurde. Allerdings mussten wir eine ganze Weile warten, bis wir die dann endlich mal in Ruhe gucken konnten. Gut Ding will eben Weile haben. Aber irgendwann kam unsere Zeit und wir konnten uns an Staffel 2 dieser wunderbaren Serie ergötzen.

Otis (Asa Butterfield) kann endlich masturbieren. Doch so richtig kommt er immer noch nicht mit seiner Beziehung zu Ola (Patricia Allison) klar – zumal die auch noch nicht so richtig weiß, wie sie mit ihrer Sexualität umgehen soll. An der Schule bekommt Otis zusätzlich noch Schwierigkeiten: Nicht nur kehrt seine große Liebe Maeve (Emma Mackey) zurück, auch seine Mutter Dr. Jean Milburn (Gillian Anderson) wird als Sex-Ratgeberin an der Schule angestellt – und versaut Otis das Geschäft.

Season 2 macht genau das, was man von einer guten Fortsetzung erwartet: Sie spinnt alles noch viel größer und noch viel weiter. Die einzelnen Charaktere werden viel stärker ausgebaut, was der Vielfalt der Serie so unfassbar gut tut. Ola bekommt ihre eigene Story. Otis bester Freund Eric (Ncuti Gatwa) bekommt seine eigene Story. Dr. Millburn wird weiter ausgebaut. Maeves Geschichte wird durch ihre Mutter weiter vertieft. Ihre beste Freundin Aimee (Aimee Lou Wood) bekommt die traurigste und gruseligste Story der Season überhaupt. Es ist einfach, als würde Oprah Autos verteilen… so verteilt Staffel 2 von „Sex Education“ mehr Tiefe. Das ist unglaublich toll, weil man sich bei jedem Cut darauf freut, wer wohl jetzt als nächstes dran ist.

Dabei muss ich auch einfach wiederholen, was ich schon zu Staffel 1 gesagt habe: Es ist unglaublich erfrischend, wie gut die Serie mit Sexualität umgeht. Da wird kein Tabu draus gemacht, da werden alle möglichen Themen angesprochen – und das ohne dabei „preachy“ zu sein. Alles kann, nichts muss – scheint das Motto zu sein. Und dank wirklich gut geschriebener Drehbücher und toller Darsteller wirkt das auch nie aufgesetzt oder peinlich oder sonst irgendwas. Die Serie nimmt jeden einzelnen Charakter und seine Probleme ernst und kehrt nichts unter den Teppich.

Richtig großartig ist in Staffel 2 die vorletzte Episode, die sehr stark an „The Breakfast Club“ angelehnt ist und alle Mädchen während des Nachsitzens über ihre Sorgen und vor allem darüber sprechen, welche Erfahrungen sie mit sexuellen Übergriffen hatten (immerhin das große Thema, wenn es um Aimees Charakter geht). Diese eine Folge ist schon wirklich der absolute Hammer. Die hat eine Wucht, das ist echt unglaublich.

Das Finale ist dann auch toll… und an dieser Stelle möchte ich mal laut ins Internet schreien, dass ich von „Sex Education“ bitte eine Special Episode haben möchte… und zwar eine, in der Lilys (Tanya Reynolds) erotische Musical-Version von „Romeo und Julia“ in voller Länge zu sehen ist. Was Staffel 2 hier nur fürs Finale auffährt, ist schon ziemlich krass und so lustig.

„Sex Education“ weiß aber auch wirklich gut mit Sex, Humor und Drama umzugehen. Auch wenn es im Finale von Staffel 2 vorhersehbar kitschig wird, ist das einfach schön. Da kann Staffel 3 gar nicht schnell genug kommen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (die Serie etabliert sich weiter zu einer der besten der letzten Jahre)

Das Fenster zur anderen Straßenseite

17. Mai 2021

Ich habe letztes Jahr, meiner Mama sei Dank, den wirklich sehr unterhaltsamen Thriller „The Woman in the Window“ von A.J. Finn gelesen – eine spannende Story mit einer interessanten und gut geschriebenen Protagonistin und ein Buch, das sich vor allem für Film-Liebhaber mehr als nur eignet. Und so, wie das Buch geschrieben war, hat man schon von Anfang an gemerkt, dass sich Autor Finn dringlichst eine Verfilmung seines Romans gewünscht hatte. Was dann auch passierte: „Anna Karenina“-Regisseur Joe Wright nahm sich des Stoffes an und machte Amy Adams zu seiner „THE WOMAN IN THE WINDOW“. Doch trotz eines starken Casts ist der Film am Ende nicht die gewünschte Neuinterpretation von „Das Fenster zum Hof“…

Anna Fox (Adams) leidet seit einem schweren Schicksalsschlag an Agoraphobie und hat ihr Haus schon lange nicht mehr verlassen. Sie ertränkt ihre Einsamkeit in Alkohol, vermischt das Ganze leider mit ihren zig verschiedenen Medikamenten und lebt einsiedlerisch mit ihrer Katze und einem gut gefüllten Regal voller Filmklassiker in ihrem viel zu großen Haus. Eines Tages ziehen gegenüber neue Nachbarn ein. Zuerst macht der Sohn der Russells, Ethan (Fred Hechinger) seine Aufwartung, dann folgt seine Mutter Jane (Julianne Moore). Doch irgendwann beobachtet Anna gegenüber einen Streit, bei dem sie sieht, wie Jane erstochen wird. Problem ist nur: Keiner will ihr glauben. Die Polizei wird eingeschaltet… doch Janes Mann Alistair (Gary Oldman) versteht das alles nicht, denn seine Frau Jane (Jennifer Jason Leigh) lebt doch. Schnell wird das Ganze auf Annas Mix aus Alkohol und Medikamenten geschoben… doch die ist sich sicher, dass Jane tot ist.

Um mal das Buch kurz außer Acht zu lassen: Rein äußerlich betrachtet ist „The Woman in the Window“ ein ziemlich groß aufgelegter Film. Das Ganze ist hochkarätig besetzt und die Darsteller geben sich ihren Rollen auch wirklich gut hin. Allen voran Amy Adams, die in der Rolle von Anna Fox komplett aufgeht. Es tut echt weh, sie so leiden zu sehen. Zu sehen, wie sehr sie an sich zweifelt und irgendwie versucht, die Welt um sich herum in klare Verhältnisse zu bringen. Auch Gary Oldman ist als aufbrausender Nachbar bedrohlich und fies. Im Geheimen gibt es in diesem Film sogar eine „Falcon and the Winter Soldier“-Reunion, denn sowohl Wyatt Russell als auch Anthonie Mackie spielen kurz mal mit… Am Cast kann man bei diesem Film also wirklich nicht meckern.

Auch optisch hat Joe Wright einige fantastische Bilder zu liefern, die einmal mehr zeigen, dass er wirklich ein sehr visueller Regisseur ist. Das große Haus (übrigens auch ein fantastisches Set) wird von ihm gut genutzt und wird zu einem richtigen Charakter.

Doch damit beende ich ein wenig die Lobeshymnen auf den Film. Die Story wirkt sehr überhastet und überladen – und teilweise ignoriert sie einfach auch elementare Dinge. Wie zum Beispiel Annas Agoraphobie. Es gibt sowohl im Buch als auch im Film Szenen, in denen Anna raus muss – weil es nicht anders geht. Während das im Buch (das ja auch aus der Sicht von Anna erzählt wird) echt nervenzerreißend ist, hat Anna im Film irgendwie nie ein sonderlich großes Problem damit, mal eben aus dem Haus zu rennen. Allein daraus hätte der Film einfach wirklich mehr machen sollen und müssen.

Gleichzeitig wirkt die Story auch zu gehetzt… gerade wenn man das Buch kennt, wirkt es echt so, als würde Joe Wright wichtige Punkte in Annas Entwicklung einfach mal überspringen. Die Spannung, die gerade die berühmte Inspiration von Hitchcock ausmachte, fehlt „The Woman in the Window“ in vielen Punkten. Stattdessen versteckt sich das Ganze zu sehr hinter Annas Alkohol-Konsum und verfehlt dabei die Chance, den Terror ihrer Verzweiflung und die spannende Ermittlung ihrerseits weiter auszubauen. Da gibt es dann zwischendurch schnell mal zusammengehackte Szenen, in denen ein bisschen im Internet recherchiert wird und das muss dann reichen. Gerade bei dem Cast hätte ich mir dann doch gewünscht, man hätte die ganzen Charakterentwicklungen besser ausgearbeitet.

„The Woman in the Window“ ist kein schlechter Film, aber gerade im Vergleich zum Buch verliert er bei mir viele Punkte. Zumal da einfach viele Dinge drin sind, die man auch filmisch gekonnter hätte umsetzen können. Leider handelt Wright das alles aber einfach etwas zu voreilig und schnell ab und verliert dabei auch an Stimmung innerhalb des Films, bei dem die Spannung nie so richtig aufkommen will, weil einfach viele der vermeintlichen Überraschungen und versuchten Irreführungen (die im Buch halt einfach so viel besser passieren, weil sie aus Annas Perspektive erzählt werden) zu offensichtlich und zu schnell zu durchschauen sind.

Wertung: 5 von 10 Punkten (ein starker Cast garantiert leider auch nicht immer einen guten Film)

Random Sunday #54: Die Chroniken des Aufziehvogels

16. Mai 2021

Haruki Murakami gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Auch wenn ich nicht jedes Buch von ihm wie wild abfeiere (gerade die jüngeren Bücher waren vielleicht nicht immer so unbedingt meins – so harte ich zum Beispiel doch ein wenig mit „Die Ermordung des Commendatore“ zu kämpfen und auch „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ haben mich nicht so abgeholt, wie ich es sonst bei Murakami gewohnt war). Murakami zu lesen ist aber (egal ob ich ein Buch nun besonders mag oder nicht) immer ein Erlebnis. Doch jahrelang gab es da ein Erlebnis, das einen bitteren Geschmack hinterlassen hatte. Während des Studiums brachte mich ein guter Freund Murakami näher. Durch ihn lernte ich „Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt“ kennen und lieben, ging auf „Wilde Schafsjagd“ und erkor später „Kafka am Strand“ zu einem meiner absoluten Lieblingsbücher. Doch irgendwo dazwischen las ich nichts Böses ahnend „Mister Aufziehvogel“. Ein Roman, der sich mir nie so richtig erschloss und den ich als eher schlecht in Erinnerung behielt.

Erst sehr viel später checkte ich dann, warum das der Fall war: „Mister Aufziehvogel“ wurde damals aus dem Englischen übersetzt… und der englische Übersetzer Jay Rubin „erlaubte“ sich noch zahlreiche Kürzungen des Romans und angebliche Korrekturen von Logikfehlern des Autors. Autsch… kein Wunder, dass ich den „Aufziehvogel“ nie so ganz verstehen konnte. Erst 2020 erschien endlich eine neue Auflage unter dem Titel „DIE CHRONIKEN DES AUFZIEHVOGELS“, dieses Mal direkt aus dem Japanischen übersetzt – und dann auch noch von Ursula Gräfe, die deutsche Hauptübersetzerin von Murakamis Texten. Sie liefert nun quasi den „Director’s Cut“, der auch direkt mal 300 Seiten länger ist… und tatsächlich auch so viel besser.

Es beginnt alles mit einem merkwürdigen Anruf, den Toru Okada eines Tages bekommt. Eine Frau, die er nicht kennt, ist am Apparat und will ihn nur für 10 Minuten sprechen. Als das Gespräch dann aber plötzlich sehr sexuell wird, legt Okada auf. Er hat schließlich andere Sorgen: Er sucht seinen Kater. Seine Frau Kumiko bringt ihn irgendwann sogar mit einem Medium in Verbindung, die bei der Suche nach dem Tier helfen soll… doch dann verschwindet auf einmal Kumiko einfach so aus Herrn Okadas Leben – und der Kater ist sein geringstes Problem. Bei der Suche nach seiner Frau kommt Okada selbst mit vielen anderen Frauen in Kontakt: dem Medium Malta Kano und deren Schwester Kreta Kano, die von Kumikos einflussreichem Bruder auf eine besonders obskure Art und Weise misshandelt wurde. Seine Nachbarin, die junge May Kasahara sowie die mysteriöse Frau am Telefon gehören auch noch dazu. Dafür, dass Herr Okada seine eigene Frau sucht, hat er weiterhin viele Frauen in seinem Leben, wie May Kasahara mal lakonisch bemerkt. Später spielt dann noch ein Brunnen eine besondere Bedeutung in Herrn Okadas Leben und die Geschichte des japanisch-sowjetischen Grenzkonflikts ebenso.

„Die Chroniken des Aufziehvogels“ ist ein ordentlicher Wälzer. Knapp 1000 Seiten dick und ein wunderschönes Beispiel dafür, wie herrlich verschroben und komisch Murakami schreiben kann. Die Geschichte von Toru Okada ist gespickt mit Sex, mit Verwirrung, mit Geschichte, mit Brutalität, mit vielen Fragezeichen. Mehr denn je zeigt sich hier aber auch, wie gut Murakami darin ist, all das unter einen Hut zu bekommen. Das Ganze ist gewürzt mit dieser Prise Murakami Magie, die uns in andere Welten entführt, die nicht unsere zu sein scheinen. Hier und da hatte ich gerade bei den „Chroniken des Aufziehvogels“ Flashbacks zu bestimmten Episoden aus „The Leftovers“, wenn Kevin im Quasi-Jenseits durch dieses Hotel irrt. Etwas ähnliches passiert auch Okada.

Die Suche nach seinem Kater, die dann durch die viel aufregendere Suche nach seiner Frau abgelöst wird, treibt Herrn Okada voran und bringt ihn und uns als Leser in Situationen, die sich nur ein Murakami ausdenken kann. Die nur ein Murakami interessant und faszinierend erzählen kann. Was ist schon an einem Typen, der sich in einen Brunnen hockt, spannend? Eigentlich nichts, aber wenn er dadurch auf einmal in andere Ebenen gerät schon.

Okadas Suche ist sexy, tiefsinnig, ergreifend und manchmal auch einfach nur lapidar erzählt, aber Murakami führt uns mit diesem verzweifelten Mann durch seine Geschichte. Hier und da verliert sich das Ganze in extremer Gewalt… die vor allem anderen Menschen als Herrn Okada wiederfährt, die aber trotzdem immer auch irgendeinen Bezug zu seiner Suche oder zu den Menschen um ihn herum hat. Es ist schon spannend, wie Murakami hier die Schicksale verschiedener Menschen mit der einen Suche des Herrn Aufziehvogels, wie May Kasahara Okada immer nennt, verbindet.

Es gibt nur eine Sache, die mich etwas verwirrt hat. In Teil 3 (das Buch ist in drei Teile geteilt) kommt Kapitel 2, das sehr viel besser und logischer erst zwischen Kapitel 8 und 9 gepasst hätte… und ich bis heute nicht rausgefunden habe, ob das von Murakami so gewollt gewesen ist (vielleicht ist das auch einer dieser „Logikfehler“, die Jay Rubin in seiner Übersetzung berichtigt hat). Aber letztendlich hat mich das auch nicht zu sehr aus dieser Geschichte gerissen…

… und die ist wirklich nur Murakami pur. Die verschiedenen Charaktere, die Okada über den Weg laufen, sind typisch Murakami. Okada selbst ist auch einfach nur ein klassischer Murakami „Held“, der sich unerwartet in einem Chaos wiederfindet und einen Weg da raus sucht. Die ganzen Verstrickungen des Schicksals, der Kampf um Macht, um Liebe und all das herrlich magische und wirre Drumherum machen den „Aufziehvogel“ zu meiner neuen Murakami-Nummer-Eins. Ursula Gräfe ist einfach auch eine tolle Übersetzerin, die es schafft, Murakamis Magie wunderbar ins Deutsche zu übertragen.

Trotz seiner Fülle bin ich förmlich durch „Die Chroniken des Aufziehvogels“ gerast und war auch im Nachhinein noch schwer beeindruckt. Jetzt muss ich nur noch kosten, ob mir Cutty Sark so gut schmeckt wie Murakami, der dem Whiskey ja schon einen besonderen Platz in seiner Geschichte einräumt.

Die Neuübersetzung lohnt sich auf jeden Fall… für jeden Murakami-Fan ein Muss!

Finde dein Arcana!

14. Mai 2021

Als ich vor einiger Zeit zum ersten Mal (!) die Video-Spiel-Verfilmung „Mortal Kombat“ von Paul WS Anderson aus den 90ern gesehen habe, war ich doch angetan. Die ganze Geschichte um Outworld und Earth Realm hatte was. Die Action war nett, die Settings wirklich faszinierend… und mein letzter Satz in der Kritik zum Film schrieb ich folgendes: „Gleichzeitig ist es ein Film, der durchaus ein Remake mit besseren Choreografien, mehr Gewalt und cooleren Effekten verdient hätte […]“ Natürlich schrieb ich das, wohlwissend, das so ein Remake ins Haus stand, das von „Saw“- und „Conjuring“-Regisseur James Wan (leider nur) produziert wurde. Doch je mehr ich über das „MORTAL KOMBAT“-Reboot las, desto sicherer war ich mir, das Ding wird gut. Man engagierte wirklich Darsteller, die den hohen Anforderungen an die Kampf-Szenen auch gewachsen waren und wollte so einfach sicher gehen, dass der Action-Anteil des Films so wird, wie man es sich als Fan der Spiele und / oder Fan von Martial-Arts-Filmen wünscht. Und der Film liefert wirklich ordentlich ab.

Shang Tsung (Chin Han) ist kurz davor, die Erde für seinen Meister Shao Kahn einzunehmen. Outworld hat neun Mal das Mortal Kombat gewonnen, ein letzter Sieg und die Invasion kann beginnen. Doch eine Prophezeiung macht Shang Tsung Sorgen: Die Blutlinie des Hanzo Hasashi (Hiroyuki Sanada) wird die Champions der Erde vereinen, um den Sieg Outworlds zu verhindern. Deswegen umgeht Shang Tsung ein weiteres Turnier und schickt seinen besten Kämpfer Sub-Zero (Joe Taslim) auf die Erde, um alle Träger des Drachenmals (das Zeichen der Champions) zu töten. Sein erstes Ziel ist Cole Young (Lewis Tan), der das Mal seit seiner Geburt trägt… doch Cole wird von Jax (Mehcad Brooks) und Sonya Blade (Jessica McNamee) gerettet. Gemeinsam mit ihr, dem Söldner Kano (Josh Lawson) und Liu Kang (Ludi Lin) wird Cole daraufhin von Lord Raiden (Tadanobu Asano) ausgebildet. Doch Shang Tsungs Schergen sind im Anmarsch.

Ich habe mit den neuen „Mortal Kombat“ mit einem waschechten Mortal-Kombat-Fan geguckt (einfach um auch zu sehen, wie Fans der Spiele auf den Film reagieren)… und ja, er war schwerst begeistert. Er konnte mir brav alle Charaktere benennen und war auch sehr zufrieden damit, wie deren einzelne Geschichten und Figuren aufgebaut und erzählt wurden. Natürlich gibt es auch für Fans hier und da etwas zu meckern – zum Beispiel die Tatsache, dass „Mortal Kombat“ dieses Mal komplett ohne ein „Mortal Kombat“ an sich auskommt. Wenn man sich aber mal anschaut, was noch geplant ist, macht es schon fast Sinn: Sub-Zero-Darsteller Joe Taslim hat für insgesamt vier Filme unterschrieben, sollte das Reboot ein Erfolg werden (und bislang sieht alles sehr danach aus). Von daher muss man sich ein paar Sachen einfach noch aufsparen.

Ich war auch ohne die Spiele je gespielt zu haben, schwer begeistert von „Mortal Kombat“. Allein die ersten zehn Minuten, die noch im alten Japan spielen, sind großartig. Hier zeigt sich, was Joe Taslim für ein genialer Kämpfer ist (er spielte immerhin in „The Raid“ mit und konnte auch in großartigen Martial-Arts-Fest „The Night Comes for us“ sein Können unter Beweis stellen) und vor allem zeigt sich hier auch, dass das neue „Mortal Kombat“ alles richtig macht – nämlich die Kämpfe.

Die ziehen sich durch den gesamten Film und sind einfach nur super. Zum einen, weil sie herrlich fies brutal sind, zum anderen weil die Darsteller wirklich allesamt begabte Kämpfer sind. Joe Taslim erwähnte ich ja schon, Hauptdarsteller Lewis Tan bewies seine Kampfkunst in Serien wie „Iron Fist“ und „Into the Badlands“. Ludi Lin war schon im „Power Rangers“-Reboot ein richtiger Ass-Kicker und alle anderen Darsteller haben sich ordentlich ins Zeug gelegt, um ordentliche Kämpfe abzuliefern. Für die Fights allein – in aller ihrer Gewalt – lohnt sich das Reboot jetzt schon.

Die Charaktere selbst leiden ein wenig darunter. Cole wird nie wirklich als großer Held ausgebaut. Die ganze Nummer mit seiner Familie ist ein netter Touch, aber mehr auch nicht. Sonya Blade und ihr Interesse an Mortal Kombat dient auch nur der Tatsache, dass der Film irgendjemanden braucht, der Nicht-Spielern den Film erklärt. Und Liu Kang, der der Held der ersten beiden Filme gewesen ist, verkommt hier ein wenig zur Nebenfigur. Was all das angeht, hätte man den neuen „Mortal Kombat“ sicherlich sehr viel besser ausbauen können. Immerhin dieser Zwist zwischen Sub-Zero und Scorpion kommt gut rüber (ich habe mir sagen lassen, dass das schon wichtig ist). Aber ansonsten fehlt eine charakterliche Entwicklung schon. Diese Suche nach dem Arcana, ihrer inneliegenden Superkraft, wirkt sehr weithergeholt… aber trotzdem bin ich gewillt, dem Film all das zu verzeihen. Denn am Ende des Tages habe ich einen unterhaltsamen Film mit geilen Fights bekommen. Wenn ich Charakterdrama will, gucke ich mir was an, was nicht unbedingt „Mortal Kombat“ heißt 😀

Trotz des Meckerns machen die Charaktere schon Spaß (und wer weiß, Sequels könnten ja auch noch kommen, die das weiter ausbauen könnten) – gerade Kano in diesem Film ist ein absoluter Scene Stealer. Insgesamt hatte ich mit „Mortal Kombat“ eine gute Zeit. Das ist mal ein Blockbuster, der einfach nur Spaß macht, der die Kämpfe zelebriert und uns dabei wirklich absolut was fürs Auge liefert.

Wertung: 7 von 10 Punkten (herrliches Gekloppe, das Lust auf mehr macht)

Die fabelhafte Welt der Kimmy

12. Mai 2021

Ich suche immer wieder nach neuen Sitcoms. Allerdings habe ich so das Gefühl, dass die klassische Sitcom ein wenig tot ist. Das Format hat seinen Zenit überstiegen. Nach dem Finale von „The Big Bang Theory“ ist die letzte „große“ Sitcom nun auch zu Ende gegangen. Und versteht mich nicht falsch, es ist nicht schlimm. Es gibt ja viele andere tolle Comedy-Shows, die jetzt nicht gerade klassische Sitcoms sind, aber dennoch gute Unterhaltung liefern (mein Favorit ist ja im Moment nach wie vor „Brooklyn Nine-Nine“). Auf der Suche nach wieder etwas Neuem und nachdem ich nun gefühlt alle alten Sitcoms zum wiederholten Male durchgeguckt habe, stieß ich auf eine kleine, 4 Staffeln lange Comedy-Show, die ich bislang ignoriert hatte. Doch aus Ermangelung an guter Unterhaltung und der Tatsache, dass eine Kollegin im Büro so sehr von dieser Serie geschwärmt hatte (sie war es auch, die mir „Fleabag“ ans Herz gelegt– und somit ihre Vertrauenswürdigkeit in Sachen Serien-Empfehlungen bewiesen hatte), wagte ich es, mir „UNBREAKABLE KIMMY SCHMIDT“ anzuschauen – und war von Folge 1 an schwer in Ellie Kemper als Kimmy verliebt.

Kimmy Schmidt (Kemper) lebte 15 Jahre lang in der Gefangenschaft des Reverend Richard Wayne Gary Wayne (Jon Hamm), der sie gemeinsam mit drei weiteren Frauen in einem Bunker einsperrte – um sie so vor der Apokalypse zu schützen. Als Kimmy nach 15 Jahren befreit wird, ist die Welt eine ganz fremde für sie. Sie bezieht in New York bei ihrer Hippie-Vermieterin Lillian Kaushtupper (Carol Kane) ein und lebt dort fortan mit ihrem neuen Mitbewohner, dem affektierten Möchtegern-Schauspieler Titus Andromedon (Tituss Burgess). Einen neuen Job findet Kimmy dann auch bei der reichen Jacqueline (Jane Krakowski), für die sie als Nanny und Mädchen für alles arbeitet. Nach und nach lernt die über-ambitionierte, stets positive Kimmy das neue Leben außerhalb des Bunkers kennen.

Es ist die klassische „fish out of water“-Story, die hier auch für schöne Cultur-Clash-Momente sorgt. Aber diese Situationskomik ist es am Ende gar nicht so sehr, was „Unbreakable Kimmy Schmidt“ ausmacht. Tina Fey, die sich diese wunderbare kleine Serie ausgedacht hat, setzt viel mehr auf die Charaktere… und damit ist es dann auch egal, was sonst noch so passiert, so lange es guten, aussagekräftigen Charakteren passiert, ist das alles Gold. Und die Charaktere in dieser Serie sind die Serie.

Ganz, ganz oben steht natürlich Ellie Kemper. Ich glaube, ich bin wirklich ein bisschen verliebt. Ihre Kimmy Schmidt ist Zucker pur. So einen positiven Menschen habe ich in einer Serie schon lange nicht mehr erlebt. Kempers Kimmy sieht in allem etwas Gutes, nimmt alles erst einmal an. Klar, ich glaube, so ein Mensch könnte auf Dauer auch anstrengend sein… aber gerade auch das thematisiert die Serie ja. Wir sehen, wie die furchtbare Welt diesen wunderbaren, naiven, freundlichen Menschen immer wieder an seine Grenzen bringt. Aber Kimmy ist der Über-Optimist… die kämpft gegen alles. Ich könnte noch ewig weiterschreiben, Kimmy Schmidt selbst ist einfach wunderbar.

Aber auch die anderen Charaktere… wow. Tituss Burgess als Kimmys Mitbewohner ist super. Auf der einen Seite verkörpert Burgess mit seinem Titus zwar viele Stereotype homosexueller Männer, aber er veralbert das nie, zieht es nie ins Lächerliche. Was schon eine großartige Leistung ist. Natürlich schnappt er viele Klischees auf, verarbeitet sie aber so gekonnt in diese wunderbar herrliche Kunstfigur Titus, das man Burgess nur dazu gratulieren kann, wie gut ihm das gelingt. Er ist das perfekte Yang zu Kimmys Ying.

Ich könnte über jeden Charakter so schreiben: Carol Kane ist die perfekte Hippie-Braut, immer auf der Suche gegen das böse System zu kämpfen und Jane Krakowski ist wunderbar als trophy wife, die ihren Weg in die Selbstständigkeit sucht, in dem sie Kimmy alle Arbeiten aufbürdet.

„Unbreakable Kimmy Schmidt“ war für mich wirklich eine kleine Offenbarung. Eine wunderbare Comedy-Show mit einer der liebenswertesten Hauptfiguren der letzten Jahre. Auf der einen Seite finde ich es schade, dass schon nach vier Staffeln Schluss war, auf der anderen war das Finale so schön… und die „Rewatchability“ (ich liebe dieses unmögliche Unwort) dieser Show ist – gerade in Quarantäne-Zeiten als Mittel des Eskapismus – riesig!

Wertung: 9 von 10 Punkten (Kimmy Schmidt ist super und tatsächlich unbreakable)