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Brautjagd

30. September 2019

Ich habe es dieses Jahr mal wieder nicht zum Fantasy Filmfest geschafft… und wie jedes Jahr ärgert mich das tierisch. Da mache ich mir eine ewig lange Liste an Filmen, die ich gerne sehen würde… und irgendwas kommt dann doch dazwischen und die Liste wird in die stetig wachsende Watchlist eingefügt und macht diese nur noch länger. Denn leider ist es ja auch oft so, dass viele Festival-Filme nur selten ihren Weg ins reguläre Kino schaffen. Daher war ich umso glücklicher, als es dann doch mal wieder ein Film geschafft hatte… so konnte ich zumindest ein wenig FFF-Feeling aufkommen lassen, auch wenn es sich nur um eine spärliche besuchte Freitag-Nacht-Spätvorstellung handelte. Der Film, „Ready or not“, schien den sechs Leuten im Kino aber durchaus zu gefallen…

Wer in die Familie der Le Domas einheiratet, muss ein merkwürdiges Ritual über sich ergehen lassen. Die Dynastie, die ihren Reichtum zahlreichen Spielen zu verdanken hat, spielt mit dem neuen Familienmitglied ein Spiel. Meistens ist das harmlos, doch alle Jubeljahre zieht ein Unglücklicher die „Hide and seek“-Karte. Nach drei Jahrzehnten fällt dieses Schicksal auf Grace (Samara Weaving), die gerade den jüngsten Sohn der Familie, Alex (Mark O’Brien) geheiratet hat. Doch es handelt sich hier nicht um ein klassisches Versteck-Spiel. Grace wird von der gesamten Familie durchs Haus „gejagt“… nur sind die schwer bewaffnet und setzen darauf, Grace zu fangen und als Opfer darzubringen – denn vor Ewigkeiten ging das erste Familienoberhaupt einen teuflischen Deal ein.

Ich hatte ja schon erwähnt, die Leute bei mir im Kino hatten Spaß. Und da kann ich mich problemlos dazuzählen. Meine Güte… ich hatte das Gefühl, ich habe schon lange nicht mehr so eine simple, aber großartig gemachte Horror-Komödie im Kino gesehen. Wobei… das mit dem Horror ist vielleicht zu viel. Wirklich gruselig ist „Ready or not“ jetzt nicht. Aber da ein bisschen mit dem Übersinnlichen gespielt wird (der Deal der Familie) können wir wohl beim Horror bleiben. Der Komödien-Anteil ist dennoch deutlich stärker und das ist auch gut so.

Die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett fackeln wirklich nicht lange rum. Hochzeitsfeier, kleine Einführung und bumm… kaum geht die Jagd los, geht schon die erste Person drauf. Und nach und nach geht das immer so weiter. Dabei wird es ziemlich fies, ziemlich blutig und ziemlich los. „Ready or not“ splattert sich fröhlich durch seine Charaktere. Wie die hier drauf gehen, sorgt wirklich für Lacher… und es ist genau diese perfekte Mischung aus schwarzem Humor und Brutalität, die aus „Ready or not“ eine tolle Horror-Komödie machen.

Vom Plot her muss man bei „Ready or not“ jetzt keine großen Überraschungen erwarten. Natürlich ist die Story für jeden, der sich mit solchen Filmen ein wenig auskennt, ziemlich schnell vorhersehbar. Aber gerade weil der Film ein ordentliches Tempo an den Tag legt, sein Humor- und Blut-Level konstant hochhält, ist das zu verschmerzen. „Ready or not“ will einfach nur Spaß machen – und das gelingt!

Die Darsteller tun natürlich ihr Übriges. Die Le Domas Familie besteht aus intriganten Arschlöchern, bei denen man schon mal ein wenig mehr lachen muss, wenn diese arroganten Schnösel von der tapferen Grace was abbekommen. Die ist natürlich Dreh- und Angelpunkt des Films. Samara Weaving, die ich das erste Mal in „The Babysitter“ gesehen hatte, ist großartig. Es ist toll zu sehen, wie sie aus der Verzweiflung zu einer taffen Killerbraut erwacht, die selbst Tarantinos Braut alt aussehen lässt.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Schwiegereltern sind halt doch die Hölle 😉 )

4 Kommentare leave one →
  1. 2. Oktober 2019 20:25

    Ja, ein sehr amüsanter Film. Ich wusste bis vorgestern auch nicht, dass Samara die Nichte von Hugo Weaving ist. Na, Familienähnlichkeit ist glücklicherweise nicht so sichtbar :))

    • donpozuelo permalink*
      2. Oktober 2019 20:34

      Das hatte ich damals bei The Babysitter rausgefunden… und ja, zum Glück sehen die sich nicht so ähnlich.

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