Wie viel Action verträgt ein Action-Film? Die Frage stellte sich mir bei der „Betrachtung“ von „Transformers“: Shia LaBeouf und Megan Fox rennen durch die Gegend, Autos sprechen und verwandeln sich – dazwischen kurz eine Mini—Einführung in die Geschichte der großen Auto-Bots. Ansonsten knallt Regisseur Michael Bay alles an Trick- und Pyrotechnik auf die Leinwand, was er in Hollywood nur finden kann.
Nun ist „Transformers“ ja durchaus ein Film, denn man als „seriöser“ Filmeblogger eigentlich nur zerreißen kann (keine Sorge, mehr oder weniger so wird es auch ablaufen), aber dennoch komme ich nicht umhin, auch ein paar gute Sachen zu finden: Gerade am Anfang hatte ich echt noch die Hoffnung, es könnte ein halbwegs passabler Film werden. Gerade die Figur des Sam hatte irgendwo schon seine witzigen Seiten: die schräge Familie, der merkwürdige Hund, die noch merkwürdigeren Freunde und die große, heimliche Liebe. Klingt fast mehr wie „American Pie“, aber zum Glück werden wir auch gleich zu Beginn davon abgebracht, hier reinen Teenie-Kram zu erwarten. Dem unheilschwangeren Motto: „Nicht der Fahrer sucht sich das Auto aus, sondern das Auto den Fahrer“ nach könnte man fast denken: Jetzt kommt Stephen Kings „Christine“. Aber statt einfach nur eifersüchtig zu sein, ist Sams neue Kiste sogar recht hilfsbereit und spielt ein wenig den „Date Doctor“, um die scheinbar vergebene Liebesmüh doch noch in die richtige Richtung zu bringen.
Dabei darf sich dann Megan Fox in Pose begeben und ihren herrlichen, durchtrainierten Körper zeigen. Zugegeben, das sieht ziemlich billig aus und man stellt sich unweigerlich die Frage: Hat mein Automechaniker nicht so ein ähnliches Poster an seinem Spind hängen??? Aber gut, es ist ja bewiesen, dass das männliche Gehirn sowohl bei heißen Kurven als auch bei heißen Schlitten ordentlich ins Rotieren gerät. Was ist also besser als ein Film, bei dem beides zu sehen ist? Die „Fast and Furious“-Reihe hatte es vorgemacht, altes Spielzeug aus längst vergangenen Tagen kann das dann auch noch bieten.
Aber zurück zur Frage, wie viel Action verträgt denn nun ein Action-Film? „Transformers“ fällt nach ca. einer Stunde in ein Action-Loch und kommt da nicht wieder raus. Es gibt keine Atempause: nur fette Roboter, die sich gegenseitig verkloppen und kleine Menschen, die dazwischen rennen und versuchen, am Leben zu bleiben. Jetzt könnte man ja sofort erwidern: Halt, keine Atempause – das ist doch gut. Ich aber sage, keine Atempause schadet dem Film nur: es fliegen einfach nur noch Schrottteile, Raketen, Häuser und sonstige Sachen durch die Luft, hin und wieder ein dummer Roboter-Spruch und ein hetzender Shia LeBeouf. Nach einer Weile sieht das Ganze nur noch albern aus. Die Effekte sind teilweise durchaus sehenswert – aber es wird einfach zu viel des Guten.
„Transformers“ bleibt wohl eher was für die „junge“ Generation (habe ich mich jetzt gerade als alt bezeichnet???). Viel Bumm Bumm, wenig Story, ein heißes Weib, einige heiße Autos – was mich dann aber an den „Transformers“ doch sehr erstaunt hat, war die Tatsache, dass es selbst unter Robotern die klischeehafte Rassendiskriminierung „Der Schwarze stirbt zuerst.“ gibt. Vielleicht gehört „Transformers“ aber auch zu der Art von Filmen, die nur auf der großen Leinwand mit ordentlich Wumms in den Lautsprechern funktionieren – wer weiß. Eins ist für mich aber sicher: Teil 2 werde ich mir ersparen. Denn im Endeffekt sind die Filme doch nur Animationsfilme mit zwei echten Schauspielern. Da kann ich mir dann auch lieber die alte Trickfilm-Serie anschauen. Die habe ich wenigstens gerne geguckt.
Wertung: 4 von 10 Punkten (mit einer etwas besseren Story und etwas weniger Computer-Animation hätten mich die „Transformers“ vielleicht sogar mitreißen können)
Abschied nehmen musste ich von meiner Alma Mater.
Abschied genommen habe ich auch schon von meinen heimischen Gefilden, um die große weite Welt zu erobern.
Weiter als bis Berlin bin ich dabei aber erst einmal nicht gekommen.
Was ich damit sagen will: Der Don musste umziehen und wird in den nächsten Tagen in unserer lieben Hauptstadt ein neues Heim für sich schaffen müssen. Damit verbunden wird es sicherlich zu einigen „Filmrissen“ hier auf dem Blog kommen – zumindest bis mich das WORLD WIDE WEB wieder hat.
Bis dahin wünsche ich allen Lesern viel Spaß (auch ohne meine geistreichen Artikel).
Wir werden uns wiederlesen!!!!
Schon fast eine kleine Programm-Ansage, wenn man zu Beginn von Emmerichs “Independence Day“ den REM-Song zu hören bekommt. 1996 brachte Emmerich uns fast den Weltuntergang in Form fieser Aliens, die sich über die gesamte Welt verteilten und nach einem Countdown alles zerstörten, was unter ihnen war. Zum Glück für die Menschheit gab es genügend Helden, die etwas dagegen zu tun wussten: da war ein charismatischer US-Präsident (Bill Pullman), ein junger Flieger-Pilot (Will Smith), ein Computer-Experte (Jeff Goldblum) und viele mehr, von denen man auf den ersten Blick nicht damit rechnen würde, dass ausgerechnet sie sich als Helden qualifizieren. Aber irgendwie packen sie es, reißen sich zusammen und retten die Welt.
Roland Emmerich – der Name ist eigentlich Programm, wenn es darum geht, die Welt in Flammen aufgehen zu lassen – obwohl er sich in „The Day After Tomorrow“ statt Flammen mit Eiseskälte beschäftigt. Aber den Weltuntergang inszeniert keiner besser als Emmerich: ob nun durch Aliens, Eis, japanische Urmonster oder durch dunkle Prophezeiungen (sein neuer Film „2012“ steht schon in den Startlöchern).
Man kann Emmerich den Hang zu großem Knallern nicht abschreiben und man muss sie nicht alle mögen, aber mit „Independence Day“ macht Emmerich alles richtig: großes Action-Kino, großartige Helden, fiese Gegner und ein bisschen was für die Verschwörungstheoretiker. Dazu kommen erstklassige Effekte, die nicht umsonst mit einem Oscar ausgezeichnet worden sind. In Zeiten globalen Terrors und 9/11 sehen die Bilder explodierender Hochhäuser gleich noch realer aus und lassen noch mehr die Angst spüren.
Für mich ist „Independence Day“ einer der besten Filme von Roland Emmerich, weil er hier keinen gewöhnlichen Weltuntergang inszeniert. Wo ich gerade den neuen Roman von Dan Brown gelesen habe, fällt mir ein guter Vergleich ein: Beide – Brown und Emmerich – erzeugen auf eine simple, aber effektive Weise Spannung. Emmerich verzichtet darauf, nur einen Action-Helden zu haben (wie es ja normalerweise üblich ist), sondern erzählt auf mehreren Ebenen von verschiedenen Menschen. Ähnlich wie bei Dan Brown hält Emmerich die Geschichten der einzelnen Figuren immer recht kurz und beendet jedes „Kapitel“ mit einem kleinen Cliffhanger. Was im Roman gut funktioniert, funktioniert auch hervorragend bei Emmerich. Dazu noch eine Gesamtgeschichte, die guten Stoff bietet, Helden auferstehen zu lassen und riesige Explosionen zu verursachen.
Sicherlich könnte man Emmerichs Film auch wenig USA-Pathos nachsagen, vor allem wenn der US-Präsident am Ende seine Mut machende Rede hält und sein Volk zum gemeinsamen Kampf gegen die Außerirdischen auffordert – aber immerhin ist es der vierte Juli und da lassen Amerikaner ja gerne Feuerwerke in die Luft gehen.
„Independence Day“ ist erstklassiges Popcorn-Kino mit tollen Effekten und guten Schauspielern – wie gesagt, einer der besten Emmerich-Filme. Aber wir können ja jetzt schon gespannt sein, wie er demnächst die Welt nach Ablauf des Maya-Kalenders in „2012“ in den Untergang stürzt.
Wertung: 8 von 10 Punkten (fiese Aliens treffen auf tapfere Amerikaner – da ist klar, wer verliert)
Warum müssen Schriftsteller in Filmen eigentlich immer arbeitslos sein? Nun ja, offensichtlich damit sie genug Zeit für die Dinge haben, die „Normalos“ mit Job nicht machen können. So rechtfertigt sich dann auch der Schriftsteller Bill (Jeremy Theobald) in Christopher Nolans Spielfilmdebüt „Followin“, der ganz im Sinne des Titels, Menschen verfolgt. Aus reinem Interesse daran, was die ihm Fremden so tun, schleicht er durch die Stadt und verfolgt wahllos Menschen. So trifft er auf den jungen, charismatischen Cobb (Alex Haw), der ähnlich wie Bill an Menschen interessiert ist. Nur Cobb drückt dieses Interesse auf eine andere Art und Weise aus als Bill: er bricht in die Wohnungen von Menschen ein frei nach dem Motto: „Erst wenn ihnen etwas fehlt, erkennen die Menschen, was sie hatten.“ Diese „Diebesphilosophie“ scheint Bill zu überzeugen, denn er begleitet Cobb auf seinen Einbrüchen. Leider erkennt Bill viel zu spät, dass Cobb noch andere Ziele verfolgt.
Seit „Memento“ wissen wir, dass Christopher Nolan ein Mann der undurchsichtigen Geschichten ist. Bei Nolan darf man keine 08-15-Geschichten erwarten, die man nach fünf Minuten aufgelöst hat und sich danach überlegt, ob man noch weitergucken sollte oder nicht. Allerdings gelingt ihm das bei seinem Erstling noch nicht ganz so gut. „Following“ beginnt sehr verhalten und fast schon ein wenig träge. Aber schon zu Anfang wird klar, dass sich hinter den ruhigen Bildern mehr versteckt – das liegt vor allem daran, dass Nolan Rückblenden einbaut, die sich noch nicht ohne Weiteres erklären lassen. Erst wenn der Film an seinem Höhepunkt ankommt, beginnt sich alles wie ein großes Puzzle zusammenzufügen.
„Following“ ist ein beeindruckendes Spielfilmdebüt. Denn auch wenn Nolan nur mit einem Budget von angeblich 6000 Dollar und der Hilfe von Bekannten und Verwandten arbeitete, gelingt ihm ein großartiger Film im Film noir-Stil: ein dreckiger Schwarz-Weiß-Look, eine verschachtelte Story, eine hinterhältige Schönheit und ein einsamer Held. Gut, an die alten Schwarz-Weiß-Filmklassiker kommt Nolan zwar nicht ran – dafür erkennt man seinen Schauspielern dann doch irgendwie zu sehr an, dass sie nur Laien sind. Aber das sollte bei „Following“ nicht weiter stören: Nolan besticht vor allem durch seine Story. Und seien wir mal ehrlich: bei einem Erstling darf man noch „Fehler“ machen – da darf die Kamera hier und da noch wackeln, die Kämpfe etwas ungelenk aussehen oder die Schnitte etwas gewöhnungsbedürftig sein. Hauptsache ist doch, dass man daraus lernt. Und wenn man sich Nolans Folgefilme anschaut, dann kann man nur sagen: Er hat mehr als nur gelernt, er hat perfektioniert, was er begonnen hat. Mit „Memento“ verfeinert er das verworrene Geschichten-Erzählen und mit „Batman Begins“ und „The Dark Knight“ zeigt er uns, dass man auch alt gewordene Comic-Helden in wunderbar düsteren Filmen wieder zum Leben erwecken kann.
Ich kann mich somit nur Dr. Borstel anschließen, der in seinem Artikel zu „Following“ schreibt: „An und für sich ist „Following“ bereits ein spannendes Stück Filmkunst, umso interessanter wird er, wenn man sich überlegt, dass „Following“ sicher ein gutes Stück zu Nolans heutigem Regiestil beigetragen hat.“ Bis jetzt ist und bleibt der Name Nolan eine Marke, der man vertrauen kann, wenn man interessante Filme sehen will, die gekonnt Mainstream mit etwas Klasse vermischen.
Wertung: 7 von 10 Punkten (gekonntes Debüt, das bereits auf einen großartigen Geschichtenerzähler hindeutet)
Und wenn wir die Frage geklärt haben, sollten wir ihnen diese Drogen gleich weg nehmen. Es ist zu ihrem und vor allem unserem Schutz. Wer sind „sie“? Die Produzenten, Drehbuchschreiber, Schauspieler und Regisseur von dem „Horrorfilm“ „Orphan – Das Waisenkind“.
Ausgangsposition:
- Produziert von Joel Silver und Leonardo DiCaprio wird uns eine kleine Familie vorgestellt. Die Mutter Kate (Vera Farmiga) war mal Alkoholikerin, weswegen ihre kleine Tochter Max bei einem Unfall fast gestorben wäre und nun taub ist. Der Vater John (Peter Sarsgaard) ist Architekt und hatte während der Alkoholphase seiner Frau eine Affäre. Dennoch entscheiden sich die beiden ein Waisenkind in ihr wunderschönes Haus aufzunehmen – eine Art Ersatz für Kates Totgeburt. Doch mit dem russischen Waisenkind Esther (Isabelle Fuhrman) bringen sie einen kleinen Satansbraten ins Haus: superintelligent, charmant, gerissen und absolut hinterhältig. Esther spielt die Familie mehr und mehr gegeneinander aus – immer mit dem Versuch, vor allem Vater John mehr an sich zu binden und gegen Kate aufzubringen.
Positives:
- Das Haus der Familie ist ein wunderschönes Gebäude.
- Isabelle Fuhrman als fiese Esther spielt grandios – einen tödlicheren Blick bei einem kleinen Kind habe ich noch nie gesehen.
Negatives:
- Die Story
- Die Story
- Die Story
- Und falls ich es noch nicht gesagt habe: Die Story zu „Orphan“ ist einfach nur haarsträubend. Leider haarsträubend dämlich, statt haarsträubend gruselig. Ich werde nicht spoilern, aber die Auflösung zu „Orphan“ ist selten dämlich. Und zwar so dämlich, dass ich mich fragen muss, wie man überhaupt Geld für so etwas ausgeben konnte.
- Der Film lässt zudem klassischen Horror vermissen. „Orphan“ beginnt eher wie ein Familiendrama. Regisseur Jaumet Collet-Serra versucht mit relativ billigen Tricks, Spannung zu erzeugen. Zwar versucht er an einigen Stellen gegen die Erwartung des Zuschauers zu steuern, am Ende aber verfällt auch er billigen Klischees.
„Orphan“ gehört schon zu den schlechtesten Filmen, die ich je gesehen habe. Es ist schon eine Frechheit, dass solche Filme woanders auch noch positiv bewertet werden. Ich kann nur sagen, dass „Orphan“ zwar durchaus Potential hätte (liegt aber nur an den durchweg guten Schauspielern), aber die Geschichte und ihre Auflösung ist einfach nur absurd und dumm.
Wertung: 2 von 10 Punkten (reine Zeitverschwendung dank einer bescheuerten Story mit wenig Spannung)
Dieser Film riecht förmlich nach Heldentum. Es ist schon ein Hohelied (-film) auf die Fliegerasse der Navy. Hier wird die amerikanische Armee als ein Haufen wilder Jungs beschrieben, die viel Spaß und Action haben. Bessere Werbung kann man nicht machen. Wenn man dann auch noch alles hochkarätig besetzt – vom Produzenten über den Regisseur bis zur kleinsten Nebenrolle, dann kann daraus nur ein sehr erfolgreicher Werbespot werden.
Der Werbespot, um den es heute hier geht, ist „Top Gun“ von Tony Scott. Tom Cruise spielt hier das Fliegerass „Maverick“, der zusammen mit seinem Freund und Co-Pilot „Goose“ (Anthony Edwards, Freunden der Serie „ER“ vielleicht ein Begriff) zur Top-Elite-Super-Mega-Fliegerschule kommt und hier in harten Trainingsflügen gegen andere antritt – unter anderem sieht man auch Val Kilmer als „Iceman“, Tim Robbins als „Merlin“ oder Tom Skerrit als Ausbilder „Viper“.
Dass „Top Gun“ nicht nur Werbung für die U.S. Army und die Navy ist, zeigt sich an der etwas lieblos ins Geschehen eingefügten Liebesgeschichte zwischen Maverick und der Ausbilderin Charlie (Kelly McGillis). Ich denke, der einzige relevante Grund dafür war, dass man den guten Tom besser halbnackt zeigen konnte. Immerhin wird so die weibliche Zuschauerzahl etwas nach oben gerückt.
Ansonsten bleibt „Top Gun“ irgendwie oberflächlich, ein bisschen zu Macho, ein bisschen öde. Zum Glück entschädigen uns drei Dinge:
- Der Soundtrack zu „Top Gun“ ist großartig. Von Berlin „Take My Breath Away“ über Kenny Logans „Danger Zone“ ist der Soundtrack eine großartige Zusammenstellung geiler 80er-Jahre-Mucke.
- Die Flugszenen und Kämpfe stellen die vorhersehbare Geschichte um Freundschaft, Vertrauen und Ehre in den Schatten und lassen dann doch noch irgendwie die Bezeichnung Actionfilm gelten. Tony Scott zeigt hier seine Vorliebe für eine schnelle Montage und setzt den Zuschauer gerne mal selbst in den Pilotensitz.
- Ohne „Top Gun“ hätte es wohl nie eine der lustigsten (wenn auch mit 2 Teilen nur sehr kurze) Filmreihe gegeben: „Hot Shots“. Charlie Sheen als Tom Cruise-Ersatz mag zwar nicht so viele Frauen ins Kino locken, ist aber sehr viel interessanter und lustiger als Tom Cruise.
(Auch bei „How I Met Your Mother“ gibt es einen sehr schönen Querverweis auf „Top Gun“.)
„Top Gun“ besteht also nur aus coolen Flugszenen, einem tollen Soundtrack und einer vorhersehbaren Story über die Brüderlichkeit in der US-Army. Mit fast zwei Stunden Laufzeit ein langer, aber durchaus cleverer Werbe-Film, der natürlich daher auch mit großem Interesse (und wohl noch größeren Geldspritzen) vom Verteidigungsministerium unterstützt wurde. Das schadet dem Film meiner Meinung nach aber enorm, denn nach kurzer Zeit hat man davon genug.
Wertung: 5 von 10 Punkten (tolle F(l)ights, tolle Musik, lahme Story)
Wenn das stimmt, dann handelt es sich um alte Schwarz-Weiß-Filme. Und wer kann besser qualmen und trinken als Humphrey Bogart? Antwort: Keiner.
Ich habe es schon mehrmals gesagt, aber ich wiederhole mich gerne: Ich liebe alte Schwarz-Weiß-Filme, wo Männer noch Männer sind, indem sie einfach nur lässig irgendwo rumstehen und Zigarette rauchen, und wo Frauen noch Frauen sind, indem sie wunderschön und durchtrieben zugleich sind.

"The Big Sleep" (Tote schlafen fest)
Dass vor allem Frauen ihm große Schwierigkeiten bereiten werden, bemerkt Privatdetektiv Philip Marlowe (Bogart) schon, als er bei seinem neuen Klienten General Sternwood im Flur steht: dessen Tochter Carmen (Martha Vickers) wirft sich ihm sofort an den Hals. Später im Gespräch mit dem General muss Marlowe dann feststellen, dass er nur wegen Carmen gerufen wurde. Die Tochter des Generals und der General werden erpresst. Angeblich geht es nur um Spielschulden, aber in „Tote schlafen fest“ von Howard Hawks ist nie etwas so wie es scheint. Auch nicht Carmens ältere Schwester Vivian (Lauran Bacall), die sich mehr und mehr in Marlowes Ermittlungen einmischt.
Es gibt zu Hawks Film Noir eine witzige Anekdote, die den Film gekonnter beschreibt, als ich es je konnte: Angeblich soll Regisseur Hawks den Schriftsteller Raymond Chandler (Erfinder der Philip Marlowe-Figur) gebeten haben, er solle ihm doch die recht verwirrende Story erklären. Chandlers Antwort darauf: „Ich habe keine Ahnung!“ Und verwirrend ist die Story wirklich. Das liegt aber nicht daran, das „Tote schlafen fest“ ein schlechter Film ist, sondern einfach daran, dass man als Zuschauer selber wenig „mitraten“ kann. Hawks konzentriert sich ganz auf seine Hauptfigur, die aber scheinbar weniger ermittelt, als einfach nur versucht am Leben zu bleiben und in Erfahrung zu bringen, was die Sternwood-Schwestern mit seinem Fall zu tun haben. Die Hinweise interpretiert nur Marlowe selbst, wir können ihm nur zuhören und versuchen es zu verstehen. Dadurch aber wird es etwas schwierig der Geschichte zu folgen, denn es fallen wahnsinnig viele Namen von Verdächtigen, die man aber zum Teil nie kennenlernt. Wie Marlowe im Endeffekt zur Aufklärung des Falls kommt… ich weiß es nicht (wahrscheinlich muss ich den Film nochmal sehen).
Nichtsdestotrotz ist „Tote schlafen fest“ ein toller Film. Das liegt vor allem an Bogart, der den Privatdetektiv mit einer Lakonie und einem Wortwitz spielt, die erfrischend modern wirken. Man lacht vor allem wegen Marlowes Schlagfertigkeit, und weil er selbst bei schönen Frauen kein Blatt vor den Mund nimmt. Und schöne Frauen trifft Marlowe am laufenden Band. Fast muss man sich schon fragen, wie das Casting für diesen Film über die Bühne ging: es gibt in der Welt von Philip Marlowe keine hässlichen Frauen – selbst die kleinste Nebenrolle ist noch mit einer wahren Schönheit besetzt. Aber nichts kommt gegen Lauran Bacall als Vivian an. Die Chemie zwischen Bacall und Bogart bringt die Leinwand zum Glühen – kein Wunder, dass die beiden sechs Monate nach dem Film auch geheiratet haben.
Zum Glück aber schert sich Hawks nicht sonderlich viel um die Liebesgeschichte – sie ist zwar ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung der Charaktere, viel wichtiger ist aber Marlowes Fall. Und der wird von Filmminute zu Filmminute ominöser und undurchsichtiger. Je mehr Marlowe in die Welt der Sternwoods eindringt, desto mehr Leichen fordert das. Und trotz allem bleibt Marlowe cool – nichts bringt den Privatdetektiv aus der Fassung, selbst wenn er bedroht wird, hat er noch einen Spruch auf Lager, kann er sein Gegenüber nur durch Worte genug verunsichern, um sich zu befreien.
„Tote schlafen fest“ bietet eine großartige Bühne für Humphrey Bogart – da mag man es schon fast verschmerzen, dass man nach dem Film nicht so wirklich nachvollziehen kann, wie der Fall aufgelöst wird. Aber eben nur fast…
Wertung: 8 von 10 Punkten (großartiger Film mit viel Charme und Witz, aber leider mit einer zu verwirrenden Story)
Diese Frage stellen sich Burt (John Krasinski) und seine Freundin Verona (Maya Rudolph). Die beiden sind Mitte 30, unverheiratet (Verona sieht keinen Sinn darin) und erwarten ein Kind. Doch der größte Schock wartet noch auf die beiden: Burts Eltern gestehen bei einem gemeinsamen Essen, dass sie nach Belgien ziehen und somit die ersten zwei Jahre ihres Enkels verpassen werden. Burt und Verona, die nur wegen Burts Eltern in ihrem kleinen, mehr als nur baufälligen Häuschen hausen, entscheiden sich, ihr Kind an einem anderen Ort aufwachsen zu lassen. Da sie beide aber keine Ahnung haben, wie und wo sie das machen sollen, entscheiden sie sich für eine Reise quer durch die USA. Die einzelnen Stationen ihrer Reise sind Inhalt von Sam Mendes‘ neuem (und fünften) Film „Away We Go – Auf nach Irgendwo“.
Sam Mendes hat schon mit seinem großartigen Spielfilmdebüt „American Beauty“ bewiesen, dass er die amerikanische Gesellschaft auf sehr ironische Weise beleuchten und dabei die Doppelzüngigkeit eben dieser Gesellschaft entschlüsseln kann. „American Beauty“ zeigt uns auf eindrucksvolle Weise, wie es hinter der Fassade der angeblich heilen Welt einer US-Familie aussehen kann. Auch in seinem vorletzten Film „Zeiten des Aufruhrs“ dekonstruierte Mendes gekonnt die heile Welt eines amerikanischen Pärchens. Dieses Mal aber ohne Ironie, sondern mit sehr viel Tragik. Mit „Away We Go“ kehrt Mendes wieder ein wenig zum Schema „American Beauty“ zurück und versucht auf tragisch-komisch Weise einen Blick auf die Menschen zu werfen:
Burt und Verona begeben sich auf eine Odyssee quer durch Amerika. Angetrieben von Selbstzweifeln besuchen die beiden verschiedene Menschen, von denen sie hoffen, dass sie ihnen helfen können. Doch ob Veronas ehemalige Chefin, die eine grässliche Rabenmutter ist oder Burts Kusine, die eine schräge, alternative Hippie-Braut mit mehr als nur zweifelhaften Ansichten in Bezug auf Kindeserziehung ist – eine Antwort werden Burt und Verona bei ihren „Freunden“ nicht finden.
„Away We Go“ präsentiert uns eine Vielzahl von Eltern-Typen und genau wie Burt und Verona können wir eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Mit den Hauptfiguren reifen wir und gelangen zu der Überzeugung, dass es keine Wahrheit gibt, wie man ein Elternteil wird. Mendes bringt die skurrilsten und aberwitzigen Figuren auf die Leinwand. Ein wahres Händchen beweist Mendes aber sein größtes Geschick: Burt und Verona sind liebenswert und anders. Sie sind vielleicht eins der normalsten Liebespärchen, die ich im Kino erlebt habe: er groß und schlaksig verkauft Versicherungen, sie ist klein, etwas dynamischer als ihr Freund und malt das Innenleben von Toten (fragt jetzt bitte nicht, was das für ein Job ist). Burt und Verona sind kein Hollywood Pärchen der Marke wunderschön, sondern auf ihre Weise wunderschön normal. Die Figuren sind einfach liebenswert: Als Verona sich beschwert, dass Burt sich nie aufregt oder die Stimme erhebt, wird daraus ein kleiner Running Gag, indem Burt an unerwarteten Stellen ziemlich laut wird (und vor allem im Zug oder im Flugzeug für komische Blicke sorgt).
Der Film beginnt als skurrile Komödie, kippt aber zwischendurch ein wenig. Vor allem mit ihren Besuchen in Montreal bei ehemaligen Kommilitonen und in Miami bei Burts Bruder rutscht „Away We Go“ ein wenig zu stark ins Dramatisch-Tragische und verliert ein wenig die Komik. Und dennoch sind auch diese Momente wichtig für die Entscheidung, die Burt und Verona am Ende treffen.
„Away We Go“ – ein klassischer Sam Mendes – ein Feel-Good-Movie mit Hintergedanken, ein strafender Blick auf das merkwürdige Verhalten reifer Menschen als Eltern und die ewige Frage: Können wir bessere Eltern/ Menschen sein? Man lacht, man denkt nach, man vergisst die Zeit: Wenn es dann plötzlich heißt: „ZU HAUSE“, dann will man eigentlich gar nicht, dass die beiden zu Hause ankommen und gönnt es ihnen doch umso mehr, weil sie noch stärker gefestigt dastehen als vorher. Und nein, sie sind keine Loser. Zumindest nicht weniger oder mehr als alle anderen. Nur liebenswerter sind sie geworden.
Wertung: 9 von 10 (ein weiterer genialer Film eines großartigen Regisseurs – nur weiter so, Herr Mendes)
Schon wieder was Neues zum Thema „Star Wars“. Aber was gibt es nicht alles schon zum Thema „Star Wars“:
- Die alte Trilogie (ein großartiges Meisterwerk)
- Die neue Trilogie (meiner Meinung nach vernachlässigbar, hat aber auch seine guten Seiten)
- Eine Zeichentrick-Serie
- Dazu kommen zwei sehr gute Parodien
- Mel Brooks und seine „Spaceballs“, die neben „Star Wars“ aber auch noch einige andere Sci-Fi-Klassiker auf den Arm nehmen
- die Astronautenbar hat letztens auf die sehr, sehr gute „Family Guy“-Parodie „Blue Harvest“ hingewiesen - Eine Hommage an „Star Wars“ durch die „Fanboys“ ist ja in unseren Kinos etwas untergegangen, allerdings war sie auch nicht wirklich gut (bis auf ein paar Gastauftritte)
- Dann hätten wir da noch unzählige PC- und Konsolenspiele, Actionfiguren, Legofiguren, Bastelfiguren und Modelle, Tassen, T-Shirts, Laserschwerter, Romane und Comics und noch viel mehr… nicht umsonst gilt George Lucas‘ Vertragsklausel zum Merchandising als einzigartig, weil der gute Mann an all dem partizipiert und vor allem profitiert
Man könnte meinen, dass Thema „Star Wars“ sei damit abgeschlossen. Aber weit gefehlt…
Laut Kino.de heißt es nun: „Kreuzen Luke, Han Solo und die Jedi-Meister bald wieder im Kino die Lichtschwerter? Angeblich will George Lucas nun doch eine weitere „Star Wars“-Trilogie machen.“
Aber die neue Trilogie soll nicht einfach nur eine normale Fortsetzung sein. Die Geschichten um die „Sith“ und die Rebellion seien ja beendet und angeblich soll Lucas die unzähligen Romane, die es rund um das „Star Wars“-Universum gibt, als Grundlage für neue Filme abgelehnt haben (warum nur??? Allerdings würde das auch erklären, warum Lucas nicht schon bei „Indiana Jones“ zu den weiterführenden Romanen gegriffen hat). Somit müsste unser Jedi-Meister selbst den Laser-Stift in die Hand nehmen und sich neue Sachen ausdenken.
Dazu kommt, dass Lucas sich erst zu neuen Filmen hat hinreißen lassen, seit es den Hype um James Camerons neues 3D-Machwerk „Avatar“ gibt. Denn, so kino.de, Lucas will die neue Trilogie in 3D drehen – das dürfte schon wieder interessant sein.
Wir dürfen also gespannt sein und warten gespannt auf neue Nachrichten.
Vin Diesel-Filme… was soll man dazu eigentlich noch sagen? Vin Diesel mag ich nicht. Keine Ahnung, woran das liegt, aber bis jetzt habe ich es noch nie geschafft, mir den Vin Diesel-Film schlechthin „xXx“ anzuschauen. Ist mir einfach irgendwie zu hohl gewesen. Irgendwann mal habe ich dann doch einen Vin Diesel-Film gefunden, den ich halbwegs mochte und das war „Babylon A.D.“ (der allerdings durch schwer zufrieden zu stellende Produzenten arg leiden musste). Um Mark Sinclair Vincent (so sein richtiger Name) noch eine Chance zu geben, habe ich mir „Pitch Black“ angesehen… und ich bin hin und her gerissen, was ich von dem Film halten soll.
Ein Siedlungsschiff stürzt „Dank“ eines Meteoritenhagels auf einem kargen Wüstenplaneten ab. Die Siedler und die Besatzung müssen feststellen, dass sich unter ihnen auch ein gemeingefährlicher, glatzköpfiger, muskelbepackter Mensch namens Riddick befindet, der – so hat es den Anschein – die härteste Sau im Universum ist. Umso tragischer für Besatzung und Siedler, als sie feststellen müssen, dass Riddick nicht ihr einziges Problem ist: eine multiple Sonnenfinsternis (der Planet hat drei Sonnen – deswegen) versenkt den Planeten in absolute Dunkelheit und macht so Platz für fiese Alien-Monster, die tierisch Hunger haben. Nun heißt es: Riddick oder die Aliens. Man entscheidet sich für Riddick und gegen die Aliens.
„Pitch Black“ ist nicht das Gelbe vom Ei und sicher auch nicht das Licht am Ende des dunklen Tunnels mittelmäßiger Sci-Fi-Action-Horror-Thriller (langes Wort): jede einzelne Figur ist ein Klischee für sich: der Kopfgeldjäger, der eigentlich der Gute sein sollte und doch ein riesiges Arschloch ist; die Pilotin, die sowas wie eine Anführerin mit Gewissensbissen wird (sie wollte nämlich gleich zu Beginn des Films etwas Schlimmes tun), den Quoten-Farbigen und ein kleines Kind haben wir da auch noch, sowie einige Figuren, die nach dem „Star Trek“-Motto gecastet wurden: sobald die Nebenfigur etwas zu sagen hat, wird sie sterben. Und natürlich haben wir da noch den knallharten Fiesling Riddick: an und für sich die perfekte Rolle für Vin Diesel: Muskeln statt Hirn, wenig Text außer ein paar One-Linern und ein Bruce Willis „Die Hard“-Look. Schade nur, dass Vin seine Rolle nicht konsequent durchspielen darf, sondern sich am Ende urplötzlich zum Guten wendet und doch noch alle rettet, die es zu retten gibt.
Achja, und die Aliens habe ich vergessen: Sehen fast genau so aus wie das altbekannte „Alien“, dass sich H.R. Giger ausgedacht und hier nun leicht verändert auftaucht.
Und dennoch: irgendwie hat „Pitch Black“ was. Er hat mich zwar nicht atemlos vor dem Fernseher sitzen lassen, aber der Film ist auf seine Weise unterhaltsam. Das liegt vielleicht daran, dass er so herrlich vorhersehbar ist und man – ohne den Film vorher gesehen zu haben – einfach mitspielen kann. Dazu eine düstere Atmosphäre und Vin Diesel – kann eigentlich nichts mehr schief gehen.
Eins habe ich mich nur die ganze Zeit über gefragt: Spricht der Synchron-Sprecher von Vin Diesel wirklich immer so oder macht er das nur, um Vin das Tüpfelchen auf dem i zu verpassen??? Ich habe mir die ganze Zeit vorstellen müssen, wie dieser Mann so zum Fleischer geht und sich seine Wurst bestellt
Egal, wie man „Pitch Black“ nun einordnet, schlecht ist er nicht. Auf seine Weise ist er – wie gesagt – recht unterhaltsam. Und das hat ja auch dazu geführt, dass mit „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ sogar ein zweiter Teil herauskam (in dem sogar Dame Judi Dench mitspielte).
Wertung: 5 von 10 Punkten (Vin Diesel – hier kann er selbst im Dunkeln noch Farbe sehen)