Space Cowboys

2010 Februar 9
von donpozuelo

Ich weiß, so heißt eigentlich ein Film über alternde Astronauten mit Clint Eastwood und Co. Aber viel, viel besser passt der Titel zu einer vernachlässigten Science-Fiction-Serie namens „Firefly“.

Warum vernachlässigt??? Nun ja, für mich persönlich ist „Firefly“ eine der besten Sci-Fi-Serien, die ich kenne (zugegeben, ich kenne nicht sonderlich viele :) ). Aber aus welchem Grund auch immer brachte es die Serie von Joss Whedon nur auf 14 Folgen. Ich glaube ja, dass das möglicherweise daran liegt, dass es in der ganzen Serie nicht ein einziges Mal einen Außerirdischen zu sehen gibt. Und irgendein Hollywood-Produzent wird sich gefragt haben: „Wie können wir Sci-Fi ohne Aliens machen???“

„Firefly“ spielt im Jahr 2517. Die Menschen mussten die Erde verlassen und wurden allesamt in ein neues Sonnensystem umgesiedelt, wo sie durch Terra-Forming Planeten nutzbar machen und wieder von vorne anfangen. Regiert wird das Ganze von der Allianz, die sich nach einem langen Krieg als Sieger durchsetzen konnte. Doch die Unabhängigen sind immer noch da draußen – unter ihnen auch der Kapitän der Firefly „Serenity“ Malcom „Mal“ Reynolds (Nathan Fillion), der mit seiner Crew Waren schmuggelt, Passagiere transportiert und kleinere Gaunereien übernimmt, um sich über Wasser zu halten.

Joss Whedon nimmt sein Siedlerthema sehr genau. Vielleicht zu genau, um „Firefly“ als Sci-Fi-Serie in Augen von Produzenten erfolgreich dastehen zu lassen. „Firefly“ ist nämlich mehr ein Western als wirklich Science-Fiction.  Die Western-Elemente gehen über die Kostüme, bis zu den Settings (Saloons, Hotels, etc.) oder der Musik (viel Akustik-Gitarre). Hin und wieder lässt es sich Whedon nicht nehmen, auch die Story nach einem Western auszurichten – so gibt es Zugüberfälle oder „Fortbelagerungen“ (wobei hier das Fort ein Hurenhaus ist). Dazu wird viel auf Pferden statt auf Gleitern geritten.

Der Charme der Serie liegt in diesen Details und vor allem bei seinen Figuren. Der Captain erinnert mit seinem Revolver und seinen dummen Sprächen ein wenig an Han Solo. Seine Crew ist gespickt von klassischen Stereotypen – der kampfgeile Söldner, die verheiratete Amazone, die verliebte Technikerin, der leicht verwirrte Arzt und seine mysteriöse Schwester, ein Priester mit Geheimnissen und eine Konkubine, die mehr vom Captain hält als sie zugibt. Die Crew der „Firefly“ ist großartig ausgewählt und absolut liebenswert. Genau wie die Serie selbst.

Doch warum hat sie es dann nur auf 14 Folgen gebracht??? Das will mir immer noch nicht in den Kopf. Joss Whedon hatte sich vorher mit „Buffy“ und „Angel“ einen Namen gemacht. Da fällt „Firefly“ wirklich etwas aus dem Rahmen. Whedon brauchte wohl mal eine Pause und wollte eine tiefsinnigere Serie schaffen, die trotzdem Spaß macht. Also verzichtet er auf große Effekte, Monster und zu viel Action, schafft stattdessen eine Serie um eine Gruppe von Menschen am Rand der Gesellschaft. Die neue Serie ist witzig, voller Sprachgefechte statt Handgefechte. Jede der 14 Folgen steht für sich. Als einziges übergreifendes Element dient River, die Schwester des Arztes, an der irgendwelche Experimente gemacht wurden und die nun von der Allianz gesucht wird.

„Firefly“ ist Science Fiction, Western, Drama, Komödie und Gesellschaftsporträt in einem. Leider wurde die Serie erst nach ihrer Absetzung Kult – das aber zurecht. In den USA wurden sogar nur 11 Folgen gezeigt, und hier bei uns durfte die Serie erst vor kurzem ins TV – da aber auch nur bei SuperRTL und zu einer unmöglichen Zeit. Aber egal, die DVDs entschädigen für einiges.

„Firefly“ kommt ohne Aliens aus und ist trotzdem wunderbar. „Firefly“ ist kultig und daher wird es wohl auf immer ein Rätsel bleiben, warum sie abgesetzt wurde. Zum Glück gab es noch ein kurzes Wiedersehen mit dem Kinofilm „Serenity“ (aber über den reden wir morgen :) ).

Wertung: 10 von 10 Punkten (KULT, KULT, KULT – absolutes Pflichtprogramm)

Vielfliegermeilen

2010 Februar 7
von donpozuelo

Ryan Bingham (George Clooney) hat einen beschissenen Job: er wird dafür bezahlt, Leute zu feuern. Um das zu tun, fliegt er kreuz und quer durch die USA und sammelt so fleißig Meilen – immer mit dem Gedanken insgesamt 10 Millionen Meilen zu bekommen. Für diese Art von Lebensstil hat Ryan eine eigene Philosophie entwickelt – keine Beziehungen, völlige Freiheit. Alles, was er zum Leben braucht, passt in einen kleinen Koffer. Alles, was er sonst noch benötigt, besorgt er sich durch seine zahlreichen Kundenkarten und Boni. Dass alles ändert sich, als gleich zwei Frauen in sein Leben kommen: die junge Natalie Keener (Anna Kendrick), die Ryan „anlernt“ und die attraktive Bekanntschaft Alex (Vera Farmiga), die auch ein Vielflieger ist.

Jason Reitman hat echt ein Händchen für interessante Figuren: den Zigaretten-Lobbyisten in „Thank You For Smoking“, die schwangere Jugendliche in „Juno“ und nun den nüchternen Asketen in „Up in the Air“. Mit George Clooney hat Reitman zudem einen wunderbaren Schauspieler, der die nötige Authentizität für die Rolle des Rayn Bingham mitbringt.

„Up in the Air“ fängt mit dem „gruseligen“ Alltag des Bingham an. In schneller Abfolge werden Binghams Vorbereitungen gezeigt – teilweise so schnell geschnitten, dass das Auge gar nicht hinterherkommt. Dann wechselt das Geschehen und wir beobachten die Gekündigten, die fast schon wie in einer Dokumentation auftreten. Reitman stellt Bingham in seinem Alltag vor und sorgt dann mit den zwei Frauen dafür, dass dieser gründlich aus dem Gleichgewicht gerät. Mit dem Auftauchen der Frauen wandelt sich auch der Film, und anfangs hatte ich echt Angst, es könnte nun kitschig werden. Immerhin erkennt Ryan, dass seine Philosophie kein Glück verspricht. Er beginnt, die Dinge anders zu betrachten, beginnt einzusehen, was er ändern muss.

„Up in the Air“ hütet sich aber Gott sei Dank davor, in billigen Klischees zu versinken. Stattdessen bemüht sich Reitman eins ganz deutlich zu machen: Wenn man sein ganzes Leben einen bestimmten Stil hat, lässt sich der nicht einfach ändern. Ryan Bingham ist dafür das beste Beispiel – ein deprimierendes Beispiel.

Trotz alledem ist „Up in the Air“ eine wunderbare Komödie, die aber durchaus ernste Töne mitschwingen lässt. Dazu George Clooney – und heraus kommt ein wirklich sehenswerter Film. Reitmans Timing ist perfekt, Clooneys Nonchalance wirkt wie aus einem alten Schwarz-Weiß-Film. Ich möchte fast meinen, ich habe durch diesen Film verstanden, warum Clooney bei Frauen so beliebt ist :) Clooney beherrscht die Leinwand und wird von Reitman brillant in Szene gesetzt – und hat sich so seine Oscar-Nominierung mehr als nur verdient.

„Up in the Air“ mag zwar ein Film über alte Angewohnheiten sein. Es ist aber auch ein erfrischender Film darüber, was im Leben wirklich wichtig ist.

Wertung: 9 von 10 Punkten (großartiger Film – clever, witzig, charmant und nachdenklich)

Der Anti-Gustav-Gans

2010 Februar 6
von donpozuelo

Es gibt Menschen, denen man nachsagt, sie hätten eine ansteckende Persönlichkeit. Regisseur Wayne Kramer hat das auf seine ganz eigene Art und Weise in dem Film „The Cooler“ umgesetzt. Nur irgendwie anders als man erwarten würde: Bernie Lootz (William H. Macy) ist ein absoluter Pechvogel und Loser – nie ein Lächeln auf den Lippen, immer wenn er Milch in seinem Kaffee haben will, ist die leer, er lebt allein in einem Motelzimmer – kurz: sein Leben ist grau, einfach nur grau und leer. Dennoch ist es genau das, was ihn in seinem ungewöhnlichen Job so gut macht. Bernie ist „Cooler“ im Casino Shangri La, dass von Shelly (Alec Baldwin) geführt wird. Bernie stellt sich einfach zu jemandem, der gerade eine Glückssträhne zu haben scheint, und kaum taucht Bernie auf, verschwindet das Glück – und das Geld bleibt im Haus. Bis… ja, bis Bernie die Kellnerin Natalie (Maria Bello) kennenlernt und sich das erste Mal das Glück auf seine Seite stellt… wodurch seine Fähigkeit als „Cooler“ aber stark leidet.

Zugegeben, die Story zu „The Cooler“ hört sich reichlich absurd an, aber es ist ein Film mit enormer Überzeugungskraft. Das liegt vor allem an William H. Macy, der den perfekten Loser abgibt. Mit einer Einstellung, dass es eh nicht hilft, sich zu beschweren, nimmt Bernie einfach alle Schläge hin, die ihm das Schicksal zuwirft. Sein Gesicht zeigt kaum eine Regung, seine Augen scheinen leer. Noch mehr deprimiert als Bernie geht eigentlich gar nicht. Er ist wirklich ein Anti-Gustav-Gans, der durch seinen angeblichen Freund Shelly nur noch mehr in Schach gehalten wird. Dabei muss man sich aber auch eingestehen, dass Alec Baldwin mit der Rolle des Shelly die beste Rolle seines Lebens spielt (nicht umsonst wurde er für den Oscar nominiert).

Mit „The Cooler“ bekommt man eigentlich zwei Filme in einem:

  • Zuerst ist es ein Film über Las Vegas, der sich allen Klischees und Stereotypen des Las-Vegas-Mafiafilms bedient. So erinnert vor allem Shelly an Robert DeNiro in Martin Scorseses „Casino“. Der harte Kampf der alten Hasen mit ihren Old-School-Methoden (wer betrügt, kriegt eins auf die Nase) gegen die jungen Hüpfer, die nur versuchen, mehr Geld ins Casino zu bringen – egal wie (und sei es durch alte Leute, die an Einarmigen Banditen ihre letzten Ersparnisse ausgeben).
  • „The Cooler“ ist aber auch ein wunderschöne Romanze zwischen Natalie und Bernie. Erst durch sie lernt Bernie sein Leben wieder zu schätzen, und für sie würde er auch alles aufgeben. Doch wie in jeder guten Romanze gibt es da einen Shelly, der nicht zulassen kann, dass sein bester „Cooler“ wegen einer Frau sein Casino verlässt.

„The Cooler“ spielt also viel mit Klischees – Mafia-Machenschaften im Casino, der Versuch, der Liebenden ihre Liebe frei auszuleben. Es werden viele bekannte Wendungen ausgegraben und man darf keine großen Überraschungen erwarten. Aber das schadet dem Film nicht, der sich vor allem Dank seiner großartigen Besetzung von vielen anderen seiner Art hervorhebt. Und zum Glück hat Regisseur Kramer die richtigen Charakterköpfe ausgesucht, die selbst die skurrilen Figuren glaubwürdig verkaufen können.

Wertung: 7 von 10 Punkten (großartiger Schauspieler-Film, der sich so ruhig ein paar Klischees leisten kann)

Noch nicht ganz tot

2010 Februar 4
von donpozuelo

Es war einmal ein reicher, dichtender, leicht depressiv wirkender Halbwaise – ein kleiner Rebell mit einer kalten Mutter. Dieser Rebell heißt Nick Powell (Justin Chatwin). Nick geht an eine ganz normale High-School mit ganz normalen Losern und Winnern. Ein solcher Loser ist Nicks Freund Pete (Christopher Marquette), der einen dummen Fehler macht, wegen dem die kriminelle Annie (Margarita Levieva) Nick fast zu Tode prügelt und im Wald versteckt. Doch während seine Peiniger glauben, Nick sei tot, ist dieser ganz und gar nicht tot. Er ist einfach nur gefangen zwischen den Welten – nicht ganz tot, nicht ganz lebendig – „Unsichtbar“ halt, wie der Film so schön heißt.

David S. Goyer ist eigentlich im Horrorgeschäft zu Hause, langweilte uns mit Filmen wie „The Unborn“ oder führte die Blade-Reihe in einen dritten Teil. Mit „Unsichtbar – Zwischen den Welten“ tritt Goyer ein wenig vom Horror zurück und wendet sich einem Prä-„Twilight“-Publikum zu.

„Unsichtbar“ ist wirklich nur was für wirklich depressive Emo-Kids – der ganze Film strahlt eine gewisse Trägheit aus, die durch einen guten, aber ebenfalls deprimierenden Soundtrack noch unterstrichen wird. Und trotzdem hat diese Trägheit des Erzählens auch etwas Positives: Lange, lange Zeit widersetzt sich „Unsichtbar“ den zu erwartenden Storyplots. Überhaupt lässt sich Goyer Zeit, bis es überhaupt dazu kommt, dass Nick eine Art Geist wird. Vorher wirkt das Ganze wie ein Teenie-High-School-Drama. Selbst dann, wenn sich daraus ein Mystery-Drama entwickelt, wartet man vergebens… worauf eigentlich? Nick muss lernen, dass er zwar alles sehen und hören kann, niemand aber ihn sehen oder hören kann. Als Zuschauer wartet man, nach einer Weile hofft man sogar, dass endlich jemand den armen Kerl hört. Aber es passiert einfach nicht. Natürlich kann man das nicht ewig so hinhalten, Goyer gelingt es dennoch, es so lange wie nötig hinauszuzögern. Und irgendwann wird er so etwas wie das schlechte Gewissen von Annie. Noch verwirrender wird es, wenn das erwartete Happy-End doch irgendwie keins wird – mutig, wie ich finde.

„Unsichtbar“ ist vielleicht so etwas wie „Ghost – Nachricht für Sam“ für Teenager. Allerdings fehlt eine gekonnte Töpfer-Szene und ein hervorragender Patrick Swayze. Dafür hat Justin Chatwin aber seinen Dackelblick gut genug drauf, um kleine Mädchenherzen höher schlagen zu lassen.

Im Großen und Ganzen ist „Unsichtbar“ nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Nur bin ich wahrscheinlich einfach nicht die gewünschte Zielgruppe, um diesen Film zu lieben. Soviel sei gesagt: Man kann ihn sich mal anschauen – mehr aber auch nicht.

Wertung: 6 von 10 Punkten (netter Teenie-Mystery-Film – mehr aber nicht)

Rätsel-Raten

2010 Februar 3
von donpozuelo

Die Oscar-Nominierungen stehen fest.

Aber was sind das eigentlich alles für Filme, die da nominiert sind?

Schauen wir mal in die Liste der besten Filme:

  • Avatar
  • The Blind Side
  • District 9
  • An Education
  • The Hurt Locker
  • Inglourious Basterds
  • Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire
  • A Serious Man
  • Up
  • Up in the Air

Viele Filme kenne ich, aber oftmals sind Filme dabei, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Das finde ich echt immer sehr schade. Hier bei uns in Deutschland kann man eigentlich gar nicht wirklich mit raten, welcher Film den nun der beste sein wird, weil man den Film einfach noch nicht gesehen hat. Und so fällt es mir schwer, zu sagen, dass ist der BESTE FILM. (Zumal, was „Avatar“ und „Inglorious Basterds“ in der Liste zu suchen haben, bleibt mir auch ein Rätsel).

Im Endeffekt trifft dieses Problem auf alle Kategorien zu. Bis auf eine: BESTER NEBENDARSTELLER: also wenn Christoph Waltz nicht den Oscar bekommt, dann muss man dem Oscar endgültig abschwören.

Die Nominierten für Regie sind auch durchwachsen:

  • Avatar” James Cameron
  • The Hurt Locker” Kathryn Bigelow
  • Inglourious Basterds” Quentin Tarantino
  • Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Lee Daniels
  • Up in the Air” Jason Reitman

Ich mag ja Quentin Tarantino, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er wirklich den Oscar bekommen wird. Viel eher würde ich den Oscar Kathryn Bigelow gönnen, denn mit „The Hurt Locker“ hat sie einen großartigen Film gedreht, der bei uns leider – ohne Grund – etwas untergegangen ist.

Man könnte noch ewig weiter rätseln, welcher Film was wo wie gewinnt. Ich hoffe nur, dass man „Avatar“ nicht zu sehr hochpusht – die ganzen Technik-Oscars wird er wohl schon absahnen. Mehr gönne ich ihm aber auch nicht. Aber gut, Rätsel-Raten gehört zu den Oscars dazu – also warten wir einfach ab.

Immerhin haben wir ja jetzt erst einmal die 60. Berlinale in der Stadt – das lenkt vom Oscar-Raten ab J

Selbstfindungstrip

2010 Februar 2
von donpozuelo

Die meisten Menschen gehen zur Schule, gehen dann zur Uni oder machen eine Ausbildung, finden irgendwo irgendwann einen Job, arbeiten ihre Stunden ab. Vielleicht kommt noch ein Ehepartner und ein paar Kinder dazu – möglicherweise auch noch ein Haustier, ein Haus und ein Auto. The normal life for normal folk. Keine großen Aufregungen, keine großen Überraschungen. Manch einer schlägt aber auch einen anderen Weg ein: so könnte man zum Beispiel zur Armee gehen, um sich dann anschließend als Auftragskiller selbstständig zu machen. Doch selbst so jemanden holt das normale Leben irgendwann wieder ein.

So auch im Fall von Martin Blank (John Cusack), der nämlich genau jene Karriere mit dem Auftragskiller hinter sich hat. Ihn holt seine Vergangenheit wieder ein, denn er bekommt eine Einladung zu seinem 10-jährigen Klassentreffen. Er will eigentlich nicht, aber sein Therapeut (von Blank in den Wahnsinn getrieben und großartig dabei: Alan Arkin) und seine Sekretärin (Cusacks Schwester Joan) bestehen darauf. Zum Glück gibt es dann auch noch einen Auftrag für Martin, der das eine mit dem anderen verbinden könnte: Mord und Klassentreffen. Dumm nur, dass in seiner alten Heimatstadt Grosse Pointe mehr Überraschungen auf ihn warten als erwartet:

  • Sein altes Haus ist ein Supermarkt
  • Seine Mutter sitzt im Heim
  • Sein Rivale Grocer (Dan Aykroyd) hetzt ihm zwei Agenten auf den Hals, weil Martin seiner Vereinigung nicht beitreten will
  • Seine alte Flamme Debi (Minnie Driver) weckt wieder alte Gefühle in ihm
  • Und dann ist da natürlich noch das Klassentreffen

Der Film, um den es sich hier handelt, ist ein erstklassiger John Cusack-Film, gleichzeitig aber auch eine gute Komödie, über einen Auftragskiller, der zu sich selbst findet: „Grosse Pointe Blank“ von George Armitage. Allein, dass hier ein Killer auf sein Klassentreffen geschickt wird, ist schon total bescheuert und gleichzeitig total komisch – komisch genug, um den Film weiterzuempfehlen. Jeder, der schon auf seinem eigenen Klassentreffen war, wird das Gefühl wieder erkennen, dem sich auch Martin Blank stellen muss: Was sagt man nur? Wie geht man mit den alten Freunden und Feinden von früher um?

„Grosse Pointe Blank“ lebt von mehr von seinen sympathischen Charakteren als von einer originellen Story. John Cusack muss man in diesem Film einfach lieben und Dan Aykroyd als sein Gegenspieler hat zwar kleine, aber sehr feine Auftritte. Insgesamt ist die ganze Schauspieler-Riege – egal ob großer oder kleiner Auftritt – ziemlich gut aufgelegt. Was den Film zusätzlich auszeichnet, ist ein großartiger 80ies Soundtrack mit Queen, Nena, Violent Femmes oder The Clash.

Wer sich vor die Wahl stellt, zwischen den zahlreichen Auftragskiller-Komödien zu entscheiden, der sollte sich ruhig einmal „Grosse Pointe Blank“ anschauen – immerhin gibt es hier die beste Liebeserklärung unter Kugelhagel seit „Mr. & Mrs. Smith“ (und „Grosse Pointe Blank“ ist tausend Mal besser).

Wertung: 8 von 10 Punkten (gradlinige Komödie mit einer großartigen Cast und einem großartigen Soundtrack – gute Unterhaltung garantiert)

Das perfekte Duo

2010 Januar 31
von donpozuelo

Für Maria

Der erste Artikel mit Widmung – das hat natürlich seine Gründe:

  1. Maria ist der größte Fan der hier besprochenen Serie, den ich je kennengelernt habe.
  2. Es war unter anderem auch diese Serie, dass wir uns kennen- und lieben gelernt haben.
  3. Sie hat heute Geburtstag!!!

So, jetzt aber genug der Sentimentalitäten – schließlich geht es hier nicht um irgendeine Telenovela oder „Fackeln im Sturm“. Nein, es soll eher um eine der besten Serien aller Zeiten gehen – einer Serie, die Kultstatus hat. Ein durchaus verdienter Titel – immerhin landet die Serie auf Platz 2 der Kult-TV-Serien des TV Guide (nur knapp hinter „Star Trek“).

Aber um welche Serie geht’s denn nun? Ein kleines Rätsel gefällig: Ein Mann ist auf der Suche nach seiner entführten Schwester. Doch die Suche erweist sich als äußert schwierig, denn für das Verschwinden der Schwester sind einige ranghohe Männer und Organisationen verantwortlich, die unbedingt vermeiden möchten, dass alles aufgedeckt wird. Um den Mann besser zu überwachen, wird ihm eine Partnerin zugewiesen. Man hätte die Serie auch „Der Gläubige und die Skeptikerin“ nennen können. Sie ist sicherlich dafür verantwortlich, dass in den 90er Jahren Paranoia und Verschwörungstheorien einen Boom hatten.

Okay, sicher schon seit der zweiten Zeile erraten: es geht um „Akte X“ mit Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson), dem smartesten Team, dass das TV-FBI bis jetzt zu bieten hatte. Mit „Akte X“ wurde die Mystery-Serie neu definiert und absolut Prime-Time-fähig gemacht: die Mischung aus Krimi, Sci-Fi, Fantasy und Mystery war genial. „Akte X“ lebte in seinen Anfängen von echt gruseligen Geschichten, aber gleich mit der ersten Staffel wurde auch eine aufwendige Hintergrundgeschichte gesponnen, bei der es um eine Verschwörung größten Ausmaßes ging (dazu muss ich sagen, haben mir die Einzelepisoden immer besser gefallen als die politisch angehauchte Gesamt-Story – aber das ist ja Geschmackssache).

Aber egal, ob es merkwürdige Monster, alte Mythen oder Aliens waren, es gab etwas, dass „Akte X“ besonders auszeichnete: die Dynamik zwischen Mulder und Scully. Sie war die Naturwissenschaftlerin, die für alles Beweise brauchte, um es zu glauben (und trotzdem eine gläubige Christin war); er glaubte scheinbar einfach alles, was man ihm vorsetzte. Dadurch entwickelte sich die Beziehung der beiden frei nach dem Motto: „Gegensätze ziehen sich an“. Und zum Glück, zum Glück, gelang es den Machern der Serie ziemlich lange damit zu spielen. Als Fan erwartete man immer eine Liebesgeschichte, richtig ausgelebt wurde die aber erst ab Staffel 7. Vorher wurde hier und da mal etwas angedeutet oder darüber gescherzt.

Und scherzen konnte „Akte X“ gut. Hier und da gab echt witzige Folgen, aber erst in Staffel 6 trauten sich die Macher, sich auch mal selbst gehörig auf den Arm zu nehmen: Mit Folgen wie zum Beispiel „Dreamland“ oder „Arcadia“bewies Chris Carter Humor und zeigte, dass „Akte X“ nicht nur mysteriös sein musste (natürlich sind das nicht die einzigen Folgen – jede Staffel hatte wirklich schräg-komische Folgen, die dem Ansehen der Serie nur noch mehr Kultstatus brachten).

„Akte X“ war – meines Wissens nach – auch die erste Serie, die es fertig brachte, sich ganz gut auf der Kinoleinwand zu vermarkten. Der erste Film verband dabei thematisch die 5. und die 6. Staffel. Und „Akte X – Der Film“ war im Zusammenhang mit der Serie auch richtig gut. Leider, leider gibt es aber auch einen Wermutstropfen – eigentlich sogar 3:

-          Staffel 8, Staffel 9 und „Akte X – Jenseits der Wahrheit“

Mit Duchovnys Ausstieg aus der Serie verlor „Akte X“ sein Zugpferd. In einer scheinbar durchzechten Nacht entschied man sich dafür, Scully zum neuen Mulder zu machen. Außerdem teilte man ihr ein neues Team zu – Agent Doggett („T-1000“ Robert Patrick) und Agentin Monica Reyes (Annabeth Gish). Staffel 8 und 9 haben ein paar gute Folgen, sind zum größten Teil aber nur noch ein blasses Abbild der eigentlichen Serie. Am Ende taucht der gute Mulder dann doch noch wieder auf, um seine Scully zu retten, aber das hat man wohl auch nur gemacht, um die Fans etwas zufrieden zu stellen.

„Akte X“ ist und bleibt trotz dieser „kleinen“ Ausfälle Kult. Die Hauptfiguren und die zahlreichen Nebencharaktere waren einfach großartig gezeichnet – vor allem mit William B. Davis als „Krebskandidat“ erschuf Carter einen der besten Serien-Fieslinge überhaupt.

Außerdem hatte „Akte X“ seine ganz eigene „Simpsons“-Folge – wenn das nicht Kult bedeutet, dann weiß ich auch nicht… :)

Wertung: 9 von 10 Punkte (eigentlich müssten es 11 Punkte sein, aber ich kann Staffel 8 und 9 und den zweiten Film einfach nicht vergessen)

Altersunterschied

2010 Januar 29
von donpozuelo

Dan Foreman (Dennis Quaid) ist 51 Jahre alt, hat eine glückliche Familie und einen guten Job in der Anzeigenabteilung eines Sportmagazins. Carter Duryea (Topher Grace – Venom aus „Spiderman 3“) hat zwar einen merkwürdigen Namen, aber fast erfolgreiche Aussichten für die Zukunft. Carter ist 26 Jahre alt, steckt in einer eintönigen Ehe fest (die bald geschieden wird) und lebt nur für seine Karriere. Irgendwann passiert es dann: Carter wird durch eine Geschäftsübernahme der Boss von Dan. Carter versucht nun alles, um Dan an seiner Seite zu halten (der nämlich mehr Ahnung von Anzeigen hat als Carter) – dabei lernt Carter auch Dans Tochter Alex (Scarlett Johansson) kennen.

Nach „American Pie“ und „About A Boy“ ist „Reine Chefsache“ der dritte Film von Paul Weitz, der sich hier einem beliebten Thema annimmt: Generationenkonflikte. Der junge Carter als Boss des älteren Dan. Das sorgt für einige lustige Momente. Aber so sehr „Reine Chefsache“ Komödie sein will, schlägt der Film doch auch sehr ernste Töne. Die Frage, was wichtiger ist – Karriere oder Leben – stellt sich vor allem dem jungen Carter, der sich anfangs nur für die Karriere entscheidet. Weitz stellt mit der Figur des Carter die junge Elite vor, die nach dem Motto lebt: „Nur Geld regiert die Welt.“ Aber schon von Anfang an zeigt sich, dass Carter nicht glücklich ist: seinen neuen Porsche fährt er zu Schrott, noch bevor er den Händler verlassen hat; seine junge Frau verlässt ihn, noch bevor ihre Ehe wirklich angefangen hat und in seinem neuen Job muss er sich den Verkaufszahlen beugen und mehr Leute feuern als ihm lieb ist. Nur in dem älteren Dan erkennt Carter, dass es noch mehr gibt als nur die Karriere. Auch Dan hat fleißig Karriere gemacht, aber gemächlich, über die Jahre: er ist kein Überflieger wie Carter und trotzdem besser dran.

Als Zuschauer fühlt man sich zwischenzeitig etwas irritiert: Was will der Film einem denn jetzt genau sagen? Sei als junger Mensch nicht zu ambitioniert? Geld ist nicht alles? Stimmt das denn heute überhaupt noch? Zumal selbst Dan ist erfolgreich – aber Dan hat etwas, das man mit Geld nicht kaufen kann: Glück. Und eine ihn liebende Familie. Und das ist dann zum Schluss, dass was sowohl Zuschauer als auch Carter aus diesem Film mitnimmt: es ist die Balance, die wirklich glücklich macht.

„Reine Chefsache“ lebt von seinen Schauspielern – allen voran Dennis Quaid, der sich hier in guter Form präsentiert. Als guten „Gegner“ hat er Topher Grace, der Quaid in diesem Film zwar nicht das Wasser reichen kann, aber seine Sache konsequent und gut durchzieht. Einzig und allein Scarlett Johansson wirkt etwas blass – von Darstellungen wie in „Lost in Translation“ ist sie hier meilenweit entfernt.

Weitz‘ Film ist eine nette Komödie über das, was das Leben lebenswert macht – es geht um Liebe, um Geld, um Macht, um einen Weg, sich selbst zu definieren. Gut, hin und wieder plätschert der Film in seichtem Wasser hin und her. Im Ganzen betrachtet gelingt Weitz aber ein guter Film, den man sich am besten zusammen mit seiner besseren Hälfte anschaut, um einen angenehmen DVD-Abend zu haben. Leichte Kost, die gut zu verdauen ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten (angenehm, herzliche Komödie)

Blutiger Schnee

2010 Januar 28
von donpozuelo

Die grausamsten Geschichten schreibt tatsächlich nur das wahre Leben. Zumindest will uns das ein „Based on a true story“ zum Beginn eines Filmes immer verdeutlichen. Dabei muss man sich bei vielen „Tatsachen“-Filmen schon fragen, wie viel wahr und wie viel reine Fiktion ist.

„Fargo“ ist so ein Film. Hier weiß man nämlich nicht zu 100%, was nun wirklich passiert ist und was einfach nur aus der Fantasie der Coen-Brüder entsprungen ist. Ist aber im Fall von „Fargo“ total egal – egal, ob wahr oder nicht – „Fargo“ fesselt so oder so. „Fargo“ ist auch einfach nur ein klassischer Coen-Brothers-Film:

Der Autohändler Jerry Lundegaard (William H. Macy) hat finanzielle Schwierigkeiten und eine ziemlich blöde Idee: seine Ehefrau hat einen reichen Daddy, deswegen heuert Lundegaard zwei Ganoven an – Carl (Steve Buscemi) und Gaear (Peter Stormare). Die beiden sollen Lundegaards Ehefrau entführen, damit sie Daddys Lösegeld einheimsen und es mit Lundegaard teilen. Was eigentlich vollkommen gewaltlos von statten gehen sollte, wird schnell ziemlich blutig: erst ein Polizist, dann zwei Augenzeugen und immer so weiter. So tritt dann auch die schwangere Polizistin Marge Gunderson (Frances McDormand) auf den Plan und untersucht die Morde.

„Fargo“ hat alles, was ein guter Coen-Brothers-Film braucht: was eigentlich harmlos beginnt, wird zu einem totalen Fiasko. Dabei besticht „Fargo“ vor allem durch den gekonnten Wechsel zwischen Blut triefendem Thriller und herrlich schwarzer Komödie. Gleichzeitig lachen und angeekelt wegschauen – das funktioniert hier ausgezeichnet. Die Genialität des Films liegt aber nicht nur in der Story, sondern besonders in den Figuren, die die Coens wunderbar entwickelt haben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei vor allem auf Frances McDormand, die nicht umsonst mit einem Oscar ausgezeichnet wurde (wie übrigens auch das Drehbuch der Coen-Brothers). McDormands Marge ist eine naiv wirkende Provinz-Politesse, aber schon beim ersten Tatort zeigt sich, dass Marge es faustdick hinter den Ohren hat (sie hat ja auch in der Beziehung die Hose an). McDormand personifiziert hier absolute Unschuld (ob sie deswegen schwanger ist – keine Ahnung, aber allein die Tatsache, dass die Hauptfigur eine hochschwangere Frau ist, ist schon irgendwo genial) – diese Unschuld trifft auf absolute Verdorbenheit in Form von Lundegaard und Co. Und wie es sich gehört, obsiegt die Unschuld, wenn auch in einem echt ekligen Finale, in dem ein Gartenschredder eine gewichtige Rolle spielt.

Den Coen-Brothers gelingt es, die Eiseskälte der schneebedeckten Orte über den Film hinaus zu tragen. Man wird selbst ein wenig gefühlskalt – so gönnt man Jerry Lundegaard sein Schicksal genauso wie den beiden Entführern. Skrupellosigkeit sollte nicht unbestraft bleiben.

„Fargo“ ist brutal, blutig, gleichzeitig aber auch urkomisch. Man muss diesen Film einfach lieben und sei es nur wegen der schwangeren Marge, die sich ganz allein den Verbrechern stellt. Wer weiß, vielleicht wollen uns die Coens hier auch ein wenig vor Augen führen, dass Frauen doch das stärkere Geschlecht sind :)

Wertung: 9 von 10 Punkten (tiefer Schnee verdeckt noch tiefere menschliche Abgründe, aber die Coen-Brothers schaufeln für uns alles beiseite)

Hierher, Hundchen, hierher!

2010 Januar 26
von donpozuelo

Zombiefilme sind doch alle gleich: aus irgendeinem Grund tauchen sie plötzlich auf, laufen halb vergammelt durch die Straßen und suchen sich ihre nächsten Opfer, die sie dann fressen und somit ebenfalls infizieren. Dann gibt es natürlich ein Grüppchen Mutiger (oder weniger Mutiger), die sich gegen die Zombies stellen. Egal ob „ernsthaft“ oder als Komödie – jeder Zombiefilm lebt davon, dass die Überlebenden in einen blutigen Kampf gegen die Zombies antreten.

Es gibt da aber noch einen Film – den einzigen, den ich bis jetzt in dieser Art gesehen habe – der sich zwar Zombiefilm nennen kann, aber irgendwie doch kein richtiger ist. Der kanadische Film „Fido“ von Andrew Currie spielt in einem idyllischen kleinen Ort Willard (so hieß auch die Stadt aus dem Klassiker „Night of the Living Dead“ von Romero). Beim ersten Blick sieht alles irgendwie nach 50er Jahre aus: die Häuser sind fast alle identisch, die Frauen tragen hohe Frisuren und lange Kleider, die Männer ständig Anzug und fahren in ihren riesigen Wagen durch die Gegend. Es sieht alles ein wenig wie bei „Pleasantville“ aus: ein Traum der Spießigkeit. Doch nicht alles ist hier so wie es scheint: Strahlung aus dem All hat einige Menschen zu Zombies gemacht. Aus den daraus folgenden „Zombie Wars“ kam die Lösung: abgesicherte Städte, die von Zombie verseuchtem Land umgeben sind. In den Städten sorgt ZomCon für Ruhe und Ordnung. Da man ja auch Profit aus der Situation schlagen muss, entwickelte ZomCon Halsbänder, die die Zombies kontrollieren und sie so zu nützlichen Arbeitern, Dienern oder Haustieren werden. In dieser Stadt lebt auch der kleine Timmy Robinson (K’Sun Ray) mit seiner Mutter Helen (Carrie-Anne Moss) und seinem Vater Bill (Bill Robinson) und ihrem Zombie Fido (Bill Connolly).

Der neue beste Freund des Menschen - der Zombie

„Fido“ ist ein genial-komischer Film, der uns in eine alternative Realität führt, in der Zombies wie Haustiere gehalten werden. In der kleinen Familie Robinson sorgt die Anschaffung eines Zombies für Stress: während Mutter Helen ihn als Statussymbol ansieht, hat Vater Bill einfach nur Angst vor ihm. Umso schlimmer wird es, als der kleine Timmy Gefallen an dem stummen Typen findet.

Die Zombies in „Fido“ sind domestizierte Ungeheuer, die durch ein Halsband kontrolliert werden. Natürlich sorgt die Freundschaft zwischen Timmy und Fido für einige Probleme – so beißt Fido eine alte Dame und bringt damit einige Schwierigkeiten für die Familie Robinson.

„Fido“ ist ein Film, der wohl auch ein bisschen sagen will: „Zombies sind auch nur Menschen“. Für die Menschen in der kleinen Stadt Willard sind die Zombies einfach nur Nutzgegenstände, die sie für selbstverständlich ansehen. Erst durch Fido und Timmy wird deutlich, dass auch die Zombies Gefühle empfinden können – so gibt es auch einige „sinnliche“ Momente zwischen dem Zombie und Helen.

Der kanadische Film ist eine wunderbare Komödie, die sich mal ganz anders mit Zombies beschäftigt. Regisseur Currie gelingt ein Bonbon bunter Film, in dem nur die Zombies wie kleine graue Männchen hervorstechen. Umso mehr erkennt man, wie viele von ihnen für das Wohl in Willard sorgen. Willard ist das Paradies auf Erden – so wie man es sich wünscht und doch erkennt man schnell, wie verlogen doch alles zu sein scheint. Nur wer einen Zombie hat, ist wirklich anerkannt. Wie mit den Zombies umgegangen wird, ist egal – Hauptsache, man hat wirklich viele von ihnen. Am Ende des Films erst lernen die Menschen aus Willard ihre Zombies mehr zu schätzen – „Fido“ wird jetzt auf einmal ein Film mit kritischem Unterton: Man soll nicht alles Gute für gegeben nehmen, sondern muss sich immer darum kümmern, ansonsten kann es schnell umschlagen.

Aber egal, ob man „Fido“ jetzt noch tiefgründige Motive andichten will oder nicht, der Film macht einfach Spaß – gerade weil er Zombies mal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet und somit jede Erwartung des Zuschauers zunichte macht.

Wertung: 8 von 10 Punkten (der bis jetzt schrägste Zombiefilm, den ich je gesehen habe)