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Apes Together Strong

7. August 2017

Gebt Andy Serkis doch bitte endlich mal einen Oscar! Irgendwas für Leistung im Bereich des Kinos – einen dieser speziellen Oscars. Sollte man direkt eine Kategorie für „Perfomance Capture“ einführen, würde Serkis dann jedes Jahr aufs Neue gewinnen. Das wäre dann auch merkwürdig, aber auf irgendeine Art und Weise muss dieser Mann einfach mal gewürdigt werden. Er ist so einer dieser Schauspieler, den man „real“ fast kaum sieht, aber als was anderes schon. Und seine größte Rolle ist ja nach wie vor Affe Caesar aus dem „Planet der Affen“-Reboot. Da war er ja schon immer großartig, aber in „Planet der Affen: Survival“ (der ja im Englischen mal wieder einen sehr viel cooleren Namen mit „War For The Planet Of The Apes“ hat – aber darauf wollen wir jetzt mal nicht näher eingehen) liefert Serkis seine beste Affen-Performance ab – was aber auch daran liegt, dass der dritte Teil verdammt gut und somit die Affen-Trilogie eigentlich fast perfekt macht.

In „Planet der Affen: Revolution“ sorgte Affe Koba ja dafür, dass der Krieg zwischen den Menschen und den Affen anfing, jetzt in „Survival“ stecken wir mitten in diesem Überlebenskampf der Affen, die eigentlich nur in Ruhe gelassen werden wollen. Doch Caesar (Serkis) hat einen neuen, sehr mächtigen Feind: den Colonel (Woody Harrelson). Als der einen spontanen Überraschungsangriff auf Caesars kleine Affen-Kolonie anführt, zieht er den Zorn des Affen-Anführers auf sich. Statt mit seinen Affen in eine andere Region zu reisen, macht sich Caesar auf, um den Colonel zu finden… und findet sich stattdessen in einem Alptraum wieder.

Uncharted… mit Affen

Die „Planet der Affen“-Trilogie, so wie sie jetzt ist, ist echt super. Ich mag Teil 1 nach wie am liebsten, das sage ich an dieser Stelle gleichmal vorweg. Danach kommt Teil 3 und dann Teil 2. Doch insgesamt gesehen ist es eine wunderbare Trilogie, die in jedem Teil auch etwas ganz Neues erzählt. Teil 1 war die Geschichte der Entstehung – quasi Caesars Origin. Dann kam Teil 2 mit der Zwist innerhalb der Affen-Gemeinde und jetzt kommt also der Krieg. Wobei „Planet der Affen: Survival“ da echt ein bisschen Mist gebaut hat – zumindest was die Marketing-Kampagne angeht. Die Trailer und die Poster sind alle sehr auf den Krieg ausgerichtet, aber Krieg spielt gar keine so große Rolle in diesem Film. Es gibt genau zwei erwähnenswerte Schlachten: Einmal zu Beginn des Films und dann am Ende. Zwischendurch ist „Survival“ so viel mehr als nur ein Kriegsfilm, sondern eigentlich mehr ein Drama, das erschreckende Holocaust-Bilder aufwirft.

In erster Linie ist „Survival“ aber wirklich ein Film über Caesar, der sich damit konfrontiert sieht, seinen Platz in seiner Gemeinde zu finden. Statt sie anzuführen und in Sicherheit zu bringen, riskiert er das Leben aller für seinen eigenen Rachefeldzug gegen den Colonel. Dabei sieht er sich immer wieder auf seinem alten Freund und Feind Koba gegenüber, dem er ähnlicher zu werden scheint. „Survival“ ist noch mehr als alle anderen Filme vorher, Caesars Geschichte. Es ist eine Geschichte, die sich zukünftige Affen-Generationen wahrscheinlich noch lange, lange erzählen werden. Schließlich wird Caesar in diesem Teil nun endgültig zu einer wichtigen Figur der Affen-Bewegung.

Ich will dazu jetzt auch nicht wirklich verraten, aber ich sprach die Holocaust-Bilder an… und ja, es ist tatsächlich so. Der Colonel lässt Affen nämlich in einem Arbeitslager für sich arbeiten, peitscht sie aus, lässt sie ohne Wasser und Essen in der Kälte leben und schikaniert sie, wo er nur kann. Und Caesar gerät da natürlich mitten mit rein. Was Regisseur Matt Reeves hier schafft, ist ein absolut emotionaler Film, der gerade wegen der erschreckenden Parallelen zu unserer eigenen Geschichte so extrem packend ist. Caesars Überlebenskampf wird zum Überlebenskampf einer ganzen Gemeinschaft… und er muss auch über sich selbst und seine eigenen Rachegelüste hinweg sehen, um das Wohl aller zu sichern. Da wird „Planet der Affen: Survival“ zu so viel mehr als nur einem cool gemachten Science-Fiction-Film.

Und cool gemacht ist er dennoch. Ich meine, wow!!! Die „Planet der Affen“-Reihe zeigt einfach mal, dass man CGI-Charaktere mit Leben füllen kann, wenn man denn nur ein gutes Drehbuch und starke Figuren hat (sollte sich Michael Bay echt mal zu Herzen nehmen). Die Affen sahen noch nie so echt aus wie in diesem Film.

Spannend waren aber auch die Neuzugänge: Bad Ape (Steve Zahn) war ein toller neuer Affe, der sehr schnell auch nervig hätte sein können, aber Reeves setzt ihn perfekt ein und so wird Bad Ape ein Highlight dieses Films. Genau wie die junge Nova (Amiah Miller), die jetzt noch einmal den Bogen zum alten „Planet der Affen“ schlägt und andeutet, wie es mit den Menschen weitergehen wird.

„Planet der Affen: Survival“ ist ein toller Film, ein extrem emotionaler Film, bei dem einem auch schon mal für ein paar perfekte Pixel-Affen die Tränen runterkullern können. Für mich könnte nach diesem Film problemlos auch Schluss sein und wir hätten endlich mal wieder eine richtig gute Trilogie. Auf der anderen Seite würde mich schon interessieren, wie es mit den Affen weitergeht. Aber da wird schon noch mehr kommen… immerhin vereinen die Affen finanziellen Erfolg mit guten Geschichten. Sowas darf dann gerne auch mal weitergehen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Affe gegen Mensch – der große Kampf hätte nicht besser sein können)

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2 Kommentare leave one →
  1. 16. August 2017 22:50

    Ich komme grade aus dem Kino und kann das Review eigentlich genau so unterschreiben. Auch was das Ranking der Filme angeht, als auch die Marketing-Kampagne zum aktuellen Film. Und gebt dem Mann endlich einen Oscar

Trackbacks

  1. Planet der Affen: Survival – Kritik – Filmexe – Blog über Filme und Serien

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