Skip to content

Die Monotonie der Action

16. Juli 2014

Über Michael Bay und seine „Transformers“-Filme zu meckern, ist in etwa so, als würde man sich darüber beschweren, dass Milch aus dem Kühlschrank kalt ist. Es ist unnötig und sinnlos, denn schließlich weiß man, was einen erwartet – sowohl bei der Milch als auch bei Michael Bay. Doch so eine Milch kann ja auch mal ein bisschen zu lange im Kühlschrank stehen… und dann ist sie nicht nur kalt, sondern (wenn man es nicht erwartet) auch noch schlecht. Und genau so ging es mir mit „Transformers – Ära des Untergangs“.

Ich war ja wirklich vorbereitet, meine Erwartungen waren dank der vorherigen Filme sehr niedrig. Obwohl nicht ganz, denn nachdem ich den dritten Teil gesehen hatte, war für mich ja klar, dass ich den vierten wirklich mal im Kino sehen muss (wegen der Effekte und so). Außerdem hatte ich mich ja ein bisschen gefreut, dass Dumpfbacke Shia LaBeuf nicht mehr mit dabei ist… und trotzdem gelingt Michael Bay irgendwie das Kunststück diesen Film so richtig abstinken zu lassen.

Die Story, soweit man sie denn so nennen darf, ist einmal mehr schnell erzählt: Statt Sam Witwicky gibt’s jetzt den erfolglosen Erfinder Cade Yaeger (hat da jemand zu viel „Pacific Rim“ gesehen???), der mit seiner Tochter irgendwie in den Kampf zwischen Autobots und der Regierung kommt. Die wollen nach derm verherrenden Chaos im dritten Teil nämlich von Transformers nichts mehr wissen. Was aber natürlich nicht so einfach ist… denn böse Transformers, die Optimus Prime und seine Autobots suchen, gibt’s auch immer noch wie Sand am Meer.

Hi ho Silver…

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll… und ich möchte noch einmal hervorheben, ich weiß, was man bekommt, wenn man sich einen „Transformers“-Film anschaut. Man darf wirklich nicht viel erwarten, eigentlich gar nichts außer einem gepflegten Auto-Porno plus ein paar leichtbekleidete Damen, Roboter und Explosionen.

Der Autoporno ist natürlich bestens geglückt. Ob nun Trucks, Jeeps, Sportwagen, Luxusflitzer oder Oldtimer – hier ist für jeden die richtige Penis-Vergrößerung mit dabei. Leichtbekleidet darf hier vor allem „Katara“-Killerin Nicola Peltz rumlaufen. So richtig geil finden darf man das aber nicht, schließlich wird sie uns ja immer wieder als noch minderjährig vorgestellt. Wer weiß, was der gute Mr. Bay da für Fantasien auslebt. Auf jeden Fall ist es einfach nur billig und albern, wie die Gute in Mini-Rock durch das texanische Nirgendwo stolpert, aber wer’s mag… immerhin reiht sie sich so nahtlos in die austauschbaren und eigentlich überflüssigen Damen der „Transformers“-Reihe ein… sicherlich ein Gefühl, dass sie mit Stolz erfüllen könnte/ dürfte (?).

Roboter gibt’s natürlich auch genug… allerdings (so als kleine Vorwarnung) müsst ihr bei einer Gesamtlaufzeit von knapp drei Stunden verdammt lange warten, bis ihr die coolen neuen Dinobots endlich mal zu Gesicht bekommt. Vorher gibt’s Haufenweise anderer Robos, die – wie schon immer – natürlich auch in „Transformers 4“ toll animiert sind, blablabla…

Das, was mich wirklich sehr fasziniert hat, an diesem Film, ist die Tatsache, wie monoton Action doch sein kann. Das ist mir bei den Vorgängern nie so aufgefallen, aber in „Ära des Untergangs“ haben mich nicht einmal die Action-Sequenzen wirklich überzeugen können. Weil man auch alle 20 Minuten eine neue bekommt und sich am Ende schon gar nicht mehr daran erinnert, welche denn nun wirklich cool war (natürlich die am Ende mit den Dinos, aber trotzdem…). Ich meine, klar waren die „Transformers“-Filme nie mehr als riesige CGI-Schlachten, aber hier im vierten Teil schläft man dabei förmlich ein. Zum Glück sind sie wenigstens laut genug, aber viele Szenen und sogar ganze Sequenzen sind teilweise einfach nur da, um den Film scheinbar noch mehr in die Länge zu strecken.

Denn zwischen der Action gibt’s ja noch so was wie die Story. Human Interest Stories wie Mark Wahlberg, der mit seiner Tochter nicht so ganz klar kommt und doch der gute Papa sein will. Oder Mark Wahlberg, der mit dem Freund seiner Tochter nicht klar kommt. Oder Mark Wahlberg, der doch einfach nur ein toller Erfinder sein möchte, um für seine Tochter zu sorgen. Oder Mark Wahlberg, der einfach mal – als einfacher Arbeiter – in heroischer Pose in die Ferne starrt und auf eine bessere Zukunft für sich, seine Familie und Amerika hofft…. brrrr… bis auf Stanley Tucci kann man sämtliche Darsteller in „Transformers 4 – Ära des Untergangs“ wirklich in die Tonne hauen. Geschichten mit glaubhaften Charakteren braucht man bei Michael Bay und seinen Transformers wirklich nicht suchen.

Naja, es gibt viel zu meckern, aber letzten Endes ist auch wieder nur ein „Transformers“-Film, der einfach viiiiiiiiiiiel zu lang geworden ist. Eine Stunde weniger und alles wäre gut gewesen. Dann hätte man weniger Mark Wahlberg und Co., mehr Dinobots und alles wäre super.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Transformers-Fans werden an dieser Variante des dritten Teils – denn mehr ist das hier auch nicht – bestimmt ihren Spaß haben und alle Hater werden es eh besser wissen und nicht hingehen… und Leute wie ich, die irgendwo dazwischen stehen, denken einfach an die Dinobots… coooool!!!)

Advertisements
16 Kommentare leave one →
  1. 16. Juli 2014 21:07

    Wer ist Nicola Peltz? Ansonsten genau das, was ich erwartet habe, bzw. nicht ansehen werde. Ich wollte ja damals eigentlich nach dem ersten aufhören, habe aber dann doch noch Teil 2 und 3 gesehen und mich später tierisch darüber geärgert. Diesmal ist es so, dass mir das Interesse vollends fehlt. Und Dinobots, also bitte,… Willkommen zurück im Kindergarten.

    • donpozuelo permalink*
      17. Juli 2014 09:21

      Nicola Peltz muss auch wirklich nicht kennen. Papa ist Milliardär, Kind ist vollkommen talentfrei… sagt also irgendwie alles.
      Und ja, ich wollte eigentlich auch nach dem ersten Teil aufhören, aber irgendwie haben sich alle anderen dann doch reingeschlichen… und Teil 4 konnte ich wenigstens umsonst gucken. Was auch umsonst war, weil… naja…

  2. 17. Juli 2014 14:15

    Dir ist erst jetzt aufgefallen, dass die Action in TRANSFORMERS monoton, langweilig und daraus resultierend ermüdend ist? Wow. Das musste ich erst einmal sacken lassen.
    Was mir bei dem Lesen der vielen Kritiken zu dem vierten Teil der Reihe auffällt ist, dass ich mich so wirklich überhaupt nicht an Szenen aus den ersten beiden Teilen erinnern kann, obwohl ich gerade ersteren mehrfach gesehen habe.
    Eigentlich dachte ich, die Filme wären so richtig, verdammt schlecht, aber dafür sind sie dann schon wieder viel zu belanglos. Von den Filmen bleibt, wenn überhaupt kurzfristig!, erst recht nicht auf lange Sicht auch nur irgendein Erinnerungsfetzen hängen.

    Außer meine Verdrängungsmechanismen funktionieren zu gut, kann ja auch sein.

    • donpozuelo permalink*
      17. Juli 2014 15:10

      Bislang fand die Action in allen anderen „Transformers“-Filmen irgendwie noch erträglich. Zwar nicht immer wirklich gut, aber ertragbar. Jetzt wird selbst die Action so monoton, dass es echt wehtut. Bei fast drei Stunden Laufzeit tut einem hier nach 30 Minuten alles weh… vor allem aber Augen und Ohren 😀
      Erinnerungswürdig ist hier wirklich nichts… genau wie bei den ersten drei Filmen… obwohl ich mich zumindest an den riesigen Metall-Wurm aus dem dritten Teil gut erinnere. Aber es ist ja, wie es ist… man kann über die Filme meckern so viel man will, sie kommen bei genügend Menschen immer noch so gut an, dass weiter gemacht wird.

  3. 18. Juli 2014 09:53

    Ich habe die Filme kürzlich einer neulichen Sichtung mit der nächsten Generation unterzogen, und während die die echt cool fand, musste ich echt sagen, dass die Filme ihren Reiz verloren haben. Klar, schlau waren sie nicht, aber ich hatte zumindest mit 1 und 3 immer meinen Spass. Hirnbefreiten Spass, that is. Mal sehen, ob ich bei Teil 4 auch so unbeschwert aus dem Kino laufe…

    • donpozuelo permalink*
      18. Juli 2014 10:26

      Ja, schwierig… ich hatte eigentlich wirklich nur mit dem dritten Film Spaß, alles andere war mir schon immer ein bisschen zu viel nichts.

      • 21. Juli 2014 12:34

        Den ersten fand ich echt cool – bei allen stört mich einfach das menschliche Element.

        • donpozuelo permalink*
          21. Juli 2014 12:55

          Wie gesagt, ich mochte den dritten… und auch menschliche Elemente hoffe ich schon gar nicht mehr. 😀

Trackbacks

  1. The Dark Side of the Moon | Going To The Movies
  2. Mein Freund, der Roboter | Going To The Movies
  3. Cowabunga!!! | Going To The Movies
  4. 2014 | Going To The Movies
  5. Willkommen in der Zukunft! | Going To The Movies
  6. The Riddle of the Model | Going To The Movies
  7. Willkommen auf Alcatraz! | Going To The Movies
  8. Die Transformers der Tafelrunde | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: