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Männersport

18. Juli 2014

Ich war in meinem Leben ein einziges Mal Angeln. Da war ich acht Jahre alt, war müde (weil es so eine Art Mitternachtsangeln war) und ziemlich schnell genervt von der ganzen Angelegenheit. Ich kann aber trotz allem irgendwie gut nachvollziehen, warum man es gerne macht. Gemütlich irgendwo in der Natur hocken und angestrengt nichts tun, ist bestimmt verdammt entspannt. Und wenn dabei noch ein leckeres Abendessen bei rauskommt… umso besser. (FYI: Mein Angeltrip hat nichts dergleichen hervorgebracht).

Ums Angeln geht’s irgendwie auch in „Ein Goldfisch an der Leine“… obwohl möglicherweise vielleicht auch nicht. Roger Willoughby (Rock Hudson) ist Verkäufer in der Angelabteilung von Abercrombie und Fitch… und zwar ein verdammt guter. Er hat sogar ein Buch übers Angeln geschrieben und seine Ratschläge werden von seinen Kunden nur zu gerne angenommen. Doch Roger hat ein Geheimnis: Er war in seinem ganzen Leben noch nicht einmal angeln. Blöd, dass sein Chef jetzt ausgerechnet auf die Idee kommt, Roger bei einem Angelwettbewerb anzumelden. PR-Beraterin Abigail Page (Paula Prentiss) soll Roger darauf vorbereiten… eine nicht einfach zu bewältigende Aufgabe.

Frauen können so furchtbar anstrengend sein…

„Ein Goldfisch an der Leine“ – ein Film übers Angeln und dann doch wieder überhaupt nicht. Am deutlichsten wird das, wenn man sich a) den Film anschaut (d’uh) und b) wenn man sich dann noch den Originaltitel des Films vor Augen führt: „Man’s Favorite Sport?“ Ja, was wäre denn wohl der Lieblingssport des Mannes? Aus Sicht der 60er… in einer Zeit, in der ein gewisser James Bond genau zeigte, was der Lieblingssport der Männer ist… richtig!!! Auch wenn „Ein Goldfisch an der Leine“ es nicht offen ausspricht, geht’s am Ende doch nur um das eine… und das macht den Film so herrlich zweideutig und dadurch noch gleich sehr viel lustiger.

Denn Rock Hudson spielt seinen Roger so hoffnungslos überfordert mit dem Angeln und den Frauen, dass er einem schon fast leid tun kann. Und wenn er dann gezwungen wird, halbe Ewigkeiten einen kalten Fisch in der Hand zu halten, weil er die ja sonst überhaupt nicht mag, darf man auch gerne noch ein bisschen mehr über die Zweideutigkeiten des Films schmunzeln.

Zweideutigkeiten und das Problem des leicht verklemmten Rogers mit den Frauen sind eine Sache, die „Ein Goldfisch an der Leine“ wunderbar sympathisch machen. Auf der anderen Seite überzeigt der Film von Regisseur Howard Hawks durch herrlich absurde Slapstick-Nummer. Wenn Roger am See verzweifelt versucht, sein Lager aufzubauen, erinnert das an die alten „Donald Duck geht Campen“-Filmchen. Hier tritt Roger in jedes Fettnäpfchen, verzweifelt an den zahlreichen Stangen für sein Zelt, an seinen aufblasbaren Anglerhosen oder einfach am System des Angelns allgemein. Und wieder ist es hier dieser stoische Rock Hudson, dieser tollpatschige Riese, der all diese Nummern einfach noch komischer werden lässt.

Aber Rock Hudson allein macht „Ein Goldfisch an der Leine“ noch nicht aus… für all die Zweideutigkeiten zur Inkompetenz seiner Rolle im Umgang mit den Frauen steht ihm eine gegenüber, die es wirklich in sich hat: Paula Prentiss macht Hudson ordentlich Feuer unterm Arsch. Mal verdammt sexy (wenn sie mal vorbeischaut, weil sie so dringend eine Schlaftablette braucht) und immer schlagfertig und ein bisschen schnippisch dominiert Prentiss den armen Hudson so gekonnt, dass sie wirklich ein perfektes gegensätzliches Pärchen abgeben – frei nach dem Motto „Was sich wirklich extrem neckt, das liebt sich später umso mehr!“

„Ein Goldfisch an der Leine“ ist eine dieser leichten Komödien, die man sich immer und immer wieder angucken kann, ohne das sie einen langweilen könnte. Rock Hudson und Paula Prentiss sind ein tolles Leinwandpärchen… und naja, Angeln sieht nach diesem Film doch nach einer wirklich interessante Freizeitbeschäftigung aus.

Wertung: 9 von 10 Punkten (wer angelt hier wen oder was… eine sehr amüsante Fragestellung)

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2 Kommentare leave one →
  1. 18. Juli 2014 18:20

    Auf jeden Fall einer meiner mit am meist gesehenen Filme. Kann ich immer wieder gucken 😀
    „Na das war ja nichts…nein, das war doch kein Kuss…“ 😆

    • donpozuelo permalink*
      19. Juli 2014 08:47

      Ja, ich hab den jetzt zum ersten Mal gesehen, aber das ist wirklich einer dieser Filme, den man öfter gucken kann.

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