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Willkommen auf Alcatraz!

7. Juni 2017

Es geht fröhlich weiter mit meinem Klassiker-Check-Up… und ein Film, den ich wirklich extrem gefeiert habe als Junge war „The Rock“ mit Nicolas Cage und Sean Connery. Ich glaube, es lag sehr viel daran, dass ich Sean Connery fast nur als James Bond kannte. Es lag aber auch viel an Nic Cage, der gerade in den 90ern ja wirklich heißer Scheiß war. Dabei fällt mir heute immer wieder auf, warum man eigentlich erst jetzt so wirklich wahrgenommen hat, wie durchgeknallt dieser Mann gespielt hat. Selbst in den ernstesten Action-Filmen gibt es da immer diese besondere Prise Cage-Wahnsinn, der nie so wirklich zu seinen Charakteren zu passen scheint… und am Ende dann doch. Ist mir jetzt zumindest bei „The Rock“ mal wieder sehr aufgefallen.

Wer’s nicht mehr kennt (Schande über euer Haupt 😉 ): Brigade-General Frank Hummel (Ed Harris) hat die Schnauze voll davon, wie die Regierung mit Soldaten umgeht, die in geheime Missionen verwickelt sind. Also klaut er kurzerhand Raketen, die er mit einem gefährlichen Giftgas bestückt, verschanzt sich auf der Gefängnisinsel Alcatraz und erpresst die Regierung. Die lässt sich natürlich nicht so leicht erpressen und will stattdessen ein Team auf die Insel schicken: Mit dabei Top FBI-Top-Spezialist für chemische Waffen Dr. Stanley Goodspeed (Nic Cage), der in seinem Leben noch nie das Labor verlassen hat und John Mason (Sean Connery), ein inhaftierter britischer Spion, der schon einmal aus Alcatraz ausgebrochen ist.

So werden Weihnachtsbaumkugeln hergestellt…

Man möchte gar nicht so richtig glauben, dass dieser äußerst unterhaltsame Action-Film ein Werk von jetzt Bombast-Schrott-Regisseur Michael Bay ist. Aber gut, damals waren die Auto-Roboter noch nicht in Sicht, da hat sich der Mann tatsächlich noch ein bisschen um Charaktere gekümmert und noch interessante Geschichten erzählt. „The Rock“ ist dabei 90er Jahre Action-Kino, wie es zu sein hat: ein cooles Duo vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe, coole Sprüche und coole Action. Dass die Story jetzt nicht so ganz hundertprozentig rund ist, kann man da gekonnt vernachlässigen, weil der Rest einfach so viel Spaß macht. Das ist auch jetzt noch der Fall, doch über eine Logik-Loch bin ich dann letztendlich doch immer und immer wieder gestolpert…

Dieser Film braucht Nic Cage gar nicht. Versteht mich jetzt nicht falsch, theoretisch bräuchte jeder Action-Film eine kleine Note Cage, aber in diesem Film ist es mir jetzt das erste Mal so richtig aufgefallen, dass Nic Cages Rolle hier eigentlich komplett unnötig ist. Er wird uns zwar am Anfang als großer Experte für chemische Waffen vorgestellt, wir sehen ihn ja dann auch in Aktion, wie er ein Gift-Paket im Labor in letzter Minute entschärft. Ab diesem Punkt sollte dann jedem klar sein, dass dieser Dr. Goodspeed sein Handwerk wirklich versteht… und nebenbei sogar ein paar Drähte durchschneiden kann, um die gefährliche Bombe dramaturgisch perfekt in der letzten Sekunde zu entschärfen. Sogar als Action-Raser zeigt er dann ungeahnte Fähigkeiten, als Mason kurzerhand ausbricht und wir denken uns, okay… dieser Mann wird extrem wichtig für den Einsatz auf Alcatraz. Doch auf der Insel selbst sind seine Fähigkeiten gar nicht gefragt. Das Einzige, was Goodspeed macht, ist die Steuerungschips aus den Raketen auszubauen. Das hätte also jeder der Soldaten in seinem Team auch machen können. Goodspeed hätte man erst gebraucht, nachdem die ganze Mission abgeschlossen ist. Der große Experte, der am Ende nur Chips entfernt, ist dann doch reichlich unspektulär.

Party…

Trotzdem… natürlich braucht auch „The Rock“ einen Nic Cage und tatsächlich funktioniert er ja auch mit Sean Connery unglaublich gut. Unglaublich gut finde ich dabei auch die weitläufige Fan-Theorie, dass es sich bei Connerys John Mason in Wirklichkeit um einen alten James Bond handelt. Immerhin ist Mason ein britischer Agent, der vor Jahren eingesperrt wurde, weil er den Amerikanern einen hochbrisanten Mikro-Film stahl. Es mag vielleicht weit hergeholt sein, aber es ist witzit… und wenn man den Film unter diesem Aspekt anschaut, macht das Ganze durchaus auch ein bisschen Sinn.

Alles in allem macht „The Rock“ auch immer noch Spaß. Man erkennt spätestens an der ersten Feuerwerksartigen Explosion, dass Michael Bay am Werk war und ja, auf die Story darf man einfach nicht zu genau achten, dann macht dieser Film Laune und unterhält extrem gut. Was dann ja vor allem dem tollen Duo vor der Kamera zu verdanken ist…

Wertung: 9 von 10 Punkten (dieser Rock bleibt weiterhin ein Fels in der Brandung)

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8 Kommentare leave one →
  1. 7. Juni 2017 09:19

    Ja, ein famoser Action-Klassiker. Damals konnte Bay noch liefern…

    • donpozuelo permalink*
      7. Juni 2017 09:21

      Das stimmt. Damals konnte er das wirklich noch. Bis er gemerkt hat, dass er mit CGI-Robotern richtig viel Geld machen kann.

  2. 7. Juni 2017 11:10

    Das beste das Bay jemals gemacht hat und auch gemacht haben wird. Der ist Actiontechnisch ja sogar relativ zurückhaltend für seine Verhältnisse und geht auch mal 5 Minuten auf seine Charaktere (Protagonisten wie Antagonisten) ein.

    • donpozuelo permalink*
      7. Juni 2017 11:32

      Absolut. Da wird auch wirklich nie wieder was in die Richtung kommen. Dieser Film wird eine schöne Erinnerung an bessere Zeiten bleiben…

  3. 7. Juni 2017 13:19

    Ich schätze es gibt an diesem Film nichts, was ich nicht liebe. Für mich der mit Abstand beste 90er Jahre Actionstreifen. Allein der Soundtrack lässt jedesmal wieder die Erinnerungen hochkommen.
    Jetzt wo du das mit Cage erwähnst: Stimmt! Ist mir als Kind nie wirklich aufgefallen, aber klar. Er ist nur das Anhängsel, dass ein bisschen die Moral aufrechterhalten will, aber sonst völlig unnötig wäre. Aber wie gesagt, was wäre so ein Actioner ohne die Prise Cage-Wahnsinn…

    • donpozuelo permalink*
      7. Juni 2017 14:26

      Absolut. Und ja, selbst wenn Cage „unnötig“ ist, ist er doch nie wirklich unnötig. Wäre „The Rock“ einfach nur Sean Connery vs. Ed Harris, wäre es nicht der gleiche Film.

      • 8. Juni 2017 20:49

        Ganz genau. Deswegen ist „Con Air“ auch nur minimal schwächer, als „The Rock“. Oder ist das persönliche Präferenz?

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