Skip to content

Monster gegen Monster

17. Juli 2013

Ich bin mit Monsterfilmen aufgewachsen. Alles, was höher als 10 Meter und nicht unbedingt menschlicher Natur war, war mir willkommen. Am liebsten war mir natürlich die fiese Tokyo bzw. Japan zerstörende Riesenechse namens „Godzilla“. Das ließ mich meine Oma immer anschauen… es wurden ja nur ganze Städte zerstört. Aber solange es meine strenge Oma nicht störte, störte es mich auch nicht und so feierte ich jeden Film, in dem ein Mann im Gummi-Echsen-Kostüm kleine Modell-Städte zertrampelte und dabei laut quieckte. „Godzilla“ war cool und Monster sowieso.

Vielleicht liegt es an dieser Liebe für übergroße Viecher, dass ich meine Begeisterung für Guillermo del Toros „Pacific Rim“ kaum bremsen konnte. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, endlich mal wieder einen echten Guillermo del Toro zu sehen. Seit „Pans Labyrinth“ und „Hellboy II“ stand der Name del Toro immer nur in der „Produziert von…“-Spalte. Wenn der gute Mann also endlich mal wieder ein Projekt für würdig anerkennt, selbst Regie zu führen, dann freut mich das natürlich auch. Umso mehr, wenn es um riesige Monster-Aliens geht, die gegen riesige Monster-Roboter kämpfen.

Tja, und damit hätten wir eigentlich auch schon die Story von „Pacific Rim“ im Groben und Ganzen zusammengefasst. Etwas genauer geht’s aber auch: Die riesigen Monster-Aliens werden Kaiju genannt und kommen aus dem pazifischen Ozean (dank eines Portals). Da die Viecher sofort damit beginnen, die Küstenstädte platt zu machen, versucht sich die Menschheit zu wehren. Nach jahrelanger Forschung hat man endlich eine kleine Armee riesiger Roboter, die Jaeger genannt werden. Die Jäger werden immer von zwei Piloten gesteuert. Doch als das Jaeger-Programm beendet werden soll, greift Marshall Stacker Pentecost (Idris Elba) ein. In einer letzten verzweifelten Schlacht soll Jaeger-Pilot Raleigh Becket (Charlie Hunnam) gemeinsam mit seinem Gipsy Danger und anderen die Aliens zurückschlagen.

Also im Endeffekt Monster gegen Roboter. Ganz schlicht und einfach. Und bitte, bitte: Mehr darf man von der Story auch nicht erwarten. Denn wer zu genau hinschaut, entdeckt in der Handlung von „Pacific Rim“ eine simple Mischung aus Roland Emmerichs „Independence Day“ und Michael Bays „Armageddon“. Erst sterben Menschen, ein Außenseiter wird eingeflogen, um als großer Held die Welt zu retten. Es gibt Reibereien unter den Menschen, es gibt Liebesallüren, es gibt tragische Rückblenden, damit unsere Helden ein paar Ecken und Kanten bekommen. Dann gibt’s mit Charlie Day nicht nur ein erstaunlich gutes J.J. Abrams-Double, sondern im Doppelpack mit Burn Gorman auch noch die durchgeknallten Wissenschaftler, die natürlich im letzten Augenblick einen Ausweg finden. Irgendwann schwingt jemand (Idris Elba) noch seine bekannte Rede… von wegen, wir canceln die Apokalypse und so.

Das ist alles wirklich nett und die Schauspieler geben sich auch reichlich Mühe, ihren Rollen Tiefgang zu verleihen. Doch letztendlich sind es nur zwei Personen, die wirklich halbwegs interessant sind. Das wäre einmal der schon erwähnte Abrams-Doppelgänger Charlie Day und Ron Perlman, der endlich mal wieder in einem del-Toro-Film auftauchen darf, ohne sich hinter einer Maske verstecken zu müssen. Sein Schwarzmarkt-Händler zeigt das, was wir von del Toros Charakteren eigentlich sehen wollen: etwas mehr Hintergrund!!!

Aber bevor jetzt Panik ausbricht: Ich liebe „Pacific Rim“. Der 30-jährige Möchtegern-Erwachsene liebt diesen Film genauso sehr wie das kleine Kind in mir. Wie schon bei „Independence Day“ erfüllt die Story ihren Zweck, gibt uns einen netten und durchaus spannenden (wenn auch vorhersehbaren) Hintergrund zu dem, weswegen wir eigentlich in diesem Film gehen: Fucking Monster gegen Fucking Riesenroboter.

Und bevor jetzt gleich noch mehr Panik ausbricht: Nein, „Pacific Rim“ ist nicht wirklich wie „Transformers trifft Godzilla“. Naja, vielleicht ein bisschen, aber es macht einfach so viel Spaß. Wenn Del Toro seine Roboter aus dem Hangar lässt und sie gegen die Aliens antreten lässt, dann kracht’s ordentlich. Die Action ist ein wahrer Augenschmaus. Die Roboter haben alle ein unterschiedliches Design und sehen einfach nur großartig aus, während man vor allem bei den Monstern erkennt, dass hier ein Könner und Kenner am Werk war. Die Kaijous sind wirklich furchteinflößend… gut in Szene gesetzt. Und gleiches gilt für die Kämpfe. Das ist Monster-Gekloppe vom Feinsten… und das bei einer Lautstärke, die euch im Sitz mit vibrieren lässt. Ernsthaft: „Pacific Rim“ ist einer der lautesten Film, den ich je im Kino gesehen habe. Somit wird „Pacific Rim“ zum doppelten Erlebnis: Es gibt was für die Action-Augen und die Action-Ohren, wenn sich Roboter gegen Aliens auflehnen… egal, ob über Wasser, unter Wasser, an Land oder in der Luft. Die Fights in „Pacific Rim“ sind in jeder Hinsicht ein absoluter Traum.

„Pacific Rim“ ist wirklich der perfekte Film fürs Kind in jedem von uns. Es knallt, es kawummt, es donnert. Es gibt riiiiiiesige Viecher, noch riiiiiiiesigere Roboter… das ist es, was „Pacific Rim“ zu einem spaßigem und vor allem verdammt unterhaltsamen Film macht. Sofern man natürlich auf Roboter und Aliens steht… versteht sich ja von selbst 😉

Wertung: 8 von 10 Punkten (die Action ROCKT, die Story eher weniger… trotzdem ist „Pacific Rim“ ein toller Spaß für alle, die dem Kind in sich noch mal was Gutes tun wollen)

Hinweis: Zusätzliche Nerdgasm-Gefahr besteht für alle, denen bei den Worten „Portal“ und „GLaDOS“ die Augen leuchten. Ellen McLain darf hier nämlich auch ihr wunderbares Stimmchen zum Einsatz bringen.

Advertisements
14 Kommentare leave one →
  1. 17. Juli 2013 08:14

    Endlich mal eine positive Kritik! 🙂

    Nun kann ich mir den Film doch mit besserem Gewissen anschauen…

    • donpozuelo permalink*
      17. Juli 2013 09:04

      Ui, wird sonst wieder nur gemeckert???

      Wenn man von einem Monster-gegen-Roboter-Film nicht mehr erwartet… außer halt Monster und Roboter, dann wird man hier bestens bedient. 😉

  2. 17. Juli 2013 10:28

    Der Film bleibt trotz deiner durchaus positiven Worte weit entfernt von meiner Watchlist. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was dieser Film überhaupt soll, außer erstmal viel Geld kosten, um es dann wieder einspielen zu können.

    Ich hatte nach Transformers 2 spätestens genug von großen Robotern und selbst wenn da ein Guillermo del Toro federführend verantwortlich ist, so erinnere ich mich doch nur an einen wirklich grandiosen Film von ihm: Pan’s Labyrinth, der fernab der großen Hollywood-Studios entstanden ist.

    Obendrein habe ich mehrmals Trailer zu dem Film gesehen, die mir zu sehr nach Tech-Demo aussehen. Das CGI sieht für mich genau danach aus: Computereffekte, das wirkt für mich nicht wie aus einem Guss, was del Toro in seinen vorherigen Filmen dank eines atemberaubenden Setdesigns immer erschaffen konnte, selbst wenn mich der Film als Gesamtprodukt nicht fesseln konnte.

    • donpozuelo permalink*
      17. Juli 2013 11:01

      Kann dich da durchaus verstehen. Die Frage, was der Film überhaupt soll, erübrigt sich allerdings, weil man die ja jedem Film stellen könnte 😉

      Mit „Transformers“ hat das hier zum Glück auch wirklich nicht viel zu tun… außer das es haushohe Roboter gibt. „Pacific Rim“ haut einem zwar auch fleißig CGI um die Ohren, aber es wirkt doch recht natürlich und stört nicht wirklich, wenn man sich auf diese Platt-Mach-Orgie einlässt.

      Naja, vielleicht guckst du dir ihn irgendwann im Heimkino mal an… ;

  3. 19. Juli 2013 15:38

    Geiler Film! Hirn ausschalten und geniessen! Und Michael Bay soll sich bitte diesen Film ansehen, damit er in Zukunft weiss wie man gute Roboterfilme dreht!

    • donpozuelo permalink*
      19. Juli 2013 16:21

      😀 Genau. Sollte ihm man wirklich mal nahe legen.

Trackbacks

  1. PACIFIC RIM: Kritik zu Guillermo del Toros Kaiju-Kracher | Cellurizon
  2. Robo-Matt | Going To The Movies
  3. 2013 | Going To The Movies
  4. Der Halbblut-Samurai | Going To The Movies
  5. König der Monster | Going To The Movies
  6. Die Monotonie der Action | Going To The Movies
  7. Die Liebe und der rote Ton | Going To The Movies
  8. Hinter der Mauer | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: