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TGIF XXII: X-Men, X-Aliens und jede Menge Monster

21. Juni 2019

Godzilla Nummer 28 beendete 2004 die Millennium-Phase und griff dabei vorweg, was Marvel erst dieses Jahr mit „Endgame“ gemacht hat: Einen riesigen Film mit allen, die man so kennt. Für Marvel hieß das alle Superhelden der letzten elf Jahre. Für Toho hieß das, Godzilla kriegt es mit den kultigsten Monstergegner seiner Geschichte zu tun. Doch anders als „Endgame“ tut sich „Godzilla: Final Wars“ ein bisschen schwer damit, das alles gekonnt unter einen Hut zu bekommen.

Wichtig für „Final Wars“: Die Geschichte der Menschheit wird nach dem ersten Godzilla komplett neu geschrieben. Umweltkatastrophen sorgten im Laufe der Zeit nicht nur für weitere Monster, sondern führten auch zu einer Evolution in einigen Menschen, die nun Mutanten sind, die als neue Kämpfer gegen die Monster eingesetzt werden. Toho hat also endlich auch menschliche Superhelden.

Überall auf der Welt greifen Monster Städte an: Rodan wütet in New York, Anguirus greift Shanghai an, King Caesar zerstört Okinawa, eines der Ameisenviecher aus „Son of Godzilla“ macht Paris unsicher und sogar Emmerichs Godzilla taucht auf und stampft wütend durch Sidney. Der Kampf gegen sie scheint fast ausweglos, aber da taucht auf einmal ein Raumschiff auf, das alle Monster verschwinden lässt. Die Außerirdischen vom Planeten X, die später einfach nur X-Aliens genannt werden, warnen die Menschheit vor der totalen Zerstörung der Erde. Doch leider spielen die Aliens ein falsches Spiel… sie wollen die Erde erobern und entfesseln daher Gigan. Der Menschheit bleibt nichts anderes übrig, als Godzilla aus seinem eisigen Schlaf am Nordpol zu wecken, um ihnen im Kampf gegen die Außerirdischen beizustehen.

„Godzilla: Final Wars“ ist ein zweischneidiges Schwert. Die ersten 20 Minuten sind ein absolutes Fest, wenn wirklich alle großen Godzilla-Gegner auftauchen und einfach nur für Chaos sorgen. Regisseur Ryhuei Kitamura setzt das rasant und aufregend in Szene und als Kaiju-Fan kommt man hier einfach voll auf seine Kosten. So stelle ich mir das „Endgame“ von Godzilla vor. Problem ist nur, Godzilla ist zu diesem Zeitpunkt leider nirgends zu sehen. Trotzdem macht das einfach nur Spaß.

Dann jedoch nimmt der Spaß erst einmal etwas abrupt ab. Es setzt die Alien-Mutanten-Story ein. Hier hatte ich dann die ganze Zeit das Gefühl, als wolle uns Kitamura seine eigene Version von „Matrix“ zeigen. Die Aliens tragen alle coole Lederkluften, die Mutanten tragen alle coole Lederklamotten. Die Kämpfe sind schnell inszeniert, Bullet Time und Slow Motion kommen nur zu gerne zum Einsatz… und am Ende gibt es die Szene aus „Matrix“, in der Neo sein volles Potenzial erreicht und die Kugeln der Agenten mitten in der Luft anhält. Hier sind es dann nur statt Kugel Laserstrahlen. Der ganze „Matrix“-Auserwählten-Kram zieht sich in „Final Wars“ leider extrem in die Länge. Und funktioniert nie so richtig. Zumal der böse Alien-Anführer eher wie ein schlechter Manga-Schurke wirkt, der nach und nach seine Monster losschickt und dabei sein bestes „Dr. Evil“-Lachen ausprobiert.

Aber wenigstens schickt er irgendwann seine Monster los, die Menschen wecken Godzilla auf, zwischendurch kommt auch noch Mothra zum Einsatz… und dann macht „Godzilla: Final Wars“ auch durchaus wieder Spaß. Mit den besten Wrestling-Moves, die Godzilla in seinen frühen Jahren so berühmt gemacht haben, mit seinem atomaren Strahl und mit allem anderen, was die Riesenechse so hat, haut, kloppt und beißt er sich durch seine Gegner. Gigan, der ja schon in „Godzilla vs. Gigan“, ziemlich cool war, kriegt ein stylisches Update und ist eine richtig fiese Sau. Und allein für den Kampf Original-Godzilla vs. Emmerich-Godzilla (der übrigens richtig scheiße animiert wurde) macht „Final Wars“ Laune.

Warum man sich auch in diesem Film allerdings dafür entschied, den blöden Mini-Godzilla wieder auszupacken, werde ich nicht verstehen. Mini-Godzilla ist und bleibt für mich der größte Schandfleck des Toho-Godzillas. Vollkommen unnötig.

„Godzilla: Final Wars“ ist ein bisschen zu lang, entschädigt aber am Anfang und am Ende mit tollen Monster-Fights. Die ganze Alien-Nummer hätte man sich sparen können… aber hey, immerhin verabschiedet sich Godzilla hier in seine nächste kurze Pause mit einem ordentlichen Knall.

Wertung: 7 von 10 Punkten (viele Kultmonster, viel Trash, zu viel Matrix und wieder Mini-Godzilla…)

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