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TFB III: Ooo, behave!!!

5. Juli 2013

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass James Bond mit Frauen nicht gerade sehr zeitgemäß umgeht… bzw. umging. Die Daniel-Craig-Filmen gehen ja schon eher in die Richtung, dass Bond auch fähig ist, Beziehungen einzugehen (auch wenn die im Fall von Vesper unschön enden). Doch der echte, wahre Bond ist ein Kind der sechziger Jahre… da waren die Frauen für ihn Mittel zum Zweck, Mittel zum Zeitvertreib – nette Anhängsel, die man innerhalb von zwei Minuten erobert und sie danach wieder wegwirft. Bond-Girls hatten es bei diesem Schwerenöter echt nicht einfach.

Wie könnte man als einen Mr. James Bond besser parodieren, als aus ihm einen nimmersatten, fast schon notgeilen Typen zu machen, der ganz im Sinne der Hippie-Zeit für viele freie Liebe ist? Und da kommt einer ins Spiel, der zwar nicht Bond heißt, aber sehr viel von Bond in sich trägt: Mr. „Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat“.

London in den „Swinging Sixties“: Hier lebt Austin Danger Powers (Mike Myers) den ultimativen Traum: Die Frauen liegen ihm zu Füßen und er darf die Welt retten. Doch sein schlimmster Widersacher Dr. Evil (Mike Myers) kann ihm entkommen… in dem er sich einfrieren lässt. Für sein Land tut Powers natürlich alles und lässt sich ebenfalls auf Eis legen. Als Dr. Evil in den 90er Jahren dann wieder auftaucht, wird Austin Powers aus seinem eisigen Schlaf geweckt. Doch es ist nicht unbedingt der Kampf gegen Dr. Evil, der dem guten Agenten zu schaffen macht… vielmehr ist es die Zeitumstellung. Denn sein Charme scheint auf Kollegin Vanessa Kensington (Elizabeth Hurley) nicht zu wirken.

Es schockiert mich fast ein bisschen, dass Mike Myers tatsächlich die Peter-Sellers-Parodie „Casino Royale“ zu seinen Lieblingsfilmen zählt. Aber gut, vielleicht hat Myers irgendwo etwas von dem Zeug gefunden, das die damals geraucht haben. Immerhin würde sein Austin Powers perfekt in dieses merkwürdige Sammelsurium an verrückten Ideen passen.

Aber Mike Myers hat mit „Austin Powers“ selbst genial-komische Herrlichkeiten zu einem verrückten Bond-Verschnitt verpackt. Hinter jedem kleinen Detail findet man Bond-Zitate… doch am meisten bedient sich Myers an den Anfängen von Bond… sei es „Goldfinger“ mit einem Schuhe werfenden Handlanger oder der ominöse AlottaFagina (ein sehr offensichtliches Wortspiel mit Pussy Galore) oder die Bezeichnung der Schurken nach Nummern, die ja schon in „Liebesgrüße aus Moskau“ eingeführt wurde. Natürlich hat auch ein Austin Powers coole Gadgets (und nein, ich rede jetzt nicht von der schwedischen Penis-Pumpe) und natürlich hat auch ein Dr. Evil einen unterirdischen Palast, der stark an die Verliese von „Dr. No“ und Co erinnert. Es gibt sich solche Verweise, die einfach nur liebevoll und höchst amüsant eingebaut sind.

Aber Myers kopiert nicht nur, sondern entwickelt mit diesem schrägen Agenten auch einen sympathischen, wenn auch reichlich schrulligen Typen, dem man fast schon zu gerne dabei zuschaut, wie er mit den neuen Gepflogenheiten dieser Zeit umzugehen hat. So hätte das aussehen müssen, wenn Steve Rogers a.k.a. „Captain America“ plötzlich in unserer Zeit aufwacht… aber gut, der war ja vorher schon eher ein braver Bub.

„Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat“ bietet teilweise herrlich niveaulosen Humor, der gerne auch mal unter die Gürtellinie geht und auch vor Furzwitzen nicht zurückschreckt, und trotzdem erschaffen Regisseur Jay Roach und Hauptdarsteller Mike Myers eine grandios-komische Agenten-Parodie, die wirklich alles hat, was ein Bond-Film braucht und das dann nimmt, um es alles in einem Gag-Feuerwerk explodieren zu lassen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (James Bond ist halt ein gutes Opfer für solche Scherze… und endlich kommen die mal richtig gut)

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6 Kommentare leave one →
  1. 5. Juli 2013 08:25

    Entleerung abge… abge… abgesch…..

    Ich liebe diese Reihe!

    • donpozuelo permalink*
      5. Juli 2013 09:02

      😀 Ich mag auch die Szene, in der Dr. Evil die Welt um 1 MILLION Dollar erpressen will. Ach… dieser Film hat so viele gute Momente, da weiß man gar nicht, was man wählen soll.

      BTW: Cooles Avatar-Bildchen… wo werden denn jetzt solche coolen Minions verschenkt, verkauft, vergeben???

  2. 11. Juli 2013 23:40

    Kann ich sowas von unterschreiben. Ich liebe den Humor dieser Filme und könnte ich immer wieder anschauen.

    • donpozuelo permalink*
      12. Juli 2013 12:11

      Yup!!! Hier passt wirklich alles super zusammen!

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