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TGIF VI: Mini-Godzilla

22. Februar 2019

Ich mache meinen ersten Zeitsprung in meinem Godzilla-Marathon, denn wie gesagt, alle Filme schaffe ich einfach nicht. Deswegen lasse ich nach dem ersten Abenteuer gegen Weltraum-Monster Ghidorah mal zwei Filme aus und springe zu einem Film, der mich allein schon vom Titel her sehr neugierig gemacht hat: „Son of Godzilla“ aus dem Jahr 1967. Ein Film, dessen deutscher Titel wieder Bombast pur verspricht: „Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn“ (warum immer nur Frankenstein, wenn der gute Doktor doch nie wirklich auftaucht???)

Im mittlerweile achten Teil der Godzilla-Reihe begeben wir uns auf die Insel Sollgell, auf der der Wissenschaftler Dr. Kusumi (Tadao Takashima) Wetterexperimente durchführt. Natürlich wieder mit Hilfe von Radioaktivität. Bei einem der Experimente entweicht atomar verseuchtes Material und sorgt dafür, dass drei Gottesanbeterinnen zu riesigen Monstern werden. Die wiederum wollen dann ein mysteriöses Ei zerpflügen, wovor sie Godzilla aber bewahren kann… denn aus dem Ei schlüpft ein Mini-Godzilla, Godzillas Sohn. Der wird dann erst einmal trainiert, Papa Monster kämpft gegen die drei Riesenviecher und am Ende gibt es auch noch eine Riesenspinne, die bekämpft werden muss.

„Son of Godzilla“… was war da nur los? Ich dachte ja, der Film mit King Kong wäre schlecht gewesen, aber dieser Film toppt es fast noch. Dabei muss ich sagen „fast“, denn irgendwie ist Teil 8 von Godzilla so albern, so überzogen und so trashig, dass es einfach nur lustig ist. Das hat schon regelrecht Slapstick-Humor, wenn Baby Godzilla versucht, seinen atomaren Strahl wie der Papa loszuschießen und am Ende kommt nur so ein kleiner Rauchring hervor. Oder wenn in einer Szene, die Gottesanbeterinnen mit einem Felsbrocken Fußball spielen und das Ding dann Mini-Godzilla einfach voll an die Rübe hauen. Dazu kann Mini-Godzilla auch noch irgendwie reden… zumindest meint man immer so ein „Papa, Papa“ zu hören.

Dieser Film versucht sich, laut der absolut zuverlässigen Quelle Wikipedia, der „date crowd“ anzunähern. Da muss sich damals in den 60er Jahren ein schlauer japanischer Produzent wohl gedacht haben: „Männer mögen keine Liebesfilme, Frauen keine Monsterfilme… versuchen wir doch mal, das Ganze irgendwie mit einander zu verbinden!“ Herausgekommen ist dann eben „Son of Godzilla“. Problem ist nur, dass der Film nichts von beidem wirklich gut rüberbringt.

Als Liebesfilm funktioniert das Ding schon mal nicht, selbst wenn man uns so ein Inselpärchen gönnt. Als Monsterfilm taugt „Son of Godzilla“ nur bedingt. Die Gottesanbeterinnen sind langweilige Gegner. Die Spinne am Ende ist zumindest ganz ordentlich in Szene gesetzt, aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich als kleiner Spinnen-Phobiker selbst vor solchen offensichtlichen Spinnen-Puppen leichten Ekel empfinde. Ganz übel wird es aber mit diesem Mini-Godzilla, der wie eine Kaulquappe auf Drogen aussieht. Wahrscheinlich sollte Mini-Godzilla niedlich sein, er sieht aber einfach nur sehr gruselig aus. Und dabei ist nicht einmal „gruselig“ in einem guten Sinn gemeint. Es ist einfach ein furchtbares Viech, das so aus dem Nichts auftaucht und einfach auch keinen Sinn ergibt, aber halt da ist.

Mini-Godzilla macht keinen Spaß und er macht Godzilla selbst kaputt. Wenn der große Papa sich mal eben hinlegt und Steine als Kissen benutzt, während Sohnemann über den langen Echsenschwanz springt, um Spaß zu haben, wird es einfach nur super merkwürdig. Saulustig und extrem albern, aber auch merkwürdig. Zumal dieser Godzilla einfach nur auf einer Insel hockt. Nix mit Zerstörung von Städten. Nix mit Militärs, die Raketen auf Godzilla und seinen Sohn jagen. Nein, wir hocken auf einer Insel, Godzilla latscht ein paar Palmen platt und das war’s.

Godzilla auf niedlich funktioniert einfach nicht. Punkt! Godzilla braucht Zerstörung, keine Kinder! Sorry, wenn das jetzt zu hart klingt, aber „Son of Godzilla“ ist einfach nur eine schlechte Lachnummer. Der verzweifelte Versuch, die altbekannte Formel der Filme zu ändern. Natürlich ist Veränderung auch was Gutes und natürlich kann man nach sieben Filmen schon auch mal anders denken, aber doch dann bitte nicht so etwas. Das ist einfach nur übel.

Wertung: 3 von 10 Punkten (so trashig, dass man drüber lachen kann, aber dennoch eine herbe Enttäuschung)

11 Kommentare leave one →
  1. 27. Februar 2019 17:04

    Aber Respekt, dass du dir den Film bis zum Schluss angetan hast. 😉

    • donpozuelo permalink*
      27. Februar 2019 18:28

      Ich konnte nicht wirklich aufhören… es war wie ein Autounfall: man sollte nicht hinsehen, aber man kann auch nicht wegsehen 😅

  2. 18. März 2019 20:36

    Das Schlimme ist, es wurde dann noch ein „Kinderfilm“ gemacht. Oru Kaiju Daishingeki aka Godzillas Revenge von 1969, in dem Godzilla Sohn spricht wie ein Mensch 😦
    Der einzige Film den ich nicht in meiner Sammlung haben möchte 😉

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