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Zurück im Upside Down

20. November 2017

Als „Stranger Things“ 2016 bei Netflix veröffentlicht wurde, schlug die Mystery-Horror-Serie ein wie eine Bombe. Niemand hatte davor von dieser Serie gehört und auf einmal lebten die 80er Jahre wieder auf, redeten wieder alle über Stephen King und Steven Spielberg und eben über diese „Goonies“-artige Truppe, die mit der telepathisch begabten Eleven aufregende Abenteuer erlebten. „Stranger Things“ war die Serie, die jeder an einem Wochenende wegsuchtete, um mitreden zu können. Ich muss ja gestehen, ich wusste nach dem Ende der Staffel nicht, ob ich mich auf eine zweite wirklich freuen sollte. Staffel 1 funktioniert wunderbar als Mini-Serie, wozu noch eine zweite Staffel? Natürlich um den Hype nicht sterben zu lassen – und um vielleicht ein, zwei unbeantwortete Fragen zu beantworten (obwohl… aber gut, darauf kommen wir noch zu sprechen!)

Willkommen zurück in Hawkins, der Stadt, in dem geheime Experimente ein Tor in einer andere Dimension geschlagen haben. Will (Noah Schnapp) erholt sich nur schwer von seiner Zeit im Upside Down und wird immer wieder von Visionen geplagt, in dem ein riesiges Monster auf die Stadt zusteuert. Mike (Finn Wolfhard) trauert immer noch Eleven (Millie Bobby Brown) hinterher und Dustin (Gaten Matarazzo) und Lucas (Caleb McLaughlin) interessieren sich für dasselbe Mädchen, die junge Max (Sadie Sink). Doch dann geht alles wieder drunter und drüber und die Freunde müssen wieder einmal gemeinsam mit Sheriff Hopper (David Harbour) die Stadt retten.

Man kann „Stranger Things“ und „Stranger Things 2“ wirklich sehr gut mit Ridley Scotts „Alien“ und James Camerons „Aliens“ vergleichen. „Stranger Things“ hatte ein Monster, hatte mehr Horror. „Stranger Things 2“ hat mehrere Monster und orientiert sich mehr an „offener“ Action, sprich: die Charaktere wissen besser Bescheid über das, was passiert und können anders damit umgehen. Angst haben sie zwar immer noch, aber sie wissen mittlerweile auch besser Bescheid, was zu tun ist.

Die Jungdarsteller sind die Seele dieser Serie und besonders Gaten Matarazzo ist mir jetzt noch mehr ans Herz gewachsen. Ich mochte ihn ja schon in der ersten Staffel als Dustin, aber in Staffel 2 geht der Junge noch sehr viel mehr auf. Allgemein fand ich es ganz cool, dass jeder einzelne aus der Monster-Jäger-Gruppe auch ein bisschen mehr Zeit für sich bekommt. Vorher waren sie eine Gruppe, jetzt erleben wir sie auch mal ein bisschen allein. Und da mochte ich wirklich alle Stories… nur die von Eleven nicht so wirklich.

Die kleine Eleven kam mir überhaupt in der zweiten Staffel viel zu kurz. Erst einmal fand ich die Geschichte ihrer „Wiederauferstehung“ nach dem Finale von Staffel 1 eher unspektakulär. Ganz ehrlich, da habe ich so viel mehr erwartet als einfach nur: „Oh, ich bin kurz im Upside Down und dann bin ich auch schon wieder da!“ Mehr erhofft hatte ich mir auch von der Frage: „Wenn sie 11 ist, wo sind dann die Nummern 1-10?“ Eine weitere Zahl bekommen wir zu Gesicht und dann gibt es da noch diese merkwürdige Füller-Episode vorm Finale, die zwar nett, aber irgendwie auch herrlich überflüssig war. Eleven war in Staffel 2 nicht ganz so das, was ich von ihr erwartet habe…

Dafür mochte ich aber Neuzugang Max ganz gerne, auch wenn ich es merkwürdig fand, dass man sie und ihren „Bruder“ so extrem mysteriös einführt. Ich habe die ganze Zeit damit gerechnet, dass die beiden auch Fähigkeiten oder irgendwas in die Richtung haben. Aber dann sind sie einfach nur komplizierte Menschen… das war so naja… komisch halt. Ich mochte sie trotzdem, gerade weil sie auch die Freundschaft zwischen Lucas und Dustin ordentlich auf die Probe gestellt haben.

Cool fand ich auch Sean Astin als Bob – obwohl ich mittlerweile das Gefühl habe, dass „Stranger Things“ immer die liebenswertesten Charaktere aus der Staffel kicken muss. Und auch hier kommt wieder ein kleiner Kritik-Punkt: Der Gute stirbt einfach mal den unsinnigsten Tod überhaupt. Barb hatte keine Chance in Staffel 1 und wir werden auf ewig um sie trauern. Aber Bob hat sich einfach nur dumm angestellt. Die eine Verschnaufpause hätte er sich auch noch für später aufheben können.

Aber gut… alles in allem ist „Stranger Things 2“ immer noch tolle Unterhaltung. Ich hatte zwar das Gefühl, dass man einfach noch mehr auf den 80er-Jahre-Zug aufgesprungen ist (gerade auch der Soundtrack war jetzt deutlich Song-lastiger als noch in der ersten Staffel), aber ich mag das. Die Charaktere sind nach wie vor liebenswert, Hawkins ist immer noch ein gruseliger Ort, aber die Story war nicht mehr ganz sooo fesselnd wie noch in der ersten Staffel. Trotzdem nehme ich gerne auch noch eine dritte Staffel – nur danach sollten sich die Macher vorsehen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (ein bisschen weniger Horror, mehr Action und Komödie – aber immer noch verdammt gut)

7 Kommentare leave one →
  1. 30. November 2017 21:17

    Die Staffel habe ich mit einem ganz ähnlichen Gefühl geschaut. Es war alles cool und ich habe es gemocht und zumindest in der zweiten Hälfte auch gesuchtet, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Formel von Stranger Things für zwei weitere Staffeln noch aufgeht.

    • donpozuelo permalink*
      1. Dezember 2017 15:37

      Sind noch zwei weitere Staffeln geplant? Finde ich persönlich auch zu viel. Eine dritte Staffel könnte ich noch ertragen, weil sie es ja auch am Ende von Staffel 2 offen lassen, aber eine vierte??? Muss nicht unbedingt sein.

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