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Make it stop!

23. März 2018

Leute fragen mich, warum ich mir das immer noch antue und mir selbst die neue Staffel von „Akte X“ anschaue, nachdem doch die zehnte Staffel für mich so eine schwere Enttäuschung war. Und was sage ich diesen Leuten: „Akte X“ ist meine Serie. Sie war meine erste richtige Serie, die ich gesuchtet habe, die erste Serie, die ich gebinget habe, bevor es überhaupt den Begriff des Bingens bei Serien gab. „Akte X“ ist meine Serie. Ich habe damals alle Bücher gelesen, jeden Roman zur Serie, jedes Sachbuch und alles, was ich zum Thema UFOs in die Hand kriegen konnte. „Akte X“ ist einfach meine Serie – ich kann sie nicht nicht gucken. Selbst wenn sie mir so sehr das Herz bricht wie zuletzt mit der zehnten Staffel. Deswegen musste ich einfach auch diese neue Staffel, die elfte, schauen.

Machen wir es kurz und schmerzlos – es dreht sich in Staffel 11 alles um Scullys (Gillian Anderson) und Mulders (David Duchovnys) Sohn William (Miles Robbins). Den wollen sie finden, denn er könnte etwas mit der Alien-Invasion zu tun haben, die bevorsteht. Doch auch der Cigarette Smoking Man (William B. Davis) ist hinter ihm her…

Brauchen ihren Ruhestand…

Ganz ehrlich, das „Make it stop!“ bezieht sich wirklich auf diese neue Mythologie, die sich Chris Carter ausgedacht hat. Es ist einfach nur noch furchtbar – und weil es so furchtbar dumm ist, werde ich jetzt auch keine Rücksicht auf Spoiler nehmen, sonst kann ich hier nicht frei von der Leber abkotzen. Staffel 11 fängt nämlich schon mal mit einem echten „Fick dich“ an den Zuschauer an: Das große Finale von Staffel 10, in dem die ganze Menschheit von einem Virus infiziert ist, Mulder halb im Sterben liegt und ein UFO über Scully schwebt – Folge 1 von dieser Staffel klärt das mal eben schnell: „Leute, beruhigt euch, das war nur eine Vision, die Scully hatte!“ Allein da habe ich schon gedacht, ob die mich jetzt verarschen wollen. Das war so furchtbar dumm, so absolut albern. Ich meine, klar, „Akte X“ war immer ein bisschen abgedreht, aber das war so ein blöder Move. Der hat einfach nur wehgetan.

Dann kommt irgendwann auf einmal raus, dass der Krebskandidat in Wirklichkeit Williams Vater ist und ich saß einfach nur noch da und schüttelt wie wild den Kopf. Was sollte das alles? Ganz ehrlich, von zehn Folgen, die die elfte Staffel hatte, waren nur drei Mythologie-Folgen, aber die waren einfach nur furchtbar und mies und langweilig und was einem noch so einfällt. Das Schlimme ist, ich hatte mir trotzdem gewünscht, dass Carter die Serie jetzt mal zu einem guten Abschluss bringt. Aber nein, stattdessen gibt es noch wieder einen Cliffhanger. Der Krebskandidat stirbt mal wieder, aber nachdem er schon in der neunten Staffel eigentlich zu Pulver verarbeitet wurde und dann doch wieder auftauchte, könnte der Gute auch einfach in einer zwölften Staffel wieder mit dabei sein. Ich meine, wir sehen ja seinen toten Körper nur kurz. Wenn Carter will, wird er den armen William B. Davis so oft wieder hervorholen, bis der selbst tot umfällt (was ich ihm natürlich nicht wünsche). Dazu kommt dann noch ein Schwangerschaftscliffhanger, der auch so an den Haaren herbeigezogen ist, das es weh tut.

Zu diesem Zeitpunkt hoffe ich einfach nur, dass Gillian Anderson ihr Versprechen wirklich hält und mit dieser Staffel den Mantel der Scully an den Nagel hängt. Aber so oder so scheint sich Carter alle Türen offengehalten zu haben, um fröhlich weiter zu machen. Wenn Duchovny auch noch geht, dann gräbt er einfach wieder Agent Miller (Robbie Amell) und Agent Einstein (Lauren Ambrose) wieder aus, die in dieser Staffel zum Glück sehr kurz kamen.

Die Mythologie in der elften Staffel ist echt zum Kotzen – so wirklich ohne Sinn und Verstand und hat auch einfach nicht mehr diesen Drive, erzeugt nicht mehr diese Spannung – gerade, weil es auch so unausgereift und unüberlegt wirkt. Hauptsache, wir klatschen da irgendwie William wieder rein und fertig. Das hat wirklich keinen Spaß gemacht.

Dennoch war nicht alles an Staffel 11 eine so katastrophale Voll-Katastrophe wie die drei Mythologie-Folgen, den einige der Einzelepisoden, der „Monster of the Week“-Folgen, waren wirklich nicht schlecht. Platz 1 der besten Folgen dieser und der letzten Staffel ist eindeutig Folge 8 „Familiar“, in der Mulder und Scully in einer kleinen Stadt den Tod eines kleinen Jungen untersuchen. Das hatte so ein wenig Anleihen bei „Es“, war mal wieder eine gute Mystery-Folge, die spannend und packend war. Danach kommt für mich dann gleich Folge 9 mit einem merkwürdigen Schönheitskult, die ein bisschen skurril war, aber diesen „Akte X“-Charme aus verrückten Ideen und einer guten Prise Selbst-Ironie hatte. Auch die Skinner-Folge mit „Sixth Sense“-Star Haley Joel Osment fand ich nicht schlecht. Auch die Folge mit den Doppelgängern war nicht schlecht – und was ich von der „witzigen“ Folge über die Anfänge der X-Akten halten soll, weiß ich nach wie vor noch nicht. Die war mir wieder zu albern – halt wie die komische Echse-Mensch-Folge in der zehnten Staffel. Dann gab es da noch zu viele Folgen über künstliche Intelligenzen, wobei ich die fast komplett dialog-freie Folge, in der die beiden von ihren Haushaltsgeräten malträtiert werden, bescheuert fand. So was in der Art gab es schon wesentlich besser in der Geschichte von „Akte X“.

Naja… alles in allem muss ich gestehen, dass Staffel 11 ein paar mehr Höhepunkte hatte als ihre Vorgängerin, dennoch hoffe ich einfach, dass jetzt Schluss ist. Denn das Schlimme ist, wenn noch eine Staffel kommt, werde ich die auch gucken (Gründe: siehe oben, ich kann einfach nicht anders) und ich will das nicht. Ich will „Akte X“ gut in Erinnerung behalten – und diese Revivals tragen nicht gerade dazu bei.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Mythologie ist Schrott, dafür gab es dennoch ein paar Leckerbissen, die an die guten alten Zeiten erinnert haben)

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7 Kommentare leave one →
  1. 25. März 2018 16:31

    Oh man, das klingt wirklich grauenvoll – nach der zehnten bin ich ausgestiegen und habe bei der schon bereut sie geschaut zu haben. Aber das klingt wirklich wie so ziemlich der schlimmste Fall der bei einer weiter geführten Serie eintreten kann.

    • donpozuelo permalink*
      27. März 2018 09:25

      Ja, ich hätte nach Staffel 10 auch aussteigen sollen, aber es ging nicht. Die Neugier war einfach zu groß und dadurch war die Enttäuschung dann noch größer. Ich bin nur mal echt gespannt, ob sie wirklich noch eine 12. Staffel dran hängen. Ohne Scully…

  2. 25. März 2018 22:26

    Ich hab mir die 11. Staffel gar nicht angeguckt und nach deinen Ausführungen hab ich jetzt auch nicht das dringende Bedürfnis dies zu ändern.

    • donpozuelo permalink*
      27. März 2018 09:23

      Sie ist es auch echt nicht wert, aber es gab immerhin drei Folgen, die ein bisschen gut waren. Doch das lohnt den Aufwand nicht, wenn man am Ende was besseres gucken könnte.

      • 7. April 2018 12:56

        Naja, ich schau vielleicht mal rein, wenn ich ganz viel Zeit habe. Also nie. 😀

        • donpozuelo permalink*
          12. April 2018 23:00

          Besser ist es auch… es gibt so viele andere, GUTE Serien, die du lieber schauen solltest.

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