Skip to content

Lagerhalle Nr. 13

23. Mai 2018

Ich brauchte mal wieder eine Dosis Mystery in meinem Serien-Leben. Dieser Platz ist nämlich schon seit längerer Zeit ziemlich leer. Kann es vielleicht doch daran liegen, dass ich zu sehr mit „Akte X“ aufgewachsen bin und sich heutzutage keiner mehr so richtig für Mystery interessiert. Also gut, vielleicht sollte ich diesen Wunsch nach Mystery spezifizieren: Ich meine damit so was wie „Akte X“, wie „Fringe“ oder ja, auch so ein bisschen was wie „Alias“ (in seinen besseren Folgen wohl gemerkt). Genauer gesagt, war ich auf der Suche nach ein bisschen Krimi, ein bisschen Buddy-Cop-Kram und eben ein bisschen Verschwörung. Das ganze „Black Mirror“-Gegucke macht mich ja ohnehin schon viel zu paranoid, da kann es auch mal ein bisschen was sein, dass nebenbei auch noch gut unterhält (denn das fehlte mir bei „Black Mirror“ Staffel 3, aber dazu komme ich in einer späteren Kritik). Die wunderbare Frau an meiner Seite hatte dann eine wunderbare Idee… und fragte mich eines Tages, ob ich die Serie „Warehouse 13“ kennen würde. Eine Frage, die ich verneinen musste und die bei ihr auf amüsiertes Lächeln stieß, bin ich doch sonst immer der „Experte“ für alles, was Film und Fernsehen angeht. Aber ich kann ja nun auch nicht jede Serie kennen. Gut, über kurz oder lang zeigte sie mir ein paar Trailer und ich war interessiert genug, um uns die Serie zu beschaffen. Und was soll ich sagen? Staffel 1 hat meinen Durst nach Mystery-Buddy-Cop-Kram ziemlich gut gestillt.

Tief im Nirgendwo von South Dakota steht mitten im Nirgendwo ein scheinbar altes und verlassenes Lagerhaus. Hierhin werden die beiden Secret Service Agenten Myka Bering (Joanne Kelly) und Pete Lattimer (Eddie McClintock) versetzt, um dem verschrobenen Hüter dieses Lagerhauses, Artie (Saul Rubinek) zu helfen. Doch wobei? Nun, im „Warehouse 13“, so die offizielle Bezeichnung, werden Artefakte gelagert, Artefakte, die besondere Fähigkeiten haben und die in den falschen Händen für Chaos und Zerstörung sorgen können (obwohl einige Artefakte auch in den richtigen Händen nichts Gutes bedeuten). Nur widerwillig lassen sich Agent Bering und Lattimer auf ihre Arbeit ein, doch ihre Mission schweißen sie nach und nach als Team zusammen.

Meine neuen Mulder und Scully

Ich mag „Warehouse 13“ sehr… eigentlich mochte ich es schon von Folge 1 an – einfach nur aus dem Grund, weil es wirklich die perfekte Weiterführung des großen Mysteriums aus „Jäger des verlorenen Schatzes“ ist. Da wird ja am Ende die gefährliche Bundeslade, die Indy unter Einsatz seines Lebens geborgen hatte, in einem mysteriösen Lagerhaus in eine Kiste gepackt und verstaut. „Warehouse 13“ ist im Grunde dieses Lagerhaus (und ich bin wirklich sehr, sehr gespannt darauf, wann wohl dieser Indiana-Jones-Gag in der Serie kommen wird bzw. ob er überhaupt kommen wird; mir würde ja schon reichen, die Kiste einfach mal irgendwo im Hintergrund zu sehen 😉 )

Die Prämisse hat mir also schon von Anfang an gefallen und es war auch seit langem mal wieder eine Serie, bei der ich das Einzel-Episoden-Konzept schön erfrischend fand. Jede Episode wird ein anderes Artefakt gesucht. Zum Glück hat die Serie in der ersten Staffel nur 13 Folgen, dementsprechend gibt es kaum zu langweilige Artefakt-Suchen, auch wenn natürlich mal eine Folge spannender und eine weniger spannend ist (zum Beispiel fand ich die Indianer-Folge nicht sooo aufregend). Cool an den ganzen Sachen ist aber, dass sie zumindest bis zu einem gewissen Grad in der tatsächlichen Realität geerdet sind. Sprich: so ziemlich jedes Artefakt hat eine wahre Geschichte – und sei es eben nur, weil es die Disco-Kugel aus dem Studio 54 ist oder die Feder von Edgar Allen Poe oder oder oder. Natürlich sind die Fähigkeiten fiktiv, aber so ist es irgendwie glaubwürdige Fiktion innerhalb eines schrägen Serien-Universums.

Wirklich gut sind auch die Hauptdarsteller… Eddie McClintock und Joanne Kelly sind ein toller Agenten-Pärchen und haben sich schon jetzt fest hinter Mulder und Scully eingereiht. McClintock spielt wunderbar humorvoll, sein Pete ist ein kleiner Möchtegern-Macho mit Herz. Das perfekte Ying zu Joanne Kellys Yang als taffe Myka, die versucht mit Köpfchen vorzugehen. Die Beiden liefern sich gute Wortgefechte. Saul Rubinek spielt den Walther Bishop des Warehouse, der sich natürlich mit allen Belangen bestens auskennt.

Es ist auch schön zu sehen, dass sich die Staffel zum Ende hin dann doch auch einer etwas größeren Story widmet, die ein paar Folgen überspannt und am Ende ein aufregendes Finale abliefert.

Mal abgesehen von den nicht mehr immer so toll anzuschauenden Effekten, die das Gucken von „Warehouse 13“ an einigen Stellen etwas zum Fremdschämen werden lässt, ist Staffel 1 perfekte Unterhaltung, die sich zwar ernst nimmt, aber auch immer sehr gut über sich selbst lachen kann.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Indys Lagerhalle existiert wirklich)

Advertisements
5 Kommentare leave one →
  1. 23. Mai 2018 14:39

    Ich fand die Serie nur so „okay“. Spielt ja im gleichen Universum wie „Eureka“ und diese Serie fand ich dann doch gelungener. Hatte damals 6 Punkte vergeben, wenn ich mich nicht täusche. Bin gespannt, was du über die kommenden Stafeln schreibst.

    • donpozuelo permalink*
      24. Mai 2018 18:37

      Das mit „Eureka“ habe ich in Staffel 2 jetzt auch mitbekommen. Da kommt es ja zu ersten Cross-Over-Sachen. Dabei muss ich sagen, dass mir „Eureka“ nicht so wirklich zugesagt hat. Irgendwann bin ich da ausgestiegen. Da spricht mich dieser „Akte X“ trifft auf „Indiana Jones“-Touch von „Warehouse 13“ einfach sehr viel mehr an 😀

  2. 23. Mai 2018 20:12

    Habe in die Serie immer nur unregelmäßig reingeschaut – aber fand sie eigentlich immer recht unterhaltsam. Die 9 Punkte kommen mir daher auch etwas viel vor, gut ist die Serie aber schon auf ihre Weise.

    • donpozuelo permalink*
      24. Mai 2018 18:37

      Ich mag die Serie, weil sie sich nicht zu ernst nimmt und mich wirklich verdammt gut unterhält 😀

Trackbacks

  1. Lagerhalle Nr. 2 | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: