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Club der Loser

18. Dezember 2017

Stephen Kings „Es“ war das erste Buch für Erwachsene, das ich gelesen habe – so mit 13. Die Tatsache, dass es dann eigentlich in dem Buch hauptsächlich um eine Gruppe Kinder geht, die ein fieses Monster bekämpfen, hat dann dazu geführt, dass es ewig mein Lieblingsbuch war, das ich jedes Jahr einmal gelesen habe. Mit dieser Tradition habe ich irgendwann allerdings gebrochen, doch als es dann hieß, eine Neuverfilmung kommt in die Kinos, wollte ich es noch einmal wissen und habe Kings Buch erneut gelesen. Ganz ehrlich: Der Zauber ist verflogen! Die Passagen mit den Kindern mag ich nach wie vor, aber zum ersten Mal ist mir aufgefallen, wie gestreckt das Buch doch wirkt – mit diesen Zwischensequenzen von Mike Hanlon, der die Stadtgeschichte wiedergibt und ja, auch die Geschichte der Erwachsenen fühlt sich für mich mittlerweile etwas zu langgezogen an. Ich war ein bisschen schockiert, das mir das Buch nicht mehr so gefallen hat… und deswegen habe ich dann wohl auch bis zur letzten möglichen Minute gezögert, mir den neuen Film anzuschauen. Aber ich hab es noch rechtzeitig geschafft 😉

In der Kleinstadt Derry sind mehrere Kinder verschwunden, darunter auch Georgie, der kleine Bruder von Bill (Jaeden Lieberher). Gemeinsam mit seinen Freunden Richie (Finn Wolfhard), Ben (Jeremy Ray Taylor), Beverly (Sophia Lillis), Stan (Wyatt Oleff) und Eddie (Jack Dylan Grazer) findet Bill heraus, dass ein unheimliches Wesen die Kinder entführt: ein Wesen, das jedem seiner Freunde in einer anderen Gestalt erscheint, aber hauptsächlich als gruseliger Clown Pennywise (Bill Skarsgard) auftaucht. Der Club der Loser, wie sich die Kids selbst nennen, nimmt den Kampf gegen den Clown auf.

Da starren sie ins Loch

Ich sage es gleich vorweg: Ich habe den Zweiteiler mit Tim Curry als Clown nie gesehen. Ich kenne nur das Buch. Und ich muss sagen, ich mochte Andy Muschiettis „Es“ sehr. Es ist perfekte „Stranger Things“-Unterhaltung für die große Leinwand – und das jetzt nicht nur wegen Finn Wolfhard. Aber Muschietti hat sich einen starken Cast zusammengestellt: Die Kinder-Darsteller funktionieren großartig und ich mochte jede einzelne Episode von ihnen, wenn jeder das erste Mal Pennywise trifft. Muschietti ändert diese Treffen stark von der Buch-Version ab, aber so machen sie einfach für einen Film auch viel mehr Sinn. Ich hätte jetzt ungern einen Riesenvogel oder eine sprechende Statue gesehen. Das hätte es alles etwas lächerlich gemacht. Und da Pennywise sich ja den Ängsten seiner Opfer anpasst, kann man fröhlich ändern, ohne die Essenz des Buches zu ruinieren.

Was ich auch sehr an diesem „Es“ mochte, war die Tatsache, dass Muschietti es wirklich gut hinbekommt, Coming-Of-Age mit Horror zu verbinden, wobei Horror fast schon wieder ein zu hartes Wort für diesen Film ist. Nennen wir es vorsichtig atmosphärischer Grusel! Denn das passt irgendwie eher – und auch das fand ich wirklich toll. Die einzelnen Szenen am Anfang mit Pennywise waren wirklich gut, ich hatte schon ein bisschen Gänsehaut und Herzklopfen. Bill Skarsgard ist ein gruseliger Scheiß-Clown und Muschietti weiß, wie man ihn wirkungsvoll einsetzt.

Alles in allem ist „Es“ ein wirklich starker Auftakt, der dank Muschiettis Regie und den tollen Darstellern wirklich reinhaut (auch wenn ich zugeben muss, dass Sophia Lillis – so gut sie auch war – für mich nicht ganz ins Ensemble gepasst hat, sie wirkte so sehr viel reifer und älter als die anderen, aber wahrscheinlich sollte das so sein). Allerdings hat Muschietti ja auch den interessanteren Teil von Stephen Kings Buch verfilmen dürfen. Ich bin wirklich gespannt, wie es dann in „Es 2“ weitergehen wird, wenn wir die Geschichte der Erwachsenen erfahren.

Wertung: 9 von 10 Punkten (cooler Clown, coole Kids, cooler Film)

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4 Kommentare leave one →
  1. 10. Januar 2018 21:11

    Da du das Buch ja mehrfach gelesen hast, muss ich dich mal fragen wie du mit 13 und dann später die kontroverse aufgefasst hast, die zwischen den Kindern passiert?
    Zwar habe ich das Buch nicht gelesen, aber über die Szene gelesen und war sehr erstaunt, weil ich mir keinen Kontext vorstellen kann, in dem das „passt“?

    • donpozuelo permalink*
      11. Januar 2018 09:01

      Ich muss dir ganz ehrlich sagen, dass es mich jetzt sehr viel mehr gestört hat als früher. Ich weiß auch nicht, wie das so ist. Vielleicht habe ich das damals nicht begriffen oder nicht in Zusammenhang gebracht, weil ich gefühlt selbst noch fast in dem Alter war und es dadurch eher „gutheißen“ konnte… .ich weiß es wirklich nicht mehr.

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