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I Want To Believe

11. März 2016

Es ist vorbei! Lange, lange hat sich „Akte X“ in den letzten beiden Staffel noch wie ein totes Tier gewunden, jetzt endlich geben ihm die Macher den Gnadenschuss und erlösen uns von der Qual, zu der meine einstige Lieblingsserie dann leider doch in den Staffel 7 und 8 immer mehr geworden ist.

Die letzte Staffel, die neunte, steht an… Mulder (David Duchovny) ist nun endgültig verschwunden, Agent Doggett (Robert Patrick) und Agent Reyes (Annabeth Gish) leiten die X-Akten, während Scully (Gillian Anderson) sich um Sohnemann und Wunderbaby William kümmert und verzweifelt hofft, Mulder irgendwann wiederzusehen.

Mulder, secret metalhead…

Ich werde bei dieser letzten Staffel auch nicht so lange um den heißen Brei reden und mich schnell auf das Finale konzentrieren. Doch ein paar Dinge müssen zur allgemeinen Staffel schon noch gesagt werden, denn in vielerlei Hinsicht hatte die neunte Staffel auch ein paar durchaus passable Folgen zu bieten. Ich hatte so ein bisschen das Gefühl, es tat allen Beteiligten gut, dass die Mulder-Story mal so richtig schön in den Hintergrund treten konnte. Es tat auch gut, dass die beiden neuen Ermittler Doggett und Reyes nun ein bisschen stärker in den Vordergrund rücken. Und es gibt einige Folgen, die wieder ein bisschen den alten Akte-X-Flair aufleben ließen. Wie etwa die „Daemonicus“-Folge, die erste richtige X-Akte, die Doggett und Reyes bearbeiten. Besonders mochte ich schon immer die „John Doe“-Folge, in der Doggett allein und ohne Gedächtnis in einem mexikanischen Dorf aufwacht. Auch die Numerologie-Folge mit Burt Reynolds als Gott ist ein gutes Beispiel dafür, dass irgendwo tief in den Machern noch das alte Feuer brennt… und selbst die Folge, in der Agent Doggett endlich die Wahrheit über den Mord an seinem Sohn herausfindet, ist bewegend und spannend. Wie gesagt, man spürte so ein bisschen die Lust an den mysteriösen Fällen, die manchmal aber auch etwas zu abgedreht und zu sehr „Outer Limits“ waren. Immerhin könnte man behaupten, dass die Folge „4-D“ mit den Parallel-Universen ein guter Startpunkt für „Fringe“ gewesen sein könnte… 😉

Was den ganzen Zauber dann aber doch ziemlich schnell verfliegen lässt, sind letztendlich die Verschwörungsfolgen und das eigentliche Finale.

Fangen wir mal damit an, dass die neunte Staffel die Super-Soldaten einführt… was in der achten Staffel noch Alien-Replikanten waren, sind jetzt halt unzerstörbare Super-Soldaten. Wieder einmal können sich die Macher nicht so richtig für eine Linie entscheiden, da werden die Aliens mal wieder in den Hintergrund geschoben und das Militär bekommt den Schwarzen Peter zugeschoben. Aber gut, bei so vielen Verschwörungen kann es mal passieren, dass man sich auch mal für eine Seite entscheiden muss…

Immerhin führen in Staffel 9 nun endlich alle Fäden zusammen… und im großen Finale sollen wir dann endlich die Wahrheit erfahren. Aber Moment… welche Wahrheit denn? Was gibt es denn, was wir noch nicht wissen? Welchen Joker, welches Ass könnten die Macher denn jetzt noch aufdecken, nachdem wir doch schon alles über die Invasion, über das Schwarze Öl, über die Alien-Mensch-Hybriden, die Suche nach einem Gegenmittel und die Machenschaften der Regierung wissen? Was könnte jetzt noch die eine Wahrheit sein???

Nun… bevor die Macher das offenbaren, quält man uns in dem anderthalb Stunden langen Finale mit einer merkwürdigen Gerichtsverhandlung. Mulder ist wieder da und wird des Mordes angeklagt, woraufhin Skinner ihn nun verteidigen soll und alle Beteiligten vorlädt. In der ersten Stunde gibt’s dann noch einmal für alle eine schöne Zusammenfassung der letzten acht Staffeln in Form einer lieblosen Clip-Show. Wer also nie „Akte X“ gucken will und trotzdem mal wissen will, worum es geht, dem reicht eigentlich das Finale. Da wird alles schön noch mal ausgebreitet… um dann DIE GROSSE WAHRHEIT zu offenbaren…. ja… äh… genau…

Was dann noch folgt, ist dieser Serie an sich echt unwürdig, im Geiste der letzten zwei Staffeln aber irgendwie passend. Lieblos wird der Cancer-Man (William B Davis) nochmal ins Boot geholt und darf als langhaariger, halbtoter Hippie die letzte große Offenbarung kundtun: Der Termin zur Invasion steht schon fest. Schon die Mayas kannten den Termin… na, macht’s Klick? Maya-Kalender… das Ende der Welt… jupp!!! Richtig, auch „Akte X“ lässt sich darauf ein und bezieht das Jahr 2012 als DIE Wahrheit in den Mythos der Alien-Verschwörung mit rein. Kein glorreicher Schachzug und nichts, wodurch dieses Finale auch nur irgendwie besser wird.

Es beweist sich damit einfach nur einmal mehr, dass die X-Akten in der sechsten, spätestens in der siebten Staffel ihr Ende hätten finden müssen. Denn dieses „endgültige“ Finale ist einfach nur schlecht… schlecht deswegen, weil sich die Autoren ja schon alles vorweggenommen haben. Nur irgendeine Wahrheit musste ja noch offenbart werden. Nur so – nein, danke!!!! Das ist übel, traurig, bitter… und einfach nur lahm.

Und so nimmt eine der einflussreichsten Serien ihrer Zeit ein Ende… jetzt muss ich mich noch durch den letzten Film kämpfen und hoffe dann einfach mal, dass die zehnte Staffel vielleicht doch noch gut wird. So richtig gespannt bin ich vor allem über die Erklärung, wie der Cancer-Man das Finale überlebt hat, um in der zehnten Staffel wieder auftauchen zu dürfen? Ich tippe auf Klon… oder doch Super-Soldat? Und was war denn jetzt mit der Invasion im Dezember 2012? Konnten Mulder und Scully sie durch die Kraft ihrer Liebe verhindern??? Wir dürfen alle sehr gespannt sein.

Wertung: 4 von 10 Punkten (die Einzelepisoden sind ganz nett, das Finale einfach nur enttäuschend – aber es ist vorbei)

P.S.: Für alle „Breaking Bad“-Fans gibt’s dann mit Aaron Paul in der Folge „Lord of the Flies“ den nächsten Hauptdarsteller der Serie, der in „Akte X“ aufgetreten ist

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4 Kommentare leave one →
  1. 11. März 2016 09:46

    Ich hadere ja gerade noch mit der 7. Staffel und fand bei dieser den eröffnenden Zweiteiler schon so mies, dass ich mich gerade zwingen muss weiterzuschauen. Glücklicherweise geht es jetzt mit den Monstern der Woche weiter…

    • donpozuelo permalink*
      11. März 2016 09:57

      Oh ja, das kann ich gut nachvollziehen… das wird wahrscheinlich letztendlich so ein bisschen das sein, was dich durch die nächsten Staffeln retten wird: die Monster der Woche. Denn zwischendurch sind da immer noch ein paar gute Folgen dabei, selbst hier in der neunten Staffel. Die Verschwörungshandlung wird allerdings nur noch absurder und absurder…

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