Zum Inhalt springen

Eine Familie, die Mauer und ein Mord

31. März 2021

Ron Howards „Arrested Development“ ist für mich eine dieser wunderbar komischen Serien, die vor allem durch das unglaublich tolle Ensemble vor der Kamera so fantastisch funktioniert. Die absurde Geschichte der absurden Familie Bluth ist in den ersten drei Staffeln der Serie einfach nur Gold. Ich habe die Serie jetzt noch einmal komplett von Anfang bis Ende geschaut, einfach weil ich mal wieder diesen Kick Chaos brauchte. Und weil ich mich mal an die vierte und fünfte Staffel wagen wollte. Denn leider hatte „ARRESTED DEVELOPMENT“ das gleiche Problem wie viele andere tolle Serien: zu wenig Leute wussten sie zu würdigen, zu wenig Leute guckten sie daraufhin und so wurde sie frühzeitig abgesägt. Das Gute an den ersten drei Staffeln ist aber, dass die Geschichte in sich eigentlich geschlossen ist… und man es auch einfach dabei hätte belassen können. Aber Netflix kaufte das Ganze dann auf und gab der Serie noch eine Chance. So entstand dann Staffel 4 (mit dem Zusatz „Fateful Consequences“) und Staffel 5, die dann sogar erst fünf Jahre nach Staffel 4 erschien. Jetzt habe ich mir den „Spaß“ also mal angeschaut… und bin echt entsetzt.

Die Story ist genau so wirr wie die beiden neuen Staffeln. Irgendwie wollen die Bluth‘ ihre Konkurrenz ausstechen. George Bluth (Jeffrey Tambor) will eine Grenzmauer bauen, was aber gar nicht so leicht ist. Gob Bluth (Will Arnett) gerät immer mehr in Konflikt mit dem Magier Tony Wonder (Ben Stiller), was dann irgendwie zu einer homoerotischen Beziehung führt, aber irgendwie auch nicht. George Michael (Michael Cera) entwickelt eine App namens Fake Block, das als virtuelles Holzblock-Instrument dienen soll. Allerdings glauben alle, es wäre eine neue coole Software, die einen sicherer durchs Internet kommen lässt. Seine Kusine Maybe (Alia Shawkat) will nach dem Ende ihrer Karriere als Film-Produzentin bei Fake Block mit einsteigen… gleichzeitig daten George Michael und sein Vater (Jason Bateman) die gleiche Frau… und am Ende von Staffel 4 stirbt Konkurrentin Lucille 2 (Liza Minnelli). Die Auflösung dieses Falls ist dann Hauptteil der Handlung von Staffel 5.

Ich habe die beiden Staffeln vor nicht allzu langer Zeit erst geguckt und kann mich schon jetzt kaum noch an irgendwas erinnern. Was nicht besonders für die neuen Staffeln spricht. Die fand ich auch wirklich extrem langweilig. Staffel 4 leidet darunter, dass die Familie an sich nie richtig zusammen ist. Jede Episode dreht sich eigentlich immer um eine einzelne Figur… dadurch gibt es jedes Mal erstmal einen neuen, gefühlt ewig langen Rückblick und es überschneiden sich ständig Geschichten, nur dass sich eben hier und da die Perspektive ändert. Ein an und für sich interessanter Ansatz, der aber bei dieser Serie leider nicht so wirklich funktioniert. Die müssen als Ensemble agieren. Einzeln sind die alle längst nicht so lustig wie in der großen Gruppe.

Leider geht mit Staffel 4 und dann besonders in Staffel 5 auch absolut der Witz verloren. Die vierte Staffel hat noch ein paar amüsante Momente, die einen zumindest zum Schmunzeln bringen können. Staffel 5 stagniert aber extrem. Da habe ich mich dann am Ende einfach nur der Vollständigkeit halber durchgequält. Aber die Witze funktionierten nie richtig. Das Timing war komplett fehl am Platz und die Geschichte mit der Gerichtsverhandlung war auch einfach nur Banane. Da hilft dann nicht einmal mehr der „Nostalgie“-Faktor.

„Arrested Development“ hat das einfach nicht verdient. Staffel 4 und 5 sind wirklich einfach nur eine Farce. Man hat das Gefühl, hier wurde mit aller Verzweiflung daran gearbeitet, das Ganze am Leben zu halten, aber es fehlte einfach die richtige Idee.

Somit geht eine wirklich kreative und vor allem witzige Serie ziemlich sang- und klanglos den Bach runter. Womit wir wieder bei dem Thema sind, dass manche Revivals von Serie einfach nie hätten stattfinden sollen (und ja, ich gucke in deine Richtung, Akte X).

Wertung: 3 von 10 Punkten (leider sehr langweilige und auch unlustige Auflage einer wirklich vorher fantastischen Serie)

3 Kommentare leave one →
  1. 31. März 2021 08:58

    Oh nein, das klingt gar schrecklich. Die ersten drei Staffeln liebe ich über alles. Mit das Witzigste, was ich jemals gesehen habe. Die Netflix-Fortsetzungen hatte ich ganz vergessen und nun auch nicht sonderlich viel Lust reinzuschauen.

    Welche Fassung der 4. Staffel hast du gesehen? Gibt es da nicht zwei Varianten? Eine, die jeden Charakter für sich zeigt, und einen Recut, der eher an die alten Staffeln erinnern soll? Mag aber auch einem Gerücht aufgesessen sein…

    • donpozuelo permalink*
      31. März 2021 09:54

      Es ist auch schrecklich. Staffel 4 geht noch hier und da (ich habe da die neue Version von Netflix geguckt), aber Staffel 5 hat sich einfach nur noch gezogen und war leider so absolut unlustig, dass ich mich da echt quälen musste.

      Selbst dieser Netflix Recut hat aber nicht wirklich alle Charaktere zusammen. Ist auch sehr zerstückelt.

Trackbacks

  1. Eine schrecklich korrupte Familie | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: