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Jigsaw Copycat

20. September 2021

Comedians sind die neuen Horror-Meister. Jordan Peele hat gut damit angefangen und gezeigt, nur weil er mit Comedy groß geworden ist, heißt das nicht, dass er uns nicht auch wunderbar das Fürchten lehren kann. Irgendwann folgte dann Danny McBride (obwohl ich mich immer schwer tue, ihn als Comedian zu betrachten – weil ich sein Werken kaum kenne), der gemeinsame Sache mit David Gordon Green machte, um Michael Myers einen neuen Anstrich zu verpassen. Jetzt haben wir den nächsten Komiker, der auf Ernst macht. 2017 endete die große Saw-Reihe mit dem Film „Jigsaw“, der jetzt bei weitem nicht gut war und auch gerne der letzte Film der Reihe hätte sein können. Doch da kam irgendwann auf einmal Chris Rock um die Ecke und wollte das Saw-Franchise neubeleben. Er holte dafür sogar Darren Lynn Bousman hinter die Kamera, der Regisseur, der damals nach dem ersten Film von James Wan übernahm und sich mit dem wirklich sehenswerten „Saw 4“ dann wieder verabschiedete. Doch was ist jetzt dieses „SAW: SPIRAL“… oder besser gesagt: „SPIRAL: FROM THE BOOK OF SAW“? Was ist dieses Buch von Saw? Hat John Kramer seine Memoiren geschrieben, während wir alle nicht auf eine Fortsetzung der Saw-Reihe gewartet haben? Wir werden es nie wissen.

Detective Zeke (Rock) ist in seiner Abteilung nicht gerade angesehen. Er ist dafür verantwortlich, einen Kollegen hinter Gitter gebracht zu haben, der gelogen hatte. Also kriegt Zeke nur noch die doofen Sachen… wie jetzt den vermeintlichen Tod eines Obdachlosen. Gemeinsam mit seinem neuen Partner Schenk (Max Minghella) untersucht Zeke das Ganze… doch der Obdachlose ist in Wirklichkeit ein korrupter Cop. Und auf einmal stehen Zeke und Schenk vor einer Mordserie an Cops, die Justiz gerne mal etwas breiter definieren, als sie es eigentlich sollten. Der Killer der Cops ist dazu inspiriert von den Taten eines John Kramers und stellt seine Opfer mit fiesen Fallen vor die Wahl: Leben oder Tod… die Spiele beginnen erneut erneut.

Man muss es direkt wirklich noch einmal betonen: „Saw: Spiral“ ist tatsächlich nur eine Art Spin-Off. Es gibt hier keinen Jigsaw-Killer mehr, Tobin Bells ikonischer Charakter ist ja nun schon vor langer Zeit gestorben und wir haben es in diesem Film wirklich nur mit einem Copycat zu tun. Und das ist dann auch der Film selbst… ein Copycat. Leider aber nicht sonderlich gut.

Was man „Spiral“ anrechnen kann, ist die Tatsache, dass sie sich einmal mehr wirklich sehr eklige Fallen ausgedacht haben. Meine Güte, das war schon beim Zugucken teilweise so extrem unangenehm… wenn ich nur versuche, daran zu denken, läuft es mir kalt den Rücken runter. So kreativ die einzelnen Fallen auch sind, so sehr hier Zungen auf interessante Weise gepierct, Finger gestreckt und Gesichter gewachst werden (um mal ein paar Sachen zu zitieren, ohne zu viel zu spoilern), so sehr juckt es am Ende doch niemanden. Obwohl Darren Lynn Bousman als Regisseur ein paar sehenswerte „Saw“-Filme gedreht hat, hat man bei „Spiral“ das Gefühl, es wurde mehr Zeit in die Fallen investiert als in den Rest. Für Gore-Fans sind die Fallen in diesem neunten Saw-Film auf jeden Fall sehenswert, bleiben aber leider das blutige Highlight des Films.

Das liegt einfach auch daran, dass diese Jagd nach dem neuen Killer ziemlich unspektakulär verläuft. Was wiederum der Tatsache geschuldet ist, dass jeder aufmerksame Zuschauer den Plottwist nach zehn Minuten durchschaut hat. Aber weil das Drehbuch am Ende doch auf Nummer Sicher gehen möchte, wird uns das im Finale alles noch einmal in aller Ausführlichkeit erklärt – was leider ziemlich unnötig ist. Doch so schleppt sich die „Story“ des Film so dahin… erklärt uns all die „dirty cops“ und wie Zeke zu ihnen steht. Dadurch gerät das Investigative des Thrillers weit in den Hintergrund und es wird mehr so ein Versuch (wie bei „Candyman“ letztens auch) Polizei-Gewalt und Korruption zu thematisieren, ohne es so richtig zu thematisieren. Dafür ist das Ganze halt immer noch als Horror-Thriller gedacht und nicht als Cop-Drama. Leider hat das nur niemand dem Film-Team gesagt.

Chris Rock gibt sich alle Mühe und ist eigentlich auch gut in der Rolle (sein Stand-Up-Monolog zu „Forrest Gump 2“ am Anfang des Films ist herrlich), aber das große Ganze funktioniert einfach nicht so richtig. So wird „Saw: Spiral“ zu absoluter Durchschnittsware, die sich auch nur darauf ausruht, den Namen eines einst großen Horror-Franchise zu tragen. Schade…

Wertung: 4 von 10 Punkten (brutales, aber sonst eher unspektakuläres Spinoff zu einer Reihe, die man einfach ruhen lassen sollte)

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