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Das Chaos hinter SCDP und CGC

22. September 2021

Sechs Staffeln „MAD MEN“ habe ich jetzt mittlerweile hinter mir. Anfangs hätte ich ja nicht mal ansatzweise daran geglaubt, dass ich diese Serie durchhalte. Gerade die erste Season hat mich sehr auf die Probe gestellt, mich dann aber gerade zum Ende hin doch für all mein „Leiden“ entschädigt. So langsam nähere ich mich dem Ende… und Staffel 6 hat mir einfach auch gezeigt, dass dieses Ende jetzt zum richtigen Zeitpunkt kommt. Denn das erste Mal seit der ersten Staffel bin ich mal nicht sooo begeistert von der Serie.

Das Leben von Don Draper (Jon Hamm) wird chaotischer. Seine Frau Megan (Jessica Paré) beginnt ihre Karriere als Schauspielerin, während Don einfach mal eben seine Affäre mit der Nachbarin (Linda Cardellini) beginnt. Bei Sterling Cooper Draper Pryce gibt es Zuwachs. Die Konkurrenz Cutler Gleason Chaough wird mal eben eingegliedert, wodurch Peggy (Elisabeth Olsen), die ja eigentlich Don verlassen hatte, wieder zurückkehren muss. Das Arbeitsklima in der Firma wird deutlich angespannter, gerade auch weil Ted Chaough (Kevin Rahm) immer wieder mit Don aneckt. Trudy (Alison Brie) schmeißt endlich mal Pete (Vincent Kartheiser) vor die Tür (worauf ich echt schon lange gewartet) und Sally (Kiernan Shipka) entdeckt ein dunkles Geheimnis ihres Vaters.

„Mad Men“ war schon immer eine Serie, die uns viele Charaktere präsentierte und uns in deren Privat- und Arbeitsleben eintauchen ließ. So konnte man sich herauspicken, wem man wie nahe stand. Im Zentrum von allem steht natürlich ein Don Draper, aber es gibt zahlreiche Leben, die darum herum kreisen. Bislang hat mich das immer sehr bei Laune gehalten, gerade weil die Serie dabei diesen Mann Don Draper mit jeder Staffel ein bisschen mehr dekonstruierte. In Staffel 6 war ich das erste Mal nicht mehr so ganz sicher, was man mir eigentlich zeigen wollte. Diese ganze Affäre mit der Nachbarin fand ich etwas surreal… vor allem, wenn wir dann diese eine „Fifty Shades of Grey“-Folge haben, in der Don sie im Hotelzimmer einsperrt und sie direkt dominieren will. Zugegeben, die Folge fand ich an sich sehr gut, weil es uns gezeigt hat, wie Don seine Frauen eigentlich am liebsten hätte und wir durch die Rückblenden mit seinem Leben im Bordell auch erfahren, woher vieles davon kommt. Aber insgesamt fand ich Don in dieser Staffel dennoch etwas langweilig. Sein Privatleben war noch spannend, aber gerade das Arbeitsleben war mir ein bisschen zu viel.

Wie lange sie auch die Sache mit Megan am Leben halten, hat mich ein wenig erstaunt. Ich hätte echt gedacht, dass diese Ehe nicht so lange hält, wie sie es getan hat. Auch wenn man das ja nicht wirklich Ehe nennen kann. Das macht Staffel 6 immerhin ganz gut: Uns zeigen, wie die Beiden auseinander wachsen… eben weil Don sie nicht so dominieren kann, weil sie nicht so abhängig von ihm sein muss, wie er das vielleicht gerne hätte.

Ich weiß auch immer noch nicht so recht, wie ich diesen Merger finden soll. Statt zum Ende der Serie sich nochmal auf die Kern-Charaktere zu kümmern, kommen einfach noch mal ein Haufen neuer Leute dazu. Mir persönlich war das dann doch ein bisschen zu viel, zu viel Drama, zu viel Blabla, zu viel Chaos. Gerade auch, weil mich die Leute von CGC – abgesehen von Peggy – nicht so wirklich interessieren. Ich hätte es schöner gefunden, wenn wir auf die uns schon bekannten Charaktere einfach konzentriert hätten. Immerhin ist es stark, was das Ganze nochmal aus Elisabeth Olsen und ihrer Peggy rausholt. Es ist faszinierend zu sehen, wie sehr sie auch nach all dieser Zeit in diesem Verein für ein wenig Anerkennung ihrer Arbeit kämpfen muss. Peggy Olsen ist für mich neben Don immer noch eine der spannendsten Figuren, leider geht sie mir in Staffel 6 hier und da auch ein bisschen unter.

Staffel 6 zeigt einfach – in meinen Augen – ein paar erste Ermüdungserscheinungen. Vieles scheint sich zu wiederholen. Ich mag immer noch, wie die Serie die Zeit einfängt, in der all das spielt: Die Ermordung Kennedys, Proteste der Schwarzen auf den Straßen… das fließt nach wie vor gut in die Serie ein. Aber so das große Ganze wirkt langsam etwas einschläfernd. Ich finde, man hat mit den Charakteren schon alles erreicht, was man erreichen konnte. Sie wurden schon gut psychologisch auseinander gepflückt. Ich hoffe einfach, dass die letzte, siebte Staffel dem Ganzen ein würdiges Ende geben kann.

Wertung: 7 von 10 Punkten („Mad Men“ wird langsam etwas hervorsehbar, dank der guten Darsteller ist man aber immer noch gerne bei all dem Drama mit dabei)

4 Kommentare leave one →
  1. 22. September 2021 08:11

    Auch wenn ich die Staffel deutlich stärker bewertet habe, so ist sie für mich die schwächste der gesamten Serie. Bin gespannt, wie du das Finale siehst!

    • donpozuelo permalink*
      22. September 2021 08:56

      Es ist hier auch mal wieder Meckern auf hohem Niveau und selbst die schwächste Staffel Mad Men hat immer noch ihre Reize, die sie sehenswert machen.

      Bin auch sehr gespannt aufs Finale. Das scheint ja auch ein wenig kontrovers zu sein, was ich bislang so drüber gelesen habe…

  2. 10. Oktober 2021 17:51

    Ging mir ähnlich mit der sechsten Staffel. Es war aber weniger der Merger, der mich geärgert und gelangweilt hat, sondern die wahnsinnig vielen Wiederholungen in Dons Leben. Wieder eine Affäre. Wieder eine Ehe kaputt.
    Dass Peggy und er wieder in einer Firma enden, fand ich noch regelrecht schicksalhaft. Anders konnte es irgendwie nicht kommen. Aber das macht es dann auch wieder vorhersehbar.
    Die andere Firma mochte ich nicht so wahnsinnig, aber immerhin hat Peggy dort die Rolle bekommen, die ihr schon lange zusteht. Auch sie und Ted Chaough mit dem unschreibbaren Namen fand ich sehr cool. Und was das in Don auslöst … interessant.
    Aber die Wiederholungen hab es so unglaublich öde gemacht. Vielleicht hätten sie gleich zu Season 7 übergehen sollen. Alles, was wir hier gesehen haben, wussten wir eigentlich schon.

    • donpozuelo permalink*
      10. Oktober 2021 18:47

      Ja, da hast du Recht. Diese ganze Affäre und all das, war ein bisschen zu viel des Altbekannten. Aber vielleicht sollte das auch nur noch einmal zeigen, dass sich Don Draper nicht geändert hat, dass er die gleichen Fehler wieder gemacht hat.

      Peggy ist eh immer toll, diese ganze Beziehung zwischen ihr und Don finde ich super. Find’s gut, dass „Mad Men“ nie den Fehler begangen hat, aus den Beiden ein Paar zu machen. Selbst wenn es nur ein One-Night-Stand gewesen wäre, das hätte es alles irgendwie kaputt gemacht.

      Aber gut… egal wie Staffel 6 ist, sie ist immer noch sehenswert. Und wir haben nicht sofort das Ende, sondern noch eine Staffel mehr, bevor es zum großen Finale kommt 😀

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