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Kampf der Alpha-Titanen

7. Juli 2021

Meine Güte, ich hätte nie geglaubt, dass ich diesen Artikel noch einmal schreiben werde. Wie lange mussten wir jetzt auf „GODZILLA VS. KONG“ warten? Der Film wurde ewig verschoben – natürlich auch wegen Corona. Ende März wurde das Ganze dann aber in einigen Ländern doch veröffentlicht und nach und nach bekam den Kampf der Titanen dann jeder zu sehen. Nur wir eben nicht. Bei uns hieß es warten und warten, während „Godzilla vs. Kong“ weltweit einen Rekord nach dem anderen einfuhr. Am Ende legte der Film einen besseren Start hin als „Tenet“ und wurde zum Pandemie-Überflieger. Aber warum auch nicht? Eine riesige Echse prügelt sich mit einem riesigen Affen… eine bessere Flucht aus der Realität gibt es wohl nicht? Doch wie gut ist das Monstergekloppe, das ja mittlerweile schon der vierte Film im „MonsterVerse“ ist? Naja, so mittel, wenn ich ehrlich sein soll…

Godzilla, der ja in „Godzilla: King of the Monsters“ noch ein Freund der Menschen gewesen ist, greift auf einmal scheinbar wahllos Städte an. Nur ein tapferer Bernie (Brian Tyree Henry), der den Titan Truth Podcast betreibt, wagt es, die Wahrheit auszusprechen. Godzillas Angriffe haben irgendwas mit der Firma APEX Cybernetics zu tun, die von Walter Simmons (Demian Bichir) an merkwürdigen Experimenten arbeitet. Um eine ultimative Energie-Quelle zu finden, finanziert APEX eine Expedition, die ins Innere der Erde führen soll. Den Weg dahin soll der Affe Kong leiten, der bislang von der Forscherin Ilene (Rebecca Hall) vor Übergriffen durch Godzilla geschützt wurde. Doch es ist nun an der Zeit, dass der Affe freikommt… was natürlich vom König der Monster nicht toleriert wird…

Wo fange ich nur an, wo fange ich nur an? Vielleicht einfach mit der Tatsache, dass die Action in diesem Film wirklich fantastisch ist. Wirklich alle Titanen-Kämpfe machen einfach nur Spaß und sehen auch verdammt gut aus. Der erste Kampf zwischen Godzilla und Kong auf dem Meer, den wir ja schon aus dem Trailer kannten, läutet das Schlachtfest gut ein. Ich find’s fantastisch, wie man bei den Schlägen der Beiden einfach die Schwere dahinter merkt. Die bewegen sich halt wirklich wie Titanen, schnell, aber darin dennoch schwerfällig. Das wirklich große Fest, das uns „Godzilla vs. Kong“ beschert, findet dann in den letzten 20 Minuten statt… wenn Echse und Affe Hong Kong kaputt kloppen. Kong hat hier großartige Parkour-Moves drauf, Godzilla beweist sich als agile Echse… und der Kampf ist tatsächlich schön ausgeglichen. Beide Gegner schenken sich nichts und liefern eine Zerstörungsorgie ab, bei der man lieber nicht zu sehr hinterfragt, ob auch wirklich alle in der Stadt rechtzeitig evakuiert wurden. Denn meine Güte: In seinem Finale hält „Godzilla vs. Kong“ einfach, was der Titel verspricht.

Als großer Fan von Godzilla hatte ich gerade an der Action echt meinen Spaß. Das Finale des Films entschädigt dabei gleichzeitig auch für all das, was man vorher ertragen muss… und das ist leider echt eine Menge. Ich meine, klar: Bei Monsterfilmen funktionieren die menschlichen Geschichten nur in den seltensten Fällen. Deswegen verstehe ich auch immer noch nicht, warum so viel Wert darauf gelegt wird. Und wenn man schon den Fokus darauf legt, sollte man halt mehr draus machen. Aber gehen wir das mal in Ruhe durch: Bei APEX arbeitet auch noch Ren Serizawa (Shun Oguri), der den Sohn von Dr. Ishiro Serizawa sein soll. Wir erinnern uns, Ishiro opferte sich in „Godzilla: King of the Monsters“, um Godzilla wieder fit zu machen. Warum sein Sohn jetzt auf einmal eine Rolle spielt, warum sein Sohn gegen alles geht, wofür sein Vater stand, wird nie auch nur in diesem Film angesprochen. Dann hätte man ihn sich in dieser Form auch sparen können. Das Gleiche gilt für mich auch für Podcaster Bernie… ich weiß, ich weiß, seit der Pandemie sind Podcaster in, aber Bernie hat in diesem Film nicht wirklich zur Story beigetragen… er ist nur dazu da, um die Story rund um Madison (Millie Bobby Brown) voranzutreiben. Und selbst die ist lahm, weil auch ohne ihre Ermittlungen am Ende alles so passiert, wie es passiert. Letztendlich ist sie nur da, weil sie halt im letzten Godzilla-Film da war… und das war’s. Sie rennt wild durch die Gegend, gewährt sich ohne Probleme Zugang zu Top Secret Anlagen, einfach weil sie es kann. Weil die Handlung es von ihr braucht… dabei ist das größere Problem einfach das, das die Handlung sie eben gar nicht braucht. Außer für die bescheuerte Hilfe, die sie dann mit Kumpel Josh im Finale ist (und sorry, ich will nichts spoilern, aber das war einfach nur dumm).

Auch alle anderen Charaktere bleiben mal wieder extrem schwach und eintönig. Das Ding ist aber auch, dass „Godzilla vs. Kong“ so viele von ihnen unbedingt in den Vordergrund rücken möchte. Nur die Handlung trägt diese Fülle an Charakteren einfach nicht… wozu auch? Es reichen zwei von Bedeutung, und die stehen im Titel.

Abgesehen von der Action ist „Godzilla vs. Kong“ kein wirklich guter Film. Wirklich viele Antworten, die uns versprochen wurden, bekommen wir auch nicht (Wer baute die riesige Unterwasser-Stadt in Teil 2? Was hat es nun wirklich mit Hollow Earth auf sich? Was ist der wahre Ursprung der Titanen?). Die ganzen Charaktere interessieren nicht die Bohne, dafür verbringen wir aber zu viel Zeit mit ihnen. Wie gesagt, zum Glück, zum Glück funktioniert die Action… aber am Ende des Tages würde da auch ein Zusammenschnitt reichen und man hätte alles Wichtige aus „Godzilla vs. Kong“ gesehen. Was ein bisschen schade ist, aber für Fans von Monstergekloppe ist das schon verdammt cool anzuschauen.

Wertung: 6 von 10 Punkten (hat in Teilen zu viel versprochen – gerade was alle aufgeworfenen Fragen angeht, bei der Action hält der Film aber alle Versprechen)

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