Zum Inhalt springen

Jigsaws Komplize

5. Juli 2021

Als ich angefangen habe, die „Saw“-Reihe zu gucken, hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich so lange durchhalte. Gerade nach Teil 3 wäre eigentlich der perfekte Zeitpunkt gewesen, um Adieu zu sagen. Doch dann kommen die Macher, liefern einen grandiosen vierten Teil ab und zwingen mich dazu, weiterzumachen. Gerade weil die ganze Reihe wie eine Serie aufgebaut ist, in der jede „Folge“ auf die vorherige gut aufbaut (und nicht einfach irgendwie was anderes macht), war es nach dem Ende von „Saw 4“ zu spannend, um jetzt nicht weiterzumachen. Dementsprechend beschäftigen wir uns jetzt mal mit „SAW 5“…

Es war der große Twist am Ende von „Saw 4“: Mark Hoffman (Costas Mandylor) war die ganze Zeit Jigsaws (Tobin Bell) Komplize bei der Polizei. Wie wir nun in Teil 5 erfahren, bestand diese kleine Kooperation schon seit Anfang an… bei seinen Nachforschungen entdeckt FBI Agent Strahm (Scott Paterson), der nur mit letzter Kraft einer tödlichen Jigsaw-Hoffman-Falle entkommen ist, dass Hoffman schon sehr früh, Teil von Jigsaws Spielen war. Während Strahm fleißig Beweise sammelt, werden zeitgleich fünf Menschen (darunter unter anderem auch Julie Benz) in einer Kammer wach – und somit neue Spieler in einem von Jigsaws Spielen.

Machen wir es kurz und schmerzlos, „Saw 5“ kommt nicht an „Saw 4“ heran, ist aber eine nette Ergänzung. Im Grunde wird durch Strahms Ermittlungen alles noch einmal brav miteinander verknüpft. Wir sehen Fallen, die wir noch aus dem ersten Teil kennen und erfahren nun, dass Hoffman da schon mitgeholfen hat (dabei muss man sich schon fragen, warum Fallen aus dem ersten Teil, die nun mittlerweile Jahre alt sein müssten, immer noch perfekt aufgebaut da stehen. Ist das so eine Art Polizei-Museum des Horrors?). Der Film verbindet wirklich alle Filme und findet immer noch ein kleines Schlupfloch, wo man einen kleinen Aha-Moment einbauen kann. Das ist tatsächlich auch das Spannendste an dem Film… gerade weil es Tobin Bell wieder etwas mehr Platz einräumt und er mal wieder mehr vor der Kamera agieren kann. Dafür, dass er einen Toten spielt, findet die Reihe immer noch wieder neue Rückblenden, um seinen Charakter weiter auszubauen.

Was bei den ganzen Rückblenden und zusammengefügten Puzzle-Teilen aus den vorangegangen Saw-Filmen allerdings zu kurz kommt, ist das Jigsaw-Spiel, das diesen Film beherrscht. Diese fünf Menschen jucken einen nicht die Bohne. Warum? Weil sie alle Arschlöcher sind. Weil sie so geschrieben wurden, als wenn es das Normalste der Welt wäre, plötzlich an eine Kette gebunden in einem Keller aufzuwachen. Die Fallen, denen sie sich stellen müssen, sind mal wieder schön gemein und fies, aber diese Menschen juckt das halt auch irgendwie kein bisschen. Wie schnell die eigentlich ein Menschenleben opfern, ist für die Reihe schon einzigartig… die fackeln nicht lange und so werden sie einfach fröhlich dezimiert. Wozu muss ich also mit ihnen mit fiebern??? Da Julie Benz die Einzige unter diesen fünf ist, die man tatsächlich kennt („Angel“- und „Dexter“-Fans dürften auf jeden Fall wissen, von wem ich spreche), muss man sich auch um sie keine Sorgen machen… und somit haben wir das bisher „langweiligste“ Spiel der Reihe. „Langweilig“ gerade deswegen, weil sich wirklich niemand wirklich darum zu kümmern scheint… die sind mir als Charaktere alle zu abgebrüht gewesen.

Somit schwankt „Saw 5“ immer ein bisschen hin und her… von mir aus hätten sie das „Spiel“ auch ganz weglassen und dafür die Story rund um Hoffman und Strahm weiter ausbauen können. Da steckte mehr Potenzial dahinter als einfach nur eine Zusammenführung aller bisherigen Filme… aber gut, alles in allem ist „Saw 5“ erträglich. Ein netter kleiner Epilog zu „Saw 4“. So könnte die Reihe dann theoretisch auch zu Ende gehen… aber natürlich warten noch ein paar Filme auf mich.

Wertung: 6 von 10 Punkten (mal gucken, wie lange sie Jigsaw noch so am Leben erhalten)

5 Kommentare leave one →
  1. 5. Juli 2021 20:05

    Bei mir war es ab hier mehr oder weniger durch mit dem Spaß an der Reihe. Wie du schon schreibst, ist die Fallenstory Müll und wirkt wie noch schnell hingeschludert, damit man sowas drin hat, weils ja irgendwie zur Reihe gehört. Zusätzlich fand ich Hoffman immer kacke und wie man hier seine Bewandnis hinschustert war mir zu gezwungen. Jigsaw durch so nen langweiligen Kasper zu ersetzen, war ein großer Fehler für mich und hat die Reihe gekillt.

    • donpozuelo permalink*
      5. Juli 2021 20:57

      Ja, ich habe auch das Gefühl, dass hier nach nicht mehr wirklich was Tolles zu erwarten ist. Schon Teil 5 an sich wirkt extrem konstruiert und albern…

      Bin echt gespannt, was da noch so kommt… aber mittlerweile auch echt skeptisch.

      • 5. Juli 2021 22:14

        Naja, man weiß ja in der Regel wo es endet, wenn die Macher immer wieder nen neuen „Trick“ aus dem Hut zaubern wollen. Irgendwann wirds entweder repititiv oder völlig dämlich. Ist hier nicht anders. Aber die zwei Filme schaffst du auch noch. Alles danach ist ja eh nicht der Rede wert.

Trackbacks

  1. Der Anfang vom Ende? | Going To The Movies
  2. Das Spiel beginnt… erneut | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: