Zum Inhalt springen

„Beyond the Sea“

2. Juli 2021

Wir sind endlich wieder an dem Punkt angekommen, wo man mal wieder ins Kino darf. Was für eine aufregende Zeit. Nachdem ja auch gefühlt jeder größere Kino-Film tausendmal Corona-bedingt verschoben werden musste, ist es schön, jetzt – mit teilweise echt einem Jahr Verspätung – ein paar der Filme zu schauen, die wir eigentlich alle schon letztes Jahr sehen wollten. Und es ist schon irgendwie auch ein bewegendes Gefühl nach so langer Pause mal wieder einen Kinosaal betreten zu dürfen. Filme gucken zuhause ist gut und schön, aber Kino ist einfach nochmal was ganz anderes. Wenn der Sound dröhnt… hach… wunderbar… umso besser, dass mein erster Kinofilm nach der langen Pause ein Film ist, der gar nicht so viel Sound hat, sondern gerade eher davon lebt, leise zu sein. Aber selbst diese Stille wirkt nochmal anders im Kino. Deswegen war ich auch sehr froh, endlich „A QUIET PLACE 2“ sehen zu können – und eines gleich vorweg: meine Begeisterung für den Film kommt nicht (nur) von der Tatsache, dass Kinos endlich wieder aufhaben.

Der Film setzt wirklich direkt an die Ereignisse von „A Quiet Place“ an: Lee Abbott (John Krasinski) ist im Kampf gegen die fiesen Alien-Viecher gestorben. Mama Evelyn (Emily Blunt) konnte überleben – auch dank der Tatsache, dass ihre Tochter Regan (Millicent Simmonds) einen Weg gefunden hat, die Geräusch-empfindlichen Monster zu schwächen. Die Rückkopplung durch ihr Hörgerät lässt die Viecher vor Schmerzen erstarren. Doch nachdem die Farm der Abbotts zerstört wurde, macht sich Evelyn mit Regan, Sohnemann Marcus (Noah Jupe) und dem neuen Baby auf den Weg, um einen neuen Unterschlupf zu finden. Dabei passieren drei Dinge: Sie treffen auf einen alten Bekannten von früher namens Emmett (Cillian Murphy), Noah wird durch eine Bärenfalle schwer verletzt und Regan hört per Funk den Song „Beyond the Sea“ und glaubt, dass sich dahinter mehr verbirgt.

„A Quiet Place 2“ fängt allein schon sehr aufregend an: Nämlich mit Tag 1… sprich, wir dürfen noch einmal Lee a.k.a. John Krasinski in Aktion erleben. Davon aber mal abgesehen, macht der „Tag der Invasion“ schon echt sehr viel Laune. In nur wenigen Minuten etabliert Krasinski hier als Regisseur, was für eine Bedrohung von diesen Wesen ausgeht. Gleichzeitig gibt uns dieser Rückblick noch einmal ein Gefühl davon, dass es vor den Ereignissen von „A Quiet Place“ wirklich diese Normalität gegeben hat. Das Ganze hat mich ein wenig an das Intro von „The Last of Us“ erinnert – ein Spiel, das ich gerade in diesem Film noch viel mehr gespürt habe, aber dazu gleich noch mehr. Die Intro-Sequenz ist Action geladen und aufregend… und schafft damit gleichzeitig etwas, was ich „A Quiet Place 2“ sehr hoch anrechne.

Dieser Film funktioniert – dank des Intros – auch ohne, das man den ersten Teil gesehen hat. Man erfährt alles, was man über diese Außerirdischen wissen muss, in den ersten zehn Minuten des Films. Selbst wenn Evelyn mit ihren Kindern die Farm verlässt, sieht man die Zerstörung – und es wird einem sofort klar, was hier passiert sein muss. Auch auf Lees Tod wird so weit im Film immer wieder eingegangen, dass das gut eingearbeitet wird… und das finde ich echt verdammt clever gemacht. „A Quiet Place 2“ knüpft perfekt an den ersten Teil an und es bietet sich definitiv auch an, beide Filme an einem Stück zu gucken. Aber man kann den zweiten Teil auch als Einstieg verwenden und verpasst trotzdem nichts. Ich finde sogar, dass das Gegenteil der Fall ist… in meinen Augen entwickeln sich die Charaktere in Teil 2 noch besser als im ersten.

Denn wie es sich für eine Fortsetzung gehört, wird natürlich auch in „A Quiet Place 2“ alles ein bisschen größer. In diesem Fall splittet Krasinski die Story ab einem bestimmten Punkt in drei Teile auf: Regan sucht mit Emmett nach dem Signal, Evelyn sucht nach Medizin und Marcus ist allein mit dem Baby. Hier kann Regisseur Krasinski seine Darsteller mal so richtig fordern und alles aus ihnen herausholen. Millicent Simmonds ist die unangefochtene Königin von Teil 2. Sie ist einfach nur fantastisch – und auch wie Krasinski gerade in ihrer Story immer wieder mit der Tatsache umgeht, dass sie taub ist, ist unglaublich gut. Das Sound-Design von „A Quiet Place 2“ ist nochmal nervenaufreibender als es das im ersten Teil war.

Neuzugang Cillian Murphy passt wunderbar in die Story und wirkt nicht aufgesetzt. Sein Zusammenspiel mit Simmonds ist toll. Noah Jupe wird auch mehr gefordert in diesem zweiten Teil und Emily Blunt ist eh immer super.

Insgesamt ist „A Quiet Place 2“ echt ein Film, der seinen Vorgänger in allen Bereichen verbessert, aber gleichzeitig auch ehrt. Dieser Film reiht sich damit echt in die Riege von wirklich verdammt guten Fortsetzungen ein: Die Spannung geht nochmal enorm nach oben; die Action ist super; die ruhigen, menschlichen Momente sind stark und liefern den Darstellern auch Zeit, ihre Figuren weiter auszubauen und wie es Krasinski mal wieder schafft, uns mit einem „stummen“ Film so umzuhauen, ist eh unglaublich. Selbst wer den ersten Teil nicht mochte oder gar nicht gesehen hat, sollte Teil 2 nicht verpassen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (so müssen Fortsetzungen aussehen – Krasinski zeigt, dass sowas funktionieren kann)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: