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Der Anfang vom Ende?

12. Juli 2021

Die „Saw“-Reihe hat mich in ihren ersten fünf Filmen doch sehr überrascht. Normalerweise sind diese ganzen Horror-Film-Reihen einfach nur dadurch verbunden, dass es ein und denselben Killer gibt, der in jedem Film auftauchen muss. Der Rest ist ganz egal. Bei „Saw“ hat man es dann doch ein wenig anders gemacht. Mit jedem Teil wird der Mythologie etwas Neues hinzugefügt, ohne sie aber zu vernachlässigen. Gerade mit den letzten beiden Teilen „Saw 4“ und „Saw 5“ wird ja alles miteinander verknüpft. Vielleicht ist das manchmal etwas zu gewollt (gerade in Teil 5), aber im Großen und Ganzen finde ich die Idee ziemlich cool. Aus der Reihe wird eine Serie, die dich dafür belohnt, dass du die Vorgänger alle gesehen hast. „SAW 6“ versucht das jetzt noch weiterauszubauen… und bringt neue Offenbarungen ans Licht.

Mark Hoffman (Costas Mandylor) übernimmt nun endgültig das Zepter von Jigsaw… unterstützt (ÜBERRASCHUNG!!!) von John Kramers Ex-Frau Jill (Betsy Russell). Die hatte ja von ihrem Mann (Tobin Bell) eine Kiste geerbt. In dieser Kiste befinden sich die Umschläge für das nächste Spiel… und dieses Mal trifft es den Versicherungshai William Easton (Peter Outerbridge), dessen Firma einst die Forderungen von John Kramer abwiesen. Nun muss Easton also dafür bezahlen – und seine Mitarbeiter gleich mit. Währenddessen versucht FBI-Agent Dan Erickson (Mark Rolston) den Fall aufzuklären.

Nachdem ich mit meinem besten Freund „Saw 5“ beendet hatte, meinte er nur: „Okay, ab jetzt haben wir noch die beschissenen Saw-Filme vor uns!“ Motivierend ist das nicht gerade… weswegen ich es am liebsten herausgezögert hätte, mit der Reihe fortzufahren. Aber lieber schnell, dann ist es auch bald vorbei. Dabei muss ich gestehen, dass „Saw 6“ jetzt nicht die Vollkatastrophe gewesen ist, die ich nach der Aussage erwartet hätte.

Im Gegensatz zum fünften Teil ist in diesem Film das Spiel wieder im Vordergrund – quasi der Selling-Point dieser ganzen Filmreihe… und man muss es den Machern lassen: Sie haben sich nach fünf Filmen mit abartigen Fallen noch einmal ein paar wirklich widerliche Sachen einfallen lassen. Die Fallen sind einfallsreich und fies. Ich komme nicht drumherum, dem meinen Respekt zu zollen… natürlich nur mit einem verzerrten Gesicht, weil es eben doch ordentlich brutal wird. Aber wie schon gesagt, die Fallen und Tests stehen jetzt mal wieder was… auch wenn man sich fragen muss, ob diese nicht ganz so subtile Kapitalismuskritik in einem Film der „Saw“-Reihe jetzt wirklich notwendig gewesen wäre. Sie ist aber nun mal da… und naja, mehr muss man dazu nicht sagen.

Interessant wird es dann wieder, wenn die Reihe versucht, auch mit dem sechsten Teil in die Mythologie der Filme einzutauchen und dem Ganzen etwas Neues hinzuzufügen. Dieses Mal ist es eben Jigsaws Frau… und die Tatsache, dass Amanda (Shawnee Smith) eine wichtige Rolle darin gespielt hat, dass Jigsaw überhaupt erst zu Jigsaw wurde. In Teil 4 müssen wir ja miterleben, wie Jill auf brutale Art und Weise ihr ungeborenes Kind verliert – der Junkie Cecil war dafür verantwortlich. Jetzt aber erfahren wir, dass Cecil nur auf Anweisung von Amanda gehandelt hat, die damals ebenfalls noch ein Junkie gewesen ist. Da ist er dann wieder der kleine Mind-Blown-Moment, der ja mittlerweile zu einem „Saw“-Film gehört wie die Post-Credit-Scene zu Marvel.

Dennoch ist „Saw 6“ jetzt nicht mehr so stark. Tobin Bells Jigsaw ist mehr oder weniger raus. Verzweifelt wird per Rückblenden immer noch an dem Killer festgehalten, aber so richtig funktioniert das nicht mehr. Wie oft wollen sie jetzt noch die Geschichte umschreiben und noch wieder einen neuen Twist finden, der alles verändert? Vielleicht haben sie Bell doch zu früh aus der Reihe geschrieben, denn Costas Mandylor hat nicht das Potenzial jetzt noch länger zu übernehmen. Aber gut… nach dem Finale von Teil 6 ist ja noch alles offen. Mal schauen, was mich in „Saw 7“ erwartet.

Wertung: 5 von 10 Punkten (nicht so schlimm wie erwartet… aber die ersten letzten Zuckungen scheinen zu beginnen)

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