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Angel Investigations

6. April 2018

Ich bin ja wirklich ein Unwissender, was „Buffy“ und Co. angeht. Ich habe es ja schon mal erwähnt, dass ich wirklich nur sehr sporadisch früher mal ein paar Folgen von Joss Whedons großem Serien-Baby gesehen habe. Jetzt wird das ja bei mir alles brav nachgeholt, doch ich muss sagen, dass ich vor dem Spin-Off der Serie ein wenig Bedenken hatte. Von all den Charakteren, die das Buffy-Universum so zu bieten hat, ist Vampir Angel tatsächlich derjenige, der ein Spin-Off verdient hat. Wenn man sich allein anschaut, was sie in Staffel 2 von „Buffy“ aus ihm gemacht haben bzw. was sie uns gezeigt haben, was in diesem Charakter alles steckt, ist es wirklich nicht verwunderlich, dass sie ihm eine eigene Serie gewidmet haben. Da kann man ja dann seine ganze Vergangenheit und alle seine Zweifel besser unter die Lupe nehmen. Immerhin hat er eine interessante Geschichte. Doch so ganz kann Staffel 1 von „Angel“ das noch nicht liefern.

Am Ende der dritten Staffel von „Buffy“ verlässt Angel (David Boreanaz) Sunnydale. In L.A. vegetiert der Vampir mit der Seele so langsam vor sich hin… bis er auf den Halbdämon Doyle (Glenn Quinn) und eine gute alte Bekannte namens Cordelia Chase (Charisma Carpenter) trifft. Doyle erhält immer wieder Visionen von Menschen in Gefahr, denen Angel dann hilft. So entsteht seine kleine Detektei „Angel Investigations“, der später dann auch noch ein weiterer Buffy-Bekannter beitritt – nämlich Faith einstiger Watcher Wesley (Alexis Denisof).

Die erste Staffel „Angel“ war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich das immer im Wechsel mit Buffy schaue – und allein dieser Wechsel der Tonalität war nicht immer einfach. Während „Buffy“ ja noch sehr viel amüsanter und lockerer ist, ist „Angel“ schon recht schwer, recht düster. Durch Cordelia wird zwar so ein kleines bisschen mehr Witz in die Serie gebracht, aber insgesamt hatte ich doch mit dem düsteren Ton etwas zu kämpfen. Gerade in der ersten Staffel habe ich mich immer ein bisschen mehr auf die Buffy-Folgen gefreut als auf die von Angel.

Das klingt jetzt furchtbar negativ, ist aber nicht so gemeint. Wie schon gesagt, Angel eine eigene Serie zu geben, macht durchaus Sinn… doch in der ersten Staffel kommt dieser Sinn für mich noch nicht so ganz rüber. Ja, die interessanten Flashback-Sequenzen sind schon da, wir erfahren in Staffel 1 eine Menge über Angels Vergangenheit – sogar, wie er damals selbst zum Vampir wurde. Das sind gut eingestreute Exkursionen, die zu den interessanteren Folgen gehören. Ansonsten habe ich mich ein bisschen an dem „Monster of the Week“-Konzept gestört, aber einfach nur, weil selbst „Buffy“ das ja so nach und nach eigentlich gut abgelegt hatte. Jetzt wieder damit anzufangen, ist natürlich nicht so geil… wenn auch irgendwo nachvollziehbar, muss doch eine neue „Welt“ aufgebaut werden. Und so wird dann zumindest schon mal die Rechtsanwaltskanzlei Wolfram & Hart eingeführt, die im Hintergrund sehr viele Fäden in der Hand hält und sich sicherlich noch als gefährlicher Gegner darstellen wird (das Finale von Staffel 1 ist da ja eigentlich mehr als nur deutlich).

Abgesehen von den Folgen, die seine Vergangenheit näher beleuchten, fand ich die Cross-Over-Folgen von Angel mit Buffy mit am besten. Hier wird tatsächlich „I Will Remember You“ auf ewig in Erinnerung bleiben, wenn Angel für kurze Zeit zum Menschen wird und dann das größte Opfer aufbringt, dass man sich für ihn nur vorstellen kann. Aber auch das erneute Zusammentreffen zwischen ihm und Faith (Eliza Dushku) und dann auch Buffy war ein großes Serien-Event der ersten Staffel. Die Cross-Over sind allesamt wirklich gut geworden und helfen der ersten Staffel ungemein, das Interesse zu halten.

Doch auch innerhalb der Serie gibt es ein paar aufregende Ereignisse: besonders Doyles Schicksal hat mich extrem unerwartet und hart getroffen, mochte ich diesen irischen Halb-Dämon doch verdammt gerne.

Insgesamt ist die erste Staffel von „Angel“ ein noch etwas holperiger Start, wie ich finde. Es ist nicht alles immer perfekt, aber das Batman-Prinzip passt ganz gut zu Angel, dem Retter und Rächer von L.A. Die altbekannten Charaktere (Cordelia und Wesley) funktionieren hier ganz gut, auch wenn Alexis Denisof mir mit seinen Slap-Stick-Blödeleien ziemlich auf den Keks geht. Dafür gibt es ein paar tolle neue Charaktere – wie eben Doyle oder auch Kate (Elisabeth Röhm), die einen wunderbaren weiblichen Commissioner Gordon in diesem Batman-inspirierten Spin-Off abgibt.

Am Ende ist es dann wirklich das Ende der ersten Staffel gewesen, dass mir die Hoffnung schenkt, es könnte noch sehr viel besser werden.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ohne die Cross-Over hätte ich sehr schnell das Interesse verloren)

11 Kommentare leave one →
  1. 6. April 2018 08:21

    Ich mag das Spin-off sehr gerne!
    Staffel 1-2 fand ich wunderbar, Staffel 3-4 haben mich teilweise stark genervt, aber Staffel 5 bleibt mein Favorit!

    • donpozuelo permalink*
      12. April 2018 23:03

      Da bin ich ja mal gespannt… 😀

  2. 6. April 2018 14:39

    Die Serie wird noch deutlich stärker, du wirst sehen. Spannende Wendungen und herrliche Sonderfolgen, unterlegt mit einer ganz besonderen Tragik, was spezielle Figuren angeht. Das wird noch!

    • donpozuelo permalink*
      12. April 2018 23:03

      Staffel 2 habe ich schon gesehen und ja, das wird ja wirklich nicht. Echt gut… bin echt gespannt, wie es allgemein noch weiter geht. Der Kumpel, mit dem ich das alles gucke, sagt, dass „Angel“ sogar ein wenig besser wird als „Buffy“. Darauf bin ich wirklich mal gespannt 😀

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