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TGIF XXVI: Weltenzerstörer

19. Juli 2019

Nach meinen Ausflügen in eine Welt der etwas anderen Godzillas und Zillas komme ich nun wieder zur natürlichen Reihenfolge der Toho-Filme zurück. Mit „Shin Godzilla“ verabschiedete das Studio sich ja mehr oder weniger von der Kinoleinwand mit seinem Kultmonster. Vertraglich sind sie nämlich an Hollywood gebunden, erst wieder einen Original-Godzilla nach 2021 zu liefern. Damit „Godzilla: King of the Monsters“ und nächstes Jahr dann auch „Godzilla vs. Kong“ für sich stehen können. Doch Toho hat ein kleines Schlupfloch gefunden und produziert trotzdem weiterhin Filme rund um das atomar verseuchte Riesenwesen. Nur jetzt halt animiert… und sogar angelegt als Trilogie. Den Anfang macht dabei „Godzilla: Planet of the Monsters“ (übrigens der 30. Toho-Godzilla-Film!!!!)

Für den Inhalt muss ich dieses Mal etwas weiter ausholen… Im 20. Jahrhundert tauchen auf der Erde immer mehr Monster auf und verwüsten zunehmend die Städte der Menschen. Doch kein Monster ist so schlimm wie Godzilla. Wie es sich für Toho gehört, tauchen zu diesem Zeitpunkt auf einmal Außerirdische auf – ein religiöses Alien-Volk und eines, das auf Technik baut. Leider können auf die nicht weiterhelfen. Stattdessen wird der Planet von Menschen und Aliens ver- und Godzilla überlassen. Gemeinsam machen sich die Überlebenden auf den Weg zu einem anderen Planeten. Der erweist sich nach ewiger Reise aber doch als nicht bewohnbar… und  nach 22 Jahren beschließen die Menschen, wieder zur Erde zurückzukehren. Auf der sind aber mehr als 10.000 Jahre vergangen… und schnell müssen die Weltall-Reisenden feststellen, dass sich ihre alte Heimat stark verändert hat… und Godzilla immer noch dort auf sie lauert.

Die Idee von „Planet of the Monsters“ finde ich mega-cool. Tatsächlich macht Regisseur Kobun Shizuno mit seinem Co-Regisseur Hiroyuki Seshita mal etwas ganz Neues mit unserem Lieblingsmonster. Er lässt es wirklich zum König der Monster und vor allem zum König der Erde werden. Ich muss zwar gestehen, dass ich mir fast gewünscht hätte, das Aufkommen der Monster nicht nur in einer kurzen Montage, sondern als ganzen Film zu sehen… aber hey, das wäre ja dann wieder irgendwie das Gleiche gewesen. So wird „Planet of the Monsters“ eine interessante Sci-Fi-Story, die Grenzen auslotet, die sich im Real-Film-Bereich vielleicht nicht so einfach hätten umsetzen lassen können.

Leider ist unsere neue Erde dann erst einmal nicht soooo sonderlich sehenswert. Alles ist hier in grau und grau gehalten. Der Planet heißt jetzt zwar irgendwie „Planet of the Monsters“, aber auch das täuscht ein wenig. Neben Godzilla lernen wir erstmal nur so merkwürdige Drachenwesen kennen, die nicht sonderlich spektakulär sind. Dafür aber ist immer das wichtigste Monster in animierten Stil ziemlich gut gelungen. Der animierte Godzilla ist schon ein ordentliches Monster… und Shizuno und Seshita inszenieren den Kaiju wirklich gekonnt. Wenn Godzilla da aus den Nebelschwaden stapft und sich wie ein Berg vor einem auftürmt, sieht das schon furchteinflößend aus.

Wo es allerdings so richtig hapert, ist bei den Menschen und Aliens. Im ersten Teil der Trilogie zeichnet sich nur der junge Captain Haruo Sakaki heraus, der einen Groll gegen Godzilla hegt, der seine Eltern umgebracht hat. Haruo ist ein Haudegen, der alles tun will, um das Monster zu vernichten. Das ist aber auch schon alles. Es gibt noch viele andere Charaktere, die einem aber nie wirklich näher gebracht werden und so schnell in Vergessenheit geraten. Ich hoffe, dass sich das im Verlauf dieser Trilogie noch ändern wird. Die Story rund um die Menschen muss auf jeden Fall noch stärker werden… allerdings verspricht da ja schon die Post-Credit-Scene des Films zumindest ein bisschen mehr.

Insgesamt hat mich das Konzept hinter „Godzilla: Planet of the Monsters“ schon sehr überzeugt, die Umsetzung war dann teilweise noch etwas holperig. Der Animationsstil ist klassisch Anime, die Action ist manchmal etwas wirr und nicht unbedingt so aufregend wie sie hätte sein können. Da ist noch ein bisschen Luft nach oben… was hoffentlich in Teil 2 dann zu sehen sein wird.

Wertung: 6 von 10 Punkten (der animierte Godzilla lieferte wirklich spannende neue Ansätze, die nicht voll genutzt werden)

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