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TGIF III: Affe vs. Echse

1. Februar 2019

Es gibt über 30 Filme rund um meinen neugewonnenen atomar verseuchten Echsen-Freund Godzilla. Die werde ich nicht alle gucken können, auch wenn der Zwangsneurotiker in mir das nur schwer verkraften kann. Aber ich denke mal, die kleine Auswahl, die ich durch meine Sammler-Box habe, sollte reichen. Dachte ich zumindest… doch die Box macht ja nach „Godzilla kehrt zurück“ einen enormen Sprung und fährt nach dem zweiten Godzilla-Abenteuer mit den Filmen aus den 90er Jahren fort. Das kann und will ich so nicht hinnehmen, wir reden hier immerhin von 17 Filmen, die die 60er, 70er und 80er Jahre abdecken. Meine Neugier ist dann doch zu groß gewesen und ich habe mir jetzt drei Filme aus den 60ern besorgt… und den Anfang mache ich da mit dem direkten dritten Teil: „King Kong vs. Godzilla“.

Nachdem Godzilla ja im zweiten Teil von den Japanern in Eis eingefangen wurde, scheint alles ruhig zu sein… wären da nicht die Amerikaner, die mit ihrem U-Boot einen Eisberg zerstören. Den Eisberg, in dem Godzilla Jahre lang gefangen war. Aber als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, sorgt ein zweites Monster in Japan für Aufsehen. Weil das Pharmazie-Unternehmen Pacific Pharmaceuticals die Einschaltquoten ihrer Fernsehsendung wieder steigern wollen, schickt man zwei Mitarbeiter auf eine geheimnisvolle Südsee-Insel, auf der ein riesiger Affe als Gottheit angebetet wird. Klingt vertraut? Ist auch vollkommen so gewollt: Das japanische Team fängt King Kong ein und bringt ihn nach Japan, wo er sich befreien kann… und schon bald auf Godzilla trifft.

Das Zusammentreffen zweier Ikonen, das wir ja 2020 mit „Godzilla vs. Kong“ ebenfalls auf der Leinwand sehen werden können. Doch leider ist dieses Treffen aus dem Jahr 1962 nicht so spektakulär… und wenn ich ganz ehrlich sein soll, ein ziemlich früher Tiefpunkt der Reihe. Natürlich konnte man schon „Godzilla kehrt zurück“ vorwerfen, dass es da an einem ordentlichen Konzept gemangelt hat. Jedoch im Vergleich zu „King Kong vs. Godzilla“ ist Teil 2 ein kleines Meisterwerk. Immerhin haben uns die Macher da noch einen ordentlichen Monsterkampf geboten. Teil 3 ist da einfach nur eine Katastrophe.

Das fängt schon damit an, dass die Tonalität extrem merkwürdig ist. Der ganze King-Kong-Teil ist erstmal eine Art Remake der Original-Geschichte – nur eben auf japanisch. Die ist dann auch recht albern, vor allem weil die Leute aus dem Pharmazie-Unternehmen einfach nur merkwürdige Gestalten sind, die einfach viel zu albern geschrieben sind (ganz besonders der Chef). Dazu kommt auch einfach, dass King Kong selbst für 60er Jahre einfach nur verdammt beschissen aussieht. Da hat irgendjemand einen dreckigen Fetzen zu einem halbwegs tragbaren Affenkostüm zusammengeschneidert und fertig ist der Monster-Affe. Der ist leider eine ziemliche Beleidigung für jeden Affen und dann auch irgendwie kein so cooler Gegner für Godzilla.

Mit einem ordentlichen Monsterkampf hätte man mich ja beruhigen können, aber was „King Kong vs. Godzilla“ abliefert, ist peinlich, um es noch milde auszudrücken. Kong wirft ein paar Steinchen, Godzilla flattert neuerdings merkwürdig mit seinen Armen. So hopsen die ein wenig vor sich hin und her. Irgendwann wird Kong dann noch vom Blitz getroffen und kann ein paar Stromschläge verteilen – und das war’s. Die Frage, welches Monster nun stärker ist, wird – um beiden Monstern nicht zu schaden – zwar ständig gestellt, aber am Ende nie beantwortet.

„King Kong vs. Godzilla“ ist wirklich langweilig, extrem albern und ein bisschen zum Fremdschämen. Effekte gingen doch vorher auch so viel besser, warum wurde das jetzt nicht weiter genutzt??? Ich hoffe, das Ganze wird 2020 dann doch etwas besser aussehen. Die 60er Jahre-Version ist auf jeden Fall nicht zu empfehlen, es sei denn, man mag es wirklich extrem, extrem, extrem trashig und albern. Dann kann man dem Film vielleicht noch was abgewinnen.

Wertung: 2 von 10 Punkten (das Treffen der Kult-Monster ist unterirdisch)

3 Kommentare leave one →
  1. 1. Februar 2019 22:23

    Au weia, da hast du aber gleich mächtig danebengegriffen. Das ist nun wirklich einer der absoluten Tiefpunkte der 1960er-Jahre Godzialla-Filme. Also, ich hätte King Kong nicht schlechter spielen können. Das ist wirklich lächerlich.
    Du sprichst von Effekten. Welche Effekte denn bitte? Das macht jede Kindergarten-Laienspielgruppe besser. Aber tröste dich damit, dass es nicht noch weiter nach unten geht.

    • donpozuelo permalink*
      2. Februar 2019 08:49

      Ein feuchter Pelzmantel hätte King Kong besser spielen können. Das war wirklich absolut gruselig. Da haben sich die Macher damals ja echt einfach darauf ausgeruht, zwei Kultmonster in einem Film zu haben. Was ja leider auch finanziell gut für die funktioniert hat.

      Gut, dass du sagst, es kann nicht schlimmer werden. Da bin ich ein wenig beruhigter. 😀

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