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Transformierte Hummel

19. Dezember 2018

Okay, ich sage es gleich zu Beginn, weil ich selbst nicht so ganz glauben kann, dass ich es überhaupt sagen werden: „Meine Damen und Herren, wir haben es geschafft. Es gibt endlich einen vernünftigen Transformers-Film!“ So, da habt ihr es! Glaubt ihr nicht, oder? Ich habe es auch nicht für möglich gehalten, aber es ist wirklich so. Michael Bay ist raus, herein kam „Kubo“-Regisseur Travis Knight und schenkt uns endlich einen Transformers-Film, den man tatsächlich weiter empfehlen kann: „Bumblebee“!!!

Der junge Bumblebee (Dylan O’Brien) wird während des Krieges auf Cybertron zur Erde geschickt, um dort einen Außenposten für die Autobots aufzubauen und den Planeten zu beschützen. Dort landet er im Jahr 1987, wo die junge Charlie (Hailee Steinfeld) sich um ihn kümmert. So finden sich zwei Ausgestoßene und Allein-Gelassene (Bumblebee ist so weit von Zuhause weg und Charlie muss mit dem Tod ihres Vaters klarkommen – und der Tatsache, dass ihre Mutter schon einen neuen Freund hat) und helfen einander. Doch dann kommen böse Decepticons und das Militär unter der Führung von Agent Jack Burns (John Cena).

Jupp, die 80ies-Welle schwappt jetzt also auch auf die Transformers über. Davon mag man nun halten, was man will, aber allein die Tatsache, dass der Soundtrack zu „Bumblebee“ voll mit alten 80er Pop-Songs und vor allem „The Smiths“ ist, spricht für mich schon einmal für den Film.

Doch zum Glück kann „Bumblebee“ noch so viel mehr. Der Anfang liefert uns erst einmal eine coole Schlacht auf Cybertron, einen Ort, den die bisherigen Filme nie so richtig thematisiert haben. Es war schon cool, den Planeten der Transformers mal zu sehen, wenn auch nur kurz. Letztendlich hatte ich aber auch das Gefühl, dieser „Prolog“ und das große Finale von „Bumblebee“, in dem sich dann Transformers wieder gekonnt auf die Metall-Fresse hauen, ist nur dafür da, um die alten Transformers-Fans zufrieden zu stellen. Anfang und Ende von „Bumblebee“ sind nämlich das, warum „Transformers“-Fans ins Kino gehen: großes Knall, großes Bumm und Roboter, die Knall-Bumm machen.

Der Rest (also alles zwischen Anfang und Ende) könnte dem „normalen“ Fan vielleicht nicht unbedingt gefallen… weswegen es mir wahrscheinlich so gut gefallen hat. Denn hier zeigt sich mal, dass ein Charakter getriebener Plot doch sehr viel besser funktioniert als einer, der sich nur von Action zu Action hangelt. Travis Knight liefert uns mit „Bumblebee“ nämlich eine furchtbar schöne Hommage an „Der Gigant aus dem All“ – vermischt mit Elementen aus „E.T. – Der Außerirdische“ und „Wall-E“.

Knight erschafft mit diesem großen Transformer einen tollen, naiven, aber auch tapferen Charakter, der gerne „Breakfast Club“ guckt und „The Smiths“ nicht mag. Knights Bumblebee ist ein sympathischer Riese mit Herz. Er wirkt wirklich wie der Gigant aus dem All. Und dann sind es auch genau die Momente zwischen Bumblebee und Charlie, die einfach nur toll sind. Hailee Steinfeld ist der perfekte Gegenpart zum CGI-Roboter. Sie ist nachvollziehbar, clever – nicht so ein simpler Shia LaBeouf Sam. Steinfelds Charlie ist eins dieser coolen 80er-Film-Kids, die halt einfach cool sind. Das alles verpackt „Bumblebee“ zu einer schönen Geschichte um Freundschaft. „Bumblebee“ ist eigentlich ein Coming-of-Age-Film – getarnt als Transformers-Film. Und wenn der Tranformers-Teil am Ende nicht so extrem Überhand nehmen würde, wäre dieser Film ein perfektes Remake zu „Der Gigant aus dem All“.

Aber Action darf nicht fehlen… was schade ist. Beschweren will ich mich trotzdem nicht. Immerhin ist es ein Transformers-Film, den ich tatsächlich weiterempfehlen kann. Und nein, die Hölle ist (meines Wissens nach) noch nicht zugefroren!

Wertung: 7 von 10 Punkten (Transformers werden ohne Michael Bay scheinbar richtig gut)

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