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Filmreise Etappe #42: Nach Hause telefonieren

7. August 2020

Auf der Konzertreise komme ich nun im Jahr 1982 an, lande bei dem großartigen John Williams, der für seine Musik zu Steven Spielbergs „E.T. – Der Außerirdische“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Das gibt mir die Möglichkeit, diesen Film endlich mal wieder zu schauen… denn ich muss gestehen, viel Nostalgie verbindet mich mit dem kleinen Außerirdischen nicht. Ich habe den ein einziges Mal gesehen… irgendwann als ich noch jünger (viel, viel jünger) war. Jetzt für diese Reise schaue ich ihn ein zweites Mal. Ich weiß, ich weiß… ein Skandal. Ist es wirklich, denn Spielbergs Science-Fiction-Märchen ist wirklich ein toller, toller Film.

In den Wäldern von L.A. landet ein UFO. Kleine Wesen entsteigen ihm und sammeln Pflanzen, die sie in ihrem Schiff verstauen. Als auf einmal eine Gruppe Männer auftaucht, flüchten die Wesen. Eines von ihnen ist allerdings nicht schnell genug und wird zurückgelassen. Es versteckt sich in einem kleinen Schuppen und wird dort von dem jungen Elliott (Henry Thomas) entdeckt. Nach anfänglichem Schreck kümmert sich der Junge um den Außerirdischen und tauft ihn E.T. Gemeinsam mit seiner kleinen Schwester Gertie (Drew Barrymore) und seinem älteren Bruder Michael (Robert MacNaughton) will Elliott E.T. helfen, nach Hause zu telefonieren.

Wenn John Williams Filmmusik macht, ist das immer ein Ereignis. Seine „Star Wars“-Musik hat ihn schon früh unsterblich gemacht, seine Musik zu „Der weiße Hai“ ist für mich immer noch eine der besten Horror-Melodien aller Zeiten und seine musikalische Untermalung der „Indiana Jones“-Filme war die Musik meiner Kindheit (noch mehr als „Star Wars“). Williams hat auch „E.T.“ einen wunderbaren Soundtrack geschenkt. Zusammen mit Spielbergs märchenhafter Erzählung ist hier Gänsehaut garantiert. Kein anderer kann orchestrale Klänge so episch erklingen lassen, wenn Kinder mit Fahrrädern plötzlich durch die Luft fliegen. Ich glaube, dass dieser Film ohne die geniale musikalische Palette nicht ansatzweise so stark sein würde. „E.T.“ lebt förmlich von seinem Soundtrack, der alles malerisch perfekt unterstreicht.

Natürlich ist die Geschichte selbst auch toll. Was für mich vor allem sehr an den Kinderdarstellern liegt, die – lange vor Zeiten von „Stranger Things“ – einfach wirklich natürlich wirken. Das sind wirklich Kinder. Ich bin immer noch ein bisschen perplex, dass der kleine Henry Thomas der Papa in „The Haunting of Hill House“ ist. Das habe ich während der Serie nie gecheckt. Aber gerade durch Thomas lebt dieser Film einfach. Aber auch Drew Barrymore ist großartig… wenn ihr da am Ende die dicken Kullertränen das Gesicht runterlaufen, weil E.T. in Gefahr ist, konnte ich nicht mehr. Das war zu viel.

Überhaupt ist dieser Film eine wilde Achterbahn-Fahrt der Gefühle. Der Film nimmt sein Publikum ernst und beschönigt nichts. Es gibt lustige Passagen (E.T. der sich betrinkt ist immer noch ein Klassiker), traurige Passagen (die Hintergrundgeschichte der Familie, Elliotts Verbindung zu E.T. – zwei einsame Seelen, die sich getroffen haben), spannende Passagen (Verfolgungsjagden auf BMX-Rädern, unheimliche Männer, die E.T. jagen). Dieser Film hat wirklich ein großes Spektrum und Spielberg erweist sich hier einmal mehr als großartiger Geschichtenerzähler.

Ein bisschen witzig, vielleicht eher absurd-witzig, finde ich die Tatsache, dass George Lucas aus einer Szene gleich wieder mehr gemacht hat. In der Halloween-Sequenz stoppt E.T., als ein Kind im Yoda-Kostüm an ihm vorbei läuft. Offensichtlich kennen sich die zwei… das hat Lucas dann in „Star Wars – Die Dunkle Bedrohung“ mal gleich bestätigt und E.T.s Kollegen in den Senat mit eingebaut. Damit steht fest, „E.T.“ und „Star Wars“ gehören zusammen (nach dem ganzen Star-Wars-Merchandise im Film auch nicht zu verwunderlich).

„E.T. – Der Außerirdische“ ist ein toller, toller Film, dem man sein Alter nicht anmerkt, der immer noch ergreifend und spannend ist und der immer noch einen der tollsten Soundtracks überhaupt hat.

Wertung: 9 von 10 Punkten (ein tolles Märchen für Groß und Klein)

8 Kommentare leave one →
  1. 7. August 2020 15:45

    Oh, den liebe ich ja. Plane ich fest für einen Familienfilmabend im Herbst ein… 🙂

    • donpozuelo permalink*
      7. August 2020 17:57

      Guter Halloween-Film 😅😅😅 Mit Yoda und E.T. 😁

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