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Wir sind nicht allein!

15. April 2011

Sind wir nicht! Wie hat es schon Jodie Foster in „Contact“ so passend beschrieben: „Es wäre eine furchtbare Raumverschwendung, wenn wir die einzigen Lebewesen wären!“ Und mit dieser Antwort konnte gerade ich als „X-Files“-Nerd immer sehr gut leben. Die X-Akten haben mein jugendliches Nerd-Sein stark geprägt: Ich habe das alles abgöttisch geliebt, hab mir Bücher über UFOs, Monster und Geister gekauft – und sie auch tatsächlich alle gelesen. Ich hatte das „I Want To Believe“-Poster jahrelang an meiner Wand hängen, und auch wenn es dort nicht mehr hängt, möchte ich doch noch immer glauben. Wir sind nicht allein! Irgendwo da draußen gibt es sie ganz, ganz bestimmt.

Nur sind wir uns immer noch nicht ganz klar, ob wir sie nun treffen wollen oder nicht. Es gibt die guten Aliens und die bösen. Tja, und jetzt endlich haben wir das „Mittel-Alien“ gefunden. Es ist zwar irgendwie gut, hat aber miese Manieren, kifft und flucht. Klar, die Rede ist von „Paul“. Durch einen blöden Zufall wird Pauls Flucht aus seinem US-Geheimbunker von den Nerds Graeme (Simon Pegg) und Clive (Nick Frost) gestört. Aber so eine Kleinigkeit stört den Alien (übrigens gesprochen von Seth Rogen) kein bisschen: Man fährt einfach mit den Nerds mit. Und so wird aus dem geplanten USA-Roadtrip der Engländer die Flucht vor fiesen Agenten (Jason Bateman), verrückten Vätern und dummen Hinterwäldlern. Aber eine Mission ist eine Mission, und die lautet „Paul nach Hause telefonieren“. Nein, natürlich nicht, denn Paul will richtig nach Hause.

Und vielleicht ist es schon ein wenig aufgefallen: „Paul“ zitiert Filme ohne Ende. Es gibt ganz klar die klassischen Science-Fiction-Zitate von „E.T.“ über „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ bis hin zu – na klar – „Star Wars“ (die Musik in der Bar – göttlich!!!). Aber auch vor „Blues Brothers“ oder „Indiana Jones“ macht der Film nicht halt. Einziges Manko für mich: „Akte X“ kam mir ein wenig zu kurz. Ich hatte mir ja fast einen Gastauftritt von Gillian Anderson und David Duchovny erhofft, wurde aber – was das angeht – enttäuscht. Schwamm drüber, denn schließlich geht es bei „Paul“ ja nicht um „Akte X“.

„Paul“ ist eine gelungene Buddy-Blödel-Komödie mit Tittenwitzen, Fürzen und dummen Sprüchen. Aber derber Humor ist nicht alles, was wir bekommen. Es gibt ein bisschen USA, ein paar Explosionen, Feuergefechte und natürlich auch ein oder zwei UFOs. „Paul“ hat da eigentlich für jeden was. Dabei sollte man anmerken, dass es sich bei „Paul“ (trotz Simon Pegg und Nick Frost) nicht um den lang ersehnten Abschluss der „Blood and Ice Cream“-Trilogie handelt. Es spielen zwar Pegg und Frost mit, aber 1) wird kein Cornetto-Eis im Film gegessen und 2) führte Edgar Wright nicht die Regie. Wir dürfen also weiterhin gespannt warten!

Nun muss ich zugegeben, dass ich seit „Shaun“ und „Hot Fuzz“ ein großer Fan von Simon Pegg und Nick Frost bin, aber so richtig zündet das in „Paul“ nicht. Der Film ist zwar immer noch gut, aber irgendwie fehlt bei Pegg und Frost das gewisse Etwas. Vielleicht fehlt Wright, vielleicht vermissen die beiden auch einfach ihre Heimat… vielleicht liegt es aber auch daran, dass man viele der guten Gags schon aus dem Trailer kennt, aber irgendwie hatte ich mir ein wenig mehr von „Paul“ erhofft. Vor allem weil man mehr von Pegg und Frost zusammen gewohnt ist. Die beiden geben das perfekte „Beste-Freunde-Paar“ ab, aber nach dem zehnten Schwulen-Witz, den sich der Film damit leistet, reicht es dann auch irgendwie. Das war beim ersten vielleicht noch witzig, wird dann aber zu oft wiederholt und passt einfach nicht zu den beiden. Aber gut, vielleicht nehme ich das jetzt auch zu Ernst, immerhin geht es hier nicht NUR um die beiden, es gibt ja auch noch den titelgebenden Helden Paul.

Die Tatsache, dass der im Original von Seth Rogen gesprochen wird, hat mich nun nicht sonderlich beeindruckt. Dennoch muss ich sagen, fand ich Paul als Figur echt gelungen. Die Animation war echt gut gemacht und nach einer Weile blendet man das sogar ganz aus und konzentriert sich einfach nur noch auf diesen kleinen Typ mit derbem Humor.

„Paul“ ist eine gute Komödie, für mich aber kein vollwertiger Pegg-Frost-Film. In dieser Flucht durch die USA müssen sich die beiden Briten hin und wieder hinten anstellen und kommen so nicht dazu, uns ihr volles Potenzial zeigen zu können. Trotzdem macht „Paul“ Laune – dank zahlreicher Film-Zitate und dem skurrilen Paul selbst.

Wertung: 7 von 10 Punkten (wir sind nicht allein und mit einer Type wie „Paul“ ist das auch vollkommen in Ordnung)

7 Kommentare leave one →
  1. 15. April 2011 10:27

    Ich dachte beim Titel eher an Battle LA…von dem hätte ich auch noch gern deine Meinung. UND ZWAR SOFORT.

    • donpozuelo permalink*
      15. April 2011 14:23

      Ja, mein Herr und Gebieter. Verzeih, dass ich es erst ruhig angehen wollte. 😉

  2. 15. April 2011 11:00

    Ok, mit 7/10 kann ich leben, hatte auch nicht mehr erwartet (erhofft schon). Dann werde ich mir mal einen Termin ausgucken, wann ich den sehe.
    In der deutschen Synchro soll Bela B. Paul sprechen und das ziemlich schlecht. Mal sehen welche Version ich mir antue.

    • donpozuelo permalink*
      15. April 2011 14:24

      😀 Den kann man schon sehen, nur tatsächlich nicht zu viel erwarten. Wenn du allerdings die Wahl hast, würde ich das Original empfehlen. Nur wegen Bela B. sollte man nicht auf Pegg und Frost mit britischem Akzent verzichten. 😉

  3. 15. April 2011 18:18

    Gelungen fand ich ja auch die subtilen aber trotzdem nicht zu übersehenden Kritiken an dem in Amerika stark präsenten Kreationismus „may god be with you – Yeah yeah whatever“ kommt wohl wahrscheinlich auch durch den Einfluss der beiden Engländer.

    • donpozuelo permalink*
      16. April 2011 17:02

      Das ist wohl tatsächlich so: Die alte Welt trifft auf die neue Welt. Witzig war’s aber trotzdem… 😀

  4. 16. April 2011 19:05

    Absolut ich sag nur „Three tits?…Awesome!“

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