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Mögen die Klone mit Euch sein!

12. Dezember 2015

Es geht fröhlich weiter mit „Star Wars“… obwohl sich die Fröhlichkeit beim zweiten Teil der Prequels schon arg, arg in Grenzen hält. Und man fragt sich natürlich immer wieder, wie das sein kann. Wie kann ein George Lucas, der uns mit der alten Trilogie so viel Freude bereitet hat, mit seinen neuen Filmen so in die Toilette greifen? Aber vielleicht liegt es einfach daran, dass Lucas bei den neuen Filmen die komplette Kontrolle bei sich behalten hat – sowohl beim Drehbuch als auch in der Regie. Bei den alten Filmen war er so frei und gab Drehbuch und Regie der letzten beiden Filme an jemand anderen – und es war großartig. Nach dem mehr als mäßigen Anfang der Prequels wäre das vielleicht auch eine clevere Entscheidung gewesen, aber nein… und so quält man sich schon sehr durch „Star Wars – Angriff der Klonkrieger“.

Es sind zehn Jahre ins Land gegangen (oder auch durch die Galaxie, je nachdem, wie man das in Weltraum-Sprech so sagt): aus dem kleinen Anakin ist der etwas größere Anakin Skywalker (Hayden Christensen) geworden. Der wird nach einem heimtückischen Anschlag auf Senatorin Amidala (Natalie Portman) damit beauftragt, die Senatorin zu schützen. Was er auch tut, nur verliebt er sich dabei in sie und sie beginnen ihre verbotene Liebe. Währenddessen sucht Obi-Wan (Ewan McGregor) den Attentäter und findet dabei eine riesige Klon-Armee… der Krieg rückt nun immer näher und näher.

Star Boobs und jede Menge Sand

Bei „Angriff der Klonkrieger“ weiß ich wirklich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht beim einzig wahren Positiven – und das ist irgendwie nach wie vor die Musik von John Williams. Wie schon im ersten Teil „schummelt“ er immer wieder gekonnt die uns so vertrauten musikalischen Themen in diese neuen Versionen, um kleine Hinweise auf die Zukunft von Anakin und Co. zu geben. Das sind dann die wahren Momente der Freude, die man noch in diesem Film verspürt. Wie es sich für Prequels gehört, dürfen wir dann auch im zweiten Teil einen neuen Bekannten treffen – dieses Mal ist es der Junge, der später zu Kopfgeld-Jäger Boba Fett wird. Und wir erfahren, dass die Klon-Armee aus den Klonen seines Vaters besteht – so richtig überwältigend ist das aber nicht…

Was daran liegt, dass sich die Handlung extrem in die Länge zieht. Lucas versucht eigentlich, drei Handlungsstränge in einem Film zu verknüpfen: Obi-Wans Suche, Anakins Liebe und der allgemeine Teil mit dem ganzen Rest. Aber George Lucas beweist mit diesem Film irgendwie eher seine Unfähigkeit, das alles spannend zu verbinden.

Obi-Wans Suche ist eigentlich wirklich keine große Suche, genauso wenig wie Anakins Liebe wirklich eine große Liebe ist. Nichts wirkt holpriger als die Annäherungen zwischen ihm und Padme – da war selbst in der Beziehung zwischen Neo und Trinity in „Matrix“ mehr Gefühl drin. Nicht viel, aber mehr… Lucas kann mit diesem Liebesgedusel überhaupt nicht umgehen, konzentriert aber gefühlt die Hälfte des Films darauf – und sorgt zusätzlich für peinliche Lacher mit Sätzen wie diesem: „I don’t like sand. It’s coarse and rough and irritating and it gets everywhere. Not like here. Here everything is soft and smooth.“ Stimmt schon, was Anakin über Sand sagt, aber trotzdem… Liebesgesäusel sollte schon ein bisschen anders klingen.

Zwischen dem Liebestralala, das man wirklich nicht anders nennen kann, gibt’s einen Moment, der uns dann deutlich machen soll, das Anakin irgendwann mal richtig böse wird. Die Rache am Tod seiner Mutter ist zumindest ein etwas stärker Hinweis auf die dunkle Zukunft, die den jungen Skywalker erwartet, aber auch „Angriff der Klonkrieger“ tut sich schwer damit, ihn zur Geltung zu bringen. Was zwei Gründe hat, meiner Meinung nach:

Zum einen ist es einfach Hayden Christensen. Der Junge ist das männliche Äquivalent zu Kristen Stewart in „Twilight“. Christensen kann seine schwere Bürde einfach nicht tragen, er ist nicht in der Lage, mal ein bisschen Gefühl in seinem Gesicht zu zeigen, sondern hat auch nur den Hundeblick und den „Ich muss gleich aufs Klo“-Blick, wenn er mal ein bisschen böser guckt. Diesem Mann kauft man seine große Macht und seine Zukunft einfach nicht ab (und einmal mehr fragt man sich auch, was die gute Natalie Portman dazu bewegt hat, in diesen Filmen mitzumachen… denn sie kann es doch nun wirklich besser!).

Zum anderen ist es auch einfach mal wieder die Fülle an Zeug, mit dem Lucas uns überschüttet. Erst gibt’s ne wilde Mischung aus „Blade Runner“ und „Das Fünfte Element“, wenn Obi-Wan und Anakin den Attentäter verfolgen, danach gibt’s Liebe auf der einen und Klonen-Krieger auf der anderen Seite, nur damit das Ganze in einem merkwürdigen Gladiatoren-Kampf a la „John Carter“ endet – inklusive merkwürdiger Monster und einem immer kleiner werdenden Top von Ms. Portman! Selbst ein Christopher Lee als neuer Gegner Count Dooku kann das alles nicht retten, sondern muss sich sogar noch einem kleinen Gummi-Ball namens Yoda stellen – in einem der irrsinnigsten Kämpfe der neuen Trilogie – und die Betonung liegt auf dem „irr“!!!

Konnte man den ersten Teil vielleicht noch halbwegs gut finden, wird das mit „Angriff der Klonkrieger“ schon sehr viel schwieriger. Die Story springt hin und her zwischen Episoden, die nicht wirklich gut sind. Hauptsache, Lucas ballert uns mit CGI-Effekten en masse zu, damit wir vielleicht abgelenkt sind. Vom Zauber der alten Reihe ist hier schon lange keine Spur mehr!!!

Wertung: 2 von 10 Punkten (die Klone haben gesprochen)

P.S.: Immerhin verzichtet Lucas größtenteils auf Jar-Jar Binks, obwohl ich den fast lieber gehabt hätte als die Weisheiten über Sand!

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13 Kommentare leave one →
  1. 12. Dezember 2015 09:14

    Ich habe rein gar nichts zu ergänzen.Diese Kritik bekommt von mir 10/10 😀

    • donpozuelo permalink*
      12. Dezember 2015 13:04

      Danke, danke. Das freut mich. 🙂

  2. 12. Dezember 2015 09:16

    „Verloren einen Planeten Meister Obi-Wan hat. Wie peinlich.“
    (Wenn das Sandzitat schon im Text auftaucht.) ^^

    • donpozuelo permalink*
      12. Dezember 2015 13:07

      Um das Sand-Zitat kommt man aber auch nicht herum. Das ist wichtig für diesen Film 😉

  3. 12. Dezember 2015 12:33

    In meiner Erinnerung ist der besser als Phantom Menace, aber das ist eben auch schon fast 15 Jahre her… 😉

    • donpozuelo permalink*
      12. Dezember 2015 13:05

      Haha… ja, ging mir irgendwie ähnlich. Aber die Erinnerung kann täuschen.

  4. 12. Dezember 2015 13:20

    Der Vergleich von Hayden Christensen mit Kristen Stewart mag stimmen. Nur das Ms. Stewart in anderen Filmen, fernab von „Twilight“, durchaus gezeigt hat, das sie was kann. Mr. Christensen dagegen eher nicht.

    • donpozuelo permalink*
      12. Dezember 2015 14:24

      Das stimmt. Christensen hat ja wirklich nicht mehr groß irgendwas nach diesen Filmen hier gemacht.

  5. 13. Dezember 2015 12:39

    Der Beste der Prequels. Mehr Obi-Wan, weniger Jar Jar, keine dummen Kinder. Ansonsten eben dieselben Fehler wie im Vorgänger aber dennoch nicht so viele wie im Nachfolger. Unterm Strich sind alle drei Teile Vollkatastrophen – vielleicht kommt da ab Donnerstag noch eine dazu.

    • donpozuelo permalink*
      13. Dezember 2015 14:42

      Ich find’s super, wie wir uns in 99 Prozent aller Fälle nie einig sind. 😀 Aber das gehört wohl dazu.

Trackbacks

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