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Möge die Rache mit Euch sein!

13. Dezember 2015

Eine etwas harte Überschrift, aber sie passt, wenn wir uns über „Star Wars – Die Rache der Sith“ unterhalten. In einer ungewollten Saga, die uns ungewollt die eigentlich schon bekannte Vorgeschichte zu Darth Vader erzählt, ist „Die Rache der Sith“ tatsächlich endlich mal halbwegs ein interessantes Prequel, was aber auch nur daran liegt, dass der gute George Lucas sich endlich mal um die eigentliche Hauptfigur der Prequels kümmert. In „Die Dunkle Bedrohung“ und „Angriff der Klonkrieger“ war Anakin mehr Nebenplot, um uns geichzeitig auch noch ein paar andere, leider eher uninteressante Geschichten zu erzählen. In „Die Rache der Sith“ bekommen wir nun wirklich die Ursprünge des Darth Vader erzählt.

Der Krieg in der Galaxie ist im vollen Gange. Die Klonenkrieger des Senats kämpfen gegen die Androiden des Count Dooku (Christopher Lee). Anakin Skywalker (Hayden Christensen) fühlt sich mehr und mehr von den Jedi ausgeschlossen, weswegen er eine stärkere Bindung zu Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) pflegt – ein großer Fehler, denn Palpatine ist in Wirklichkeit ein dunkler Sith Lord, der den Senat stürzt, das Imperium ausruft, so zu unserem bekannten Imperator wird und Anakin zu seinem neuen Schüler Darth Vader macht. Aber warum lässt sich Anakin so sehr zur dunklen Seite verführen? Nicht nur, weil er sich allein gelassen fühlt, sondern auch, weil er Visionen von Padmes (Natalie Portman) Tod hat. In seinen Träumen sieht er sie bei der Geburt ihres gemeinsamen Kindes sterben, doch die dunkle Seite der Macht scheint eine Rettung zu bieten.

Wenn er jetzt noch in der Sonne glitzert, habe ich was für ihn…

„Die Rache der Sith“ ist für mich, wie schon erwähnt, der erträglichste Film der Prequels, weil er tatsächlich endlich mal ein bisschen was von Interesse erzählt. Gut, ich gestehe, dass der ganze Politik-Kram aus den ersten beiden Filmen jetzt logischer wirkt, weil man besser versteht, warum es Separatisten gibt, was die Föderation ist, warum der Senat so kaputt ist und wie es der Kanzler schafft, sich seine Macht zu erschleichen. In diesem Sinne sind die Prequels dann auch spannend, weil sie uns genau zeigen, wie es zum Aufkommen des Imperiums kam. Und vielleicht war es auch George Lucas‘ Intention uns das alles bis ins letzte Detail deutlich zu machen, weswegen er das halt so gestreckt hat. Doch letztendlich hätten auch die Erklärungen aus „Die Rache der Sith“ gereicht. Schließlich wird das Ganze hier ein bisschen flotter erzählt und ohne das man dabei Gefahr läuft, einzuschlafen.

Dazu kommt halt endlich mal eine vernünftige Anakin-Skywalker-Geschichte, die richtig gut hätte sein können, wenn man statt Hayden Christensen einen fähigen Schauspieler gehabt hätte. Denn Mr. „Ich habe zwei Gesichtsausdrücke, das muss reichen“ schafft es nie, uns wirklich an seinem Schmerz, an seiner Wut, an seiner Verzweiflung teilhaben zu lassen. Er wirkt selbst hier noch wie ein kleiner, dummer, trotziger Junge – was aber, wenn man es sich genau überlegt – ungewollt gewollt zu sein scheint. Denn nur so ein Bubi könnte sich von einem charismatischen Führer verleiten lassen. Dazu kommen ja noch seine noblen Gründe, die Frau zu retten, die er liebt – und fast schon könnte man Mitleid mit diesem armen Anakin Skywalker haben. Aber auch nur fast, denn letztendlich wird er zu einer kranken Tötungsmaschine, die selbst kleine Kinder gnadenlos tötet. Wenn Lucas da wenigstens noch ein bisschen Zögern, ein bisschen mehr Palpatine als Bösewicht in den Vordergrund gestellt hätte, hätte Anakin zu einer wahrhaft tragischen Figur werden können. So lässt er sich dann doch zu einfach, zu schnell von der dunklen Seite der Macht, Verzeihung, von den bösen Midi-Chlorianern, verführen. Ein bisschen subtiler hätte es dann vielleicht doch sein können.

Trotzdem ist gerade die letzte halbe Stunde von „Die Rache der Sith“ wirklich sehenswert, weil es Lucas das erste Mal in der gesamten Prequel-Trilogie gelingt, ein bisschen Gefühl aufzubringen. Die Jagd auf die Jedi führt uns dabei nicht nur an die exotischsten Orte der Galaxie, sondern rührt uns auch wegen der Hoffnungslosigkeit. Wir sehen mit zu, wie die Demokratie in der Galaxie stirbt und mit ihr, die einzigen, die sie retten wollten. Wir sehen die Kaltblütigkeit dieses neuen Imperiums und erschauern vor dessen Gewalt. Und dann sehen wir endlich auch den Moment, auf den wir laut George Lucas alle gewartet haben: Anakin Skywalker wird nach einem langen Kampf gegen seinen einstigen Freund Obi-Wan so schwer verletzt, dass er nur noch mit Hilfe einer neuen Rüstung überleben kann. Und wenn dann das erste Mal das bekannte Schnaufen erklingt, verbunden mit Padmes Schrei, während sie Luke und Leia das Leben schenkt, dann hat man das Gefühl, dass Lucas alles nur auf diesen Moment vorbereitet hat… diese Momente sind perfekt, doch der Weg dahin war schwer und lang.

Aber es ist endlich geschafft… die Prequels sind vorbei! Den Midi-Chlorianer sei Dank! Denn Lucas reiht seine Prequels in die Reihe unnötiger Prequels der Filmgeschichte ein. Kein Mensch brauchte das, erfahren wir doch aus den alten Filmen das Nötigste, um alles Wichtige zu verstehen. Egal… vergessen wir jetzt die Prequels! Lange lebe die Original-Trilogie!!!

Wertung: 5 von 10 Punkten (die Rache hat für wahr gesprochen)

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8 Kommentare leave one →
  1. 13. Dezember 2015 11:47

    Auch wenn die Qualität der Trilogie nicht stimmt, empfinde ich sie allles andere als unnötig.
    Das Ende der Republik, der Aufstieg des Imperiums, die Klonkriege, Anakins Fall, Obi-Wans Leben, das Ende des Jedi-Ordens. Die Geschichte bietet so viel interessante Themen und das Star Wars Universum ist so gross. Lucas wollte die Familiengeschichte der Skywalkers ja schon immer erzählen. Dramaturgisch finde ich Anakins Geschichte in dieser Form sogar besser, man sieht das Kind und weiss was passieren wird. Der Weg ist das Ziel.

    • donpozuelo permalink*
      13. Dezember 2015 14:44

      Das mag wohl sein… und es stimmt, wenn die Dinger gut gewesen wären, dann würde man sie sicherlich auch mehr zu schätzen wissen. So ist aus einer interessanten Idee eine traurige Trilogie geworden, bei der sich so viele Menschen wünschen, sie wäre nie geschehen. Und das macht sie dann leider unnötig für mich 😀

  2. 13. Dezember 2015 11:55

    Die Prequel Trilogie ist bei mir fast gar nicht mehr präsent. Ich weiß nur noch, dass ich diesen Teil auch am Besten fand – und ich McGregor noch nie so uninteressant gesehen habe wie in Star Wars. Aber vom Inhalt habe ich fast keine Ahnung mehr.

    • donpozuelo permalink*
      13. Dezember 2015 14:45

      😀 So ging’s mir halt bis vor einer Woche auch noch. Und ja, Ewan McGregor hat hier wirklich nicht glänzen können – was irgendwie schon fast eine anerkennenswürdige Leistung von George Lucas ist. Sonst ist McGregor eigentlich immer sehr sehenswert.

  3. 13. Dezember 2015 12:06

    Ich sehe es ähnlich wie die Quadrataugenrunde. Prinzipiell waren die Prequels auf jeden Fall interessant. Nur leider schlecht erzählt. Im Fall der Episode III bin sogar der Meinung, dass es sich um einen richtigen guten Film handelt. Demnach würde ich ihm deutlich mehr als die 5 Punkte geben.

    • donpozuelo permalink*
      13. Dezember 2015 14:46

      Naja, richtig gut würde ich ihn nun wirklich nennen, aber vom Gesamteindruck her ist es schon der Beste der Prequels.

Trackbacks

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