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The Power of Love

14. September 2018

Mir ist letztens aufgefallen, dass ich mir kaum noch DVDs oder Blu-rays kaufe. Die letzte Blu-ray, die ich mir gekauft habe, war tatsächlich „The Last Jedi“, um ihn der Vollständigkeit meiner Star-Wars-Kollektion halber da zu haben (und ja, ich will ihn mir auch noch mal mit „Force Awakens“ am Stück anzugucken, um zu schauen, ob Rian Johnson nun wirklich so viel kaputt gemacht hat, wie alle behaupten). Ansonsten bin ich mittlerweile echt zu einem reinen Online-Gucker geworden und meine alte Sammlung an DVDs ist alles, was noch geblieben ist. Irgendwie ein bisschen traurig (ich habe immer die Angst, dass wir irgendwann einfach gar nichts mehr in unseren Wohnungen haben werden, weil alles online abläuft). So… aber wie komme ich jetzt darauf, den gekauften DVDs nachzuweinen? Ich habe letztens einen Film geguckt, der mein erster Film auf Video-Kassette war (die ich mir dann auch noch selbst gekauft habe)… und diese Ehre gebührt Luc Besson und seinem Sci-Fi-Abenteuer „Das fünfte Element“.

Im Jahr 2263 beginnt ein Kampf gegen das Böse, auf den sich eine kleine Gruppe schon seit 1914 auf der Erde vorbereitet hat. Diese Gruppe bewacht die ultimative Waffe gegen das Böse. Auf dem Weg zur Erde wird das Raumschiff mit der Waffe aber von den Schergen des fiesen Zorg (Gary Oldman) abgeschossen. Nur ein Teil wird geborgen – und daraus entsteht das perfekte Wesen, die perfekte Waffe – in Form von Leeloo (Milla Jovovich). Doch Leeloo braucht Hilfe – und die bekommt sie ausgerechnet vom einstigen Elitesoldaten und jetzigem Taxi-Fahrer Korben Dallas (Bruce Willis).

Multi-Pass

„Das fünfte Element“ ist für mich nach wie vor ein absolutes Erlebnis. Da hängt viel Nostalgie dran, da hängt heute die Faszination dran, dass es wirklich noch eine Zeit gab, in der Bruce Willis so etwas wie Haare auf dem Kopf hatte. Und da hängt die Begeisterung für diese tolle Science-Fiction-Welt dran, die Luc Besson mit diesem Film erschaffen hat. Besson hat ja mit „Valerian“ vor kurzem noch einmal versucht, an diesen Film heranzukommen – und man spürt bei beiden Filmen, woher die Inspiration für viele Dinge kommt. Aber „Valerian“ schafft es nicht so wirklich, an „Das fünfte Element“ heranzukommen.

„Das fünfte Element“ hat zuallererst ein viel tolleres Leinwand-Pärchen. Bruce Willis ist einfach mal eine coole Socke und passt so gut in diese Rolle des etwas kaltschnäuzigen Typen, dessen Beschützerinstinkt aber von der zarten Milla Jovovich von Sekunde 1 an geweckt werden. Diese beiden brauchen sich wie sonst niemanden – und sie haben eine verdammt gute Chemie. Es ist vielleicht ein bisschen zu viel, Bruce Willis hier als Science-Fiction-JohnMcClane zu bezeichnen, aber er trägt auch in diesem Film noch diese Coolheit und diese Härte mit sich – kann aber auch immer wieder seine weiche Seite zeigen.

Dazu hat „Das fünfte Element“ mit Gary Oldman in der verrücktesten Rolle seiner Karriere auch einen sehr guten Schurken, der mich manchmal ein wenig an seinen korrupten Cop aus „Leon, der Profi“ erinnert. Oldman spielt herrlich dekadent, herrlich herablassend und selbstsicher. Ein perfekter und komplett überspitzter Schurke für diesen Film.

Natürlich sind auch die anderen Darsteller top – Ian Holm als Priester, der den Kampf gegen das Böse vorbereitet; Chris Tucker als Ruby Rhod, den grünsten Radio-Moderator der Galaxie und, und, und… Luc Besson zeigt einfach, dass World-Building nur funktioniert, wenn man die passenden Charaktere hat.

Und World-Building funktioniert super. Seine Science-Fiction-Stadt liegt irgendwo zwischen „Blade Runner“ und „Ghost in the Shell“, ist aber nie so düster und unheimlich, sondern einfach nur hektisch, grell und interessant. Irgendwie eine Stadt, die man sich mal anschauen könnte – wenn auch nur für einen kurzen Augenblick. Wohnen möchte man da nicht… obwohl ich Korbens selbstmachendes Bett immer sehr cool fand 😀 „Das fünfte Element“ ist tolles Science-Fiction-Kino. Als Kind war ich davon absolut begeistert und jetzt als Kind bin ich immer noch wahnsinnig davon begeistert. So muss ein Sci-Fi-Abenteuer einfach aussehen – Besson versteht die Optik und liefert dazu noch alles andere perfekt ab!

Luc Besson erweist sich mit „Das fünfte Element“ als toller Geschichten-Erzähler, der Action kann, Science-Fiction zelebriert und dabei trotzdem noch eine Story mit Botschaft übermitteln kann. Er liefert eindrucksvolle Szenen, tolle Musik, verrückte Kostüme und ein rührendes Finale. Ich bleibe dabei: Es schwingt zwar sehr viel Nostalgie bei diesem Film mit, aber ich liebe ihn immer noch sehr und kann ihn mir auch immer wieder anschauen.

Wertung: 10 von 10 Punkten (perfekte Sci-Fi-Unterhaltung)

5 Kommentare leave one →
  1. 14. September 2018 14:22

    Hatte jetzt mit Back to the Future gerechnet 🙂

    Als Kind war ich davon absolut begeistert und jetzt als Kind bin ich immer noch wahnsinnig davon begeistert

    Schön, dass du Kind geblieben bist 😀

    Zum Film inklusive Wertung gehe ich ansonsten d’accord.

    • donpozuelo permalink*
      14. September 2018 15:57

      Ich bin so was von Kind geblieben 😀

      Freut mich, dass wir uns bei diesem Film mal einigen können 😉

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