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Sommer für einen Schneemann

23. Juli 2014

Im Moment ist ja wohl die beste Gelegenheit, meine Bildungslücke was Disneys „Frozen“ angeht zu schließen. Was für ein Film würde sich bei dem heißen Wetter denn bitte besser eignen als einer über eine Eiskönigin und einen Schneemann, der vom Sommer träumt? Was mich dann aber doch recht erstaunt hat, während ich schwitzenderweise diesen Film geguckt habe, ist die Tatsache, wie kalt mich der Film doch gelassen hat (das Wortspiel musste jetzt einfach sein).

Ich muss ja gestehen, dass ich schon vorher „Frozen“ eher skeptisch gegenüber stand, weil ich einfach den ach so tollen und Oscar prämierten Song von Adele Dazeem „Let It Go“ einfach nicht so berauschend fand wie scheinbar alle anderen. Der Song war mir so 08-15-Pop-Hymne, den jedes x-beliebige Casting-Sternchen hätte singen können. Somit fertigte ein Song schon meine halbe Meinung zu „Frozen“ vor, noch bevor ich den Film überhaupt gesehen hatte.

Worum’s geht, muss ich ja jetzt wohl nicht mehr sagen, oder? Na gut, ich mach’s für alle, die ihn vielleicht auch noch nicht gesehen haben: Disneys erfolgreichster Film erzählt die Geschichte der Schwestern Anna und Elsa. Elsa hat die Fähigkeit, alles in Schnee und Eis zu verwandeln, was sie nur möchte. Für ihre Eltern ein Schock, weswegen die Gute ganz schnell weggesperrt wird (Professor Xavier hat sie da noch nicht finden können, sonst wäre sie bestimmt zu den X-Men gekommen). Ihre kleine Schwester Anna ist dazu verdammt, vor ihrer Tür zu lungern und zu hoffen, dass Elsa irgendwann „frei“ kommt. Was auch geschieht… Jahre später. Nur wird die Krönungszeremonie von Elsa zum Fiasko, die Gute verwandelt alles in eine riesige Eislandschaft und flieht. Nun muss Anna helfen, sie zurück zu holen.

Kneel before the snowman!!!

Es gibt genau zwei Dinge, die mir an „Frozen“ wirklich gut gefallen haben. Zum einen wäre das die Tatsache, dass sich Disney ein bisschen selbst auf die Schippe nimmt… nämlich genau dann, wenn Anna meint, in dem vermeintlich charmanten Prinz Hans ihren Prinz Charming gefunden zu haben. In jedem anderen Disney-Film wäre das wohl auch mehr oder weniger der Fall gewesen. Doch hier entrüstet sich Elsa nur entsetzt darüber, dass Anna den Typen doch kaum kenne. Wie wolle sie sich da sicher sein, dass sie ihn wirklich heiraten will. Immerhin wird Disney da ein bisschen aufgeklärter… oder es war einfach mal an der Zeit, sich ein bisschen vernünftiger zu zeigen. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass in „Frozen“ kein Platz für sowas ist… naja zumindest nicht so viel, wie in anderen Disney-Streifen. Schließlich geht’s ja mehr um die beiden Schwestern.

Und hier kommen wir dann zu Punkt Zwei, der mir ziemlich gut gefallen hat: Disney verzichtet mal auf einen offensichtlichen Bösewicht. Hier gibt’s keinen wütenden Tiger oder eine böse Hexe oder sonst irgendwas in der Art. Man möchte zwar meinen, dass Elsa diese Rolle einnimmt, aber sie tut es nicht. Ich glaube, jeder von uns würde mit Verzweiflung und Wut darauf reagieren, wenn man Ewigkeiten aus recht nichtigen Gründen eingesperrt wird. Elsa ist nicht böse… sie hat nur Angst und fühlt sich allein. Ihre Taten sind nachvollziehbar, sie handelt aus Verzweiflung. Diese Herangehensweise fand ich ziemlich gut.

Aber beim Rest des Films… ich weiß nicht… das, was Disney sonst immer so gut gemacht hat, hat für mich hier gar nicht funktioniert: Die Songs nämlich. Der Song von Schneemann Olaf, der vom Sommer träumt, war ganz nett und auch Annas Song, ob Elsa mit ihr nen Schneemann bauen will, war süß… aber so richtig herausgestochen hat da für mich keiner.

Das Gleiche gilt auch für die Nebencharaktere… am besten fand ich da immer noch Rentier Sven, der für mich irgendwie mehr Charakter hatte als der im Verlauf des Films immer nerviger werdende Schneemann Olaf. Aber gut, dafür sind die beiden Schwestern starke Charaktere, die eh so gut wie jedem hier die Show stehlen.

Ich kann nicht so richtig nachvollziehen, was die Welt so an „Frozen“ gefressen hat, dass der Film so verdammt, verdammt erfolgreich wurde. Es gibt bessere Disney-Filme und es kommen hoffentlich auch noch bessere… die vor allem auch wieder gute Songs mitliefern.

„Frozen“ werde ich sicherlich schnell wieder vergessen haben… es war nette Abendunterhaltung, aber kein richtig guter Disney-Film!

Wertung: 6 von 10 Punkten (vielleicht hat Travolta ja auch den Film gesehen und war so verwirrt, dass er bei den Oscars aus Idina Menzel Adele Dazeem macht… und da haben wir dann auch die eine Sache, die mich auf ewig an „Frozen“ erinnern wird. Danke, John!)

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15 Kommentare leave one →
  1. 23. Juli 2014 08:56

    Ich kann nicht so richtig nachvollziehen, was die Welt so an „Frozen“ gefressen hat

    Da bist du nicht alleine. Fand den Film sogar noch weniger unterhaltsam und hab bis heute nicht verstanden, warum der Held der Geschichte von Stein-Gnomen aufgezogen wurde (nachdem wir ihn zu Beginn doch mit einer menschlichen Gruppe sehen). Und die Songs sind alle sehr besch***en – auch hier stimme ich zu.

    • donpozuelo permalink*
      23. Juli 2014 09:13

      Ich fand die ganze Stein-Gnom-Nummer ein bisschen merkwürdig und albern. Zumal er ja tatsächlich ganz zum Anfang mit diesen Eisschneidern zu sehen ist. Wäre doch irgendwie einfacher gewesen, wenn die ihn aufgezogen hätten. Und über die Songs brauchen wir ja wirklich nicht sprechen… 😉

  2. luzifel permalink
    23. Juli 2014 09:11

    Der Film war ganz okay. Mehr aber auch nicht. Als Betroffener hätte ich die Eishexe nach dem Auftauen am Ende direkt mal umgenietet und verbrannt bevor sie später aus Frustration und Wut wieder ne Eiszeit auslöst..

    • donpozuelo permalink*
      23. Juli 2014 09:14

      Kannst du ja jetzt nicht machen, immerhin tauchen die Figuren ja jetzt alle in „Once Upon A Time“ auf. Disney vermarktet diesen Film jetzt ja wirklich auf jeder möglichen Ebene… da kommt bestimmt auch noch ein zweiter Teil!

  3. 23. Juli 2014 10:05

    Wat? Ich fand den Film echt knorke. Optisch ist er unter aller Sau, aber alles andere stimmt. Die Story war überraschend und angenehm erwachsen (ich meine, we’re talking Disney) und die Songs fand ich echt cool. Weisst du was? Ich hau mir jetzt gerade den OST rein. Weil du mich verärgert hast. Grummel. 😛

    • donpozuelo permalink*
      23. Juli 2014 10:21

      Oha, da habe ich wohl all meine Pluspunkte von „Wie der Wind sich hebt“ wieder aufgebraucht, was??? 😀

      Optisch war der Film nicht wirklich toll, und von der Story ging’s so. Da muss ich ganz ehrlich sagen, hat mir Vorgänger „Rapunzel“ dann doch irgendwie mehr zugesagt. Vor allem, weil’s da wenigstens ein paar Songs gab. Das lief hier extrem schief, meiner Meinung nach.

      • 24. Juli 2014 01:58

        Aber sowas von! 😛 Rapunzel habe ich nicht als Film in Erinnerung, der mir besser gefallen haben könnte als der hier. Aber ich muss ehrlich sagen, dass es auch schon ewig her ist, seit ich ihn gesehen habe. Trotzdem, auch so ein starker Film, meiner Meinung nach.

        • donpozuelo permalink*
          24. Juli 2014 09:07

          Verdammt!!! 😀

          Gut, ich gebe zu, „Rapunzel“ musste mir auch erst ein bisschen ans Herz wachsen und erst beim zweiten Mal mochte ich ihn dann mehr, aber ob diese Möglichkeit bei „Frozen“ besteht… 😀 wer weiß, wer weiß.

  4. 23. Juli 2014 18:19

    Ich sehe das ganz genauso wie du. Ich habe mir Grooooßartiges erwartet, weil ALLE so davon geschwärmt haben … und dachte am Ende nur ich hätte etwas verpasst, weil ich diese Begeisterung so gar nicht nachvollziehen konnte. Ich gehe sogar soweit dass ich sage, das ist der schlechteste Disney-Film den ich bisher gesehen habe (man muss natürlich dazu sagen, dass ich sie sonst meistens wirklich Weltklasse finde). Ich hoffe auch, da kommen noch Bessere. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      24. Juli 2014 09:01

      Danke. So ging’s mir auch. Als dann noch diese ganzen Meldungen kamen, es wäre jetzt der erfolgreichste Filme von Disney und dass sie schon große Pläne haben, dass alles noch weiter auszubauen, da musste ich mir den auch angucken. Und wurde dann halt doch enttäuscht. Wie gesagt, er ist nett, bietet flüchtige Ablenkung, aber mehr auch nicht… ich hoffe auch, dass da noch Bessere kommen.

  5. 23. Juli 2014 21:16

    Den Film mochte ich eigentlich sehr gern. Nicht so Meilensteiin-mäßig gern, aber ziemlich gern. Die Songs fand ich auch nicht so schlecht. Was ich aber ganz nervig fand, war die Optik. Ich mag diesen superplastischen, gummi-gesichtigen 3D-animierten Look gar nicht.

    • donpozuelo permalink*
      24. Juli 2014 09:04

      Ich weiß nicht, die Optik ging so, die hat mich nicht mal so sehr gestört, aber der Rest halt… vor allem die Musik. Verdammt noch eins, Disney, das könnt ihr besser!

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