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An Bord der Aeolus

17. Mai 2017

Spoiler – das große Streitthema unter Film- und Serien-Fans. Wann ist ein Spoiler ein Spoiler? Was ist überhaupt ein Spoiler? Ich hatte letztens eine Facebook-Diskussion, weil ich „verraten“ hatte, dass David Hasselhoff einen Gastauftritt in „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ hat. Mir war persönlich nicht bewusst, dass selbst das schon als Spoiler angesehen wird. Für mich war ein Spoiler immer eher etwas, das mir zu viel über die Handlung verrät, nicht unbedingt der Auftritt eines „Stars“ in einem Film. Aber gut… doch wie geht man nun mit solchen Sachen um? Ich versuche ja immer, mich mit Spoilern zurück zu halten. Ich mag es ja auch nicht, wenn mir zu viel über die Handlung verraten wird. Aber was ist, wenn selbst Trailer schon zu viel verraten wird? Darf ich das dann erwähnen? Immerhin sind Trailer ja offen für alle. Ich weiß es nicht und tue mich echt schwer.

Ich fange mal vorsichtig an: Es geht um den Film „Triangle“ mit dem wunderschönen deutschen Untertitel „Die Angst kommt in Wellen“. Darin geht es darum, dass eine Gruppe von Leuten, darunter auch die alleinerziehende Mutter Jess (Melissa George), einen Segeltörn machen. Mitten auf dem Ozean werden die Freunde von einem Sturm überrascht, der ihr Boot zum Kentern bringt. Doch dann taucht auf einmal der verlassene Kreuzer Aeolus auf… nur ist an Bord nichts so wie es scheint.

Achtung, hinter dir!

Klingt recht unspektakulär, nicht wahr? Warum gucke ich das dann? Weil es mir wärmstens von mehreren Freunden empfohlen wurde. Immer mit der Aussage, „Triangle“ ist nicht das, wonach es aussieht – sprich: es ist kein öder Horror-Film auf einem Geisterschiff, wo alle Naselang die Leute krepieren, weil irgendwas Unheimliches sie verfolgt. Deswegen habe ich den Film dann geguckt – nur war er zum Teil dann doch genau das. Da rennen dann halt diese Menschen (unter ihnen auch ein noch sehr junger Liam Hemsworth) über das Schiff und auf einmal sterben sie so nach und nach. Ich dachte schon: „Okay, passiert noch was?“

Ja, es passiert noch was? „Triangle“ hat tatsächlich einen „kleinen“ interessanten Plottwist… wegen dem ich halt am Anfang dieses Gerede über Spoiler angeleiert habe. Im Trailer wird nämlich ein bisschen mehr auf diesen Plottwist eingegangen… und ja, es passiert alles relativ früh im Film, weswegen man es wahrscheinlich „spoilern“ könnte. Aber irgendwie wäre dann auch ein bisschen die Luft raus. Man würde nicht wie ich da sitzen und denken: „Oh Mann, das kenn ich doch alles schon. Hab ich schon tausend Mal gesehen!“ und dann kommt Regisseur Christopher Smith mit der großen Wendung der Geschichte.

Das ist tatsächlich ziemlich cool und verleiht dem Film eine ganz andere Richtung… Smith nimmt sich den altbackenen Kram und verändert ihn gekonnt. Leider (und wieder sage ich noch mal, dass ich nicht spoilern will) hat mich der Film dennoch nicht so gepackt. Das Konzept, das Smith hier für sich anwendet, ist wirklich interessant (und der deutsche Untertitel weist ja auch schon ein kleines bisschen daraufhin). Das Problem für mich waren dabei jedoch zwei Dinge: 1) Das Konzept der Story hat in sich zu viele Logik-Fehler, die mir irgendwann einfach zu häufig aufgefallen sind. Smith spielt zwar gekonnt mit dieser Idee, die er da hat, aber er folgt nicht ihrer eigenen Logik – oder hat sich bewusst dazu entschieden, sie zu ignorieren. Was vielleicht auch nicht zu verkehrt ist, wäre der Film am Ende sonst zu kompliziert. Dennoch hat es mich gestört. Gerade weil der Film ja sehr damit spielt, dass wir als Zuschauer selbst mitraten, was da gerade vor sich geht. Der Film regt mich also zum Nachdenken an – nur gerät man so halt zu viel ins Nachdenken. Je mehr der Film dann von seiner wahren Gestalt preisgibt, desto mehr fallen einem dann die Logik-Fehler an sich auf.

Zweitens wären dann die Charaktere: Die haben mich leider nicht die Bohne interessiert. Melissa George als Hauptdarstellerin fand ich sehr stark, zumal sie auch gekonnt die verschiedenen Stadien, die sie durchlaufen muss in diesem Film, gut darstellt. Aber alle anderen sind einfach nur da. Die tragen so gar nichts zur Story bei, sind nur schmückendes Beiwerk, sind nur Opfer. Das war echt ein bisschen schade, da hätte man mehr draus machen können, weil mir so deren Schicksale relativ egal waren – ich war eh zu sehr damit beschäftigt, hinter diesen Film zu steigen.

Alles in allem will ich mich aber bei all denen bedanken, die mir „Triangle“ empfohlen haben. Und ich kann diese Empfehlung nur weiterreichen an jeden, der mal einen etwas anderen Horror-Film sehen will. Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich spannend – nur fällt sie halt zu häufig in ihre eigenen Logik-Löcher. Trotzdem – angucken lohnt sich ein wenig.

Wertung: 7 von 10 Punkten (cooles Konzept, dem man bei der Sichtung die Fehler einfach verzeihen kann – einfach, weil hier mal was Neues ausprobiert wird)

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4 Kommentare leave one →
  1. 17. Mai 2017 18:09

    Ah, den mochte ich auch, habe ihn zumindest gut in Erinnerung 🙂

    • donpozuelo permalink*
      18. Mai 2017 09:26

      Kann man sich auch gut noch einmal angucken 😉

  2. 21. Mai 2017 16:47

    Jetzt hast du so viel um den Spoiler drumrum geredet, das der Film für mich tatsächlich interessant geworden ist.

    • donpozuelo permalink*
      21. Mai 2017 16:51

      Sehr gut. Ziel erreicht. Man könnte halt viel vorab erzählen und schon zu viel verraten. Definitiv nicht den Trailer gucken. Der spoilert schon ordentlich

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