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Sangre o libertad

18. November 2022

Ich hole im Moment so nach und nach alle Arnold-Schwarzenegger-Filme nach, die ich noch nicht gesehen habe. Das ist jetzt keine Reihe wie zu James Bond oder Godzilla, sondern einfach nur so ein kleines Projekt von mir, das ich nebenbei laufen lasse. Aber ich will einfach mal schauen, was dieser Mann da draußen noch so für Perlen hat, die ich möglicherweise einfach verpasst habe. Daher dachte ich, es wäre mal eine gute Idee, mir „COLLATERAL DAMAGE“ anzuschauen. War es leider doch nicht…

Feuerwehrmann Gordy Brewer (Arnold Schwarzenegger) verliert bei einem terroristischen Anschlag Frau und Kind. Verantwortlich für die Bombe ist der kolumbianische Guerilla-Kämpfer El Lobo (Cliff Curtis), der mit seiner Gruppe für die Freiheit Kolumbiens kämpft. Als Brewer in einem Interview mit einem Sympathisanten der Gruppe hört, die Opfer seiner Familie wären nur Kollateralschäden, rastet der Gute einfach aus. Er nimmt sich vor, El Lobo selbst in die Verantwortung zu nehmen und reist auf eigene Faust nach Kolumbien.

„Collateral Damage“ nimmt sich zu ernst. Das war von Anfang an mein größtes Problem mit diesem Film. Es ist die albernste Rache-Version überhaupt, in der ein Muskelberg namens Arnold Schwarzenegger einmal mehr versucht, den Average Joe zu spielen und dabei zum Übermann heranwächst. Er kann in diesem Film einfach sofort alles: er ist ein wahrer MacGyver, was wahrscheinlich ein wenig damit zu erklären ist, dass er Feuerwehrmann ist, oder??? Ich habe keine Ahnung. Aber der Mann kämpft besser als jeder andere, schießt besser als jeder andere und was nicht noch alles. Es ist die perfekte Arnie-Rolle in einem Film, der sich nicht anfühlt, als wäre er für ihn geschrieben worden. „Collateral Damage“ fühlt sich mehr an, als hätte das Ganze mehr ein Drama sein müssen… über einen verzweifelten Mann, der versucht, das Recht in seine eigene Hand zu nehmen. Daraus jedoch einen Schwarzenegger-Film zu machen, funktioniert einfach nicht.

Arnie wird zu sehr zurückgehalten. Wenn schon Arnie und so ein Thema, bei dem er besser als CIA, NSA und FBI zusammen ist, dann bitte richtig Arnie. Hier ist er ein bisschen zu unterfordert – sowohl  was die Action als auch die Sprüche angeht. Und ja, mir ist schon klar, dass auch ein Schwarzenegger durchaus mal einen Film haben kann, der ihn als Schauspieler mehr fordert („Maggie“ ist dafür immer noch ein tolles Beispiel, dass er sowas auch wirklich kann)… aber dann bitte auch den passenden Film dafür. Wie gesagt, „Collateral Damage“ ist so Banane, nimmt sich aber einfach zu ernst.

Um Brewer aus der Gefangenschaft von El Lobo zu befreien, zerballert das CIA erstmal mit mehreren Hubschraubern das ganze Lager. So wie die da Raketen draufjagen, wäre es schon ein Wunder gewesen, wenn Brewer das überlebt hätte – wenn er sich nicht eh schon selbst befreit hätte. Aber gut, ist halt Gaga-Action…

Der „große“ Twist am Ende des Films versucht dann nochmal die Geschichte aufzupeppen, aber da hatte ich geistig einfach schon abgeschaltet. „Collateral Damage“ weiß als Film einfach nicht so richtig, was er sein möchte. Ich glaube immer noch, man hätte diesen Film „ruhiger“ und ohne Arnie aufziehen sollen… dann hätte das vielleicht eher gepasst. Oder man hätte „full Arnie“ gehen müssen, dann wäre das so in die Richtung „Phantom-Kommando“ gegangen – was auch vollkommen okay ist. So ist dieser Film einfach nichts halbes und nichts ganzes.

Wertung: 4 von 10 Punkten (etwas ödes Action-Spektakel mit einem Arnie, der hier einfach fehl am Platz ist)

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