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Random Sunday #41: Mad Max

1. November 2020

Nachdem ich mich durch die aufregende Welt von „Death Stranding“ gequält hatte (im positivsten Sinne, den man dem Wort „Qual“ geben kann) und mit „Gris“ eine kurze, aber sehr befriedigende Therapiestunde erlebt hatte, war die Zeit noch zu lang, bis „The Last of Us 2“ endlich rauskommen würde. Ich brauchte also noch Abwechslung… und da kam ich dann auf „Mad Max“. Nicht die Film-Reihe, sondern tatsächlich das Spiel. Ich habe das Gefühl, das erschien damals recht unter dem Radar und so wirklich hat es keiner wahrgenommen… aber ich muss gestehen, ich habe es damals (2015) gerne gespielt und auch jetzt beim zweiten Mal hatte ich durchaus meinen Spaß mit der ganzen Angelegenheit.

Die Story ist in etwa so komplex wie bei jedem Film der „Mad Max“-Reihe. Wir spielen als Max Rockatansky und fahren mit unserem Wagen, dem starken Interceptor durch die Einöde der Endzeit. Doch Max wird überfallen… von dem Herrscher von Gastown, dem fiesen Scabrous Scrotus. Der stiehlt seinen Wagen und lässt Max halbtot zurück. Gerettet werden wir von Chumbucket, einem buckligen Mechaniker, der in uns den Erlöser sieht: einen mysteriösen Fahrer, der Chumbucket bei seiner noch mysteriöseren Aufgabe helfen soll, das perfekte Auto für die Apokalypse zu bauen: den Magnum Opus. Max willigt nur ein, um so einen Vorteil gegenüber Scrotus zu haben und seinen Wagen zurückzubekommen. So beginnt das spielbare Mad-Max-Abenteuer dann…

2015 war ein tolles Mad-Max-Jahr: Erst kam „Mad Max: Fury Road“ in die Kinos und ein alter Regisseur zeigte all den jungen Action-Hühnern in Hollywood, wie man richtig gute verdammt gute Action inszenierte. Da war ich natürlich damals echt heiß darauf, das Ganze noch als Spiel zu haben. Und schon damals waren die meisten Kritiker-Stimmen etwas verhalten, wenn es um das spielbare Mad-Max-Abenteuer ging: Es sei zu eintönig, war der allgemeine (eintönige) Kommentar zu der ganzen Angelegenheit.

Das kann ich nur zum Teil nachvollziehen: Ja, in dieser riesigen Open World haben wir eigentlich nicht wirklich viel zu tun, als mit unserem Wagen durch die Gegend zu heizen. Mit Chumbucket an seiner Seite kann Max den Wagen weiterausbauen und modifizieren. Um Material dazu zu finden, durchsucht man die Weiten der Welt von „Mad Max“. Dabei beschränkt sich das Ganze sehr darauf, an bestimmte Punkte zu fahren und dort kleinere oder größere Lager von Scrotus‘ Gefolgsleuten auszuschalten. Alle Missionen sind nur solche „Jäger und Sammler“-Missionen. Ab und zu gibt es eine Art „Bossgegner“, ein etwas schwierigerer Typ, dem man ein bisschen länger die Fresse polieren muss. Sollte es jemals einen zweiten Teil geben, sollten die Macher auf jeden Fall die Missionen ein wenig abwechslungsreicher gestalten.

Abgesehen davon liebe ich dieses Spiel trotzdem sehr… und das aus drei Gründen: 1) Die Story (jupp, man mag es kaum glauben), 2) die Welt von Mad Max und 3) das Fahren durch die Welt von Mad Max.

Gehen wir mal in Ruhe alles durch: Die Story ist, wie schon erwähnt, ähnlich wie alle anderen Mad-Max-Stories jetzt nicht so ausgereift oder wendungsreich. Dennoch schafft es das Spiel, eine aufregende und passende Story zu erzählen. Wir lernen verschiedene Personen und Gruppen kennen, die ihre eigenen Versionen der Apokalypse leben, denen wir helfen müssen. So wird eine recht abwechslungsreiche Hintergrundgeschichte zum Spiel aufgebaut, die dem Ganzen (zumindest für mich) den nötigen Drive gab, um mehr erfahren zu wollen. Gleichzeitig nimmt die Geschichte rund um Max gerade am Ende auch emotional etwas Fahrt auf… und hat mich hier und da echt sehr bewegt.

Die Welt von „Mad Max“ ist toll. Es gibt verschiedene Gebiete, die wir durchfahren… und jedes Gebiet hat seinen eigenen Charakter: Es gibt reine Wüste, es gibt eine schroffe Landschaft, die früher mal Meeresboden war und und und… überall in dieser Welt ragen alte Monumente der verstorbenen Welt auf und geben uns einen Eindruck von dem, was mal gewesen ist. Alte Brücken, Schiffe, Häuser-Ruinen, zerfallene Straßen, fast zerstörte Flughäfen, vergrabene Kirchen… es ist toll, wie sich diese Elemente perfekt in die Apokalypse einfügen. Sie zu erkunden ist aufregend… genauso wie die Erkundung der Scrotus-Lager (die verschachtelt genug sind, um manchmal auch zu nerven). Mad Max‘ Welt ist voller spannender Dinge, die Berichte liefern, ohne sie uns direkt zu erzählen.

Um diese Welt zu erkunden, hat man sein Auto… und das aufzurüsten, damit durch die Gegend zu fahren, macht einfach nur Spaß. Es ist wie „GTA“ – nur ohne Fußgänger. Man kann die Freiheit genießen oder sich wilde Verfolgungsjagden mit Scrotus-Anhängern liefern. Egal, was man macht, wenn man das Röhren des Motors hört, wird man zu Mad Max.

Dieses Spiel zelebriert die Einsamkeit der Apokalypse, die Action von „Mad Max: Fury Road“ und erzählt einfach eine gute Mad-Max-Story. Da kann ich ein paar eintönige Missionen gut verschmerzen.

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