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Random Sunday #34: Gris

19. Juli 2020

Nach meiner langen Odyssee durch die Welt von „Death Stranding“ brauchte ich etwas Ruhigeres… irgendwas, was mich entspannen würde. Dabei half mir dann tatsächlich ein YouTube-Video mit dem klangvollen Titel „7 Lovely Chillout Games For When It All Gets A Bit Much“… es war quasi wie für mich nach „Death Stranding“ und während der Corona-Zeit gemacht. In diesem Video war von einem Spiel namens „Gris“ die Rede und schon nach den ersten Bildern war ich verliebt und musste dieses Spiel einfach haben. Ich habe es seit dem schon drei Mal durchgespielt (insgesamt verbringt man nicht mehr als drei bis vier Stunden damit – es lohnt sich dennoch)… und es ist nach „Star Wars Jedi: Fallen Order“ das zweite Spiel in meiner Gamer-Karriere, für das ich von meiner Playstation mit einer Platin-Trophäe belohnt wurde.

In „Gris“ spielt ihr eine junge Frau, die auf der Handfläche einer riesigen Statue aufwacht. Als die Frau versucht, zu singen, versagt ihr die Stimme und die Welt um sie herum bricht wortwörtlich zusammen. Von nun an muss man Gris (ich gehe mal davon aus, dass Gris die Protagonistin ist) durch verschiedene Level steuern, um nicht nur ihre Fähigkeit zu singen, wiederherzustellen, sondern auch die zerbrochene Statue…

„Gris“ ist ein „einfaches“ Jump-and-Run-Adventure mit ein paar nicht allzu schweren Rätsel-Einlagen, ein paar kurzen Boss-Gegnern und das war’s… aber „Gris“ ist auch nicht unbedingt das Spiel, das man wegen seinem Gameplay zockt. Obwohl ich auch da sagen muss, wie man sich durch diese Welt von „Gris“ bewegt, wird mit der Zeit ein unglaubliches Vergnügen. Es gibt ein Level unter Wasser (keine Sorge, man muss nicht alle fünf Minuten nach Luft schnappen gehen oder sowas), dass die Leichtigkeit des Schwimmens auf den Spieler überträgt wie ich es sonst noch nicht erlebt habe. Da hat es einfach so richtig Spaß gemacht, sich durch diese Welt zu bewegen…

… warum man aber tatsächlich „Gris“ spielen sollte, liegt an drei Dingen: 1) der unglaublichen Bild-Gewalt des Spiels, 2) dem absurden Maß an Kreativität hinter dem Spiel und 3) dem Soundtrack. All diese drei Dinge vereint entführen euch auch emotional so in dieses Spiel, dass die Spielzeit von 4 Stunden wie im Fluge vergeht. Aber gehen wir die Punkte mal durch:

Optisch ist „Gris“ eines der schönsten Spiele, das ich je gespielt habe. Jedes einzelne Level ist so wunderschön, das man sich einfach nicht satt sehen kann. Das Farbspiel ist unglaublich… mit jedem abgeschlossenen Level kehrt ein Farbelement in die Welt von „Gris“ zurück und entführt uns von der roten Wüste, in einen grünen Wald, in die blauen Tiefen der See und und und… Man kann sich in diesem Spiel die Finger wund drücken, einfach nur, weil man ständig dabei ist, Screenshots zu machen. Wenn man sich fragt, ob Video-Spiele Kunst sein können, dann muss man sich „Gris“ einfach nur anschauen. Das ist wirklich Kunst, in der man dann auch noch eine Heldin durch die Level steuert.

„Gris“ sieht aber nicht nur toll aus, sondern spielt auch auf wunderbar kreative Art und Weise mit der simplen Jump-and-Run-Mechanik. Gerade das letzte „Level“ spielt mit Licht, Schatten und vor allem der Gravitation. Die Level bauen immer wunderbar aufeinander auf. Selbst simples Plattform-Gehüpfe wird in „Gris“ ein bisschen spaßiger und aufregender… wenn Plattformen aus Bäumen zum Beispiel mit jedem Sprung sich verändern oder wenn einige Plattformen erst durch den Regen so richtig sichtbar werden. Wenn wir unsere eigene vereiste Form nutzen müssen, um weiter zu kommen. Das Spiel geht kreative und unterhaltsame Wege… und fordert seine Spieler heraus, ohne sie zu überfordern.

Als letzten Punkt komme ich auf die Musik zu sprechen. Ich habe „Gris“ mit meinen besten Kopfhörern gespielt… und es war ein Traum. Es ist wie mit einem guten Film: Die Musik macht so viel aus. In „Gris“ stammt der Soundtrack von Berlinist, einem Musikprojekt aus Barcelona. Und dieser Soundtrack ist unglaublich. Die Musik wird zu einem lebendigen Teil des Spiels. Ich werde im Leben nicht die passenden Worte dafür finden, aber die Musik verstärkt die Kraft der Bilder von „Gris“ auf so eine hypnotische Art und Weise, dass man gar nicht wieder aufhören möchte.

„Gris“ ist wirklich wie eine wunderbare, spielbare Musik- und Bild-Meditation… und erzählt eine wunderschöne Geschichte (die sich einem aber tatsächlich erst in ihrer Gänze präsentiert, wenn man alle „Mementos“ im Spiel gefunden hat). Ein Traum von einem Spiel…

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