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Von CGI Mäusen und Hexen

2. November 2020

Als ich ins Kino ging, um mir Robert Zemeckis‘ neuen Film „Hexen hexen“ anzuschauen, kannte ich das Original aus den 90er Jahren noch nicht. Ich hatte nur von sehr vielen Leuten gehört, dass dieser Film sie seit ihrer Kindheit begleitet und auch verstört hat. Was damit gemeint war, wusste sogar ich als jemand, der den Original-Film nicht kannte. Das Bild von Anjelica Huston als unheimliche Hexe ist weitläufig bekannt. Deswegen mochte ich mir auch gar nicht vorstellen, ob der neue Film eine ähnliche Wirkung haben würde. Zumal das nun ja auch mein erster Kontakt mit dieser Geschichte sein würde.

Irgendwann Ende der 60er Jahre verliert ein Junge (Jahzir Kadeem Bruno) seine Eltern und wird deswegen von seiner Großmutter (Octavia Spencer) aufgenommen. Als er später in einem kleinen Laden von einer unheimlichen Frau angesprochen, wird erzählt die Oma ihrem Enkel von der Existenz von Hexen… und dass sie sich besser verstecken sollten, da eine Hexe nicht lockerlässt. So ziehen Oma und Enkel in ein feines Hotel, wo sie sicher glauben. Doch Pustekuchen, denn ausgerechnet an diesem Ort halten die Hexen unter der Führung der fiesen Oberhexe (Anne Hathaway) ein Treffen ab, bei dem sie beschließen, alle Kinder dieser Welt in Mäuse verwandeln zu wollen.

Wie gesagt, das Original kenne ich (noch) nicht. Deswegen müssen direkte Vergleiche jetzt hier mal außen vorbleiben. Die bringe ich dann, wenn ich das Original geschaut habe. Was an dieser Version von „Hexen hexen“ auf jeden Fall schon mal interessant ist, dass Zemeckis die Handlung in die Südstaaten der USA in den 60er Jahren verlegt. Man könnte nun natürlich meinen, dass er damit in aktuellen Zeiten auch ein Statement setzen möchte… doch so richtig kommt das nicht zur Geltung. Lediglich, wenn Oma und Enkel als Schwarze in ein vorwiegend von Weißen frequentiertes Luxushotel einziehen wollen, gibt es mal kurz leichte Verwirrung. Ansonsten ist das für alle einfach das Normalste der Welt. Da hätte man natürlich noch viel stärker auf die Thematik der Rassentrennung in den USA eingehen können – wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass es sich hier immer noch um einen Kinderfilm handelt. So verliert der Film halt schnell diese Art der Relevanz, hat sie aber wenigstens mal kurz angesprochen.

Ansonsten ist das Ganze halt ein lustiges Kinderabenteuer… das vor allem durch zwei Dinge lebt: Zum einen Octavia Spencer, die als Oma einfach nur super ist. Wenn sie anfangs ihren Enkel aufheitern will, kopiert sie Tom Cruise aus „Risky Business“ und tanzt für ihren Enkel. Octavia Spencer ist einfach die gute Seele des Films, sie ist unsere Erklärtante und die letzte Rettung, wenn ihr Enkel mal wieder in Schwierigkeiten gerät. Spencer hat dabei auch sichtlich Spaß. Zum anderen haben wir Anne Hathaway, die auch sehr viel Spaß daran hatte, mit falschem, mal deutsch, mal russisch, mal irgendeinem anderen Akzent zu spielen. Hathaway ergibt sich voll und ganz einem grandiosen Over-Acting und gibt eine herrlich arrogante und fiese Oberhexe. Mit ihrem Elan hat sie mich sehr an Julia Roberts als böse Königin in „Mirror Mirror“ erinnert.

Damit sind wir aber leider auch schon bei den Punkten angekommen, die das neue „Hexen hexen“ interessant machen. Ansonsten bleibt die Story nämlich erstaunlich brav und vorhersehbar. Am langweiligsten sind dabei die ganzen CGI-Effekte. Wenn die Kinder in Mäuse verwandelt werden, sind das eben CGI-Viecher, die sprechen können. Selbst die Oberhexe kann kein sonderlich aufregendes Make-Up vorweisen, sondern eben nur eine CGI-Fratze. Die könnte kleine Kinder vielleicht noch verschrecken, aber sicherlich nicht so arg verstören wie Anjelica Huston.

Der übermäßige Gebrauch von CGI hat mich dann doch sehr genervt an „Hexen hexen“. Insgesamt ist die Story nett umgesetzt, aber große Überraschungen darf man nun auch nicht erwarten (außer der Tatsache, dass hier wohl das Original-Ende aus dem Kinderbuch von Roald Dahl umgesetzt wurde, wie ich mir habe sagen lassen). Der Film ist okay, aber mehr auch nicht… ich wette, das Original ist und bleibt tausendmal besser.

Wertung: 5 von 10 Punkten (netter Familien-Spaß, der Octavia Spencer und Anne Hathaway sehr, sehr viel von seinem Charme zu verdanken hat)

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