Skip to content

Monströses Stachelsplittermonster

25. August 2017

Es ist ja mittlerweile Monstertechnisch echt schwer geworden, den geneigten Horror-Fan noch mit irgendwas so richtig aus den Socken zu hauen. Vampire und Zombies wurden mehr als genug ausgeschlachtet (im wahrsten Sinne des Wortes), Aliens und anderweitig gruselige Monster sind eigentlich auch schon irgendwie da gewesen. Ich glaube, zuletzt haben mich die komischen Alien-Viecher aus „Edge of Tomorrow“ noch so halbwegs begeistert, weil die wirklich mal was Neues waren. Obwohl ich durch meinen „Akte X“-Marathon jetzt auch ganz gut verwöhnt bin, denn wenn „Akte X“ eines immer richtig gut gemacht hat, dann sind es merkwürdige, komische und verrückte Monster zu erschaffen, an die vielleicht noch keiner so unbedingt gedacht hat. Aber ich hebe mir das „Akte X“-Monstergefasel für die Freitage auf, an denen ich über „Akte X“ und deren Monster fasele. Jetzt wollen wir uns doch vielmehr einem Film widmen, der Monstertechnisch auch mal ein bisschen um die Ecke gedacht hat.

Der Film „Splinter“ von Toby Wilkins fängt wie jeder andere Horror-Film auch an: Erst wird im Prolog ein Tankwart von einem nicht näher erkennbaren Wesen blutig zerfleischt und dann beobachten wir Seth (Paulo Constanzo) und Polly (Jill Wagner), die sich zu ihrem Jubiläum einen Camping-Trip können wollen – natürlich ausgerechnet in einem Gebiet, bei dem sie an einem Schild mit folgender Aufschrift vorbeifahren: „MID-STATE OIL, Inc. – Experimental Extraction Field Site“. „Experimental“ ist in den seltensten Fällen wirklich gut… und so scheinbar auch in „Splinter“. Nachdem sie ihr Zelt aus Versehen zerstören, wollen Seth und Polly in ein Motel, werden aber auf der Fahrt von Dennis (Shea Whigham) und seiner Freundin Lacey (Rachel Kerbs) angehalten und unter Waffengewalt entführt. Weit geht die Fahrt jedoch nicht, das Auto streikt und an einer Tankstelle findet sich der Leichnam des oben erwähnten Tankwarts – voller komischer Stacheln, die dem halbtoten Körper ein unheimliches Eigenleben verschaffen… als dann noch Lacey von diesem Ding getötet wird, flüchten sich Dennis, Seth und Polly in das Tankstellen-Häuschen…

Sie haben kein Händchen dafür…

Also kurz gesagt: drei Leute verstecken sich in einer Tankstelle, während draußen ein Monster lauert, von dem niemand so wirklich weiß, was es eigentlich ist. So gesehen ist „Splinter“ nun wirklich nichts Besonderes. Trotzdem muss man Regisseur Toby Wilkins zugute halten, dass er selbst aus diesen üblichen Klischees noch eine Menge gutes Zeug rausholt. Und zum Glück beschränkt er sich auf knapp eine Stunde und zehn Minuten – genau die richtige Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Noch mehr und der Film hätte gestunken vor Langeweile. So kann Wilkins aber seinen kleinen Drei-Personen-Cast gut einsetzen. Zwar sind die einzelnen Charaktere nicht besonders tiefgründig, aber sie erfüllen sehr gut ihren Zweck – nämlich Monsterfutter sein!

Womit wir dann zu dem kommen, was an „Splinter“ halt wirklich richtig gut war: Das Monster oder die Monster… es gibt nämlich verschiedene Variationen von diesem Ding. Ich will jetzt nichts zu seiner Natur verraten – aber so richtig viel könnte ich auch nicht verraten, denn „Splinter“ gibt uns da nicht sonderlich viel Informationen. Kein Woher es kommt (wahrscheinlich von der „Experimental Extraction Field Site“), kein wirkliches „Was ist es eigentlich?“ (es gibt Mutmaßungen von unserem angehenden Doktor der Biologie Seth) und kein „Was will es eigentlich?“ (gut, es will fressen, um zu überleben). Mehr erfahren wir über das Vieh aber nicht…

Dafür sehen wir es dann in Aktion… wenn es die Körper oder Körperteile der Menschen wie ein Parasit befällt und diese zur Nahrungssuche einsetzt, sieht das manchmal schon echt eklig aus. Besonders das große Monster zum Ende ist wahrlich kein Augenschmaus. Mit gekonnten echten Effekten und noch besser gesetzten Schnitten gelingt es Wilkins uns das Monster immer gerade so weit zu zeigen, wie wir es für unsere Fantasie brauchen. Der Rest funktioniert dann auch schon fast von allein… einzig und allein die Szene, in der Wilkins ein bisschen das eiskalte Killer-Händchen aus „Evil Dead 2“ nachspielt, wirkt ein bisschen albern. Ansonsten ist das Stachelmonster echt gut gelungen – schön eklig!

So klein „Splinter“ auch sein mag, so fein ist er dann doch auch. Der Film ist nicht perfekt, aber das macht ihn irgendwie auch aus. Der Film verbohrt sich zum Glück nicht in langen Erklärungen, sondern baut lieber auf Atmosphäre und gutes Monster-Design… und manchmal reicht das halt auch schon aus!

Wertung: 7 von 10 Punkten (das Stachelmonster von der Tankstelle…)

Advertisements
15 Kommentare leave one →
  1. 25. August 2017 12:21

    Oh, ich liebe diesen Film. Ich war damals auf dem Fantasy Filmfest so angenehm überrascht und habe ihn sogar danach noch zweimal gesehen. Er hat eine gute Atmosphäre und Dynamik – genau mein Ding 🙂

  2. 25. August 2017 21:18

    Hm… Der kommt mir total bekannt vor. Von wann ist der? Ich glaube den hab ich auch gesehen.

    • donpozuelo permalink*
      27. August 2017 21:42

      Der ist von 2008. Vielleicht hast du den mal auf irgendeinem Festival gesehen?

      • 28. August 2017 18:49

        Ich habe mir den Trailer jetzt noch mal angesehen und bin mir sicher, dass ich den Film schon gesehen habe. Aber nicht auf einem Festival. Daran würde ich mich erinnern. Vielleicht auf einer auf mysteriöse Wege in die Hände gefallene DVD in zweifelhafter Qualität? Gut möglich.

        • donpozuelo permalink*
          28. August 2017 20:12

          In zweifelhafter Qualität? Warum ausgerechnet in zweifelhafter Qualität? 😀

        • 28. August 2017 20:40

          Weil ich damals Leute kannte, die Leute kannten, die irgendwoher Filme hatten, die nicht unbedingt BD Qualität hatten. Hin und wieder ist dann versehentlich eine dieser Sicherheitskopien ungewissen Ursprungs auch in meinem Player gelandet. 🙂

        • donpozuelo permalink*
          28. August 2017 20:46

          Aha… so so. Die Leute, die Leute kennen, die von anderen Leuten interessante Dinge haben. Ein teuflischer Kreislauf…

        • 28. August 2017 20:48

          Manche von denen wollten mir erzählen es gäbe einen Ort, an dem man sich einfach so Filme kopieren und auf den Computer spielen könnte. Aber das habe ich nie geglaubt…

        • donpozuelo permalink*
          28. August 2017 20:49

          Das klingt aber auch verrückt. 😀

        • 28. August 2017 21:08

          Ja eben. Aber wo die ganzen Filme wirklich her kamen habe ich nie herausgefunden.

        • donpozuelo permalink*
          28. August 2017 21:12

          Ich glaube aus diesem Dings… wie nennt sich das noch? Das, was für uns alle noch so neu und unbekannt ist… dieses Internetz. Ich glaube, da kriegt man sowas manchmal her. Hab ich gehört.

        • 28. August 2017 21:25

          Auch das glaube ich nicht. Das wäre doch dann bestimmt illegal.

        • donpozuelo permalink*
          28. August 2017 21:29

          Meinst du? Keine Ahnung. Kenn mich da ja nun überhaupt nicht mit aus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: