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Gute PR ist alles!!!

3. September 2014

Selbst Batman weiß das. Deswegen baute er sich ein Image auf, dass die Schurken fürchten können, bevor sie ihn überhaupt gesehen haben. Ein guter Name, ein paar Geschichten und schon baut sich ein Ruf auf, der – einmal gefestigt – für ziemlich lange anhält. Und je mehr Leute dem Glauben schenken, umso besser. Unser Freund Batsy ist also ein echter PR-Experte! Und jetzt kommt Regisseur Brett Ratner und will uns weismachen, dass der große Herkules genau das Gleiche war: Einfach nur verdammt gut darin, sein Image größtmöglich zu vermarkten.

Denn es scheint gleich von Beginn von „Hercules“ ein wenig fragwürdig, ob der angebliche Halbgott (Dwayne Johnson) wirklich ein Halbgott ist. In erster Linie scheint er ein Söldner zu sein, der gemeinsam mit seiner Truppe demjenigen dient, der am meisten Geld zahlt. So kommt er auch zum König von Thrakien (John Hurt), der Herkules und seine Mannen (plus eine Amazone) bittet, ihm im Kampf gegen den blutrünstigen Kriegsherrn Rheseus (Tobias Santelmann) zu helfen. Denn angeblich sollen in Rheseus‘ Armee Dämonen und andere Wesen kämpfen.

I had the same look on my face, once I realized trailer and movie are not the same!!!

Ihr dürft in diesem „Hercules“ wirklich gar nichts glauben, denn Ratner scheint sehr darauf bedacht zu sein, uns zeigen zu wollen, wie schwer es doch ist, Wahrheit und Fiktion zu trennen. Jede Geschichte, die ihr in diesem Film hört, muss also immer wieder hinterfragt werden. Dabei würde ich euch eigentlich empfehlen, die Entscheidung diesen Film schauen zu wollen, zu hinterfragen. Denn dieser Film ist eine einzige große Mogelpackung. Und wer jetzt immer noch gewillt ist, sich das anzuschauen, der sollte vielleicht besser nicht weiterlesen.

Brett Ratners „Hercules“ ist ja schon der zweite Film über den Halbgott. Zuerst durfte „Twilight“-Typ Kellan Lutz ran, jetzt ist Dwayne Johnson an der Reihe. Und der Trailer zu seinem „Hercules“ gefiel mir von Anfang an immer sehr viel besser: Da sah man nämlich so einiges von den zwölf Taten des Herkules: Der Kampf gegen die Hydra, der Kampf gegen den Eber und auch der Kampf gegen den Nemeischen Löwen… konnte man alles schon im Trailer sehen. Und wenn es nicht zwölf Taten gewesen wären, die Herkules vollbringen musste, dann hätte einen das schon misstrauisch stimmen müssen. Wieso all die guten Sachen schon im Trailer zeigen??? Ganz einfach: Um ein falsches Bild auf den Film zu werfen, in der Hoffnung, all diejenigen, die ein bisschen Fantasy erwarten, kommen auch.

Aber Pustekuchen, die Kämpfe aus dem Trailer werden in den ersten fünf Minuten des Films abgehandelt, danach gibt’s eigentlich nur Söldner-Kram und den Versuch, Herkules als Mann mit Vergangenheit darzustellen. Das hätte ja gut funktionieren können, nur bräuchte man dafür einen Mann, der auch schauspielern kann. Jetzt nichts gegen Dwayne Johnson, als Action-Muskel-Paket nehm ich den gern, aber das hier war nix. Er versucht immer ein bisschen zu verkrampft, den geplagten Helden zu geben… nur im Endeffekt lässt Ratner ihn das auch nur ein-, zweimal machen. Danach ist Schluss. Danach gibt’s ein paar Kämpfe, die nun wirklich niemanden sonderlich beeindrucken… was wohl auch daran liegt, dass „The Rock“ mit seinem Löwen-Käppchen selten dämlich aussieht und man seiner mächtigen Keule in jeder Einstellung ansieht, dass sie nur aus Plastik ist, damit der große Herkules sich keinen Bruch hebt (dazu kommt noch, dass er zwischendurch auch mal ein Schwert in der Hand hat, von dem man nie weiß, wo es auf einmal herkommt).

„Hercules“ ist die Mogelpackung voller öder Kriegsreden und dem verzweifelten Versuch, einen Storytwist einzubauen, der zu konstruiert wirkt. Dieser Film ärgert einen einfach nur. Ich wollte einfach nur Fantasy und ordentlich Gekloppe. So ein bisschen, als würde Dwayne Johnson damit in die Fussstapfen von Arnies „Conan“ treten. Wäre cool gewesen… aber Fantasy gibt’s keine (nur mehr Lektionen darin, wie gut richtige PR doch sein kann) und das Gekloppe macht weniger Spaß als man meinen möchte.

Von diesem Halbgott könnt ihr getrost die Finger lassen, der bringt’s einfach nicht… selbst wenn er noch so gute PR für sich macht!

Wertung: 3 von 10 Punkten (dazu kommt noch, dass der Anblick von Johnsons Cellulite-Schultern und Ader-Armen nicht sonderlich schön anzuschauen ist)

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9 Kommentare leave one →
  1. 3. September 2014 09:33

    Ich muss ja zugeben, dass ich überraschend viel Spaß an dem Film hatte. Allerdings hatte ich keinen Trailer vorab gesehen und bin generell mit niedrigsten Erwartungen ins Kino gegangen. Was mir dann geboten wurde, war eine nette Neuinterpretation der antiken Geschichte. Johnson macht seinen Job nicht übertrieben schlecht, die Action hat man überall so meist auch besser schon einmal gesehen. Aber so für zwischendurch ist das durchaus akzeptabel.

    • donpozuelo permalink*
      3. September 2014 09:47

      Ich bin schon mit ein paar Erwartungen in den Film gegangen… Erwartungen, die durch einen Trailer aufgebaut wurden, der extrem in die Irre führt. Das sorgte schon mal für so einigen Unmut bei mir. Aber auch so fand ich den Film jetzt nicht wirklich berauschend. Da gibt’s selbst für zwischendurch immer noch besseres.

  2. oldboyrap permalink
    3. September 2014 16:54

    Eigentlich braucht man einen Brett Ratner Film gar nicht reviewen. Man muss nur schreiben: Brett Ratner und es ist nicht Red Dragon. Dann weiß jeder Bescheid xD

    • donpozuelo permalink*
      3. September 2014 17:43

      😀 So hätte man es auch machen können. Aber ich musste einfach meiner Wut Ausdruck verleihen, wie sehr man hier durch den Trailer allein schon verarscht wird. Klar sind die immer mit Vorsicht zu genießen, aber der von „Hercules“ ist wirklich schon eine echt fiese Nummer.

      • oldboyrap permalink
        3. September 2014 18:58

        ja wenn jeder beteiligte weiß dass der film eh scheiß ist muss man halt gucken dass man durch den trailer paar zuschauer gewinnt. aber gerade dieser regisseur sollte eig IMMER eine warnung sein xD

  3. 4. September 2014 22:34

    Vernichtend wie The Rocks Schläge. Aber vermutlich auch sooo zutreffend. Ich dachte mir das bereits beim großen Kinotrailer, der gefühlt die Hälfte der Zeit damit verbringen musste, das halbnackte Model über die Leinwand spazieren zu lassen.

    Den lass ich dann mal aus. Für jetzt und alle Zeiten. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      5. September 2014 06:44

      Dass mit dem halbnackten Model ist ja auch noch so eine Sache: Die haben mehr von ihr im Trailer als im fertigen Film. Alles nur damit sie einen ordentlichen Trailer haben, um den nicht ordentlichen Film zu vertuschen 😀

  4. 15. September 2014 23:08

    Oha! Dann ist es also wirklich wahr? hatte es in englischen Blogs schon angedeutet gefunden. Dann ist die halbwegs brauchbare Bewertung auf Rotten Tomatoes von 60% vermutlich ebenfalls im Rahmen einer guten PR gekauft… Echt oberdämlich! WHY??? Warum sollte man das eigentlich Spannende an Hercules, seinen Kampf gegen fantastische Bedrohungen in den 12 Aufgaben z.B., nicht mit einer Kante wie The Rock gebürend in Szene setzen? Was für eine Verschwendung! Welch‘ – Du hast es richtig gesagt – FIESE MOGELPACKUNG. Der einzige gute Film, den ich immer noch sehr mag, der diesen „Normalo“-Ansatz gewagt hat, ist Troy. Den fand ich sehr gut. Aber das mit Mauern-Zertrümmerer Herc zu machen…!? Und im Trailer aber was anderes zu behaupten? Ich könnte immer weiter zetern… ^^

    • donpozuelo permalink*
      16. September 2014 08:59

      Es ist wirklich eine fiese Mogelpackung. Das Ganze basiert ja wohl auf irgendeinem Comic, den ja aber scheinbar sowieso niemand je wirklich gelesen hat. Sonst wäre das Ding bekannter und man hätte es wahrscheinlich eher mit in die Werbung eingebracht, dass es sich um eine Comic-Verfilmung handelt. Stattdessen setzt man darauf, alle Fantasy-Freunde damit zu locken, dass Fantasy im Film vorkommt, nur um die in 5 Minuten ad acta zu legen. Also ich kann von diesem Film echt nur abraten… oder du gehst jetzt mit dem Wissen rein, keinen Fantasy-Film zu sehen und hast dann vielleicht mehr Spaß. Aber selbst das möchte ich bezweifeln, weil der Film einfach wirklich nicht toll ist.

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